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Nr. 288 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, W. Dezember (035

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Wag-

Einweihung der Molkerei Wetterfeld

Srummer Tauschhandel.

Einnehmer darf sie erst am nächsten Tage weg-

Ich will nicht behaupten, daß das Produkt nun gerade billiger sei als das, was man im Laden kauft; ich will auch nicht behaupten, daß es durch­aus schöner wäre; aber es ist ein Stückchen eigener Arbeit, dazu noch Gemeinschaftsarbeit zwischen Vater und Kindern, es trägt die Vorfreude auf das Fest in jedem Pinselstrich und in jedem Sägezug, und wenn es nicht ganz so aussieht, wie es Kunstkritiker und Ueberästheten gern haben möchten, es steckt jedenfalls eine ganze Portion Liebe darin und die Hauptsache: es schafft Freude und zeigt den Willen zu erfreuen, und das ist es doch, was wir alle wünschen. Die Mutter wird die Arbeit schon mit einem glücklichen Lächeln belohnen.

Heute, von 20 bis 22.30 Uhr, WiederholungDer Stern von Sevilla" von Lope de Vega. Deutsche Uebersetzung und Bearbeitung von dem in Barce­lona wohnenden Deutschen Hans Schlegel. Die

tödlichen Hasses mit verschränkten Armen dem be­jammernswürdigen Schicksal seines Gefangenen zu­gesehen habe. Für dieses harte Urteil scheinen uns die von Aubry beigebrachten Unterlagen nicht stich­haltig zu sein. Daß hier ein begabter und taten­durstiger Jüngling heranwuchs, der als Mann viel­leicht in die Bahn des Vaters lenken und das Lebenswerk Metternichs, die Restauration des kon­servativen Europas, gefährden könnte, diese stete Furcht hat sicher dazu ausgereicht, das Verhalten des eisig scharf überlegenden Staatskanzlers zu be­stimmen. Die andern Nebenfiguren des Dramas find sauber herausgearbeitet: die eigensüchtige, ober­flächliche und phlegmatische Mutter, die noch zu Lebzeiten des Korsen in Parma in den Armen des Grafen Neipperg sich tröstete über den verlorenen Glanz des Kaiserhofes, der gutmütige Kaiser Franz, der dem Prinzen ehrlich zugetan war, aber wie einst die Tochter, so auch das Lebensglück des Enkels den politischen Plänen Metternichs wider­spruchslos opferte, schließlich die warmherzige Erz­herzogin Sophie, die einzige, die neben dem Groß­vater'in ein herzliches, vertrauensvolles Verhältnis zu dem Napoleoniden trat, und die Posa-Gestalt Prokeschs von Osten, den Aubry von dem Verdacht befreit, ein Spitzel Metternichs zu sein. Ergreifend wirkt in der Erzählung Aubrys die Gestalt des Vaters, der sich auf St. Helena in Liebe zu dem von ihm ferngehaltenen Kinde verzehrt. Man kann Aubrys ungemein flüssige, dichterisch beschwingte und warmherzige Darstellung bei allen Vorbehalten in einzelnen Punkten seiner Auffassung nur mit großer Anteilnahme lesen, um so mehr, als aus i'hr auch die großen geschichtlichen Zusammenhänge deutlich werden, von denen das traurige Schicksal des Königs von Rom nicht gelöst werden können, ja die es bestimmt haben.e-

LPD. Die Dritte Reichsstraßensammlung vom 18. bis 2 2. Dezember 1935 ist der Hitler­jugend vorbehalten. In Einverständnis mit der Reichsjugendführung wird die in der Hitlerjugend zusammengeschlossene deutsche Jugend eingesetzt.

Die Leitung aller Aktionen im Rahmen der Sammlung liegt bei den zuständigen Dienststellen des Winterhilfswerkes, die in Verbindung mit den örtlichen Dienststellen der Hitlerjugend eine große Sammeltätigkeit durchführen werden. Dieser Einsatz der Hitlerjugend soll den unbedingten Willen der deutschen Jugend zum Sozialismus zum Aus­druck bringen

Am 19. und 20. Dezember werden im ganzen Reich in den Nachmittagsstunden Straßen- sammlungen der Hitlerjugend durchgeführt. Als Plakette steht der Hitlerjugend ein von der erzgebirgischen Heimindustrie hergestelltes Holzrei­terchen zur Verfügung.

Der 21. Dezember, der Tag der Wintersonnen­wende, soll im Rahmen des Staatsjugendtages un-

Handelnden nimmt von seinem Haufen etwas weg, wenn er die von dem anderen angebotene Menge nicht für genügend hält. Dabei ist Schnelligkeit und Geistesgegenwart die Seele des Geschäftes, denn eine Pause wird als Zeichen des Einverständnisses betrachtet, und wenn man etwa zu lange zögert, kann man sehr rasch seine Ware gegen ein zu ge­ringes Entgelt los sein. An der afrikanischen Küste in der Nahe des Golfs von Guinea ziehen die Eingeborenen einen Strich am Rande eines Flusses und stapeln ihre Ware dahinter auf. Derjenige, der mit ihnen ein Geschäft machen will, legt das, was er dagegen bietet, auf der anderen Seite des Stri­ches nieder. Die Mengen werden dann genau ab­geschätzt, und man verständigt sich durch Zeichen, ohne daß ein Wort gesprochen wird. Stehen beide Waren in ihrem Wert in einem von beiden Par- teien gebilligten Einklang, dann ist der Handel ab­geschlossen. In Alaska gibt es einen Jndianerstamm, der alle Geschäfte nur mit Hilfe eines Mittels­mannes abschließt. Ein Ueberbieten widerspricht den Gesetzen dieses Stammes; vielmehr überläßt man die Festsetzung des Preises einem Dritten, der aber sowohl die Zustimmung des Verkäufers wie des Käufers erlangen muß. Ist einer der beiden Ge­schäftsleute mit der durch den Dritten getroffenen Bestimmung nicht einverstanden, so kann er das Gejchäft durch diesen rückgängig machen lassen, und der Vermittler muß dann anderweitig sein Glück versuchen. In Indien sind die Kastengesetze so streng, daß es sogar in manchen Gegenden dem Mitglied einer niedrigen Kaste verboten ist, zu dem Angehörigen einer höheren Kaste zu sprechen. Will er mit diesem ein Geschäft abschließen, so kann dies nur wortlos geschehen. Läßt sich etwa ein Brahmane darauf ein, mit einem Fleischer oder Töpfer einen Handel abzuschließen, so muß dieser vierundzwanzig Schritte von dem Brahmanen ent­fernt bleiben und darf sich ihm nur durch Zeichen verständlich machen. Bei einem Brahmanen zweiter Klasse darf sich der Paria schon auf zwölf Schritte nähern. In anderen Fällen führt die außerordent­liche Scheu wilder Stämme vor der Berührung mit Fremden zu einem schweigsamen Handel und Wan­del. Das Volk der Gonds in Mittelindien, das sich im dichten Urwald noch immer von aller Welt ab- schließt, bewerkstelligt seinen Handelsverkehr, ohne daß einer den anderen sieht oder spricht. Niemand kann mit ihnen unmittelbar verkehren, und der Steuereinnehmer, der alljährlich die Abgaben ein­zieht, muß sein Erscheinen durch Trommelschlag bekannt machen, worauf dann die Steuern an einem bestimmten Fleck niedergelegt werden; der

H. Schultze-Griesheim. Die Vorstellung gilt zugleich als 11. Vorstellung im Dienstag-Abonnement.

Tanzgasifpiel

Mary Migman im Zladllhealer Gießen.

Der Tisch aber ist zur Werkbank geworden. Da sind die Sägezwingen angeschraubt, da liegen Laub­säge und Bohrer, Glaspapier und Feilen, da stehen ein paar Zigarrenkasten, die Schale mit Bronze, das Lacktöpfchen, der Farbkasten, da knirscht die Säge, pinselt der eine, lackiert der andere, und schließlich wird das Fertige fach- und sachgemäß betrachtet und bewundert.Beinah wie im Laden", sagen die Verschwörer

Unb was gibt das Ganze? Nein, keinEtage­rechen" oderKonsolchen" oderUhrenständer", die man doch nie benutzt und über die sich die Mutter nicht recht freuen kann, weil sie immer noch ein wenig Staub mehr abzuwischen hätte, sondern eine Krippe mit Ochs und Esel und Maria und Josef und Mohren und Hirten, oder eine Garnitur Weih­nachtsengel als Kerzenträger um ein Christbäum­chen, kurzum etwas, was wirklich auf Weihnachten Bezug hat und das Weihnachtszimmer verschönt.

Ein bißchen Fachmann muß man ja sein. Das Sägen geht noch an. Was nicht ganz so glatt wird, wie es sein sollte, das kann man mit Glaspapier oder einer kleinen Holzfeile noch zurechtstutzen. Schwieriger ist schon das Bemalen. Aber dazu ge­nügt durchaus ein Wasserfarbkasten mit Deckweiß und vielleicht ein wenig Gold- oder Silberbronze. Die Farbe nicht zu dünn anrühren und vor dem Anstreichen das Holz mit einer feinen Klebmasfe präparieren, damit die Poren geschlossen werden. Man benützt dazu eines der gebräuchlichsten Klebe­mittel, wie man sie zum Aufkleben von Photogra­phien gebraucht. Ist die Farbe gut getrocknet, dann Überstreicht man sein Werk mit farblosem Lack, den man in jeder Drogerie billig haben kann, und er ist es, der nun geradezu Wunder an Glanz und herrlicher Farbe vollbringt.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Mit Laubsäge und pinsel.

Wispern und Flüstern und Geheimtun gehören zu den Weihnachtsvorfreuden wie Lebkuchen und Tan­nenbaum und Geschenke zu diesem schönen Fest selbst. Am schönsten aber ist es, wenn der Vater und die Kinder die Köpfe zusammenstecken und mit vorsichtigen Blicken nach der Mutter hinschielen, ob die auch nichts merkt".

Gott bewahre, sie merkt nie etwas, wenn's eine richtige Mutter ist. Zwar sieht sie die Holzrestchen, die vergessene Vorlage, den Bronzepinsel irgendwo herumliegen, wo das Zeug keinesfalls hingehört, sie sieht vielleicht auch wo guckt so eine Mutter nicht hin? ein angefangenes ober vollenbetes Kunstwerk", aber sie sieht halt eben boch nichts, weil sie nichts sehen soll unb sehen will.

Unb inzwischen geht die Arbeit geheimnisvoll weiter. Leider hat der Vater nicht immer so Zeit, wie es die Herren Buben und Fräulein Töchter wünschen, aber Samstagnachmittags oder gar Sonntags, da ist er greifbar, da kann er nicht aus- rücken, da muß man ihn festhalten. Ach, und er läßt sich ja so gern festhalten.Daß du uns bloß nicht ins Zimmer kommst", sagte er zur Mutter, und die Kinder sehen sie strahlend an und haben einen Abglanz ihres Geheimnisses in den Augen, der so gerne auf die Zunge springen.möchte, aber tapfer unten gehalten wird, da es doch erst in eini­gen Wochen alsUeberraschung" geboren werden

Die dritte Reichsstraßensammlung der HI. Vorbehalten.

den Kindern gehabt und hat in den Weihnachtsvor­wochen mit ihnen eine Derschwörersippe gegen den Vater gebildet ... na schön, dann ist ja alles wie­der in jener rechten Ordnung, in der es unter dem Weihnachtsbaum sein soll.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

NSG.Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volks­bad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. Stadttheater: 20 bis 22.30 UhrDer Stern von Sevilla". Gloria-Palast, Seltersweg:Königs- ttger". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der grüne Domino". Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr Ausstellung oberhessischer Künstler.

Sladtthealer Gießen.

ter dem MottoLehrer und Schuler kämp­fen gemeinsam für das WHW." mit dem Einsatz sämtlicher Schüler und Schülerinnen began­gen werden. Nach der Anweisung des Reichsmini­steriums für Wissenschaft, Erziehung und Volks­bildung sollen in sämtlichen deutschen Schulen um 10 Uhr Feierstunden angesetzt werden. Im Anschluß an diese Feierstunden gehen Lehrer und Schüler auf die Straße, um in gemeinsamer Arbeit für das Winterhilfswerk zu sammeln. Die Hitlerjugend nimmt an den Feiern und der anschließenden Sammlung in Uniform teil. Am Sonntag, 22. De­zember, finden ab 11 Uhr in sämtlichen Standorten der Hitlerjugend musikalische Veranstal- tungen statt, bei denen Musik-, Spielmanns- und Fanfärenzüge eingesetzt werden. Auch Sing- und Spielscharen der Hitlerjugend werden am Sonntag­morgen dem sozialen Gedanken des Winterhilfs­werkes dienen. Abschlußfeiern beenden die Groß­aktion der Hitlerjugend.

Der Sohn Napoleons.

Eine neue Lebensgeschichte des Königs von Rom.

Es ist selten, daß das allgemeine Interesse sich ein langes Jahrhundert hindurch kaum verändert einer Persönlichkeit zuwandte, die so ausschließlich Objekt der großen Politik gewesen ist, wie der Sohn Napoleons. Der Feldherr der Revolution, der sich die Kaiserkrone aufs Haupt gesetzt hatte, suchte die Legitimation für seine neugebackene Dynastie durch die Verbindung mit einem der alten Herrscherhäuser Europas. Die Habsburgerin Marie Luise wurde von Metternich dem Allmächtigen als Sühneopser bargeboten. Aus einer politischen Ehe wurde eine große Liebe. Ihr entsproß, vom Kaiser sehnsüchtig erwartet, der König von Rom, ein Kind von selte­nem Liebreiz, das der Kriegsgott mit zärtlicher Zuneigung umgibt, dessen Erziehung er auf das sorg­fältigste überwacht, für das er selber immer Zeit hat, auch wenn vor seinem Zimmer eine gonze Welt auf die Befehle des Imperators wartet. Und als das Glück sich von ihm abgekehrt hat, ist er bereit, auf alles zu verzichten, wenn er damit für feinen Sohn den französischen Thron retten kann. Doch er hat zuviel Haß geerntet, um auf Schonung und Milde bei den Siegern rechnen zu können. -Die schwache, unselbständige Marie Luise .liefert den Sohn des großen Korsen seinem Todfeind Metter­nich aus, der mit zynischer Konsequenz em raffi­niertes System ausklügelt, um das Kind seinem Vater, feiner Familie, feiner Heimat zu entfrem­den und es als österreichischen Prinzen vergessen zu lassen, wofür es geboren wurde.

Die Gedanken des Gefangenen von St. Helena kreisen unablässig um den Sohn, seine Gespräche mit den getreuen Genossen feiner Verbannung, seine Aufzeichnungen drehen sich allein um ihn und feine Zukunft, feine letzten Seufzer gelten dem Kinde, das er so sehr geliebt hat. Aber Metternich zieht einen unsichtbaren Kordon zwischen Vater und Sohn. Niemals wieder soll Europa vor einem Napoleon erzittern müssen. Der kaiserliche Groß­vater in Wien hängt mit großer Zärtlichkeit an dem aufgeweckten, anmutigen Kinde, aber er fugt sich widerspruchslos, wenn sein Kanzler aus Grün­den der Staatsraison den empfindsamen, anleh­nungsbedürftigen Knaben ausschließlich kühlen Hof- kuten zur Erziehung übergibt und jede Verbindung mit der Außenwelt argwöhnisch beobachten laßt. Und doch kann Metternich nicht verhindern, daß m dem Heranwachsenden der Geist des Vaters lebendig wird, ja daß er in dem jungen Prokesch von Osten,

Das Gammelergebnis vomTag der nationalen Solidarität^.

Wie die^Kreisamtsleitung Gießen der NS. - Volkswohlfahrt uns mitteilt, wurden am vergangenen Samstag bei einem Einsatz von 573 Sammlern nach der endgültigen Abrechnung insgesamt 5589,68 Mark für das Winterhilfs- werk gesammelt. Den Sammlern, die sich mit großer Energie für das edle Werk einsetzten, gebühren herzlicher Dank und Anerkennung.

Aus parteiamtlichenBekanntmachuugeu

Die Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, fordert alle Angehörigen der SA., SAR., NSKK., Marine-SA. und der Reiter-SA. auf, am Mittwoch, 11. Dezember, und Donnerstag, 12. Dezember, den Hilfskassenbeitrag für die Monate Januar, Februar und März zu entrichten. Kassen« stunden sind an beiden Tagen von 20 bis 21.30 Uhr im RestaurantTannhäuser", Frankfurter Str. 83. .

Der NSLB., Kreis Gießen, teilt mit, daß am morgigen Mittwoch, 11. Dezember, die Ober« gauführerin des BDM., Elfe Riefe (Wiesbaden), über das ThemaBDM. und Schule" sprechen wird. Es wird erwartet, daß alle Erzieherinnen der Volksschule, der höheren Schulen sowie der Fach« und Berufsschulen erscheinen.

I JiSLD., Kreis Gießen.

Fachschaft 2 (Höhere Schule). Arbeitsgemeinschaft für Mathematik und Naturwissenschaften.

Donnerstag, 12. Dezember, 16 Uhr, im Physiksaal des Realgymnasiums. Vortrag von Studienrat Backes:Wechselstromversuche unter Verwendung eines Fahrraddynamos". Gäste willkommen.

Fachschaft:körperliche Erziehung".

1. Bett.: Handball - Lehrgang vom 12. bis 14. Dezember. Laut Verfügung der Hessi­schen Landesregierung findet vom 12. bis 14. Dez. in Gießen für die Lehrerschaft des Kreises ein Handball-Lehrgang statt. Jede Schule soll möglichst eine Lehrkraft entsenden. Uebungszeiten: Donners­tag, 12. und Freitag, 13. Dezember, von 14.30 bis 16.30 Uhr. -Samstag, 14., von 9 bis 12.30 Uhr. Die praktische Vorführung des Spieles geschieht in erster Linie durch Schulmannschaften, doch wird den Teil­nehmern auch selbst Gelegenheit gegeben, Handball zu spielen. Die Teilnehmer treffen sich Donnerstag, 12. Dez., um 14.15 Uhr am Schützenhaus in Gießen. Alle Anfragen an W. Mohr, Gießen, Wilfonstr. 8.

2. Bett.: Arbeitsgemeinschaft. Die Ar­beitsgemeinschaft der Lehrer fällt am Mittwoch, 11. Dezember, aus.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 10. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10,

Winterhilfswerk

des deutschenDolkesH935/36

Belr.: Sammlung zugunsten der Anstalten und Ein­richtungen der Inneren Mission.

Die Ortsbeauftragten des WHW. nachstehender Orte sind noch mit obiger Meldung im Rückstand:

Albach, Burkhardsfelden, Climbach, Dorf-Gill, Eberstadt, Garbenteich, Göbelnrod, Großen-Buseck, Grüningen, Harbach, Hattenrod, Heuchelheim, In­heiden, Lauter, Leihgestern, Nieder-Besjingen, Non- nenroth, Ober-Bessingen, Oppenrod, Röthges, Stan­genrod, Steinbach, Stockhausen, Trais-Horloff, Utphe, Weickartshain, Wiefeck, Winnerod.

Die Meldung ist sofort einzureichen. Um di« umgehende Verteilung auf die einzelnen Anstalten vornehmen zu können, muß unter allen Umständen das Gesamtaufkommen im Kreisgebiet erfaßt sein. Durch den inzwischen eingetretenen Frost läßt sich die Angelegenheit keinesfalls um auch einen Tag mehr verschieben.

Heil Hitler!

K l ö ß, Kreisbeauftragter

Am vergangenen Sonn« tag wurde in Wetterfeld die erweiterte und mit modernen Maschinen aus« gestattete Genossenschafts­molkerei Wetterfeld ihrer Bestimmung übergeben. Unser Bild zeigt, die Molkerei, die durch den Landesbauernführer Dr. Wagner eingeweiht wurde. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anz.).

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Samstag, 14. Dezember, gibt die große Tän­zerin Mary W i g m a n mit ihrer Tanzgruppe auf Einladung der Intendanz ein einmaliges Gastspiel. Neben Tanzsoli, Tanzduos, Tanztrios und kleinen Gruppentänzen kommt die jüngste Schöpfung Mary Wgmans zur Aufführung, die neue Komposition Tanzgesänge", eine Folge von sechs Tänzen mit musikalischer Bearbeitung von Hanns Hasting. Dieses Werk bildete bei seiner Uraufführung in Berlin den Gipfel des vielschichtigen Programms. Das Programm umfaßt in feinen Einzel- und Gruppendarbietungen eine Fülle des Arbeitspro­gramms der Tänzerin Mary Wigman. Die Beglei­tung am Flügel hat der Komponist und Pianist Hanns Hasting. Die Veranstaltung ist außer Abonnement und trotz der erhöhten Unkosten zu kleinen Preisen, die jedem Anhänger großer Tanz­kunst den Besuch ermöglichen. Dauer des Abends

DerDienst am Kunden" ist für den Verkäufer oft nicht leicht, und mit Geduld und Ueberzeugungs- kraft müssen dem Käufer Wert und Vorzüge einer Ware, die er kaufen möchte, dargestellt werden. Nun gibt es einige Länder auf der Erde, wo das ganze Kaufgeschäft' meistens handelt es sich allerdings um einen Warentausch ganz wortlos vor sich geht. So gibt es im malaiischen Archipel einen Stamm, der es für unglückbringend hält, wenn der Verkäufer ein Wort mit dem Käufer spricht. Ge­schäfte vollziehen sich dort auf höchst seltsame Weise. Der Händler, der etwas los werden will, legt feine Waren wortlos neben die Gegenstände, die er im, Austausch zu erhalten wünscht, und jeder der beiden nehmen.

dem späteren Botschafter und Bundestagspräsidenten in Frankfurt, einen Mentor findet, der dem Sohne des Korsen die große Verpflichtung einhammert, die das Bewußtsein ihm auferlegt, Erbe eines sol­chen Mannes zu sein. Die nationalen Bewegungen in Griechenland, Belgien, Polen, Italien regen die Phantasie des ehrgeizigen Jünglings zu großen Plänen an. Aber für Metternich bleibt der Sohn Napoleons immer nur eine Schachfigur im großen politischen Spiel der Niederhaltung aller revolutio­nären Kräfte. Er ist dem Kanzler gut genug, um durch die Angst vor seiner Rückkehr nach Frank­reich die Bourbonen sowohl wie den Bürgerkönig Ludwig Philipp am Gängelband zu halten. So­bald es dieses Druckes nicht mehr bedarf, ist der Staatskanzler nur noch der harte Kerkermeister, den auch keine weichere Regung ankommt, als der Prinz in der Blüte feiner Jugend an der Lungen­schwindsucht, der bösen Erbschaft seiner habsburgi­schen Mutter, schnell dahinsiecht, obwohl vielleicht ein Aufenthalt im Süden und eine liebevollere Beaufsichtigung des rücksichtslos jedem Wetter sich aussetzenden Prinzen die furchtbare Krankbeit hatte bannen können.

So sinkt vorzeittg ein Jüngling ins Grab, dessen hohe Begabung und edler Charakter die Hoffnung der Besten seines Vaterlandes gewesen war und dessen rührende Erscheinung auch die Herzen der Wiener für sich erobert hatte. Metternich, der die Ehe seiner Eltern gestiftet hatte, blieb der Unstern feines kurzen, zwischen Hoffnung und Enttäuschung hin- und hergerissenen, sich in brennendem Ehrgeiz nach großen, des Vaters würdigen Taten verzehren­den Lebens. Wie er sein Dasein politischen Er­wägungen verdankte, so wurde er auch bas Opfer einer Politik, die keine Gefühle kannte und m ihm nur den Erben des furchtbaren Eroberers sah.

Viktor A u b r y * hat für die erschütternde Lebens- qeschichte des Königs von Rom neue Quellen er- icklossen die geeignet sind, manche Lucke zu schlie- ßen manches Verzerrte richtigzustellen und auch bisher verborgen gebliebene Faden bloßzulegen. Glühende Verehrung für den großen läßt Aubry sicher manches einseitig sehen. Aubry nimmt an, daß Metternich, der eine ihm von Napo- t nM oi 3 in Dresden zugesügte Beleidigung nie Xff«Ä aurperfönlid)k%ad)fu«t den Sohn de/Korsen von allem ferngehalten habe, was sei­nem Leben einen Inhalt hätte geben tonnen unb daß der Staatskanzler aus den gleichen Gefühlen

: * Victor Aubry:Der König von Rom" mit 32

Bildern Preis geb. 9 Mk. Verlag Eugen Rentsch, Leipzig CI. (408)