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Nr. 263 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Samstags. November (935

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Ein Bagger arbeitet in der Lahn...

Die Lahn als Arbeitsfeld. Baumaterial aus dem Kluß. Herbstlicher Glanz über dem Wasser.

Himmel. Manch einer

kannte, und er ihnen anscheinend

ihm auch.

alte Be- denn sie

den Launsbacher Steg. Nur die Pferd und Wagen sind unten ihre Felder, knallen mit ihren Stille, rufen ihren Pferden zu sich nicht viel. Die Ufer gehören

des Tages nicht, und wieder ein anderer stürmt > am Steuer des Flugzeuges die Sonne und den1 Himmel. Manch einer lebt eine tief befriedigende i

Bauern mit wegs, bestellen Peitschen in die aber sonst regt den Wildenten,

für Beton den Zement nicht annehmen würden, wenn ihre Oberfläche noch durch Sand oder Erde verunreinigt wäre.

Der untere Teil der glatten Front der Verarbei­tungsanlage an der Witzmarer Straße ist nur drei­mal unterbrochen. Aus der Mauer ragen Rutsch- Schütten heraus. Der bereinigte und gesiebte Sand gleitet auf diesen geneigten Rutschen direkt in den Lastkraftwagen. Diese Schütten sind unterteilt, ge­wissermaßen gelenkig. Wird der vordere Teil der Schütte durch eine einfache Vorrichtung hoch­gezogen, so versiegt im Augenblick der feuchte Sand­strom, er ist aber ebenso rasch auch ins Gleiten zu bringen. Der Lastkraftwagen bringt das in der bisher geschilderten Art gewonnene Baumaterial direkt an die Baustelle.

So ist also auch die Lahn ein Arbeitsfeld, ein Teil unserer Heimat, einbezogen in das weitver­zweigte und ineinander verkettete wirtschaftliche Leben der Volksgemeinschaft, Stätte, da Volks­genossen Arbeit und Verdienst ftnben während einer langen Zeit des Jahres.

Von Flusses Grund gehoben, werden Sand und

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit her Schriftleitung.)

B. in Jt Nach § 166 Satz 1 des Versicherungsver­tragsgesetzes ist ein Versicherungsnehmer einer Lebensversicherung berechtigt, an die Stelle des bezugsberechtigten Dritten ohne dessen Zustimmung einen anderen zu setzen. Nach Satz 2 gilt dies auch dann, wenn die Bestimmung des Dritten im Ver­trag erfolgt ist. Dieses Widerrufsrecht ist unabt hängig davon, daß der Versicherungsnehmer etwa nicht selbst aus eigenen Mitteln die ganze Ver­sicherungssumme bezahlt; ein Ausschluß dieses Widerrufsrechts kann nur in dem Versicherungs­vertrag, oder durch Erklärung des Versicherungs­nehmers gegenüber der Versicherungsgesellschaft er­folgen (vgl. Reichsgerichtsentscheidung Band 142 Seite 416)

ließen sich weder durch das Geräusch des hämmern­den Motors, noch durch Rufe oder Pfiffe aus ihrer beschaulichen Ruhe stören. Der Führer des Motor­bootes wußte auch sehr dramatisch von einer stür­mischen Fahrt bei Hochwasser zu erzählen, bei der einmal ein vollbeladener Kahnabsoff" und sich die beiden Insassen des Motorbootes nur dadurch vor einem kalten Bade retteten, indem sie die Taue kappten, bie den sinkenden Kahn mit dem Motor­boot verbanden

Erst wenn die Sonne längst hinter dey Höhen­zügen des Biebertales verschwunden ist, ruht der Motor, machen sich die Arbeiter, die den Bagger bedienen, auf den Heimweg. Hin und wieder, wenn auch selten genug, bekommen die Arbeiter auf dem Bagger Besuch. Dieser Tage war es eine Mädchen­schulklasse, die mit ihrem Lehrer den schönen Tag dazu benützte, einen Ausflug entlang dem Ufer der Lahn zu machen. Mit großen Augen beobachteten sie den Bagger bei seiner Arbeit, sie wären sicher­lich auch gerne darauf herumgeklettert, aber das konnte ihnen natürlich nicht erlaubt werden. So zogen sie denn singend weiter und noch lange hör­ten die Arbeiter auf dem Schiffe das Lied und das Lachen der Mädchen, die über den Launsbacher Steg marschierten, um dann wieder am anderen Ufer stadteinwärts zu wandern.

Interessant ist es zu beobachten, wie das Motor­boot den schwerbeladenen Kahn zu Tal führt. Das Motorboot zieht den Laftkahn nicht etwa hinter sich her. Vielmehr ist das Boot fest und längsseits mit dem Kahn verbunden. Der Motor läuft, das Wasser rauscht hinter der Schraube auf, aber niemand steht am Steuer des Motorbootes! Beide

Nun war also so recht ein Tag, einmal den Leuten ! nachzugehen, die jahraus, jahrein weitab von der Betriebsamkeit der Stadt m wenig unterbro­chener Einsamkeit am und im Fluß arbeiten, ihrem Broterwerb, ihrer Pflicht nachgehen: den Leuten auf dem Bagger einer hiesigen Firma, die aus dem Flusse Sand und Steine für Pauzwecke holen läßt.

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Wie ein Untier liegt der Bagger im Wasser, ge­tragen von einem großen eisernen kastenförmigen Unterbau, festgehalten (vom Ufer aus) von Ankern, deren schwerster sechs Zentner wiegt. Einmal trifft man den Bagger mitten im Fluß an, ein andermal arbeitet er am Ufer, sofern es die zuständige Be­hörde wünscht oder für zweckmäßig hält. Immer aber fördert er den groben Sand zutage, auch Steine in allen Größen, Kies, Steine und wieder Sand.

Die wuchtigen Becher, die an einer starken end­losen Kette befestigt sind, treibt der zehnpferdige Dieselmotor immer wieder in den Grund, sie heben das triefende Erdreich aus dem Wasser, das rasch abläuft, tragen es auf den höchsten Punkt der Ma­schine, stürzen es dann auf eine schräge Rutschbahn und tauchen dann gurgelnd und glucksend wieder in das Wasser. Ein monotoner, aber kraftvoller und

Auf der Lahn ist es still geworden. Die Ruder­boote gleiten seltener auf und ab. Die Paddler haben bas Sportjahr beschlossen. Längst vergessen ist, daß man in der Lahn auch baden kann. Hin und wieder verirrt sich ein Spaziergänger die Ufer entlang bis an *"

wäre, das andere schwer beladene Fahrzeug um die vielen Kurven der Lahn zu dirigieren.

Talwärts bis zum Kies- und Sandwerk (Rüb- famen) geht die Fahrt! Unter dem Elevator wird das beladene Schiff vertäut und nun beginnt wie­der ein Becherwerk feine Arbeit. Das Erdreich wird hochgehoben, grobe Steine werden in einer sortieren­den Siebwalze ausgeschieden, geklopft, dann wieder mit dem Stande vereinigt imb begeben sich nun alles geschieht automatisch in eine große rotie­rende Trommel, in der das Material gewaschen und wiederum gesiebt wird, je nach der verschieden­artigen Einstellung der Maschine. Die Steine wer­den'bei diesem Arbeitsgang wiederum ausgeschie­den. Jene Steinbrocken, die durch ihre zufällige Lage durch den Klopfgang gingen ohne zerkleinert zu werden, passieren diesen Klopfgang ein zweites Mal.

Interessant ist es, zu hören und zu sehen, wie diese Steine, die mancherlei Verwendung finden, sorgfältig in einem Spritzwaschverfahren gewaschen werden müssen, da sie sonst bei der Verarbeitung

zum dunklen Rot der Buchen, Büsche und Bäume in ihrer herbstlichen Pracht. In herrlichem Gegen­satz kontrastierte das Laubgelb mit dem zarten Blau des Himmels, das sich im Wasser spiegelte. Jede Biegung des Flusses eröffnete ein anderes Bild. Von links grüßte die Burg Gleiberg von der Höhe.

Unter welch mannigfaltigen Bedingungen und Upiftänben arbeiten hoch unsere Volksgenossen! Der eine sitzt Jahr um Jahr im kleinen Büro, xur Winterszeit möglichst im überheizten Raume, her anbere steht auf Gottes gewachsenem Erbboben her Heimat, nur ben weiten Himmel wie eine Glocke über sich: dieser Volksgenosse arbeitet seine Schicht tief im Schacht und sieht für Stunden bas Licht

, ben großen und kleinen Tauch­hühnern, dem Bläßhuhn, den Fasanen, die sich während Nacht und Morgen an den Ufern aufhal­ten und gegen Mittag nach der Badenburg ziehen. Neuerdings tauchen auch die Elstern in größerer Anzahl auf und fliegen, kommt man ihnen nahe, strichgerade in die Bäume an den Wiesen.

Die Tage sind nun herbstlich grau und trist. Aber an jenem Tage, da diese Bilder aufgenommen wur­den, war einer jener unbeschreiblich schonen Herbst­tage, an denen die Sonne das gelbe dürre Laub der Büsche und Bäume in pures Gold verwan­delte. Der Himmel wölbte sich -glasklar über dem Land. Spiegelglatt lag die Wasserfläche vor dem Bug des Motorbootes, das die Fluten schnitt. Von ben Ufern her leuchteten im lebhaften Spiel her Farben vom hellsten Gelb bes bürren Schilfes bis

ben Enten, bie brüben auf einer kleinen Schilfinfel saßen, ein Wilbentenehepaar, sinb "

beiter bie Hanb über bie Augen, schaut über bie silberglänzenbe Wasserfläche flußabwärts ob nicht halb bas Motorboot kommt, bas einen anbe- ren leeren Kahn heraufbringt, um ben vollen bann flußabwärts zu ziehen. Der Wechsel vollzieht sich rasch. Der leere Kahn wirb roieberum längsseits des vollen bugsiert, der volle abgeschleppt und dann der leere unmittelbar am Bagger vertäut. Das alles vollzieht sich in ruhiger Selbstverständlichkeit. Und wenn dann das Motorboot wieder mit seiner Last flußabwärts zieht, dann nimmt der Bagger, der seine Tätigkeit kurz unterbrach, die Arbeit wieder auf In zwei Arbeitsschichten des Tages vollzieht sich dieses kleine Schauspiel mehrere Male.

Der Führer des Motorbootes, der jahraus, jahrein die Lahn hinauf und hinab fährt, erzählte von [einen vielen Fahrten bei Wind und Regen und im Sonnenschein, er sprach von den Tieren, die das Wasser und seine Ufer bevölkern. Die bet=

Existenz zwischen hohen Bücherregalen, und der j andere steht am Schraubstock ober am Schmiebe-1 feuer, um auf feine Weife her Gemeinschaft zu i bienen. Unb roieber anbere erringen mit her; Natur als Gegenspieler auf befonbere Weise ihren Lebensunterhalt. Es fei hier nicht an ben Bauern gebucht, sondern einmal an Männer, denen her Fluß, unsere Lahn, das Arbeitsfeld ist.

zweckmäßiger Kreislauf! Die menschliche Hand tut zu und ab, führt den Bagger mit Hilfe einer Winde, deren Zugseil zum Anker führt, stückweise vorwärts, seitwärts, rück­wärts, eben dahin, wo der Mensch das vermutet, was er gerne haben mochte: guten Sand, Kies und Steine! Auf diese Weise, durch diese Arbeit ist die Lahn schon ein großes Stück weit mit staat­licher bzw. mit behörd­licher Genehmigung selbst­verständlich ausge­räumt worden. Die Ar­beit, so weit sie nach der Flußtiefe wirkt, hat na­türlich ihre Grenzen, jene Grenzen, die der Maschine an sich gezogen sind und die andere da, wo Sand und Kies aufhören. Unter dem lockeren Sand und dem Flußgeröll liegt

Lette. Dafür besteht kein Interesse. So zieht der Bagger Meter um Meter flußaufwärts. Längsfeit liegt ein schwerer Kahn. Das geförderte Erdreich gleitet auf der Rutschbahn in diesen Kahn, der Zenti­meter um Zentimeter tiefer sinkt bei ruhigem Wasser bis dicht unter den Rand über den Wasser­spiegel. Wenn bann ber Kahn schwer genug beloben ist, bann hält wohl ber eine ooer anbere ber Ar-

Steine Bestanbteile von Mauer unb Haus. Mensch­liche Intelligenz unb Maschinenkraft ringen auch hier ber Natur ab, was bes Menschen Wille für

Boote werben vom Laftkahn aus gesteuert, ba [ ucl uv ^ucll

das Steuer ber kleinen Motorjacht zu schwach 1 sich beanspruchen zu müllen glaubt.

Zu unseren Silbern:

Oben links: Sanb unb Steine förbern bie Baggereimer vom Grunb bes Flusses zutage.

Oben rechts: Am Kieswerk: ber Lastkahn liegt unter bem Elevator.

Mitte: Links oben: Tief liegt bas schwer be labene Boot im Wasser. Rechts oben: Motorboot unb Lastkahn, zusammengebunben, gleitep fluß­abwärts. Links unten: Auf fchräaer Rutsche Sleitet bas geförberte Material in ben Lastkahn. nten rechts: Der wuchtige Bagger am Ufer ber Lahn.

Links: Auch ein Steuermann: am Steuer bet Baggerfette.

Rechts: Der Lastkraftwagen unter ben Sand- unb Kiesfilos bringt bas Material sofort an bie Baustelle. (Aufnahmen 17]: Neuner, Gießener Anzeiger.)