selstuße ein. Sie ist geöffnet am Freitag, dem 11. Januar, von 10 bis 13 und von 14.30 bis 19 Uhr, und am Samstag, dem 12. Januar, von 6.30 bis 8 Uhr. Nach 8 Uhr begeben sich die Angestellten der Derkehrskreditbank in den Sonderzug, um hier während der Fahrt bis Trier den zusteigenden und übrigen Reisenden, soweit sie vorher keine Gelegenheit hatten, Geld umzuwechseln.
Jeder Reisende darf nur 25 RM. in deutschem Silbergeld oder 150 Franken (französisch, in Hart- oder Papiergeld) mit in das Saargebiet nehmen. Es wird dringend davor gewarnt, mehr Geld ins Saargebiet mitzunehmen, oa die Einreise dann in Frage gestellt ist. Sollten Reisende mehr Geld bei sich haben, so kann dies noch im Zug den Angestellten der Derkehrskredit
bank zur Aufbewahrung übergeben werden. Die Reisenden, die Geld wechseln wollen, müssen an der Wechselstelle ihren Pah oorzeigen, in dem der mitzunehmende Betrag vermerkt wird.
Achtung! Abstimmungsberechtigte!
Die Fahrkarten nach dem Saargebiet sind zum größten Teil schon an die Abstimmungsberechtigten verteilt. Wo sie noch nicht verteilt sind, sind sie bereits bestellt.
Falls Abstimmungsberechtigte noch keinen Antrag auf Ausstellung einer Fahrkarte gestellt haben, so muß das umgeyend durch den zustehenden Obmann geschehen. Wo der Obmann nicht bekannt ist, wende man sich an die Polizeibehörde oder an die Bürgermeisterei, die gerne Auskunft geben.
Große Führertagung -es Bannes 116 -er HL. in Heuchelheim in Anwesenheit des Gebietsführers Kramer.
Am kommenden Samstag und Sonntag findet in Heuchelheim eine Arbeitstagung der Führer des Bannes und Jungbannes 116 statt. An der Tagung nehmen alle Führer vom Gefolgschafts- bzw. Fähnleinführer aufwärts, sowie die Stabsmitglieder des Bannes und deren Mi t a r b e i t e r in den Gefolgschaften teil. Der Führer des Gebietes Hessen-Nassau, Walter Kramer, wird mit den wichtigsten Abteilungsleitern des Gebietsstabes aus Wiesbaden erscheinen.
Am Samstagabend findet in der Turnhalle zu Heuchelheim ein großer Heimabend statt, der im Zeichen des Jungarbeiters stehen wird. Es sind eine ganze Anzahl Sondertagungen geplant.
für aktive Führer getrennt nach HI. und Jungvolk, und für die einzelnen Mitarbeiter, wie Schulungsleiter, Sozialreferenten, Sportwarte, Pressereferenten und Geldverwalter.
Für die gemeinsame Verpflegung bringt das Gebiet eine fahrbare Feldküche mit.
Man kann immer wieder feststellen, daß die Hitlerjugend mit größter Aktivität am Werke ist, die jungen kommenden Führer Deutschlands für alle Zukunft im Sinne unseres Führers zu schulen und 311 stählen. Für unseren Kreis Gießen ist biefe großangelegte Tagung als ein Ereignis von besonderer Bedeutung anzusehen, von dem man sich mit Recht einen großen Erfolg verspricht.
öJ.Jpor/
Das Gaullirnsest in Gießen.
2. bis 4. August.
Der Gauführerstab des Turngaues Nordhessen hielt unter Leitung des neuen DT.-Gauführers Hermann Br u p ft (Vollmarshaufen) in Kassel eine wichtige Sitzung ab, die in erster Linie der Vorbereitung des Gaufestes des Gaues Nordhessen galt. Diese erste Großveranstaltung des Reichsbundes für Leibesübungen in unserem Heimatgau soll in den Tagen vom 2. bis 4. August 1935 in Gießen stattfinden. Der Gauführerstab übertrug der Gießener Turnerschaft endgültig die Zurüstung und Durchführung des Festes. Gauoberturnwart R. Paul (Gießen) erstattete Bericht über die bisher schon getroffenen Vorbereitungen; lebhaft begrüßt wurde die Mitteilung, daß die Stadt Gießen in jeder Hinsicht ihre Unterstützung zugesagt habe. Der Gauoberturnwart entwarf dann ein anschauliches Bild von dem Ablauf der turnerischen und sportlichen Wettkämpfe, an denen bekanntlich nach dem Willen des Reichssportführers und unseres Gaubeaustragten alle Verbände, die dem Reichsbund für Leibesübungen angehören, teilnehmen können und sollen. Der Freitag ist der Tag der Einzelkämpfe, am Samstag folgen die Mehrkämpfe (Darbietungen der Kreise, Vereinsriegen, Spiele usw.) und am Samstag schließt das Fest mit großen Massen- und Schauvorführungen (Festzug, allgemeine Freiübungen) ab. Gaudietwart Vesper (Homberg) sprach über den Einbau der völkischen Aussprache in die Wettkämpfe; sie wird in Verbindung gehracht mit den Gemeinschastsdar- bietungen der Kreise und als „völkische Stunde" würdig gestaltet werden. Für den Aufbau des Festes und die Schaffung des festlichen Rahmens wurden im Laufe einer eingehenden Besprechung noch wertvolle Anregungen gegeben.
Zu Beginn der Sitzung hatte der DT.-Gauführer Brunst in anschaulicher, übersichtlicher Weise einen eingehenden Bericht über die Tagung der DT.-Gau- führer am 15. und 16. Dezember in Berlin gegeben. Ehrend gedachte der Gausührerstab des verstorbenen Turnkreisführers Albrecht (Eschwege), dessen Verdienste um die deutsche Turnsache vom DT.- Gausührer dankbar gewürdigt wurden.
Halbzeit in der nordhessischen Handball- Gauliaa.
Nachdem jetzt die nordhessischen Gauligavereine, bis auf drei Ausnahmen, die Vorrundenspiele beendet haben, verlohnt es sich, einmal einen Blick auf die Tabelle zu werfen und sie einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Der derzeitige Tabellenstand ist folgender:
Verein Gew. Hnentsch. Verl. Tore
Pkte.
Kasseler Tgde.
5
2
1
69:46
12:4
Tuspo. Bettenhausen
4
2
1
52:46
10:4
Tuspo. 86/09
5
0
3
57:45
10:6
Gießen 1900
5
0
3
47:41
10:6
Kurhessen Kassel
3
3
2
55:51
9:7
To. Kirchbauna
3
0
5
60:63
6:10
To. 1847 Wetzlar
2
0
5
40:58
4:10
To. 1861 Eschwege
2
0
6
41:59
4:12
Tura Kassel
1
1
4
28:40
3:9
Es ist nicht zu verkennen, daß die Kräfteverhältnisse ziemlich ausgeglichen sind. Wenn, auch die Kasseler Turngemeinde recht gut steht und die meisten Plustore hat, so wird man von einer klaren Tabellenführung noch nicht reden können. Wer ist nun der KT. gefährlichster Konkurrent? Der „Geheimtip" Bettenhausen, der vorjährige Stasfelsteger Tuspo 86/09 oder Gießen 1900? Was Bettenhausen und 1900 angeht, so wird man am kommenden Sonntag schon einigermaßen klar sehen, denn beide Mannschaften stehen sich an diesem Tag in einem Vormittagsspiel in Gießen gegenüber. Den Spielvereinigungsleuten ist übrigens noch öas Kompliment zu machen, daß sie die wenigsten Gegentore zugelassen haben (Tura Kassel scheidet bei dieser Betrachtung aus, da die Els nach mit zwei Spielen im Rückstand ist). Noch nicht recht klug ist man aus Kurhessen Kassel und Tv. Kirchbauna geworden. Beide find recht unberechenbar. Tv. ^47 Wetzlar, der vorjährige Gaumeister, hatte zunächst einmal einen schlechten Start, bei den spateren Spielen taten einige Spielerherausstellungen das übrige, um die Kampfkraft zu schwächen. Die Mannschaft dürfte jedoch, zumal Spielerzuwachs elngetre- ten ist, imstande sein, wieder Boden gutzumachen. Das Ende der Tabelle zieren Tv. 61 Eschwege und die Kasseller Tura. Damit soll jedoch keines- wegs gesagt sein, daß man diese beiden Vereine als Abstiegskandidaten zu betrachten hat, am allerwenigsten Tura.
Stand der Fnßbaiispieie im Kreise Gießen.
I. Areisklasse.
Gew.
Hnentsch.
Verl.
Tore
Pkte.
Heuchelheim
10
2
1
38:21
22:4
Wieseck
10
2
2
53:28
22:6
Großen-Buseck
9
2
2
55:26
20:6
ßich
3
4
7
30:35
10:18
ßoUar
8
3
4
61:38
19:11
ßeihgestern
4
1
7
29:33
9:15
Grünberg
4
1
9
20:43
9:19
1900 I I
2
3
7
18:35
7:17
VfB. II
2
3
8
19:42
7:19
Krofdorf
2
1
7
16:38
5:15
Heuchelheim
kann sich auch weiter
an der
Spitze
halten, doch in Wieseck und Großen - Buseck hat Heuchelheim zwei ernsthafte Rivalen, die alles versuchen werden, dem Tabellenführer die Vorherrschaft zu entreißen.- Ausschlaggebend wird das Spiel Großen-Buseck — Heuchelheim fein, das aber erst ziemlich am Schluß der Serie ftattfinbet. Lollar hat sich erheblich verbessert unb ist auch in ber Spitzengruppe zu finben. Erst mit großem Abstand folgen die Vereine Lich, Leihgestern, Grünberg, 1900 II unb VfB. II. Krofborf hat als Tabellenletzter aber noch Gelegenheit, seinen Tabellenstanb zu verbessern.
II. Kreisklasse.
Gew. Hnentsch.
Verl.
Tore
Pkte.
Allendorf (ßahn)
7
3
1
34:24
17:5
Steinberg II
6
1
3
36:27
13:7
Steinbach
6
1
3
16:19
13:7
ßollar II
4
2
5-
21:26
10:12
Wieseck II
4
1
6
28:23
9:13
Garbenteich
4
0
5
42:27
8:10
ßeihgestern II
0
0
10
6:37
0:20
Die im DFB.
junge
Mannschaft
von Allendorf
konnte sich an die Spitze der Tabelle setzen, erst mit einigem Abstand folgen Steinberg II und Steinbach, aber für die Tabellenführung kommen beide nicht mehr in Frage. Lollar hat sich gut behauptet, auch in Wieseck scheint es wieder bergauf zu gehen, während Garbenteich sich durch harte Spielweise viel verdorben hat. Leihgestern II kann gegen die starken Gegner nichts ausrichten, doch ist es erfreulich, daß die Mannschaft unverdrossen weiterkämpft.
Steinbach I — Garbenteich 1 6:5 (2:3).
Steinbach und Garbenteich trafen sich mit ihren Mannschaften am Sonntag zum fälligen Verbandsspiel in Steinbach. Nach dem Anpfiff des Unparteiischen^ Grote (Mainzlar), konnte Steinbach bald in Führung gehen. Garbenteich spielte zunächst mit 10 Mann, ließ sich aber nicht entmutigen und glich in der Folge aus. Die Freude dauerte aber nicht lange. Bald hieß es 2:1 für Steinbach. Der Hüter von Gartenteich hätte den Ball allerdings halten müssen. Das Halbzeit-Ergebnis lautete 2:3 für die Gäste. In der zweiten Spielhälfte konnte Steinbach das Ergebnis auf 6:5 für sich stellen, da die Hintermannschaft ber Gaste sehr zerfahren spielte. Ein torreicher, jeberzeit spannender Lokalkampf iand damit fein Ende. Garbenteich war für dieses Spiel benachteiligt, insofern, als vier Ersatzleute eingestellt werden mußten.
Die drei (Hruppensieaer ermittelt
Nach einem vorbildlichen Kampfe stehen nun die Gruppensieger der drei Einzelgruppen fest.
Gruppe A: Spielvereinigung 1900 Gießen erste Jugend (ohne Punktverluste).
Gruppe B: Spieloereinigung 1926Leihgestern.
Gruppe C: Sportverein 1920 Heuchelheim.
Die festgestellten drei Gruppensieger treten nun in den Kampf um die Jugendgruppen-Meisterschaft der Gruppe Gießen des Sportkreises Gießen. Es kommt nur ein Spiel zum Austrag, wer verliert, scheidet aus. Der alsdann ermittelte Sieger tritt gegen die siegreiche Jugendelf der Gruppe Wetzlar an. Wenn es der kampferprobten Jugendmannschaft der Gießener Spielvereinigung 1900, was man allgemein erwartet, gelingen sollte, Gruppenmeister zu werden, so wird diese Jugendelf mit dem Sieger der Gruppe Wetzlar Zusammentreffen. Hier ist voraussichtlicher Sieger und Gruppenmeister die erste Jugendmannschaft des Sportvereins 05 Wetzlar. Wo die erste Begegnung ftattfinbet (Gießen ober Wetzlar), steht noch nicht fest. Die Kreismeisterschaft wirb nach ben geltenden Bestimmungen im Dor- unb Rückspiel entschieben.
Der Kreisjugendmeister spielt um bie Bezirksmeisterschaft in ben einzelnen Bezirken. Wie bereits früher schon mitgeteilt, so hat ber Gaujugendführer angeordnet, daß auch die Gaujugendmeister- schafi ermittelt werden soll. Vielleicht gelingt es auch einmal, eine deutsche Jugendmannschaft zu
Ende zu führen, was bei ernsthaften Maßnahmen im Bereich der Möglichkeit liegt.
Mit großer Befriedigung muß feftaefteüt werden, daß sich alle Mannschaften tapfer geschlagen haben, Disziplin und Unterordnung war am Platze, zu Verletzungen ist es nirgends gekommen, so daß ber von manchen Kreisen immer noch als zu hart emp- funbene Fußballsport hoch anbers aussieht, als er angesehen wirb. Wenn dieser Sport entsprechenb ben Spielregeln betrieben wirb, so gehört er immer noch zu ben begeifternben Sportarten.
Städte Wettkampf im Kunstturnen.
Das große turnerische Ereignis bieses Monats wirb für ben Gau Norbheffen ber Kunftturnkampf Hamburg — München — Kassel sein, ber am 27. Januar in Kassel zum Austrag kommt. Er ist als eine olympische Dorschulung hervorragender Art anzusehen.
Mitteldeutsche Skimeisterschasten verlegt.
Die Mitteldeutschen Skimeisterschaften (Gaue 12 unb 13), bie am Wochenende in ber Rhön ausgetragen werben sollten, finb wegen bisher mangelnber Trainingsmöglichkeiten auf ben 8., 9. unb 10. Fe
bruar verlegt worben. Dafür wirb am fommenben Sonntag in Gersfelb ein 12-km-Pairouillenlauf mit Gelänbesport-Prüfungen für Angehörige ber SA., SS., FAD., Polizei unb Wehrmacht burchgeführt.
Schmeling - Hamas boxen in Hamburg
Senat unb Reichsstatthalter von Hamburg haben in einer Sitzung beschlossen, bie Rothenburgsorter Halle zu einer riesigen Sporthalle ausbauen zu lassen, bie mit einem Fassungsvermögen von 25 000 Personen bie größte Sporthalle ber Welt sein wirb. Damit ist die Entscheidung über den Austragungsort des Schwergewichtskampfes Max Schmeling — Steve Hamas endgültig auf Hamburg gefallen.
Zugleich mit dieser Meldung kommt aus USA. die Nachricht, daß Hamas' Manager auch ein Kampfangebot aus England erhalten hat gegen die gleiche Börse wie in Hamburg — 25 000 Dollar — in ber ersten Februar-Woche gegen ben englichen Schwergewichtsmeister Jack Petersen anzutreten. Der Betreuer bes Amerikaners hält jeboch an seinem Kontrakt mit Schmeling fest, möchte aber auch das englische Angebot annehmen. Dieser Kampf dürfte dann aber erst nach ber Schmeling-Hamas- Begegnung, bie am 10. März ftattfinbet, zustanbe- kommen.
Kreis-SeMe-WellkämpseimTurnaauMdheffen
Die zwölf Turnkreise bes Gaues XII Norbheffen haben an ben letzten Sonntagen ihre besten Geräte- turner in Ausscheibungsturnen ermittelt unb zu Knismannschaften zusammengefaßt. Demnächst soll bie beste Kreismannschaft feftgeftellt werben. Zu diesem Zwecke finden Dorkämpfe statt. Je drei Turn- kreise bilden eine Kreisgruppe. Die Sieger-Mann- schaften der Gruppen treten bann zum entscheibenben Endkampf an.
Die Turnkreise 10: Rhein-Taunus, 11: Wetterau- Vogelsberg und 12: Main-Kinzig treffen sich bereits am nächsten Sonntag in H a n a u a. M. Die übrigen Kreisgruppen führen bie Kämpfe am 20. Januar durch, unb zwar: bie Turnkreise 1: Wilhelmshöhe- Reinharbswalb, 2: Unterwerra unb 6: Walbeck in Nieberzwehren; die Turnkreise 3: Vorder- rhön-Knüll, 4: Rhön-Vogelsberg unb 5: Fulba- Eber in Lauterbach; bie Turnkreise 7: Lahn» Ohm, 8: Lahn-Dill unb 9: Lahn-Westerwalb in Wetzlar.
Zu ben Kämpfen stellt jeber Kreis eine Mannschaft von acht Turnern (dazu einen Ersatzmann), bie je eine Hebung an Reck, Barren, Querpferb, ßängs- pferb unb eine Freiübung turnen. Die Kreisriegen- wettkämpfe werben vormittags mit ber Durchführung ber Kürfreiübungen sowie ber Sprünge am Pferb beginnen. Die Hauptkämpfe an den Geräten werden nachmittags ausgetragen. Die Wertung erfolgt durch drei Kampfrichter, von denen jeder bis zu 10 Punkten auf eine Hebung geben kann.
Unfer heimischer
Turnkreis Lahn-Dill
hat mit Sorgfalt aus 16 feiner Besten die Mann- schäft, bie am 20. Jan. zum Kampfe mit ben Kreisen Lahn-Ohm und Lahn-Westerwalb in Wetzlar antritt, in zwei Ausscheibungsturnen in Sinn unb Wetzlar ausgesucht. Sie zeigt folgenbe Aufstellung: 1. (Ersatz) Erich Schabe, Tv. Wetzlar; 2. Adolf Lenz. Tv. Sinn; 3. Hans Kreuter, Tv. Merkenbach; 4. Hch. Herbert. Tv. 1846 Gießen; 5. Karl Be11in,
Tv. Wieseck; 6. Karl Schick, Tv. 1846 Gießen; Herbert Butti, Tv. Sinn; 8. Erst S ch ö f f m a n n, Tv. Wieseck; 9. Richard Seth, Tv. Großen-Linden. Es gehören der Mannschaft also eine ganze Reihe von erprobten Turnern an, die kürzlich bei dem Kunst» turn-Mannschaftskarnps im Bad-Nauheimer Kurhause in der siegreichen Mannschaft des Bezirks Gießen gestanden haben
Bei dem Ausscheidungsturnen in Wetzlar am letzten Sonntag erfolgte die Wertung schon nach denselben Gesichtspunkten wie beim kommenden Wettkampf. Bei der Freiübung schnitt Schick- Gießen mit 29 Punkten am besten ab. Ihm folgten Herbert- Gießen mit 28 und S e t h-Großen-Lin- den mit 27‘A Punkten. Am Barren kamen S ch ö f f m a n n - Wieseck und Seth- Großen-Linden auf 26V- Punkten und H e r b e r t - Gießen auf 25V2 Punkte. Schöffmann - Wieseck war mit 27 Punkten auch Bester am Pferd (quer); ihm folgten Lettin- Wieseck mit 25V2 und Kreuter- Merkenbach mit 25 Punkten. Auch am R e ck schoß Schöffmann ben Vogel ab. Er hielt 28'/r P. S e t h - Großen-Linden kam hier auf 28 unb Schick- Gießen auf 27 P. Beim Pferdsprung erreichten die besten Leistungen Butti-Sinn, Schick- Gießen unb Schabe- Wetzlar.
Auch in ber Mannschaft bes Turnkreises Wellerau-Vogelsberg
befinben sich einige Turner, bie beim Kunsttum- kamps ber Bezirke Saar, Kassel unb Gießen in Bad-Nauheim dem Bezirk Gießen zum Sieg oer- Holsen haben. Die Mannschaft tritt nächsten Sonntag zum Kreisgruppenkampf in Hanau a. M. in folgender Aufstellung an: 1. (Ersatz): Ernst Nolt, Tgm. Friedberg; 2. Hch. Eichenauer, Tv. Dauern» beim; 3. I. Klöß, To. Vilbel; 4. G. Eichler, Tv. Dornassenheim; 5. W. Hafner, Tv. Massenheim; 6. Richard Kraft, Tschft. Büdingen; 7. W. Sinnwell, Tgm. Bad-Nauheim; 8. Hch. Dechent, Tgm. Friedberg; 9. Alfred Eckhardt, Tv. Nidda.
Vor dem iS.Länberkamps Deutschland - Schweiz
Historisches vom
Das erste Spiel der deutschen Fußball-National-1 Mannschaft im neuen Jahre führt diese am 27. Januar in Stuttgart mit der Schweiz zusammen. Die Eidgenossen waren Deutschlands erster Fußballgegner überhaupt. Am 5. April 1908 trafen in Basel bie beiben Nationalmannschaften zum erstenmal aufeinander. Der Bundestag am 1. und 2. Februarr 1907 in Hannover hatte beschlos. fen, den internationalen Spielverkehr aufzunehmen. Deutschlands Fußballsport begann Weltgeltung zu bekommen Damit trat an den Deutschen Fußball- Bund die Frage heran, in welcher Weise er die Zusammensetzung seiner repräsentativen Mannschaft regeln wollte. Es wurde beschlossen, die Aufstellung von Fall zu Fall in der Art vorzunehmen, daß Bundesvorstand und Spielausschuß gemeinsam zu bestimmen haben sollten, welche Posten ber beut- scheu Mannschaft von ben Derbänben zu besetzen wären unb die Ernennung ber Spieler selbst ben betreffenben derbänben z u überlassen.
Dieses System, das heute recht merkwürdig anmutet, erklärt sich nur aus dem Hinstand, daß die berufenen Stellen noch keine große Erfahrung im internationalen Spielverkehr hatten, bie Spieltaktik noch wenig ausgeprägt war unb im Deutschen Fußball-Bunb bie ßanbesoerbänbe zu sehr barauf eingestellt waren, ihre eigenen Interessen gewahrt zu sehen.
Interessant finb auch bie
Begleitumstände des ersten Länderkampfes.
Auch hier hat sich in ber Reihe ber Jahre mit ber zunehmenben Entwicklung bes Sportgebanfens viel geändert. Der Bericht des damaligen Spselausschuß- Vorsitzenden, Hugo E. Kubaseck, schildert eindrücklich ben Rahmen bieses Treffens. Bis zum Abenb des Vortages waren die Spieler einzeln in Bafel eingetroffen. Am Spieltag selbst, vormittags 9 Hhr, war Kleidungsappell, wobei die „Vermessung "usw. „ganz in weiß" vorgenommen wurde. Die Spieler wurden in Autos durch die Stadt gefahren, im Zoo ein Imbiß eingenommen unh bann würben — immer wie ber getreue Chro- nifit berichtet — beim Glase Bier (!) bie Chancen erörtert 5000 Zuschauer waren zum Spiel erschienen unb nach einer Ansprache bes Spielausschuh- mitgliebes begann ber Kampf. Der Sieg ber Schweizer wirb „amtlich" als oerbient bezeichnet unb bie Leistungen ber beutschen Mannschaft werden wie folgt beurteilt: „Der Torwächter Baumgarten (Berlin) genügte. Von ben Verteibigern war Jordan (Magdeburg) sehr schlecht, während Hempel (Leipzig) der befreiende Stoß fehlte, seine Ballbehandlung aber gut ist. Mit einem Partner, ber über einen weiten Stoß verfügt, hätte er seinen Posten wohl ausgefüllt. Die Läufer (bamals sagte man noch Halves) Lubwig (Köln), Hiller (Pforzheim), Weymar (Hamburg) genügten. Alle brei waren fleißig. Die Außenläufer hätten ihre Dor- berreihe besser unterstützen können, wenn bie 93er- teibiger (bamals Backs) ihrer Aufgabe gewachsen wären. In ber Stürmerreihe, Hensel (Kassel), För- berer (Karlsruhe), Kipp (Stuttgart), Becker (Frankfurt), Baumgärtner (Düsselborf), vermißte man bis zum letzten Teil bes Spieles jegliche Kombination. Keiner vertraute bem anbern. Direkt versagt hat nur Hensel. Kipp vernachlässigte ben linken Flügel stark.
I.£än6erfompf.
Das Zusammenspiel zwischen Kipp unb Förberer wirkte baburch schließlich einseitig unb unzweckmäßig, ba beibe balbigft stark gebeckt würben. In solchen Fällen soll ber Flügel bie Bälle erhalten."
Zum Abschluß bieser historischen Betrachtung bes ersten beutschen ßänberfampfes, ber gegen ben gleichen Gegner stattfand, gegen ben Deutschland jetzt in Stuttgart zum 19. Male antritt, seien noch die vertragsmäßig festgelegten Bedingungen der all- jährlichen Kämpfe zwischen beiden Nationen aufgezeigt, weil heute die ßänberfämpfe auch nach dieser Richtung hin auf einer wesentlich anderen Grundlage beruhen. Im ersten Absatz bes Vertrages wirb festgestellt (eine Tatsache, bie allerbings heute noch voll wirksam ist),
daß ber Deutsche Fußball - Bund und der Schweizer Verband beseelt sind von dem Wunsche, die sportlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern immer freundschaftlicher zu gestatten.
Dann heißt es: „Alljährlich soll ein Spiel der beiderseitigen Nepräsentatiomannschaften ftattfinben unb zwar das in der Schweiz nördlich der durch die Städte Chaux - de - Fonds, Bern, ßuzern und Zürich gezogenen ßinie ober in einer ber vier Stäbte selbst unb bas Spiel in Deutschlanb in einem Orte süblich unb westlich ber ßinie Straßburg, Karlsruhe, Stuttgart unb Konstanz. Die Kosten für bie Reise hat immer ber Verbanb zu tragen, ber zum Reisen verpflichtet ist. Die Nichteinhaltung bes Vertrages bzw. Nichtaustragung bes jeweils zweiten Spieles bebingt eine Strafe von 1000 Frs. = 800 RM."
Zur Nichteinhaltung bes Vertrages ist es niemals gekommen; immer haben ber Schweizer Fußball- unb Athketik-Verbanb unb ber Deutsche Fußball- Bunb ihre ßänberfämpfe in sportfarnerabschaftlicher Weise zum Ausdruck gebracht. Unb unter bem Zeichen ber Freunbschaft steht auch ber neue Kamps am 27. Januar 1935 auf ber Adolf-Hitler-Kampf- bahn in Stuttgart.
Kurze Sporinotizen.
Versammlung bes Reichsbunbes für ßeibesübungen in Gießen. D"r ß^ifer der Ortsgruppe Gießen des Reichsbunbes für ßeibesübungen Dr. Möckelmann, teilt mit, daß am kommenden Montag, 14. Januar, 20.30 Hhr, im „Hotel Hindenburg" die erste Hauptversammlung ber Ortsgruppe Gießen bes Reichsbunbes für ßeibesübungen ftattfinbet. Zu bieser Versammlung hat jeber Verein, ber bem Reichsbunb für ßeibesübungen angehört, einen Vertreter zu entfenben. Die Versammlung wirb sich mit ben Satzungen, mit ber Beitragsfestsetzung, mit ber Benennung bes engeren Ausschusses, mit ber Bildung bes erweiterten Ausschusses unb mit verschiebenen anberen Fragen zu beschäftigen hoben.
Der neue beutsche Rekorb im 200-m« Rückenschwimmen bes Glabbeckers Simon würbe mit 2:38,3 Minuten vom DSV. anerkannt.
Willi Bogner erzielt bet ben norwegischen Skirennen immer bessere Ergebnisse. Bei einem 8,5 km langen ßanglauf mit bester nordischer Klasse belegte er in 47:05 Minuten Öen fünften Platz.


