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Oie Rüstungsbegrenzung der großen Seemächte.

Oie Klottenkonferenz in London eröffnet.

fortschreitenden italienischen Nation von der Ge­schichte zugewiesen worden seien. Der Senat könne sicher sein, daß die Interessen Italiens in Afrika und in Europa bis zum Aeußersten oer- t e i d i g t werden würden.

Oie Krisis in Aegypten.

Rücktrittsabsichten der Regierung?

Kairo, 9. Dez. (DNB.) Nach einer Studenten­versammlung bildete sich ein Demonstrationszug, dessen Teilnehmer die Laternen ganzer Stratzen- züge zerstörten und mehrere Autobusse zertrümmer­ten oder in Brand steckten. Die Polizei ging mit der Waffe gegen die Menge vor. Viele Kundgeber wur­den leicht verletzt. Ein Student erhielt einen schweren Brustschuß. Sein Ableben wird stündlich erwartet. Die Erregung in der Stadt hält unvermindert an. Ministerpräsident Nessim Pascha hatte eine dreistündige Unterredung mit dem britischen Oberkommissar, der von König Fuad in Audienz empfangen werden soll. Die Blätter mel­den, daß sich der Ministerpräsident angesichts der andauernden schweren Unruhen mit Rücktritts­absichten trage.

Am Montag vormittag hat bei dem Führer der Liberalen Partei, dem früheren Ministerpräsidenten Mohamed Mahmud Pascha, eine Besprechung stattgefunden, an der führende Mitglieder der Wasd-Partei teilgenommen haben. Zweck der Besprechung war, die Möglichkeiten für die Herstellung einer Einheitsfront der ägyp­tischen Parteien zu untersuchen. Wenn dies gelingen sollte, würde sich die Regierung Nessim Pascha der geschlossenen Opposition des ganzen Vol­kes gegenübersehen. In diesem Falle würde sich ihr Rücktritt kaum vermeiden lassen.

Hehlügen in Auslandsblättern

Fälschungen des WienerTelegraph". DasEcho de Paris" verböten.

Berlin, 9. Dez. (DNB.) In letzter Zeit führt ein Teil der Auslandspresse wieder ein­mal einen systematischen Lügenfeldzug gegen Deutsch­land, ganz offensichtlich zu dem Zweck, um ange­sichts der starken weltpolitischen Spannungen ein Ablenkungsmanöver zu inszenieren, für das wieder einmal das nationalsozialistische Deutsch­land herhalten, muß. Am unverschämtesten gebärdet sich hierbei die^Wiener Asphaltpresse. Der Wiener Telegraph" geht sogar soweit, Meldungen eines englischen Nachrichtenbüros in der gröbsten Weise zu fälschen. Das Wiener Blatt behauptet, daß dieses Nachrichtenbüro von M a s s e n h i n - richtungen und Brutalitäten in deut­schen Gefängnissen berichtet habe. Wie fest­gestellt wurde, hat das englische Büro solche Tar- tarennachrichten nicht verbreitet und rückt selbst von derartigen üblen Machenschaften energisch ab. Es ist an der Zeit, daß die anständige und seriöse Weltpresse dieser politischen Brunnenvergif­tung entgegentritt, zumal sie jederzeit in der Lage ist, auf Grund von authentischen Informatio­nen sich davon zu überzeugen, daß von den ganzen Lügenmeldungen über angebliche innerpolitische Auseinandersetzungen in Deutschland kein wah­res Wort ist.

DasE ch o de Paris" behauptet in seiner Sonntagsausgabe trotz des vom DNB. am 6. De­zember gegebenen deutschen Dementis wiederum, daß der Führer und Reichskanzler einen französischen Großindu st riel- len empfangen habe. Diese neuerliche Behaup­tung ist um so unverfrorener, als sich dasEcho de Paris" wohlweislich hütet, seinen angeblichen Gewährsmann oder seine Informationsquelle für diese Lügenmeldung zu nennen, anscheinend, weil es befürchtet, dann vor aller Welt als Lügner ent­larvt zu fein. Ferner stellt das Blatt erneut Kom­bi na t i o n e n im Zusammenhana mit dem B e - such des französischen Botschafters beim Führer und Reichskanzler an, die jeglicher Grundlage entbehren. Da dieses Blatt mit seinen lügenhaften Behauptungen erneut unter Be­weis stellt, daß es anscheinend auf nichts anderes als ewige Völkerverhetzung abzielt, versteht es sich von selbst, daß es für das gesamte Reichsgebiet verboten wurde.

Beamtenumbesehungen im Memelgebiet.

Memel, 9. Dez. (DNB.) Das Direktorium des Memelgebiets hat eine Reihe der von dem Direktorium Reisgys seinerzeit widerrechtlich v o r g e n o m m e n e n B e a m t e n e n t l a s s u n - gen und widerrechtlichen Neubesetzungen wieder rückgängig gemacht. So wurde der Landrat des Kreises Pogegen V o n g e h r vom Di­rektorium abberufen und der frühere Landrat von Schl en ter in sein Amt wieder eingesetzt. Der vom Direktorium Bruvelaitis als Landrat des Krei­ses Heydekrug eingesetzte Simonaitis ist be­urlaubt und an seiner Stelle der Landgerichts­rat Walther Butgereit eingeführt worden. Fer­ner sind die vom Direktorium Reisgys entlassenen 27 Amtsoor st eher wieder in ihr Amt ein­gesetzt worden.

Ausschreitungen gegen Deutsche.

B r o m b e r g, 7. Dez. (DNB.) Die Ortschaft Groß-Boesendorf bei Thron war der Schauplatz be­dauerlicher Vorfälle, die sich gegen die ortsan­sässige deutsche Bevölkerung und ihr Eigentum richteten. So wurde in der evangeli­schen Kirche und im P f a r r h a u s der größte Teil der Scheiben eingeschlagen. Der entstandene Schcrden trifft die Gemeinde besonders hart, weil sie erst vor kurzer Zeit ihre Kirche unter schwersten materiellen Opfern erneuern ließ. In der Schule wurden die Fensterscheiben der deut­schen Klasse einaeschlagen, während die Fenster der polnischen Klasse verschont blieben. Der gleiche Schaden wurde bei fünf deutschen Land­wirten angerichtet. Die von den polnischen Be­hörden eingeleiteten energischen Nachforschungen haben zu der überraschenden Tatsache geführt, daß die Spuren auf das Gehöft und in die Wohnung des polnischen Lehrers führen. Der Landrat hat eine exemplarische Bestrafung der Schuldi­gen angekündigt.

Mißlungener Staatsstreich in Reval.

Reval, 8. Dez. (DNB.) In der vergangenen Nacht verhaftete die Polizei politische Verschwörer, die einen Staatsstreich beabsichtigt hatten. Es han­delt sich um einen Versuch der Bewegung der Freiheitskämpfer, die Macht an sich zu reißen. Es heißt, daß nach einem in allen Einzel­heiten ausgearbeiteten Plan ein Ueberfall auf den im TheaterEstonia" stattfindenden Kon­greß des Vaterländischen Verbandes, an dem 1500 Abgeordnete aus dem ganzen Lande teilgenommen hatten, beabsichtigt gewesen sei. Ab-

London, 9. Dez. (DNB.) Die Flottenkonferenz wurde am Montagoormittag durch den britischen Ministerpräsidenten Baldwin feierlich eröffnet. Die Eröffnungssitzung fand in dem Saale des Außenministeriums statt, in dem vor fast genau zehn Jahren der Locarnovertrag unterzeichnet wurde. Zahlreiche Diplomaten, Politiker, Admi­rale und Flotttensachverständige waren anwesend.

Valdwin

skizzierte den englischen Standpunkt, der bereits in einer Mitteilung an die Abrüstungskonferenz in Genf im Jahre 1932 niederge^egt worden sei. Heute wie damals sei die englische Regierung be­reit, die Grundsätze der Washingtoner und Lon­doner Flottenoerträge zu verlängern unter Berück­sichtigung der Aenderungezi und Berichtigungen, die sich aus veränderten internationalen Umständen und den Bedürfnissen der einzelnen Mächte ergeben sollten. Die britische Regierung lege größtes Ge­wicht darauf, daß auch in Zukunft eine Be­grenzung sowohl in gütemäßiger als auch in zahlenmäßiger Hinsicht bestehen bleibe. England wolle eine Verminderung des Umfanges aller größeren Schiffstypen und ebenso eine Herab­setzung der Bestückung. Nach wie vor trete die eng­lische Regierung für die Abschaffung des Unterseebootes ein. Ein dahingehendes inter­nationales Abkommen würde zweifellos zu aroßen Ersparnissen bei den Flottenbauten der gesamten Welt führen. Es sei klar, daß keine Macht genau das durchsetzen werde, was sie sich wünsche. Die Hauptsache sei aber, daß man sich auf gewisse Be­grenzungen einige, bte so viel Spielraum gewäh­ren, wie jeder Staat vernünftigerweise zur Erfül­lung seiner eigenen Sonderbedürfnisse beanspruchen könne, gleichzeitig aber die Welt von dem Drohen eines allgemeinen Wettrüstens befreien. Wenn es sich als unmöglich erweist, eine Vereinbarung für die Abschaffung der Unterseeboote zu erzielen, dann ist es von sehr großer Wichtigkeit, ein Abkom­men zu erreichen, das ihren Mißbrauch ver­hindert. ^er Teil IV des Londoner Flottenver­trages enth^7l Regeln für die Behandlung von Handelsschiffen durch U-Boote in Kriegszeiten. Diese Regeln sind bereits in Kraft zwischen den Vereinig­ten Staaten, Japan und britischen Staaten. Auch die französische und die italienische Regierung, die den Londoner Flottenvertrag nicht als Ganzes rati­fiziert haben, wollen, wenn diese Regeln in ein Vertragsinstrument außerhalb des Flottenvertrages eingebaut werden, einem solchen Vertrag zustim­men. Wir hoffen, daß dies das Zeichen für die

teilungen, die mit Tränengasbomben, Handgrana­ten und Schußwaffen ausgerüstet waren, hätten eingesetzt werden sollen. Aus den aufgefundenen Plänen soll zu entnehmen sein, daß die Aufftändi- schen im Falle von Widerstand die Absicht hatten, das Gebäude aus Tanks zu beschießen. Bei den Verschwörern fand sich die Liste der neuen Re­gierung, an deren Spitze der Freiheitskämpfer Arthur Sirk steht, der sich als Emigrant in Finnland aufhält. Die Staatsregierung, der Staats­präsident, der Oberbefehlshaber der Wehrmacht und alle höheren Polizeibeamten sollten verhaftet werden. Die Polizei konnte sämtliche Verschwörer festnehmen, unter denen sich außer dem Revaler Führer der Bewegung, General L a r k a, auch einige höhere Offiziere befinden. Die Ruhe ist nicht gestört worden.

An die deutschen Erzieher.

Bayreuth, 10. Dez. (DNB. Funkspr.) Der neue Hauptamtsleiter des nationalsozialistischen Lehrerbundes, Gauleiter Fritz W ä ch t l e r, hat einen Aufruf an die Erzieher des deutschen Volkes erlassen, in dem es ü. a. heißt: Nachdem der äußere organisatorische Ein- und Ausbau des deutschen Erzieher st an- de s i m N S L B. nunmehr fast vollendet ist, müssen zukünftig alle Kräfte zur Erreichung des zweiten und größeren Zieles unserer nationalsozia- listlschen Erziehungsorganisation eingesetzt werden; der weltanschaulichen Ausrichtung aller deutschen Erzieher und Erzieherinnen. Das Ziel heißt: Jeder Lehrer und jede Lehrerin in Deutschland ist Trager und Repräsentant der Be­wegung, ist Künder der Idee Adolf Hitlers. Das fei unser gemeinsames Arbeitsprogramm. Das ist Ziel und Aufgabe, die ich mir selbst meiner Arbeit stelle. Erzieher und Erzieherinnen! Gemeinsam ans Werk im felsenfesten Glauben an die hohe Mission unseres heißgeliebten Führers und an die Unsterblichkeit des Deutschen Volkes. Es lebe der Erzieher aller Deutschen, Adolf Hitler!

Rücktritt des Oberbürgermeisters von Berlin.

Berlin, 9. Dez. (DNB.) Oberbürgermeister Dr. S a h m hat dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern Dr. Frick seinen Rücktritt ange­boten; bis zur endgültigen Genehmigung seines An­trages auf Versetzung in den Ruhestand hat gleich­zeitig Dr. Sahm um sofortige Beurlau­bung vom Amte gebeten. Mit diesen Anträgen soll für die Durchführung des angekündigten Ge- letzes über die Neuregelung der Verfas­sung der Reichshauptstadt, wodurch der bestehende Dualismus in der Berliner Verwal- tung beseitigt werden soll, freie Bahn ge­schaffen werben. Reichsinnenminister Dr. Frick hat diesen Anträgen stattgegeben und mit Zustim­mung des Führers und Reichskanzlers die wei- tere Verwendung Dr. Sahms imReichs- d i e n st in Aussicht gestellt.

Glinst unv Wissenschaft

Der Kampf um die Schach-Weltmeisterschaft geht zu Ende.

Im Schachwettkampf um die Welt- me ist erschaft zwischen Aljechin und Euwe wurde in Amsterdam die 28. Partie begonnen. Euwe eröffnete mit dem Damenbauern, Aljechin vertei- digte sich indisch. Im Mittelspiel kam Euwe etwas in Nachteil. Er verteidigte sich aber sehr geschickt UrT£--c ein Bauernopfer aus seiner

gefährlichen Lage. Die Partie wurde nach vierzig Zugen im Stadium eines Endspiels abgebrochen, worin Aljechin zwar einen Bauern mehr hatte, aber trotzdem nur geringe Gewinnaussichten. Am folgenden Tage wurde das Spiel fortgesetzt. Nach hartnäckigem Endspiel endete die Partie mit remis.

Annahme dieser Regeln durch alle Flottenmächte der Welt sein wird und daß durch dieses Mittel ein unbeschränkter U-Bootkrieg in Zukunft verhindert werden kann.

Der amerikanischeVettreterDavis verlas dann den Brief, in dem Präsident Roose­velt vor 14 Monaten die grundlegende Stellung­nahme der Vereinigten Staaten zur Flottenfrage niedergelegt hat. Darin wird eine weitere Herab­setzung der Begrenzung der Flotten ge­fordert und im. einzelnen von England und Japan eine Verminderung der Gesamtonnage um 2 0 v. H. gegenüber der bestehenden Vertrags­tonnage verlangt. Nur wenn diese Vorschläge schei­tern sollten, müsse eine Verlängerung der bestehenden Verträge erzielt werden Seit der Abfassung des Schreibens habe Japan den Washingtoner Flot­tenoertrag gekündigt. Die Erzielung einer um­fassenden Flottenbegrenzung sei dadurch schwieriger geworden. Eine Möglichkeit bestehe darin, die Flot­tenoerträge zu erneuern, mit Abänderungen, wie sie die Umstände erforderten. Sollte dies undurchführ­bar sein, dann müsse wenigstens eine Verständigung gefunden werden, die ein neues Flottenwettrüsten verhindern werden.Unser Ziel muß es sein, in den bevorstehenden schwierigen Jahren das Gleichgewicht zwischen unseren Flot­ten, das sich als wertvolle Friedensgarantie er­wiesen hat, aufrecht zu erhalten, und zwar lieber durch eine gegenseitige Vereinbarung als durch ein teures und gefährliches Wettbauen, das allen nur schaden kann.

Nach den Vertretern Indiens, Kanadas und Ir­lands führte

als Vertreter Frankreichs Botschafter Sorbin

u. a. aus: Frankreich müsse die Verpflichtungen voll in Rechnung ziehen, die infolge der übersee­ischen Verantwortungen in allen Teilen der Welt auf Frankreich ruhten und die sich auf eine außer­ordentlich ausgedehnte Seeküste erstreckten. Frankreich befürworte erhebliche Begrenzungen oder große Herabsetzungen der Höchsttonnage und Ge­schützkaliber. Die Frage der mengenmäßigen Begrenzung der Flottenrüstungen könne diese Frage nicht geprüft werden, ohne die allge­meine Frage der drei Waffengattun­gen aufzuwerfen. Die Aufrechterhaltung des ge­genseitigen Vertrauens sei die erste Bedingung ber

Der Stanb bes Wettkampfes ist: Euwe 9, Aljechin 8, remis 11. Die nächste Partie wird in Amsterdam gespielt werden. Sie ist die vorletzte des Wett­kampfes, unter Umständen die letzte.

Stürmischer Erfolg der Berliner Philharmoniker in London.

Die diesjährige Englandreise der Ber­liner Philharmoniker unter Leitung Wil­helm Furtwänglers fand ihren Abschluß mit einem Konzert in der Londoner Albert Hall. Wel­chen Anklang diese Konzertreise deutscher Musiker gefunden hat, geht am deutlichsten aus der Tat­sache hervor, daß die an zehntausend Menschen fassende Riesenhalle beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das Orchester spielte Haydns Sinfonie mit dem Paukenschlag, die SuiteDer

allgemeinen Sicherheit. Neue Faktoren hätten die gegenwärtigen Umstände sehr verschieden von denen der früheren Flottenkonferenz gestaltet und hinderten Frankreich daran, sich für eine längere Zeit zu binden.

Der italienische Botschafter Grandi,

erklärte, eine Rückkehr zum unbeschränkten- stungswettbewerb würde allgemeines Mißtrauen erwecken, das die Wurzel zu den schlimmsten Krisen in der Welt lege. Seine Regierung sei gezwungen, sorgfältig die gegenwärtige Lage zu prüfen, die durch die Haltung vieler dem Völkerbund angehö­renden Staaten geschaffen worden sei. Nichtsdesto­weniger nehme Italien an dieser Konferenz in dem gleichen Geiste teil, der es so viele Jahre hindurch beseelt habe. Italien habe die Rüstungsmöglichkei- ten, die ihm der Washingtoner Vertrag gegeben habe, nichtoollausgenutzt. Italiens Haupt­ziel fei die Vermeidung eines Rüstungs­wettrennens.

Der japanische Vertreter Admiral Aaaano

erklärte, Japan wünsche ein gerechtes Abkommen in allen Rüstungsfragen, das jedem Land eine an- gemessene nationale Verteidigung sichere, das Gewicht vermindere, das auf den Völ­kern laste, und zu gleicher Zeit den Frieden fördere. Das Ziel dieser Konferenz sei ein neuer umfassen­der Vertrag über die Seeabrüstung, der die Flotten­stärke vom Jahre 1937 ab regele und auf der Grundlage aufgebaut werde, daß zwischen den großen Flottenmächten der Welt eine gemeinsame Grenze für die See­rüstungen festgelegt werde, die so niedrig wie möglich festzusetzen sei und nicht überschrit­ten werden dürfe. Gleichzeitig damit mühten d i e Angriffskräfte erheblich vermindert und Verteidigungskräfte in reichem Maße vorge­sehen werden. Die japanische Regierung halte dies für den besten Weg, um zum dauernden Frieden beizutragen.

Nach Erklärunaen der Vertreter Neuseelands, Südafrikas und Australiens wurde ein Ausschuß eingesetzt, dem alle Flottenabordnungen angehören. Vorsitzender der Konferenz ist der britische Außen­minister, sein Vertreter der Erste Lord der briti­schen Admiralität Lord M o n s e l l.

geigende Eremit" von Reger, Smetanas Moldau" und die Sinfonie in F - Moll von Tschaikowski. Der stürmische Beifall nach je­dem Stück, der besonders zum Schluß minuten­lang andauerte, zeigte, in wie hohem Maße das englische Publikum die Kunst Wilhelm Furt- wänglers und der Berliner Philharmoniker zu schätzen weiß. Warme Anerkennung kommt auch in den Würdigungen der Musikkritiker der Londoner Presse zum Ausdruck. So spricht einer von ihnen von der zauberhaften Intensität und dem idealen Gleichgewicht der Vorführung, und ein anderer lobt dieköstlichen Beispiele der Geschicklichkeit Furt­wänglers und seiner Leute". In derTimes" heißt es, bei der Tonwiedergabe des Gedichtes von Sme­tana habe das Orchester sich selbst übertroffen.

Alle Mann an Bord.

Das gemeinsame Opfer für dm Krieg, ein Symbol für die Einheit Italiens.

Don unterem römischen E.-Korrespondenten.

Rom, im Dezember.

Mit dem königlichen Ringopfer ist der Bund, den das von fünfzig Staaten bedrängte ita­lienische Volk geschlossen hat, ohne daß dazu ein Gebot der Obrigkeit ergehen mußte, besiegelt wor­den. Zwei Ringe mehr, 10 Gramm Gold zu den Zentnermasfen hinzu es fällt ziffernmäßig nicht ins Gewicht und die Banknotendeckung wird dadurch gewiß nicht verbessert, aber ein Volksepos hat seine Krönung erfahren. Die Nation ist durch den kurzen Brief, den die Königin an den Duce rich­tete, aufs Tiefste bewegt worden, denn es heißt darin, daß dieser Ring das Teuerste fei, was die Königin besitze, weil er sie an den Tag erinnere an dem sie das Glück hatte, Italienerin zu werden. Aller Augen richten sich nach der Adria, hinüber nach ihrem Geburtsland Montenegro das zum Dank dafür, daß es als eines der ersten Länder für die Entente in den Krieg zog, von ihr aus der Landkarte gestrichen wurde. Nun legt Königin Helena den Trauring zu denen der anderen Frauen Italiens und ist stolz darauf, ihrem neuen Vaterland dienen zu können. Jenseits der Alpen und Meere mag das wie eine kleine Hof­anekdote aussehen, in Rom wird sie ins große Ge­schichtsbuch eingetragen.

r. "Wir sind zuerst Katholiken und dann erst Jta- liener. Gm Wort, das man nicht selten hören konnte. In Italien, das doch durch Menschenalter hindurch seinen Kampf und Krieg gegen den Vati- kan fuhren mußte, nicht bloß mit Streitschriften und heftigen Reden, sondern mit Pulver und Blei, in Italien, das Rom mit stürmender Hand ein- nahm, während der Papst auf den Knien lag und seinen Groll nicht bezwingen konnte, so daß er sich als freiwilliger Gefangener in den Palast der Palaste zurückzog und alle seine Nachfolger dem Beispiel folgten, in diesem gleichen Italien hat sich dennoch der gläubige Katholik nun als Italie - n e r ausgewiesen. Sein Vaterland liegt nicht in einem imaginären Reich, sondern im Volk.

Das wiegt um so schwerer, als der jetzige Papst, dem das Verdienst zukommt, gemeinsam mit Musso­lini den fünfzigjährigen unseligen Streit beigelegt zu haben, bekanntlich von dem afrikanischen Feld- zug nichts wissen wollte. Wenn dennoch nun der hohe Klerus das goldene Kreuz von der Halskette nimmt und auf den Altar des Vaterlandes nieder­legt, so kann man verstehen, daß auch das nationale E p i s k o p a t", so heißt es nun, im gleichen großen Geschichtsbuch erscheint. Es sei das erstemal, wird festgestellt, daß Episkopat und Klerus offen und werktätig an einem großen poli­tischen Unternehmen Italiens teilnehmen, nicht mit vere-inzelten und beschränkten Handlungen, sondern einmütig und freiwillig. Heute könne man endlich

sagen, daß es einen italienischen Klerus gebe, Erz- bischofe, Bischöfe und Priester, die italienisch füh- len und ihr hohes kirchliches Amt in den Dienst der nationalen Belange stellen. In der Tat wird nun Don allen Kanzeln das hohe Lied des gemeinsamen Vaterlands gesungen, es gibt keine abseits stehende Kirche mehr.

König, Kirche und Volk stehen geschlossen bei­sammen, die volle Einigung Italiens ist eine geschichtliche Tatsache. Ner Führerstaat hat sich bewährt. Nichts unnötiger, als den Schöpfer dieses Werkes vorzustellen. Wer immer noch nicht überzeugt sein sollte, der braucht sich nur die Frage vorzulegen, wie es heute in Italien aussähe, wenn noch das parlamentarische System in Kraft wäre. An gewisser Beziehung, meinte Mussolini, als er zur Phalanx der Mütter und Witwen sprach, haben die Sanktionen ihr Gutes.

Am schönsten und ergreifendsten ist es aber doch, das Volk auf feinem frohgemuten Opfergang ZU beobachten. Es murrt nicht, es brummelt nicht, es fragt und zweifelt und kritisiert nicht, es gibt nur. Gibt buchstäblich alles, was man von ihm wünscht. Am 18. Dezember ist der Tag derfede", wie der Trauring heißt, wobei er einfach mit dem Wörtlein Treue oder Glaube gleichgesetzt wird Wer würde nach dem Beispiel der Königin noch zögern, den goldenen Reif vom Finger zu streifen? Gleichviel, ob hochkarätig oder nur Legierung, es ift mehr eine Kulthandlung: die Gemeinschaft von zwei Menschen soll sinnbildlich auf das Vaterland übertragen werden.

Brautschmuck und Golddollar, Kruzifix und Kriegsmedaille, Ketten und Spangen und Uhren, ?a^ma^e5 J" *?en Zeichen Schm?lztiegel kommen. In Mailand hat man bereits über 10 Zentner Gold beisammen eine Großstadt, nun ja, eine reiche Handelsstadt, aber geht man in ein kleines Abruz­zendorf, so ergibt sich, daß dort verhältnismäßig ebensoviel gespendet wird. Ich war dabei, als die Dorfälteste kam und den Trauring vom Finger zog, , den sie dort 65 Jahre lang getragen hatte: Esi st alles, wasichhabe!

Der Pfarrer schickte ein kleines Päckchen und ei" Begleitbrief: Hier das Goldgehäuse meiner Uhr, eines aus Nickel tut es auch; dann sechs Siwerspangen von meinen Schuhen, sie erfüllen auch ohne sie ihren Zweck; eine Münze, die ich einmal gefunden habe, weiß nicht, ob von Wert; und wenn ich während des Krieges sterben sollte, io verzichte ich auf den üblichen Zinksarg, nehmt Holz, ganz leichtes Holz ... Der Zinksarg ist des- wegen üblich, weil in Italien die Erdbestattung immer mehr zugunsten der oberirdischen Reihen- ratatomben abnimmt. Recht hat der Pfarrer, er fierjt voraus, daß ja im Zuge der Sanktionen auch