Drahtlose Telegraphie um den Pol Die „weißen Soldaten" Kanadas.
Der größte Schrecken, den die Arktis für alle bedeutete, die in ihr leben müssen, die endlose Einsamkeit, wird immer mehr ein Begriff der Vergangenheit. Die Einsamkeit war das Gespenst für den umherziehenden Kaufmann und den Minenbauer, den Missionar und den Beamten der Regierung. Welche Opfer verlangt der Aufenthalt in den nördlichen Regionen Kanadas mit ihrem endlosen Schnee, mit ihrer schneidenden Kälte und den unzähligen Gefahren, die dem Menschen dort drohen und gegen die er sich nur unzulänglich schützen kann. Was bedeutet für ein solches Land die d r a h t l o s e Telegraphie!
Ein Bauer auf einem weitab von allem Verkehr gelegenen Gehöft in der Lüneburger Heide oder in d-- ungarischen Ebene kann das vielleicht noch am buten beurteilen. Es gibt in Kanada seit einigen Jahren eine ausgezeichnet arbeitende Funkstation, d>e von einer besonderen Gruppe des kanadischen Militärs besetzt ist, dem sog. „Royal Canadian Corps of Signals“. Es war vor ungefähr zehn Jahren, als die wirtschaftlichen Verhältnisse dringend nach einer schnelleren und sichereren Verbindung verlangten als es die Hundeschlitten, die Dampfer und Kanus und selbst das Flugzeug waren. Die Regierung erkannte dieses Bedürfnis als berechtigt an und entsandte die ausgezeichnete Signalgruppe in den hohen Norden. Der Dienst ist hart und gefahrvoll. Die neue Station wurde zuerst als Versuchseinrichtung angesehen, sie bewährte sich aber in kurzer Zeit so, daß sie ständig beibehalten werden soll und inzwischen auch ausgebaut worden ist. Heute gibt sie 35 000 Meldungen im Jahr durch; es werden über zwanzig Stationen, die mit zwei bis acht Mann besetzt sind, auf einer großen Strecke unterhalten, die sich über dreitausend Kilometer nach Nordwesten zieht und von Winnipeg bis zur Herschel-Insel reicht.
Die dramatischen Szenen, die den Männern dieser weit vorgeschobenen Posten dauernd begegnen, und die unaufhörliche Auseinandersetzung mit Gefahren und Mühen wechseln mit einer äußerst interessanten Arbeit. Was tut ein Funker, der im Volksmund „Soldat des Schnees" heißt, im nördlichen Kanada den Tag über? Um 7.30 Uhr morgens betätigt er sich als Wetterprophet für Kanada und die Vereinigten Staaten. Nahezu das gesamte Flugwesen orientiert sich an seinen wichtigen Berichten.
Bald nach dieser Meldung trifft auch schon eines der Flugzeuge bei ihm ein; sie erschließen die einzigen Verkehrswege in dieser Wüste von Eis und Schnee. Mit der neuesten Wettermeldung für die Strecke ausgerüstet, die es zurückzulegen hat, brummt es in der Richtung auf das Fort Simpson davon.
Auf diesen Fluglinien werden in Kanada auch fast alle wichtigeren Transporte ausgeführt und natürlich auch die Besatzung der Stationen mit Lebensrnitteln und allem, was sie braucht, versorgt. Dann kommen wieder den ganzen Tag über Meldungen. Der Funker lächelt, als er die Meldung für Bob Green, einen einsam in Kanada arbeitenden Mann abnimmt: „Ein Sohn geboren, Mutter und Kind wohlauf." Dann kommen ernstere Meldungen über Krankheitsfälle und dringende Hilferufe nach einem Arzt, über ein Schneeunglück oder einen Mord.
Früher wäre ein Mensch in der weißen Region rettungslos verloren gewesen, hätte er eine dringende Operation gebraucht. Heute wird die Meldung sofort gefunkt, in wenigen Stunden ist ein Flugzeug mit einem guten Arzt und allem Nötigen zur Stelle, und dem Kranken kann in den meisten Fällen noch rechtzeitig geholfen werden. Die große Unsicherheit, die den dort Lebenden rings umgibt, ist damit um vieles geringer geworden.
Den Gefahren des hohen Nordens sehen die „weißen Soldaten" unverzagt ins Gesicht und nehmen ihnen ihre größten Schrecken. Die Fluglinien sind durch die drahtlosen Stationen weitgehend gesichert. Am Nachmittag trifft z. B. die Meldung ein, daß der am Morgen nach dem Fort Simpson gestartete Pilot nicht an der Bestimmungsstation angekommen ist. Sofort werden alle Zwischenstationen benachrichtigt, und man kann mit Sicherheit feststellen, wo und wann der Flug abgebrochen wurde. Die Such- und Rettungsaktion kann somit von vornherein auf eine kleinere Strecke beschränkt werden, und die Hilfe wird außerordentlich stark beschleunigt. Aufregende Nachrichten wie diese sind im Betrieb einer solchen Station keine Seltenheit. Ein Bericht eines Mannes von dem Royal Corps of Signals soll jeden Detektivroman an Spannung und Außergewöhnlichem weit in den Schatten stellen.
Wirtschaft.
Verwendung von Feldhülsenfrüchten zu Gaatzwecken.
Durch eine in der „Landware" vom 9. Januar 1935 veröffentlichte Anordnung werden Richtlinien für die Verwendung von Feldhülsenfrüchten zu Saatzwecken bindend gegeben. Als Feldhülsenfrüchte gelten Erbsen mit Ausnahme der Schal-, Mark- und Zuckererbsensorten für gemüsebaullche Zwecke, Wicken aller Art, Peluschken und Ackerbohnen, soweit sie zur Gattung vici kaba.Hehören. Zur Aussaat im Frühjahr 1935 dürfen für Saatzwecke nur gehandelt oder in den Verkehr gebracht werden Hochzuchten, anerkannte erste Absaat und Handelssaatgut von näher bezeichneten Eigenschaften. Handelssaatgut von Feldhülsensrüchten darf nur innerhalb des deutschen Zollgebietes Verwendung finden. Für jeden Verkauf ist ein Schlußschein auszustellen. Die Anordnung tritt am 7. Januar 1935 in Kraft und gilt für alle7 Saalware, die an diesem Tage dem letzten Verbraucher noch nicht ausgeliefert ist.
Die Steigerung der Thomasmehlerzeugung in 1934.
Der Verein der Thomasmehlerzeuger gibt die genauen Zahlen der Thomasmehlerzeugung in 1934 bekannt, die beträchtlich über den in letzter Zeit veröffentlichten privaten Schätzungen liegen. Die Thomasfchlackenerzeugung der deutschen Werke erhöhte sich in 1934 auf 1,4 Mill. Tonnen gegen etwa 800 000 Tonnen in 1933. Die Einfuhr zollausländischen Thomasmehls hat einschließl. der Zufuhren aus dem Saargebiet 1934 rund 950 000 Tonnen erreicht, gegenüber 1 012 000 Tonnen im Vorjahre. Mit Beginn des Jahres treten die Saarwerke mit einer Jahreserzeugung von rund 300 000 Tonnen zum Zollinland, wodurch die Leistungsfähigkeit Deutschlands« nach dem Stande von heute gerechnet, eine Jahresmenge von 1,8 Mill. Tonnen Thomasmehl erreicht. Unter Berücksichtigung der zu Beginn des Jahres vorhandenen Lagervorräte auf den deutschen Werken werden diese somit in der Lage sein, den größten Teil des deutschen Bedarfes an Thomasmehl aus eigener Erzeugung zu decken.
* Eine weitere Reichserdöl bohrung fündig geworden. Die Reichsbohrung 53 (Jtag-Baben 1) zwischen Forst und Upstadt bei Bruchsal i. Baden ist in 870 Meter Tiefe mit einer Tagesproduktion von etwa 15 Tonnen fündig geworden. Die Qualität des Oels ist allem Anschein nach sehr gut. Die Bohrung hatte bereits früher, nämlich bei 300 Meter und 710 Meter, kleinere Oelmengen von 500 und 800 Kilogramm täglich erschlossen, wurde aber, da die geologischen Verhältnisse eine Vertiefung ratsam erscheinen ließen, weiter fortgesetzt. Ueber die Ausdehnung des Oel- vorkommens kann naturgemäß noch nichts endgültiges gesagt werden.
* Gemeinschaft der Freunde W ü st en- rot. — Neue Millionen Zuteilung. Die Bausparkasse „Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot" in Ludwigsburg hat 1934 mit ihrer 50. Jubiläumsbaugeldzuteilung abgeschlossen. Sie konnte 296 Bausparern für die Schaffung von Eigenheimen 3,5 Millionen Mark bereitstellen. Ein Zeichen für die Hebung der wirtschaftlichen Gesamtlage ist auch die Steigerung des Geldeinganges, die weiter anhielt und im Dezember 1934 gegenüber dem vorjährigen Monatsdurchschnitt rund 40 v. H. betrug. Insgesamt hat die GdF. einschl. der von ihr verwalteten Bausparkasse „Rat und Tat" und der Bayrischen Bausparkasse über 225 Mill. Mk. an 15 546 deutsche Bausparer zugeteilt. Die österreichische Tochtergesellschaft, die GdF.-Salzburg, konnte ihrerseits an 3985 Bausparer bis heute rund 69 Millionen Spargelder bereitstellen. Von Monat zu Monat steigerte sich bei der GdF. in Ludwigsburg der Sparerneuzugang, so daß in 1934 allein in Deutschland insgesamt 5700 Bausparverträge und Vermögensbücher mit rund 48,3 Millionen Mark abgeschlossen wurden.
Rhem-Maimsche MiiiaaSbörse.
Renken fest, Aktien schwächer.
Frankfurt a. M., 10. Jan. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend entwickelte sich bei Eröffnung am Renten markt wieder lebhaftes Geschäft. Die lebhafte Nachfrage nach der ersten 4,5- prozentigen Pfandbriefausgabe und die Tatsache
des leichten Geldmarktes regte an. Größeres Geschäft hatten vor allem Altbefitzanleihe mit 108,25 bis 108,50 (107,50). Auch Zinsvergütungsscheine mit plus 0,20 v. H. und späte Reichsschuldbuchforderungen mit plus 0,25 v. H. auf 99 v. H. wurden lebhafter umgesetzt. Kommunal - Umschuldung lagen ruhiger, aber voll behauptet. Stahlverein - Bonds und -Reichsmark-Anleihen zogen bis 0,25 v. H. an, dagegen gingen die in den letzten Tagen lebhaften Reichsbahn-DA. um 0,13 v. H. auf 117 v. H. zurück.
Anden Aktienmärkten bestand auch heute nur wenig Unternehmungslust, obwohl aus der Wirtschaft eine ganze Reihe günstiger Nachrichten Vorlagen. Es erfolgten weitere Glattstellungen, die bei dem nur kleinen Geschäft und der geringen Aufnahmeneigung überwiegend Kursrückgänge von 0,50 bis 1 v. H. herbeiführten. Am Chemiemarkt eröffneten Farbenindustrie mit 139,25 (140) und gingen dann auf 138,25 zurück, ferner lagen Deutsche Erdöl 1,13 v. H. und Metallgesellschaft 0,50 v. H. leichter. Montanaktien blieben von der starken Rohstahlerzeugung des Stahlvereins unberührt. Gelsenkirchen und Phönix verloren je 0,65 v. H. Klöcknerwerke und Rheinische Braunkohlen je 1 v. H. und Rheinstahl 1,50 v. H. Harpener und Mannesmann lagen unverändert. Elektrowerte konnten sich ziemlich behaupten, nur Gessürel büßten 1 v. H. und Siemens etwa 3 v. H. ein. Etwas höher notierten Schuckert, Felten und Lechwerke. Von Auslandswerten waren Chade gesucht und etwa 6 RM. höher, auch Kunstseide AKU. zogen 1 v. H. an. Im einzelnen eröffneten: Reichsbank 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,75 v. H., Daimler 0,40 v. H. Zellstoff Waldhof und Moenus-Maschinen je 0,75 v. H. schwächer, andererseits blieben Westdeutsche Kaufhof, Hanfwerke Füssen und Gebr. Junghans gut behauptet.
Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt bei eher weiter nachgebenden Kursen klein, Farbenindustrie waren allerdings auf 139 erholt. Etwas höher lagen außerdem noch Kunstseide AKU., Hanfwerke Füssen und Accumulatoren mit 154,50 (150,50). Andererseits gingen Gessürel, Moenus- Maschinen und Lahmeyer nochmals von 0,50 bis 1 v. H. zurück. Am Kassamarkt waren Seilindustrie Wolff und Sinalco stark gesucht; die Taren stellten sich auf 44 bis 45 (41,25) bezw. 65 (1. K.' 50).
Am Rentenmarkt flaute das Geschäft später ab und auch die Kurse der variablen Werte konnten sich nicht ganz behaupten. Pfandbriefe notierten bei im ganzen kleinen Veränderungen uneinheitlich. Stabtanleihen blieben ziemlich unverändert, teilweise lagen" sie bis 0,50 v. H. fester. Von Reichsanleihen zogen 4prozentige von 1933 erneut um 0,13 v. H. auf 95,25 v. H. an. Am Auslandsrentenmarkt lagen Mexikaner schwach, 5 v. H. äußere 10,75 (12^25), 4 v. H. Gold 7,25 (8,25). Schweizer Bundesanleihen setzten ihre Befestigung um 2 bis 3 v. H. fort. Fest lagen außerdem Oefterreichifche Schatzrente.
Tagesgeld unverändert 3 v. H.
Abendbörse still, aber fest.
An der Abendbörse erhielt sich die feste Tendenz, insbesondere für den Rentenmarkt, doch nahm das Geschäft auf allen Marktgebieten kein größeres Ausmaß an. Lediglich Altbesitzanleihe verzeichneten etwas größeren Umsatz und zogen bis auf 109,25 (108,75) v. H. an, im übrigen lagen die variablen Festverzinslichen im Vergleich zum Mittagsverkehr gut behauptet. Für Pfandbriefe und Stadtanleihen ergaben sich teilweise Erhöhungen bis zu 0,50 v. H.
Am Aktienmarkt blieben die Berliner Schlußkurse zumeist unverändert, unter Schwankungen etwas fester lagen IG. Farben. Fest lagen außerdem Südd. Zucker mit 170 (167,50), etwas Interesse zeigte sich auch für Schiffahrtspapiere, ferner zogen Hanfwerke Füssen auf 64,75 (64) v. H. an. Auslandswerte lagen weiter sehr fest. 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 167 (163), 3,50 v. H. do. 157 (153), 3 v. H. Kanton Bern 156 (151), ferner Chade Lit. D 189 (186), IG. Chemie-Basel volle und leere stiegen um je 1 v. H. auf 145 bzw. 124 d. H. Von fremden Renten lagen Ungarn und Mexikaner bis 0,50 v. H. fester.
U. a. notierten: Altbesitz 109,13 bis 109,25, 6 v. H. Stahlverein 94,40, 6 v. H. Mainz von 26 und 28 93, 6 v. H. Frankf. Hyp.-Bank ®ofb R 1 bis 4 96,50, 6 v. H. Rhein. Hyp.-Bank R 5 bis 9 97, 4,50 v. H. Ungarn von 1913 8, von 1914 8, 4 v. H. do. Gold 8,25, 5 v. H. Silbermexikaner 5,25, 5 v. H. äußere Gold 11,40, 4,50 v. H. Irrigation 7,75, Gelsenkirchen 64,50, Harpener 99,25, Rheinstahl 90,50, AKU. 51,13, AEG. 28,25, Bekula 137,75, Chade A bis C 194, D 189, Scheideanstalt 198, IG. Farben 139,40 bis 139,13 bis 139,50, Holzmann 79, Moenus 81, Schuckert 97, Siemens 142, Aschaffenb. Zellstoff 70,25, Südd. Zucker 170, Hapag 26,25.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 10. Januar. Auftrieb: Rinder (zum Schlachthof direkt zugeführt): 65, darunter 3 Ochsen, 3 Bullen, 45 Kühe und 14 Färsen; Kälber 1254; Schafe 334, Schweine 350. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber, Sonderklasse —, andere a) 43 bis 50 (am 2. Januar 48 bis 52), b) 35 bis 42 (39 bis 47),
c) 29 bis 34 (33 bis 38), d) 18 bis 22 (23 bis 32). Lämmer und Hömmel b2) Weidemasthammel 37 bis 38 (36 bis 37), c) mittlere Mastlämmer 33 bis 36 (32 bis 35), d) geringere Lämmer und Hammel 27 bis 32 (—); Schafe e) beste 31 bis 35 (—), f) mittlere 24 bis 30 (—), g) geringe 15 bis 23 (—). Schweine al) 51 bis 53. (50 bis 53), a2) 51 bis 53 (50 bis 53), b) 49 bis 53 (49 bis 53), c) 48 bis 52 (47 bis 53), 46 bis 50 (45 bis 52), c), t) und g) nicht notiert. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht-, Markt- und Verkaufskosten, Umsatzsteuer, sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Marktverlauf: Kälber ruhig, ausverkauft. Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, ausverkauft.
Großhandelspreise für Fleisch und f ü r Fettwaren. Beschickung des Fleischgroß- marktes: 1167 Viertel Rindfleisch, 254 ganze Kälber, 29 ganze Hämmel, 576 Schweinehälften. Preise pro 50 Kilo in Mark: Ochsenfleisch b) 60 bis 64 (60 bis 64), c) 54 bis 58 (52 bis 58); Bul- lensleisch b) 56 bis 58 (56 bis 60); Kuhfleisch b) 42 bis 48 (40 bis 46), c) 28 bis 38 (26 bis 36); Far- senfleisch b) 60 bis 64 (58 bis 64), c) 54 bis 58 (52 bis 58). Kalbfleisch b) 62 bis 70 (62 bis 70), c) 56 bis 62 (56 bis 62). Hammelfleisch b) 70 bis 75 (70 bis 75). Schweinefleisch b) 65 bis 70 (72 bis 76). Fettwaren: Roher Speck unter 7 cm 65 bis 70 (70 bis 75), Flomen 70 bis 75 (85 bis 90). Marktverlauf: ruh'g.
Schweinemarkt in Butzbach.
pb. Butzbach, 10. Jan. Der heutige Schweinemarkt war mit 270 Ferkeln befahren. Es wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen bis zu 15 Mk., von 6 bis 8 Wochen 15 bis 21 Mark. Der Handel war rege, es blieb Ueberftanb.
Preußen.
Eine vorjährige Ehrenbürgerin von Biedenkopf.
LPD. Biedenkopf, 10. Jan. Bürgermeister Kreisleiter Thiele hat die älteste Mitbürgerin der Stadt Biedenkopf, Frau Sophie P l i 11, die dieser Tage ihren 10 2. Geburtstag feierte, zur Ehrenbürgerin der Stadt Biedenkopf ernannt. Die Ehrung erfolgte in Anerkennung ihrer im höchsten Alter noch bekundeten Anteilnahme an der Entwicklung des heutigen Staates und der ihm gegenüber erwiesenen treuen Pflichterfüllung. Frau Plitt ist die erste E h r e n b ü r g e r i n der Stadt.
Von herabstürzenden Gestein erschlagen
Herborn, 10.Jan. (LPD.) Auf der Eisen- fteingrube Auguststollen erlitt der 33jäh- rige Bergmann Otto Tiehlmann aus Uebernthal durch h e r ab st ürzend es G e st e i n neben anderen Verletzungen einen Bruch der Wirbelsäule. Er st a r b kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder.
Zwei tote Bürgermeister in einer kleinen Taunusgemeinde.
LPD. Ufingen, 10. Jan. Am Dienstag verunglückte der Ge meinde schul ze des kleinen Kreisortes Winden mit seinem Motorrad 'n s r Nähe von Albshausen bei Wetzlar tödlich. Am gleichen Tage und zur gleichen Stund Der st a 1 b der Altbürgermeister Muth von Winden, h r lange Jahre die Geschicke Windens geleitet imb wegen seines Alters bie Gemeinbeführung in ü"w- gere Hänbe übergeben hatte. Somit hat das kleinsie Gemeinwesen des Kreises Ufingen zwei Bürger- m e i ft e r am gleichen Tage und zur gleichen Stunde verloren,
Bor einem großen Kommunistenprozeß in Frankfurt.
LPD. Frankfurt a. M., 10. Jan. Am kommenden Dienstag verhandelt der zweite Kasseler Strafsenat in Frankfurt a. M. gegen 21 jugendliche Kommunisten, die im Laufe des Jahres 1934 versucht haben, den illegalen k o m m u n i st i- schen Jugendverband in Frankfurt a. M. wieder aufzuziehen. Bei den Angeklagten handelt es sich um eine geschlossene Gruppe, die früher der SAP. angehörte und dann in kommunistisches Fahrwasser geriet. Als harmlose Wandergruppe getarnt, unternahmen die Angeklagten Ausflüge, bei denen kommunistische Vorträge gehalten wurden. Die Verhandlung wird voraussichtlick) fünf Tage in Anspruch nehmen.
Spremininden frer Redaktion.
11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter öen Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzi beschlossenen DiviDende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H. Lombardzinsfuß 5 v. H.
Irrau. ur u. j. i.
«Der
Echluß- kurs
Schlug. Abend- börl'
Schluß« iure
Schlugt. Mittag- börfc
Datum
9.1.
10-1
9-1.
10-1.
6% DeutjCje dieidisanleilje v. 1927
93
98-13
98,25
98.4
6% etjem.7% Ti. Reichsanl. v. 1929
——
—
—
—
6V2% Doung-Anleihe cun 1930 ..
99,25
99.25
99.25
99-25
Deutsche ’.Unl.-'jlblöi.-Sdiulb mit Auslos.-Rechten ........
107,5
109-25
107,65
_
Desgl. ohne Auslos.-Rechte......
—
—
6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ..........
6% Hejs. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.........
98,4
98.4
98,4
98-4
96
96
6y2% Heil. Landes-Hypotheken, bank Darmstadt Liaui ... .
95,5
95-5
Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten . .
Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
107,75
108-25
108
107-75
6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
96
96.25
96,5
96-25
6% ehem. 7% Irankf. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936
96
96-25
6V2% ehem. 4>/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbrtese......
96
96-4
b'/r% ehem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltyu.-Goldpfe.
96,65
96.75
97
97
6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19
97,5
97-5
97,5
97,5
6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. IO
97,5
97-5
97,5
97,5
Steuerguksch. Verrechnungskurs
104,5
104.5
104,5
104-5
4% Oesterretchtjche Goldrenie.
_
28
_
_
4,20% Oesterreichische Cilberrente
1,1
1-1
—
1-2
4% Ungarische Goldrente .
7,65
7-75
7.5
8
4% Ungarische Staatsrenle v. 1910
7 4
7-5
7,35
7-9
4'/?% desgl. von 1913 .......
7,25
7-65
7,1
7-75
5% abgest. Goldmenkoner von 99
12,25
11.13
11,75
11-13
4% Türkische Zottanleihe von 1911
1 —
4% Türkische Bagoadbahn-Anleihe
Serie 1.....................
7,9
3
8
8-1
.an. ui . .
Berlin
Schluß- kurs
Schluß!. Abendbörse
Schlußkurs
Scvlußk. Mittag« börke
Datum
9-1.
10-1.
9-1-
10-1-
4% desgl. Serie 11 ......
7,9
8
—
—
5% Ruinäu. vereint). Rente v. 1903
4,-1
4-4
—
4-6
4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913
6,4
—
6,3
—
4% Rumänische vercinh. Rente
3,95
3.9
—
3-9
2y<% Anatolier ............
33,4
34.25
33
34-4
Hamburg-Amerika-Pakei .....
0
25,5
26-25
25,9
26-13
Hamburg-Südam. Dampfschiff .
O
—
—
23,25
24
Hansa-Dampfschifs...........
0
—
——
—
—
Norddeutscher Lloyd .........
0
-
29.75
29,5
29-75
A.G. für Verkehrswesen Slftt ..
0
81,5
80,75
81
80-75
Berliner Handelsgesellschaft ...
4
95,75
95-75
96,25
96
Commerz, und Prival-Bank ...
0
73,25
72,5
73
72-75
Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................
0
77
26-25
77
76-25
Dresdner Bank..............
0
78
77-5
78
77-5
Reichsbank ................
12
151,5
—
151,25
152-5
Ä.E.G......................
0
28,65
28,25
28,75
28-25
Bekula.....................
0
137,75
137-75
138,25
138
(Siehr. Lieferungsgesellschaft...
6
103,5
102-75
103,5
102-25
Licht und Kraft .......
6
115,75
115
115 75
114-75
»Zelten & Guilleaume.........
O
79
79-25
79,75
78,75
Geselljch.f.Elcktr. Unternehmung. 5
111,25
110-25
111,5
110,5
Rheinische Elektrizität ........
5
—
—
107
107-75
Schuckert & (So...............
Q
96,25
97
96,5
97-4
Siemens L Halske............
7
143
142
143,25
141-5
Lahmeyer & Co.............
10
118,5
117
118,5
118
Buderus ...................
o
88,5
87.5
88
87-65
Deutsche Erdöl ..............
4
103.65
102-5
103,5
103-65
Gelsenkirchener..............
0
65,25
64,5
65,13
64-5
Harpener ..................
O
99
99-25
99,25
99-25
Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .
0
83
82-75
Ilse Bergbau ...............
6
—
—
—
—
Ilse Bergbau Genüsse........
6
119,5
119-75
120
120
Klöcknerwerke
7 8
Mannesmann-Nöhrea........
O
—
76-25
77
76-13
5ranHuri a. M.
Serlin
Schluß« turs
vchlugi. Abend- börr
Schluß- turs
«chlugk. Miltag- bör'e
Datum
9-1-
19-1-
9-1-
10-1.
Mansjelder Bergbau.........
O
86,25
86-25
86,25
86-25
Kokswerke .................
0
—
——
98,9
98,5
Phönix Bergbau.............
0
51,5
51-13
51,65
51-4
Rheinische Braunkohlen .....
10
212
211
212
211-5
Rheinstahl ..................
0
91,75
90-5
91,5
90-4
Bereinigte Stahlwerke........
0
43
42-75
43,13
42-9
Olavi Minen ...............
0
12
12-13
11,75
11-9
Kaliwerke Aschersleben........
6
110,5
110-5
110,5
111,5
Kaliwerke Westeregeln........
5
110
110
110
111
Kaliwerke Salzdetfurth.....7’/;
150-5
150-5
150,5
150.75
I. ®. Farben-Jndustrte.......
c
140
139,5
139,75
139.13
Scheldeanstall...............
9
197,5
198
—
—
Goldschmidt ................
0
90
89
90
88-9
Rütgerswerke ............;..
O
97,75
98
98,75
97-9
MetaUgeiellschaft.............
0
87,5
86-75
87,25
86-75
Philipp Holzmann...........
0
80
79
80
79-5
Zementwerk Heidelberg ......
Zementwerk Karlstadt.........
0
110
110-5
-
0
121,5
-
—
Schultheis Pahenhoser .......
0
—
—
102.9
103-4
Aku ('Allgemeine Kunstseide) ..
0
49,5
51-13
49-5
51
Bemberg...................
0
—
—
114-75
115-25
Zellstoff Waldhos ............
0
49,5
49-25
49-25
48-75
Zellstoff Aschaffenburg .......
0
70,25
70-25
69-5
70
Dessauer Gas ...............
—
——
126
125-75
Daimler Motoren............
0
48,9
48-5
48-25
48
Deutsche Linoleum...........
0
65,75
66
65-75
66
Lrenstein & Koppel..........
0
—
—
90
89-25
Leonhard Tietz ..............
0
33,5
33-25
33-5
33-65
Ebade ......................
10
132
194
181
194
Accnmulatoren-Fabrik........
0
150-5
154-5
152
154.75
Conti-Gummi...............
0
145-25
—
145-5
144
Grttzner....................
0
1 27-75
28-13
Mainkraftwerke Höchst a.M....
4
88
Süddeutscher Zucker.........
8
i 170
167-5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL
g.Januar
10.Januar
Amtliche Notierung
G.ld | Brief .
y mtliche Notierung
Geld | Brief
Buenos Aire^ Brüssel .... Rio de Jan.
0.628 58.22 0-194 3-047 54-41 81-27
12-185
5-38 16-42
168-23 21-30 0.709 5-649 61-25 48,95 11-06 62-84 30-72 34-04 10-39
2-483
' 0-632 58-34 0-196 3-053 54-51 81-43
12-215 5-39
16-46 168.57
21-34 0-711 5-661 61-3,’ 49,05 11-08
62-96 80-88 34-10 10-41
2/487
Banknoten
0-628 58-24 0-194 3-047 54.57 81-30
12-22 5.395
16-425 168-30
21-30 0-711 5-649 61-42 48-95
11-09 63-01 80-72 34-04
10-40
2-484
0-632
58-36
0-196
3-053
54-67 81-46
12-25
5-405
16-465
168-64
21-34
0-713
5-661
61-54 49-05 11-11
63-13 80-88
34-10 10-42
2-488
Kopenhagen. Danzig.....
London .....
Helsingfors.. Paris ......
Holland .... Italien..... Japan ......
Jugoslawien
Oslo.....:
Lissabon ....
Stockholm... Schweiz .... Spanien....
Budapest ..
Neuyork...
3erlln,10.Jonuar
Geld
Srlci
Ainenlaniime 'Auren..............
Belgische Roten..................
Dänische Noten .................
Englische Noten .................
Französische Noten...............
Holländische Noten...............
Italienische Noten................
Norwegische Noten .......,......
Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Noten...............
Schweizer Noten.................
Spanische Noten.................
Ungarische Noten................
2-436 58-03 54-36 12-185 1C.385 167-88
21-10 61-26
62-79 80-44 33-80
2,456 58-27 54-58
12-225 16-445 168-56
21-18 61-50
63-05 80-76
33-94


