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Rr. 256 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Bberheßeni

Aus dem Reiche der Krau.

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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Darres hat jede S)alisfrau gehört. Wie wirkt sich diese Verordnung nun praktisch auf die Ernährungs­kosten der einzelnen Familien und auf die Wirt­schaftskasse der Hausfrau aus? Es kann der Haus­frau nicht eindringlich genug gesagt werden, wie sehr ihr kleiner Haushalt mit dem Gesamthaus­halt des Volkes verbunden ist und welche Ver­antwortung ihr als Leiterin eines noch so kleinen Wirtschaftsbetriebes im Hinblick auf die Gesamt- wirtschaftslage gegeben ist. Hier haben der Reichs­nährstand, die NS.-Frauenschaft und die Presse schon sehr wesentliche Aufklärungsarbeit geleistet.

Was ist für die Hausfrau heute wichtig zu wissen? Es gibt keine erhöhten Preise mehr! Ein

energisches Halt des Reichsnährstandes gemeinsam mit Staat und Partei ist hier vor allem der deut­schen Hausfrau zu Hilfe gekommen. Jeder, der Preiswucher treibt, kann und soll der nächsten

Bäuerinnen auf Briefmarken.

In wenigen Tagen werben die neuen Brief« marken der Deutschen Nothilfe für den Winter 1935/36 erscheinen. Die Post hat uns in der letzten Zeit öfters mit neuen Marken beschenkt; die Folge für die Deutsche Nothilfe es sind zehn Marken und eine Postkarte verdient vor den anderen besondere Beachtung. Sie zeigt Bäuerin­nen aus dem ganzen Reiche in ihren Trachten. In hübschen Bildern zeigt sich, darge- stellt durch ländliche Frauen und bezeichnende Land­schaften, das ganze deutsche Vaterland.

Die 3-Pfennig-Marke zeigt eine Ostpreußin und im Hintergründe die Marienburg, die 4-Pfenmg- Marke eine Schlesierin vor dem Annaberg, eine Winzerin mit Trauben vor dem burgenbekränzten Rhein ziert die 5-Pf.-Marke. Ernst schaut die nieder­sächsische Frau aus dem Bilde der 5-Pf.-Marke, über ihre Schulter ragt der Giebel eines pferdekopfgeschmück- tcn Bauernhauses; um so viel lustiger aber siebt die Spreewälderin aus der 8-Pfenniq-Marke, Wasser und Weiden und Pappeln des Spreewaldes sind ihre Umgebung. Aus der 12-Pfennig-Marke sehe» wir eine'Schwarzwälderin vor Tannen und einem Bauernhaus, auf der 15-Pfennig-Marke eine Hes- s i n, deren Schultern den Blick in eine Gebirgsland­schaft frei lassen. Die Zenz aus Oberbayern mit Felsgrat und Zwiebelturm steht auf der 25-Pfen- nig-Marke, ein Friesenmädchen mit einem Friesen» Hofe auf der 30-Pfennig-Marke. Eine fränkische Braut vor Wehrturm und Mainlandschaft ziert den

Von der Senkung der wichtigsten Le den s- ' ' ' ' das energische Eingreifen

schlag und Unrertritt (am Muster punktiert) können angestrickt oder als Seidenstreifen angesetzt sein. Der Aerrnel hat entsprechend den umgeschlagenen Taschen einen UmschlagalsManschette. Kragen und Gürtel sind aus dunkelgrünem Samt, die Ränder sind breit a b g e st e p p t.

Als Verschluß von Jacke und Gürtel dienen mittel- große Klammern aus dunkelgrünem Leder. Die Handschuhe sind aus dem Material des Kleides gestrickt, ihre Stulpen sind aus Samt, ebenso wie der kleine, weiche Hut. H.

Ankauf und Wirtschaftsbuch

von Siwe Eaesar-Weigel

Das weißlackierie Schlafzimmer.

Weihlackierte Möbel erwecken nicht allein einen freundlichen Eindruck, sondern sie entsprechen auch unserem Empfinden für Reinlichkeit und Hygiene der Ausstattung. Sie wirken freundlich, und außer­dem haben sie'den Vorzug, daß ganz wenige Ein- richtung-geräte den Raum behaglich machen kön­nen. Allein das Notwendige soll dann sein. Bett, Nachttisch, Schrank, Stuhl. Zwei weihe Korbstuhle für den Fall, daß Genesende sich darin ausruhen möchten, passen gut in das Zimmer. Dem Stil der Einrichtung sollen die Fensterbehange entsprechen. Keine schwere Samtoerkleidungen, sondern letchte Fcnsterbehänae aus waschbarem Stoff, die aber dicht genug sind, um die Sonne nicht m die Augen icheinen zu lassen. Wenn irgend möglich, stehe das Bett oder stehen die Betten mit dem Kopfende zum lenster Das Tageslicht soll nicht von der Seite kommen, ebenso wenig aber dem Schlafenden di­rekt in die Augen scheinen. .

Die Reinhaltung weißlackierter Möbel geschieh! auf eine höchst einfache Weise. Sie werden mit lau­warmem Wasser abgewaschen dem man einen Schuß Salmiak beigefügt hat. Kem Scheuern, kein Abseiten' Nach dem Waschen werden die Möbel mit kaltem Wasser nachgespült und dann sogleich mtt einem weichen Tuch trocken gerieben. Natürlich soll das Tuck ganz sauber und möglichst faserfre, fein. Für lackierte Korbmöbel ist das gleiche Verfahren anzuwenden. Doch sollte man die Korbmöbel zuerst mit einem Pinsel ausbursten, sie von Staub be­freien bevor man ihnen das Reimgungsbad mit lauwarmem Wasser und Salmiak angedelhen laß. So behandelt, erhält man das weißlackierte Schlaf­armer lehr lange gut und anstbnlub nnh w

Zum Selbst stricken in weicher, dunkelgrün- und grau-melierter N o p p e n w o l l e, ist das sport­liche H e r b st k o st ü m gedacht.

Die beigefügten Schnittmuster lassen ersehen, wie die beiden hochgeklappen Ta s ch e ber3ad'e den beiden Vorderteilen anzustncken sind. Die Mittel­bahn der Jacke ist für sich zu stricken. Das Jacken­rückteil besteht aus einem Stück, während man den Rock aus vier Bahnen zusammensetzen muß, um eine leichtglockige Form zu erzielen. Der Ver- chluß ist seitlich an die Mittelbahn angebracht, Um-

fangen, dem Kind die Flasche zu geben. In einem großen Kinderheim wurde die Erfahrung gemacht, daß Brustkinder viel lieber die Flasche nehmen, wenn sie einen Gummipfropfen haben, der der mütterlichen Brustwarze nachgebildet ist. Diese Pfropfen gibt es überall zu kaufen. Wenn man die Flasche nun die ersten Male in die Nähe der Brust hält dann nimmt das Kind die Flasche bestimmt. Es merkt manchmal den frommen Be­trug gar nicht!

Gesunde Kinder, die schlecht essen, sind meistens verzogen. Sie lassen sich mit Freuden bei Tisch vom Essen ablenken. Sie spielen mit dem Serviet­tenring ober dem Löffel, gucken umher und beschäf­tigen sich mit anderen Dingen. Das Kind muß lernen, daß man nicht ewig bei Tisch sitzen kann hat es einen Teller nicht leer gegessen, dann muß abgeräumt werden! Wenn das Kind ein- ober zweimal bas schadet gar nichts hungrig von Tisch aufsteht, dann lernt es, daß man bei Tisch nicht spielen darf!

Das Problem des Suppenkafpars wird m jeöer Familie einmal auftauchen. Es liegt an der Mutter, es zu besiegen!

Ich esse meine Suppe nicht..." das darf es heute nicht mehr geben! Dagmar Köhler.

Polizeibehörde gemeldet werden. Sie ist verpflich­tet, in Zusammenarbeit mit den Preisüberwachungs­stellen für die alten Preise zu sorgen. So ist es zum Beispiel Aufgabe der örtlichen Preisüber­wachungsstellen, dafür zu sorgen, daß in den Flei­scherläden jetzt auch die Preisverzeichnisse, die pflichtgemäß aushängen müssen^ mit den neuen Preisen versehen werden. Jede Hausfrau wird sich in Zukunft nur an diese Aushänge beim Fleisch­kauf halten. Diese Regelung ist bei den Fleisch- und Wurstpreifen deshalb so wichtig, weil die Aus­gaben für Fleisch und Wurst in einem Arbeiter­haushalt etwa ein Viertel der Gesamtausgaben für Nahrungsmittel ausmachen. Für Milch, Butter, Fette, Fische, Backwaren, Nährmittel, Zucker, also einer Reihe von Lebensrnitteln, die über die Hälfte der Ausgaben für Lebensrnittel im Haushalt über­haupt ausmachen, waren die Preise trotz aller Ge­rüchte über Lebensmittelverteuerungen feit langer Zeit vollkommen stabil und werden es auch in Zukunft bleiben, da die Versorgungslage Deutsch­lands vollkommen gesichert ist. Heute sind alle Spannungen restlos überwunden. Die Kartoffel­preise werden bis zu 50 Pfennig je Zentner unter den Preisen des Vorjahres liegen; dabei kann von einer Kartoffelknappheit bei den Spätkartoffeln feine Rede fein, da die Eßkartoffeln nur rund ein Drittel der Gesamtkartoffelernte ausmachen. Bei den Eiern wird das gestempelte Ei der Klasse3 (G 1) im Einzelhandel bis auf weiteres 13V2 Pf., der KlaffeB" 12 Pf. und das ungekennzeichnete Ei über 55 Gramm 11 Pf. kosten. In ähnlicher Weise sind die Preise für Käse und Del durch den Reichsnährstand bzw. den Reichsernährungsminister festgesetzt worden. Wußten Sie schon, daß Obst und Gemüse nur rund 9 v. H. der Gesamternahrungs- ausgaben ausmachen? Hier hat man, da zum Herbst die Preise entwicklungsmäßig absinken, von einer Preisfestsetzung abgesehen.

So ist die deutsche Hausfrau durch die Markt­ordnung des Reichsnährstandes und die Preis- überwachungsftellen vor 11 e b e r d o r t e i I u n ge n beim Einkauf geschützt. Sie hat jedoch auch die Ver- p'lichtuna ihrerseits, den täglichen Einkauf an L bensmitteln den jeweiligen Marktverhältniffen anzupassen. So wird sie bei vorübergehenden Knapnheiten einzelner Nahrungsmittel, wie Zinn Beispiel Schweinefleisch ober Frischeier, auf solche Erzeugnisse zurückgreifen, die im Ueberfluß auf dem Markt angeboten werden oder sich die Vorräte der Reichsregierung für ihren Mittagstisch Zunutze machen (Kühlhauseier,Fleisch im eigenen Saft , j

66 Millionen Machen auf engem Raum. Jeder kann heute satt werdem Unser Nahrungsmittelverbrauch ist im Jahre 1935 höher als beispielsweise 1932, und niemand hat Hunger zu leiden, trotzdem wir für fast 3 Milliar­den Mark jährlich weniger Nahrungsmittel em- führen als in früheren Jahren. Unseren Gegnern wird es nie gelingen, uns auszuhungern, aber wir haben die ersparten Devisen, die nichtfurLebenS' mittel ins Ausland gingen, für wertvolle Rohstoff­einfuhr der Industrie verwenden können die unse­ren Arbeitern Brot und damit den Glauben an die Zukunft gibt. Die Industrie aber sorgt wieder da- Hir daß Deutschland seinen ausgerüsteten feindlichen Nachbarn nicht unbewaffnet gegenuberzustehen und so ZU einer Nation zweiten ober brü­ten Grades Jerabfinft. Erfolgreiche Arbeitsschlacht, Wieberaufbau unserer Wehrhoheit, bas stnb Auf­gaben, an benen bie beutsche Hausfrau durch ver- antwortungsbewuhten Einkauf, durchdachte Dor- ratswirtschaft und sparsame Ausnutzung des ihr qeqebenen Soltsvermögens, und seien es nur ganz geringe Beträge und kleinste Sachwerte, mitarbel- ten kann.

ziert.

Strengste Absonderung ist das Gebot, das oft schwer durchzuführen ist. Die Kinder fühlen sich in den Pausen zwischen den einzelnen Anfällen ver­hältnismäßig wohl, sie wollen gern mit anderen Kindern Zusammensein, sie finden die Isolierung schrecklich und werden dadurch oft ungeduldig und unleidlich.

Erst ganz allmählich lassen die krampfartigen Hustenanfälle nach, die Kinder kommen in das dritte Stadium, das wie das erste wieder katarrhalisch ist. Nun darf man nicht leichtsinnig werden, denn Keuchhusten ist die Kinderkrankheit, bei der es am meisten Rückfälle gibt. Noch immer ist strengste Fernhaltung von Geschwistern und anderen Kindern geboten.

Was tut man gegen diesen Kinderschreck? Keuch­husten ist nicht schwer zu behandeln, aber er ver­langt von der Mutter größte Sorgfalt und Auf­opferung. Nur Geduld und immer wieder Geduld führt zum Erfolg. Früher schloß man die Kinder beim Keuchhusten ängstlich von der frischen Luft ab, jetzt ist es gerade umgekehrt: je mehr frische, unverbrauchte Lust an die Kinder heran- gebracht wird, desto besser ist es. Die krampfartigen Hustenanfälle lassen nach, an der frischen Luft sind sie auch viel weniger quälend. Natürlich muß sich die Mutter Wege und Plätze aussuchen, wo sie mit dem kranken Kind nicht andere Kinder gefähr­det, und das ist nicht immer einfach. Kein Kinder- bad, kein Seebad nimmt Keuchhustenkinder auf, obwohl die Seeluft mit ihrem hohen Salz- und Jodgehalt sich besonders günstig auswirkt. Auf einem windgeschützten Balkon lassen sich aber gut Luftbäder nehmen! Auch nachts muß das Fenster offenbleiben, selbstverständlich ist ja, daß man das Kinderbett vor Zugluft schützt.

Die Erbrechungserscheinungen gehen nicht vom Magen aus, sondern von einer Reizung des Ge- Hirns, und müssen dementsprechend behandelt wer­den. Hier hat der Arzt das erste Wort zu sprechen, man doktere nicht selber herum! Brom- präparate werden oft verschrieben, aber es hängt natürlich alles von dem kleinen Patienten ab.

Wichtig ist es für die Mutter, das Kind über die erste Angst wegzubringen. Viele Kinder haben große Angst vor den Hustenanfällen, sie werden so nervös, daß die Erbrechungen immer schlimmer werden. Hier muß seelische Beeinflussung helfen. Um die Kinder bei häufigem Erbrechen nicht allzu sehr zu schwächen, gebe man ihnen öfter leichte Speisen. Dr-w-

Hausfrau wird den Vorwurf, daß weißlackierte Möbel unpraktisch seien, sicher unberechtigt finden.

Das weißlackierte Schlafzimmer verlangt aber darüber hinaus noch einige Vorsichtsmaßregeln, die leicht anzuwenden sind, ohne daß man sich zum Sklaven der Sachen macht. Man entledige sich schmutziger Schuhe schon draußen, man lasse feuchte Kleidungsstücke nicht im Schlafzimmer trocknen, was überhaupt gegen die Gesetze der Hygiene ist, den weißen Möbeln aber noch einen besonderen Scha­den zufügt. Bei der morgendlichen und bei der abendlichen Waschung werden die Möbel etwas mit Vorsicht behandelt, da das Bespritztwerden mtt seifigem Wasser ihrer Schönheit und Haltbarkeit Abbruch tut. Für Bezüge von Stühlen wähle man am besten bunte lichtechte Waschstoffe.

Sehr hübsch sieht es aus, wenn Fensterverkleidun­gen, Kissenbezüge und Steppdecken zueinander in Farbe und Gewebe passen. Ein solches Zimmer macht nicht nur einen wohnlichen Eindruck, es wirkt auch harmonisch und beruhigend auf die Nerven feiner Besitzer. Alles Frohe und Lichte ist dann eingefangen. So behaglich erscheint es daß wir gern unser Frühstück in dem hübschen Raum ein- nehmen werden. Ein runder Tisch befindet sich am Fenster, zwei Korbstühle, die das junge Paar auf- nehmen - für den Haushalt mit Kindern ist das Schlafzimmer als Frühstücksort nicht geeignet - die junge Hausfrau wird für die notige fluchtige Ordnung sorgen, dann nach beendeter Morgen­mahlzeit verlassen die beiden den Raum, um ihrer Arbeit nachzugehen. Für die Hausfrau gehört dazu, ein gründliches Lüften, das tägliche Auslegen der Betten, das sanfte aber eindringliche Wischen der Möbel, um keinen Staub sich einnisten zu^mffen.

SupyenkasparmderKmderstube.

Wenn das Kind nicht esicn wett.

Die Geschichte vom Suppenkaspar, der seine Suvve nicht essen wollte und am neunten Tage totProar, spukt noch heute in fast allen Familien, Das schlecht essende Kind ist sich selber unb ben Erwachsenen zur Dual. Woher kommt es ci^en ch, daß bas sonst gesunbe Kmb nicht essen will, daß es jeben Mittag Tränen gibt?

Ja, bas hat oerschiebene Ursachen. Es gibt Kin­der bie einen ganz gesunben Appetit haben nur qerabe bann nicht, wenn es Mittagessen gibt. Diese Kinber werben baburch verwohnt, daß man ihnen in ber Zwischenzeit allerhanb Eßbares zu­steckt ba noch ein Kekschen, hier einen Apfel. Selbst- nerftänblid) haben biese Kinder dann mittags kei­nen Appettt! Hier ist aber leicht Abhilfe zu schaffen, indem man konsequent die Zwischenmahlzeiten em- stellt Die ersten Tage wird es ein ^ißchen Muhe machen, aber bann gewöhnt sich bas Kind an bie Regelmäßigkeit, bie ihm auch viel besser bCISTrs ist es mit den Kindern, di- sich mit ihrem massen interessant machen wollen. Man glaubt

USg-n Buben jeden Mittag eine ganze Schach-

tel Streichhölzer verbrannte, nur weil das Bübchen erst dann schluckte, wenn die Flamme aufglühte! Das ist Unfug! Das Essen soll keine Spielerei sein! Nichtessende Kinder können zu Tyrannen werden. Immer wieder hört der Kinderarzt:Ja, das Kind kann aber doch nicht hungern!" Das ist richtig aber ein Kind hungert auch nicht, es ißt schon, wenn es Hunger hat. Vielleicht zwei Mittage nicht aus Trotz wenn es denkt, daß es damit doch etwas erreichen kann. Beachtet die Mutter aber dies Manöver gar nicht dann wird das

Kind schon essen!

Es gibt auch Fälle, in denen sich Kinder, die sonst ehr artig und ganz normal essen, plötzlich gegen eine Speise sträuben. Man soll die Kinder dann nicht zum Essen zwingen. Kinder haben manchmal eine ganz bestimmte, instinktmäßige Aversion. Vielleicht bekommt ihnen die Speise nicht sie dann zu quälen, wäre völlig verkehrt! Kinder müssen nicht alles essen! Allerdings, mäkelig dür- en sie erst recht nicht sein. Hier das richtige Maß zu finden, wird keiner guten Mutter schwer fallen.

Eine Schwierigkeit bereitet es sehr häufig, das Brustkind an die Flasche zu gewöhnen. Man sollte dies nie abrupt machen, sondern immer nach und nach. Man kann ja neben der Brustnahrung an-

Keuchhusten - der Schrecken der Mütter.

Jetzt kommt die gefährliche Hustenzeit.

Seit acht Tagen hat der Junge Husten. Man hat ja zuerst nicht so sehr darauf geachtet, denn bei diesem scheußlichen Herbstwetter ist ja jeder erkältet. Aber in der letzten Nacht, da röchelte das Kind plötzlich beängstigend, der kleine Körper rang ver­zweifelt nach Luft, krampfartig setzten die Husten­anfälle ein, denen Erbrechen folgte, und schon weiß die Mutter: Keuchhusten!

Keine Krankheit zerrt so an den Nerven von Müttern und Kindern wie der Keuchhusten. Viel­leicht sagt sich manche Mutter: Gott sei Dank, daß es kein Scharlach ist, denn nur selten verläuft der Keuchhusten bösartig es sei denn, daß das Kind noch im Säuglingsalter ist aber die große A n - steckungsgefahr ist das Schreckgespenst der Mütter.

Gerade jetzt ist es wichtig, sich einmal den Verlauf der Krankheit klarzumachen. Gerade im Herbst sollte man auch einen scheinbar leichten Husten der Kinder nicht unterschätzen, denn der Keuchhusten zeigt sich im ersten Stadium nicht an- d e r s als alle Erkältungserscheinungen. Die Kinder husten, haben auch wohl gerötete Rachenmandeln, Schnupfen unb Heiserkeit, aber ber Husten ist keines­wegs krampfartig und ohne Erbrechungserscheinun« gen. Dieses Stadium nennt man daskatarrhalische", unb in diesem Stadium ist der Keuchhusten am ansteckendsten! Deshalb ist es wichtig, die Kinder jetzt schon zu isolieren und nicht zu denken: ach, es ist ja nur eine kleine Erkältung!

Nach ungefähr zehn Tagen kommt die unan­genehmste Periode des Keuchhustens, da daskon­vulsivische Stadium" eintritt. In der Nacht fängt es meistens an. Die Kinder ringen nach Luft, krampfartige Hustenanfälle schütteln ste, denen dann oft ein Erbrechen folgt. Diese Anfälle steigern sich mit der Zeit, sie folgen immer schneller, und in den Kinderkliniken hat man bis zu 50 Anfälle in 24 Stunden gezählt. Daß diese krampfartigen Husten­anfälle den Kinderkörper sehr schwächen, liegt auf der Hand. Fieber gibt es nicht beim Keuchhusten, aber da das Erbrechen und das krampfartige Husten manchmal wochenlang dauert, werden Kräfte und Nerven von Müttern und Kindern sehr ftrapa-