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Wirtschaft.

Oie Znduftrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

1033: Neue belgische Dertragszollsätze für die deutsche Einfuhr.

1034: Einfuhrkontingentierunden für bestrichenes Papier und Karton m den Niederlanden.

1035: Bekanntmachung KP 6 der Ueberwachungs- ftelle für unedle Metalle vom 6. August 1935, betr. Kurspreis für unedle Metalle.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehniarkt. Die lebhafte Nachfrage nach Schlachtvieh hat sich in der verflossenen Woche noch verstärkt. Die Märkte wurden schon bald nach Beginn geräumt, insbesondere die guten Tiere waren meist in den ersten Minuten vergriffen. Allgemein zeigte das angetriebene Dieh in dieser Woche gute Qualitäten, so daß auch zumeist höhere Preise erzielt wurden.

Der Großviehmarkt wär mit 875 (721) Tieren beschickt. Bei stürmischem Geschäftsgang waren gute Tiere zu den festgesetzten Höchstpreisen schnell verkauft, wogegen mittlere und geringe Qualitäten im Preise etwas nachliehen, ganz be­sonders bei Ochsen.

Trotzdem der Sch weine markt eine erhöhte Zufuhr (4324 gegen 4117) aufwies, konnte der Be­darf nicht gedeckt werden. Bei sehr lebhaftem Ge- schäft wurde der Markt in der ersten Viertelstunde zum Höchstpreis geräumt.

Der K ä l b e r m a r k t hatte eine Verhältnis- mäßig schwache Zufuhr mit 1108 (1291) Stück, was einen lebhaften Verkauf und um 2 bis 4 Mark steigende Preise zur Folge hatte.

Der S ch a f m a r k t hatte trotz höherer Be­schickung (130 gegen 113) und der warmen Witte­rung lebhaftes Geschäft, so daß bei etwas höheren Preisen ebenfalls schnell verkauft wurde.

Der Fleifchgroßmarkt war, wenn man von den Tieren der Reichsstelle absieht, relativ schwach beschickt, so daß die Bestände zu den letzten Preisen bald geräumt waren. Fettwaren zogen im Preise etwas an.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Die nunmehr seit sieben Wochen anhaltende Trockenheit hat auf den F u t t e r m i t t e l m a r k t einen befestigenden Einfluß genommen. Das Ge­schäft hat nach der vor etwa einem Monat einge­tretenen Entspannung wieder angezogen, auck die Preise liegen wieder fester. Wenngleich der Land­wirtschaft wirtschaftseigenes Futter reichlich zur Verfügung steht, so zeigte sie dennoch wieder ver­stärkte Nachfrage, insbesondere nach hochwertigen Artikeln. Oelhaltige Futtermittel waren jedoch nicht angeboten, so daß der Bedarf nicht befriedigt wurde. Auch Mischsutter mit hohem Gehalt an öl­haltigen Artikeln konnte nur in kleinen Mengen ab­gegeben werden. Ferner war Kleie wegen des z. Zt. schwachen Mehlabsatzes kaum angeboten. Die Umsätze beschränkten sich somit in der Hauptsache auf Nach- und Futtermehle, in denen sich das Geschäft bei erhöhten Preisen merklich belebt hat, nachdem sie eine geraume Zeit kaum verwertbar waren. Auch Kartoffelflocken werden gefragt, doch scheitern Abschlüsse an den hohen Forderungen. Das Treberangebot ist infolge der lebhaften Nachfrage der Mischfutterfabriken sehr knapp geworden, was eine weitere Preiserhöhung zur Folge hatte.

Rauhfuttermittel liegen ruhig, insbe­sondere ist Stroh kaum gefragt, während für Heu hin und wieher Umsätze zu verzeichnen sind.

Das Geschäft in Neu-Getreide hat sich noch nicht stärker belebt. Obwohl das Angebot an Kon­tingentsgetreide ausgenommen wird, zeigen die Mühlen im Einkauf Zurückhaltung. Auf der neuen Grundlage der Augustpreise wurde R o g g e n nur in kleinen Mengen gekauft. Für Weizen kamen einige Abschlüsse zur Lieferung ab 16. August und vereinzelt für spätere Liefertermine zustande, doch handelte es sich bisher mengenmäßig um kleine Umsätze. Für altes Getreide bestand keine Nachfrage mehr. Sehr groß war das Angebot in frei verfügbarem Neugetreide, insbesondere von Roggen, das für sich aber bisher keine Verwen­dungsmöglichkeiten zeigten.

Am Futtergetreidemarkt rft das An­gebot in Wintergerste sehr stark zurückgegangen, während der Bedarf ziemlich groß bleibt. In leich­ter Sommergerste hat sich noch kein größeres Ge­schäft entwickelt. Das Angebot in altem Hafer ist wieder klein geworden, zu den hohen Preisen ist aber auch die Nachfrage gering, zumal neuer Hafer bereits angeboten wird.

Das M e h l g e s ch ä f t verlies weiter sehr still. Man kaufte nur den notwendigsten Bedarf zu Ta­

gespreisen. Der Markt hat keinerlei Anregung, da die am 15. August bzw. 15. September in Kraft tretenden neuen Roggen- und Weizenmehlpreise noch nicht bekanntgegeben sind. Abrufe auf alte Kontrakte waren gut.

* Die Reichsbank kauft Reichsbank­schecks. Die Reichsbank kauft neuerdings im Rahmen ihres Diskontgeschäftes auch Reichsbank­schecks, und zwar im Betrage bis 3000 Mark an. Die Schecks müssen jedoch auf eine andere Reichs- bankanstalt lauten als die, der sie zum Kauf an­geboten werden.

Mein-Mainische Börse.

Mtlagsbörse still.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Die derzeitige Ge­schäftsstille an der Effektenbörse infolge des star­ken Mangels an Kundschaftsaufträgen kann kaum noch überboten werden. Für die heutige Börse fehl­ten zudem noch irgendwelche Anregungen, so daß die Aktienmärkte nahezu stagnierten. Trotzdem erhielt sich der freundliche Grundton, da anderseits auch kein Angebot an die Märkte gelangt. Die Kurse waren wieder nur um Prozentbruchteile gegen die Abendbörse verändert. Etwas Nachfrage verzeich- noten wieder Elektroaktien, die bei kleinsten Umsätzen meist 0,25 bis 0,50 v. H. höher notierten. Rhein. Elektro, Mannheim, gewannen 1 v. H. Der Mon­tanmarkt lag geschäftslos. Harpener, Rhein. Braun­kohlen und Hoefch kamen unverändert, Mansfelder 0,25 v. H. freundlicher zur Notiz. Auch chemische Werte hatten nur kleinsten Umlatz, IG- Farben unverändert 158, Deutsche Erdöl minus 0,13 v. H. Schiffahrtsaktien lagen behauptet, AG. für Ver­kehrswesen eröffneten 0,50 v. H. höher. Leicht be­festigt waren außerdem Cement Heidelberg, Fein­mechanik Zetter, Kunstseide AKU. und Deutscher Eisenhandel. Andererseits bröckelten Feldmühle Pa­pier 0,25 v. H., Moenus Maschinen 0,13 v. H. ab. Gut behauptet lagen Reichsbank, Daimler und Jul. Berger.

Auch am R e n t e n m a r k t lag keine Anregung vor, die Umsätze waren ebenfalls geringfügig bei zumeist unveränderten Kursen. Späte Reichsschuld­buchforderungen lagen mit 97,25 bis 0,40 etwas höher, dagegen zeigte sich in Kommunal-Umschul- düng eher Angebot. Don fremden Werten waren Ungarn bei kleinem Umsatz etwas höher. 4 v. H. Goldrente 10 (9,90), 1914er 9,90 (9,80).

Im Verlaufe herrschte fast völlige Geschäftsstille. Montanpapiere sowie einige Nebenwerte bröckelten etwa 0,25 bis 0,50 v. H. tfb, während Elektroaktien ziemlich unverändert lagen, nur Gesfürel gaben 0,65 nach und Licht & Kraft ermäßigten sich auf 136 (136,75). Die später notierten Werte lagen in den meisten Fällen nur knapp gehalten. IG. Far­ben lagen unverändert freundlich, wenn auch bei kleinsten Umsätzen.

Der Rentenmarkt erfuhr keine Veränderungen. Die Tendenz ist gut behauptet, teilweise eher fester. Das günstige Ergebnis aus die neu aufgelegten Schatzanweisungen der Reichsbahn gibt dem Markt einige Anregung, wenn auch kursmäßige Auswir­kungen bisher kaum zu verzeichnen find. Auch heute berichten die Zeichnungsstellen von einem sehr be­friedigenden Zeichnungseingang. Pfandbriefe und Stadtanleihe lagen unverändert, Liquidationspfand­briefe notierten etwas ungleichmäßig. Auslandsren­ten lagen später still, 1914er Ungarn bröckelten auf 9,90 ab. Tagesgeld unverändert 2,75 o. H.

Abendbörse freundlich.

An der Abendbörse war die Haltung nach den leichten Abscbwächungen im Mittagsverkehr etwas freundlicher, da einige Aufträge Vorlagen, doch blieb bas Ausmaß der Umsätze ziemlich klein. Die Ber­liner Schlußnotierungen lagen zumeist gut behaup­tet. Nachfrage zeigte sich nach IG. Farben zu 158,50 (158,13), ferner gewannen Gesfürel mit 129,50 bis 130,50 v. H., Deutscher Eisenhandel erhöhten sich auf 107 (105,50) und nachbörslich auf 107,50 Geld. Etwas niedriger lagen nochmals Scheideanstalt mit 239 (239,50). Am Kassamarkt kamen Henninger Bräu n. P. mit 124 (122) zur Notiz. Am Renten­markt lagen Altbesitz mit 111,75 5 Pf., IG. Farben- Bonds mit 132,25 0,40 o. H., 4,50 v. H. Stadt München von 1929 mit 95,25 0,25 o. H. fester. Don fremden Werten zogen ungarische Anleihen weiter an, auch ungarische Vorkriegspfandbriefe notierten etwas höher, kleines Interesse zeigte sich auch für mexikanische Anleihen.

U. a. notierten: Altbesitz 111,75, 4 o. H. Stahl­verein 94, IG. Farben-Bonds 132,25, 1913er Un­garn 10, do. 1914er 10, 4 v. H. Goldrente 10,25, 5 v. H. innere Mexikaner 5,60, 5 v. H. äußere Gold 11,75, 4,50 v. H. Irrigation 7,50, Commerz­bank 90,65, DD.-Bank 90,25, Harpener 117,25, Mannesmann 93,25, Rheinstahl 116, Stahlverein 86,75 bis 86,90, AKU. 62,50, Bekula 141,75, Daim­ler 98,50, Scheideanstalt 239, Dt. Eisenhandel 107, Licht & Kraft 136, IG. Farben 158,50, Gesfürel

129,50 bis 130, Holzmann 94, Moenus 88,90, RWE. 136,75, Siemens 184, Südd. Zucker 196, Henninger Bräu 124, Reichsbahn-DA. 123,75, Hapag 16,50, Nordd. Lloyd 17,75.

Frankfurter Eierrnarkt.

Frankfurt a. M., 9. August. Die Zufuhren in Frischeiern blieben sehr klein und haben sich auch nach der neuen Festsetzung der Eierpreise nicht gebessert. Indessen rechnet man in allernächster Zeit mit größeren Lieferungen holländischer Eier, außer­dem werden ab 1. September ausreichende Zufuhren von Balkaneiern zur Verfügung stehen, so daß die augenblickliche Knappheit bald behoben sein dürfte. Der Groß- und Kleinhandel wird bisher in stei­gendem Umfange mit Kühlhauseiern versorgt, die auch vom Konsum angesichts ihrer hervorragenden Qualität gern gekauft werden. Das Geschäft blieb lebhaft, die zugeteilten Mengen wurden glatt ge­räumt.

Es notierten in Pfennigen pro Stück frei Frank­furt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Klein­

handel): Deutsche Markeneier Kl. S 12,25 bis 12,50, Kl. A 11,50 bis 11,75, Kl. B 10,75 bis 11,25, Kl. C 10 bis 10,50, Kl. D 9,25 bis 9,75. Holländer S 12 25 A 11,50, B 11. Deutsche Kühlhauseier: S 10,75 bis 11, A 10,25 bis 10,50, B 9,75 bis 10, C 9,25 bis 9,50, D 8,75 bis 9.

Frankfurter Buttermarkt.

Frankfurt a. M., 9. August. Das Anaebot in deutscher Butter zeigte eine saisonmäßige Abnahme, doch waren die Zufuhren noch so, daß der Bedarf befriedigt werden konnte. Gewisser Mangel bestand jedoch in feiner Molkereibutter. Außerdem wird holländische Butter zur Zeit nur knapp angeboten. Das Geschäft nahm trotz der heißen Witterung einen glatten Verlauf.

Es notierten in RM. pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an Den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 144 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 143, deutsche Molkereibutter 140. Landbutter 125, Kochbutter 115 bis 120. Holländische Butter 144 bis 145.

Oberheffen.

Ein Fahrraddieb verhaftet.

* Lollar, 10. Aug. In einer hiesigen Gast­wirtschaft wurde am Donnerstagabend ein f a st neues Herrenfahrrad, das einem in der Wirtschaft weilenden Gast gehörte, gestohlen. Gestern wurde der Dieb in Dau bringen von der hiesigen Gendarmerie gefaßt, als er gerade dabei war, das Rad zu verkaufen. Der Spitzbube ist der 38 Jahre alte Richard Johann B u g i e l, geboren in Lipehne, der erst vor kurzer Zeit aus dem Zuchthaus entlassen worden war und sich nun schon wieder straffällig gemacht hat. Der Täter wurde nach Gießen in das Gerichtsgefäng- n i s eingeliefert. Das Fahrrad konnte dem Be­stohlenen zurückgegeben werden.

Verhütet Waldbrände.

* Schotten, 9. August. Das Kreisamt Schotten gibt bekannt, daß mit Rücksicht auf die außergewöhnliche Trockenheit und die dadurch be­stehende erhöhte Gefahr von Waldbränden das Rauchen in Waldungen und in einer Ent­fernung bis 20 Meter vom Walde sowie das Feueranzünden außerhalb von Gebäuden im Walde und im Umkreis von 20 Meter davon verboten ist. Gegen Zuwiderhandelnde können Geldstrafen bis zu 90 Mark verhängt werden.

Wiedereröffnung

des Lauterbacher Heimatmuseums.

* Lauterbach, 10. Aug. Arn morgigen Sonn­tag wird das Lauterbacher Heimatmuseum wieder- eröffnet. Die neue Ausgestaltung des Museums ist für den Kreis Lauterbach insofern recht bedeutungs­voll, als in ihr ein wertvolles Stück Heimatge­schichte des ganzen Kreises ihren Ausdruck findet. Fast alle Orte des Kreises haben ausstatten helfen. Am heutigen Samstagabend findet aus Anlaß der Wiedereröffnung des Museums im Hohhaus ein Konzert statt. Der Sonntagvormittag bringt die eigentliche Eröffnungsfeier mit Konzert, Ansprachen und der Schlüsselübergabe.

Landkreis Gießen.

# Heuchelheim, 10. August. Nach einer alten Sitte ist in unserem Orte immer bis zur Kirmes alle Frucht gedroschen und die Ernte eingebracht. Manche Jahre hielt dies, durch unbeständiges Wetter beeinträchtigt, recht schwer. Bei der anhaltenden Trockenheit der letzten Wochen ging aber in diesem Jahr die Einbringung der Ernte sehr schnell vonstatten. Vier Dreschmaschinen arbeiten schon einige Wochen hier, und wenn man heute durch die Felder geht, ist alle Frucht ver­schwunden.' Mit dem Ablauf dieser Woche wird hier alles gedroschen sein, also schon 8 Tage vor der Kirmes. Das Ergebnis der Getreideernte kann bei uns als befriedigend bezeichnet werden. Die Dürre der letzten Wochen hat aber große Futter­knappheit eintreten lassen. Auch die Kartoffel- und die Dickwurzfelder haben unter der großen Trocken­heit sehr gelitten.

< Grohen-Linden, 9. August. Von der Ortsgruppe Großen-Linden der Deut­schen Stenographenschaft nahmen vier Mitglieder an dem Leistungsschreiben während des Stenographentages in Frankfurt teil. Die Teil­nehmer errangen folgende Preise: Schnellschreiben:

Abteilung 120 Silben Ida Fett hervorragend;

Abteilung 100 Silben Karl Weinandt hervorrag.; Abteilung 80 Silben Otto Jung hervorragend; Abteilung 80 Silben Erwin Keßler sehr gut; Schön- und Richtigschreiben: Erwin Keßler gut. tn. Lang-Göns, 9. Aug. Bis auf einen klei­nen Rest von Hafer ist auch in der hiesigen Gemar­kung alles Getreide eingefahren wor­den. Zur Zeit sind vier Dreschmaschinen hier tätig,

zwei im Felde, zwei in den Hofen der Bauern. Mit dem Druschergebnis können die Bauern zufrieden sein. Die Futterknappheit macht sich äußerst unangenehm bemerkbar. Ein durchdringender Land­regen wäre sehr nötig, damit Klee und Gras nach­wachsen können. Das Kraut Der Frühkartof­feln ist bereits abgestorben. Sie werden eben ge­erntet. Der Ertrag ist verhältnismäßig gut. Wie es mit den Spätkartoffeln werden wird, ist noch ganz ungewiß. Zum Teil zeigen sie noch einen auten Stand, zum Teil werden die Blätter auch schon dürr. In der jetzigen Trockenperiode ist es ein Glück, daß unsere Gemeindeverwaltung vor einigen Jahren eine Zusatz - Wasserleitung erbauen ließ, die mit einer elektrischen Pumpe das Wasser aus einer Quelle und einem Brunnen in die Hauptleitung pumpt, sonst wäre es schlimm mit der Wasserversorgung bestellt. Trotzdem herrscht auch zur Zeit große Wasserknappheit, daß an den Nachmittagen von 14 bis 18 Uhr die Leitung abgestellt werden muß.

(!) Grüningen, 9. August. Von der Kirchen­regierung wurde Pfarrverwalter E. Frdr. Walter aus Nierstein mit der Verwaltung der hiesigen P f a r r st e l l e betraut. Der neue Pfarrer hält am Sonntag, 11. August, feine Antrittspredigt.

! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 9. August. Infolge des günstigen Erntewetters find fast alle Fruchtfelder geleert. Leider gab es bei dem Einfahren durch die große Hitze ziemlichen Körnerausfall. Die Dreschmaschi­nen sind überall in voller Tätigkeit. Der Kör­ne r e r t r a g ist im allgemeinen doch nicht so gut, wie erwartet wurde, weil das Getreide bet der großen Hitze zu schnell reifte. Die Frucht, ins« besonders der Roggen, die sich vor der Blüte ge­legt hatte, hat fast ausnahmslos ganz kleine und schlechte Korner. Den besten Erttag geben Wei­zen und Hafer. Man kann also von einer guten Mi11elernte sprechen. In fast allen Feldern sind zahlreiche Aehrensaxnmler, in der Hauptsache Kinder, bei ihrer mühsamen Arbeit. Sie bringen oft ganz erhebliche Mengen von Aehren nach Hause. Unseres Wissens besteht auch nirgends ein Leseverbot, wie das in früheren Jahren der Fall war. Arme und erwerbs­lose Volksgenossen können sich durch das Aehren- lesen eine gewisse Nebeneinnahme sichern. Zu be- arüßen ist es auch, daß die meisten Dreschmaschinen­besitzer sich bereit erklärens die gesammelten Aehren, meistens ohne Entgelt, zu dreschen. Die große Trockenheit wirkt sich auf den Feldern sehr unangenehm aus. Klee und Gras zeigen fast keinen Nachwuchs. Auch der Mais, der sonst in trocke­nen Jahren als guter Futterersatz einfprinqen mußte, ist ganz klein geblieben und zeigt dürre Spitzen. In der Hauptsache ist dies der deutsche und ungarische Mais. Die Wiesen sehen ganz verbrannt aus, die Grummeternte wird sehr schlecht ausfallen. In den Gärten und auf hen Baum- ft ü cf e n ist es am schlimmsten. Vielerorts besteht das Verbot, wegen der Wasserknappheit zu gießen. Das Gemüse ist stark zurückgeblieben und zeigt überall die Drehkrankheit, die sogenanntenfalschen Herzen". Auch die Kohlhernie macht sich breit. Zu allem kommen nun die Massen von Kohlweiß­lingen, die mit der Eiablage beginnen. Bohnen und Gurken bringen nicht viel ein und sterben ab. Die Zwetschenbäume, die ziemlich gut angesetzt hatten, bekommen gelbe Blätter und lassen die Früchte fallen. Auch zahlreiche Aepfel fallen ab. Die Frühkartoffelernte ist in vollem Gange. Hier ist das Ergebnis verhältnismäßig gut, weil bei ihnen noch die letzten Regenfälle wirken konnten. Die S p ä t f a r t o f f c I n auf leichten Aeckern sterben auch schon ab. Hier fann auch ein Regen nichts mehr helfen. Die Ernte wird sehr knapp ausfallen. Am besten stehen noch

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Oatum

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 6'/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Auslos.-Rechten .............

4/t% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, 1.......

6% et)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 srückzahlb. 102%) ............

4y,% ehe in. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........

5y,% ehem. Hess. LandcS-Hypo- lhekenbank Darmstadt Liaut ...

4y»% ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Goldschuldverschr. R.6

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auolos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelobl. An­

leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten

*Vi% chem.8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

6%% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Psandoriese.......

t>Vi% ehem. 4y,% Rheinische

Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe

*¥1% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

4y,% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- briesanst., Gold Komm. Cbl.VI

Steuerautsch.BerrechnungSk. 85-89

4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterrcichische Etlberrente 4% Ungarische Goldrente.......

4% Ungarische EtaatSrente v. 1910 4yt% desgl. von 1913..........

6% obgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagüadbahn-Anlethe

Serie l.....................

Reichsbankdiskont 4 o. H., Lornbardzinsfuß 5 o. H.

Frankfurt a. M.

Serkin

Datum

8.8.

8.8.

I. G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........

158,13

94,5

Banknoten.

37,5

196

Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an.

116,5

122,25

Gchluß- kurs

Goldschmidt ....

Rütgerswerke ...

Metallgesellschaft.

111

121

114,25

111,4

62,4

118

119,25

89,65

135,65

97,9

156,25

88,4

29,4

286

186

158,5

Schluß, kurs

225 116,13 86,75

18

135

130 199,9

Mansfelder Bergbau .. KolSwerke ...........

Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........

Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth

Gritzner

Mamkraftwerke Höchst

Süddeutscher Zuck«

Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt..

Schluck' Mittag- börse

9 8-

Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg.................

Hellstoff Waldhos Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS Daimler Motoren

Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Ebade Accumulatoren-Fabrtk ...... Lonti-Gummi ............

Gchlußk. Abend- börse

9.8-

Frankfurt e.3JL

Berlin

Schluß- kurs

Schluß». Abend­börse

Schluß« kurs

Schlußk. Miltag- börse

8.8.

9.8.

8.8

9.8.

101

101,13

97,4

97,4

97,65

97,7

103,25

102,9

103,25

103,25

111,7

111,75

111,7

111,7

100,4

100,4

100,4

100,4

98

98

97,5

97,5

96,5

96,5

101

* 101

93

93

127,5

127,5

115,5

115,5

115,5

115,5

96,65

96,65

101

101

101,75

.101,75

101,5

101,5

97

97

97

97

97

97

97

97

107,4

107,3

107,4

107,3

28,5

28,5

29

29,75

--

1,5

9,9

10,25

9,9

10,25

9,75

10

9,9

10,13

9,8

10

9,4

10,13

11,25

11,75

|1,25

11,75

Frankfurt a. M

Berlin

Gchluß- kurs

Schlupi. Abend- börse

Echluß- lurs

Schlußk. Mittag­börse

Datum

8 8

9.8.

8.8.

9.8.

4% desgl. Serie II ...........

11,75

11,75

_

_

5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903

6,5

6,4

6,4

6,4

4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913

8,5

8,5

8,65

8,55

4% Rumänische vereinh. Rente

5,3

5,2

5,25

5,25

2 V<.% Anatolier .............

40

40

40,25

40

Hamdurg-Amerika-Paket .....

0

16,5

16,5

16,9

16 65

Hamburg-Südam. Dampfschiff.

0

28

28

Norddeutscher Lloyd .........

0

18

17,75

18,5

17,9

A.G. für Verkehrswesen Akt. ..

Berliner Handelsgesellschaft ...

0

5

87,25

118,75

87,75

119,5

87,4

120

87

119,65

Commerz, und Privat-Bank ...

0

90,65

90,65

90,65

90,65

Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft................

0

90,25

90,25

90,25

90,13

Dresdner Bank..............

0

90,25

90,25

90,25

90,25

Reichsbank ................

12

188

188

187,5

187,65

«C.G......................

0

39,75

40

39,9

40

Bekula....................

10

141,65

141,75

141,65

141,9

Slektr. Lieferungsgesellschaft...

5

119

118,25

118

118

Licht und Kraft ........... ey.

136,75

136

136,25

136

Felten & Guilleaume.........

0

109,75

109,5

109,9

109,5

Gcsellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5

129,25

130

129,5

129,5

Rheinische Elektrizität ........

5

142

143

142

144,5

Rhein. Wests. Elektr..........

6

136

136,75

136

136,9

Schufte« L Co...............

4

129

129

>29,4

129,4

Siemens & Halske............

7

184,65

184

184

184

Lahmeyer LEo..............

7

138

137,25

137,9

137,25

Buderus ..................

0

107,4

107,5

107,75

107,5

Deutsche Erdöl ..............

4

114.65

114,4

114,75

114,25

Gelsenkirchener..............

0

Harpener ................

0

117,5

117,25

117,5

117,25

Hoesch EisenKöln-Neueffe» ..

0

104,75

104,75

105

104,75

Alse Bergbau .............

8

175

175

172,75

172,5

Ilse Bergbau Genüsse........

6

134

133,5

133,25

133,5

Klücknerwerke .............

K

101,5

100,65

101

101

Mannesmanu-Röhrrn........

93,5

93,25

93,5

93,25

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. ZIL

8.August

9. August

Amtliche Notierung

Amtliche Geld

Dotierung Srief

Geld

Sries

Buenos Aire

0,663

0,667

0,663

0,667

Brüssel.....

41,90

41,98

41,88

41,96

Rio de Jan.

0,139

0,141

0,139

0,141

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,94

55,06

54,92

55,02

Danzig.....

46,915

47,015

46,92

47,02

London .....

12,305

12,335

12,30

12,33

Heljingfor» ..

5,425

5,435

5,42

5,43

Paris ......

16,41

16,45

16,415

16,455

Holland ....

167,63

167,97

167,73

168,07

Ftalien.....

20,33

20,37

20,33

20,37

Japan ......

Jugoslawien.

0,725

0,727

0,725

0,727

5,684

5,696

5,684

5,696

Oslo..... ;

61,84

61,96

61,81

61,93

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon ....

11,15

11,17

11,15

11,17

Stockholm...

63,43

63,55

63,40

63,52

Schweiz ....

81,10

81,26

81,12

81,28

Spanien....

34,02

34,08

34,00

34,06

Prag.......

10,29

10,31

10,29

10,31

Budapest ...

Neuyork ...

2,480

2,484

2,478

2,482

e

115,75

116

115,5

5

121,75

O

12

225

225

224

y»

116

116

116,13

0

87,65

86,9

87,65

O

17,9

135

17,9

18

5

135.65

135

6

131

130

130,25

y>

199

199,5

7

158

158,5

158

9

240

239

O

111

111

111,5

4

121

120,75

121,25

4

113,5

114,25

113,65

O' 94

94

94,75

6

122,5

122,9

4 135

134

4

_

_

111,75

O

62,13

62,5

62,13

O

118,5

117,75

118,4

0

120

119,75

120,13

0

90

89,75

90

7

135,25

Ö

98

98,5

97,5

6

157,65

156,5

157,25

O

88,25

O

29,9

29,65

29,75

0

286,75

286

287,5

12

186,5

186,5

8

159,5

158,25

159,75

O

36

-

36

4

101

101

-

198

196

198

Berlin, 9-August

Geld

- MT "

Amerikanische Noten..............

2,43

2,45

Belgische Noten..................

41,76

41,92

Dänische Noten .................

54,86

55,08

Englische Noten ..........

12,305

Französische Noten...............

16^365

16,425

Holländische Noten ...... . ......

167,31

167,99

Italienische Noten................

19,46

19,54

Norwegische Noten ..............

61,60

61,84

Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

Schwedische Noten...............

63,18

63,44

Schweizer Noten.................

80,89

81,21

Spanische Noten.................

33,64

33,78

Ungarische Ä4>tc8