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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Hr.9 Drittes Blatt
Gießen grüßt die deutsche Saar!
Ueberall frohe Gesichter bei dem kurzen Aufenthalt.
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Die Mechaniker - Innung für die Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach hielt im Saals des „Frankfurter Hofes" in Gießen eine Zusammenkunft ab, die mit der feierlichen Vereidigung der Junggesellen verbunden war. Nachdem einige flott gespielte Märsche und Musikstücke zu Gehör gebracht waren, begrüßte der
Obermeister Hans Agmana
in Gießen die Teilnehmer. Sein besonderer Gruß galt dem anwesenden Kreisamtswalter der 516.= Hago, Schimmel. Nach der Begrüßungsansprache des Obermeisters zogen die Lehrlinge und Gesellen unter Vorantragung der kunstvoll von der Schneidermeisterin Frau Bornemann in Gießen gefertigten Jnnungsfahne und unter Anführung des Lehrlings- und Gesellenwartes in den Saal ein. Sie gruppierten sich um den Obermeister, der nach altem Handwerkerbrauch den Junggesellen mit Handschlag und ermahnenden Worten den Ge-r sellenbrief überreichte, worauf Altgeselle E i s f e l - l e r mit treffenden Worten die Jünggesellen ermahnte, in ihrem ferneren Leben und vor allem in dem jetzt beginnenden Handwerkerstände, der große Anforderungen an einen tüchtigen Gesellen stelle, ehrlich und rechtschaffen zu bleiben. Ein sinniges Zwiegespräch aus der Handwerkerzunft, an die gute alte Zeit erinnernd, sowie ein schön vorgetragener Prolog fanden bei den Anwesenden starken Beifall.
Schriftführer Richard Bornemann
führte dann u. a. aus, daß sich jeder junge Kollege ein Beispiel an den zahlreich erschienenen Altmeistern der Innung nehmen solle, die mit Eifer und Freudigkeit bei der Sache seien. Die Veranstaltung diene dem Zwecke, die Berufsverbundenheit zu pflegen. Jeder Kollege müsse sich mit eisernem Willen im Interesse der Innung, des Hand
werkerstandes und nicht zuletzt im Interesse des deutschen Vaterlandes, einsetzen.
Schriftführer Borne mann überreichte hieraus mit herzlichen Dankesworten für die viele Arbeit, die der Obermeister Hans A ß m a n n tagtäglich zum Wohle der Innung zu leisten habe, diesem eine mit Widmung versehene Hitler-Plakette. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß er seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen. Im zweiten Teil der Veranstaltung betonte
Nreiöamtswatter P<i. Sch mme^ daß er sich freue, in einer Jnnungsversammlung sprechen zu können, bei der die Frauen der Kollegen anwesend seien, denn hier habe er Gelegenheit, diesen die Wichtigkeit der Versammlungen vor Augen zu führen und sie an ihre Pflichten als Handwerkersfrau zu erinnern, daß sie ihre Männer freudig zur Pflichtversammlung der Innung schickten. Ohne Opferbringen sei in dieser schweren wirtschaftlichen Zeit nichts Ersprießliches zu erreichen und er freue sich, 'in seiner Eigenschaft als Kreisamtswalter, feststellen zu können, daß Handel und Handwerk geschlossen hinter ihrem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler stünden. Er streifte kurz die Jahre vor der Machtergreifung und erinnerte daran, daß selbst von zwei Jahren kein Mensch den endgültigen Sieg des Nationalsozialismus über den von Osten kommenden Bolschewismus hätte voraussagen können. Der Verdienst, daß wir heute in einem friedlich aufbauenden Deutschland leben könnten, sei einzig und allein das Werk Hitlers und seiner Regierung. Er unterstrich in treffenden Worten die großen Verdienste des Volkskanzlers seit der Machtergreifung. Die Ausführungen des Kreisamtswalters Schimmel fanden lebhafte Zustimmung. Dis ersten Strophen des Horst-Wessel- und des Deutsch- land-Liedes wurden zum Abschluß gemeinsam gesungen. Der Reinertrag der Veranstaltung in Höhe von 60 Mark wurde der Winterhilfe überwiesen.
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Die Vereidigung der Junggesellen. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Aus Der Provinzialhauptstadt.
Nachdem in der Nacht zum Dienstag der Sonderzug mit den Saardeutschen aus Ueberfee den Bahnhof Gießen passiert hatte, kam in der verflossenen Nacht der erste Sonderzug mit Abstimmungsberechtigten aus dem Reiche im Gießener Bahnhof durch. Wer geglaubt hatte, der kurze Aufenthalt des Zuges von etwa zehn Minuten werde angesichts der sehr frühen Morgenstunde zwischen 3 und 4 Uhr unbemerkt von der Gießener Bevölkerung vorüberziehen, der konnte sich heute früh eindrucksvoll von dem Gegenteil dieser Annahme überzeugen. Den saardeutschen Brüdern und Schwestern, die mit diesem Sonderzug die Fahrt bis Neunkirchen unternahmen, wurde hier ein außerordentlich herzlicher und von ihnen mit großer Dankbarkeit entgegengenommener Empfang bereitet.
Die Kreisleitung der NSDAP, hatte die Begrüßung der Abstimmungsberechtigten in würdiger Weife vorbereitet.' Schon kurz nach 3 Uhr heute früh herrschte auf dem Bahnhofsplatz reger Personenverkehr, und in der Bahnhofshalle wurde die Menschenmenge immer ansehnlicher, die dem Rufe der Kreisleituna zur Begrüßung der saardeutschen Männer und Frauen gefolgt war. Mit Mitgliedern der Kreisleitung, an ihrer Spitze der stellvertretende Kreisleiter H o p f e n m ü [ I e r, den politischen Leitern der Ortsgruppen Süd und Mitte, geführt von den Ortsgruppenleitern Schwarz und Horst, waren von der SA. als Vertreter der Standarte Obersturmbannführer und Standartenadjutant M ü n k e r, der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte 116 unter Musikzugfuhrer Herrmann, zwei Ehrenstürme der aktiven SA. mit Fahnen unter dem Kommando des Sturmbannführers Walther, ferner Vertreter der SS., außerdem zahlreiche Volksgenossen im Zivilkleid erschienen. Kurz vor 3.45 Uhr nahm alles auf dem Bahnsteig 2 Aufstellung, und wenige Minuten spater, um '3.50 Uhr, fuhr der lange Sonderzug in die Bahnhofshalle ein.
Sobald der Zug in Sicht kam, begannen der Musikzug und der Spielmannszug mit dem Badenweiler Marsch, während die beiden Ehrensturme der SA. bei erhobenen Sturmfahnen stillstanden imb die Menschenmenge mit dem Deutschen Gruß die Insassen des einfahrenden Zuges begrüßte. Zunächst sah man nur verhältnismäßig wenige Reisende, die inmitten der Nacht einen derartig feierlichen Empfang nicht erwartet hatten und bei dem Geräusch des fahrenden Zuges auch das Spiel der Musik
zuerst nicht hörten, an den Fenstern. Dann aber, als der Zug langsam fuhr, konnte man in allen Wagen einen Sturm auf die Fenster nach dem Bahnsteig zu bemerken. Im Handumdrehen waren alle Fenster und die Türen der Wagen von dichtgedrängt beisammenstehenden Menschen^ belagert, jtaum war der Zug zum Stehen gebracht, da strömte eine große Menschenmenge allenthalben aus den Wagen heraus, um mit den Volksgenossen aus Gießen herzliche Grußworte auszutauschen und sich an dem schneidigen Spiel der SA.-Musik zu erfreuen. Inmitten des großen Menschengedränges auf dem Bahnsteig hörten wir vielfache Aeußerungen der Reisenden, die ihrer aufrichtigen Freude über den unerwarteten, herzlichen Empfang Ausdruck gaben. Männer und Frauen aus dem Zuge bezeichneten es als ergreifend und als wunderbar, mit welcher Liebe und rührenden Verbundenheit ihnen
auf dem Gießener Bahnhof die herzliche Gesinnung unserer Stadt bekundet wurde; wir hörten weiter, daß dieser kurze nächtliche Aufenthalt im Gießener Bahnhof ihnen ein unvergeßliches Erlebnis, eines der erhebendsten Ereignisse dieser Fahrt sein werde. Ebenso herzlich wie die Freude der Durchreisenden über den Empfang war die freudige Stimmung in den Reihen der Gießener Volksgenossen über die Begeisterung und Zuversicht, mit der die saardeutschen Brüder und Schwestern ihre Fahrt zur Stimmabgabe für Deutschland unternehmen. Inmitten des frohbewegten Hin- und Herströmens der! Gäste und der zum Empfang aufgestellten politischen Leiter und SA. erfreute der Musikzug der Standarte noch durch einen schneidig gespielten Militärmarsch, der mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde.
Mittlerweile war der Maschinenwechsel vor dem Sonderzug erfolgt. Die Fahrt mußte weitergehen. Als letzten Gruß aus Gießen bot der Mufikzug den Reifenden das flott gespielte Saaulied dar, das aus dem Zuge heraus und vom Bahnsteig her mit Begeisterung gesungen wurde, während die Volksgenossen einander mit dem Deutschen Gruß ihre innige Verbundenheit im Dienst an und für Deutschland bekundeten. Unter den.Klängen des Saarliedes setzte sich der Zug um 4.05 Uhr in Richtung Frankfurt in Fahrt; seine Insassen wurden zum letzten Male auf der Reise zum Ab- stimmungstag von den Gießener Volksgenossen mit dem Hitler-Gruß geehrt und begleitet mit heißen Wünschen und frohen Hoffnungen auf einen vollen deutschen Sieg im deutschen Saargebiet.
Der unter der Verantwortung von Kreispropagandaleiter Schmelz veranstaltete Empfang wird allen Teilnehmern lange in bester Erinnerung bleiben, wenn er sich auch nur auf die kurze Zeit von einer Viertelstunde beschränken mußte.
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In der kommenden Nacht zum Sams- t a g werden drei weitere Sonderzüge auf der Fahrt nach dem Saargebiet den Gießener Bahnhof passieren; der erste Zug kommt um 3.04 Uhr an und fährt 3.16 Uhr weiter; der zweite Zug trifft um 3.19 Uhr ein und geht um 3.22 Uhr ab; der dritte Zug kommt um 3.33 Uhr an und fährt um 3.35 Uhr weiter.
Der Gießener Sonderzug, mit dem die Abstimmungsberechtigten aus Stadt und Kreis Gießen nach dem Saargebiet reisen, wird am morgigen Samstag früh 8.47 Uhr den Gießener Bahnhof verlassen. Die Abstimmungsberechtigten und die zu ihrem Ehrengeleite vorgesehenen Stürme der SA. versammeln sich bis 7.30 Uhr auf d e m Marktplatz, um von hier aus unter Vorantritt des Mufikzuges der Standarte mit klingendem Spiel geschloffen zum Bahnhof zu marschieren. *
Die Straße von der Anatomie bis zum Bahn- hofsplatz ist von der Stadt mit den Fahnen des Dritten Reiches geschmückt. Das Bahnhofsgebäude trägt an der Stirnseite über dem Haupteingang ein Spruchband mit den Worten: „T reu deutsch bie Saar immer bar", ber Haupteingang ist mit ben Farben schwarzweißrot unb kleinen Hakenkreuzfahnen geschmückt. Die Bahnhofshalle unb bte Bahnsteige finb ebenfalls mit ben Fahnen des Dritten Reiches in schöner Weise ausgestattet.
Der vereiste Weiher und seine Gefahren
Mit des Winters Schönheiten ziehen auch Gefahren herauf. Alljährlich fordert der zugefrorene Bach, ober ber vereiste Weiher feine Opfer. Es muß baher immer roieber auf bie Gefahren aufmerksam gemacht werben, bie zu frühzeitiges Betreten bes Eises, besvnbers ohne Begleitung mit sich bringt. Man weise namentlich bie Kinber einbringlid) auf diese Gefahr hin! Wer im Eise eingebrochen ist, der schwebt in Lebensgefahr, denn das kalte Wasser erschwert seine Bewegungen. Ist jemand eingebrochen, so gilt als erster Ratschlag, die Arme weit auszubreiten, damit sie ihm einen $)att gewähren. um nicht ganz unter die Eisdecke zu geraten. Hilfe bringt man dem im Eise Eingebrochenen durch Zureichen von flachen Brettern und langen Stangen oder Leitern u. dgl., auch durch ein Seil oder eine Seine, die aber mit einer Schlinge versehen sein muß. Ist die persönliche Hilfe notwendig, bann versuche man, auf bem Bauche in die Nähe der Einbruchstelle zu kriechen. Besondere Vorsicht ist für den Retter vonnöten bei brüchigem Eis; man verwendet in solchen Fällen am besten ein Brett als Unterlage. Die schwierigste Art der Rettung ist die durch Tauchen unter die Eisdecke. Diese Hilfe darf man aber nur wagen, wenn man angefeilt ist. Ist die Rettung eines Verunglückten gelungen, so bringe man diesen in keinen warmen Raum, sondern zunächst in ein kaltes Zimmer und hole sofort den Arzt!
Denkt bei der Entrümpelung an das Heimatmuieum.
Ein Anlaß, manches Altertum zu retten, es in einem Heimatmuseum vor dem Untergang zu bewahren und Nachfahren zu erhalten, ist die überall in Gang gesetzte Entrümpelung der Dachböden. Spaziergänge auf Dachböden können bekanntlich zu Entdeckungsreisen werden. Was sich da unter Ruß und Schmutz, zwischen wirklichem „Gerümpel" nicht alles finden läßt! Da gibt es alte Figuren, vielleicht mit verblichener Oberfläche und gebrochenen Gliedern, Bilder, die unter einer Staubschicht kaum erkennbar sind, Möbel, von der Renaissance über das Barock und Rokoko bis zum Biedermeier; besonders Stühle, wenn auch ohne Bezüge und mit wackeligen Beinen; Kasten, Kommoden, Truhen, schmiedeeiserne Firmenschilder und andere Eisenarbeiten, Waffen, alte Uhren und andere Instrumente; Zeugen ehemaliger Heimarbeit und kunstgewerblicher Produktion, Webstühle, Spinnrädchen, Modelle für Wachs und Zinn. In den Kisten ruhen Stoffreste und Handarbeiten, Trachten und Trachtenstücke oder Urkunden und Bücher, die wegen ihres Inhalts oder ihres Alters der Bibliothek des Heimatmuseums einverleibt werden können. Ferner finden sich Spielzeuge, Krippen und Krippenbestandteile aus alter Zeit. Und viele andere Kleinigkeiten gibt es, die in Speichern oder selbst in Wohnungen
einzelner bedeutungslos sind, in Museen gesammelt aber dazu beitragen können, ein Gesamtbild der Lebensform unserer Vorfahren darzustellen. Entstehen Zweifel, ob ein Gegenstand für ein Museum von Bedeutung ist, so überlege man sich den Unterschied zwischen Massenware bzw. Kitsch auf der einen und Handarbeit oder Handarbeit nahestehender Technik auf der anderen Seite. Nur letzteres, dies aber in den meisten Fällen, ist wert, der Zukunft überliefert zu werden. Für ein Museum kann das Beste nicht zu gut fein Aber vielfach verbirgt sich auch unter unscheinbarer Hülle etwas für den Gestalter eines Museums Brauchbares und Wertvolles.
Deutsche Arbeitsfront, verufshauptgruppen.
Anfang Februar wird ein Eisenbetonkursus streng in Verbindung mit der Praxis durch erfahrene Praktiker abgehalten werden. Der Kursus findet an ein oder zwei Wochentagen in den Abendstunden statt. Unverbindliche Teilnehmermeldungen sind bis zum 15. dieses Monats in der Geschäftsstelle der Berufshauptgruppen, Gießen, Lonystraße 18, zu tätigen.
Verwaltung der erledigten pro?steien.
ELP. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen hat die Verwaltung der Propsteien Oberhessen und Nassau dem Propst Trommershausen zu Frankfurt a. M. und die der Propstei Starkenburg dem Propst Colin zu Mainz bis auf weiteres kommissarisch übertragen.
Eine Stelle für landeskirchüche Aufklärungsarbeit.
ELP. Durch Verordnung vom 4. Dezember 1934 hat der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen für die Dauer der kirchen- politischen Auseinandersetzungen eine Stelle für landeskirchliche Aufklärungsarbeit mit dem Sitz in Darmstadt errichtet. Die Stelle ist in das schon vestehende Volksmissionarische Amt eingegliedert. Zum Leiter der Stelle für landeskirchliche Aufklärungsarbeit hat der Landesbischof den Dekan Mulot zu Wiesbaden ernannt.
Aenderung
der Konfirniatronstermine
ELP. Um den Anträgen auf Aenderung des Kon- firmationstermines Rechnung zu tragey, hat der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau- Hessen allgemein bestimmt, daß die Konfirmation m Zukunft — erstmalig in diesem Jahre — am Sonntag Palmarum stattfindet. In Gemeinden mit doppelten Konfirmationsfeiern findet diejenige in den Filialgemeinden am zweiten Öfter- feiertags oder am Sonntag nach Oster n statt. Wo indessen die örtlichen Verhältnisse es» erwünscht
Der Musikzug der Standarte bereichert durch gute Musik das kurze Beisammensein.
1 (Aufnahmen: Photo-Pfaff.)
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