Einzelbild herunterladen

Oberheffen

g, 8. Okt. Rechtsanwalt Lind, ich Gießen verzogen ist, verkaufte

schlossen.

* Gründer

der von hier nac _ v v sein 5) a u s für 14 300 Mark an Dr. med. Rings­hausen aus Butzbach.

Fritz Hille (Gotha), einem geborenen Gründer- ger, als Redner, ferner ein Gastspiel des Gießener Stadttheaters am 27. Oktober und ein von der NS.- GemeinfchaftKraft durch Freude" vorgesehenes Winzerfest am 2. November in der Turnhalle. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise ge-

Zweite Woche63. an die Front!"

Auf nach Limburg am 13. Oktober: Der Relchsjugendführer spricht!

Oie Geuchengeschichte Oberhessens

Ein Ausschnitt.

Don Obermedizinalrat Professor Or. H.Miewe.

ansteckungen zurückzuführen waren. Die vereinzel­ten Fälle aus den Jahren 1889 bis 99 kamen auf einem Hofgute vor. Bad-Rauhe im hatte, ab­gesehen von 4 bzw. 5 Todesfällen in den Jahren 1884 und 1890 (die Zahl der Erkrankungen ist un­bekannt) und 4 Erkrankungsfällen im Jahre 1912, immer und vereinzelte Typhusfälle aufzuweisen. In der Stadt Friedberg wurde die Höchstzahl von Erkrankungen (8 Fälle) im Jahre 1880 er­reicht. In den anderen Jahren, von 1874 bis 1918, handelte es sich immer nur um einzelne Fälle.

Zusammenstellung der Typhus- und Paratyphusfälle nach Orten und Jahren:

Assenheim 1874, 1902. Bad-Nauheim 1875, 84, 86, 88, 89, 90, 91, 95, 96, 1901, 03, 05, 07, 08, 09, 12, 13, 14, 16. Bodenrod 1894, 95. Bönstadt 1875. Bruchenbrücken 1884, 87, 1901, 03, 05. Bü­desheim 1874, 78, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 95, 97, 99, 1903, 05, 10. Burg-Gräfenrode 1887, 90. Butzbach 1874, 75, 79, 84, 86, 89, 97, 98, 1903, 15, 17. Dorheim 1881, 89, 90, 92, 95, 96, 99. Dorn- Assenheim 1899. Dortelweil 1903. Fauerbach v. d. H. 1875, 87, 1906. Friedberg mit Fauerbach und Fried­berg-Burgwald 1874, 79, 80, 86. 87, 89, 90, 91, 92, 95, 96, 1902, 08, 17, 18. Gambach 1894, 1905. Groß-Karben 1874, 1902. Harheim 1874. Heldenber- gen 1879, 99, 1915. Hoch-Weisel 1874, 94. Holzhau- sen 1874, 75. Ilbenstadt 1886. Kirch-Göns 1874, 87, 88, 92, 95, 98, 1906, 08, 09. Klein-Karben 1886, 87. Massenheim 1904. Melbach 1899. Münster 1890. Münzenberg 1875, 80, 89, 90. Nieder-Erlenbach 1907. Nieder-Eschbach 1900, 09, 11, 13. Nieder-Flor- stadt 1874, 75, 87, 1907. Nidder-Mörlen 1875. Nie- oer-Rosbach 1875. Nieder-Weisel 1889, 94, 97, 1918. * Nieder-Wöllstadt 1898. Ober-Erlenbach 1874, 86, 1902, 10. Ober-Eschbach 1874, 75, 86, 95, 1901, 12, 13. Ober-Mörlen 1874, 78, 84, 86, 89, 1909. Ober- Rosbach 1875, 78, 79. Ober-Wöllstadt 1890, 1909, 13. Ockstadt 1898, 1913. Okarben 1892, 99, 1901. Oppertshofen 1889, 98, 1900, 01. Offenheim 1875. Petterweil 1890, 1902. Pohl-Göns 1889, 98. Rendel 1875, 86, 87, Rockenberg 1874, 79, 84. Rodheim 1892, 1917. Rödgen 1884, 86. Schwalheim 1884. Södel 1902. Staden 1874. Steinfurth 1875, 88, 89, 92. Vilbel 1874, 79, 81, 86, 87, 90, 94, 1900, 01, 05, 06, 11, 12. Weckesheim 1874, 84, 96, 99, 1903.

. Wisselsheim 1899. Wölfersheim 1874. Wohnbach 1874. Langenhain 1894. (Schluß folgt.)

immer mehr zuruck.

Bis zum Jahre 1918 kamen im Kreise Als­feld in 71 verschiedenen Ortschaften lnsgesamt 1192 Typhusfälle vor, darunter waren 229 Todes­fälle. Die Zahl der Erkrankungs- und Todesfälle ' ist sicher noch größer, weil bis zum Jahre 1865 ge­naue Zahlenangaben gewöhnlich fehlten. Wenn m den Berichten von 1826, 1829/34 geschrieben wurde, das kontagiöse Nervenfieber stellte in Dannen­rod Schwarz und Dockenrod große Ver­heerungen an", fernerdiese Krankheit war ver- heerend und suchte sich ihre Opfer unter den blu- und stärksten Menschen aus , dann muß Zahl der Erkrankungen sehr groß gewesen sem. Rack den Berichten handelt es sich vorwiegend um Typhuserkrankungen. Wir schließen das auch aus den recht hohen Sterblichteitszifsern in den emzel- nen Jahren. Die ersten sicheren Paratyphuserkran- nen . <<fcre 1905 vor, und zwar Han-

beitFes'fi» um eindeutig festgestellt ©ärtnerinfet- tonen bei 8 Personen, die an einer Hochzeit teil, uonen oe y ' <*, *en folgenden Jahren (bis 1918) mürbennur vereinzelte Paratyphu-erkran. kungen beobachtet. Wahrscheinlich handelte e- sich

Nord. Jeder Jungvolkjunge kennt sie, prägt sie in sein Herz. Sie werden sein heißestes Wollen.

Im Leben der Sckwertworte werden wir alle zu einem festen, einsatzvereiten Jungheer, das morgen Deutschland trägt.

Muttersöhnchen faulenzen, wenn sie müde sind- und sonst auch. Muttersöhnchen heulen, wenn ein Schlag sie trifft. Muttersöhnchen laufen nach Hause, wenn es regnet und stürmt.

Muttersöhnchen kennen weder Nachtmarsch noch Kriegsspiel, bringen es nie fertig, müde von Arbeit und Beruf zu sein und dennoch Dienst zu tun.

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden, 8. Okt. Der hier beschäf­tigte Fuhrmann und Landhelfer Emil Funke, der länger als ein Jahrzehnt bei dem Landwirt Philipp Weigel II. tätig ist, wurde aus Anlaß des Erntedankfestes durch den hiesigen Ortsbauern­führer Philipp Jung XX. mit einer prachtvollen Ehrenurkunde (Bildnis des Führers) der Landes­bauernschaft ausgezeichnet. Der verdiente Mann wurde bereits vor einem Jahre durch den Land­schaftsbund Volkstum und Heimat für treue Tier­pflege geehrt. ,

# Rödgen, 8. Okt. Das untere Backhaus ist in den letzten Wochen gründlich erneuert worden. Es entspricht nunmehr den hygienischen Anforde­rungen und konnte dieser Tage wieder in Betrieb genommen werden.

Großen-Buseck, 8. Okt. Der Kirche zu Großen-Buleck wurden zwei sehr schöne Al- t a r o a s e n gestiftet. Die Vasen sind in der Werk­stätte für Metallhandarbeiten von Walter Schön- wandt zu Nordeck aus Zinn angefertigt und bil­den eine Zierde des Altars. Am Erntedankfest wur­den sie mit herzlichem Dank an die Stifter, Frei­frau Eva von Nordeck zur Rabenau und Evang. Kirchenchor zu Großen-Buseck, ihrer Bestimmung übergeben. ...

+ Grünberg, 8. Okt. In der lungsten Mit- gliederversammlung der Ortsgruppe d e r N S D A P. erstatteten verschiedene Teilnehmer des Reichsparteitages Bericht über ihre Eindrücke. Ortsgruppenleiter, Bürgermeister Wagner, berich­tete als Politischer Leiter, Sturmführer Dapper als SA.-Mann, Gottfried Strauch als Hitler- iunge und Hrch. Berk alsSchlachtenbummler . Weiterhin folgte von Schulungsleiter I l g n e r em Dortrag über die neue Reichsflagge, wobei er einen kurzen Ueberblick über die früheren Reichsflaggen und ihre Entstehung gab. Ortsgruppenleiter Wag­ner gab dann noch eine Reihe von wichtigen Der- anstaltungen der nächsten Zeit bekannt: Kund­gebung der Hitlerjugend in der Turnhalle, Groß­kundgebung in der Gießener Volkshalle am 9. Ok­tober, eine Einsatzübung der SA. am Sonntag, 13 Oktober, am Wartturm, eine Kundgebung in der Turnhalle am 24. oder 25. Oktober mit Staatsrat

Gastspiel des Stadttheaters Gießen in £id).

* Lich , 9. Okt. Unter Wolfgang Kühnes Spiel­leitung kommt am 12. Oktober in der Licher Turn­halle Kurt Sellnicks LustspielHilde und 4 PS als einmaliges Gastspiel des Stadt­theaters G i e ß e n zur Aufführung.Hilde und 4 PS" bringt das neue deutsche Volksauto in hei­terer Schicksalsverknüpfung mit den Trägern der Handlung. Die Titelrolle ist eine hübsche Aufaabe für den heutigen Jungmädeltyp. Da das Lustspiel ganz in unserer Zeit steht, ist es selbstverständlich, daßHilde und 4 PS" im Spielplan 1935/36 vieler Bühnen aufgeführt wird, nachdem sie erst ausgangs der letzten Winterspielzeit in Hannover mit großem Publikumserfolg uraufgeführt wurde. Dieses Lust­spiel berührt ein zeitgemäßes Theater im luftigen Spiel und wird daher in jet-^n Akt au einer das Publikum bestens unterhaltenden Angelegenheit. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr.

Oer Herbstpserdemarkt in Friedberg.

* Friedberg, 8. Okt. Im Rahmen des Fried­berger Herbstmarktes fand heute bei starkem Besuch aus zahlreichen Orten der Wetterau der Herbst- Pserdemarkt unter Leitung des Landesstall­meisters Dr. Denker statt. Zur Prämiierung waren den Wertungsrichtern 71 Pferde und 58 Fohlen der Warmblüter- (Oldenburger-) und der Kaltblüter- (Belgier-) Rasse vorgeführt. Dreijährige Tiere sah man in sehr guter Verfassung, die Zwei­jährigen machten einen guten Eindruck, auch die Jährlinge konnten hinsichtlich ihrer Qualität als gut bezeichnet werden.

Auf dem Verkaufsmartt ergaben sich fol- gende Notierungen: Kaltblut 1. Klaffe 1150 bis 1300 Mark; 2. Klaffe 850 bis 1000 Mark; 3. Klaffe 400 bis 650 Mark. Warmblut 1. Klaffe 1000 bis 1200 Mark; 2. Klaffe 750 bis 900 Mark; 3. Klaffe 400 bis 500 Mark. Schlachtpferde 1. Qualität pro Zentner Schlachtgewicht 25 bis 30 Mark; 2. Qua­lität 15 bis 20 Mark. Fohlen, 2% Jahre, 750 bis 900 Mark; 1% Jahre 500 bis 750 Mark. Absatz- Fohlen über Notiz bis 500 Mark.

Gedeih und Derderb, sie sind Wetterfahnen, die sich dorthin drehen, woher ein guter Wind weht.

Jungvolkjungen sind freu!

Halbe und Laue gehen immer mitten auf der Straße, weil sie nicht wissen, ob sie rechts oder links gehen sollen. Halbe und Laue schauen immer auf den Mund der anderen Leute. Sagt einerja", so sagen sie auchja", sagt einernein", so sagen sie ebenfallsnein". Halbe und Laue fürchten heute schon die Fehler, die sie morgen machen könnten, sie heulen jetzt schon für die Beulen, die sie übermorgen erhalten werden.

Halbe und Laue überlegen vor jedem Schritt, ob er recht wird, und nach jedem Schritt, ob er recht war. Halbe und Laue lächeln jedem zu, denn sie wollen keine Feinde haben, sie dösen durch ihr gan­zes Leben und wissen nicht, ob es richtig war oder noch werden kann. Halbe und Laue kennen nicht den freien Entschluß und den Stolz der eigenen Tat. Sie wissen nichts von der Schönheit gerader Wege und von der Freude fester Entscheidungen.

Jungvolkjungen sind gerade und fest.

Lügner sind Menschen der Nacht. Sie fühlen sich wohl, wenn ihnen niemand in die Augen sieht, denn ihr Blick ist unstet und wirr.

Lügner stehen nie für das ein, was sie getan haben, wenn es ihnen schaden könnte.

Lügner sagen, n^-m sie auf Spähgang gewesen sind, irgend etwas, damit sie nur in Ruhe gelassen werden, oder sagen falsch, um ihre Feigheit zu ver­decken, oder groß zu scheinen. Wenn es Hiebe gibt, sprechen sie von wichtigeren Dingen, die sie schnell erledigen mußten. Wenn etwas angestellt worden ist, und es wird bekannt, sind sie stets wo anders aeroefen. Lügner kennen nicht offenen Blick und frohen Handschlag, sie wissen nichts von dem Stolz, eine verdiente Strafe auf sich zu nehmen.

Iungvolkjungen sind wahr.

Jchlinge haben Vergrößerungsbrillen auf, wenn sie sich selbst beschauen. Jchlinge sitzen immer am besten Platz, wenn es etwas zu sehen gibt, und stehen immer hinten, wenn es etwas zu schlagen gibt. Jchlinge bekommen stets zuerst Esten, sie er­halten das Schönste und Beste.

Jchlinge reden den ganzen Tag, wie bedeutend und wichtig sie seien und lieben sich wie eitle Katzen.

Jchlinge stehen nie Wache. Jchlinge holen nie Holz, aber sie sitzen immer am Feuer. Jchlinge arbeiten nur für den eigenen Mund. Jchlinge führen ein kleines, erbärmliches Dasein, sie kennen nur ihren Vorteil, ihren Platz und ihr Vergnügen.

Jungvolkjungen sind Kameraden!

Des Jungvolkjungen Größtes ist die Ehre!

10, 11, 14. Burg-Bracht 1883, 95. Calbach 1891, < 93, 1908. Dauernheim 1871, 72, 73, 74, 82, 91. i Diebach 1893. Dudenrod 1891, 95. Düdelsheim 1 1882, 94, 96, 97, 98, 1901, 07, 16. Echzell 1871, 73 82, 91, 95, 97, 98, 99, 1908. Eichelsdorf 1872, 73. Fauerbach 1872. Geiß-Nidda 1882, 1915, 1918. Gettenau 1899. Hainchen 1887. Hain-Gründau 1886, 93, 94. Hirzenhain 1891. Höchst a. d. N. 1892, 1915, 16, 17. Illnhausen 1908. Lindheim 1892. Lißberg 1906. Merkensritz 1901, 06. Nidda 1871, 73, 74, 76, 92, 95, 1907, 15, 16. Ober-Schmitten 1868. Ober- Widdersheim 1872, 73, 86, 97, 98, 99. Ortenberg 1883. Ranstadt 1882, 92, 1915. Rinderbügen 1893, 1904. Rohrbach 1899. Schwickartshausen 1915. Stock­heim 1899. Unter-Schmitten 1872, 73, 76. Usen­born 1906, 07. Vonhausen 1891, 93, 1905, 06, 07, 09. Wenings mit Wernings 1884, 85, 86, 93, 97, 98, 1901, 02, 03, 06, 18.

Kreis Friedberg.

Im Kreise Friedberg wurden seit 1874 in 58 ver­schiedenen Ortschaften insgesamt 840 Typhuserkran­kungen gemeldet, darunter waren 127 Todesfälle. Die ersten Paratyphusfälle (3) wurden im Jahre 1902 in der Stadt Friedberg festgestellt. An größeren Epidemien- sind folgende zu nennen: Im Jahre 1887 erkrankten in Vilbel 173 Personen, 14 starben. Als Ansteckungsweg wurde ein Sauer­brunnen ermittelt, der den ganzen Ort mit Wasser versorgte und mit Abortgrubeninhalt verunreinigt worden war. Bereits früher waren in Vilbel zahl­reiche Typhusfälle vorgekommen, so 1874 zwei Todesfälle, 1879 vereinzelte Erkrankungen, desglei­chen 1881 17 und 1886 3; 1887 kam es dann zu der erwähnten größeren Epidemie. In den darauf­folgenden Jahren traten noch vereinzelte Fälle auf, doch ist es zu Massenerkrankungen nicht mehr ge­kommen. Die zweite größere Epidemie (etwa 60 Er­krankungen), die ebenfalls auf einen infizierten Trinkwasserbrunnen zurückzuführen war, wurde im Jahre 1887 in Kirch-Göns beobachtet. Es soll sich um die Ausläufer einer Epidemie gehandelt haben, die in einem preußischen Ort aufgetreten war. In späteren Jahren kamen in Kirch-Göns nur noch vereinzelte Fälle vor. Recht häufig wurden auch Typhuserkrankungen in Büdesheim be­obachtet. Bereits 1874 und 78, dann in den Jahren 1885 bis 88 war es mehrfach zu kleineren Epide­mien gekommen, die vorwiegend auf Trinkwaster-

Kreis Bübingen.

0 Nidda, 8. Okt. Nachdem die Um- und Neubauten, letztere in beschränkter Zahl, so­wohl hier, als auch in nächster Umgebung beendet sind, bietet sich in unerwarteter Weise für die Bau­handwerker noch vor Eintritt des Winters umfang- reiche Beschäftigung. Eine den heutigen Verhält­nissen durchaus nicht entsprechende Bäckerei, die durch Verkauf in andere Hände überging, wird zur Zeit gründlich umgebaut. Der Backofen wird aus der noch mit der Wohnung in Verbindung stehenden Backstube entfernt und ein anstoßender Gerätestall für die Errichtung eines neuzeitlichen Backofens umgebaut. Ferner vergrößert das Schuh haus Friedrich Campas feinen Laden erheblich. Eine ehemals einem Pferdehändler gehörige Hofr^ite in der Bismarckstraße ging durch Kauf in den Be- sitz der Stadt über, die das geräumige Wohnhaus für zwei Familienwohnungen instandsetzen läßt. Die umfangreichen Wirtschaftsgebäude werden durch Umbauten zu Unterkunftsräumen für Kraftwagen desZweckoerbandes Nidda-Ulfa" verwandt. Mehr Handwerksarbeit schafft aber der wieder ins Leben gerufeneGemeinnützige Bauverei n", der für die nächste Zeit die Errich­tung von zwei Einfamilienhäusern und eines Doppelhauses im Rohbau in dem neu erschlossenen Baugelände in der Johanniterstraße plant.

* Usenborn, 8. Okt. Dem Jagdaufseher Karl Müller von hier gelang es, in unseren Waldun­gen einen Keiler im Gewicht von 26t Pfund zu erlegen. Unter großer Beteiligung der Jugend wurde bas Wildschwein in das Dorf ein­geholt.

Im Anschluß an die Schilderung der Seuchen­geschichte des Kreises Gießen in Nr. 221 des Gieße­ner Anzeigers geben wir nachstehend noch einen kurzen Ueberblick über die in den anderen Kreisen Oberhessens aufgetretenen Typhus- bzw. Para­typhuserkrankungen.

kreis Alsfeld.

Der älteste Bericht über das Auftreten von Typhus im Kreise Alsfeld stammt aus dem Jahre 1824. Wir entnehmen dem Bericht, daßnur in den Jahren 1813/14, als durch die Heereszüge sich der Typhus allgemein in Deutschland ausbreitete, er auch unsere Gegend nicht verschonte. Aber in keinem Orte wurde er so allgemein verbreitet und starben so auffallend viele Menschen daran, als man aus anderen Gegenden in Erfahrung gebracht hatte. Außerdem herrschten nur an drei Orten des Be­zirkes Epidemien, im Jahre 1817 in M e iches, 1818 in Obe r-Br eidenbach , 1820/21 in Rom­rod und namentlich ein nervöses Fieber, das sich, wie Hufeland beschrieben hat, alsTyphus ver- satilis verhielt. Weder in der Witterung, noch in den Nahrungsmitteln, noch in der Lage der drei aeannten Orte war die Entstehungsursache dieser Krankheit zu finden, die sich in den Familien durch unmittelbare Ansteckung weiter verbreitete und viele Monate von Haus zu Haus in diesen Orten herum­schlich, währenddem in anderen nahegelegenen Or­ten kein Kranker dieser Art aufzufinden war. An größeren Typhus-Epidemien, die im Kreise vor­kamen. ist zunächst Büßfeld in den Jahren 1874/75 zu nennen. Damals erkrankten 83 Per­sonen, 15,7 v. H. Todesfälle wurden angegeben. Die Krankheit soll aus Grünberg eingeschleppt wor­den sein. Vereinzelte Typhusfälle kamen m B u ß - seid auch noch in den Jahren 1895/96 vor. Seit der Zeit ist der Ort typhusfrei geblieben. Eine star- kere Ausbreitung zeigte der Typhus auch m den Jahren 1881/82. In beiden fahren erkrank en etwa 175 Personen, 29 starben. Die Falle verteilen sich auf folgende Ortschaften: Grebenau Eu- lersdorf, Kirtorf, Schwarz, Ruhl- kirchen, B e r n s b u rg,Se i be lsd orfmib Liederbach. Etwa zehn Jahre spater (1892/93) traten wiederum massenhaft Erkrankungen auf, und zwar 186 Fälle, darunter 22 Todesfälle. Diesmal waren vor allem die Orte Ober-Ohmen, O Ofleiden, Kirtorf, Burg- irnt) Nieder-Ge münden Hainbach, Elpenrod, Nieder-Ohmen, und Ober-Gleen befallen. Fast überall ^krank­ten zunächst einzelne Personen, daran schlossen sich dann Berührungsinfektionen an. Die Ansteckungs quelle der Ersterkrankten war nicht angegeben. Ab- gesehen von den vorgenannten größeren ^pwe- mieen sind Massenerkrankungen nicht aufgetreten. Vom Jahre 1897 an traten die Typhuserkrankungen

)( Aus der mittleren Wetterau, 8. Okt. Während In den Vorjahren die Kartof­felernte immer schon im September zu Ende ging, begann sie Heuer erst in der ersten Tagen des Oktober. Die Ernteerträge sind als gut zu be­zeichnen. Auf dem Normalmorgen werden durch­schnittlich 100 Zentner Verkaufsware eingebracht und die entsprechende Menge angefressene unb be- chädigte Futterkartoffeln. Faule Knollen sind höchst eiten anzutreffen. Bei Verwendung von Hochzucht- aatgut gibt es auch kaum kleine Kartoffeln. In der Hauptsache wird hier immer noch die Sorte Modrows Industrie angebaut, da sie als gelb- fleischige Speisekartoffel am meisten begehrt ift Unter den Futterkartoffeln steht die Hassia immer noch an der Spitze. Der Aufruf des Reichsnähr- standes zum stärkeren Anbau der Win­tergerste hat bei den Bauern und Landwirten starken Widerhall gefunden. Die bäuerlichen Ge­nossenschaften haben große Mengen Saatgut, meist Friedrichsdorfer Berg und Mahndorfer Viktoria, vermittelt. Die feuchte Witterung hat die Saat schnell keimen lassen, so daß sie schon reihweise steht. Auch der Roggen ist meist gut aufgelaufen und beginnt sich schon zu bestocken. Mehr als im Vorjahr sieht man auch Winterrübsenäcker, während die Gutsbettiebe und Hofgüter große Schlage Winterraps ausgestellt haben, der den Boden schon völlig bedeckt. Außerordentlich gut ge­bessert haben sich die Ernteaussichten der Zucker- r ü b e n , deren Entwicklung unter der sommer­lichen Tockenheit verhältnismäßig stark gelitten hatte. Andauernd herrscht rege Nachfrage nach Ferkeln, die jetzt zur Frühjahrsschlacht ge­kauft werden. Sechs Wochen alte Jungtiere werden mit 13 bis 15 Mark bezahlt, sieben Wochen alte kosten 17 bis 19 Mark, ältere entsprechend mehr. Jüngere Springer und Einlegeschweine sind bis 50 Mark je Stück gefragt. Zuchtvieh ist sehr begehrt. Abgekalbte Milchkühe finden zu 400 bis 450 Mark jederzeit Käufer, während für trächtige Rinder mit gutem Abstammungsnachweis und guter Milchleistung 320 bis 380 Mark bezahlt werden.

Muttersöhnchen kennen nicht die Rauheit der Wälder und die Steine der Berge, kennen nicht die staubigen Landstraßen und das Leben der Zeltlager.

Muttersöhnchen maunzen auf weichen Kissen und schlafen unter seidenen Decken.

Jungvolkjungen sind hark!

Schwächlinge ärgern sich über die stärkeren Jun­gen, fürchten aber, sich mit ihnen zu balgen und selbst stark zu werden. Schwächlinge sind bei allen Kämpfen die Zuschauer, sie kennen nicht Gefahr und großes Wagen.

Schwächlinge sind großmäulig und wissen alles, was sie selbst nicht können.

Schwächlinge wollen stets die Bravsten sein, mel­den alles dem Lehrer.

Schwächlinge wollen niemals dabei gewesen sein, wenn etwas schlecht ausgegangen ist.

Schwächlingen kleben immer dicke Tränen auf den Wangen.

Jungvolkjungen sind tapfer!

Heuchler beschwören alles, was sie sagen, und rechnen dabei, was sie für ihre Worte erhalten werden. Heuchler loben und preisen mit lautem Wortschwall, und wenn sie für das Gegenteil mehr verdienen, schimpfen und lästern sie. Heuchler sind stets die Freunde der Mächttgen und Reichen. Kom­men aber noch Mächttgere und Reichere, so jubeln sie denen zu und werden ihren früherenFreunden" ärgste" Feinde.

Heuchler wissen nichts vom Zusammenhalten auf

Die statistischen Unterlagen für den Kreis Büdin­gen reichen zurück bis zum Jahre 1864. In dem da­maligen Jahresbericht heißt es:Typhen -tarnen sehr wenig vor." So ist es auch bis auf den heu­tigen Tag geblieben. Aus 41 Ortschaften des Krei­ses wurden insgesamt 258 Tyhuserkrankungen und 44 Todesfälle, außerdem 25 Erkrankungen an Para­typhus gemeldet. Der Kreis Büdingen hat die nied­rigste Erkrankungs- und Sterblichkeitsziffer von allen oberhessischen Kreisen aufzuweisen. Größere Typhus- oder Paratyphusepidemien wurden nicht beobachtet; bei mehreren kleineren handelte es sich fast ausschließlich um Hausepidemien oder m ver­einzelten Fällen um ein stärkeres Auftreten m einem bestimmten Ortsteil. Wurde die Erkrankung nicht von auswärts eingeschleppt, so lag meistens eine Trinkwasserinfektion vor. Sehr lehrreich ist em ftall in Berstadt.Der Brunnen befand sich un­mittelbar neben der Miststätte. Diese war erst kürz­lich bei der Neuherrichtung des Hofes an diese Stelle gelegt worden. Als die Grube überfüllt war und starke Regengüsse kamen, wurde das Wasser des Brunnens trübe, aber trotzdem von den Erkrank­ten häufig getrunken." Wir haben diesen Ausfüh­rungen nichts hinzuzufugen. Aehnliches können auch wir bei der Begutachtung von Wasserversor­gungsstellen in vielen anderen Ortschaften beobach-

Zusammenstellung der Typhus- und Paratyphusfälle nach Orten und Jahren:

Altenstadt 1882, 83. Bad-Salzhausen 1914. Bell­muth 1889. Bergheim 1892. Berstadt 1883, 1902, 71 Bingenheim 1899, 1900. Bisses 1889. Boß- Gesäß 1902 Büdingen 1884, 91, 94, 96, 1902, 07,

aber auch bei den Massenerkrankungen in Als­feld in den Jahren 1858 (Ursache unbekannt) und 1906, als nach einer Konfirmandenfeier infolge Ge­nusses von Entenlebersüllsel und gehacktem Schweine­fleisch zwölf Personen erkrankten, um Paratyphus­erkrankungen.

Zusammenstellung der Typhus- und Paratyphusfälle nach Orten und Jahren:

Alsfeld 1844, 58, 68, 69, 70, 71, 74, 75, 83, 84, 86, 89, 90, 94, 95, 99, 1900, 03, 04, 06, 09, 10, 11, 15, 16, 18. Altenburg 1868, 89, 96, 97, 1914. Angen­rod 1872,* 90. Appenrod 1882, 97. Bernsfeld 1881, 82. Sieben 1869, 75. Billertshausen 1871, 77. Brauerschwend 1868, 69, 70. Büßfeld 1874, 75, 95, 96, 97. Burg-Gemünden 1892, 96, 97. Dannenrod 1829/34. Deckenbach 1845, 94. Ehringshausen 1882, 1911. Eifa 1874, 75, 94. Elbenrod 1875. Elpenrod 1892. Erbenhausen 1895. Ermenrod 1886, 96. Eudorf 1872, 74, 86, 87, 1905. Eulersdorf 1868, 81. Flen­sungen 1902. Gonterskirchen 1845. Grebenau 1825, 71, 72, 81, 84, 87. Groß-Felda 1873, 86, 95, 96, 1910. Haarhausen 1829/34, 1845. Hainbach 1812, 94, 95. Heinertshausen 1845. Hergersdorf 1896. Höingen 1906. Homberg 1845, 49, 62, 75, 90, 97. Hopfgarten 1872. Kestrich 1873, 96. Kirtorf 1825, 42, 45, 77, 88, 89, 92, 1912, 18. Lehrbach 1894. Leusel 1842, 68. Liederbach 1825, 74, 77, 82, 94, 95, 1903. Maulbach 1896. Nieder-Breidenbach 1818. Nieder-Gemünden 1845, 87, 92, 94, 96, 1903. Rie­der-Ofleiden 1865, 75, 77. Nieder-Ohmen 1889, 92, 94, 95, 96, 99, 1902, 04, 07, 16. Ober-Breidenbach 1865, 89, 95, 96. Ober-Gleen 1892. Ober-Ofleiden 1826, 45, 77, 92, 95, 96. Ober-Ohmen 1891, 92, 94, 96. Ober-Sorg 1871, 95. Ober-Gemünden 1887, 94. Ohmes 1871, 1901 06. Otterbach 1894, 96. Meiches 1817. Rainrod 1865, 70, 74, Seibertenrod 1903, 17. Renzendorf 1896. Romrod 1820, 21, 25, 31, 43, 70, 99. Rülfenrod 1882, 95. Ruhlkirchen 1872, 81, 82, 85. Ruppertenrod 1877. Schadenbach 1845, 96. Schwarz 1839, 75, 81, 1910. Seibelsdorf 1880, 81, 82, 97. Storndorf 1865, 70, 71, 92, 95. Streben­dorf 1871. Unbebauten 1865, 71, 81. Vadenrod 1895. Vockenrod 1833. Wahlen 1877. Wallersdorf 1869. Windhausen 1896. Zell 1871, 77.

kreis Bübingen.