Versuchsballons in Genf
Ministerpräsident Göring auf einer Srenzlandkundgebung in Ostpreußen.
London, 9. Sept (DAV. Funkspruch.) Reuter । der Staatsuniversität von Louisiana herbelzuschaf- eldet aus Reuyork, huey Cong, der vielfach als fen. Am Montag früh entschlossen sich die Aerzte
meldet aus Reuyork, huey Lang, der vielfach als
dionen von ich glaube, auf den und auf n i s für der Völk
ein gegenseitiges Verständ- die 'Lebensnotwendigkeiten
„Diktator" bezeichnete Gouverneur von Louisiana und Roosevelts erbitterter Kritiker wurde am Sonntagabend in einem Gang des Parlamentsgebäudes des Staates von einem unbekannten Mann durch einen Schuh in den Magen lebensgefährlich verwundet. Der Angreifer wurde von Conga privater Leibwache, die aus zwei bewaffneten Männern bestand, durch einen Kugelhagel aus Schnellfeuerpistolen tot zu Boden gestreckt. Der erschof- jene Angreifer des Senators Long ist ein junger Arzt aus Baton Rouge. Er soll Spezialist für Kehlkopfleiden sein und 2L C. Weih jun. heißen.
3n einer jüngst im Senat gehaltenen Rede hatte Lang gesagt: Er wisse von einer Verschwörung gegen fein Leben, doch war diese Aeuherung nicht ernst genommen worden. Das Attentat und die Tötung des Angreifers vollzogen sich in einem Korridor zwischen den Sitzungssälen des Senats und des Repräsentantenhauses des Staates Louisiana in einem Wolkenkratzer von 33 Stockwerken höhe. Congs Zustand wird als sehr ernst bezeichnet. Mehr als hundert Anhänger Congs haben sich für eine Bluttransfusion zur Verfügung gestellt. Gin Flugzeug wurde gemietet, um einen Wundarzt aus
glaublichen Methoden Deutsche knechtet, wir mischen uns nicht in die Angelegenheiten fremder Staaten. Durch das Memelsiatut aber ist den Deutschen im Memellande feierlich das Recht der Autonomie, der Selbstbestimmung, zugebilligt worden, wir haben bis heute die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dah trotz der schweren Enttäuschung, die wir erleiden muhten, die Siegermächte sich endlich davon überzeugen, dah die unerhörten Zustände im Memellande einen Bruch des Statuts darstellen, und dah es deshalb ihre Pflicht ist, sofort gegen die dauernden Vertragsbrüche einzuschreiten." „Wenn heute die deutschen Volksgenossen jen» seits der Grenzen wieder vertrauensvoll in heißer Liebe nach Deutschland schauen, so tun sie es deshalb, weil der Führer unserem Vaterland Freiheit undEhre zurückerobert hat. Ohne den Führer, den größten deutschen Sohn, gab und gibt es kein neues Deutschland, getragen von der nationalsozialistischen Bewegung, hinter die das deutsche Volk geschlossen getreten ist. Wenn heute kleine Menschen hergehen, herumschwätzen und ihre Alltagssorgen und sonst weiter nichts sehen, dann kann jeder einzelne deutsche Volksgenosse ihnen die gigantischen Lei st ungen entgegenhalten, die unter Einsatz aller Kräfte in den zweieinhalb Jahren nationalsozialistischer Regierung geschaffen worden sind. Gewiß, es ist nicht alles so, wie das unserem Idealbild entspricht, und es ist noch harte Arbeit notwendig, um das große Ziel zu erreichen und zu erhalten. Wir wollen es niemals vergessen: Ohne das Hakenkreuz, ohne den entsagungsvollen Kampf der braunen Bataillone wäre kein einziges unserer neuen Regimenter, kein Flugzeug und keine Flotte entstanden. Wir verlangen deshalb für unsere Feldzeichen nicht nur die schuldige Achtung, sondern auch Liebe. Der Sieg des Hakenkreuzes war die Auferstehung Deutschlands."
Eine französische Konzession bringt sich inLrinnerung
Oie Gesellschaft meldet ihre Rechte auf Ausbeutung der Bodenschätze an.
ir sind eins mit den Brüdern im Memelland.
nehme ich Ihren Ausführungen, daß Sie Ihre Auf* gäbe darin sehen, mit allen Kräften dahin zu wirken, die Beziehungen zwischen Deutschland und Italien immer weiter zu festigen und aus- zu gestalten; denn ich bin mit Ihnen der Ueberzeugung, daß diese Beziehungen für die tuntige politische Entwicklung und für eine fruchtbringende friedliche Zusammenarbeit zwischen den Ra- größter Bedeutung sein werden. Auch daß eine solche Zusammenarbeit jiur Gedanken d e r Gerechtigkeit
Saarfahrt des Leiters der Deutschen Arbeitsfront.
Dr. Ley im Schacht einer Saargrube.
Neunkirchen, 7. Sept. (DNB.) Samstagmorgen traf Dr. Ley auf seiner Besichtigungsfahrt auf Grube Frankenholz ein. Nach Begrüßung durch den Generaldirektor der Saargruben, Dr. Wächter, ließ er sich von der Grubenverwaltung über die technischen Verhältnisse auf der Grube Frankenholz berichten. Dabei konnte nicht verschwiegen werden, daß gerade diese Grube in technischer Hinsicht ganz besonders rück - ständig von den Franzosen hinterlassen worden ist. Es wird einige Zeit dauern, bis die Grube technisch und wirtschaftlich modernen Ansprüchen genügen kann. — Dr. Ley zog dann Grubenkleidung an und fuhr mit ein. Er ging auch durch einen Stollen, der von der 600-Meter- Sohle auf die tieffte, 720 Meter betragende Sohle heruntergetrieben worden ist. Dieser Weg mußte anfangs gebückt und dann in der Hauptsache auf dem Rücken oder dem Bauche kriechend zurückgelegt werden. Dr. Ley benutzte auch diesen Besuch wieder, um sich mit den Arbeitern im Schacht zu unterhalten.
Nach Beendigung der mehr als zweistündigen Grubenbesichtigung fand auf dem Grubenhof ein Betriebsappell statt. Nach Begrüßungsworten des Grubendirektors von Velsen sprach Dr. Ley zunächst über die Eindrücke auf seiner Saarlandfahrt. Er habe sich so ungeheuer gefreut, daß er mit den deutschen Menschen in den Hütten und Fabriken habe reden dürfen. Durch seine Besuche an den Arbeitsstätten werde er davor bewahrt, in den Fehler früherer Regierungen zu verfallen, die gar keine Vorstellung von der Schwere derArbeit eines Bergmannes hatten. Er vertrete den Standpunkt, daß Deutschland am meisten denen gehöre, die die schwerste Arbeit zu leisten hätten.
Dritte Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront auf dem Reichsparteitag.
Berlin, 7. Sept. (DNB.) Am 14. September, 11.30 Uhr, findet in Nürnberg in der Kongreßhalle im Luitpoldhain die dritte Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront und Einsetzung des Reichsparteitg,G NIAsNJ setzung des Reichsarbeits - und Wirtschaf t s r a t e s statt. Vor der Kongreßhalle wird eine Werkschar mit Musikzug zur Begrüßung des Führers Aufstellung nehmen. Die musikalische Umrahmung wird durch ein Werkschar-Orchester ausgeführt, das sich aus 120 Werkschar-Musikern zusammensetzt. Nach dem Fahneneinmarsch der Deutschen Arbeitsfront kommt der Führer. Ein Sprechchor von 200 Werkfchar-Männern trägt einen Gruß an den Führer vor Dann erfolgt die Eröffnung der Tagung durch Pg. Staatsrat Schmeer. Anschließend spricht Pg. Dr. Ley. Daraus hält der Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister Dr. Hjalmar Schacht eine Rede. Ein Sprechchor der Werkscharen „Ob wir auf Feldern werken" und Gesang und Musik „Wir sind des Werktags Soldaten" schließen sich an.
Einstellung von Freiwilligen in den Reichsarbeitsdienst.
Berlin, 7. Sept. (DNB.) Die Reichslei - tungdes Arbeitsdienstes teilt mit: Außer den zur Einziehung gelangenden Angehörigen des Jahrganges 1915 können am 1. Oktober noch eingestellt wer-en: Freiwillig länger Dienende, die am 1. Oktober 1935 das 17. Lebensjahr vollendet und das 25. L^ensjahr noch nicht überschritten haben. Es kommen in Betracht:
1. Ehemalige Angehörige des Freiwilligen Arbeitsdienstes, wenn sie mindestens sechs Monate mit guter Führung im Freiwilligen Arbeitsdienst gestanden haben. Diese Bewerber können bei Eignung als Vormau»
Der Vorsitzende des Fünfer-Ausschusses, Spaniens Botschafter Madariaga. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Meldung, daß Italien eine Dreimüchte - Konferenz vielleicht i n S t r e s a, begünstigen würde, stamme aus italienischer Quelle. Offiziell sei ein solcher Vorschlag nicht gemacht worden, und es sei nicht anzunehmen, daß Frankreich und England nach ihrer in Paris gemachten Erfahrung Neigung verspüren würden, noch einmal die Sache aus der Hand des Völkerbundsrates xu nehmen. Eine dritte Nachricht, daß der Fünfer-Ausschuß am Samstag die Möglichkeit einer Abtretung der fr an» xöfifchen Eisenbahn Dschibuti — A d - bis Abeba an Italien erörtert habe, ent-
Revolveranschlag auf Huey Long.
Der „Diktator^ von Louisiana lebensgefährlich verletzt.-Oer Attentäter getötet.
Nemonien, 8. September. (DNB.) Auf einer Grenzlandkundgebung des Kreises L a b i a u der NSDAP, sprach Ministerpräsident General Göring, von der Bevölkerung aufs herzlichste begrüßt. Er gab feiner besonderen Freude Ausdruck, einmal in der östlichsten Ecke der Grenz- prooinz zu Volksgenossen sprechen zu können, die von Tilsit und vom Haff herbeigeeilt seien. Er habe in diesen Tagen an Ort und, Stelle festgestellt, welche Maßnahmen für die einzelnen Gebiete notwendig seien. Diese sollen, soweit es in dieser harten Zeit möglich ist, in kürze st er Zeit durchgeführt werden. Auf vorgeschobenem Posten sei das Grenzland Ostpreußen ein rocher de bronce, an dem nicht gerüttelt werden dürfe als einem Teil des Vaterlandes, der ganz besonders mit dem Reich verbunden sei.
„Wenn wir hier im Grenzland zusammenkommen", so fuhr Ministerpräsident Göring fort, „dann dürfen wir nicht auseinandergehen, ohne unserer Volksgenossen im Memelland zu gedenken, die allein auf sich gestellt einen schweren Kampf um die ihnen durch internationale Verträge feierlichst verbrieften Rechte führen. Wenn ihr herniederblickt ins Memelland und b o r|t den Terror seht, bann könnt ihr erkennen, was es heißt, unter einer fremben Herrschaft zu stehen. Dann vermag man es zu ermessen, welch großes Glück einem Volk gegeben ist, bas zur engsten Gemeinschaft zusammenge- s ch m i e b e t einen Führer besitzt, bem Freiheit unb Ehre bas höchste Gut ist. Dann verstehen wir auch, in welcher Art ein Volk schmachtet, das biese Freiheit nicht besitzt.
Dir fühlen uns eins mit den Brüdern im IHemellanb, und niemand in der Welt kann von uns verlangen, daß wir die Stimme des Blutes ersticken, die empört auffchreit, wenn wir von dem Terror hören, dem deutsche Brüder und Schwestern schutzlos preisgegeben sind. Es ist unerträglich, daß ein kleiner Staat mit un
gehören, da den Arabern aus eigener Erfahrung die Wirkungen einer Fremdherrschaft bekannt seien. Sollte aus diesem Konflikt ein Weltkrieg entstehen, so würden die Araber nicht wieder wie im letzten Kriege durch Sentiments und leere Versprechungen ihre Haltung bestimmen lassen. Die arabischen Stämme würden unabhängig von allen Sentimentalitäten sich jener Seite anschließen, die ihrem nationalen Befreiungskampf den größten Nutzen zu bieten vermöge.
gelegenheit gesteckt worden seien, habe man angesichts der allgemeinen Weltkrise d i e Arbeiten unterbrechen müssen. Die abessinische Regierung habe aber bis zum Jahre 1924 regelmäßig den ihr zustehenden Betrag erhalten, und der Vertrag bestehe heute noch zu Recht. Der Kaiser behaupte zwar das Gegenteil, aber die französische Gesellschaft seit stets ihren Verpflichtungen nachgekommen, während der Negus den Arbeiten nicht den im Vertrag vorgesehenen Schutz habe angedeihen lassen. Die Gesellschaft sei auch entschlossen, ihre Rechte geltend zu machen; sie habe bereits den französischen Außenminister ebenso wie Mussolini davon unterrichtet.
Rickett läßt sich nicht ausfragen.
London, 9. Sept. (Reuter. Funkspruch.) Der Finanzagent Rickett, dessen abessinische Konzession so gewaltiges Aufsehen erregt hat, traf am Sonntagabend an Bord des französischen Dampfers „Por- thos" aus Dschibuti in Suez ein, wo er sofort von zahlreichen Presseberichterstattern mit Fragen bestürmt wurde. Die Frage, ob er eine Unterredung mit Mussolini gehabt habe, bevor er nach Abessinien ging, scheint Rickett überrascht zu haben. Nach einigem Zögern erwiderte er: „Ich kann Ihnen auf diese Frage nicht antworten." Die Beantwortung weiterer Fragen habe er ab» gelehnt, dagegen versprochen, bei feiner Ankunft in London, ungefähr am 15. d. M., eine sehr aus» ührliche Erklärung abzugeben.
___ ____er gegründet sein kann. Zugleich vertraue ich darauf, daß die Gemeinsamkeit vieler Ideale, die das faschistische Italien und das natio- nalsozialistische Deutschland verbindet, sich mehr und mehr zum Besten unserer Länder auswirken wird und daß die daraus erwachsenden Vorteils auch der übrigen Welt zugutekommen werden.
Nach dem Empfang schritt der Führer die im Ehrenhof aufgestellte Ehrenwache ab. Er wurde hierbei und auf der Fahrt durch die Wilhelmstraße nach der Reichskanzlei von der Bevölkerung, die sich zahlreich angesammelt hatte, begeistert begrüßt.
London, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus Genf: Der Staatssekretär des Aeußern, Sir Samuel Hoare, der gestern auf dem Luftwege in Genf eingetroffen ist, brachte eine Botschaft für den Völkerbundsminister Eden mit, in der dieser der vollen Unterstützung Baldwins und des Kabinetts in dem von ihm in der abessinischen Frage befolgten Kurs versichert wird. „Times" spricht von Versuchsballons, die meist in Rom ober Paris losgelassen worden seien. Eine Meldung, daß Mussolini jich verpflichtet habe, während der Versöhnungsbemühungen keine Feindseligkeiten zu eröffnen, werde in amtlichen Kreisen in Abrede gestellt. Die
willigenkorps zur Verfügung gestellt. Ihr Anführer erklärte, gemeinsam mit den kovtischen Christen für den Kaiser und die Freiheit Abessiniens kämpfen zu wollen. In Addis Abeba ist die erste japanische Medikamentensammlung im Werte von 20 000 Pen eingetroffen. Eine weitere, für das Rote Kreuz be- ftimmte Sendung ist unterwegs. Der Führer der arabischen Partei der nationalen Verteidigung in Palästina Ragheb Bey Nashashibi erklärte, es sei selbstverständlich, daß die Sympathie aller arabischen Stämme Abessinien
Italiens neuer Botschafter.
Berlin, 8. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute mittag den neu ernannten Königlich Italienischen Botschafter, Herrn Bernardo A t t o l i c o, um sein Beglaubigungs- schreibten und das Abberufungsschreiben seines Vorgängers, des Botschafters Vittorio Cerruti, entgegenzunehmen. Der Botschafter wurde nach dem üblichen Zeremoniell zum „Haus des Reichspräsidenten" geleitet. Im Vorhof des Reichspräsidentenhauses erwies eine Ehrenwache des Heeres dem Botschafter die vorgeschriebenen militärischen Ehrenbezeugungen.
Der Botschafter überreichte die königlichen Handschriften dem Führer und Reichskanzler und führte dabei u. a. folgendes aus: Italien, das gegenwärtig in einem Werk hoher Bekräftigung der Macht und der nationalen Würde begriffen ist, fordert von allen vor allen Dingen Derständis für feine begründeten Interessen, ein Verständnis gleich dem, das es für die begründeten Interessen anderer hat und haben wird. Für dieses Werk des gegenseitigen Verständnisses zwischen unseren beiden Ländern werde ich ein treuer Kämpfer und überzeugter Befürworter sein, denn ich bin dessen sicher, daß aus der guten Freundschaft und der aufrichtigen und freiwilligen Zusammenarbeit unserer beiden Länder — die Heide von jenem Gedanken der Gerechtigkeit geleitet werden, ohne den nichts in der Welt wirklich fest und dauerhaft sein kann — nur Vorteile für alle erwachsen können.
Der Führer und Reichskanzler
antwortete u. a.: Mit lebhafter Genugtuung ent-
Paris, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit der Petroleumkonzession, die Der Negus einer amerikanischen Gesellschaft zugestanden hat, hatte man in Frankreich auch viel von einem Vertrag aesprochen, der 1919 zwischen einer französischen Gesellschaft und bem damaligen Ras Safari, d. h. bem jetzigen Kaiser von Abessinien, abgeschlossen worden sei.
Der Leiter dieser französischen Gesellschaft, ein Großindustrieller namens Bayard, hat dem „Journal de Roubaix" nähere Einzelheiten abgegeben. Die Verhandlungen hätten als Ausgangspunkt das Versprechen gehabt, der Gesellschaft d i e Ausbeute des gesamten abessinischen Bodens zu übertragen. Der abessinische Staat sollte dafür eine Million Goldfranken, einen Taler je Hektar und 30 v. H. des Reinverdienstes erhalten.
Nach eingehender Prüfung des Bodens durch einen Studienausschuß habe man festgestellt, daß Abessinien sehr reich an Gold, Platin, Nickel und Diamanten sei, während man nur geringe Mengen von Petroleum gefunden habe. Auf Grund dieser Feststellungen sei dann am 6. Mai der Vertrag endgültig zustande- getommen und auf 75 Jahre festgesetzt. Dieser Vertrag sei auch ordnungsgemäß vor dem französischen Gesandten in Addis Abeba unterzeichnet und dem Quai d'Orsay zur Kenntnisnahme übersandt worden.
Nachdem sechs Millionen Goldfranken in die An-
behre der Grundlage. Laval soll die Frage des Schicksals der Eisenbahn Dschibuti — Addis Abeba im Falle des Kriegsausbruches aufgeworfen haben. Da diese Eisenbahn die einzige Verbindung Abessiniens mit der übrigen Welt darstellt und im Falle der Unterbrechung des Verkehrs Abessinien sich jeder Möglichkeit beraubt sähe, sich Medikamente und andere lebenswichtige Produkte xu verschaffen, soll Laval die Möglichkeit erörtert haben, die Eisenbahn unter die Aufsicht des Roten Kreuzes zu stellen. Die Mitglieder des Fünfer-Ausschusses sowie der abessinische Abgeordnete sollen diesen Vorschlag günstig ausgenommen haben, während der italienische Vertreter seine Stellungnahme vorbehalten habe.
Italiens Ansmarschplan.
Vermutungen des englischenReuterbureaus.
London, 8. Sept. (DNB.) Reuter gibt aus Addis Abeba Einzelheiten über die angeblichen Operationspläne der Italiener wieder. Danach sollen die Italiener die Absicht haben, zuerst im Norden bei Adua anzugreifen, um zunächst die Schmach ihrer Niederlage von 1896 auszulöschen Der Angriff würde hier mit allen modernen Hilfsmitteln, Tanks, Panzerwagen, Gas und Flugzeugen geführt werden. Auch Großflugzeuge, die als Truppentransporter eingesetzt werden sollen, würden verwendet werden. Von Adua aus würde der Angriff weiter nach Aksum geführt werden, wo sich die Abessinier versammelten. Das Kommando auf italienischer Seite führe der General de Bono, auf abessinischer Seite Ras S e y u m. 35 000 Abessiniern würden die Italiener 100000 Mann weiße Truppen gegenüberjtellen. Erst wenn die Operationen im Norden durchgeführt seien, würde ein Vorstoß im Süden erfolgen, wo General Graziani das Kommando führe. Graziani werde nur langsam vorgehen, er erwarte, daß er e r ft bei H a r- rar auf größeren Widerstand der Abessinier stoßen werde.
„Abessinien soll unser sein!" 20000 Avantgardisten in Parade vor dem Duce.
Rom, 8. Sept. (DNB.) 20 000 Awcmtgardisten marschierten am Sonntagnachmittag vor Mussolini auf der Dia dell' Jmpero vorbei. Große Menschenmassen säumten die Straße, als Mussolini, begleitet von den Spitzen des faschistischen Staates, eintraf und vom Präsidenten der Opera Balilla begrüßt wurde. 6000 Offizieren der Opera Balilla, denen die Ausbildung und Schulung der Avantgardisten anvertraut ist, folgten 100 Feldgeistliche. Motorrad- und Fahrradabteilungen schlossen sich an, denen 24 Legionen der Campo Dux, zusammen 20000 Mann, folgten. Mit sichtlicher Freude und Zufriedenheit sah der Duce dem Vorbeimarsch der faschistischen Jugend zu. Die Menge brach verschiedentlich in laute Beifallsrufe aus, die gleichzeitig dem Duce und den Avantgardisten galten. Die Begeisterung kannte keine Grenzen, als aus der Menge Rufe laut wurden: „Abessinien soll unser sein!" Den Abschluß des Vorbeimarsches bildeten zwei Legionen Marine-Avantgardisten, Die kriegsmäßig ausgerüstet waren und sogar Maschinengewehre mit sich führten.
Deutsche Frauen und Kinder vertaffen Abessinien.
Addis Abeba, 7. Sept. (DNB.) Am 15. September reifen mit dem Dampfer „Adolf Woermann" zwölf deutsche Frauen und Kinder aus Dschibuti ab, die Abessinien verlassen haben. Weitere neun Anmeldungen zur Abreise liegen vor. Von der Gesamtzahl fino 18 Frauen und Kinder und drei Männer. Sämtliche Abreisen erfolgen auf eigenen Wunsch. Die Meldung, wonach die deutsche Gesandtschaft einen Sonderdampfer zum Abtransport der gesamten deutschen Kolonie angefordert habe, ist unrichtig.
Sympathien für Abessinien.
Addis Abeba, 7. Sept. (DNB.) 26000 berittene muselmanische Guragis haben sich am Samstag dem Kaiser in Addis Abeba als Frei-
zu einer Bluttransfusion, von der sie sich eine Besserung für das Befinden Congs versprechen. Die Untersuchungen haben ergeben, daß die kugel den Wagen durchbohrt hat Große Besorgnis besteht, da man mit der Möglichkeit rechnen muß, daß die kugel vergiftet war und so zu einer inneren Blutvergiftung führen wird.
Long war ursprünglich Anhänger Roosevelts und seiner neuen Wirtschaftspolitik, später wurde er ein erbitterter Kritiker. Durch geschickte politische Manöver und reichliche Gewährung von Protektionen hatte er sich in der Stellung als Gouverneur von Louisiana den Platz eines ungekrönten Königs verschafft. Der jetzige Gouverneur Allen ist sein naher Freund, und die gesetzgebende Versammlung des Staates befindet sich vollständig in seiner Hand. Die Oppositionspresse ist so gut wie ganz zum Schweigen gebracht und die Verteilung von Staatsämtern an seine Anhänger hat ihm die Kontrolle über die Verwaltung des Staates gegeben. Er war auf dem Felde der nationalen Politik als Führer der Bewegung erschienen, die für „Verteilung des Wohlstandes" eintrat. Alle Vermögen von mehr als 3 ober 4 Millionen Dollars sollten liquidiert werden, jeder Familie sollte ein bestimmtes Einkommen gesichert werden, und außerdem sollte jede Familie einen Kraftwagen und einen Rundfunkapparat erhalten.


