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dem ganzen Reiche zeigen in schönen Bildern die Vielfalt des deutschen Volkstums. Marken von dieser Vollkommenheit in Bild, Ausführung und Farben haben einen gar nicht zu unterschätzenden Werbe­wert für Deutschland. Wir haben keine Bedenken, zu erklären, daß es die schönsten Marken sind, welche die Deutsche Reichspost bisher herausge- geben hat.

an der Memel. Aus dem gleichnamigen Buch von Heinz Gerhard. 18.45: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 19: Bunte Grenzlandstunde. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Es blauen die Berge, es leuchtet der Firn... Ein Stück Volksmusik aus den Alpen. 20.50: Kämpfende Wissenschaft I.Insulin". Ein Hörbild um den Forscher Banting. 21.35: Erlebtes Spanien. 22: Nachrichten, auch aus dem Sende* bezirk. Sportbericht. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2t Nachtkonzert.

Erkältung prompt Zahnweh bekommt, der kann damit rechnen, daß er einen latenten Entzündungs­herd an seinen Zähnen herumträgt, und er ist gut beraten, wenn er sofort etwas dagegen tut.

Ist ein Zahn nicht mehr zu retten, dann her- aus mit ihm! Die Brücken und Platten sind heute so, daß das Kauen und das äußere Ansehen keine Not leiden. Man erhält einen Zahn natürlich so lange es geht, denn auch der beste fünft- liehe ersetzt niemals den natürlichen vollkommen. Seitdem man aber Zähne aus Porzellan brennt, die ganz genau in der Farbe der natürlichen ge-

Großstadt.

>(undfunkprogramm.

Donnerstag, 10. Oktober.

Die Leute, die uns auf den Zahn fühlen

Zum großen Zahnärzte-Kongreß in Berlin.

Band kostet 1, Mark. (287).

Theodor Heinz Köhler: Sonne über A ehren. Mit 21 Federzeichnungen und farbigem Einband von Siegfried Kortemeier. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., Berlin. Gebunden 2,80 Mark. (156) Ein Junge, der im Verkehr und Tempo einer Großstadt aufgewach« sen ist, geht aufs Land. In dem kleinen Gebirgs- darf, das sich lang im Tal hinstreckt, arbeitet der Junge auf einem größeren Gut. Um ihn ist Frem­des und Neues, aber er beißt die Zähne aufein­ander und hält durch. Er lernt die Arbeit kennen und schätzen, er sieht, wie das Dorf eine große und feste Gemeinschaft ist. Er sehnt sich danach, Glied dieser Gemeinschaft zu sein, merkt aber, wie er ihr als Städter fernsteht. Aber durch stille Tat wird er ihresgleichen. Er lebt sich mehr und mehr ein, bis er schließlich nie wieder fort möchte. Dann kommt er auf Urlaub zurück in die Großstadt. Er sieht neben Luxus, Pracht und Palästen, Elend, Not, Mietskasernen und Asphalt und er erkennt seine Aufgabe: auf dem Lande stark genug werden, sich da einzusetzen, wo seine Heimat ist in

würdigen Büchlein die gehörige Einführung gt- geben, indem er den Leser mit dem Wunderlande der Tropen und mit Leben und Werk der Maria Sibylla Merian ein wenig bekannt macht, deren farbige Stiche hier nach mehr als zweihundert Jah­ren eine verdiente Neuentdeckung erfahren haben.

DasJahrder Pflanze eine Bil­de r f o l g e. (Band 1:Erstes Blühen", Band 2: Im Glanze des Sommers".) Verlag der Garten­schönheit Berlin-Bern. 88 Seiten. Preis pro Band 1,75 Mark. (243/244) Mit großer Freude wird der Blumen- und Gartenfreund diese beiden Bändchen in die Hand nehmen, die in anregenden Bilderfolgen alle Schönheit bergen, ine in einem gutgepflegten Garten zu finden sein mag. Selten dürfte die unerschöpfliche Erfindungskraft der Natur so überzeugend daraetan sein, wie in diesen beiden Büchern, an denen sichtlich nicht nur der Fachmann, sondern vor allem der Lichtbildner mit großer Liebe gearbeitet haben. Jede der Blumenarten, die das Buch in abwechslungsreicher Folge Zeigt, fit nicht nur sehr klar und dabei stimmungsvoll beschrieben, sondern vor allem in der Wirkung auf das Auge im Bilde völlig künstlerisch ersaßt. Hervorgehoben zu werden verdient dabei, daß von der Technik her der Naturtreue der Darstellung keinerlei Gewalt angetan wurde. Es wurde auf alle Effekte ver­zichtet, die nicht von der Blume selbst kamen. Die farbigen Wiedergaben überraschen burdb ihren Glanz und ihre Lebendigkeit. Die beiden Bändchen müssen für jeden, der sich der Schönheit der Blume noch nicht völlig bewußt wurde oder bewußt wer­den konnte, eine Offenbarung sein.

Die drei Bild-Bücher, die soeben im Verlag Ullstein erschienen, sind etwas ganz Neues: Jeder der drei Bände zeigt auf 64 Seiten in großem Format Bilder über Bilder. Der erste Band S a ch e n z u m L a ch e n" bringt Karikaturen von Barlog, Koch-Gotha, Girod und Möllendorf, Heine lustige Blätter und große, oft mehrere Seiten um- fassende Bilder-Geschichten. Die beiden anderen Bände enthalten Photographien, die auch für jeden Kamera-Freund eineFundgrube" sind:Welt­reise durchs Tierreich" bringt Bilder der besten Photographen, herrliche Tierbilder aus Afrika, Asien, Amerika und den großen Tiergärten der Welt. DasRätsel Indien" endlich zeigt Aufnahmen des bekannten Photographen Harald Lechenperg, die mit ihren Erklärungen einen klaren Begriff von diesem merkwürdigen Stück Asien geben, das man erlebt, fast wie auf einer Reise. Jeder

halten sind und auf die Wurzel aufgeschliffen wer- den, läßt sich auch für den Kundigen nicht mehr von außen sesfitellen, was echt und wasfalsch" ist. Auch verfärbte Zähne, die an sich noch gesund sind, werden lebend und schmerzlos beschliffen und ihnen wird ein Porzellanzahn aufgesetzt, mit dem man beißt, wie mit einem anderen. Als eminenten Fortschritt können wir buchen, daß das vielfach kaum mehr zu beschaffende Gold in der Zahnbehandlung durch Stahl ersetzt wird, ein nichtrostendes, zähes und hartes Material, das für Kronen und Brücken und Platten in Anwendung kommt.

Ein geschickter Zahnarzt wird alle diese Mani­pulationen, selbst die Aufklappung des Zahnfleisches, um einen Eiterherd an der Wurzel des Zahns zu beseitigen, schmerzlos ausführen können. Alles wird unter lokaler Betäubung gemacht und vom ganzen Schmerz bleibt nur das Gefühl beim Ein­stich der dünnen Nadel übrig. Voraussetzung ist allerdings, daß der Zahnarzt sein Handwerk von Grund auf versteht und mit den wissenschaft­lichen Neuerungen vertraut ist. Insofern hat die Allgemeinheit ein großes Interesse daran, daß der Zahnärztetag in Berlin recht fruchtbar wirkt. Sie wird es buchstäblich am eigenen Leibe zu spüren bekommen...

Gorch Fock. Ein Leben im Banne der See. Das erste umsassende Lebensbild des Dichters, geschrieben von seinem Bruder Jakob Kinau. I. F. Lehmanns Verlag, München 2. Geb. 5.50 Mk. (123) Der Bruder Gorch Focks erzählt in diesem Buche zunächst von den gemein­samen Kindheitsjahren; Finkenwärder ersteht uns, wie es einmal war und wie es später wurde. Gorch Fock oder Jan Kinau, wie er eigentlich hieß, durfte nicht zur heißgeliebten See. Er, der werdende Dichter der See, mußte zuerst in die Krämerlehre nacy Geestemünde, wo er allerdings in ständiger Verbindung mit der Heimat war. Dann trennte ihn das Schicksal noch weiter vom Meer und führte ihn ins Binnenland nach Meiningen, dessen be­rühmtes Schauspiel ihn gefangen nahm und zu­sammen mit Thüringens herrlicher Landschaft ihn einen Augenblick an seiner Liebe zum Meer irre­machen konnte. Bald aber brach derWiking" in ihm wieder durch, der Dichter der See reale seine Schwingen. Halle, Bremen, Hamburg berührte sein weiterer Lebensweg. Bald ist er in Der Öffentlich­keit bekannt. In Kurzgeschichten, in Gedichten, in seinem berühmten RomanSeefahrt ist not", als Führer des plattdeufichen VereinsQuickborn" tritt er für die See und für niederfächfifche Art ein. Ein inniges Verhältnis verbindet ihn mit der Mutter, deren Briefe zu den schönsten Stellen diefes Buckes gehören. Für seine äußerlichen und innerlichen Lebenskämpfe schöpfte er zu Hause in Finkenwärder immer neuen Mut. Später helfen ihm sein treuer Lebenskamerad und die geliebten Kinder. Der Krieg kommt, Gorch Fock wird Infanterist.Was tut Gorch Fock in Rußland und Serbien?" klagt er in feinem Kriegstagebuch. Endlich aber ruft ihn die See. Kurz vor der Skagerratfchlacht kommt er zur Marine und wird* auf dieWiesbaden" kom­mandiert. Sie wird fein Schicksal: in der Schlacht findet er den Heldentod. DieMordsee" hat ihn, wie so manchen seiner Vorfahren, hinabgezogen. In Gorch Focks Leben eindringen, heißt in deut« sches Wesen eindringen." Jakob Kinau tut es mit der Liebe des Bruders. So entsteht keine herkömm­liche Beographie, aber ein mit tiefem Verständnis geschriebenes Buch, das für die große Gorch-Fock- Gemeinde ein Schatz bedeuten wird. Möge das vortreffliche Buch die weiteste Verbreitung finden!

Th. Carlyle und H. St. Chamber­lain, zwei Freunde Deutschlands. Don D. Dr. Wilhelm Vollrath. Steifunfichlaa 2 Mk. I. F. Lehmanns Verlag, München. (268) Thomas Carlyle und H. St. Chamberlain haben das deutsche Volk gekannt, und daihre Bekannt­schaft gründlich und umfassend gewesen ist, haben sie nicht anders gekonnt als Freunde Deutschlands zu werden". Leben und Werk Carlyles ist so er- füllt vom Verständnis des deutschen Schicksals, daß wir in ihm in der schweren Zeit der Einigungs­kriege den treuesten und tatkräftigsten Freund Deutschlands sehen müssen; seinem mutigen Brief an dieTimes" gelang es die Aufregung des eng­lischen Volkes über die deutschen Siege zu be« ruhigen. Schon vorher hatte er begonnen, das Leben Friedrichs des Großen zu schreiben. Bismarck hat ihm für dieses Werk eigenhändig gedankt. Chamberlains Gestalt steht uns zeitlich näher; Goethe, Kant, Richard Wagner, die Grundlagen des 19 Jahrhunderts Männer und Probleme, die ihn in seinen Bann zogen. Wie Carlyle im deutsch-fran­zösischen Krieg, so ließ Chamberlain im Weltkrieg sein Herz für das deutsche Volk sprechen. Ein Ge-

_ Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Morgenmusik. 8.10: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. Volksliedersingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Mitten im Werktag. Sozial- und Wirtschafts­dienst in bunter Folge. 15: Nachrichten der Gau­leitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Des Friedländers Kopf. Eine Erzählung von Alfons von Czibulka. 16.45: Deutsche Gespräche. Forschung als Dienst am Volk. Don Priv.-Dozent Dr. H. O. Kneser. 17: Bunte Musik am Nach­mittag. 18.30: Das aktuelle Buch. 18.35: Kameraden

setz gegen das Lügen, einen unerbittlichen Kampf gegen Die Verbreiter der Greuelmärchen forderte er, als das Ausland auch noch mit vergifteten Waffen gegen feine Wahlheimat in den Vernichtungskrieg eintrat. Gegen Ende feines Lebens, als er den heu­tigen Führer Deutschlands tennengelernt hatte, schreibt er ihm:Gottes Schutz sei bei Ihnen". Das kleine Buch ist ein Baustein zum großen Werk des Führers: der Befriedung Europas.

Diemar Moering: Die Irdische. Gedichte. 35 Seiten. Verlag Die Rabenpresse, Berlin. (284) Der junge Lyriker Moering, den wir unfern Lesern bereits mit Gedichten und Prosabeiträgen vorgestellt haben, der sich auch durch mehrere Buchveröffentlichungen schon einen Namen gemacht hat, legt hier einen schmalen Band vor, den die um die junge Generation in Deutschland verdiente Rabenpresse verlegte. Die Gedichte, ob­wohl recht unterschiedlich in der äußeren Form und Gestalt, runden sich zu einem Kreis, zu innerer Geschlossenheit in dem allen gemeinsamen (alten und ewigen) Thema der Liebe. Alle diese Strophen mögen sie bildhaft schlicht und verhalten oder in barocker Fülle und hymnischer Gebärde sich dar­bieten kreisen in Glück und Ueberschwang, in Dankbarkeit, inniger Gemeinschaft und tiefer Be­tätigung um die Eine, die Irdische", die liebende und geliebte Frauengestalt... und finden in ihr zugleich den Zugang zur großen Natur, zur mütter­lichen Erde und zu der Gottheit in ihr und allem Geschaffenen. Nicht jedes dieser Gedichte spricht uns mit gleicher Dringlichkeit an, aber es sind einige darunter (.Liebe",Sturz und Verklärung"), um deren willen man das kleine Buch liebgewinnt.

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Helmut Paulus: Mutterschaft. Ein Gedicht-Zyklus mit 15 Zeichnungen von Gunter Böhmer. Kart. 1,80 Mark, Pappband 2,50 Mark. Werner Plaut Verlag, Düsseldorf, (322) Diese Gedichte sind getragen von einer tiefen Ehrfurcht vor der Frau und ihrer Seftimmung.1 Es fchwingt in ihnen das Bekenntnis zu allem Mütterlichen und zu allem Lebendigen. In den Bildern von Gunter Böhmer finden sie eine würdige Ergänzung.

Das kleine Buch der Tropenwun­der. Kolorierte Stiche von Maria Sibylla M e - r i a n. Geleitwort von Friedrich Schnack. Im Insel-Verlag zu Leipzig. (Insel-Bücherei Nr. 351.) (270) Im Jahre 1699 reiste die deutsche Na­turforscherin und Kupferstecherin Maria Sibylla Merian aus Frankfurt, eine Tochter des durch feine Städtebilder bekannten Kupferstechers und Verle­gers Mathäus Merian, nach Surinam, einem Teil des südamerikanifchen Landes Guayana. Die Frucht dieser aus mehr als einem Grunde be­merkenswerten Reise war das 1705 in Amsterdam erschienene Werk über die Insekten von Surinam. Diese erste Ausgabe liegt der Wiedergabe des klei­nen Tropenwunderbuches zugrunde. Auf den leben­dig und naturgetreu kolorierten Stichen entfaltet sich eine bunte und fremdartige Welt von tropischen Blumen, Früchten und Insekten: Granatapfel-Blüte und Ananas, Banane und Zitrone, Maniok und Nachtschatten, Dschungelblüte und Pampelmuse,. In­dianisches Buschauge und kleiner Atlas, Pallisaden- spinner und Pfeilritter, die Blaue Sonne und der Pfauenspiegel, Surinamischer Laternenträger und Leiermann-Zikade das sind einige der auf den Tafeln wiedergegebenen Pflanzen unD Infekten. Friedrich Schnack, Dichter, Weltreifender und Schmetterlingskenner, hat dem hübschen und merk­

höchsten Wert, die 40-Pfennig-Marke. Die Postkarte zu 6 Pfennig zeigt auf ihrer Marke vor den Fahnen Der HI. und des Jungvolks ein Mädel vom BDM Alle diese Marken werden mit einem Aufschlag verkauft, der in die Kassen der Deutschen Nothilfe also der NSV., fließt.

Diese Nothilfemarken 1935/36 brauchen sich nicht vor der Oeffentlichkeit zu schämen. Bäuerinnen aus

1500 deutsche und 200 ausländische Zahnärzte sind, worüber wir bereits berichtet haben, augen­blicklich in Berlin zumDeutschen Zahn­ärzte tag" versammelt. Gegenstand der Ser­ba iw hingen ist in erster Linie dieProthese", der Zahnersatz.

So lang es Menschen gibt, solange gibt es Zahn­krankheiten Snd ein lückenhaftes Gebiß wird zu keiner Zeit als ein Vorzug angesehen worden sein. Kein Wunder, daß sich die Zahnheilkunde sehr früh entwickelte. Andererseits ist es aber ver­wunderlich, daß die Zahnbehandlung lange Zeit im Technischen ihre Hauptaufgabe sah und das Wissenschaftlicke vernachlässigte, was erst seit etwa einem Jahrzeynt in einem rapiden Tempo aufgeholt worden ist. Denn nichts ist einleuch­tender, als daß zur Zahnbehandlung eine genaue Kenntnis der anatomischen, physiologischen und biologischen Verhältnisse gehört, genau so gut, wie die Kenntnisse für den Arzt unerläßlich sind und durch keine außerordentliche Anlage ersetzt werden können. Zahnweh ist noch heute ein Schrek- k e n für die Menschen, ganz besonders für die, die . den Zahnarzt so lang als möglich meiden und ihn erst aufsuchen, wenn ein Krankheitsprozeß schon sehr weit vorgeschritten fit. Wer es sich zur Ge­wohnheit macht, seine Zähne von Zeitzu Zeit und schon ehe er von Schmerzen geplagt wird, von einem gewissenhaften Zahnarzt n a ch s e h e n zu lassen, Der wird normalerweise ohne Zahnweh durchs Leben gehen können. Das garantiert ihm heute die Zahnheilkunde.

Die verbreitefite Krankheit der Zähne, an der buchstäblich alle Menschen leiden, fit die Karies, die Zahnfäule. Durch Beschädigung des glasurhar­ten Zahnschmelzes wird das Dentin, das Zahnbein, freigelegt. Jecker sollte wissen, daß er das, was noch keine Krankheit ist, schon spüren kann. Er empfindet nämlich kalt und warm plötzlich viel intensiver als zuvor. Geht das bis zum Schmerz, dann ist es hohe Zeit, zum Zahnarzt zu gehen! Versäumt man das, dann finden gewisse Bakterien auf dem orga­nischen Zahnbein, dem Dentin, eine Möglichkeit, sich festzusetzen. Es entsteht, ohne daß man etwas merkt, ein Loch. Es wird immer tiefer und trifft schließlich denN e r v". Jetzt treten die heftigen, sehr bekannten Schmerzen auf, die Pulpitis, eine Entzündung. Da der Zahnnerv zu den reizbarsten Nerven gehört, sind die Schmerzen danach. Wilhelm Busch hat sie sehr schön beschrieben und jeder kann sie aus eigener Erfahrung mitfühlen.

Aber es gibt eine Hilfe. Der Zahnarzt öffnet den Pulpakanal, und sofort klingt die Entzündung ab, die Schmerzen hören auf. Die Karies fchreitet aber weiter, wenn nichts getan wird; derNerv" im Innern des Zahnes verfault und der hohle Zahn birgt eine Menge der gefährlichsten Bakterien. Man sollte es nicht für möglich halten: Es gibt Menschen, die sonst auf Sauberkeit den größten Wert legen, aber sie gehen lange Zeit mit einem faulenden Zahn in der Welt herum, der trotz aller Spülungen riecht. Tut man nichts, dann ist eines Tages die gefürchtete Wurzelhautentzündung da, die, wenn wieder nichts Durchgreifendes geschieht, zu den gefährlich st en Komplikationen führen kann. Dor allem jedoch bringt sie die be­kanntenwahnsinnigen" Schmerzen mit sich und die geschwollenen Backen und Fieber, sie ist eine richtige Krankheit und nicht mit einem warmen Umschlag abzutun.

Die gefährliche Wurzelhautentzündung tritt auch dann auf, wenn ein Zahn nicht sachgemäß plom­biert ist, das heißt, wenn die Pulpenreste nicht höchst säuberlich aus den Kanälen entfernt sind. Hier ist die Lage besonders übel. An der Wurzel sitzt ein Eiterherd, der gewöhnlich keine Schmerzen verursacht, der aber plötzlich, infolge von Erkältungen, akut wird und zu gefährlichen Folgen führen kann. Zunächst nimmt die Lymph- bahn die giftigen Stoffe der Eitererreger auf, die Drüsen (z. B. am Unterkiefer) schwellen, dann aber treten die Gifte in die Blutbahn und können dort sehr übel wirken. Man ist erst in neuer Zeit dar­auf gekommen, daß viele hartnäckige Rheuma- f ä 11 e , um nur diese zu erwähnen, auf solche Eiter­herde an den Zähnen zurückzuführen sind.

Wer alfo derartigen Verdacht hat, der gehe auch ohne Schmerzen zum Zahnarzt und lasse sich eine Röntgenaufnahme machen. Wer bei einer

Kurz vor Ausbruch der Feindseligkeiten haben die Abessinier die einzige Eisenbahnlinie von Dschibuti nach Addis Abeba mit Befestigungen ausgebaut, um sie gegen Angriffe wirksamer schützen zu können. Unser Bild zeigt Abessinier beim Ausbau von Fallgruben und Schützengraben. (Scherl-Bilderdienst-M. Ufa-Wochenschau.)

Auf Anordnung des abessinischen Kaisers wurden die Schulen in Harrar und Djidjiga geschlossen, da man bereits in den nächsten Tagen den AngriffderJtaliener erwartet. Dieses Bild gewährt einen Ueberblick über Harrar, das mit 40000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Abessiniens ist. (Scherl-Bild erdienst°M.)