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Meine politische Nachrichten
Ministerpräsident Göring hat dem Ehren- Reichsführer des Reichsbundes der Inhaber der Rettungsmedaille, Bürgermeister Dr. Maretzky, mitteilen lassen, daß er in dankbarer Anerkennung der höchsten Einsatzbereitschaft, die die Träger der Rettungsmedaille bewiesen haben, bereit ist, die S ch i r m h e r r s ch a-f t über den Reichsbund anzunehmen.
Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Dezember 1935 6 990 741 gegenüber 6 816 509 am 1. November 1935. Im November ist mithin eine Zunahme von 174 232 Teilnehmern (2,56 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. Dezember befanden sich 487479 gebührenfreie Anlagen.
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das Zinkblech ausgehn muß und das Holz schon rar geworden ist ...
Trubel auf dem Marktplatz: die Schulkin- I der kommen! Manche schieben einen Karren, an- ! dere haben ein Mulo aufgetrieben und überfrachtet, die meisten schleppen sich selber die Schultern wund. Eiserne Bettstellen und Waschtische, geplatzte Wasserrohre, ein Kinderauto, Roller, Blechbüchsen, Gerümpel aller Art, mehr Rost als Eisen, dazwischen durchaus gebrauchsfähige Dinge, so daß einem leise der Verdacht aufsteigt, daß da hinter
Japan erwartet keinen Erfolg von der Flottenkonferenz.
Tokio, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die japanische Presse lehnt einmütig die amerikanischen und englischen Vorschläge zur Flottenabrüstung ab, wobei die Meinung zum Ausdruck kommt, daß diese Vorschläge lediglich auf die Beibehaltung der bisherigen Derhältniszahlen abzielten. „Tokio Asahi Schimbun" schreibt, daß die japanische Regierung nachdrücklich für die Ablehnung aller Vorschläge einttete, die der japanischen Forderung auf Sicherheit und Nichtangriff widersprechen. „Kokomin Schimbun" empfiehlt, sich schon heute auf einen Mißerfolg der Lodoner Konferenz einzustellen und die Möglichkeiteines Wett- r ü st e n s zu erwägen. In japanischen Marinekreisen wird die Auffassung vertreten, daß eine allgemeine Herabsetzung der Flottenstärke um 20 v. S). den Vereinigten Staaten wesentliche Vorteile gegenüber Japan geben würden. Amerika würde nur alte, für den Pazifik ungeeignete Schiffe abrüsten müssen, während Japan moderne Kampfmittel einbüßen würde. Auch der Abbau der U-Bootswaffe wird a b gelehnt, es handle sich um ein für Japan unentbehrliches Verteidigungsmittel.
dem Rücken der guten Eltern etwas gemaust wurde, um der guten Sache willen. Und so geht das tagaus, tagein zum Kriegerdenkmal, vor dem ein seltsames Metallgebirge stetig höher wächst. Nirgends sieht man einen Polizisten: der wäre ein
Der spanische Ministerpräsident Chapaprieta hat dem Staatspräsidenten den Rücktritt des Gesamtkabinetts angezeiat. Die Ursachen der Kabinettskrise liegen in der Unzufriedenheit der Regierungsparteien mit den Finanzerlassen des Ministerpräsidenten sowie in den Skandalen, durch die bekannte spanische Polittker und ihre Parteien belastet wurden.
Der Abänderungsantrag der Labourpartei zu der Antwortadresse auf die Thronrede wurde vom britischen Unterhaus mit 382 gegen 140 Stimmen abgelehnt.
In den Städten stehen sie Schlangen, um ihr Gold und Silber abliefern zu können. Die Zeitungen kommen längst nicht mehr mit dem Spendenverzeichnis nach. Selbst die Auslandsitaliener sammeln, die Soloaten schicken ihr Geld aus Ostafrika, die Fremden werden mitgerissen und geben Golddevisen. Daneben laufen die Zeichnungen auf die Kriegsanleihe. Mailand hat es bereits auf über 5 Milliarden gebracht. Und doch kann man von einer Kriegsnot noch lange nicht sprechen. Wessen wir fähig sind, sagen sie alle mit blitzenden Augen, das werdet ihr erst so richtig sehen, wenn der Befehl vom Duce kommt: Alle Mann an Bord!
Fast vier Millionen Mark spendete das devtscheVolk zwischen Mittag und Abend.
Ein großer Erfolg des Tags der nattonalen Solidarität.
Dr. Goebbels dantt Sammlern und Spendern.
Berlin, 9.Dez. (DBB.) Der Reichsbeanf- Iragle für das W h W. teilt mit: Das Sammelergebnis des diesjährigen Tages der Nationalen Solidarität beträgt für das Reich 3985676,23 Mark. Damit ist das vorläufige Ergebnis des Tages der Nationalen Solidarität 1934, das 3700000 Mark betrug, bereits um 285000 Mark überschritten worden.
Zu diesem Ergebnis veröffentlicht Reichsminister Dr. Goebbels folgendes Telegramm: „Zu der fo erfolgreichen Durchführung des diesjährigen Tages der Nationalen Solidarität spreche ich auf diesem Wege den vielen tausend Sammlern und den ungezählten Millionen Spendern im ganzen Reich herzlichsten Dank aus. Die Sammler, ob „prominent" ob „nichtprominent", haben sich opferbereit für einen Tag in die Front der ungezählten Helfer des Winterhilfswerks gestellt, die monatelang dieses schwere und manchmal auch undankbare Werk mit Freuden für die Aermsten der Armen tun. Sie haben damit in wirksamer Weise ihre Berbundenheit und Bewunderung zum Ausdruck gebracht, die Millionen Spender aber haben durch eine beispiellose Gebefreudigkeit wieder einmal der ganzen Welt bewiesen, daß das deutsche Volk sich in seinem sozialen Pflichtgefühl und in feinem nationalen
Solidarismns von keinem Bolk der Erde übertreffen läßt." ♦
Vier Millionen Mark — Fünf- und Zehnpfennigstücke, halbe und ganze Markstücke, auch Papiergeld — haben am Tage der nationalen Solidarität die Helfer des Winterhilfswerks gesammelt. An einem Tag, nein, in wenigen Stunden: vier Millionen Mark! Das ist eine Leistung, auf die nicht nur die Sammler, sondern auch die Spender stolz sein dürfen. Was hätten wohl die vielen tausend Sammler mit ihren Büchsen erreicht, wenn nicht auf der anderen Seite der Gemeinschaftsgeist geherrscht hätte! Diese andere Seite stand aber wie ein Mann zusammen, sie bildete die Front, die man ohne Uebertreibung als wirkliche Volksfront ansprechen kann. Wir wollen uns nicht in Berechnungen ergehen, wieviel warme Mittagessen für diese vier Millionen ausgegeben und wieviel Zentner Kohlen an die Hilfsbedürftigen verteilt werden können. Die Hauptsache ist, daß neben der allgemeinen Hilfsaktion vom deutschen Volke zwischen Mittag und Abend eine Riesensumme mobil gemacht wurde, die nun zu den übrigen Hilfsgeldern gelegt und mit ihnen für alle bedürftigen Volksgenossen ausgegeben werden kann. Ein neuer Sieg ist in der Winterhilfsschlacht errungen, der den des Vorjahres noch um ein Erhebliches übertroffen hat. Dieser Sieg ist gleichzeitig auch ein Denkmal der Solidarität aller Volksgenossen: der bessergestellten mit den schlechtergestellten, der gut gekleideten mit den schlecht gekleideten und der satten mit den hungrigen. Tb i e einen gaben für bie andern, sie werden auch weiter- h i n geben und beweisen, daß das Wort „Solidarität" in Deutschland Sinn und Gehalt bekommen hat.
Tung der ameri konischen Handelsbilanz an, die er als das bisher größte Aktivum für eine Beffererung der weltwirtschaftlichen Lage bezeichnete. Aber alles hängt von der Einsicht der politischen Führung in den maßgebenden Ländern ab, davon ob, wie Dr. Schacht sich ausdrückte, „die Politiker es gestatten, daß sich der beginnende Aufschwung durchsetzt". Nach den bisherigen Erfahrungen ist hier eher Skepsis als Zuversicht am Platze, wenn auch die Handelspolitik Großbritanniens als ein gutes Anzeichen beginnender Einsicht gewertet werden kann. In der deutschen Stellung bei einer etwaigen Wandlung zum Aufschwung sieht Dr. Schacht zwei Passivposten drei wertvolle und ausschlaggebende Aktiva gegenübergestellt. Die ersten bestehen in unserer Auslandsverschuldung und in der Rohstoffknappheit. Die überaus ernste Feststellung, daß unsere Einfuhr einen Stand erreicht hat, der „einfach nicht mehr unterschritten werden kann, wenn wir nicht weitgehend aus der Weltwirtschaft ausscheiden sollen", müßten in den Ländern aufmerksam gehört werden, die von uns Zahlung ihrer Guthaben erwarten. Die großen und überwiegenden Aktivposten aber sind das weltpolitische Gleichgewicht, das bie beutsche Wanblung hergestellt hat, bie Tatsache, baß Deutschland immer noch bas brittgröfjte Verbraucher- unb Einfuhrlanb ber Weltwirtschaft ist unb baß bie innere Konsolidierung Deutschlanbs jeben Versuch ausschließt, bie Krise gegen es auszunützen und arbeiten zu lassen.
Nach dem Kriege wurde in Deutschland das Wort geprägt, „bie Wirtschaft ist bas Schicksal" zur Begründung einer rein auf wirtschaftlichen Interessen gestellten Politik. Die letzten 15 Jahre haben gezeigt, daß auch vorhandene wirtschaftliche Erkenntnisse sich nicht durchsetzen können, wenn die Politik entgegengesetzte Wege geht. Das neue Deutschland hat deswegen durch Wiederherstellung ber inneren Einheit bes Reiches unb feiner äußeren Freiheit bie politischen Voraussetzungen geschaffen, burch bie Krisenzeiten zu be- stehen sind und durch die eine gleichberechtigte Teil- nähme an einem Aufschwung gesichert werden würde. An dem Tage, an dem sich diese Wandlung in der internationalen Politik durchsetzt, werden auch die Anzeichen wirtschaftlicher Entspannung, die man jetzt nur mit Vorbehalten registrieren kann, als das Ende ber Weltwirtschaftskrise gewertet werben können.
Aus aller Wett.
Heber 5000 Teilnehmer am Reichsleistungskampf.
Jrn Anschluß an das Lager ber Reichswettkampfleitung bes Reichsleistungskampses fanb in Berlin eine Führertagung b e r Deutschen Stu- b e n t e n s ch a f t statt, auf ber bie bisher vor- liegenden Ergebnisse bes Reichsleistungs- f amp fes eingehend besprochen wurden. Es zeigt sich schon jetzt, daß eine starke Belebung des ort- lichen Hochschulbetriebes eingesetzt hat. Eine Reihe Professoren hat die Vorlesungsreihe im Anschluß an bie Themenstellung bes Reichsleistungskampfes eingerichtet. Die bisher vorliegenden Meldungen haben bie Zahl von 5000 wesentlich überschritten, ein Beweis bafür, baß bas politisch-wissenschaftliche Leben sich an ben Hochschulen burchzusetzen beginnt. Ein Filmwerk von den Olympischen Spielen 1936.
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat Leni Riefen- st a h l den Auftrag erteilt, ein deutsches Filmwerk zu gestalten, in dessen Mittelpunkt die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland stehen. Dem Plan für den Film liegt der Gedanke zugrunde, die Idee der Olympischen Spiele unter den Völkern im Rahmen des neuen Deutschlands sichtbar zu machen. Die Uraufführung soll ein Jahr nach den Olympischen Spielen ftattfinben. Außerdem werden von den Wochenschauen unter Aufsicht des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda d i e Winterspiele in Garmisch gesonders verfilmt. In beiden Fällen ist bereits mit den Vorarbeiten begonnen worden.
Wildfchweinjagd zugunsten des DHW.
Im Saupark Springe (Deister) fand eine Gau» jagd zugunsten des Winterhilfs tue rks statt, an der Reichsjägermeister Ministerpräsident Göring mit zahlreichen Gästen teilnahm, darunter der polnische Botschafter Exz. Lipski, Reichsminister Freiherr von Neurath, Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk, General-
Politik und Wirtschaft.
Präsident Schacht über Aktiva und Passiva der Weltwirtschaft.
Der Reichsbankpräsident und Reichswirtschafts- minifter Dr. Schacht hat in der letzten Woche drei Reden gehalten, von denen die ersten beiden sich an die moralische und wirtschaftliche Verantwortung ber in ber deutschen Wirtschaft tätigen Personen, seien sie Betriebsführer ober Gesolg- schaftsmänner, wandten. Dr. Schacht ist dafür bekannt, daß er den M u t auch zu unangenehmen Wahrheiten hat und daß er ihn immer bann mit großer Entschlossenheit einsetzt, wenn er glaubt, baß eingerissene Irrtümer ober persönliche Unzulänglichkeiten am besten burch rücksichtslose Wahrheit befeitigt werben können. Er hat sich burch feinen Mut nicht nur bas volle Vertrauen des Führers und Reichskanzlers erworben, sondern seine Stimme wird überall, im Inland wie im Ausland, als eine unbedingt zuverlässige und ungeschminkte Interpretation der tatsächlichen Verhältnisse angesehen und respektiert. Wenn es auch nicht richtig ist, daß Dr. Schacht, wie ein ausländisches Blatt bemerkte, ber einzige Mann ist, ber die Wahrheit sagen darf, so liegt darin doch eine widerwillige Anerkennung des hohen Maßes von Kredit, den er sich auch bei ben auslän- bischen Zuhörern seiner Worte zu verschaffen gewußt hat.
An diese richtete sich vornehmlich seine letzte Rede, bie er in München vor dem „Bunbe ber Freunde ber Technischen Hochschule" über bas Thema „Deutschlanb unb bie Weltwirtschaft" gehalten hat. Das Problem, zu dessen übersichtlicher unb vollständiger Erfassung leider so viel gehört, daß nur wenige Männer, in deren Hände das Schicksal der Staaten und Völker gegeben ist, über die notwendige Einsicht und Erfahrung verfügen, ist am Ende des Weltkrieges geboren und hat seither soviele Wandlungen durch- gemacht, daß es ttotz der grausamen Lehren, bie es erteilt hat, schwer ist, die Zusammenhänge zu erkennen, und noch schwerer, die gegen-
sätzlichen Anschauungen und Interessen zu einem gemeinsamen rettenden Entschluß zu sammeln.
Bisher ist es jedenfalls nicht gelungen, und man kann nicht sagen, daß gerade die gegenwärtigen Umstände für eine rettende Tat besonders günstig seien, da der Weltwirtschaft durch den Sanktionskrieg des Völkerbundes gegen Italien neue Belastungen und Verwicklungen bevorstehen, von denen Dr. Schacht sagte, daß sie sich im einzelnen noch gar nicht übersehen lassen, außer der allgemeinen Wirkung, daß sie den in den meisten Ländern vorherrschenden Wunsch nach Autarkie, das heißt nach wirtschaftlicher Abschließung und Selbstgenügsamkeit verstärken.
Darüber, daß diese Tendenz nicht auf dem Wege zur Gesundung der Weltwirtschaft liegt und daß Deutschland in der Autarkie kein Ideal, sondern nur einen erzwungenen Notstand sieht, hat Dr. Schacht als der leitende Kopf der deutschen Wirtschaftspolitik nie ein Hehl gemacht und auch jetzt wieder den optimistischen Schwärmern für diese primitive wirtschaftliche Anschauung zugerufen, daß Autarkie immer, und für Deutschland erst recht, Armut bedeutet. Jedenfalls fällt auf die Sanktionspolitik, wenn man sie nicht allein politisch-diplomatisch, sondern auch wirtschaftlich ansieht, ein tiefer Schatten, denn von ihr kann nicht nur eine Verlängerung, sondern auch eine neue schwere Komplikation der Weltwirtschaftskrise ausgehen, deren Erkenntnis wieder mit unendlichen Opfern bezahlt werden müßte. Von den sanktionsbegeisterten Pazifisten, Gewerkschaften usw. kann man also wohl sagen: „Herr, sie wissen nicht, was sie tun!"
Das Bild, das Dr. Schacht angesichts der neuen von der Politik drohenden Unsicherheit von den Aussichten einer wirtschaftlichen Besserung entwarf, Forinte natürlich nicht sehr optimistisch sein. Dennoch fehlt es nicht an hoffnungsvollen Anzeichen. Als solches sieht er vor allem die gesunde Wand-


