nr. 263 Drittes Blatt
Tletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Samstag, 9. Hovember 1935
energisch angepackt und bis jetzt zu einem sehr erfreulichen Ergebnis geführt. Die Männer, die sich für diesen Dienst für die Volksgesamtheit als Lehrende und Lernende in wochenlangen Arbeiten zur Verfügung gestellt haben, verdienen mit Recht die volle Anerkennung, die ihnen am gestrigen Freitagnachmittag am Schlüsse der ersten öffentlichen Vorführung des Entgiftungstrupps von Polizeidirektor Meusel, der als Polizeichef unserer Stadt im Ernstfälle die oberste Führung des Gießener zivilen Luftschutzes hat, ausgesprochen wurde.
Die Vorführung zeigte, daß an diese Männer nicht nur anstrengende, sondern auch sehr vielseitige und in hohem Maße verantwortungsvolle Pflichten herantreten, von deren peinlichst genauer Erfüllung das Wohl vieler, ja sogar Hunderter von Volksgenossen abhängig ist.
Vor Beginn der praktischen Vorführungen des Entgiftungstrupps machte Studienrat F l ö r k e, dsm die Ausbildung der Mannschaften auf dem Gebiet der Kampfgiftstoffe und der einschlägigen Schutzmaßnahmen oblag, die geladenen Gäste in einem kurzen Einführungsvortrag mit der Aufgabe des Trupps bekannt. Diese Aufklärung und der erste Teil der Vorführungen wickelte sich an der Ueburrgsstätte auf dem städtischen Lagerplatz an der Lahn ab. Nachdem man die vorhandenen Geräte und die Aufbewahrungsräume besichtigt
nicht ganz einwandfrei festgestellt ist, daß der fragliche Straßen-oder Gartenraum usw. völlig frei von Giftkampfstoffen ist, ferner im Falle einer solchen Verseuchung unbedingt erst der Abschluß der Entgiftungsarbeit durch die ausgebildeten Mannschaften abgewartet werden muß, bevor man sich aus dem schützenden Keller nach oben begibt.
Aus diesen kurzen Hinweisen dürfte für jedermann klar ersichtlich sein, welche außerordentlich große Bedeutung der Arbeit der Entgiftungstrupps im Rahmen des zivilen Luftschutzes zukommt und mit welcher Sorgfalt und hingebungsvollen Einsatzbereitschaft für diese große Volkssache schon von langer Hand her an der Ausbildung der Entgiftungsmannschaften gearbeitet werden muß.
Die Polizeidirektion Gießen hat durch berufene und fachlich geeignete Männer in eifriger Arbeit, neben den Kursen für Luftschutzhauswarte der hiesigen Ortsgruppe des Reichtluftfchutzbundes, die Aufgabe der Ausbildung von Entgiftungstrupps
Der Entgiftungstrupp bei der Arbeit
Eine interessante Hebung der Entgistungsmannschafien im Gießener zivilen Luftschutz.
hinauf zu dauernder Verwandlung und doch zu un- veranderlich bleibendem Dasein, im Kern.
Werkzeug allein ist der Schaffende; ihm geziemt Frömmigkeit und die wachsende Geduld innerhalb der höheren Ratschlüsse, wie der Dichter es aussprach.
Nur stiller Künstler, der sein Bestes tat, Versonnen wartend, daß der Himmel helfe.
Oer Gchulzenstab kommt wieder.
Ein alter schöner Brauch soll, wie die Staatliche Bernstein-Manufaktur Königsberg mitteilt, in den Landgemeinden wieder eingeführt werden. In früheren Zeiten pflegte der Dorfschulze einen Bauernstab zu tragen. Dieser Stab des Bauernvorftehers ist wahrscheinlich ursprünglich ein Amtszeichen des Nachnchtenbringers oder des Rufers zum Gemeindething gewesen. Dieser Brauch ist verloren gegangen — leider! Er gehörte aber zu jenen lebendigen Sitten unserer Väter, die es verdienen, wieder aufqe- griffen zu werden. Trägt der Bürgermeister der Stadt eine Amtskette als Zeichen seiner Würde, so es ebenso schön wie originell, wenn die ländliche Gemeinde für ihr Oberhaupt wieder den Schulzenstab emfuhrte: einen schlichten Eichstab, vielleicht aus deutscher Mooreiche mit eingeschnittenem Wappen am oberen Ende. Diesen Stab trägt bei feierlichen Anlässen der ländliche Bürgermeister in der Hand und legt ihn bei den Gemeindeversammlungen vor sich nieder. Als Abschluß für einen solchen Stab ist ein aus „deutschem Gold", Bernstein, gearbeiteter Knauf besonders geeignet. Die beiden Werkstoffe aus uralter germanischer Zeit, Eiche und Bernstein, ergänzen sich auch symbolisch ganz besonders gut. Der Bernsteinknauf kann dazu mit Schnitzereien versehen werden, etwa dem Hoheitsabzeichen, mit Inschriften oder auch dem Gemeindewappen. Derartige Stäbe sind in der letzten Zeit von der Staatlichen Bernstein-Manufaktur in Königsberg in Anlehnung an schöne alte Stücke geschaffen worden. Allerdings ist man dabei andere, neuzeitliche Wege gegangen, da die Größe der alten Schulzenstäbe für unsere Verhältnisse weniger geeignet ist. Auch dem Führer, der vor kurzem die Staatliche Bernstein-Manufaktur besichtigte, wurde über die neuen Amtsketten für Bürgermeister aus Bernstein und über die Schulzenstäbe berichtet, lieber die Verwendung des „deutschen Goldes" zu diesem Zweck und über die Einführung derartiger Amtszeichen, die sich an die alten Sitten und Gebräuche anlehnen, war der Führer besonders erfreut. Möge daher die Anregung, die vom deutschen Gemeindetag ebenfalls lebhaft gefördert wird, auf fruchtbaren Boden fallen I
jjatte, hörte man in den Erläuterungen, daß bis jetzt zwei Entgiftungstrupps in Stärke von je 20 Mann und einem Führer ausbildet wurden, dabei ein reiches Maß von Arbeit zu bewältigen war und bei allen Teilnehmern erfreulicherweise volle Hingabe an die Sache zutage trat. Natürlich bedarf es zur weiteren Vervollkommnung dieser Arbeit fortdauernder Uebun- gen und auch des ständigen Ausbaues auf dem Gebiete der Materialbereitstellung.
Mittlerweile hatten sich die Mannschaften des Entgiftungstrupps für die praktischen Vorführungen sertlggemacht. Sie hatten einen blauen Arbeits- onzug, der natürlich nur bei den Hebungen getragen wird, angezogen und die für den Lüftschutzdienst oorgeschriebenen Gasmasken in den Büchsen umgehängt. Zunächst sah man bei der Arbeit des Trupps, daß die Mannschaften beim Aufsetzen der Gasmaske geschickt und zweckdienlich umzugehen verstehen, daß sie in systematischer Uebungsarbeit daran gewöhnt wurden, mit der aufgesetzten Gasmaske zu marschieren und Laufschritt zu machen, in verständlicher Weise Kommandos zu geben und zu hören und auch im Stinkraum, der zu diesem Zweck mit mehreren Reizgas-Patronen vergast worden war, körperliche Anstrengungen durch allerlei Bewegungsübungen zu ertragen. Sodann wurde in überzeugender Weise
die Fertigkeit bei der Vernichtung von Kampfgiftstoffen unter Beweis gestellt.
Man sah zwei Männer, von oben bis unten im Gummianzug, die Vernichtung von Kampfstoffen und die Entgiftung der Geräte in umsichtiger Weise durchführen. Ferner wurde gezeigt, daß man auch das Streuen von Schutzmitteln in sachkundiger Weise durchzuführen versteht. Aber mit diesen kleineren Hebungen auf dem Hofe des städtischen Lagerplatzes, die von den Gästen und weiteren zahlreichen Volksgenossen mit großem Interesse verfolgt wurden, gab sich der Entgiftungstrupp nicht zufrieden. Eine größere Aufgabe hatte er sich für diese Schauübungen noch gestellt, und zu diesem Zwecke rückte er auf mehreren Fahrzeugen, gefolgt von dem großen städtischen Wasserwagen, dessen Kessel etwa 5000 Liter Wasser faßt, vom städtischen Lagerplatz ab.
Schauplatz der größeren Hebung war die Krof- dorfer Straße. Nach der Hebungsannahme war dort vor einem Hause eine feindliche Fliegerbombe mit Kampfgiftstoff explodiert und hatte die Straße, insbesondere die engere Umgebung der Einschlagsstelle, vergiftet, hier hatte nunmehr der Trupp die Entgiftung und damit die Wiederbenutzung der Straße zu bewerkstelligen. Zunächst galt es festzu- stellen, von welcher chemischen Zusammensetzung der Kampfstoff war, um nach der in den Unter» suchungsinstituten getroffenen Entscheidung und Bestimmung die gerade für diesen Kampfstoff richtige Dernichtungsart anzuwenden. Nachdem dies geschehen war, nahmen zwei Männer in Schutzanzügen die liegengebliebenen Reste des Kampfgiftes in sorgfältigster Weise in einen Behälter auf, den sie sicherstellten, um später in ihrer Unterkunft die endgültige Vernichtung dieses Restes durch Feuer vorzunehmen. Nach der Beseitigung dieser unmittelbaren Gefahrenquelle begann die große Reinigungsarbeit. Mittels einer Schlauchleitung, die an einen Hydranten angeschlossen war, wurde zunächst die Hebungsstrecke — im Ernstfälle also die ganze Straße — abgespritzt, um dadurch den Kampfstoff in die Sinkkästen der Kanalisation fortzuwaschen. Dann wurde mit Hilfe einer Streumaschine, die an einen elektrisch getriebenen Handkarren angehängt war, das aufsaugende Streumittel auf die Straße geworfen, während zu gleicher
3eiffd)riften.
— Hans Grimm, der anläßlich des Deutschen Tages in Neuyork eine bedeutende Festrede zur Feier des 250. Jahrestages der ersten großen deutschen Einwanderung in Nordamerika hielt, Der» öffentlicht soeben in der „Deutschen Rund- schau" (Äerlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig) seinen neuen Roman „Kaffernland". Neben die von jeher beachtete „Literarische Rundschau" tritt in den letzten heften die „Rundschau", in der in kurzen Bemerkungen die wichtigsten Ereignisse aus dem politischen und kulturellen Leben Deutschlands und der Welt glossiert werden. Von den Beiträgen des neuen Heftes feien noch der Aufsatz Wilmont haackes „Die beiden Brüssel", Paul Wieglers Beitrag „Der Fall Arnim" und „Goethes Vermächtnis" von Wolfgang Goetz genannt. Alles in allem: ein heft, das ernste Betrachtung wie freundliche Unterrichtung in wechselnder Form bietet.
— Die Namen Lola Montez, Fanny Elßler, Jenny Lind und Eleonora Düse, die, noch heute unvergessen, einst ein internationales Publikum be= qeifterf haben, werden im Rahmen eines fesselnden Bildbeitrages über „Die große Bühnenkünstlerin" im neuen heft der „I l l u st r i r t e n Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) wieder lebendig. Die Bilder zu dieser kulturhistorisch interessanten Arbeit stammen aus einer Ausstellung des Münchener Theater- mufeums.
— Man darf nicht der Meinung fein, daß nervöse Störungen in den Kinderjahren etwas Na- türliches sind und daß sich diese Störungen allmählich von selbst geben. Im Gegenteil, das Außerachtlassen der ersten nervösen Erscheinungen kann eine dauernde Schwäche des Nervensystems herbeiführen. Es ist deshalb Pflicht für jede junge Mutter, sobald sich bei dem Kleinkind nervöse (Störungen zeigen, nicht nur sofort ärztliche Hilfe m Anspruch zu nehmen, sondern auch die ganze Erziehung auf die Beseitigung oder Verminderung dieses Hebels einzustellen. Was alles getan werden muß, um den Körper zu stärken und die Ge. samtverfassung des Kindes zu fördern, darüber berichtet die bekannte Elternzeitschrift „Mutter und K i n d" in einem ausführlichen Artikel im Novemberheft. Vom übrigen Inhalt nennen wir dis 'Beiträge „Unarten als Krankheitszeichen", Täg- liche Sunden wider die Gesundheit", „Mütter"turnt
euren Kindern". (Verlag Elwin Staude, KG., Berlin W30. Vierteljährlich 1,30 Mark.)
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3ft es nun, wie ich eingangs sagte, schon schwer, bei Werken der Malerei uns dieses Zaubers deutlich bewußt zu werden, um so weniger haben wir ein Wissen davon bei Gedichten, weil das obwohl sichtbare, aber nur gedachte Wort schwächer ist als die augenscheinliche, nicht vor uns weichende Farbe. Slber es verhält sich nicht mit Gedichten wie mit Aldern. Auch hier meine ich nicht augenfälliges Gealtertfein, kenntlich an Worten, Wendungen und Bildern früherer Zeiten, nicht den oft so lieblichen historischen Reiz. Sondern auch hier sind die Farben der Worte und der Rhythmen und Wendungen abgeschliffen, ist der einst scharf und vielkantig sprühende Kristall zu einem milderen und darum tieferen einigen Leuchten umgewandelt; nicht nur durch Zeit allein, sondern auch hier wie dort auf dem mystischen Wege und durch den Strom der tausendfachen Herzensergriffenheit, all der getrösteten und entzückten, dankbaren und bezwungenen, schmerzlichen und wonnigen Augenpaare, Atemzüge und Herzensschläge, der immer spülende Wellen sich mit denen der Rhythmen des Gedichts und seinen Ausstrahlungen zu einem zitternden Gewebe verschmolzen, das die Konturen zu unermüdlicher Weichheit und Milde umhüllt; — selber Kontur ist, Fleisch im Fleische, ein Fluidum wie der menschliche Odem in allen Zellen des Körpers.
Dies ist die Glorie des Hnvergänglichen. Ein ewiger Sonnenaufgang, ein Blühen, nicht mit der welkenden Jahreszeit, sondern nach innen gewandt, zur Wurzel zurück, als ob eine Blüte vor unfern Augen immer zarter, immer flüchtiger und seelischer würde — und doch nicht stürbe.
Mehre uns dies unseren Glauben an einen Genius, den wir nicht kennen, an eine Kraft, nicht aus unserer Seele, nicht aus eines oder des anderen Künstlers Willen und Entschließung, sondern mystischer Natur, vorhanden im Hnwahrnehmbaren, erscheinend im noch Hnbegreiflichen, waltend im Sichtbaren. Vielleicht auch, wenn wir dieses Wirkens der Zeit überzeugt sind, vergeben wir den Gebilden unserer Zeit ihren schärferen und doch leichteren Glanz vor denen früherer Zeiten; wenn unser Atem sie umwölkte, werden spätere Augen sie geheimnisvoller funkeln sehen.
Es darf nicht vergessen werden: wir alle schaffen mit an allem, was ist. Zehntausend Seelen vereinen sich, um eine einzige zu erzeugen, wie täglich und stündlich unzählige Sterne in die Sonne stürzen. Hnd wiederum: an dem, was der Einzige sckuf, arbeiten, durch nichts als durch einfache Aufnahme, Teilnahme, Zehntausend von uns mit, verändern es, durchwirken es und geben es weiter
Im Rahmen der Ausbildungsarbeit für den zivilen Luftschutz, die sich bereits in mehreren Kursen auf die Heranbildung der Luftschutzhauswarte erstreckte, kommt eine besondere Bedeutung dem Hn- terricht zu, dessen Ziel die Bereitstellung schlagkräftiger Entgiftungstrupps ist. Es ist ja bekannt, daß im Ernstfälle der zivile Luftschutz bei feindlichen Fliegerangriffen nicht etwa nur die Aufgabe hat, nach bester Möglichkeit für die Sicherheit der Hausbewohner zu sorgen und etwaige Brände zu bekämpfen bzw. sie schon im Entstehen zu unterdrücken, sondern daß es auch eine seiner wichtigsten Obliegenheiten ist, die durch Bombenabwurf mit Giftkampfstoffen verseuchten Straßen, Höfe, Räume, Gärten usw. zu säubern, d. h. zu entgiften, bevor irgendein Mensch den Bereich des vergifteten Bezirks betreten darf.
Zur erneuten Belehrung unserer Volksgenossen sei in diesem Zusammenhang wieder einmal darauf hingewiesen, daß im Ernstfälle nach einem feindlichen Fliegerangriff auf die Stadt niemand den Schuhkeller verlassen darf, bevor
Oie ewigen Meister.
Von Anrecht Schaeffer.
Ergriffen von der Ehrfurcht bei der Betrachtung der Gemälde früherer Zeiten, wird es uns feiten oder niemals bewußt, daß ein großer und der geheimnisvollste Teil ihres Zaubers auf ihrem Alter ruht, auf dem unsichtbar darüber gebreiteten Netzwerk der Zeit. Hnd nicht nur meine ich jenes „Nach- gedunkeltfein", bis zum in völliger Schwärze verschwindenden Dämmer des hinterarundes, sondern jenen zauberischen Vorgang in der Veränderung der Farben. Anders leuchteten alle diese Männer und Madonnen damals, als sie gemalt wurden, stärker vielleicht, nicht jedoch mächtiger, lauter, nicht eindringlicher. Mit dem Worte Zeit wollte ich weiter eben die Gesamtheit aller der Kräfte geben, die als ein ewig spülender mahlender Strom über diese ftiüen Gründe hinging: die Lust der Kirchen, Säle, Kammern und Stuben, Weihrauch und vielerlei Dünste, vornehmlich jedoch die mystische Gewalt der tieltausend Augen und Herzen, die elektrischen Wellen der Andacht, der Verehrung, des Entzückens, die mit ewigem Vibrieren zärtlichster Flügel unaufhörlich diese geduldigen Flächen streiften, und wieder das Schweigen der Einsamkeit, die sanften Wellen verlassener Räume, während die Seele des Gemalten tiefer und tiefer, sowie das Licht und die azu- renen Tone des Späthimmels in immer höhere fernen fortzuschwinden scheinen, von der Oberfläche fort in das nachgebende Innere des Stoffes zurück- wich. So sehen wir jetzt einen Holbein oder diese unendlichen rätselhaften Brueghels ober jenes Wunderwerk, aller Malerei, die (sogenannten) „Drei Magier des Giorgione. Da winkt uns aus tiefstem Innern ein dunkles Licht entgegen, eine unbeschreibliche Kraft von farbigem Leben, eine Erdwörme, das Auge umnebelnd, daß wir glauben, mcht mehr Gemaltes vor uns zu haben, an dem wir unterscheiden können: Farbe, Leinwand, Pinselstriche, und all dies verbindend einen künstlerischen Willen, der nach bewußten Gesetzen, sich selbst berauschend, dieses ordnete und jenes unterließ, hier ein Licht auftrug und die grüne Falte dort mit unendlicher Sorgfalt schattete, — sondern wir empfinden nur ein unbegreiflich Gewordenes, unergründliches Wachstum, Zeitlosigkeit und ein seliges Verschmelzen von Stoff und Seele, das leuchtet. Wir hören den Strom der Ewigkeit fließen um dies „Ding", das nicht aus dieser Welt hervorgegangen scheint und gleichwohl irdischer ist, als wir uns selber empfinden in solchen Augenblicken.
°bne" 1k5: Männer tm Schutzanzug nehmen den Äampfftoffreft auf. — Oden rechts: Das Bespritzen der Straße vor der Beftreuuna -Unten links: Dte Sireumasch,ne. die Dom Karren aus gefüllt wird bedeckt die Straße mit dem Streumittel. - Unten rechts Das S reumtttel 2 « f" laugen der Kampfftaffreste wird verrieben. — (Aufnahmen (4): Neuner, Gießener Anzeiger) «treumutei zum AUf-
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