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Ernennungen der Linier- offiziere und Mannschaften.

Vie Bestimmungen über Ernennungen der Unter­offiziere und Mannschaften des Heeres sind durch eine Anordnung des Reichskriegsministers (Heeres- Derordnungsblatt 29) neu gefaßt worden. Darin wird bestimmt, daß Beförderungen zu überzähligen Dienstgraden keine Gebührniserhöhung bewirken. Es dürfen befördert werden: zu überzähligen höhe­ren Dienstgraden:

a) Unteroffiziere und Mannschaften ausnahms­weise als Belohnung für Taten, die be­sonderen Mut oder besondere Um­sicht erfordern;

b) zum überzähligen Gefreiten: Schützen usw., die sich freiwillig auf ein zweites Dienstjahr verpflichtet haben, bei Mangel an freien Planstellen mit Beginn des zweiten Dienstjahres:

c) zum überzähligen Unteroffizier: Gefreite, die für die Unteroffizierlaufbahn in Betracht kommen, beim Mangel an freien Planstellen mit Beginn des drit­ten Disnstjahres.

Beförderungen als Belohnung spricht auf be­gründeten Antrag der Truppe nur der Oberbefehls­haber des Heeres aus. Sie kommen im allgemeinen nur in Frage, wenn von einer Belohnung in Form anderer Auszeichnungen, z. B. durch Verleihung der Rettungsmedaille, abgesehen wird.

Beim Ausscheiden aus dem aktiven Wehrdienst dürfen bei einwandfreier Führung und Eignung am Entlassungstage zu D i e n st - graden des Beurlaubten st andes be­fördert werden:

a) zum G e f r e i t e n d. R.: bis zu e i n e m Drit­tel der jährlich nach mindestens einjähriger Dienstzeit ausscheidenden Schützen usw.:

d) zum Unteroffizier d. R.: bis zu zwei Drittel der jährlich nach mindestens zweijähriger Dienstzeit ausscheiden­den Gefreiten sowie Obergefreiten und Stabs­gefreiten:

c) zum Feldwebel d. R.: Unterfeldwebel nach mindestens achtjähriger Dienstzeit und einjähriger Unterfeldwebeldienstzeit:

d) zum Oberfeldwebel d. R.: Feldwebel nach siebenjähriger Dien st zeit und ein­jähriger Feldwebeldienstzeit.

Weiter sind noch Ernennungen vorgesehen, wobei unter Ernennung die Verleihung einer zu­sätzlichen Dienstbezeichnung zu verstehen ist; z. B. Unteroffizier-Anwärter d. R. Zum Reserveoffi­zier-Anwärter dürfen am Entlassungstage ernannt werden Schützen usw., die beim Ausschei­den aus dem aktiven Wehrdienst zum Gefrei­ten d. R. befördert werden und nach ihren militäri­schen Leistungen und ihrem Charakter als Reserve­offizier-Anwärter geeignet sind. Schützen usw., die beim Ausscheiden aus dem aktiven Wehrdienst zum Gefreiten d. R. befördert werden, können bei Eignung am Entlassungstage zum U n t e r o f f i - zieranwärter d. R. ernannt werden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat den stellvertre­tenden Präsidenten des W e r b e r a t e s der Deut­schen Wirtschaft, Dr. Heinrich Hunke, zum Mini­sterialrat ernannt.

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Im Auswärtigen Amt hat der Austausch der Ra­tifikationsurkunden des zwischen dem Deutschen Reich und den Vereinigten Staaten von Amerika abgeschlossenen Abkommens stattgefunden, durch das die Fortsetzung des seit 1924 bestehenden deutsch - amerikanischen Handelsvertrages ohne die Bestimmungen des Art. 7 über die gegen­seitige Meistbegünstigung im Warenverkehr verein­bart worden ist.

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Die Thonfolgerin der Niederlande, Prinzessin Juliana, hat als Vorsitzende des niederländischen

Roten Kreuzes 10 0 0 Gulden zugunsten der Er­richtung eines holländischen Feldlaza­retts in Abessinien gestiftet.

Lansbury ist von seinem Posten als Füh­rer der Oppositionellen Arbeiterpar- t e i Englands zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig der stellvertretende Fraktions­führer der Partei, Major Attlee, gewählt. Der (jkunö für den Rücktritt Lansburys ist die Tatsache, daß er die mit überwiegender Mehrheit angenom­mene Entscheidung seiner Partei, Sühnemaßnah- men gegen Italien zu fordern, nicht billigte.

27 neue Jugendherbergen.

Berlin, 8. Okt. (DNB.) Am Sonntag, dem 20. Oktober 1935, wird der Iugendführer des Deut­schen Reiches Baldur von Schirach die feierliche Einweihung der Paul-oon-Hinden- burg-JugendHerberge in Hannover vornehmen. Gleichzeitig damit verbunden find Ein­weihungen, Richtfeste und Grundsteinlegungen von weiteren 26 Jugendherbergen im gan­zen Reich. Eingeweiht werden die Jugendher­bergen: Deutsche Iugendburg, Stahleck am Rhein, Iugendburg S t o r k o w bei Berlin, Jugend­herberge Sulau (Schlesien), Jugendherberge Kandern im Schwarzwald, Jugendherberge Laufenburg in Baden, Jugendherberge F l a - tow in der Grenzmark, Jugendherberge Bad W i l d u n g e n , Jugendherberge Steinberg­haus bei Kassel, Jugendherberge Wiesbaden, Jugendherberge E i l e n b e r g , Jugendherberge Arneburg in der Provinz Sachsen, Jugendher­berge Königsberg in Ostpreußen, Jugendher­berge L a u k n e n in Ostpreußen, Jugendherberge Wittlich in der Eifel, Jugendherberge Oppen­heim, Jugendherberge Neckarsteinach, Ju­gendherberge Osnabrück, Jugendherberge G e -

Aus all

Fünf Schlächtereien in Berlin geschlossen.

Der Polizeipräsident von Berlin teilt mit: In den letzten Tagen sind bei Aufkäufen von Schweinefleisch außerhalb Ber­lins die festgesetzten Höchstpreise wiederholt überschritten worden. Ich habe wegen dieses Verstoßes gegen die Preisfestsetzungsbestimmungen und der damit verbundenen Gefährdung der Preis­gestaltung fünf Berliner Schlächtern die Fortführung ihrer Betriebe untersagt und gleichzeitig die Schließung ihrer Geschäfte angeordnet. Ich mache alle beteiligten Kreise erneut darauf aufmerksam, daß ich jeden weiteren Fall eines Verstoßes gegen die Preisfestsetzungsbestim­mungen mit gleichen Maßnahmen ahnden werde.

Zuchthausstrafen in einem Hochverratsprozeß.

In einem Hochverratsprozeß gegen insge­samt 16 Angeklagte vor der Großen Strafkammer in Braunschweig wurde das Urteil gefällt. Wegen Bei­hilfe zum Hochverrat wurde August M e r g e s 1918 einmalVolkskommissar und Ministerpräsident von Braunschweig" zu 3 Jahren Zucht­haus und Walter Maaß zu 2 Jahren 6 Mo­naten Zuchthaus verurteilt. Ein Teil der übrigen Angeklagten erhielt Gefängnisstrafen. In der Ur­teilsbegründung hob das Gericht hervor, daß der Angeklagte Merges durch die Beweisaufnahme als überführt gelten muß, mindestens zu einer illegalen Zeitschrift redaktionelle Beiträge geliefert zu haben.

Jüdische Banknotendiebe in Danzig gefaßt.

Vor ungefähr 15 Jahren verschwand im Danziger Hafen auf einem englischen Dampfer, der in Eng­land hergestellte 1000-Zloty-Banknoten mit sich führte, ein Paket dieser Noten im Werte von eini­gen Millionen Zloty. Da der D i e b st a h l unauf­geklärt blieb, wurden sämtliche in London herge­stellte Zloty-Banknoten aus dem Verkehr gezogen

v e l s b e r g in Westfalen, Jugendherberge Dahn in der Pfalz, Jugendherberge N e ir n f i r d) e n im Saarland. Das Richtfest wird gefeiert in den Jugendherbergen Adolf - Hitler - Jugendherberge in Berchtesgaden, Otto - Weddigen - Jugendher­berge bei Wilhelmshaven, Jugendherberge Titisee im Schwarzwald. Der Grundstein wird gelegt zu den Jugendherberaen Baldur-von- Schirach-Jugendherberge in Urfeld am Walchen­see, Jugendherberge Hohen st ein in Ostpreußen, Jugendherberge Pillau in Ostpreußen. Die Ver­anstaltung in Hannover am Sonntag, den 20. Okt., wird in der Zeit von 10 bis 10.30 Uhr a u f alle deutschen Sender übertragen.

Die G e s a m t k o st e n der vorerwähnten Bauten belaufen sich annähernd auf 2 Millionen Mark. Ein Teil dieser großen Summe wurde durch die ver­ständnisvolle Mitarbeit und Mithijfe von Staat, Gemeinden und Industrie auf­gebracht. Der Restbetrag der Baukosten wurde aus dem Erlös des Reichswerbe-und Opfer­tages 1 9 3 5 bestritten. Jeder einzelne Spender zu dieser jährlich einmal stattfindenden Sammlung wird sich freuen, zu sehen, wie s e l b st die klein- sten Spenden Großes zu lei st en ver­mögen und wie diese Beträge nicht durch Verwal­tungskosten aufgezehrt sind, sondern sich umgesetzt haben in Beton, Zement und Ziegelsteine. Ueber 2000 Bauleute und Handwerker, Architekten und Bauleiter arbeiteten bzw. arbeiten in kameradschaft­licher Verbundenheit an der Erstellung dieser 27 Häuser der Jugend. 32 000 Arbeitsstunden erfor­derte ihre Fertigstellung. Manchem Volksgenossen konnte Hammer, Säge, Kelle, Pinsel und Zeichen­stift in die vielleicht jahrelang untätige Hand ge­geben werden. Die Häuser, die unter der planenden Hand tüchtiger Architekten entstanden sind und sich harmonisch einfügen in die sie umgebende Land­schaft, sind Ausdruck eines neuen Gestaltungs­willens der Jugend.

er Wett.

und für ungültig erklärt. Vor einigen Tagen konnte nunmehr von der Danziger Kriminalpolizei eine Frau fest genommen werden, die auf einer Bank zwei 1000-Zlotynoten einwechseln wollte, wo­bei es sich herausstellte, daß es sich um Noten aus dem damaligen Diebstahl handelte. In Verfolg der Angelegenheit ergab sich, daß die Frau, um Devi­sen zu Hamstern, diese Noten vor der Guldenabwer­tung von der staatenlosen Jüdin Frieda Lub- f a n i tz k i gekauft hatte. Daraufhin verhaftete die Polizei diese Jüdin, die dann auch nach anfäng­lichem Leugnen eingestand, die Noten zusammen mit ihrem Mann, dem staatenlosen Juden Lub- sanitzki, bewußt in den Handel gebracht zu haben. Bei der Haussuchung fand die Polizei in der Woh­nung des Juden noch weitere 37 1000-Zlotyscheine, die sämtlich von dem damaligen Diebstahl herrühr­ten.

Darlehnsschwlndeleien im Großbetrieb.

Die VI. Große Strafkammer des Berliner Land­gerichts trat in einen umfangreichen Prozeß gegen 13 Angeklagte ein, denen Darlehnsvermitt- lungs fchwi n d eleien größten Ausmaßes vorge­worfen werden. Sie sollen nach den Ermittlungs­ergebnis rund 200 Personen in verschiedenen Teilen des Reiches um mehr als 150 000 Mark geschädigt haben. Als geistiger Anführer bei den Betrügereien bezeichnet die Anklage den 39jährigen Johann Weitenthaler aus Berlin. Er gründete zu­sammen mit einem Mitangeklagten die Mitteleuro­päische Wirtschaftsgesellschaft in Berlin-Wilmers- dorf. Dieses Unternehmen befaßte sich angeblich mit der Beschaffung billiger Kredite im Ausland. Die Geldsuchenden haben aber feinen Pfennig Kredit erhalten, obwohl ihnen im voraus die sog. E m i s s i o n s k o st e n" für die angebliche Auf­legung der Anleihe im Auslande abgeknöpft wor­den waren. Um den Anschein größter Vertrauens­würdigkeit zu erwecken, wurden ein nicht mehr im

Amt befindlicher Rechtsanwalt und ein früherer Notar alsTreuhänder" eingeschaltet. Die 93er- Handlung wird voraussichtlich mehrere Monate dauern.

Aus Versehen" erschossen.

Auf dem Pfaffenbrucher Hof bei Bassenheim, unweit von Koblenz, erhielt der dort beschäftigte Peter Johannes aus Haufen bei Mayen den Auftrag, ein Gewehr nach Saffig zu bringen. Die Ehefrau des Gutspächters nahm das Gewehr aus dem Schlafzimmer und übergab es im Hausflur einer Hausanbestellten, die dem Johannes die Wajfe an die Haustür bringen sollte. Bei dem Hinreichen des Gewehres ging plötzlich ein Schuß los, der den jungen Mann traf und tödlich verletzte. Wie die Ermittlungen ergaben, wußte weder die Haus­frau noch die unglückliche Schützin, daß die Waffe geladen war.

Drei Menschen bei einem Autounglück verbrannt.

In Harburg-Wilhelmsburg ereignete sich ein furchtbares Verkehrsunglück. Ein mit vier Personen besetzter Hamburger Kraftwagen stieß mit einem Straßenbahnzug zusammen. Die Insassen des Kraftwagens wurden schwer verletzt. Als Pas­santen versuchten, die Verletzten, die die Besinnung verloren hatten, aus dem Wagen zu befreien, e x - plädierte der Benzintank. Drei der Autoinsassen verbrannten, bevor Hilfe möglich war, der vierte wurde mit schweren Verletzungen ins Kran­kenhaus geschafft.

Der Deltmeisterschaftskampf im Schach.

Ärn Schachweltmeisterschaftskampf Aljechin Euwe wurde in Amsterdam die dritte Partie gespielt. Dr. Aljechin eröffnete mit dem Königsbauern, Euwe verteidigte sich franzö­sisch. Durch vortreffliche Behandlung der Eröffnung und des Mittelspiels gewann Aljechin ziemlich bald einen Bauern in überlegener Stellung. Im weite­ren Verlaufe verfehlte er zwar einen schnellen Weg zum Gewinn; er behielt aber ein materielles Ueber- gewicht von zwei Bauern. Die Partie wurde beim 40. Zug abgebrochen und vertagt. Aljechin dürfte der Sieg kaum noch entgehen können.

Wetterbericht

des Belchswetterdiensles. Ausgabeork Frankfurt.

Mit großer Geschwindigkeit ist der von Westen heranziehende und weit nach Süden reichende Aus­läufer des Island-Wirbels über uns hinweggegan­gen. Die dabei an feiner Vorderseite einströmende feucht-warme subtropische Luft wurde durch rasch nachstoßende kühlere Meeresluft abgeschoben, wo­bei auch in unserem Bezirk in der Nacht zum Mitt­woch rasch Bewölkungszunahme und Regenfälle einsetzten. Bei Irland ist ein neues Störungsgebiet in Entwicklung, doch kann vor seinem Eintreffen bei uns zunächst mit Witterungsbesserung gerech­net werden. Die Gesamtwetterlage hat aber durch diese Entwicklung wieder eine größere Neigung zu Unbeständigkeit bekommen.

Aussichten für Donnerstag: Abgesehen von Dunst- oder Nebelbildung zunächst wieder viel­fach aufgeheitert, dann jedoch wieder neu einfetzende Verschlechterung mit Regenfällen, bei meist südlichen Winden ziemlich mild.

Aussichten für Freitag: Unbeständiges und zu Niederschlägen neigendes Wetter.

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