ltr.287 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Montag, 9. Dezember M5
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beglückwünschen.
Oberbürgermeister Ritter sammelt.
Arbeiter spenden in die Sammelbüchse des Kreisleiters Klostermann.
auch in Gießen völlig im Zeichen des ,,!
Standartenadjutant Obersturmbannführer Münker (rechts), daneben Luise D e ck er (Stadttheater) und Sturmbannführer Bender sammeln.
unseren erlebt.
gefreut; unserer viele
Rappen geritten, der viele Schellen an sich trug, die bei jedem Schritt gar so lustig klingelten. Und der Nikolaus hatte auch wirklich einen langen weißen Mantel an, einen großen weißen Bart und auch ein ganzes Bündel Ruten. Aber die brauchte er hier gar nicht, denn diese Kinderchen waren ja alle s o brav! Sie konnten alle dem Nikolaus auf seine Frage erklären, daß sie ganz artig seien; sie sagten chm auch hier und da, soweit er sie frug, — denn ungefragt darf ja kein Kind reden, am allerwenigsten zum Nikolaus — wie sie heißen; alle aber kannten sie freudig bekennen, daß sie auch singen könnten. Und auf Nikolaus' Frage, was sie dann singen könnten, antwortete im Namen aller ein
Stadttheater-Int-ndant S ch n l tz e - G r i e s h e i rn und die Schauspielerin Aenne M a r k g r a f bei der Sammeltätigkeit. — (Aufn. [4]. Photo-Pfaff.)
also konnte der „stolze Reiter" oder die „graziöse Reiterin" unbesorgt und selig vor Freunde im Sattel sitzen und reiten, reiten, reiten ...! Nach einigen Runden wechselte die Reihe um; andere saßen auf und erlebten die gleiche Freude; hierauf wurde wieder umgewechselt, und so ging das in fröhlichster Stimmung eine ganze lange Weile fort.
Aber die Herrlichkeit des Reitens kann auch noch übertroffen werden — wenigstens für die Kinder. Und dieses höhere Glück kam dann in Gestalt des Nikolaus. Auf einem richtigen Pferd kam er „gerade vom Himmel herunter" in die Reitbahn der Gießener Artilleriekaserne herein, wo alle diese Kindlein ihn erhofften. Er kam auf einem schönen
Kaserne. Den meisten Menschen ist dieses Wort nur Inbegriff strengen Mannestums, strammer Haltung auch in den Dingen des Gemüts. Man kann sich nicht vorstellen, daß in einer Kaserne auch einmal die Gedanken und Sehnsüchten der Kinde r w e l t herrschen und Gestalt gewinnen könnten. Und noch dazu durch Soldaten! Vielfach denkt man eben wohl kaum noch daran, daß es auch dem Frontsoldaten des Weltkrieges eine besondere Freude war, wenn er irgendwo einmal in einem Ruhequartier wieder Kindern begegnete und mit ihnen froh sein konnte. Diese Wertschätzung des Kindes ist aber auch nach dem Kriege bei unseren Soldaten immer vorhanden gewesen. Wir denken da nicht nur an die Weihnachtsfeiern, bei denen unsere Gießener Soldaten schon seit Jahren vielen Kindern Freude bereitet und ihnen fürsorgende Taten erwiesen haben; wir denken auch an die reichen Opferspenden, die Jahr für Jahr in unseren Gießener Kasernen für hilfsbedürftige Kinder aufgebracht würben.
Ein neuartiges, ganz reizvolles und von feiner Stimmung erfülltes Erlebnis hat nun wieder gezeigt, daß die Kaserne auch den Kindern eine Stätte unvergeßlichen Jugenderlebens sein kann, daß durch Kinderglück die Soldaten selbst herzliche Freude erleben auch an dem Platze ihrer ernsten Waffenarbeit. Dieses Erlebnis hatten rund 120 Kinder dte der Kommandeur unserer I. Abt Art.-Rgt 9, Hauptmann Welte, als hilfsbedürftig und würdig sich von den Schulleitungen hatte benennen lassen und die er mit ihren Eltern zu einer Nikolausfeier der Kinder in der Artilleriekaserne am vorgestrigen
nächsten Nikolaus ...
Dann konnten die Kinder ihre „bunten Mer* mit Lebkuchen, Aepfeln und Nüssen den Begleitkanonieren anvertrauen, gemeinsam ging es aus der Reitbahn hinaus, wieder an den Kanonen vorbei, noch einmal durch einen Stall bei den schönen Pferdchen entlang, und dann ginge zum Kasernen« tor, wo „die Trennungsstunde schlug" ...
Die Kinder und ihre Eltern haben bei Artilleristen eine herrliche Nikolausfreude Unsere Artilleristen haben sich nicht minder darüber hinaus aber haben sie sich und herrlichen deutschen Wehrmacht wieder Herzen erobert. Zu diesem herrlichen Erfolg seiner feinen psychologischen Arbeit ist besonders der Kommandeur unserer Gießener Artilleristen zu
niedliches Kleinchen: „Ihr Kinderlein kommet.." Und dann sangen sie alle dieses schöne alte Weihnachtsliedchen der sonnigen Kinderzeit, alle sangen, die Kinder und auch die Soldaten. Das war ein packendes Erleben! Und weil die Kinderlein fo schön gesungen hatten, sollten sie nun auch vom Nikolaus ein Geschenk erhalten. Dem Nikolaus zu Pferde voran gingen jetzt in langem Zuge die Kleinen an der Hand ihrer soldatischen Beschützer wieder über den Kasernenhof zu einer zweiten Reitbahn. Hier konnten sie vor dem Eingang zwei große Kanonen bestaunen, die ihretwegen da aufgestellt und ringsum am Boden von Tannengrün umgeben waren. Dann aber ginge in die Reitbahn hinein. Die war jedoch dunkel; nur ganz weit vorne, am andern Ende der Bahn, erstrahlte ein großer Christ bäum im Scheine vieler brennender Kerzen, und rechts und links standen zwei langgestreckte, weiß gedeckte Tafeln, an denen die Kleinen mit ihren Soldaten Platz nahmen. Ein herrliches, gemütvolles Bild! Und dann fangen die Kleinen wieder ein Weihnachtsliedchen in die nur von den Christbaumkerzen erhellte Halle hinein. Hierauf kam aber auch ein flotter Soldatenchor mit einem schönen Lied zu Wort, und dann flammte das elektrische Licht auf.
Der Reiter-Nikolaus verkündete den Kindern, daß er nun weiter reiten müsse, denn noch viele andere Kinder warteten auf ihn; da aber die Kindlein bei den Artilleristen in Gießen so brau feien, habe er noch etwas für sie bestellt, das nun kommen werde. Und nun« kam s i e! Von zwei Pferden gezogen und von einer ganzen „Löffel- aarde" gefolgt, von denen jeder einen anständigen Schöpflöffel 'trug, kam die Gulaschkanone in die Bahn hereingefahren. In der Nähe des Christbaums wurde Halt gemacht, und nun öffnete sich der Deckel des Kochkessels. Ein angenehmer Geruch nach kräftiger, guter Suppe durchzog schnell den weiten Raum der Bahn, und schon war auch die „Löffel- und Schüsselgarde" am Werk, aus dem Feldküchenkessel wanderte die gute Suppe in die Schüsseln und von da auf die Teller der Kleinen. Dann wurde von allen eifrig „gemampft", es schmeckte prächtig, vielen mundete es so gut, daß sie zu einem zweiten Schlag „kapitulier- ten". Und dabei am Tische saßen die Kanoniere und sorgten umsichtig mit viel Liebe und Freundlichkeit für ihre Schutzbefohlenen. Die Tische entlang gingen, freudestrahlenden Gesichts, der Kommandeur und seine Offiziere, die allesamt erfüllt waren von dem schönen Glück der Gastgeber, deren einzige Sorge nur darin besteht, es den Gästen so schön wie nur irgendmöglich zu machen.
Der Kommandeur, Hauptmann Welte, sagte dann noch den Kindern, wie sehr er und seine Soldaten sich freuten, die Kleinen als Gäste des Nikolaus bet den Soldaten zu sehen, daß die Soldaten stets ein Herz für kleine Kinder haben und ihnen immer gern eine Freude bereiten, daß die Kleinen weiterhin brav und artig bleiben sollten I und die Soldaten nicht vergessen möchten, bis zum
Links: Mit größtem Vergnügen holt er sich noch einen „Schlag" an der Feldküche ab. — Rechts: Die kleinen Gäste der Gießener Artillerie hoch zu Pferde. — (Aufnahmen [3]: Photo-Pfaff.)
Kmder-Aikolaus-Soldaten.
Herrliches Kindererleben bei einer Rikolausfeier in der Gießener Artilleriekaserne
Samstagnachmittag eingeladen hatte Zu dieser Feier ging jedem Kinde eine hübsche Einladungskarte zu, auf deren erster Seite ein Nikolaus zu sehen war. deren zweite und dritte Seite die nachfolgenden reizenden Einladungsworte des Kommandeurs enthielten:
Liebe kleine Kinderlein!
Am 7 Dezember müßt Ihr um 16.30 Uhr in der Artillerie-Kaserne fein.
An diesem Tage kommt dort nämlich der Nikolaus
Bittet Eure lieben Eltern, daß sie Euch im Sonntagsanzuge herbringen.
An der Wache stehen Soldaten und warten auf Euch
Jeder Soldat nimmt eines von Euch an die Hand und führt Euch durch die Kaserne. Sie zei- zeigen Euch die Stuben, wo die Soldaten schlafen und die Stallungen, wo die guten Pferdchen stehen.
Dann geht es in die Reitbahn
Dort sind für Euch ganz zahme Pferdchen gesattelt, auf denen Ihr reiten dürft Dann wird der Nikolaus kommen und Euch Aepfel und Nüsse bringen. Für den lieben Nikolaus müßt Ihr dann ein nettes Liedchen fingen und dann elfen wir alle zusammen aus der Gulaschkanone.
Ei. gibt das einen Spaß
Wenn Ihr abends bann wieder im Bettchen liegt, dann träumt vom
Nikolaus bei den Solbafen!
Es versteht sich von selbst, daß einer so lieben Einladung kein Kinderherz widerstehen konnte Und so marschierten denn am Samstag gegen 16.30 Uhr viele Buben und Mädels mit ihren Mamas oder Papas in der Artilleriekaserne an, mit ihnen auch noch jüngere Geschwister, so daß schließlich m e h r Kinder da waren, als der Kommandeur eingeladen hatte. Ein Teil der Kinder hatte die vorgesehene Zeit gar nicht abwarten können, diese Ungeduldigen fanden sich schon gegen 14 Uhr in der Kaserne em. Aber das schadete nichts. Alle waren sie be, dieser Kinderfeier von Herzen willkommen. Kmberfreude strahlte nicht nur aus den Augen der Klemen, frohe Stimmung des Gemüts sah man auch dem Kommandeur, Hauptmann Welte, seinen Offizieren und den Unteroffizieren und Mannschaften an, die sich den Kindern in fürsorglichster Weise widmeten.
Zunächst konnte an der Wache jedes Kind sein kleines Patschhändchen in die Hand eines Kanoniers legen, der nun durch die Kaserne bis zum Heimgang am Kasernentor der aufmerksame Begleiter seines Schützlings war. An der Hand dieses Kanoniers ping es durch die Kasernenräume, dann über den Kasernenhof, die Mama oder der Papa nebenher, ober auch hinterher. Dann kamen bie kleinen Besucher zu ben vielen Pferben in ben schönen Ställen, unb schließlich fanb ber erste Kind er marsch ins militärische Reich sein Ende in einer Reitbahn. Wie groß wurden hier vor Staunen die Augen der Kleinen. Da waren viele schöne Pferdchen alle gesattelt und fein geputzt, kleine Tannenzweige am Lederzeug hinter den Ohren. Und alle diese Pferd- chen standen so fromm und geduldig da, daß den Kleien wirklich auch jede Bangigkeit schwand, als sie hörten, daß sie hier die Freude des Re, t e n s auf einem lebendigen Pferde haben sollten. Das war für sie etwas doch ganz anderes als daheim auf dem Schaukelpferd, sofern überhaupt eines da ist! Schnell und begeistert waren die kleinen Reiter und Reiterinnen mit Hilfe ihrer Kanonierbelchutzer aufgefeffen", und dann gmg es stolz und glücklich, "von oben herab" lächelnd und über das ganze Ge- sicht strahlend, im Sattel auf Pferdchens Rucken rurch um die Reitbahn; ein Soldat führte das Mferd, rechts und links ging ebenfalls I« ein Soldat,
Volksgemeinschast-Opfergemeinschast.
Oer „Tag der nationalen Solidarität" in Gießen. - Gesamtergebnis: rund 5800 Mark
~ nm nnrneffrtnen Sarnstaa stand es ganz natürlich, daß am vorgestrigen Nachmittag WHW. am „Tag der nationalen Solidarität" mit»
Sas Wochenende am ^geftr gen toamstag itano ^9 Sg^ehr eine ganz erhebliche Steige- zuarbeiten im Kampf gegen Hunger und Kalte, auch m ©ufcen ?°U’9 Solidarität"" Wenn rung erfuhr durch bie große Zahl ber Männer unb ferner auch burch bie Manner, bie mit Sammel- der hnraenm"mlnarfirniüaa m aüa meinen 'einen Frauen, bie an allen Straßenkreuzungen sich auf- büchsen von Haus zu Haus, treppauf unb treppak [tatteren Letteh^llr1>7n Str-ben bringt, fo war gestellt hatten, um mit den Sammelbüchfen für das pilgerten, um in den Wohnungen di« Lpferjp«^


