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(üiefjeitct Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien)

Mittwoch,». Mob« (»ZS

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Nichts ohne den Befähigungsnachweis!

Wenn Handwerksmeister ihr Geschäft nicht mehr selbst ausüben können oder wollen, so wird das Geschäft verkauft. Ein Käufer findet sich. Aber eine Uebernahme des Geschäfts durch den Käufer ist nur

jene Frömmigkeit, die weit über das Kirchliche hin­ausreicht, die sich dem Urgrund der Welt verbunden weih, und die in den biblischen Legenden ihr schön­stes und klarstes Gleichnis gefunden hat.

Oft ist eine große Trauer in ihm, eine Lebens­angst, die Schwermut der Sehnsucht aber dann wieder ist er ausgelassen, außer Rand und Band sozusagen, von einer überströmenden Daseinsfreude und Heiterkeit. Ich kenne kaum jemanden, der so lachen kann wie er. Er hat jenen Humor, der, zärt­lich beinah, mit den Schwächen der Mitmenschen und der Unzulänglichkeit des Lebens spielt. Ob er die Sentimentalität eines kleinen Dienstmädchens oder das tragische Pathos eines Hofschauspielers a. D. parodiert, immer schwingt da eine Nachsicht mit, eine leise Liebe: so sind wir nun einmal auch ich, auch du.

Allen Rummel, allen Betrieb, alle Diktate der Mode verachtet er mit einer fast grimmigen Un­bedingtheit. Er haßt den Lärm, die großen Worte und das schmeichlerische Geflüster der Neunmal­klugen. Mit einer ungeheuren Strenge und Aufrich­tigkeit gegen sich selbst geht er seinen Weg. Ein Begnadeter und ein Demütiger zugleich.

Man soll nicht den Ast absägen .

Dor mehr als hundert Jahren betrat der erste Elefant nordamerikanischen Boden, ein Ereignis, das damals größtes Aufsehen erregte. So ist es nicht verwunderlich, daß die kleine Stadt in den Staaten, in derOld Bet", jener berühmte dickhäu­tige Besucher, verstarb, ihm ein Denkmal setzte. Man schuf eine Holzfigur, die genau die Größe und den Umfang des Elefanten hatte und ihm nach Aus- sagen derer, die ihn als Kind gesehen hatten, zum Verwechseln ähnlich war. Dieser hölzerneOld Bet ließ den Wandel der Zeiten an sich oorüberzrehen, Kriegswirren, Hungersnot, Krankheit, alles ging an ihm vorüber, und auch Regen und Sonnenschein eines Jahrhunderts konnten ihn nicht mürbe ma­chen. Was dem Elefanten aber die ganze Zeit über größtes Unbehagen bereitete, das war die FamiNe Specht. Zuerst hatte sich der hölzerneOld Bet ehrlich gefreut, als ein Spechtenpärchen heranflog, an seinen Rücken klopfte und hämmerte und sich schließlich in ihm einnistete: dann kamen die Heinen Spechte, die sich in dem gutenOld Bet wie zu Hause fühlten, und als sie ihre ersten Flugversuche machten und zaghaft um den Elefanten herumslat- terten, kam er sich vor wie ein Großvater, der tue Spiele der Enkelkinder überwacht. Aber nach einigen Jahren rckaren die kleinen Spechte erwachsene Leute und kamen in bester Gesellschaft wieder; sie hatten sich inzwischen verheiratet und richteten sich im Rie- senkörper vonOld Bet" häuslich ein. Der Elefant

dachte zuweilen, für seine alten Tage sei der Lärm doch etwas zu laut und er hätte wohl ruhigere Tage verdient; schlimmer noch war, daß ihn seine beflügelten Freunde rundum beklopften und sich im­mer tiefer in ihm einnisteten. Bald sahOld Bet" aus, als hätte er unter Maschinengewehrfeuer ge­standen; überall waren Spechtslöcher; sogar in seine Kniegelenke hatten sich Pärchen niedergelassen, die hier ihre Flitterwochen verbrachten und ein Ehe­leben mit reichem Kindersegen. Was half esOld Bet", daß er zuweilen tief aufstöhnte. Die Spechte wichen nicht von ihren angestammten Nistplätzen und kümmerten sich wenig darum, daß ihr alter Freund von Jahr zu Jahr gebrechlicher wurde. Was die Weltgeschichte, die über ihn hinwegbrauste, nicht vollbracht hatte, das gelang den Spechten: sie zwan­gen denOld Bet" eines Tages in die Knie. Ganz langsam sank er vornüber, seine durchlöcherten Beine konnten den schweren Körper nicht mehr tra­gen. Die Spechte kamen erstaunt aus ihren Schlupf­löchern hervor, besahen sich die Bescherung und taten als hätten sie keine Schuld daran. Die Bewohner jener kleinen Stadt aber, in der im Jahre 1827 dem ersten Elefanten auf amerikanischem Boden ein Denkmal errichtet wurde, haben sich entschlossen, ihm noch einmal durch Eisenträger auf die Beine zu hel­fen. Aber obOld Bet" so noch ein paar Jahre in Holzgestalt weiterlebt, das hängt allein von der Einsicht der Spechte ab. Wissen sie denn nichts von der Mahnung, man solle nicht den Ast absägen auf dem man sitzt.

Programm:

Einmarsch der Fahnen und der Ehrenabteilungen.

Musikstück des Musikzuges der SA.-Standarte 116.

Es spricht:

Oer Führer des Jungvolks für das Gebiet Hessen-Nassau.

250 Hitler-Zungen singen ihr Lied:Vorwärts, vorwärts..."

Es spricht:

nicht. Es kam plötzlich auf ihn zu; es war da warum, woher: nein, er weiß das nicht.

Er ist kein Intellektueller, kein Mensch, der auf dem harten und schweren Wege des Denkens zur Erkenntnis kommt. Er fühlt sich immer ein bißchen hilflos, wenn er mit Menschen zusammen ist, die genau die Architektonik des Weltgebäudes zu be­schreiben und erklären vermögen, die mit klugen Worten ihre Welt- und Kunstanschauung darstellen, belegen, verteidigen können. Er kann das gar nicht.

DerTänzerHarald Kreutzberg

Don Sans Jürgen Witte.

Zum bevorstehenden Tanzgastspiel von Kreutzberg wird uns aus dem Stadt­theaterbüro der folgende Aufsatz zur Ver­fügung gestellt.

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worüber dann nach sachverständiger Prüfung schieden wird. Für der Tarifordnung widerspre- chende private Vereinbarungen ist kein Raum mehr. Einen rechtswirksamen Tarif- lohnoerzicht gibt es nicht mehr.

Diese Entscheidung bedeutet das Ende der Aus­gleichsquittung. Aber auch der stillschweigende Ver­zicht, die Verwirkung tariflicher Ansprüche während des laufenden Arbeitsverhältnisses, ist nunmehr ausgeschlossen, da hierauf dieselben Rechtsgrundsätze Anwendung finden. Daß es nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses keine Verwirkung tariflicher Ansprüche gibt, sondern nur die Verjährung dieser Ansprüche eintreten kann, hat das RAG. schon früher entschieden (RAG. 188/34).

Bei alledem ist noch zu beachten, daß ein Unter­nehmer oder Führer des Betriebes sich bei unter­tariflicher Bezahlung nicht nur gemäß § 22 AOG. strafbar macht, sondern auch in ein Verfahren vor dem sozialen Ehrengericht aemäß § 36 Absatz 1 Ziffer 1 und 3 gezogen werden kann.

Großkundgebung der NGDA))., Kreisleitung Gießen in der Dolkshalle, am Mittwoch, dem 9. Oktober, 20 Uhr. Die Kundgebung steht im Zeichen her HI.-Werbung.

SA-Gruppenführer pg. Prinz August Wilhelm von Preußen

über

Wie steht der Kamps der nationalsozialistischen Bewegung um Deutschland?"

6. Schlußwort:

Kreisleiter pg. Klostermann.

7. Deutschlandlied, Horst-Wessel Lied.

8. Ausmarsch der Fahnen und Ehrenabteilungen.

Wir laden nochmals alle Volksgenossen zu dieser Kund­gebungei n.

Eintrittskarten sind im Vorverkaus und ab 19 Uhr an der Volkshalle zu haben.

Zeder, der im Kamps der nationalsozialistischen Bewegung für Deutschland Mitarbeiten will, nimmt an dieser Kundgebung teil; er reiht sich damit ein in die geschlossene Front gegen die Feinde des neuen Deutschland.

heil Hitler!

Schmelz, Kreispropagandaleiter.

Nachprüfung der Wareneingangs­bücher durch Gieuerbeamte.

Ein Aufsatz von Staatssekretär Reinhardt in derDeutschen Steuerzeitung" enthält die wich­tige Mitteilung, daß die Finanzämter angewiesen sind, in den nächsten Wochen Betriebsprüfer und ge­eignete Veranlagungsbeamte zu allen Gruppen der zur Führung eines Wareneingangsbuches verpflich­teten Gewerbetreibenden zu schicken. Die Steuer­beamten werden durch Stichproben feststellen, ob mit der Führung des Wareneingangsbuches recht- zeitig am 1. Oktober 1935 begonnen ist und ob die Eintragungen laufend und rechtzeitig, d. h. regel- mäßig noch am Tage des Erwerbs der Ware ge­macht werden. Bei diesen Stichproben wird nur ge­prüft werden, ob das Wareneingangsbuch formell ordnungsmäßig geführt ist. Ist eine Prüfung der materiellen Richtigkeit des Wareneingangsbuchs wird nicht eingetreten. Jedoch sind die Beamten an- gehalten, verdächttge Fälle dem Finanzamt zur Be­triebsprüfung zu melden.

©porfamt«rast durch Freude" Anläßlich der Großkundgebung in der Volkshalle fallen heule alle KdF.-Sporlkurse aus!

Morgen folgende KdF.-Sportkurse:

Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer: Von 14 bis 18 Uhr, Universitats- sportplatz.

Reichssportabzeichen, für Frauen und Männer: Von 17.30 bis 18.45, Universi­tätssportplatz. t ,

Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Don 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.

Reiten- Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Achtung!

Letzte Abnahmeprüfung für das Reichsfporkabzeichen!

Die letzte Abnahme in diesem Jahre für die leicht- athletischen Gruppen für das Reichssportabzeichen

Der schmale, kahl geschorene Kopf, die klugen, blauen Augen mit den dichten Brauen darüber: jemand hat einmal gesagt, Harald Kreutzberg sähe wie ein junger Abbe aus. Ein sonderbarer Der- nleid) und doch, wenn man es genauer bedenkt, gar nicht unrichtig. Er trifft nicht allein die äußere Erscheinung Kreutzbergs, er hat auch für ihn als charakterologischen Typ eine gewisse ^^gkeitt Abbä man könnte hier den Begriff vielleicht noch erweitern: ich meine das Eremitische, das em sehr ausgeprägter Zug in Kreutzbergs Wesen ist.

Er liebt die Bilder, die Blumen, die Landschaften, die Bücher am fernsten sind ihm merkwürdiger­weise die Tiere, aber im Grunde bedarf er ihrer nicht, im Grunde geht ihn die Welt nichts an 'm Grunde ist ihm das rauschende Leben und Erfolg und Karriere und alles, was damit zusammenhangt, gleichgültig. Er hat keinen Sinn für das Feierliche. 6r langweilt sich aufGesellschaften"; er bekvmnü ^Ugsuß", wie er bas ironisch nennt, wenn er sta? einen Abend lang in jener Welt, in der man sich angeblich nicht langweilt, aufhalten muh. Er ist, ohne das als interessantes Attribut vor sich her­tragen zu wollen, ein wenig geselliger Mensch.

Wirklich glücklich ist er nur, wenn er auf der Bühne steht und auf nichts mehr hört als auf Die Stimme in seinem Inneren, die ihn treibt zu tan­ken und der er auch dann noch folgen mußte, wenn er ihr entfliehen wollte.

Glücklich ist er auch, wenn er am spaten zlbeno ober in ber Nacht nach ber Vorstellung ober anftrenaenben Proben allein in seinem Zimmer fiüt Niemand ist bei ihm, alles ist still, die Lampe brennt und er sitzt da und denkt nach und träumt fo vor sich hin. Und wie er tiefer und tiefer m feine Träume versiinkt, kommen die Einfälle und die Bilder und Gestalten zu ihm, die er durch seinen Tanz zum Leben erlösen soll. v u

Dann ist er wie ein Mensch, der aus ber We unb aus ber Zeit weit geflohen ist, um mit Gott Zwiesprache zu halten. Ein Abbö. Em Eremit. Em fchwürme?ischer Träumer; vielleicht auch em D.cht-r. wen^Mige^Interviewer vmm°7 und auf ihn fragen Ä denn düs bloß gemach, habe, und wie er benn barauf gekommen fei. Er weiß es selbst

möglich unter ber Voraussetzung, daß dieser auch seine Meisterprüfung in dem betreffenden Hand­werk bestanden hat. Denn um einen Handwerks­betrieb führen zu können, muß man im Besitz einer Handwerkerkarte fein, die nur dem ausgestellt wirb, ber in bie Hanbwerksrolle bei ber Hanbwerks- fammer eingetragen ist. Diese Eintragung kann be­kanntlich nur bann erfolgen, wenn nachgewiesen werben kann, baß bie Meisterprüfung beftanben ist. Die Gewerbepolizei darf nur bemjenigen bie Ge­nehmigung zur Uebernahme eines Handwerks- betriebes erteilen, ber im Besitz einer Handwerker- farte ist. Von dieser Vorschrift kann niemals eine Ausnahme gemacht werben. Selbst wenn ber Ver­kauf schon perfekt ist, bie notroenbigen Voraus­setzungen, bie hier erörtert würben, aber fehlen, ist keine Ausnahme möglich. Wer einen Handwerks- betrieb führen will, hat ben Befähigungsnachweis zu erbringen, b. h., er muß bie Meisterprüfung be­stauben haben.

Urlaub unb Krankmeldungen von Beamten.

,Die Landesregierung hat an alle unterstellten Behörden folgende Verfügung erlassen:

Ich habe Anlaß, darauf hinzuweisen, daß jeher Beamte sich nach Beendigung seines Urlaubs bei ber Stelle zurückzumelden hat, die ben Urlaub er­teilt hat. Die Melbung kann je nach Lage ber Sache münblich ober schriftlich als Anzeige über ben Wiederantritt bes Dienstes erfolgen. Das gleiche gilt auch für bie Krankmeldungen. Ich ersuche, alle Beamten hierauf aufmerksam zu machen."

Aus derProviuzialhauptstadt.

Oie Schönheit des Herbstes.

Die Blätter der Walbbäume hängen noch und leuchten in herrlichen Farben. Ob sie dieses Jahr durch die große Trockenheit etwas zäher geworden sind unb beshalb nicht abfallen wollen? Aber es fehlten ja bis jetzt bie starken Herbststürme, unb bie ersten Nachtfröste finb noch nicht gekommen. So hängen bie Blätter noch ziemlich fest unb zeigen sich nun in ihrer ganzen Schönheit.

Schau nur hinaus in bie Wälber! Wie aolbne Flächen, burchwirkt mit bunflen Streifen, so er­scheinen sie aus ber Ferne. Doch kommst bu näher, bann erkennst bu bie einzelnen Bäume. Vor ben Tannen stehen Laubbäume. Sie geben bem bunflen Walb ben Hellen, golbnen Rahmen. Unb bann wie- ber umgekehrt: Um große ausgebehnte Laubwälber lagern sich bie grünen Tannen unb Kiefern unb zaubern so ganz wunberbare Bilber vor unser Auge. Aber auch ba, wo bie Baumbestänbe durcheinander- stehen, ist ber Walb nicht minber schön. Das Auge wirb nicht satt, immer roieber hinzuschauen unb biese Schönheit einzufangen. Auf bem Boden liegen schon golbne Blätter. Die Wiesen am Walbranb finb bamit überberft. Auf allen Waldwegen knackt unb knistert es. Die Eicheln unb Bucheckern finb schon gefallen.

Am schönsten finb bie Buchen. Da stehen einige, bie in allen Farben prangen. Tief unten beginnt ein milbes Gelb, bas sich bann immer mehr nach oben zu in ein leichtes Rot, bann in ein bunfleres Braun verwanbelt unb schließlich an bem Gipfel wie eine rote leudjtenbe Flamme zum blauen Herbsthimmel aufbrennt. Aber auch bie Birkenreihe am Walbranb ist schön. Die zarten hängenben Zweige unb Aeste ber schlanken Bäume neigen sich wie golbne Ruten tief zur Erbe herab. Unb plötzlich fällt uns ber Frühlingstag ein, an bem uns unser Weg auch hier vorbeiführte unb bie ersten zarten Blättchen ber Birken, ber Maibäume, erschienen. Mit ganz anbern Gefühlen haben wir bamals biese ersten Boten bes Frühlings begrüßt. Wir wußten, daß nun die schöne Jahreszeit anbrach, die Zeit bes Blühens unb Wachsens. Unb nun stehen wir am Enbe bes Sommers. Die Blätter haben ihre Arbeit getan. Sie sind mühe, unb schon ber leiseste Wind- hauch wirb sie vom Baum wehen.

Auch bie Obstbäume wollen in biesem Herbste mit ihrer Farbenpracht nicht zurückstehen. Wir haben uns, wenn bie Früchte geerntet waren, nie viel um sie gekümmert. Ihre Blätter fielen ab, ohne daß sie erst ein buntes Kleid anzogen. Aber in die­sem Jahr ist es so, als ob sie uns daran erinnern wollten, baß sie auch noch ba seien. In lichtestem , Gelb, in flammenbem Rot stehen Birn- unb Kirsch- i bäume, auch einzelne Apfelbäume. Die paar mür­rischen Gesellen, bie noch ihr bunteigrünes Laub > haben, heben um so mehr bie bunten Bäume hervor.

Unter unfern Schritten raschelt bas gelbe Laub. Die Lust duftet herb. Hier unb baf strecken noch einige Pilze ihr Köpfchen hervor. Die Farnkräuter auf bem Walbboben finb ganz braun geworben. Auch für sie beginnt nun ber Winterschlaf. Die Bäume an ben Straßen, Kastanien, Platanen und Akazien, haben ihr buntes Kleid angezogen unb wetteifern mit ihren Farben. So finb bie Straßen mit golbenen Rahmen umgeben.

Nur bie Erlen am Bach behielten ihr festes grü­nes Laub, sie hatten ja immer Wasser genug. Aber auch hier wirb eines Tages ber Sturm bie Aeste unb Zweige kahl blasen.

Kann man an sonnigen Herbsttagen im Zimmer bleiben? Muß man ba nicht hinauswanbern unb diese Stunben genießen unb bankbar annehmen wie seltene Geschenke? Balb werben auch biese Herbst- tounber verschwunden sein, unb kalte Schneewinbe werden durch bie kahlen Baumkronen sausen.

Darum jetzt hinaus in ben Walb, so lange er noch sein golbnes Kleib trägt! Gg.

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l|LI Seltersweg 67 lUSSÄ Telephon 3170

Uraufführung in Bad-Nauheim.

In Bad-Nauheim fand im Rahmen ber Veran­staltungen ber NS.-Kulturgemeinbe bie Urauf­führung von Otto Rombachs Schauspiel Ein Mann an ber Wenbe" statt. Der Dich­ter hat mit warmem Herzen nach bem Schicksal bes großen Barockbilbhauers unb Baukünstlers Anbreas Schlüter ein Schauspiel geformt. Mit feiner Sprache ist bas Urbild bes Stückes als ein Mann heraus­gestellt, ber Preußens Zukunft ahnte, ber auf ber Höhe feines Ruhmes burch Neid und Mißgunst beim König in Ungnade fiel und das Land verließ. Preußen hat in jener Stunde ein Ehrenmal ge­wonnen das des großen Kurfürsten und ein Genie verloren.

Unter der Spielleitung des Intendanten Werk­häuser wurde das Stuck vom Frankfurter Künst­lertheater gut gespielt. Die tragende Rolle wurde von Hugo F i r m b a ch verkörpert. Die Bühnenbil­der schuf Paul Schönte. Der anwesende Autor wurde lebhaft gefeiert. L.

Vornoti en

Tageskalender für Mittwoch.

NSDAP. Kreisleitung Gießen: 20 Uhr Großkund­gebung in der Volkshalle. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr:Der Prinz von Homburg". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Ein falscher Fuffziger"

Stadttheater Gießen.

Heute, 19.30 Uhr, als 2. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement Wiederholung des heroischen Schau­spiels:Der Prinz von Homburg" von Heinrich von Kleist in der Besetzung der Spielzeit-Eröff­nungsvorstellung unter der Spielleitung des In­tendanten. Ende: 22 Uhr.

Verzicht unb Verwirkung von arbeits­rechtlichen Ansprüchen.

Das Reichsarbeitsgericht (RAG. 16/35) hat nun­mehr entschieden, daß seit dem Inkrafttreten des AOG. die Tarifordnung autoritativen Charakter hat und unter strafrechtlichem Schutz steht. Soweit die wirtschaftliche Not eines Betriebes für diesen die Tariflöhne nicht mehr tragbar erscheinen laßt, ist ber Unternehmer jederzeit in der Lage, bei dem Treuhänder der Arbeit die Herausnahme seines Betriebes aus ber Tariforbnung zu beantragen,

Unb er ist in solchen Augenblicken wie ein Kind, bas argwöhnisch und mit leisem Neid die Erwach­senen beobachtet. .

Ader dann ist plötzlich wieder jene Stimme in rbm. Und indem er sie vernimmt indem er auf sie hört, indem er sich ihr fast willenlos hmgibt kommt eine wunderbare Klarheit über ihn. Gleichsam äum7nd erkennt er sich unb die Wett Aber er ist au* keiner von denen, bie, ihrerIntuition ge- wiß alle Bilbungswerte leugnen, bie alles Wissen m t hochmütiger Ironie ablehnen. Er liest sehr vie Er bilbesich in ber Stille. Aber biese Bildung ist für ihn kein dekoratives Emblem. Also spricht er "^ifein Zufall, daß in feinen Tänzen die religiösen Themen immer wiederkehren. Er hat