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3. Fortsetzung
Nachdruck verboten!
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chluß an den L-ichtbildervortrag des Teilnehmers Willi Schneider über die deutsche Himalaja- Expedition 1934, der am Donnerstagabend in der Neuen Aula.der Universität gehalten wurde, sei mit-- geteilt, daß die in Klein-Linden bestehende Zeugschmiede L. Schaum (Inhaber Wilhelm Schaum) für diese Expedition sieben Stück Geologenhämmer geliefert hat. Die Hämmer haben sich, wie Zeugnisse bestätigen, sehr gut bewährt und das Werkzeugmaterial aus anderen Ländern an Güte und Haltbarkeit übertroffen. Die Firma Schaum beliefert schon viele Jahrzehnte lang viele Auslandsinstitute mit ihren Geologenhämmern. In den letzten Tagen lief bei der Firma wieder ein Auftrag von einer holländischen Regierungsbehörde ein, die diese Hämmer, wie auch die von derselben Firma hergestellten Pflanzenbohrer, in den Kolonien der Südfee, auf Sumatra und Borneo für wissenschaftliche Zwecke benötigt. Diese Handelsbeziehungen sind nur auf die Tätigkeit deutscher Gelehrten in den Auslandsstaaten zurückzuführen, die erkannt haben, daß deutsches Material und deutsche Handwerksarbeit von keinem anderen Land erreicht werden und diesen Erfahrungen auch öffentlich, mündlich und schriftlich Ausdruck verleihen.
** Verkehrsunfall. Am Samstag gegen 15 Uhr ereignete sich an der Ecke Bleich- und Lud- wigftraße ein Zusammenstoß zweier Kraftwagen. Beide Wagen wurden beschädigt. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt.
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„Kennen Sie einen Mann wie den eben beschriebenen, gnädiges Fräulein, der diese Nachricht bekommen hat?"
Helma verneinte stumm.
„Dann haben wir also einen Nachrichtendienst zwischen Unbekannten, die sich für die Heimkehr Ihres Vetters interessieren. Es heißt also Vorsicht. Aber fürchten Sie nichts, ich bin ja nun bei Ihnen!"
„Ja, Sie sind bei mir!" wiederholte Helma weich. Und dann wurde sie rot und sah von Hop- man fort. So merkte sie nicht, daß auch der Doktor Hopman unvermittelt rot wurde und sie mit einem seltsamen Blick anschaute.
„Kann ich das Schloß nun besichtigen, gnädiges Fräulein? Es läge mir aber daran, auch das Schlafzimmer Ihres Herrn Onkels zu sehen."
„Selbstverständlich, Herr Doktor!"
„Herr Professor Schröder!" wiederholte Hopman mahnend. Dann nahm er wieder die Brille vor die Augen, sank in sich zusammen — und es war ein altes, ungeschicktes Männchen, das neben Helma von Bodenberg jetzt den Gang entlang schritt und sich mit kurzsichtigen Augen neugierig umsah.
Hopman ließ, während er absichtlich langsam neben dem jungen Mädchen dahinschritt, seine aufmerksamen Blicke überallhin wandern. Alles, was er erblickte, zeigte den Reichtum des alten Hauses. Die Wände waren bedeckt mit Waffen, Geweihen, kostbaren Gobelins. Schwere Eichentäfelung zierte die meisten Wände — und alle Gemälde und kostbaren Porzellans leuchteten im Schein der milden Herbstmorgensonne.
In geheimer Uebereinstimmung wurde während der Schloßbesichtigung kein Wort über den eigentlichen Zweck von Hopmans Besuch gesprochen/ Um so eifriger redete Hopman über die Bücher, die er hier zu sehen hoffte — und entpuppte sich 'als ein außerordentlich guter Kenner. Helma sah immer wieder voll Staunen auf den Mann neben sich, der Kenntnisse entwickelte wie ein zünftiger Gelehrter Respekt stieg in ihr auf vor diesem Manne, dessen Wissen unbegrenzt schien.
Herrn über diese Dinge unterhalte. Und was gibt es sonst noch Neues, gnädiges Fräulein?"
„Daß mein Vetter auf der —"
„Auf der Rückreise ist und am Freitag in Hamburg eintreffen wird", fuhr Hopman fort.
Helma sah ihn fassungslos an:
„Können Sie auch Gedanken lesen, Herr Doktor?"
„Nein! Aber Briefe, die zufällig neben einem auf dem Postschalter liegen, gnädiges Fräulein!"
Hopman erzählte, was er am Tage zuvor auf dem Postamt der Hauptstadt erlebt hatte.
„So, mein gnädiges Fräulein, und nun zeigen Sie mir bitte einmal jenen Kelch, an dem der Diebstahl begangen sein soll."
Schweigend führte Helma ihren Gast weiter, bis sie zu ihrem Schlafzimmer kam. Dort öffnete sie den Safe, der über ihrem Bett in die Wand eingelassen war, und holte den kostbaren Kelch heraus. —
Es schien, als wollte die hereinscheinende Herbstsonne das herrliche Gefäß in vollstem Glanz zeigen. So strahlend leuchtete sie auf dem Gold und den grünschimmernden Steinen. Um so trauriger sah die Verwüstung an dem Fuße des Kelches aus, die durch das gewaltsame Herausbrechen der kostbaren Steine angerichtet war.
Stumm prüfte der Detektiv das Kunstwerk. Er stellte es auf den Tisch und besah es aufmerksam von allen Seiten, holte eine Lupe heraus und betrachtete genau die Stellen, wo die Steine fehlten. Auch die Ziselierungen unterzog er einer sehr genauen Untersuchung, wobei ihn besonders die eigentümlichen Ornamente interessierten, die buchstabengleich sich unterhalb der Passionsbilder herumschlangen.
„Eigentümlich!" meinte er. „Beinah sehen diese Zeichen aus wie arabische Buchstaben oder Hieroglyphen. Wenn es nicht an einem christlichen Altarkelch sonderbar wäre, möchte man meinen, daß diese Verzierungen aus der mohammedanischen Sprache entnommen sind. Aber so was ist ja unmöglich."
„Warum unmöglich?" widersprach Helma. „Haben sich nicht Orient und Okzident auch in den
Scheren Jahrhunderten schon immer berührt? Sßare es nicht denkbar, daß ein Orientale, in ein deutsches Kloster verschlagen, dort fromm wurde und Gott zur Ehre solch einen Kelch fertigte?"
(Fortsetzung folgt l)
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Aerztliche Reihenuntersuchungen von Jugendlichen
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frischen, lebendigen Gesicht — dieser Herr, der dort eben mit den Schritten eines Kurzsichtigen die Freitreppe emporstieg, in dem altmodischen Gehrock und dem verbeulten Schlapphut?
Endlich klopfte es. Fanny meldete:
„Herr Professor Schröder!"
Mit unsicheren Augen sah Helma auf den schwer- salllg Eintretenden, der kurzsichtig an seiner Brille rückte, ehe er mit fragender Miene auf Helma zu- zuging:
„Habe ich die Ehre, mit der Nichte des Herrn Baron von Gernsheim zu sprechen?" fragte der alte Herr — und beim Klang seiner Stimme durchzuckte es Helma? Ja, es war der, den sie erwartete.
Und nun, nachdem das Mädchen die Doppeltür geschlossen, machte der alte Herr ein warnendes Zeichen mit den Augen, dann ging er langsam bis Zur Tür urro hängte seine Handschuhe gerade über Das Schlüsselloch.
„So", sagte er dann gedämpft, nahm rasch feine Brille ab und sah Helma mit seinen strahlenden, grauen Augen an, „nun können wir uns erst einmal ordentlich begrüßen, gnädiges Fräulein!"
S^ine Gestalt straffte sich, unter der gut zurechtgemachten Maske kam das wirkliche Gesicht Hopmans heraus. Mit impulsiver Freude streckte Helma dem Detektiv ihre Hände entgegen.
„Wie glücklich bin ich, daß Sie da sind, Herr Doktor! Ich habe schon sehr gewartet!"
Hopman lächelte warm:
„Ich bin schon seit gestern in Ihrer Nähe, mein gnädiges Fräulein! Allerdings in etwas anderer Verkleidung und habe mich hier in der Umgebung schon em bißchen umgesehen. Mich i-teressierte auch das Dorf, und ich habe der ganzen Gegend meine Aufwartung gemacht. Man darf den Schauplatz der
ZU eng sehen. Ich hoffe, daß ich meine schritte richtig gelenkt habe. Ich möchte vorderhand noch keine Ansicht äußern, das werde ich m l£mrDn ich hier im Schlosse die notwendigen Nachforschungen gehalten haben werde. Sie haben meine Ankunft als Interessent für die Fachbibliothek Ihres Herrn Onkels doch angekündigt?"
„Jawohl, natürlich, Sie hatten es ja gewünscht! Der Gast meines lieben Onkels, der spanische Kunst- gelehrte, scheint aber auch großes Interesse an den Buchern zu haben. Er meinte, er würde auch gern einiges erwerben. Vor allem nannte er ein bestimmtes Werk."
„Wie hieß denn das?" fragte Hopman.
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'Symbolgebung bei den Reliefs an kirchlichen Weihgeräten", gab Helma nun zur Antwort. „Uebngens studiert er seit seinem Hiersein vorzugs- Sn die^m Buche. Hat es einen besonderen Wert?
„Vielleicht!" meinte Hopman harmlos. „Nun, ich werde es mir einmal anschauen, damit ich mich nicht blamiere, wenn ich mich mit dem gelehrten
Helma lächelt.
Kriminalroman von Klothilde von (Stegmann.
Urheberrochtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (©.).
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Arn Samstag früh gegen 4.15 Uh, wurde die Feuerwache nach dem städtischen Holzlagerplatz am Erdkauterweg gerufen. Dort stand die 30 Meter lange und 10 Meter breite Lagerhalle des früheren Sägewerks in Brand. Die Feuerwehr hatte etwa drei Stunden eifrig zu tun, um der Flammen Herr äu werden. Gegen 7.15 Uhr konnte die Wehr auf der Wache wieder einrücken. Die Lagerhalle ist vollständig niedergebrannt. Ein Sägegatter, das in der Halle stand, ist den Flammen gleichfalls zum Opfer gefallen. Wie wir auf Anfrage bei der
Polizei hören, kommt als Brandurfache Fahrlässigkeit in Betracht, die darin zu erblicken ist, daß bei Schweißarbeiten in .der Halle am Samstagnachmittag Funken in das herumliegende Sägemehl fielen und weiter keine Beachtung fanden. Offensichtlich ist dadurch das Sägemehl ins Glimmen geraten und dann der Brand hochgegangen.
Verschmelzung von Eierverwerlungs Genossenschaften
Am gestrigen Sonntag fand hier die ordentliche Generalversammlung der Eierverwertungsgenossenschaft Gießen statt. Neben den geschäftlichen Berichten und einigen Dorträgen war besonders ein Antrag auf Verschmelzung der Eierverwertungsgenossenschaft Gießen mit der Eierverwertungsgenofsen- schaft Geilshausen bedeutsam, bei dem "die letztgenannte Genossenschaft in die Gießener Eierverw'er- tungsgenossenschaft aufgeht. Die Verschmelzung wurde von dem Kreisbau nführer D ö r r s ch u ck als unumgänglich notwendig erachtet. Der Antrag auf Verschmelzung der beiden- Genossenschaften wurde von der Generalversammlung einstimmig angenommen.
Winterfest des Postvereins 1906.
: tung dazu beitragen soll, daß sich die Verufskame- raden und die Kameradenfrauen untereinander naher kennenlernen, damit auf diese Art die Volks- gemeinschast auch innerhalb dieser Berufskameradschaft der Reichspost zum Ausdruck komme. Es genügt nicht, daß sich die Kameraden nur im Dienst sehen und verstehen, sondern es ist erforderlich, daß auch die kameradschaftliche Verbundenheit außer Dienst gepflegt wird. Dazu biete diese Veranstaltung eine willkommene Gelegenheit. In einem Rückblick auf Die auf allen Gebieten erfolgreich vorgeschrittene Arbeit gab er der Hoffnung Ausdruck, daß es unserem Führer in absehbarer Zeit gelingen möge, die Geißel der Arbeitslosigkeit in unserem Vater- janb vollständig zu bannen. Dem im Vorjahr verstorbenen Berufskameraden und Ehrenmitglied Adam E h m i g widmete er ein ehrendes Andenken Weiter führte er aus, daß auch an dieser Stelle des herrlichen Sieges an der Saar gedacht werden müsse. Wir hatten im vorigen Jahr Gelegenheit, einige Volksgenossen von der Saar bei unserer Veranstaltung im Hotel Kobel zu begrüßen. Schon damals war es jedem, der mit ihnen in Verbindung trat, klar, daß diese tteudeutschen Volksgenossen nur den einzigen Wunsch hegten, so schnell als möglich wieder zum Deutschen Mutterland zuruckkehren zu können. Und nun ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Nur noch wenige Tage trennen uns von der endgültigen Rückkehr des Saarlandes zum deutschen Vaterland. Alle diese Erfolge berechtigen uns zu Zufriedenheit, dank der Fürsorge unseres Führers, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, Deutschland wieder den gebührenden Platz unter den Völkern der Erde zu erringen, auf den es nach feinen Fähigkeiten und feiner Geschichte Anspruch hat. Es ist der Wunsch unseres Führers, den Lebensstandard des deutschen Volkes zu heben, damit es jedem Volksgenossen möglich ist, unter besseren wirtschaftlichen Bedingungen als seither zu leben. Wir als Beamte haben l ganz besonders die Pflicht, alles zu tun, um dem großen Aufbauwerk des Führers die Wege zu be- : reiten, damit es oormärtsgetrieben wird. Wir i wollen geloben, daß jeder an feinem Platze, auf \
Hessen und Waldeck (Kassel, Ständeplatz 8) freundlichst mitzuteilen. Besonders wertvoll wären auch Mitteilungen über nachweislich an einem Hause früher vorhanden gewesene Inschriften, die aber — infolge Verwitterung oder anderer äußerer Einflüsse — jetzt verschwunden sind.
Neben der Wiedergabe des genauen Wortlautes, auch der Jahreszahlen, werden Angaben darüber erbeten,
1. ob die Inschrift mit lateinischen oder deutschen, mit großen oder kleinen Buchstaben geschrieben,
2. ob sie in einen Balken des Hauses eingegraben ober auf den Putz gemalt oder in Stein gehauen sind.
Von der Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen, Verwaltungsstelle Gießen, wird uns geschrieben:
Daß Krankheiten verhüten wichtiger ist, als Krankheiten heilen, ist ein Grundsatz, der erst im nationalsozialistischen Staat seine volle Anerkennung gefunden hat. Es sind daher alle Maßnahmen zu begrüßen, die den Zweck verfolgen, vorbeugend zu wirken und eine Krankheit'nicht erst entstehen zu lassen. Dazu gehört vor allem auch die regelmäßige gesundheitliche Ueberwachung des einzelnen, um rechtzeitig etwa auftretende Schäden zu erkennen und zu beseitigen. Besonders wichtig ist dies für den berufstätigen Jugendlichen, der gesundheitlich in doppelter Weise gefährdet ist. Einmal sind dies die Entwicklungsjahre, die feine ganze gesundheitliche Kraft beanspruchen und den Körper wenig Reserven 1 bilden lassen, zum anderen ist es die ungünstige Einwirkung der einseitigen körperlichen Beanspruchung vieler Berufe, die hemmend auf die Entwicklung des jugendlichen Körpers wirkt und ihn gegen Krankheiten weniger widerstandsfähig macht. Es ist deshalb für den jugendlichen Menschen von besonderer Wichtigkeit, daß er sich frühzeitig darüber unterrichtet, wie es gesundheitlich um ihn bestellt ist, und welche Maßnahmen etwa ergriffen werden müssen, um das kostbare Gut seiner Gesundheit zu erhalten und zu festigen. Besonders nötig ist dies in der heutigen Zeit, die die Bedeutung eines gefunden, leistungsfähigen Nachwuchses für die Zukunft unseres Volkes klar erkannt hat.
Endlich waren sie auch in dem Schlafzimmer des verstorbenen Barons angelangt. Die Handbibliothek, die dort stand, gab genügend Grund zur Besichtigung. Es war unverändert stehengeblieben Das zugedeckte Bett stand an der gleichen Stelle — nichts war berührt.
Diese Ueberlegungen waren auch für die der Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen mit angehörenden DHV.-, G-eda- und Techniker-Kasse bestimmend für ihren Entschluß, auch in diesem Jahre ihre jugendlichen Mitglieder ärztlich untersuchen zu lassen in ähnlicher Weise, wie es die DHV.-Kasse schon leit 8 Jahren regelmäßig getan hat. Zu diesen Untersuchungen werden olle bei diesen Kassen versicherten Jugendlichen herangezogen, die Ostern 1935 bas zweite Lehrjahr beginnen, also schon fast ein volles Jahr im Beruf stehen.
Auf diese Weise ist es möglich, etwa vorhandene gesundheitliche Schäden und Schwächen rechtzeitig festzustellen und einer geeigneten Behandlung zuzuführen. In den Fällen, in denen eine gründliche Erholung notwendig ist, besteht außerdem die Möglichkeit, durch einen dreiwöchigen Aufenthalt in der Jugendheilstätte Grünhain (Erzgebirge) mit nur geringen Kosten eine nachhaltige körperliche und geistige Kräftigung zu erzielen. In landschaftlich schöner und klimatisch bevorzugter Gegend wird dort unter Leitung eines Sportlehrers und lieber« Kochung eines Sportarztes in froher Gemeinschaft bei Spiel und Sport, bei Ruhe und Bewegung und einer nach neuzeitlichen Grundsätzen eingestellten Ernährung verantwortungsbewußter Gesundheitsdienst an der deutschen Jugend geleistet.
Diese Untersuchungen finden in Gießen an besonders festgelegten Untersuchungsabenden in der Zeit vom 6. bis 14. Februar unter Leitung von Dr. med. Knauff, Ludwigstraße 37, statt.
Achtung!
Saarabftimmungsberechtigte 1
Die Reichsamtsleitung der NS.-Kulturgemeinde hat in der Freude über den großen Sieg an der Saar ihre Ortsverbände im ganzen Deutschen Reiche angewiesen, jedem abstimmungsberechtigten deutschen Volksgenossen, der am 13. Januar seiner Abstimmungspflicht genügt hat, zwei Freikarten zu einer Veranstaltung der NS.-Kulturgemeinde im Laufe des Februar 1935 zur Verfügung zu stellen.
Für Gießen und Umgegend werden die Abstimmungsberechtigten gebeten, diese Karten bei der Geschäftsstelle, Goethestraße 30 p, nachmittags 2 bis 6 Uhr (außer Samstags) abzuholen. Der Abstimmungsausweis ist vorzulegen.
Die NS.-Kulturgemeinde, Ortsverband Gießen.
Hundfunk und Er;euqunqsschlacht.
Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Am Dienstag, 12. Februar, von 19.50 Uhr bis 20 Uhr bringt der Reichssender Frankfurt den allwöchentlichen Vortrag zur Erzeugungsschlacht. Das Thema lautet „Viehhaltung auf wirtschaftseigener Futtergrundlage". Wir erinnern noch einmal daran, daß diese Dienstagvorträge von allen Bauern und Landwirten, und zwar möglichst durch Gemeinschaftsempfang mit anschließender Aussprache, abgehört werden.
Schweres llnglück an der Haltestelle Erdkauterweg.
Heute früh kurz nach 6 Uhr ereignete sich auf der Haltestelle Erdkauterweg der Strecke Gießen —Gelnhausen ein schwerer Unglücksfall, von dem ein Eisenbahnbeamter betroffen wurde. Als der Frühzug Hungen—Gießen, der fahrplanmäßig um 6.15 Uhr im Bahnhof Gießen eintrifft, um 6.12 Uhr die Haltestelle Erdkauterweg verließ, muß anscheinend beim Aufspringen auf den Zug — der Vorgang wurde von Augenzeugen nicht bemerkt und der Verunglückte selbst konnte sich darüber noch nicht äußern — der Zugführer Heinrich S p e n g e l aus Hungen, Bellersheimer Straße wohnhaft, auf dem fchnee- und eisglatten Trittbrett abgerutfcht und unter den fahrenden Zug gekommen fein. Der Zug kam ohne den Zugführer auf dem Gießener Bahnhof an, mittlerweile war aber der bedauernswerte Verunglückte von einem Arbeiter der Firma Bänninger in dem Bahngleis liegend bemerkt worden. Die schnell herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte den Verunglückten nach der Chirurgischen Klinik, wo er so- - fort operiert werden mußte. Leider ist dem Beamten das rechte Bein fast ganz abgefahren worden, so daß es amputiert werden mußte, außerdem hat 1 er am linken Bein noch einen Knochenbruch erlitten. -
Brand am Erdkauterweg.
Im Sinne der Arbeitsbeschaffung und zur Pflege der Kameradschaft veranstaltete der Postverein 1906, dessen Führer der erste Gießener Kreisleiter und alte Kämpfer Postfekretär Adam Lotz ist, am Sonntag im Cafs Leib ein Winterfest, das in allen Teilen einen wohlgelungenen Verlauf nahm. Vom Postdirektor bis zum letzten Posthilfsarbeiter waren alle Mitglieder des Vereins mit ihren Frauen und Kindern erschienen. Auch Gäste von der SA.-Füh- rung und der PO. waren zugegen.
Die eifrige Musikkapelle Einbrodt eröffnete die Veranstaltung mit einem Marsch und der Ouvertüre „König Mydas". Das Töchterchen des Mitgliedes Postschaffner R e u s ch, der sich um die Vorbereitung des Abends bemühte, Tilly R e u f ch , sagte einen eindrucksvollen Prolog auf.
Vereinsführer Adam Lotz sprach herzliche Be- grußungsworte. Er sagte, daß an Stelle der sonst üblichen Weihnachtsfeier diese schlichte Veranstal-1
Erstaunt blickte Helma ihr nach. Was war seit einiger Zeit in das sonst so freundliche Mädchen gefahren? Sie war stumm, wortkarg, unhöflich fast. Vollkommen verändert! War ihr der Schreck über die Ereignisse hier so auf die Seele gefallen? Alles war hier zum Schlimmen verändert, seit zwei gütige alte Augen sich für immer geschlossen.
Aber nun würde ja Horst bald wieder zurück sein, und sie würde eine Stütze an ihm haben .Aber so sehr sie sich auf fein Kommen freute, so sehr njunfd)te sie ihn doch noch fern, bis sich die rätsel- hafte Diebstahlsgeschichte aufgeklärt haben würde. Die Trauer um Den Vater — sollte sie für Horst gleid) so vergiftet werden durch Untersuchungen, Forschungen und Unruhe? Was würde sis darum geben, daß Doktor Hopman bald eine Spur fände Die auf ben richtigen Weg führte! Seufzend wandte sie sich ihrem Buche zu.
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hopman war inzwischen nicht untätig gewesen. Zunächst hatte er mit Hilfe seiner Freunde von der Kriminalpolizei die Juweliere sowie die Grenzbeamten von dem Verschwinden der kostbaren Steine benachrichtigt. Aber das war nur eine Vorsichtsmaß- regel für alle Fälle. Hopman hatte den ganz be- ftimmten Verdacht, daß sich die Steine vielleicht noch auf Schloß Gernrode befänden. Solche Steine ließen sich nicht so schnell im Handel unterbringen, und die dafür in Betracht kommenden Hehler wurden streng beobachtet.
Bei der Rückkehr vom Polizeipräsidium ging yjopman in das nächstgelegene Telegraphenamt, um sich als Professor Schröder wegen der Bibliotheksangelegenheit telegraphisch bei Helma von Bodenberg anzukündigen.
An dem Schreibtisch neben ihm stand ein ausländisch aussehender Herr, klein und untersetzt, mit dem brünetten Teint der Südländer. Er schrieb eilig einen Brief in französischer Sprache. Unwillkürlich blickte Hopman auf diese Zeilen — und was üi^as,, nerfe^te ihn in höchstes Erstaunen.
^d^gpltel.
Helma von Bodenberg stand am Fenster und blickte gespannt auf die Einfahrt des Schlosses Gernrode. Endlich rollte eist Auto heran, dem ein Herr entstieg. Helma rieb sich die Augen und schaute schärfer hin. Das war doch nccht möglich, das mußte doch ein Irrtum fein — diesen alten Herrn, den sie da aussteigen sah, hatte sie doch nie im Leben gesehen? Unmöglich, daß das der Doktor Hopman war, der elastische, straffe, junge Mann mit dem
Hopman durchsuchte das ganze Zimmer systematisch.
„Ein eigentümlich bitterer Geruch liegt hier im Zimmer!" Er hob die Nase.
„Das kommt wohl von Kränzen, die hier gelegen!" erwiderte Helnia und ging, das Fenster zu öffnen. Aber Hopman antwortete nicht. Er bückte sich plötzlich und nahm, von Helma ungesehen, einen winzigen Gegenstand von der Erde auf, den er in die Nähe seiner Nase führte, um ihn dann sofort sorgsam in seiner Brieftasche zu bergen. Dann ging er schnell an das Waschbecken, drehte den heißen Hahn auf und wusch sich die Hände.
„Entschuldigen Sie!" sagte er dabei, von Helma abgewandt. „Wenn man so ein Zimmer absucht, wird man schmutzig!" Und er ließ immer mehr Wasser über seine Finger laufen, so daß Helma lächelnd dachte: Er scheint von einer geradezu krankhaften Sauberkeit zu sein; seine Hände sehen ja schon krebsrot aus!
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und gewissenhaft erfüllt, barmt das große Werk gelingt. Mit dem Wunsche, einmal die Sorgen und Note des Alltags zu vergessen und fröhlich unter Fröhlichen Geselligkeit und Kameradschaft zu pflegen, schloß Postfekretär Adam Lotz seine Ausführungen mit einem Treuegelöbnis 3um deutschen Vaterland und seinem Führer, in das die Versammelten mit freudigem dreifachem „Sieg-Heil" einftimmten.
! Für den weiteren Verlauf des Abends übernahm Paul Nieren vom Stadttheater in feiner humorvollen, launigen Weife die Führung. In dem Bestreben, Frohsinn zu wecken, unterstützten ihn nächst Der Musikkapelle Einbrodt der Tenor des Braunschweiger Landestheaters, Kley, der hier gastiert, der mit geschulter Stimme einige Lieder fang, aber auch der Märchenonkel des Stadttheaters Karl V o l ck mit seinen „frankforterischen" Darbietungen von Stoltze, wobei der „Pfarrer Kännche" besonders gut gefiel, und Frl. Hilde Plank vom Stadttheater mit einem deutschen und einem ungarischen Tanz. Natürlich verstand es Paul Nieren, dazwischen auch mit eigenen Darbietungen aus seinem reichen Vorrat und auf seine humorvolle Art Die Zuhörer zu erheitern Eine große Freude, an Der auch die Erwachsenen teil hatten, war die Brezelverteilung an die Kleinen, die mit einem ergötzlichen Wettessen ausging. Eine Kindergruppe führte zwei von Mitglied Reusch einstudierte Kindertänze anmutig auf und fand starken Beifall, wie auch die großen Mitwirkenden. Zwischen Liedervorträgen des Gesangvereins „Frohsinn-Quartett" erntete die Tanzgruppe des Männerturnvereins mit zwei ansprechenden Darbietungen freudige Zustimmung. Zum Schluß brachte Paul Nieren nochmals rheinische Stimmung in die Festteilnehmer hinein.
So nahm bei Frohsinn und guter Stimmung das Winterfest, das Herr Adam Lotz trotz feiner vielen Arbeit recht gut arrangiert hatte, einen ausgezeichneten Verlauf, der den Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben wird.
** Zum Wintersport in den Vogels« berg. Der gestrige Sonntaa, für den gute Schneeverhältnisse auf dem Hoherooskopf gemeldet werden konnten, hat wieder viele Winterfportler in den hohen Pogelsberg gelockt. Ein Teil der Skisport- begeisterten benützte die Bahn, andere fuhren im Omnibus nach Breungeshain. Die Kraftfahrstelle der hiesigen Reichspost mußte vier Omnibusse stellen. Verhältnismäßig stark war der Eisenbahnverkehr von Frankfurt aus nach Hartmannshain.
** Hohe Wertschätzung deutscher Handwerksarbeit im Ausland. Im An-
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