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Kreis Lauterbach.

£, Lauterbach, 8. Okt. In der jüngsten Rats- sitzung wurden die neuernannten Ratsherren Köhler, Metzendorf, Gürtler, Roth, Schaaf, Schmier, Dahmer, Kröll, Keil und Wenzel, sowie der Bei­geordnete Johannes Wacker VI. in ihr Amt eingeführt. An der Feier nahm der Kreisleiter und Kreisdirektor Zürtz teil. Die Verpflichtung ge­schah durch den Beigeordneten Gürtler, der gegenwärtig mit der Führung der Geschäfte der Bürgermeisterei beauftragt ist.'

Amtsgericht Gießen.

Der fünfjährige Sohn eines hiesigen Einwohners lief mit noch anderen gleichaltrigen Jungen in der Krofdorfer Straße über einen bestellten Acker, wo­durch ein Sachschaden in Höhe von 15 RM. ent­stand. Durch Strafbefehl wurde der Vater mit drei Reichsmark Geldstrafe und zwei Reichsmark Scha­densersatz belegt. Während auf Grund des Einspruchs in Anbetracht der Unvernunft des Jungen die Geld­strafe auf eine Reichsmark ermäßigt wurde, blieb es bei der Höhe des Schadensersatzes.

Minister a. D. von Hombergk zuDach f.

LPD. Darmstadt, 8. Okt. Rach längerem Lei­den ist der Großh. Hessische Kammerherr und Mi­nister des Innern a. D. Dr. jur. h. c. Fritz von Hombergk zu Vach im 79. Lebensjahr g e - st o r b e n. Exzellenz von Hombergk zu Vach war der letzte Minister des Innern in der Großherzog­lichen Regierung in Hessen. Im April 1883 begann Mr die Beamtenlaufbahn in Hessen, und zwar zu­nächst beim Polizeiamt in Darmstadt. Rach Dienst­leistungen in Schotten, Worms, Alzey, Offen­bach und Mainz wurde der damalige Provinzial- direktor am 28. Februar 1910 vom Großherzog zum Minister des Innern ernannt. Er hatte dieses Mi­nisterium bis zum 13. November 1918 inne und lebte seitdem in Darmstadt im Ruhestand. Exzellenz von Hombergk war Ehrendoktor der juristischen Fa­kultät der Universität Gießen.

Autounglück auf der Reichsauiobahn.

Prinz Ludwig von Hessen schwer verletzt.

D a r m st a d t, 8. Okt. (LPD.) Der Polizeibericht meldet:Am 7. Oktober gegen 19 Uhr ereignete sich auf der R e i ch s a u t o b a h n ein folgenschwerer Verkehrs un fall. Ein Frankfurter Lastkraft­wagen mit Anhänger (polizeiliches Kennzeichen IT13 443) befand sich auf der Fahrt von Darm­stadt nach Frankfurt und benutzte hierbei die Reichs­autobahn. Am Kilometerstein 13,5 ging dem Fahr­zeug der Brennstoff aus, und es mußte auf der rechten Seite der Fahrbahn halten. Da der A n - Hänger nicht beleuchtet war und die ge­gebenen Warnungszeichen vermutlich sehr mangel­haft waren, streifte ein in gleicher Richtung fah­render Darmstädter Personenkraft­wagen (polizeiliches Kennzeichen V S 15 092) den Anhänger, kam ins Schleudern und überschlug s i ch m e h r e r e M a l e. Der Führer des Personen­kraftwagens wurde hierbei herausgeschleudert. Mit schweren Verletzungen mußte er in das Alice-Hospital in Darmstadt eingeliefert werden. Der Personenkraftwagen wurde stark beschädigt." Bei dem Verletzten handelt es sich, wie verlautet, um den Prinzen Ludwig von Hessen.

furchtbare familientragödie.

Eine Mutter vergiftet sich und ihre zwei Kinder durch Gas.

LPD. Mainz, 8. Okt. In einem Hause in der Frauenlobstraße ereignete sich ein furchtbares Fami­liendrama. Eine Frau, deren Mann gegenwärtig im Gefängnis eine Strafe verbüßt, hat sich und ihre beiden Kinder mit Gas vergiftet. Da sich seit Samstag keines der Familienmitglieder mehr sehen ließ, schöpften die Mitbewohner Ver­dacht. Auch dem wiederholt erschienenen Vater der Frau wurde nicht geöffnet, so daß dieser schließlich die Polizei benachrichtigte, die am Montagabend gewaltsam in die Wohnung eindrang. Dabei fand man die Frau und ihre beiden Kinder tot in der Küche liegend. Die Frau hatte sich und ihre Kinder aus noch unbekannten Gründen ums Leben gebracht.

'XV

arnung an Llnterstühungsjägcr!

(CpD.) Die Gauführung des WinterHilfs- werks des Deutschen Volkes 1935/36 gibt bekannt:

In diesen Tagen wird in den Kreisen und Orts­gruppen des Gaugebietes Hesien-Nasiau die Zahl der vom WHW. zu Unterstützenden festgelegt:

Unterstützt wird, wer unverschuldet in Rot ist und nicht das nötige Einkommen hat, um für sich selbst zu sorgen. Die Kreise und Ortsgruppen haben ent­sprechende Anweisungen. Sie haben indessen auch weiterhin die Verpflichtung und das Recht, diejenigen vom Unterstühungsbezug fernzuhalten, die des Glaubens sind, die Volksgemeinschaft Ausbeuten zu können. Gegen Asoziale und Unter st üt-

zungsschwindler wird rücksichtslos mit den verschärften Strafen des Win- terhitfswerks vorgegangen werden.

Es wird deshalb eindringlich davor gewarnt, fatsche Angaben zu machen. Die Spenden für das Winterhilfswerk müssen pfennigweise zusammen­getragen werden. Die Spender haben das Recht, zu verlangen, daß neben ordnungsgemäßer Ver­waltung die Unterstützungen in die Hand derjenigen gelangen, die ihrer würdig sind.

Die notwendigen Prüfungen find auf diese Er­fordernisse abgestellt.

Aus den preußischen Rachbargebieten.

In betrunkenem Zustand am Steuerrad.

LPD. Herborn, 8.Okt. In der Nacht zum Montag wurde in der Nähe des Ortes Münch­hausen der 23 Jahre alte Einwohner Eckel aus Münchhausen, als er sich auf dem Heimweg befand, von einem Personenauto aus Her­born angefahren und schwer verletzt. Er erlitt u. a. einen Schädelbruch. Der Autofahrer ließ den Verletzten hilflos liegen und fuhr nach Hause. Fußgänger sorgten dann für die Uebersüh- rung des Verletzten in das Herborner Kranken­haus. Der Kraftwagen konnte noch in derselben Nacht von der Polizei ermittelt werden. Der be­trunkene und rücksichtslose Autofahrer wurde aus dem Bett geholt und die Entnahme einer Blutprobe veranlaßt.

kreis Wetzlar.

<£ Hochelheim, 8. Okt. Auf Grund der neuen deutschen Gemeindeordnung wurden durch den Be­auftragten der NSDAP., Kreisleiter Haus (Wetz­lar), im Benehmen mit dem Bürgermeister folgende Bürger zu Gemeinderäten berufen und in ihr Amt eingeführt: Landwirt Johann Friedrich Eckhardt, Zimmermann Eduard Haupt, Landwirt Paul Weber, Landwirt Anton H a r t - mannshenn, Landwirt Johannes Engel und Zimmermeister Wilhelm Hepp. Bürgermeister Z ö r b machte die neuen Gemeinderäte mit ihren Aufgaben bekannt und gab der Hoffnung Aus­druck, daß sie ihr verantwortungsvolles Amt jeder­zeit zum Wohle der Gemeinde und ihrer Bürger wahrnehmen möchten.

3) Dornholzhausen, 8. Okt. In der jüng­sten Sitzung der Gemeinderäte wurden die durch den Beauftragten der NSDAP, berufenen G e -

meinderäte durch Bürgermeister Jacobi in ihr Amt eingeführt und auf ihren schon früher dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler geleisteten Eid verwiesen. Es sind: Landwirt und Stützpunkt­leiter Wilhelm Reuter, Schlosser Hermann Mehlmann, Wegewärter Heinrich Arnold, Landwirt und Kaufmann Karl Schmidt, Land­wirt Philipp Schiefer st ein und Landwirt und Zimmermann Anton Althen. An der Sitzung nahm auch der Beauftragte der NSDAP., Kreis­leiter Haus (Wetzlar), teil, der die Gemeinderäte in einer kurzen Ansprache auf ihr verantwortungs­volles Amt hinwies und der Erwartung Ausdruck gab, daß sie das in sie gesetzte Vertrauen recht­fertigen würden. Die Aemter der beiden Beigeord­neten sind dem Landwirt und Lebensmittelhändler Johannes Z ö r b und dem Landwirt Wilhelm K l ö s I. übertragen.

oo Niederkleen, 8. Okt. Der Beauftragte der NSDAP., Kreisleiter Haus (Wetzlar), hat im Be­nehmen mit dem Bürgermeister folgende Bürger zu Gsmeinderäten unseres Ortes berufen: Stützpunktleiter Karl Mack, Schlosser Wilhelm Braun, Zimmermann Karl Brück, Landwirt Heinrich Knorz, Landwirt Karl Hoffmann und Landwirt Karl Nern I. Die Gemeinderäte wurden in der letzten Sitzung durch Bürgermeister Ohly in ihr Amt eingeführt.

Kreis Biedenkopf.

§ Gladenbach, 8. Okt. In der jüngsten G e - meinderatssitzung wurde u. a. beschlossen, dem hiesigen Badeverein 200 Mark zuzuwenden. Die Verhandlungen über den Verkauf des elektri­schen Ortsnetzes wurden zurückgestellt. Die Ge­meindewaage wird nicht mehr für Vieh freigegeben, das bei Juden gekauft worden ist. Der Zuzug von Juden nach Gladenbach wird abgelehnt.

Der Handwerker im Lustschutz, des Lustschutzhauswarts.

Die Aufgaben

Der Reichsluftschutzbund, Landesgruppe Hessen- Rheinland-Süd, teilt mit:

Handwerker und Gewerbetreibende, die zu allen Zeiten einen wesentlichen Teil des deutschen Natio­nalvermögens verwalten, waren stets darauf be­dacht, ihren Besitz gegen alle Zufälligkeiten des menschlichen Lebens zu sichern. Sie besitzen die Eigenschaft, Ererbtes und Erworbenes mit Zähig­keit festzuhalten. Sie denken bei allen ihren Maß­nahmen nicht nur an die Gegenwart, sondern auch an die Zukunft, und sie haben den für jede völkische Gemeinschaft so förderlichen Ehrgeiz, ihren Kindern ein wohlbestelltes Haus zu hinterlassen. Es ist daher ganz natürlich, daß diese Eigenschaft vor allem bei der Abwehr der aus der Luft drohenden Gefahren zur Geltung kommen muß.

Jedem ist bekannt, daß seit Kriegsende das moderne Flugzeug eine gefährliche Angriffs­waffe geworden ist. Jeder denkt darüber nach, ob und wie er feinen Besitz Werkstätten, Vorräte, Häuser sichern kann. Das national­

sozialistische Deutschland hilft ihm auch hier. Der auf Veranlassung des Reichsluftfahrt- minisiers Hermann Göring gegründete Reichsluftschuhbund ist die Organisation,, die das deutsche Volk durch Aufklärung und prak­tische Ausbildung für den Ernstfall zur Selbst­hilfe befähigen soll. Sie ist bei der Gefährlichkeit der Flugzeugwaffe gerade für Deutschland, welches das luftgefährdetste Land Europas ist, eine unbedingte Notwendigkeit. Niemand kann sich diesem Zwang entziehen. Die Reichsregie­rung hat klar und entschlossen, wie stets, die Folgerungen gezogen und vor wenigen Monaten die allgemeine Luftschuhpflicht für Wann und Frau gesetzlich festgelegt. Sie mußte so handeln, weil fast sämtliche Nachbarstaaten Deutschlands schon seit längerer Zeit ähnliche Vorkehrungen für erforderlich gehalten haben.

Welches soll der Endzweck der praktischen Aus­

bildung jedes Deutschen sein? Ausgehend von tef Erkenntnis, daß die Entwicklung des Flugzeugs das ganze deutsche Vaterland in nie gekannter Weise bedrohen kynn, muß der einzelne Volks­genosse von der Notwendigkeit und Möglichkeit des Selbstschutzes überzeugt werden. Diese große natio­nale Aufgabe wird in den Aufklärungsabenden und Ausbildungskursen des Reichsluftschutzbundes mit Entschlossenheit und Tatkraft durchgeführt.

An dieser Stelle mag einmal ein Ueberbnck über die Tätigkeit des L u f t s ch u tz h a u s w a r t e s ge- geben werden, der schon int Frieden die wichtigste

Keine Tür ohne die Oktober-plaketle des Winterhilfswerks 1935/36!

Persönlichkeit im zivilen Luftschutz sein muß. Vor­weg sei gesagt, daß als Luftschutzhauswart keines- wegs nur Männer in Betracht kommen; in zahl­reichen Fällen wird es gut sein, von vornherein ge­eignete Frauen heranzuziehen. Besonders schwierig ist die Aufgabe des Luftschutzhauswartes in den großen Häusern der Städte, deren Bewohner sich häusig gar nicht kennen und oft nichts voneinander wissen wollen.

Die ebenso schwere, wie undankbare Aufgabe des Luftschuhhauswarts ist es, aus den neben­einander lebenden Volksgenossen eine lebendige und abwehrbereite Hausgemeinschaft zu machen.

Die erste Voraussetzung der Arbeit besteht in einer gewissenhaften Personenstandsaufnahme; sie allein gibt die Möglichkeit, festzustellen, wer als Mitarbeiter in Frage kommt. Es folgt eine ein­gehende Wohnungsbesichtigung, die den Zweck hat, die einzelnen Familien mit den wichtigsten Ab­wehrmaßnahmen vertraut zu machen. Es ist die Besichtigung der ganzen Wohnung notwendig, kein Raum darf dem Luftschutzhauswart unbekannt sein. Dies gilt vor allem auch von den Dachböden, deren Freimachung von allen leicht brennbaren Gegen­ständen notwendig ist. Auch hier kann der Luft­schutzhauswart bahnbrechend wirken. Er muß auf die Gefahr von Lattenverschlägen aufmerksam machen und seinen Einfluß dahin geltend machen, daß im Laufe der Zeit diese Verschlage durch Maschendraht ersetzt werden. Im Hinblick auf die Gefahr der Brandbomben muß an die Jmvräg- nierung des Holzbodens, an Beschaffung von Sand- kisten und Sand, an die Bereitstellung von Feuer- patschen, Hacken und Beilen gedacht werden. Von gleich großer Bedeutung und Schwierigkeit ist die Auswahl des Schutzraumes, für den nur ein ge­eigneter Kellerraum in Betracht kommt.

Schon diese kurze Aebersicht zeigt die außer­ordentliche Bedeutung des neuen Amtes. Es kann mit Aussicht auf Erfolg nur wahrgenom­men werden, wenn vertrauenswürdige Persön­lichkeiten an der Spitze der Hausgemeinschaft stehen.

Deshalb ist die Bereitwilligkeit des Handwer­kers und Gewerbetreibenden, im Luft­schutz mitzuarbeiten, von außerordentlicher Be- deutung.

Herbst-pferdemarktinGießen.

Der heutige Herbst-Pferdemarkt in Gießen war schwach besucht. Es waren 109 Pferde und 19 Fohlen aufgetrieben. Das Vorfüh­rungsmaterial war durchweg gut. Sonst ließ das Pferdematerial teilweise zu wünschen übrig. Land- wirte-Pserde waren wenig vorhanden, dagegen waren die Händler sehr stark vertreten, darunter auffallend viele Zigeuner. Der Handel war sehr schleppend. Für schwere Pferde, die aber nur in geringer Zahl vorhanden waren, wurden 1200 bis 1500 Mark, für mittlere Pferde 900 bis 1200 Mark, für leichte Pferde bis zu 900 Mark, für Schlacht- pferde 25 bis 30 Mark bezahlt.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen.

WW Hochstattev-Tapeten

Flaschenmilch!

Betr.: Flaschenpfand.

kMekiNe

Kabeljau, Pfd. 30a

Schellfisch,Pf.35

Filet, Pi.40 45.50a

Vollheringe

10 Stück 35 PI.

Landbrot (s-ssD 4-PliL-Laib 58

H. Kalbflei sch LieblgstraBe 66.

Sannen- ; AMlllWtz alBuqeb Benell, erb rotr n 'JAoftt DampMgewerklollar B.NuhnA.G..Lollar.

Geschäftskarten bei Brühl, Gießen

Bei schönem Weller geschlossener damW gegen 3 Uhr ab Lndwigsvlatz

Schinenberg usw. Otto Huhn

Anruf 2068.

Auf Grund der Anordnung des Milchversorgungsverbandes Rhein- Main vom 1. August 1935 über die Festsetzung der Erhebung eines Flaschenpfandes beim Verkauf von Milch in Flaschen im Gebiet des Milchversorgungsverbandes Rhein-Main sind sämtliche Milch­verteiler in Gietzen verpflichtet, von ihrer Kundschaft ein Flaschen­pfand in Höhe von 20 Pfennig je Flasche zu erheben. Die Abgabe von Milch in Flaschen ohne Flaschenpfand ist nicht statthaft.

Die Einführung des Flaschenpfandes wurde erforderlich, da die enormen Flaschenverluste in keinem Verhältnis mehr zum Milch­preis standen.

Die Verbraucher werden gebeten, den einzelnen Milchverteilern hin­sichtlich der Erhebung des Flaschenpfandes und der ordnungsgemäßen Rücklieferung der Flaschen keine Schwierigkeiten zu machen, da die Verteiler für die Flaschenverluste verantwortlich sind, die ihnen billigerweise nicht zugemutet werden können.

Ebenso wird nochmals ganz besonders daraufhingewiesen, die Flaschen nur ausgespült und gereinigt zurückzugeben.

Milchverteilungs­und Verrechnungsstelle Gietzen.

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