Ausgabe 
10.10.1935
 
Einzelbild herunterladen

nationales Recht nach außen haben Sie, mein Führer, uns wieder gesichert. Unsere soziale Pflicht nach innen will das ganze Volk Ihnen zum Dank in diesem Winter aufs neue beweisen, auf daß eine starke und freie Ration nach außen ein stolzes, glück­liches und zufriedenes Volk im Innern beher­

berge.

Nach der Rede von Reichsminister Dr. Goebbels, die mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen aufge« nommen wurde, nahm der Führer und Reichs­kanzler das Wort zu einem eindringlichen Appell an das ganze deutsche Volk.

Mit höchster Aufmerksamkeit folgte die große Zahl der Zuhörer den klaren Ausführungen des Führers über die Probleme des Klaffen- k a m p f e s, der in Deutschland überwunden ist und der der innerlich empfundenen Gemeinschaft des Volkes Platz gemacht hat, die uns die natio­nalsozialistische Weltanschauung brachte. Beifall und Händeklatschen steigerten sich von Satz zu Satz und nahmen schließlich am Schluß der Rede Formen an, wie sie dieser Saal bisher kaum gesehen hat. Die ganze Versammlung erhob sich von den Plätzen und stimmte begeistert in das Sieg-Heil ein, das von dem Reichsbeaustrag- ten für das Winterhilfswerk, Hauptamtsleiter Hil­gen f e l d t, auf Führer und Volk ausgebracht wurde. Ein ungeheuer nachhaltiger Ein­druck bleibt von dieser wunderbaren Rede des Führers zurück. Der Appell hat die Kerzen des ganzen Volkes erfaßt. Es wird seinem Füh- rer zum dritten Mal in den Kampf gegen Hunger und Kälte folgen und auch diesen Kampf siegreich bestehen. Die Abfahrt des Führers vollzog sich wiederum unter großen Kundgebungen der auf allen Straßen und Plätzen angesammelten Menge.

Der Reichsbauernsührer ruft zum Mnterhilsswerk auf.

Deutsches Landvolk!

Der Führer hat bei der Eröffnung des dies­jährigen Winterhilfswerkes alle deutschen Männer und Frauen in Stadt und Land aufgerufen, wiederum durch beispiellose Opferwilligkeit im Geben für das Winterhilfswerk den Kampf gegen Not und Elend in unserem Volke tat­kräftig zu unterstützen. Mit derselben selbstver­ständlichen Treue, mit der das Landvolk die ver­gangenen Jahre hinter dem Führer stand, wenn er es zum Kampf und zur Mitarbeit aufrief, stellt es sich auch jetzt abermals geschlossen hinter ihn Mein Ruf ergeht daher an alle, insbe­sondere an diejenigen, denen der Segen des Him­mels in diesem Jahr eine gute Ernte beschert hat.

Auch in diesem Jahre ist der Reichsnährstand mit der Erfassung der Spenden aus der Landwirtschaft beauftragt worden. Dies be­sondere Vertrauen wird durch äußer st e Pflichterfüllung seitens der Landwirtschaft ausgewogen werden. Ich erwarte infolgedessen von sämtlichen Dienststellen des Reichsnährstandes, daß sie, wie im vergangenen Jahre, entsprechend den ihnen zugehenden Sonderanweisungen eine vor­bildliche Arbeit leisten.

R. Walther Darr6.

SpendenfürdasMnterhilfswerk

Berlin, 9. Okt. Zur gleichen Stunde, als der Führer das Winterhllfswerk 1935 eröffnete, war auch bereits eine Reihe von größeren Spenden aus allen Teilen der Be­völkerung und von zahlreichen Organisationen eingegangen. Von den Organisationen steht an der Spitze die Deutsche Arbeitsfront mit 1 Million Mark und die Reichsleitung der NSDAP, mit 500 000 Mark, von den Behörden die Gefolgschaft der Deutschen Reichs­bahngesellschaft mit 1 Million Mark. Von den Firmen der Automobil- und Autozubehör­industrie steht wieder an der Spitze die Daimler- B e n z - A G. mit 125 000 Mark; es folgen die Auto-Union mit 75 000 Mark, die Robert- Bosch - AG. mit 100 000 Mark sowie die Baye­rischen Motorenwerke AG., die Büs­sing - N A G. und die Opel AG. mit je 50000 Mark.

Von den sonstigen großen Firmen sind zu nennen die IG. Faroenindustrie mit 1 Million Mark, die Henckel & Cie. A G. Düsseldorf mit 450000 Mk., die Kaisers-Kaffee-Gesellschaft mit 210 000 Mark, der D e r s i ch e r u n g s v e r e i n deutscher Eisenbahnbediensteten, die Siemens AG. mit je 200000 Mark, die Hen­schel & Sohn AG. Kassel, die Martin Brink- mann AG. Bremen und dieInteressengemein­schaft Mitteldeutsche Stahlwerke AG. Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianhütte Dr. Flick" mit je 120 000 Mark, die Armaturenfabrik Polte Magdeburg und die Allgemeine Elektrizität.s- Gesellschaft Berlin mit je 100 000 Mart sowie Fichtel & Sachs AG. Schweinfurt mit 86 000 Mk., die Deutschen L i n o - le um-Werke mit 75 000 Mark und die Kath­reiners G. m. b. H. mit 70 000 Mark. Don den Banken sind u. a. folgende Spenden eingegangen: die Dresdner Bank, die Bank der Deutschen Arbeit und die Deutsche Bank und Diskonto-Gesellschaft je 100 000 Mark.

Vorbildliche Winterhilfsspende der deutschen Beamtinnen.

Berlin, 9. OtL (DRV.) Die weiblichen Wilglieder des Reichsbundes der deutschen Beamten haben während der Sommermonate des Iahres etwa 4 0 0 0 0 Klei­dungsstücke flllerllrt hergestellt. Der Reichs­bund der deutschen Beamten hat diese handgearbei­teten neuen Kleidungsstücke zum Auftakt des dies­jährigen Winterhilfswerkes den Gaubeauftragten für das Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Diese vorbildliche Spende der deutschen Beamtinnen soll aber nur ein Auftakt zu einer noch größeren, erfolgreicheren Hilfsbe­reitschaft in diesem Winter sein.

Oie Winterhilfsspende der Reichstagsfraltion.

Berlin, 9. Okt. (DNB.) Für das Winterhilfs­werk 1935/36 hat die Reichstagsfraktion den Be­trag von 20000 Mart überwiesen. Außerdem zahlen die Reichstagsabgeordneten für die Monate Oktober 1935 bis März 1936 lau­fende Winterhilfsbeiträge von monat­lich rund 26 000 Mark.

Deutscher Wahlsieg im Memelland.

Trotz schlimmster Fälschungsmanöver behauptet das Deutschtum auch im neuen Memel­landtag seine 23 Sitze gegen nur 5 Sitze litauischer Parteien.

Nun sind im Memelland die Würfel gefallen: Dor aller Welt ist bewiesen, daß trotz unerhörter Schikanen, trotz offenbaren Wahlbetruges und trotz unerhörter Begünstigung des litauischen Elementes durch die Kownoer Regierung dergroße Schlag" nicht geglückt ist. Mit überwältigen­der Mehrheit hat sich das Deutschtum im Memel­gebiet erneut behauptet, hat einen Sieg davon ge­tragen, der um so höher x u werten ist, als er gegen die brutale Gewalt der litauischen Macht­haber, gegen die Vergewaltigung des Geistes und gegen die konzentrierte Haßpropaganda errungen wurde, die seit vielen Monaten aus den letzten Bauern und den letzten Arbeiter der deutschen Ost­mark hernieder geprasselt ist.

In keinem Lande der Welt, das angeblich parla­mentarisch regiert ist, wäre es möglich, daß die Viersünftel-Mehrheit eines Parlamentes nicht besser, ondern schlechter behandelt würde als eine Minderheit. Die vier oder fünf Abgeordneten, die

Memfl

0

TiU*

Kowno

CinnbiuMfn

Königsberg 0

Schnallt- br ingKCM.

yWillkifchit ßagwit

die Großlitauer bisher in den Landtag entsandt haben, beherrschten, gestützt auf die Bajonette litauischer Soldateska, das aus 29 Köpfen be­stehende Parlament. Ein litauisches Direktorium löste das andere ab. Ein litauischer Gewalthaber nach dem andern wurde entgegen allem Recht und aller Gerechtigkeit als Kommissar der Kownoer Zwergdiktatoren ins Memelland geschickt, um das Deutschtum zu knechten und um Handlanger zu sein für die völkerrechtswidrigen Absichten, dre man in Litauen gegenüber dem Memelstatut und gegenüber den verbrieften Autonomierechten des Landes hegt.

Seit vielen Jahren herrscht im Memelland der Ausnahmezustand. In seinem Schutze wurde am 25. Januar dieses Jahres das neue Wahl­gesetz erlassen, das praktisch vielen Tausenden wahlberechtigter deutschstämmiger Bürger den Gang zur Wahlurne unmöglich machte und aus der ande­ren Seite vielen Tausenden nichtwahlberechtigten litauischen Staatsangehörigen die Möglichkeit er­öffnete, ihre Stimme abzuaeben und so die wahre Volksmeinung und den wahren Charakter des Lan­des zu verfälschen.

Eine ganze Liste von Kategorien memelländischer Bürger fiel unter die Nichtigkeitsbestimmungen, die die Wahlfähigkeit und die Wählbarkeit einschränk­ten. Darunter zählten ganz nach der Willkür des Kriegskommandanten Beamte mit deutscher Mut­tersprache, Angehörige von Vereinen und Verbän­den, die auch nur von weitem irgendwelcher deutsch­freundlicher Bestrebungen verdächtigt werden konn­ten. Es blieb litauischen Wahlkommissionen über­lassen, ob sie die Ausweise der Wähler mochten sie noch so einwandfrei sein als gültig ansehen wollten oder nicht, es gab keine Berufungsinstanz gegen Einsprüche dieser Art, es sei denn, sie hätte aus fanatischen Litauern bestanden.

Nur mit einem haben die Neunmalklugen in Kowno nicht gerechnet: mit der unbestreitbaren Tatsache, daß das Memelvolk eben trotz aller Beein­flussungsversuche im innersten Kern deutsch fühlt und daß es durch die Drangsale der letzten Jahre nicht nur nichtbekehrt" worden ist, sondern daß allmählich der Litauer zum Erbfeind gewor­den ist, zu dem es keinerlei Beziehungen gibt und mit dem keine Kompromisse möglich sind. Und dann vergaß man in Kowno, daß selbst die bestausgeklü­gelten Schiebungen ans Tageslicht kommen müssen, wenn die Oeffentlichkeit der ganzen Welt ihr Auge auf die Vorgänge richtet, die der Führer und Reichs­kanzler in seiner großen Rede in Nürnberg so scharf und unbarmherzig gegeißelt hat.

Nach dem nun in rohen Umrissen bekannt gewor­denen Wahlergebnis, das endlich nach zehn Tagen ausaebrütet werden konnte, nachdem einmal d,je li­tauische Verwaltung ihre völlige Unfähigkeit zu or- Sanisatorischen Maßnahmen bewiesen hat, bleibt trotz er zahllosen Einbürgerungen großlitauischer Staats­angehöriger und trotz der infamen Schwierigkeiten, die man der deutschstämmigen Bevölkerung berei­tete, alles beim alten. Es verbleibt bei der großartigen Tatsache, daß das Stimmenverhälnis und damit das Verhältnis der Sitze im Landtag sich nicht merkbar geändert hat, daß damit also in der Tat die Schlagkraft des Deutschtums nicht kleiner, sondern größer geworden ist; ganz abgesehen davon, daß dieser Wahlsieg in der ganzen Welt als die endgültige Behaup­tung des Deutschtums im Memelland aufzufassen sein wird, und daß nun endlich Litauen keine Möglichkeit mehr besitzt, sich mit Ausflüchten und mit Winkelzügen aus der Affäre zu ziehen.

Die Pariser ZeltungPetit Journal" knüpft an die Wahl und sein Ergebnis die Schlußfolgerung, daß nunmehr ein Direktorium aus deutsch- stämmiaen Abgeordneten berufen werden muß. Ob Litauen sich zu diesem Schritt entschließen wird oder ob es das Memelstatut endgültig außer Kraft zu setzen beabsichtigt, das wird sich noch Her­ausstellen. Jedenfalls wird Deutschland auf die nun­mehr beginnende Auseinandersetzung ein sehr wach­sames Auge haben.

Verlegenheit in Kowno

Tilsit, 9. Okt. (DNB.) Das Ergebnis der Wahl hat bei der memelländischen Be­völkerung keine besondere lieber- raschung mehr hervorgerufen. Die bereits vor der Wahl durchgedrungene Annahme, daß der durch Einbürgerungen und sonstige Wahlvergünstigungen für die Litauer au erwartende Zuwachs an Stim­men durch die Flucht der enttäuschten früheren An­hängerschaft aus dem litauischen Lager ausgewogen wird, hat sich durchweg bestätigt. Das schleppende Auszählungsgeschäft hat auch dazu beigetraaen, daß die litauische Oeffentlichkeit von einer plötzlichen

Ueberraschung über den durch dieses Wahlergebnis festaeftellten Mißerfolg der litauischen Memelpolitik verschont blieb. In politischen Kreisen Kownos herrscht naturgemäß Verlegenheit.

Der Eindruck in Schweden.

Trotz litauischer Wahlmanöver ein großer deutscher Erfolg.

Stockholm, 9. Okt. (DNB.)Deutscher Sieg im Memelgebiet", so lauten die fettgedruckten Schlagzeilen in fast allen Zeitungen.Nya Dagligt Allehanda" stellt fest, daß der Wahlausgang für Litaueneine Niederlage und eine Ent­täuschung bedeute." Die litauischen Parteien seien im Memelgebiet stets sehr schwach und die Be­völkerung vorwiegend deutsch gewesen. In Anbetracht der Verhältnisse, unter denen die Wahl erfolgt sei, müsse das Ergebnis zweifellos als ein bedeutsamer deutscher Erfolg angesehen

werden, denn die litauische Regierung habe mit allen Mitteln eine freie Wahlzu verhrn» dern gesucht. Allein bis zum 1. April sei fünf* tausend eingewanderten ßitauern, darunter auch Saisonarbeitern, die Staats­bürgerschaft und das Wahlrecht D ^_r worden, gleichzeitig habe man viele Deutsche ihres Staatsbürgerrechtes beraubt Auch in Bezug auf die W a h l p r o p a g and a seien die Parteien nicht gleichgestellt gewesen. Alles deute darauf hin, daß Litauen das Wahlergebnis mit Absicht zu verfälschen versucht habe. Das Blatt glaubt, daß die deutsche Forderung auf L o sung der unhaltbaren Lage des Memel­gebietes nichts von ihrer Schärfe einbüßen werde. Deutschland habe den Ausspruch von Woldemaras nach den Landtagswahlen im Jahre 1925 nicht ver­gessen, wonach die Wahlen das erste deutliche Zei­chen dafür seien, daß sich das Memelgebiet gegen Litauen richte und wieder zu Deutschland zurückkehren wolle.

Das schwierige Zählgeschäst in Memel.

..i.iijc j-rL-j-rL-.TT.wii __iii innun^.______jj,^f -TrmLU.u..i. jüJUffmWTF*1' "'"TTT7?

gggr i;

& Az&m

* ' M

ßMMM 5 : /»

Die Zähler in der Aula des litauischen Gymnasiums in Memel. An den Tischen in der Mitte die Mit­glieder der Wahlkommission, die die Zäyler beaufsichtigen. Im Vordergrund werden die einzelnen Stimmzettel auf Kartons verteilt. Man sieht deutlich, daß einzelne Kartons fast gefüllt sind, während andere (hierbei handelt es sich um litauische Stimmen) eine gähnende Leere aufweisen. (Weltbud-M.)

Offensichtlicher Bankrott des litauischen Terrorregimes.

kowno, 9. Oki. (DNB.) lieber die bisherige Auszählung der INemelwahl werden von der £i- lauischen Telegraphenageniur folgende Angaben mif- gefeilt: Es wurden außer den Stimmen der Nach­wahl im Stimmbezirk Meszen 1 914 883 gültige Stimmen festgestellt. Davon entfallen auf die Memelländifche Einheitsliste 1 552 679, auf den Verband der Litauer 140871, auf das Zentrum der litauischen Landwirte 80573, auf die Litauische Arbeiterver­einigung 142 760, insgesamt auf die litauischen Listen 362 204 Stimmen. Bei der Nachwahl wur­den in dem Stimmbezirk Meszen von 1478 Wahl­berechtigten 1323 Stimmen abgegeben. Auf Grund dieser Feststellung werden die litauischen Li­sten fünf Mandate erhalten und zwar der Verband der Litauer 3 und das Zentrum der litaui­schen Landwirte und die Arbeiterpartei zusammen 2. Auf die Einheitsliste entfallen siche r 23 Mandate. Das restliche Mandat muß noch errech­net werden.

Auf die einzelnen Kandidaten der Ein­heitsliste entfallen durchweg 53 000 bis 54 000 Stim­

men, während auf die litauischen Listen die höchste Ziffer von 5441 Stimmen nur auf Gallus ent­fielen, die übrigen Kandidaten aber teilweise noch weit darunter blieben.

Das endgültige Ergebnis wird die Wahl- kreiskommifsion am Montag, den 14. Oktober, be- tanntgeben. Nach dem Gesetz gilt die Wahl erst dann als abgeschlossen und der Landtag als gewählt, nach­dem der Wahlkreisausschuß die endgültig festgestell- ten Listen der Abgeordneten veröffentlicht hat. Beschwerden gegen die Rechtsmäßigkeit dürfen nicht später als fünf Tage nach der Ver­öffentlichung der geordneten Liste bei dem Dahl­kreisausschuß erhoben werden, worauf das ober­ste Tribunal nicht später als zehn Tage nach Einreichung der Beschwerden seine Entscheidung tref­fen und veröffentlichen muß. Der Landtag tritt 1 5 Tage nach der Wahl, also 15 Tage nach der Veröffentlichung der amtlich festgestellten Abgeord­netenliste zusammen. Die Einberufung sowie die Feststellung des Termins für den Zusammen­tritt des Landtages erfolgt durch den Gou­verneur.

©

irb Litauen die Folgerungen ziehen?

Englische Blätter zum Ausgang der Memeiwahlen,

London, 10. Okt. (DNB. Funkspruch). Der deutsche Wahlsieg in Memel wird von der eng­lischen Presse als eine Selbstverständlich­keit ausgenommen, mit der man trotz der litau­ischen Wahlmanöver von vornherein gerechnet habe. Man betont, daß das Ergebnis eine schwere Enttäuschung für ß H auen sei, das auf eine Verbesserung der litauischen Vertretung im Landtag gehofft habe.

DieTimes" schreibt, es sei nun zu hoffen, daß der deutsche Erfolg die litauische Regierung über­zeugen werde, ihre Stellungnahme gegenüber dieser außerordentlichenMinderheit" zu ändern. In Kowno habe die Niederlage der litauischen Seite eine niederschmetternde Wirkung aus­gelöst. Die litauische Regierung habe vielleicht ge­hofft, daß ihre Anhänger genügend Sitze im Land- taa gewinnen, um die Bildung eines geschäfts­fähigen Parlaments zu verhindern. In diesem Falle hätten die Litauer den Landtag ohne eine offene Verletzung des Statutes kontrollieren können. Litau­ens Enttäuschung werde kein Bedauern in England oder Frankreich finden, wo niemand die Vermeh­rung der internationalen Schwierigkeiten durch ein neues Problem wünsche. Anscheinend erkenne die litauische Regierung nicht die Gefahr einer Politik, die zum großen Teil durch Sowjetrußland inspiriert werde. Was habe Litauen von der Vermehrung des Streites mit der Bevölkerung seines einzigen Hafens zu gewinnen.

Man erkenne vielleicht in Kowno nicht genug, daß die eigentliche Existenz Litauens von der

Beseitigung von Reibungsursachen zwischen seinem großen Nachbarn abhänge. Besucher, die zur Wahlzeit in Memel waren, hätten die Ueberzeugung mitgenommen, daß eine Katastrophe für Litauen her­aufzuziehen beginne, falls die Kownoer Regierung nicht bemüht sei, sich mit den Memelländern auf guten Fuß zu stellen. Zwischen Memel und dem übrigen Litauen bestehe eine eindeutige kulturelle und wirtschaftliche Grenze. Zwischen den großen wohlgepflegten Feldern des Memelgebletes und der Armut und Trübseligkeit der litauischen Landschaft bestehe ein starker Kontrast. Die Memelländer be­fürchteten, daß ihr Lebensstandard auf das litauische Niveau herabgezogen wird.

Meine politische Nachrichten.

Aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages Kö­nig Alexanders von Jugoslawien wurde in Oplenatz am Grabmal König Alexanders eine feierliche Messe gelesen. Zu dieser Feier­stunde waren auch König P et e r, die Königin- Mutter Marie, Prinzregent Paul und die ande­ren Mitglieder der königlichen Familie erschienen.

Die Herzogin von Kent, Schwiegertochter des Königs von England, wurde in London von einem Sohn entbunden. Mutter und Kind befinden sich wohl. Die Eltern der Herzogin, Prinz und Prinzessin Nikolaus von Griechenland sowie ihre Schwester GrEfinTörring befinden sich in London,