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Aus der Provinzialhauptstadt

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Krankheit der erst vor kurzer Zeit in den Ruhestand getretene frühere Direktor der Gießener Universitäts­klinik für Haut- und Geschlechtskrankheit Prof. Dr. I e s i o n e k im Alter von 65 Jahren verstorben.

Der Heimgegangene, der am 9. Januar 1870 in

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Professor Dr. Jesionek f.

der Nacht zum Sonntag ist nach längerer

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stigen Körperschaften des öffentlichen Rechtes den nachstehenden Runderlaß des Reichs- Preußischen Ministers des Innern vom 17.

vember 1935 aufmerksam:

Baustein zum Gelingen des großen Werkes feres Führers beigesteuert. Darum wollen wir mit froher Genugtuung an diesenTag der tionalen Solidarität" zurückdenken.

Der Stellvertreter des Führers hat in einem Runderlaß vom 24. August 1935 Nr. 183/35

Das große Sammelwerk hatte in Gießen zwei Zentralen: am frühen Nachmittag im Saale des Caf6 Leib, wo die Sammelbüchsen in flotter Ab­wicklung des Andranges der Sammler ausgegeben wurden, am Abend in den Räumen der Deutschen Bank, wo die Sammler sich einfanden, um den In­halt ihrer Sammelbüchsen abzuliefern. Bereits von 13 Uhr ab konnte man an allen Brennpunkten des Verkehrs die Politischen Leiter mit den Sammel­büchsen in eifriger Tätigkeit sehen. Bald darauf tra= ten auch die übrigen Sammler immer mehr in Ak­tion, und zwar sowohl bei der Haussammlung, als auch an den Straßenkreuzungen. Dabei entwickelte sich in vielen Fällen geradezu ein Wetteifer unter den Sammlern. Selbstverständlich wurde als einladendes Zeichen an den herannahen- den Spender überall kräftig mit dem Inhalt der Sammelbüchse gerappelt. Meist hatte schon dieses ungesprochene Wort" den gewünschten Erfolg: die Fünfer, Zehner oder auch ein Fünfziger usw. pur­zelten mit angenehmem Gepolter in die Sammel­büchse. Jede Gabe, mochte sie so hoch sein, wie sie wollte, machte den Sammlern viel Freude, denn mit Recht sagte man sich, daß alles beiträgt zur Linderung von Not und Elend und daß dabei jeder Opfergabe die volle Wertschätzung dankbar er Menschen zuzuerkennen sei. Und erfreulich war es, zu bemerken, wie in den aller­meisten Fällen, jp man kann schon sagen aus­nahmslos, nicht nur einmal gespendet wurde, sondern die Spender und Spenderinnen immer und immer wieder in ihre Taschen grif- f e n, weil sie eben ganz erfüllt waren von der gro­ßen und begeisternden Idee des Tages, von der Freude am Opfern und Helfen. Allerdings wurde diese frohe und opferfreudige Stimmung auch durch die Sammler noch ganz bewußt und in netter Weise angefacht und wachgehalten durch freundliche Scherzworte, lachende Mienen und durch den geradezu unbändigen Sammeleifer, der sich da vor Augen aller Öffentlichkeit abspielte und allein schon so hinreißend war, daß die Spender und Spenderinnen mit Recht den Glauben hatten, in diesem edlen Wettstreit für das große Ziel des Ta­ges nicht fehlen, oder etwa auf den zweiten oder dritten Platz landen zu dürfen, sondern unbedingt in der Front sein zu müssen.

Dabei ergab sich auch manche schöne Episode der Verbundenheit durch das gemeinsame Werk; z. B. wenn eine Gruppe von Sammlern durch eine Kanne Tee mit Rum, den ein fürsorgliches Hausmütterchen den Männern mit den Sammelbüchsen vor ihrem Hause herausschickte, erquickt wurde; oder wenn an einer anderen Stelle Sammler in kameradschaft­licher Weise ein Tütchen Zuckergebäck verzehren konnten, das eine vorübergehende Frau neben ihrem Beitrag füe die Sammelbüchse noch für die Samm­ler selbst gestiftet hatte; oder wenn an einer ande­ren Stelle, nachdem das Geld in die Büchse gelangt war, dem Sammler noch eine gute rauchbare Zi-

Mit einer sehr gut besuchten Feierstunde im Licht­spielhaus am gestrigen Sonntagvormittag eröffnete im Auftrage der Kreiswaltung Gießen der Deut­schen Arbeitsfront der Kreiswalter des Amtes für Arbeitsführung und Berufserziehung M e r t e s die Berufserziehungsarbeit des Win­terhalbjahres 19 3 5 /36 und den Reichs­berufswettkamps der HI. und der D A F. Vor dorn Hintergründe einer riesigen Haken­kreuzfahne stand eine Büste des Führers, flankiert von Fahnenabordnungen der HI. und NSBO. auf der Bühne. Ein Sprecher leitete über zu der An­sprache des

Kreiswalters der DAF., Wagner, in der er die Deutsche Arbeitsfront als die deutsche Prüfungs- und Leistungsgemeinschaft darstellte. Das Prinzip dieser Gemeinschaft ist, dem deutschen Menschen den Platz anzuweisen, den er vermöge einer Vorbildung, seiner Fertigkeiten und seines Könnens bis zur Höchstleistung ausfüllen kann.

Wenn unser Volk sich in der Dell nur auf Grund seiner Leistung auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet durchzusehen vermag, so ist dazu eine gesteigerte Gesamtleistung erforder­lich, die gebildet ist aus der Summe der Linzel- leistungen. Damit ist gesagt, daß es auf die Leistung jedes einzelnen Volksgenossen an­kommt.

der Universitäts-Hautklinik war er viele Jahre lang auch Leiter der mit unserer Unioeufität durch Personalunion des ärztlichen Leiters verbundenen Lupusheilstätte des Hessischen Heilstättenvereins. Unter der Leitung von Professor I e s i o n e k wurde das Ansehen der Gießener Universitäts-Hautklinik und der Lupusheilstätte sowohl in der Fachwelt, wie auch bei der Bevölkerung von nah und fern in hohem Maße gesteigert. Um die zahlreichen Ver­besserungen und die Erweiterungen in der Haut­klinik und in der Lupusheilstätte hat sich Professor Jesionek durch seine rastlose und von ganzer Liebe für die hohe Aufgabe erfüllte Tätigkeit außer­ordentlich verdient gemacht. Die ärztliche Fachwelt, die Klinikerschaft in Gießen, die Kranken und auch die Bevölkerung brachten ihm für dieses segens­reiche Wirken zum Besten der leidenden Menschheit hohe Wertschätzung entgegen.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten galten vornehm­lich der Tuberkulose-Forschung, seine Veröffentlichun­gen über Lichtbiologie und noch mehr feine Biolo­gie der gefunden und der kranken Haut wurden grundlegende und von der Fachwissenschaft weit- gehendst anerkannte Arbeiten. Von den interessierten medizinischen Kreisen wurde es immer dankbar be­grüßt, daß er ihnen die Ergebnisse seiner ärztlichen Tätigkeit in weitem Maße zugänglich machte. Seine in den letzten Jahren vor dem Kriege entstandene Arbeit überPraktische Ergebnisse auf dem Gebiete der Haut- und Geschlechtskrankheiten" ist zu einem viel gebrauchten Handbuch der dermatologischen Praxis geworden. Eine besondere Ehrung erlebte Zrofessor Jesionek noch am 6. Dezember 1933 in München, wo er nach der vierten Otto v. Bollinger- Gedächtnisvorlesung überAntituberkuline" die Bollinger-Plakette überreicht erhielt und zum Ehren­mitglied des ärztlichen Vereins zu München ernannt wurde.

Aber nicht nur den Aerzten und Wissenschaftlern hat Professor Jesionek im Verlaufe seines gesegneten Wirkens viel gegeben, auch den Kranken und seinen Mitarbeitern auf allen Gebieten der Klinikstätigkeit war er stets ein warmherziger Berater und För­derer, ein edler und allgemein beliebter Helfer in allen Lagen des Lebens. Seine hervorragenden menschlichen Charaktereigenschaften waren die gute Grundlage, auf der er diesen Teil seines Lebens­werks aufbaute.

Unsere Gießener Universität hat dem Wirken des Verstorbenen viel zu verdanken; zur Steigerung ihres Ansehens hat er als Kliniker, Wissenschaftler und Mensch in hohem Maße beigetragen. Darüber hinaus wissen sich viele Patienten, denen er Hilfe leistete und Genesung brachte, ihm zu tiefem Dank verpflichtet. Und so wird das Andenken an diesen Gelehrten und Arzt nicht nur in den Kreisen der Universität, sondern bei vielen Volksgenossen in Stadt und Land in dankbarer Erinnerung fortleben.

Dornoiüen

Tageskalender für Montag.

Stadttheater (Ring Deutsche Bühne):Der Vogel­händler". 4 Gloria-Palast (Seltersweg):ik. Königstiger". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): "Der grüne Domino". Frauenbund der Deut­schen Kolonialgesellschaft, Abt. Gießen: 20 Uhr in der Aula der Universität Vortrag von General von Lettow-Vorbeck. Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr Ausstellung oberhessischer Künstler.

Die Landesregierung macht alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und

DerReichsberusswettkampsderHlundderDAZ

Eröffnung in Gießen.

garre obendrein überreicht wurde, damit er sich bei dem kühlen Lüftchen auchetwas ins Gesicht stecken" könne, und dergleichen andere nette Episoden.

Die Stunden des Sammelns vergingen nur allzu schnell; daß die Sammler in den Hauptverkehrs­straßen stark in Anspruch genommen waren, zumal der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugsührer Herrmann am Kreuzplatz und am Selterstor durch gute Konzertmusik die Straßenpassanten erfreute, versteht sich von selbst; aber auch in den übrigen Straßen unserer Wohn­viertel war im allgemeinen recht flotter Betrieb, da die Sammler hier schon die auf dem Wege zum Geschäftsviertel befindlichen Männer und Frauen mit freundlichem Gesicht und einladendem Winken mit der Sammelbüchse in Empfang nahmen, oder sie bei der Rückkehr von den Einkäufen noch einmal abzukämmen" bestrebt waren und fast ausnahms­los dabei zum erhofften Erfolg kamen. Nur eines konnte die Sammler etwas verdrießen, wenn näm­lich in ihrem Arbeitsbereich dieKonkurrenz" der Haussammler auftauchte, oder irgend ein anderer Sammler von einem benachbarten Bezirk als Irr­läufer" sich in allzu großem Eifer bis in das fremde Revier verlaufen hatte. Einigespitze", aber natür­lich ganz kameradschaftliche Worte brachten es zu­wege, daß die .Konkurrenz" schleunigst das Feld räumte und im eigenen Revier zu schaffen bemüht blieb.

So ging der Sammelbetrieb Stunde und Stunde munter dahin, bis die Läden geschlossen wurden und nun der Verkehr auf den Straßen immer schwächer wurde. Da war es auch meist mit dem Abkämmen" vorbei, und nun sah ein großer Teil der Sammler den Zeitpunkt zur Beendigung seiner Arbeit gekommen. Mit Sem Büchseninhalt klap­pernd wurde der Marsch zur Ablieferungsstelle, der Deutschen Bank, angetreten. Daß dabei unterwegs noch alle Register gezogen wurden, um oorbeikom- menbe Freunde und Bekannte, natürlich auch alle übriaen Volksgenossen, zur Benutzung der Sammel­büchse (selbstverständlich nur zum Geldeinwer- f e n) einzuladen, ist selbstverständlich. Und dabei hatte man in der Regel auch noch Glück, ja es kam vor, daß der Spender ober bie Spenberin nicht nur dem einen Sammler, ber bie Ansprache vornahm, den Inhalt ber Sammelbüchse bereicherte, sonbern auch ben anberen mitmarschierenben Sammlern nod) etwas in bie Büchse tat, alles um bes guten Zweckes willen. Unb bas war schön unb gut unb erfreute bie Sammler nicht äu knapp.

Etwa von 19 Uhr ab herrschte bann in ben Räu­men ber Deutschen Bank flotter Betrieb. Da sam­melten sich bie Büchsen in großen Mengen an. Selbstverstänblich hatten die meisten Sammler ein lebhaftes Interesse daran, sogleich zu erfahren, wie hoch ber Inhalt ihrer Sammelbüchse ausgefallen war. Da mußten nun von ben Gelbzählern ber Abrechnungsstelle schnell bie Plomben von ben Sam­melbüchsen entfernt unb ber Inhalt auf bie Zahl­bretter ausgeleert werben. Da würbe sortiert unb gezählt, notiert unb gerechnet, unb schließlich nach einigen Minuten konnte ber interessierte Sammler hären, was er mit seiner Sammelbüchse zuwege ge­bracht hatte. Es versteht sich von selbst, baß babei jedem Inhalt der Büchse, ganz gleich wie hoch er war, die verdiente volle Wertschätzung zuteil

ferer Stabt wieder eine sehr erfreuliche Bekundung der deutschen Volks- und Opfergemeinschaft war. Von jedermann, der da sammelte und spendete, ist zu sagen, daß sie ihre Pflicht gegenüber den hilfsbe­dürftigen deutschen Brüdern unb Schwestern und gegenüber dem Aufbauwerk unseres Füyrers und Reichskanzlers Adolf Hitler durch tatfrohes Han­deln erfüllt haben. Unsere Gießener Bevölkerung hat an diesem Großkampftag der Winterschlacht ge- gegen Hunger und Kälte einen weiteren wertvollen

Lindau im Bodensee geboren war, kam nach feinem Studium und nach verschiedener klinischer Tätigkeit in München am 1. April 1906 als außerordentlicher Professor für das Fach der Haut- und Geschlecht lrankheiten an die Hautklinik der Universität Gie­ßen, deren Leitung er seit jenem Tage innehatte. Am 1. April 1920 wurde er zum ordentlichen Pro­fessor ernannt. Neben seiner Tätigkeit als Direktor

wurde, denn das Sammelergebnis stellte ja in sich die Leistung einer Arbeit bar, bie man gerne vollbracht hatte für bas große Werk unb bie auch von allen in biefer Weise gewürdigt wurde. Ein großer Teil der Sammler fetzte feine Tätigkeit in den Gaststätten noch mehrere Stunden lang fort, um schließlich gegen Mitternacht ebenfallsden La­den zu schließen" und zur Abrechnungsstelle zu pil­gern. Viele Stunden lang war nun hier beim Geldzählen und -rechnen, beim Sortieren und Ver­packen zu tun, um das Ergebnis des Tages abschlie­ßend zu erledigen.

Rückschauend darf heute festgestellt werden, daß derTag der nationalen Solidarität" auch in un-

Der Kupferne Sonntag in Gießen.

Mit dem gestrigen Kupfernen Sonntag hat das Weihnachtsgeschäft in unserer Stadt seinen Anfang genommen. Wenn man den gestrigen außerordent­lich starken Publikumsverkehr in unserem Geschäfts­viertel als Maßstab nehmen will, so darf man wohl auj einen guten Verlauf des Weihnachtsgeschäftes hoffen. Denn schon kurz nach der Mittagsstunde wurde es in den Hauptverkehrsstraßen ganz außer­ordentlich lebendig. Mit der Bahn und mit Kraft­omnibussen, aber auch mit Personenautos kamen viele Volksgenossen aus der Umgegend herein, um sich hier auf dem Weihnachtsmarkt umzuschauen. In den Geschäftsstraßen herrschte bald ein erheb­liches Gedränge, da natürlich die Schaufensteraus­lagen das große Interesse der Besucher erregten und auch schon zu einem ansehnlichen Teil von Weih­nachtseinkäufen veranlaßten. Das Wetter war dem Weihnachtsbesuch günstig, denn um die Mittagszeit war es trocken und kalt, aber doch nicht zu kalt, sondern es herrschte eine durchaus annehmbare Temperatur. Erst etwa von 16 Uhr ab machte sich ein Wetterumschlag als Schneefall geltend, der dem Kupfernen Sonntag das erforderliche weihnachtliche Kleid brachte und doch die Freude an dem Bummel über den Weihnachtsmarkt nicht störte. Der lebhafte Verkehr hielt bis kurz vor der Gefchäftsfchluß- Stunde um 19 Uhr an. Mit ben Abendzügen kehrten dann die auswärtigen Besucher wieder heim. Soweit bis jetzt bekannt ist, verlief der starke Sonntagsverkehr erfreulicherweise ohne Unfall.

Beamtenkinder und Jugend­organisationen der NSDAP.

; (nicht veröffentlicht) daraus hingewiesen, baß bet Führer der Partei die Aufgabe gestellt hat, alle deutschen Menschen zum nationalsozialistischen Den­ken und Handeln im Dienst am deutschen Volke zu erziehen, und daß im Rahmen dieser Aufgabe die Hitler-Jugend, die als Gliederung der Partei den Namen des Führers trägt, nach feinem Willen allein berufen ist, die deutschen Jungen und Mäd­chen nationalsozialistisch in Haltung und Lebens­auffassung zu führen unb auf ihre einstige Aufgabe als Träger bes Reiches körperlich und geistig vor­zubereiten.

Es ist deshalb selbstverständlich, daß alle, die es mit ihrem Bekenntnis zum Führer unb seiner Be­wegung ehrlich meinen, aus Verantwortungs­bewußtsein gegenüber ber beutschen Zukunft ihren Kinbern ben Weg zur Hitler-Jugenb freigeben und so bas Werk bes Führers unterstützen.

Ich erwarte bas insbefonbere auch von allen auf ben Führer unb Reichskanzler verewigten Be­amten des nationalsozialistischen Staates.

Oer provinzialausschuß als BerwaltungSgericht.

In der Sitzung des Provinzialausschusses ber Provinz Oberhessen vom Samstag kamen solgenbe Verwattungsstreitsachen zur Verhanblung:

Die Entscheidung der Klage des Otto Schaff­ner in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 20. August 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins wirb zum Zwecke weiterer Ermittlungen ausgesetzt. Neuer Termin wirb später bestimmt.

Dem Kaufmann Walter Richter in Gießen wird auf seine Klage gegen ben Bescheib bes Kreis­amts Gießen vom 14. Oktober 1935 bie für das Kalenderjahr 1935 nachgesuchte Legitimationskarte erteilt. Die Kosten des Verfahrens werden dem Klä­ger unter Zugrundelegung des Streitwertes in Höhe von 500 RM. zur Last gesetzt.

Die Punkte drei bis acht der Tagesordnung betr. die Klagen der Juden David Fröhlich in Ulrich­stein, Albert Reiß in Ulrichstein, Fritz Flörs­heim in Alsfeld, Hermann Goldschmidt in Schotten, Nathan Katz in Schotten und Salo Stern in Schotten werden abgefetzt, weil die Ge­nannten noch kurz vor dem Termin ihre Klagen zurückgenommen haben.

Die Steuerkarte für 1936.

Die Stadtverwaltung weist in ber heutigen Be­kanntmachung barauf hin, daß die Steuerkarten für das Jahr 1936 zugestellt worden sind. Arbeitslose Personen wollen die Steuerkarten für den Fall, daß sie im Lause das Jahres in Arbeit kommen sollten, sorgfältig aufbewahren, da die Ausstellung einer neuen Steuerkarte nur gegen Zahlung von 1 RM. erfolgt.

Auf Seite 4 ber Steuerkarte ergeben sich bie Be­stimmungen über die Höhe der Bürgersteuer. Die Anforderung der Bürgersteuer gilt mit der Zustel­lung der Steuerkarte als bewirkt.

Er führte u. a. aus, daß bie Zukunft beweisen muß, ob ber Deutsche bie bestmöglichste Leistung innerhalb bes Weltmarktes zu leisten imstande ist. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die HI. zum zweiten Reichs­berufswettkampf aufgerufen, um Anregung unb go^erung für ben praktischen Beruf zu geben. Fachkräfte unb Hanbwerksrneister sollen bie Jugenb babei unterweisen. Wenn jetzt ber Appell an ben 3ungen unb bas Mäbel zur Beteiligung an ber zu­sätzlichen Berufsschulung unb bem zweiten Reichs­berufswettkampf ergeht, bann hofft bie Führung, vatz die Zahl ber Teilnehmer wiederum das Maß überschreitet, wie es im vorigen Jahr im Kreise (piepen der Fall war. Jeder einzelne zeige durch Haltung und Auftreten, daß bas Volk mit Recht unb Stolz sage, baß bie HI. bie junge Garbe bes Führers sei.

JÖlit breifachem Sieg-Heil auf ben Führer und mit bem Lieb ber HI. schloß die Veranstaltung.

Darum darf bas Volk bie Auswahl bes Berufes des Einzelnen nicht dem Zufall überlassen, sondern muß um das Wohl bes Volkes und des einzelnen Volksgenossen willen, auf eine vernünftige Ord­nung bedacht fein. Arbeit ist, entgegen der libera­len Auffassung, weder Ware noch Preis, sondern nach nationalsozialistischer Anschauung Sinn und Wert des Lebens. Nach dieser Anschauung wird auch der Wert des Menschen nicht bestimmt Nach der Art der Arbeit, die er ausführt, sondern nach dem W i e seiner Arbeitsleistung und aus der Er­kenntnis, daß Arbeit D i e n st am Volke ist.

Die meisten unzufriedenen Menschen kommen nur aus den verkehrt gewählten Berufen, in denen ie zu keiner Höchstleistung kommen können. Des­halb will das Amt für Arbeitsführung und Be­rufserziehung dahin wirken, daß der junge Mensch chon in der Schule einen Einblick bekommt in die Berufe und in die Arbeit, um selbst ergründen zu können, wo und an welchem Platz seine Neigun­gen und Anlagen beste Entwicklung finden. In der Berufsausbildung hilft ihm dann der Reichs­beruf s w e t tk a m p f, die ernste Leistungsschau des Volkes, weiter. In diesem Berufswettkampf er­kennt der Einzelne die Lücken seines Könnens und eines Wissens, und es bietet sich ihm dann bie Möglichkeit, biefe zu schließen. Neben bem Reichs­berufswettkampf werden die Lehrlings-, Gesellen- und Meisterprüfungen der Ansporn zu weiterer Leistungssteigerung sein. Das Leistungsprinzip ist nicht eine einmalige Leistungsschau, sondern der Nachweis dafür, daß der Einzelne dauernd ben ifjm zugewiesenen Platz ausfüllen kann.

Vur rastlose Arbeit bes Einzelnen an sich er­höht bie Leistungsfähigkeit des Volkes.

Dabei will ihm die Deutsche Arbeitsfront Berater und Helfer fein. Durch gemeinsamen Dienst an xSolf wird dieses in der Lage sein, den ihm zu- kommenden Platz im Rate der Völker zu verteidi- gen und zu erhöhen, auf das Deutschland ewig lebt.

ej?1} öie mit Beifall aufgenommene Ansprache schloß sich b*

ber Volksgenossen für bas große Werk ber Nächsten­liebe abzuholen. Wohin man blickte, überall be­merkte man große Dienstfreudigkeit der Sammler und weitgehende Opferbereitschaft derer, die mit ihrer Gabe die Sammelbüchsen bereichern sollten. Auch bei dieser Gelegenheit wieder offenbarte sich, wie tief der Gedanke der Volksgemeinschaft und der Opfergemeinschaft in unserem Volke Wurzeln geschlagen hat. Da stellte sich der Arbeiter der Stirn mit dem Arbeiter der Faust in Reih und Glied, da trat nirgends ein sozialer Un­terschied zutage, sondern allenthalben bekundete und erkannte man nur eines: d i e Gemeinschaft verdeutschen Menschen, bie Gemeinsamkeit ihrer Arbeit unb bie Einigkeit ber Zielsetzung, näm­lich jeber an feiner Stelle alle Kraft einzufetzen zur Erringung bes bestmöglichsten Erfolges, ber ben hilfsbebürftigen Volksgenossen burch bas WHW. ben Lebenskampf erleichtern helfen soll.

Lichtbildervortrag

von Dipl.-Jng. König überD a s Eisenhüt» tenmefen" an. In einem kulturhistorischen Ab- riB gab ber Redner einen interessanten Einblick in die Entwicklung der Erzoerarbeitung und Stahlge­winnung unter besonderer Berücksichtigung der hei­mischen Eisenverhüttung im Siegerland und im Dillgebiet. Der anschließend vorgeführte Werbe- Tonfilm der Buderusschen Eisenwerke,

Das Hohelied der Arbeit"

bot einen interessanten Querschnitt durch eines ber größten industriellen Unternehmen Hessen-Nassaus, das zugleich eines der bedeutendsten der deutschen Gießerei-Industrie überhaupt ist. Mit einer lieber- sicht über die in Hessen und Nassau verstreuten Teil- unternehmen der insgesamt 8000 Volksgenossen be- jchästigenden Buderusschen Eisenwerke zeigte der Film zunächst die große Bedeutung dieses Unter­nehmens. Vom Beginn, der Erzgewinnung vor Ort, wo der Bergmann mit Pickel und Preßlufthammer das Erz der Tiefe aufreißt, über den Weg der Be­reitung im Hochofen, zur Weiterverarbeitung zu verschiedenartigem Zweck bis zum Gebrauch war der mühsame Weg des Erzes durch vielfältige Ar- beitsftatten vorgezeichnet. Zahlen von erstaunlicher Höhe unterstrichen den wuchtigen Eindruck. So för­dert Buderus jährlich 175 000 Tonnen Eisenstein, die 8750 Eisenbahnwaggons füllen. Die zwei Hoch­öfen der Sophienhütte in Wetzlar bereiten in 24 Stunden 11800 Zentner Eisen. Ihr Wasserver­brauch in dieser Zeit entspricht dem einer Stadt von 100 000 Einwohner. Die aus dem Hochofen angelieferte Schlacke bildet die Grundlage für einen weiteren Zweig, die Zementindustrie, die bisher 245000 Waggons wertvollen Klinker- und Portland­zement geliefert hat. Die Weiterverarbeitung des Eisens wurde in der Sophienhütte in Wetzlar gezeigt. Die Jahresproduktion an Röhren von 1000 Kilo­metern reicht zu einer Rohrleitung von Wetzlar bis Berlin und zurück aus. Die Spezialität des Werkes Staffel ist eine interessante Formengebung von Ka­naldeckeln und Straßenrosten, die der Ludwigshütte in Biedenkopf der Sanitätsguß (Badewannen, Spül­becken u. a.). Einer der größten Betriebe, das Werk Lollar, wurde zum Spezialwerk für Heizungsanla­gen entwickelt. Der Film zeigte die interessante Produktion in allen Einzelheiten und ihre Anwen­dung in jeder Art und in jedem Umfang. Dieser Film vomHohelied der Arbeit" unserer Volks­genossen ist ein eindrucksvoller Anschauungsunter­richt für jeden Volksgenossen. Das Schlußwort sprach der Bann-Sozialstellenleiter der HZ.

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Stadttheater Gießen.

Heute von 2023 Uhr als Vorstellung der NS.- Kulturgemeinde Ring Deutsche BühneDer Vogel­händler" Operette von Karl Zeller. Freier Karten­verkauf an ber Abenbkasse zu Tagespreisen. Musika­lische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrebe. Tänze: Thery Schultheis.

Polizeidirektor Meusel nach Mainz berufen.

Der Leiter ber Polizeibirektion in Gießen, Poli­zeibirektor Meusel, ist mit sofortiger Wirkung als kommissarischer Polizeibirektor nach Mainz versetzt worden. Polizeidirektor Meusel wirkte seit 3. Juli 1935 an der Spitze ber Gießener Polizei "nd hat sich durch seine gerechte und umsichtige Amtsführung das Vertrauen unb die Wertschätzung ber Gießener Bevölkerung, sowie ber ihm unter­stellten Beamtenschaft in hohem Maße erworben. Man wirb biefen umsichtigen Leiter unserer Polizei in bester Erinnerung behalten.

NSDAP., Gießen-Nord.

Abteilung Hilfskasse.

Bezahlung ber hilfskassenbeiträge für bas 1. Vierteljahr 1936 der SA. Angehörigen im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord.

Am Montag, 9. Dezember, unb Mittwoch, 11. De­zember, in ber Zeit von 20.15 bis 23 Uhr, zahlen alle Angehörigen ber SA., SA.-Reserve, NSKK., Marine-SA., Reiter-SA. usw., bie nicht Partei­genossen finb unb im Bereiche ber Ortsgruppe Gießen-Norb wohnen, ben Hilfskassenbeitrag für bas 1. Vierteljahr 1936.

Die Kassenstunben finb in ber Gewerblichen Be- rufsschule, Kirchstraße 16 (Eingang burch ben Schul­hof), im Erbgeschoß.

Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wirb bei ber Hilfskasse in München abgemelbet