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schäft nicht tm klaren ist, verpflichtet, im Laufe der nächsten Wochen sich danach bei der zuständigen Ortsgruppe umzutun. Wer bis zum 1. April 1935 Zweifel über seine Mitgliedschaft zur NSDAP, nicht beim Obersten Parteigericht zur Sprache gebracht hat, rann nach diesem Zeitpunkt mit diesbezügllchen Ge- suchen nicht mehr berücksichtigt werden.

Die Saar eine brennende Frage Europas.

Eines der aktuellsten internationalen Probleme ist ohne Zweifel das endgültige Schicksal der Saar Daher darf die Aufmerksamkeit auf eine in Gens unter dem TitelDie Saar" Eine brennende Frage Europas erschienene Broschüre gelenkt werden, in welcher persönliche Eindr u ck e zweier Ausländer in dem Lande selbst darr gestellt sind, die durch eine allgemeine Studie vom historischen, wirtschaftlichen und politischen Gesichts­punkt ergänzt werden. Die Broschüre unterstreicht die verantwortungsvolle Aufgabe des Völker­bundes, der die letzte Instanz für das Schicksal dieses Gebietes nach der Abstimmung sein wird.

Sich auf die wiederholten Erklärungen Hitlers stützend, daß nachdem die Saarfrage einmal bereinigt ist keine Schwierigkeiten territorialen Charakters mehr zwischen Deutschland und Frank­reich stehen, warnt man den Völkerbund, n ich t ein neues Elsaß-Lothringen zu schassen und damit eine neue Ursache der Spannung zwi­schen diesen beiden großen Völkern. Diese Publika­tion verdient daher, besonders im Auslande zu Tausenden Verbreitung zu finden, um die Weltmei- nung von der Notwendigkeit zu überzeugen, dem Saarproblem seine endgültige natürliche Lösung, die Rückgliederung zum Reich zu geben. Die Schrift, die außer im französischen Original, auch in deutscher, englischer und spanischer Uebersetzung vorliegt, ist durch Karten, Graphiken und zahlrei­che, dokumentarische Illustrationen bereichert. Sie ist in Deutschland zu beziehen durch den Jnternatio- nalen Verlag, Berlin W15, Kurfürstendamm 167. Der Saarverein benötigt dringend für die sachliche Aufklärung in Deutschland und vor allem im Ausland von dieser neutralen Veröffent­lichung Tausende von Verbreitungs­exemplaren in den verschiedenen Weltsprachen. Der Bund der Saarvereine bittet, ihm viele Exem­plare dieser einzigartigen ausländischen Schrift für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen.

Annahmeberechtigt finb alle Ortsgruppen bes Saaroereins, die den Empfang besonders bestätigen.

Eine weitere Stimme aus der evan- gelischen Kirche zur Saarentscheidung.

DNB. Berlin, 9.Jan. Die Bekenntnis- gemeinschast in der deutschen evan- gelischenKirche gibt eine Aeußeruny bekannt, in der es heißt:Wie sehr wir uns seit unserer Väter Zeit im Gehorsam gegen Gottes Wort zum Dienst für Volk und Vaterland ver- pflichtet wissen, das dürfen unsere Brüder an der Saar nun vor aller Welt bewähren bis zum letzten Mann. Sie sind uns Bürgen für die Wahrheit, daß unser Glauben uns zum Einsatz in un­serem Volk und für die Heimat f or- dert. Gott schenkt ihnen die Stunde, in der sie alle als evangelische Christen dem Deutschen Reiche ihre Treue bezeugen dürfen. Wir vertrauen, daß keiner zurückbleibt, und stehen hinter ihnen mit unserem Gebet. Gott lasse Lug und Trug zuschanden wer­den! Er gebe ihnen den ganzen Sieg und frohe Heimkehr und die ungehinderte Gemeinschaft in unserer deutschen evangelischen Kirche!"

Bürckel rechnet mit den Separatisten ab.

spricht zur presse über die Bedeutung des -13. Januar für den Frieden Europas.

Oer Saarbevottmächtigte

Kaiserslautern, 9. Jan. (DNB.)Am 13. Januar: Den Weg frei zur Verständigung!" war der Leitspruch der Ausführungen des Saarbe­vollmächtigten des Reichskanzlers, Gauleiter Bürckel, vor der in- und ausländischen Presse. Er führte dabei u. a. aus:

Die Welt stellt am kommenden Sonntag die Frage: Wer ist Sieger? Wer ist Besieg- i e r"? Gibt man dieser Frage einen außenpolitischen Charakter, dann könnte sie, ganz gleich, wie der 13. Januar sie beantwortet, die Ursache neuer Konflikte werden. Aber nur dann, wenn man Deutschland und Frankreich als die beiden sich bekämpfenden Parteien herausstellt. Bei gewissenhafter Betrachtung des Problems, noch mehr aber bei Berücksichtigung der diesen Kampf austragenden Parteien, wird man erklären müssen, daß die Saarfrage außenpolitisch k e i n e K o n - flikts frage, sondern eine reine Liquida­tionsfrage darstellt. Sobald die Saarfrage aus dem Rahmen internationaler Erörterungen heraus­gehoben wird, ist sie eine rein deutsche Ange­legenheit, weil sie nur von Deutschen uter sich gelöst wird. Jnnerpolitisch gesehen wird bas Treuebekenntnis am 13. Januar zeigen, daß es an der Saar nur einen st a r k e n deut­schen Dolkscharakter gibt, jenen deutschen Charakter, der die alleinige Kraftquelle darstellt, aus welcher die deutsche Nation ihre Lebensbehaup- tung seit je herleitet: aus der Tiefe seiner ewigen deutschen Seele. Zwischen die beiden Thesen, zwi­schen die französische, nach welcher eine Willenskund­gebung genügt, um Glied einer anderen Nation zu werden, und zwischen die deutsche, nach welcher die innere Zugehörigkeit zum angestammten Volkstum entscheidet,'schob man aber noch eine dritte Lösung ein: das Kompromiß des Status quo! Daß eine solche Lösung weder völkisch noch kulturell, noch wirtschaftlich lebensfähig ist, war den franzö­sischen Politikern ebenso klar wie allen Saarländern.

Nun aber vollzog sich in Deutschland der große lnnerpolitlsche Umbruch. Das Parteiensyslem wurde abgelöst durch ein neues nationales Lebensprinzip, das Prinzip der Volksgemein­schaft und des Treueverhältnlfses zwischen Füh­rer und Gefolgschaft. Damit war für den Marxismus und feine Partei keine Le­bensmöglichkeit mehr gegeben. 3m Saargebiet jedoch hatte diese Weltanschauung die Möglich­keit, sich weiter zu behaupten. Seine partei­politische Opposition zu ihren politischen Geg­nern in Deutschland mußte aber zu einem Kampf gegen das ganze Volk wer­den. Der historische Augenblick war gekommen, wo der Marxismus bekennen mußte, ob er wirklich nationalpolitische Qualitäten hat, oder ob er sich lediglich international gebunden fühlt. Die Entscheidung des offiziellen Marxismus lautet nun, Partei gegen Volk. Er hat sich demaskiert als das, wofür er vom Natio­nalsozialismus längst erkannt worden isi:

Verräter am eigenen Volkstum!

Die Vertreter Frankreichs an der Saar, insbesondere die französische Bergwerksverwaltung, verbündeten sich mit jenen, die sich gegen Charakter und Vaterland entschieden hatten. Angebliche Ar­beiterführer und angebliche Sozialistenführer ver­bündeten sich gegen Deutschland. Die einen als Vertreter französischer kapitalistischer Interessen", die anderen angeblich als Kämpfer der Arbeiter­schaft. Sie sagten: lieber gegen Volk und Vaterland, lieber gegen Hitler und den deutschen Sozialismus, als gegen die Vertreter des französischen Kapitalis­mus.

Der Saarbevollmächtigte widerlegte dann schla­gend den Separatistenschwindel von der zweiten Abstimmung. Hätte der Völkerbundsrat eine zweite Abstimmung beschlossen, so würde ein solcher Entschluß einen glatten Bruch des im Saarstatut normierten Rechtes bedeuten. Es loll nicht bestritten werden, daß die Staatsmänner Litwinow, Benefch und Laval für ihre Perfon eine für die Saarbevöl­kerung wohlwollende Behandlung der Verzichtfrage zugesagt haben, aber: ein Beschluß des Dölkerbunds- rats liegt nicht vor, und er wäre auch, wenn er vorliegen würde, selbstverständlich unverbind­lich und vertragswidrig.

Für eine separatistische Bewegung, die aus innerpolitischen Ressentiments eine Trennung des Saargebietes von Deutschland und dann vom Saargebiet aus die innerpoli­tische Stellung der deutschen Regierung auf­rollen möchte, ist nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages kein Raum. Die Be­günstigungen einer solchen Bewegung durch eine fremde Macht muß sich als eine feindselige Haltung gegen Deutschland darstel­len und deshalb empfinden wir Deutsche es schmerzlich, daß die französische Propaganda im Saargebiet auf eine Zusammenarbeit mit der regierungsfeindlichen deutschen Opposition, die in ihrer Verblendung zu jedem hoch- und

Vaterlandsverral entschlossen Ist, gerichtet war. Genau wie wir Deutsche es ablehnen, eine separatistische Bewegung in Frankreich zu be­günstigen genau so müssen wir dringend darum bitten, daß sich auch Franzosen einer sol­chen Einmischung in innerpoll- llsche deutsche Angelegenheiten enthalten.

Die Emigranten und Separatisten versuchen nun in ihrer Propaganda, den Versailler Vertrag zu verfälschen, wenn sie sagen, daß das Gebiet auf Grund des Abstimmungsergebnisses geteilt wer­den müsse, daß also wenn beispielsweise 20 v. H. der Abstimmungsberechtigten für den Status quo stimmen sollten, eine dieser Prozent zahl entsprechende Fläche des Territo­riums abzutrennen und gleichsam a l s Freizone für d i e Separatisten und Emigranten zu erklären wäre. Don dieser Zone aus könnte dann die geistige, moralische und völkische Zersetzung der europäischen Staaten und Völker durchgeführt werden. Eine solche Lösung wäre nicht nur ein ungeheuerlicher Rechts­bruch, sondern ein noch größerer Vertrauens­bruch gegenüber der deutschen Saarbevölkerung.

Wie sagen doch die Separatisten alles für Deutschland gegen Hitler! Daß sie ge­gen Hitler alles tun was sie können, wissen wir. Aber prüfen wir einmal, was sie alles für Deutsch­land tun. Sie rufen die fremden Völker zum Krieg gegen dieses deutsche Volk auf und dabei lügen sie ihren Anhängern vor, das geschähe alles für Deutschland. Nehmen wir einmal an, diese Sepa­ratisten hätten mit ihrer Kriegshetze Erfolg, wer hätte bann alle die unsagbaren Leiden eines so heraufbeschworenen irrsinnigen Blutbades zu tra­gen? Doch niemand anders als die breiten Massen unseres Volkes. Wenn ein Volk sich zu dem Füh­rer bekennt, diesen liebt und ihn verehrt, weil er selbst Volk geblieben ist, wie unser Adolf Hitler, bann finb Volk unb Führer ein Schicksal. Diesem Schicksal kann gegenübertreten wer auch mag; es wirb immer eine unlösbare Einheit fein. Darum ist Abolf Hitler D e u t s ch l a n b unb nur deshalb ist Deutschlanb Adolf Hitler.

Die Bundesgenossen derbesseren Deutschen" dieser Art sind die separatistischenbesseren Christen". Die ParoleFür Christus und Deutschland" Ist noch rechtzeitig durch die Emp­fangsbestätigung für großzügig hinausgeworfene Gelder der französischen Bergwerksbirektion ent­larvt worben. Richtig heißt nämlich biefe Parole: Im Namen Christi für Status quo. Man muß schon sagen, bie Gotteslästerungen feiern bei bieser Sevaratistengilbe gerabezu Orgien.

Sie fragen mich: Ist es richtig, was Braun schreibt, daß sofort nach der Rückgliederung ein Konzentrationslager in Neunkirchen errichtet würbe. Meine Herren, diesen Gefallen werben wir den Emigranten nicht tun. Denn sie wünschten sich ein Konzentrationslager in Neunkirchen, bamit sie nach ihrem Abschub aus einem anberen Versteck wieder Grund hätten zur Fabrikation von Greuelmärchen. Ich versichere feierlich, daß wir den saarländischen Arbeiter aus den Klauen dieser Hetzer über d e n Weg einer kameradschaftlichen Verbundenheit und mit größter Sorae um sein sozia - les Wohlergehen befreien werden. Und wenn von mir, wie das in den letzten Tagen häufiger geschieht, behauptet wird, ich sei ein Freund von Konzentrationslagern, so sei ihnen ge­sagt, daß es in meinem Gau kein Konzentrations­lager gibt.

Andere fragen mich: Ist es richtig, daß nach dem 13. Januar ein Kulturkampf in Deutschland ausbricht? Der Führer der Nation hat sich vorge- nommen, eine unzerstörbare Volksge­meinschaft zu schaffen. Eine unzerstörbare Volksgemeinschaft schmiedet man nicht mit Kul­turkämpfen und Konzentrations­lagern. Damit zerschlägt man ein Volk. Die Zeiten des 30jährigen Krieges sind vorbei. Es leben andere Menschen, Die von der praktischen Religion nicht bie Auffassung haben, wie sie bet den Propa­ganden unb falschen Propheten des Kulturkamp­fes Üblich sind.

Glaubt etwa ein anständiger Mensch, daß der Status quo eine Garantie des Friedens wäre? Wenn man den Frieden will, dann kann man nicht diese Henker des Friedens an der gefähr­lichen Stelle zwischen zwei Völkern sich einnisten lasten. Wer den Frieden will, muß sich ent­schließen, den Störenfried dorthin zu sehen, wo er den beiderseitigen Frieden nicht mehr stören kann. Immer wieder nennen die Separatisten den Arbeiter lm Zusammenhang mit ihrem un­sauberen Geschäft. Es muß Verwahrung gegen den Mißbrauch mit dem Namen Arbeiter ein­gelegt werden. Man will offenbar die Oeffent- lichkelt glauben machen, daß der Arbeiter vor­züglich befähigt wäre, unehrenhafte Geschäfte zu besorgen. So ist es denn wahrhaftig nicht.

Nicht die Arbeiter sind die Träger einer ver­räterischen Sache, sondern Immer dieselbe Sorte von Menschen benutzt den Arbeiter, um Ihn auszubeuten, um das eigene Handwerk von Ihm besorgen zu lassen. Sie allein, diese kleine Gruppe einer oft gerissenen, aber ebenso minder­wertigen Intelligenz besudelt die Ehre des Ar­beiters, indem sie Ihm ihr eigenes unsittliches Treiben zumutet. Immer wieder waren es Ar­beiter, das muß einmal gesagt werden, die sich elnsehten gegen den Verrat, gegen die Unehre. Der Verrat selbst wird Inszeniert von Arbeits­scheuen. Brave Arbeiter werden mißbraucht, und Arbeiter sind es, die bann gegen die miß­brauchten Arbeiter den Kamps führen -nüssen, während die Drahtzieher selbst rechtzeitig das

Kaiserslautern, 9.Jan. (DNB.) Am Mitt­wochabend sprach in der Fruchthalle in Anwe­senheit von Tausenden von Arbeitern, darunter zahlreichen Saarkumpels, ferner in An­wesenheit einer größeren Abordnung von bisher der Einheitsfront und den status-quo-Parteien an-' gehörenden Arbeitern aus dem Saarge­biet der Saarbevollmächtigte des Führers Gau­leiter Bürckel, zugleich über alle deutschen Sen­der zum deutschen Saarvolk. Der Händedruck, den Gauleiter Bürckel im Namen von Volk und Führer symbolisch am Schlüsse der Kundgebung mit den anwesenden Vertretern der vom status-quo-Gedan- ken abgewanderten Arbeitern wechselte, galt allen Saardeutschen ohne Ausnahme, beson­ders auch denen, die verführt und mißleitet waren. Im ganzen Saargebiet haben Hunderttausende An­teil an dieser großen Kundgebung gehabt. Ueberall sanden sie sich zum Gemeinschaftsempfang zusam­men, überall saßen sie in den Wohnungen am Lautsprecher beieinander und wurden Zeugen einer geschichtlichen Stunde.

Die Rede Bürckels wurde immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochen. Bürckel hatte immer wieder die Lacher auf seiner Seite, wenn er die verlogenen Parolen des Status quo zerpflückte und die Führer des Status quo als Zeizge gegen sie selbst ins Feld führen konnte. Er erinnerte daran, daß es gerade die Führender Mar- xi st e n waren, die im Rheinland und in der Pfalz ganz besonders scharf gegen bie Separat!-

Saarbrücken, 9. Jan. (DNB.) Mittwoch gegen 11.30 Uhr drang eine Reihe von Werbern der separatistischenNeuen Saarpo st", die die heutige Nummer derNeuen Saarpost" zu Werbe­zwecken verteilten, ind en Garten des Hau­ses der Deutschen Front ein und bestreute die ganzen Treppen des Hauses mit Werbeexem­plaren derNeuen Saarpost". Sie versuchten auch, in das Haus selbst einzudringen. Sie wurden *on einem Büroangestellten aus dem Hause und dem Garten verwiesen. Einige Wer­ber alarmiert en das Ueberfallkom- m a n d o, das in Stärke von 70 Mann die Landes­leitung besetzte, die Telephonzentrale sperrte und begann,polizeiliche Feststellungen" zu treffen. Ermittlungen haben ergeben, daß die Wer­ber, die ausländische Photographen mit­gebracht hatten und in den Garten eingedrungen waren in der Hoffnung, einen schweren Zwischenfall provozieren zu können, f e l b st chre Werbeexemplare vor dem Haus der Deutschen Front zerrissen und zerstreut haben und ferner unter s i ch den Anschein einer Schlägerei erweckten, die dann pho­tographiert wurde.

Unmittelbar nach dieser planmäßigen separatisti­schen Provokation an der ßanbesleituna der Deut­schen Front begaben sich der saarländische Polizei­chef H e n n e s s e y und der Kommandant der Saarbrücker Polizei L i e an Ort und Stelle, um in korrekter Weise die erforderlichen Unter­such u n g en vorzunehmen und sich besonders von den Augenzeugen der Landesleitung über die Vor­fälle unterrichten zu lassen. Sieben sepa- ratistische Unruhestifter wurden zur wei­teren Vernehmung vom Ueberfallwagen der blauen Polizei mitgenommen.

Gelände räumen. So war es bei der Revolution 1918, so war es bei den separatistischen Put­schen des Rheinlandes und so ist es auch heute. Der Arbeiter ist für uns der Ehrenmann, weil das Wort Ehre nicht zuletzt an Leistung für die Gesamtheit gebunden ist. Ehre entsteht aus erfüllter Pflicht und Treue. So ist der Arbeiter der erste Träger der Ehre, weil diese nicht geadelt ist durch Reichtum und Macht, sondern einzig und allein durch Pflicht und Treue. Das neue Reich hat deshalb fein Funda­ment im Herzen des Volkes, weil es der Arbeit Sinn und ihren Trägern Ehre und Recht verbürgt und verteidigt.

Deutsche TUänner und Frauen! Der 13. Januar aber wird Ehre und Recht, wird dem Gesetz des Friedens praktische Anwendungsmöglich­keit geben. So soll es an diesem Tage nicht zwischen Deutschland und Frankreich im Sinne rechtlicher Auseinandersetzung Sieger und Be­siegte geben. Waffenträger in diesem Kamps Ist deutsches Volkstum. Als Besieg­ter muh einzig und allein der Ver­rat am Boden liegen. Als Sieger muh ein Friede gefordert werden, der von haß er­füllt ist g e g e n d e n K r i e g, der dem Leben der Nation in Ehre verpflichtet ist und der sich das eiserne Recht zum Bundesgenossen er­wählt.

Eine kranke alte Mutter, die sich vorgestern in das Abstimmungslokal schleppte, gab ihre Stimme ab und sagte:Ich bin deutsch geboren und werde deutsch sterben". Die abgegebene Stimme aber wurde, weil dieses Bekenntnis eine Demon­stration für Deutschland darstellte, für ungültig erklärt. Der Ausspruch dieser Frau aber wird historisch bleiben. Diese für ungültig er­klärte Stimme einer alten kranken Mutter geht nicht verloren. Der Herrgott wird sie bestimmt zäh­len, weil sie eine Demonstration für seinen Willen, für den Willen des Schöpfers ist! Dem Status quo aber wird es nicht gelingen, dieser deutschen Mut­ter, die vielleicht noch einen Sohn in fremder Erde hat, ihre letzte Ruhestätte im Vaterlande zu ver­weigern. Die Welt soll es wissen: Am historischen 13. Januar wird das tapfere Saarvolk der Welt­geschichte den Triumph des deutschen Charakters präsentieren.

Das Saarvolk marschiert.

Die Grenzpfähle stürzen.

Deutschland reißt das Tor auf.

Sein Führer schlägt ein: Es lebe der Friede!

ft e n vorgingen. Damals hat ein Auswurf der Menschheit versucht, deutsches Land von deutschen Landen zu trennen, und damals haben auch Herr Matz Braun und der angeblich katholische Separa­tist Hoffmann selbst sich am schärfsten gegen diesen Separatismus erklärt. Heute aber wehren sie sich dagegen, daß die gleiche Methode als Separatis­mus bezeichnet wird. Es wird manchem katholischen Saararbeiter ein Licht aufgegangen sein, wenn die G o 111 o s e n p r o p a g a n d a des russischen Rundfunks und der russischen kommunistischen Presse zitiert wurde, die den Papst einen Oberpim- perüng nannten, und wenn er dann im Saarge­biet sieht, wie dort seine angeblichen katholischen Führer die rote Fahne des Kommunis­mus mit erhobener Faust und mit Rot­front grüßen und dabei sagen:Gott wille s."

Gauleiter Bürckel schloß seine große Rede mit einem Gelöbnis Deutschlands für den Frieden mtt einem Appell an die Welt, Deutschland diesen Frie- den zu geben.Am 13. Januar wird das tapfere deutsche Saarvolk einen Triumph des deutschen Charakters präsentieren." Und als nach der Kund­gebung in den Straßen der Stadt Kaiserslautern von der abflutenden Menge das Horst-Wessel-Lied gesungen wurde, da blieb eine Zeile besonders haf­ten, die am besten über dieser Kundgebung gestan­den hätte:Zum letzten Mal wird Sturmalarm geblasen."

Es konnte genau festgestellt werden, daß die Pro­vokation planmäßig eingeleitet worden war. So konnte man beobachten, daß kurz vor dem Zwischenfall verschiedene ausländische Presse­photographen, die vor der Regierungskom­mission standen, von einigen der Flugblattverteiler einen Wink bekamen. Wenige Minuten spä­ter kam es zu der Provokation, bei der die Aus - l a n d - P r e s s e v e r t r e t e r sofort anwe­send waren. Außerdem wurde beobachtet, daß ein englischer und ein französischer Pressephotograph sich vormittags zwischen 10 und 11 Uhr dahin ver­ständigten, daß in öen Mittagsstunden unter allen Umständen etwas passieren werde. Bezeichnend ist ferner die Tatsache, daß einer der roten Flugblattverteiler für die aller- christlichsteNeue Saarpost" beim Besteigens des Ueberfallroagens demonstrativ mit erhobener Faust undRotfront" grüßte.

Frankreich dementiert

Keine Truppenzusammenziehungen an der saarländisch-lothringischen Grenze.

Berlin. 9. Jan. (DNB.) Von unterrlchte- ter Seite erfahren wir: Nach Mitteilungen von französischer Seife sind alle Nachrichten über an­gebliche französische militärische Maßnahmen an der lothringisch-saar­ländischen Grenze unzutreffend. Es haben keinerlei Trnppenzusammen- Ziehungen oder sonstige militärische Mahnah- men stattgefunden, vielmehr ist lediglich bx t französische Grenzpolizei verstärkt worden, um den Verkehr über die Grenze zwischen Lothringen und dem Saargebiet einer

Der letzte Appell an das Saarvolk.

Stürmische Beifallskundgebungen der Saararbeiter unterbrechen immer wieder die Rede des Saarbevollmächtigten.

Separatistische provokastonen bei der Landes- leilmg der Sentschen Front in Saarbriilken.

Hausfriedensbruch durch separatistische Werber. - Ausländische Photographen bereitgestellt und Lleberfallkommando alarmiert.