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Deutschland fordert Genugtuung
zu sprechen hatte. Die Gangster scheinen bei
deutschen Flagge das Urteil destruktiven Methoden der
Herrn Brodsky in irgendeiner Form Eingang gefunden zu haben, denn er scheut sich nicht, 21 n - griffe von Kommuni st enhorden auf ein deutsches Schiff und auf die deutsche Flagge z u decken, diese 2lngreifer freizusprechen unter unglaublicher Beschmutzung des deutschen Ansehens und deutschen Rufes.
Um noch einmal den damaligen unliebsamen Vorfall zu rekapitulieren, so hatten Kommunisten, ohne daß die amerikanische Polizei rechtzeitig und wirksam eingegriffen hätte, die „Bremen" gestürmt, die Flagge abgerissen und ins Wasser geworfen. Dem sofortigen Eingreifen der deutschen Mannschaft ist es gelungen, die Eindringlinge von Bord zu jagen und weiteres Unheil zu verhindern. Der Fall ist also klar und eindeutig. Und dennoch findet sich ein amerikanischer Richter, der diese Tat nicht nur mit einem Freispruch billigt, sondern darüber hinaus den Pöbel der Straße zu weiteren Ausschreitungen geradezu ermuntert. Die amerikanischen Gangsters werden aus richterlichem Munde derartige Aeußerungen gern zur Kenntnis
digllch aus religiösen oder ethnologischen Gründen, Entwürdigung der gelernten Berufe — kurz gefaßt, wenn ich einen biologischen Begriff gebrauchen darf — einen atavistischen Rückschritt in mittelalterliche, wenn nicht gar barbarische soziale und politische Verhältnisse."
Das Urteil wird von der gesamten Morgenpresse in großer Aufmachung debracht. In weitesten Kreisen der Deutsch-Amerikaner hat es tiefgehendste Entrüstung hervorgerufen. Es wird auf dem am 6. Oktober im Madison Square Garden stattfindenden Deutschen Tag die gebührende Antwort erhalten. Außerdem haben die größeren deutsch - amerikanischen Verbände die Absicht, beim Staatsdepartement in Washington V o r st e l l u n g e n gegen das Schandurteil zu erheben.
Deutscher Protest in Washington.
Washington, 7. Sept (DRV.) Der deutsche Botschafter Dr. Luther übermittelte am Samstag dem Staatssekretär hüll im Staatsdepartement den formellen Protest der Reichsregierung gegen die Ausführungen des Reuyorker Amtsrichters Brodsky bei der Urteilsbegründung im Prozeß wegen des Heberfalles auf die „Bremen". Staatssekretär hüll erklärte, daß er einen amtlichen Bericht vom Staatsgouverneur von
Reuyork, 7. Sept. (DRV.) 3n dem Prozeß wegen des kommuni ft ischen Heber- fallsaufdemLloyddampfer „Bremen" im Hafen von Reuyork hat der Amtsrichter Louis Brodsky am Freitag ein Urteil gefällt, das vor allem durch feine Begründung eine unerhörte Beleidigung Deutschlands darstellt. Sämtliche Angeklagten wurden von der Anklage der „gesetzwidrigen Zusammenrottung freigesprochen". Lediglich ein Angeklagter wurde wegen Waffenbesitzes in haft behalten. 3n seiner Urteilsbegründung lieh sich der Amtsrichter dazu hinreihen, die nationalso- zialistische deutsche Regierung und die Hakenkreuzflagge in der wüstesten Weise zu beschimpfen und den Lloyddampfer „Bremen" als „P i r a t e n f ch i f f" zu bezeichnen.
Die Urteilsbegründung begann mit einer Darlegung der Ereignisse an Bord des Lloyddampfers „Bremen". Dann fuhr Amtsrichter Brodsky wörtlich fort: „Ich bin mir durchaus der Tatsache bewußt, daß das offene Führen der Naziflagge für diese Angeklagten berechtigter- oder unberechtigterweise die Vorstellung von einem Piratenschiff hervorgerufen hat, das herausfordernder Weise in den Hafen einer Nation einfährt, von der es kurz' vorher ein Schiff in den Grund gebohrt hatte, (eine Anspielung auf die „Sufi- tania"? — Die Schriftltg.) mit der schwarzen Piratenflagge stolz an seinem Mast.
In der weiteren Urteilsbegründung erklärte Amtsrichter Brodsky u. a., daß die Anwesenheit der vier Angeklagten Arthur Blair, William Bailey, William Howe und George Blackwell auf der „Bremen" keine gesetzwidrige Zusammenrottung dargestellt habe. Bezüglich des Angeklagten Vincent Mc Cormack beständen Widersprüche in der Zeugenaussage, daß er angeblich den amerikanischen Detektiv Matthew Solomon niedergeschlagen haben soll. Bezüglich der erstgenannten vier Angeklagten lägen keinerlei Beweise für eine Gesetzesverletzung vor (!). Sie hätten sich nur unter der Menschenmenge befunden, die sich durchaus gesetzlich am Pier eingefunden habe, um gegen die deutsche Hakenkreuzflagge zu protestieren, wozu sie so lange berechtigt gewesen sei, als sie nicht den Frieden störte. Unabhängig hiervor stelle die weitere Frage, ob sich die Angeklagten individuelle Handgreiflichkeiten haben zuschulden kommen lassen, ein ganz anderes Problem dar. Unter der Vorgabe einer gesetzlichen Ansammlung dürften von Einzelpersonen keine Gewalttätigkeiten verübt wer- den, und der Urteilsspruch dürfe keineswegs so aus- gelegt werden, als ob derartige Ausschreitungen gebilligt würden.
„Es kann jedoch wohl fein, dah das Zeigen der Hakenkreuzflagge im Reuyorker Hafen berechtigter- oder unberechtigterweife von den Angeklagten oder anderen Teilen unserer Bürgerschaft als unerwünschtes hissen eines Zeichens betrachtet wurde, das alles das versinnbildlicht, was den amerikanischen 3dealen von den Gott gegebenen und unverrück- baren Rechten aller Völker sowie von Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück Z u - widertäuft. Rach Ansicht der Versammelten bedeutet dieses Zeichen bet Raziregierung Krieg her Religion, Vernichtung von Witbürgern te-
Die Manöver in der Lüneburger Heide beendet
Kritik, Vorbeimarsch und Großer Zapfenstreich in Gegenwart des Führers.
Unerhörte Beleidigung Deutschlands durch einen Reuyorker Richter.
Freispruch im Prozeß wegen des kommunistischen Lleberfatts auf die „Bremen"
Errüedanktag *1935.
Sonderzitge am 5. Oktober z«m Bückeberg.
Auch In diesem 3af)te werden ans dem fflau Hessen-Na,«an mehrere Sonder,üge ,n dem seierlichen Slaalsaki ans dem ^-bcrg <8. 0kl-ber) sohren. Für diese Sondcrzuge ist die beispiei- lofe Fahrpreisermäßigung von 7 5 t).9. gewährt worden, so dah Z- B. die Fahrt 5ran - furt a. 2H. — Bückeberg und zuruck nur 7 Mark kosten wird. Die Sonderzüge werden voraussichtlich am 5. Oktober abfahren und am 7. Oktober wieder im Heimatort eintreffen. 3hre Abfahrtszeit wird so gelegt, dah sie von allen anderen Stationen gut erreicht werden können. Auch für die Zubringerstrecke gilt die 75prozentige Fahrprelser- mähigung, wenn die Fahrtteilnehmer im Besitz der Sonderzugfahrkarte find.
Es ist zu erwarten, dah sehr viele Volksgenossen die Gelegenheit wahrnehmen, an dem (Erntebanr- fest auf dem Bückeberg teilnehmen zu können. Alle Volksgenossen, die sich an der Fahrt beteiligen wollen, müssen sich daher umgehend, späte- stens jedoch bis zum 10. September, beidenzuftändigenOrtsbauernführern melden. Für die Städte Wetzlar, Friedberg, Alsfeld nehmen die Dienststellen der dort ansässigen kreisbauernschaften die Meldungen entgegen.
Ls wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dah nur diejenigen Volksgenossen die Sonderzüge benutzen können, die ihre Anmeldung rechtzeitig, also bis zum 10. September, abgegeben haben. Vei> spätete Anmeldungen werden nicht berücksichtigt. Volksgenossen, die sich bereits bei anderen Dienststellen angemeldet haben, müssen ihre Anmeldung ebenfalls bis zum 10. September bei den oben erwähnten Dienststellen der Bauernschaft wiederholen. Rähere Einzelheiten betreffend Abfahrt der Son- derzüge usw. werden rechtzeitig durch Rundfunk und Presse bekanntgegeben.
heil Hitler!
[ Gez. Müller- Scheid,
1 Gaupropagandaleiter und Leiter der Landes- ' stelle Hefseu-Rassau des Reichsministeriums für i Volksaufklärung und Propaganda.
In einem Lande, das mit dem Gangfter-Un- wesen genug zu tun hat, sollte man annehmen müssen, daß die Justiz und ihre Träger den größten Wert darauf legen, an Würde und Anstand zu retten, was nur zu retten ist. In Neuyork scheint ma'n jedoch darüber anders zu denken. Nachdem bereits der Oberbürgermeister ßaguarDia sich die denkbar größte Mühe gegeben hat, den Ruf der Stadt in Amerika und vor dem Auslande herabzusetzen, wetteifert nun mit ihm auf diesem Gebiete auch der Amtsrichter Brodsky, der über die Angreifer auf die „Bremen" und über die Schändung der
liegt die große, mehr als 3000 Personen sasiende Trtbüne, auf der auch nicht ein freies Plätzchen zu entdecken ist. Der Führer und Generaloberst von Blomberg begrüßten bei ihrem Eintreffen besonders herzlich den greifen General Litz m a n n, der es sich nicht hatte nehmen lassen, an dem ersten großen Manöver der jungen deutschen Wehrmacht teilzunehmen.
Gegen 11 Uhr erklangen die Kommandos, wurden die Trommeln gerührt, setzte die Musik ein, und dann ziehen von der Hausmannshöhe her in nordwestlicher Richtung auf den Kronsberg zu ole feldgrauen Kolonnen vorüber. Der Oberbefehlshaber des Heeres General der Artillerie F r e i h e r r v o n Fritsch hatte sich selbst an die Spitze der vorbei- marschierenden Truppen gesetzt. Ihm folgten mit kurzem Abstand der Befehlshaber des Gruppenkommandos II General der Artillerie Ritter von L e e b und der Kommandierende General des VI. Armeekorps Generalleutnant von K luge, der das ihm unterstellte Korps vorbeiführte. Den Vorbeimarsch eröffnete die blaue Partei, der sich die rote anschloß, erst Fußtruppen mit aufgepfianstem Seitengewehr, dann berittene und motorisierte Verbände und zuletzt in der Luft die beteiligten Fliegerformationen. Die Infanterie marschierte m Bataillonskolonnen, die Reiter schwadronsweife in Linie und im Trab, die Artillerie in geschlossener Batterie im Trab, die motorisierten Truppen in geschlossener Kompanie. Mehr als zwei Stunden dauerte der Vorbeimarsch.
Großer Zapfenstreich in der Heide.
Celle, 7. Sept. (DNB.) Mit einem Kampfbild von packender Vielgestalt und größter Eindringlichkeit schloß der letzte Tag der großen Herbstübungen des VI. Armeekorps. Die blaue Partei hatte am Nachmittag und Abend des Freitag den Kronsberg nicht nehmen können, dagegen nach erbittertem Ringen das wichtige Höhengelände nordöstlich Suroide erobern können, das eine gute Artilleriebeobachtung für die Fortführung des Angriffs möglich machte. Auf Grund dieses gegnerischen Ekfolges bezog Rot in der Nacht zum Samstag eine rückwärtige Verteidigungsstellung und ließ nur schwache Teile seiner Truppe am Feinde zurück. Da es den Angriff von Blau am Samstagfrüh gegen feinen Westflügel besonders gegen die Hausmannshöhe erwartete, gruppierte Rot seine Kräfte in der Nacht entsprechend um. Blau verlegte den Schwerpunkt feines Angriffes für den 7. September in Ausnutzung feines bisherigen Erfolges nun ausgesprochen auf den Westflügel zur Wegnahme der Hausmannshöhe und stellte sich in der Nacht hierzu bereit. Schlagartig zur festgesetzten Zeit um 7 Uhr am Samstag brach der 21 n g r i f f von Blau unter Einsatz von Fliegerkampfkräften und mit Unterstützung der gesamten Artillerie, von der Teile die feindlichen Artilleriebeobachtungen auf der Hausmannshöhe durch starken Nebeleinsatz ausschalteten, gegen d i e rote Verteidigungsstellung vor. Die am Feinde gebliebenen schwachen Kräfte der roten Partei wurden schnell überrannt. Rot versuchte unter Einsetzung aller seiner Wachen den blauen Angriff gegen die Hausmannshöhe abzuwehren.
Als gegen 8 Uhr die vordersten Teile von Blau sich der Verteidigungsstellung von Rot näherten, wurde die Hebung a b g e b I a f e n..
„Das Ganze — halt!" schmetterten die Hornisten. Der Offiziersruf holt alle Offiziere zur Kritik auf die Hausmannshöhe. Unweit des Bunkers Föhrenbach ist, durch einen Markierungsballon gekennzeichnet, ein gewaltiger Kreis durch Mannschaften mit Gewehr bei Fuß gebildet. Neben einer weithin sichtbaren Generalstabskarte in den respektablen Ausmaßen von 5 mal 5 Metern, auf der die Ausgangsstellung der letzten Hebung farbig angelegt ist, steht die Korps- f I a g ge des Kommandierenden Generals des VI. Armeekorps, des Befehlshabers im Wehrkreis VI, Generalleutnant von Kluge, der die Manöver geleitet hat.
Auf dem Feldherrnhügel entwickelt sich ein Bild, wie es wohl feit Kriegsschluß nicht mehr dagewesen
Reuyork Lehmann zwecks Prüfung und Erwägung anfordern werde.
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„New York Times" bezeichnet das Urteil als unglücklich. Offenbar habe der Richter vergessen, daß sein Amt ihn hätte abhalten sollen, sich in die- fer Weise über die Hakenkreuzflagge zu äußern. Zu dem Protest des deutschen Botschafters erinnert das Blatt daran, daß der Bundesregierung ebensowenig Einfluß auf die Handlungen städtischer Polizeirichter zustehe, wie auf Bürgermeister. Falls aber Bürgermeister ßaguarbia dem Richter Brodsky einen scharfen Verweis wegen seiner anstößigen Aeußerungen erteile, würde er innerhalb feiner Befugnisse und in Ueberein« ftimmung mit den Wünschen „Dieter unserer besten Bürger" handeln. — „New York Herald Tribüne" schreibt u. a.: Wir verlieren die Achtung für unsere Farben im Aus- lande, wenn Beamte in unserem eigenen Land ungestraft ihren Richtersitz als „Seifenkiste" (das in Amerika übliche Podium für Straßenredner) benutzen dürfen, von wo sie aufreizende Verachtung für Flaggen von Nationen äußern können, mit denen wir im Frieden zu leben bestrebt sind. Sollte Brodskys Fehlurteil das amerikanische Volk der demütigenden Verpflichtung unterwerfen, als Gebot internationaler Schicklichkeit eine weitere Entschuldigung abzugeben, so wird sich dieser Polizeirichter unserer Nation gegenüber i n seiner schweren Schuld befinden.
Der Führer stattete am Abend dem Offizierskorps des VI. Armeekorps im Offiziersheim des Munster-Lagers einen Besuch ab. Gegen 21 Hhr fuhr der Führer dann durch ein Fackelspalier der Soldaten zum ebenfalls fackelumsäumten Sportplatz, wo die Musikkorps des VI. Armeekorps zum großen Zapfenstreich angetreten waren. Eine wunderbare Stimmung lag über der Heide. Schwarzblauer, fternenbefäter Himmel, hinter uns zwischen schmalen, dunklen Wolkenbänken, die seltsame Schatten werfen, zwischen riesigen Tannen der Mond. All die Männer im Stahlhelm stehen wie in Erz gegossen. Als alle Lichter verlöschen und nur der Fackeln feuriger Schein den Platz erhellt, klingen Trommeln und Flöten, Fanfaren tönen darein: der große Zapfenstreich hat begonnen. Offiziere und Soldaten grüßen noch einmal den Führer. Dann verabschiedet sich der Führer und geht durch das Spalier der Fackeln zu seinem Zuge.
Rechtsprechung keineswegs einverstanden ist. Da, wo man, gewissermaßen als Selbstverteidigung, 3ur Lynchjustiz greifen muß, stimmt etwas in der Rechtsprechung nicht. Das amerikanische Volk als solches ist viel zu nüchtern und zu ruhig, als daß es zu so verzweifelten Methoden Zuflucht nähme, wenn es in Amerika eine Rechtsprechung gäbe, Die dem Dolksempfinden gerecht würde. Wenn die deutschen Proteste sich also auch nicht gegen die ame- rikanische Regierung und das Volk richten, sondern gegen eine Justiz, Die die Sache der Gangsters zu ihrer eigenen macht, dann erwartet man doch, daß Volk und Regierung in den Vereinigten Staaten offen zu erkennen geben, daß sie einen solchen richterlichen Verstoß gegen internationale Gepflogenheiten ablehnen und verurteilen. Wenn es Herrn Brodskys Privatmeinung ist, daß das Deutschland von heute nicht der Jdealzustand wäre, so interessiert uns das wenig. Wir legen aber Wert Darauf, mit Amerika und dem amerikanischen Volk auf einem Fuße zu ver- kehren, wie er zwischen Völkern des zwanzigsten Jahrhunderts üblich ist. Daß wir es nicht hin- nehmen können, daß unsere Flagge der der Piraten gleichgesetzt wird, darüber kann kein Zweifel bestehen. Am wenigsten in Amerika. Wir warten auf die Antwort von jenseits des Ozeans.
Protest der Aeichssührung des AS.-Iuristenbundes.
Berlin, 8. Sept. (DNB.) Wie der „Völkische Beobachter" berichtet, hat der Reichsjuristenführer, Reichsleiter und Reichsminister Dr. Hans Frank, Präsident der Akademie für deutsches Recht, unmittelbar nach Erhalt der Meldung über die ungeheure Herabwürdigung der nationalsozialistischen Reichsflagge und des Deutschen Reiches durch den Richter Brodsky in Neuyork eine Sitzung der Gesamtjuristenführung in das Haus der deutschen Rechtsfront zusammenberufen. Es waren die Vertreter der deutschen Richter und Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Notare, Rechtspfleger, Jungjuristen, Wirtschaftsrechtler und Rechtspro- fefforen, demnach b i e obersten ständischen Führer des deutschen Rechtslebens, erschienen. In dieser Versammlung führte Reichsleiter Dr. Frank aus:
„Richter Brodsky ist Jude, Juden können weder unsere Flagge noch unser nationalspzialistisches Deutschland irgendwie beleidigen. Daß ein Jude das Ehrenkleid eines Richters in den kulturell so überaus hochstehenden Vereinigten Staaten von Nordamerika mißbrauchen kann, um den ganzen ohnmächtigen Haß seiner Rasse gegenüber dem wiedererstehenden nationalsozialistischen deutschen Volk auszulassen, ist allerdings ein em« ft e r und h o ch st bedauerlicher Vorgang.
Aber weder das ehrenvolle Volk der Vereinigten Staaten von Nordamerika noch auch die nut Recht so angesehene I u st i z der Vereinigten (Staaten haben etwas mit diesem Exzeß zu tun. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß diese bodenlos niederträchtige Gemeinheit eines Juden unter dem Schutze eines amerikanischen Staatsamtes geschehen konnte.
Im Namen des gesamten deutschen Rechtslebens, im Namen der deutschen Justiz und aller deutschen Rechtswahrer erhebe ich gegen diese unerhörte Verunglimpfung P r o t e ft, indem ich an das Oe- rechttgkeitsempfinden des edlen amerikanischen Volkes appelliere, das — es ist meine feste Erwartung — es nicht als angemessen empfinde, datz irgendein einem Ghetto entlaufener Bursche unter dem Mißbrauch der liberalen Gesetzgebung der Vereinigten Staaten von Nordamerika sich als Rich- ter aufführen und Schänder der- deutschen Flagge freisprechen darf. Die geeigneten Schritte werden durch die Reichs- und Parteistellen unternommen werden."
Die Gesamtführung der deutschen Juristen bt» grüßte die Erklärung des Reichsfuristenführers mit lebhaftem Beifall und gab ihrem Empfinden durch ein Sieg-Heil auf den Führer treffenden Ausdruck-
ist. Das Rot der Generalität leuchtet, dann sammeln sich in großen Gruppen die Offiziere der roten und blauen Partei, die Schiedsrichter mit den weißen Mützenrändern, der Manoverstab mit Den gelben Armbinden, daneben leuchtet das Helle Grün der Landespolizei. Als Gäste mit dem Stabschef an der Spitze eine Fülle von SA.-Fuhrern, daneben SS.-Führer. Dann kommt in weißen Sommermützen die Marine und schließlich Die Flieger.
In einem weiten Karree nimmt das Offizierskorps Aufstellung. Generalleutnant von Kluge meldet dem Führer die Offiziere Dann beginnt die Kritik. Nach Generalleutnant Kluge spricht Der Kommandeur der Heeresgruppe II, General der Artillerie Ritter von Leeb, dann bringt der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr v o n F r i t s ch , seinen Dank zum Ausdruck für alles, was er in diesen Tagen sehen konnte. Zum Schluß tritt Reichskriegsminister, General- oberft von Blomberg, an das Pult und gibt der Bedeutung der Ereignisse und der Leistungen des ganzen Jahres Ausdruck. Die Wehrmacht marschiere unerschütterlich hinter der Fahne, die der Führer über Deutschland aufgezogen habe. Der Aufmarsch der Wehrmacht auf dem Reichspartei, tag 1935 sei das Zeichen innerer Verbundenheit des deutschen Soldaten mit der nationalsozialistischen Weltanschauung.
Von der Hohe bietet sich dem Auge ein prachtvolles Panorama. Die Heidelandschaft ist durchsetzt mit verstreutem Wachholder, silberweißen Birken uni) roten Ebereschensträuchen. Tiefdunkel liegen in einer Talsenkung das Meinholzer Moor, in der Ferne in hellem Sonnenlicht die strohbedeckten Bauerndörfer der Heidjer. Wie schmale helle Bänder ziehen sich die Wege durch das Bild, auf denen alle an der Hebung beteiligten Truppenteile zur Bereitstellung für den Parademarsch auf einem südlich der Höhe gelegenen Felde marschieren.
Parade vor dem Führer.
Die Ehrengäste aus Regierung, Bewegung, Wehrmacht, Behörden, Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft haben die mit frischem Grün verkleideten Gasttribünen befliegen, unter ihnen der englische General Fuller, der während und nach dem Kriege die englische Tankwaffe befehligte und der ganzen Hebung beigewohnt hatte. Dor der Ehrentribüne ist ein kleiner Aufbau errichtet, von dem der Oberste Befehlshaber Adolf Hitler den Parademarsch ab nimmt. Auf der Gegenseite
nehmen, und es ist keine Frage, daß. damit jedes ausländische Schiff in amerikanischem Hafen befürchten muß, aus irgendeinem Grund angegriffen oder belästigt zu roeroen. Wieweit das amerikanischen Interessen dient, diese Frage zu stellen, erübrigt sich.
Auf der anderen Seite sollte man sich einmal vorstellen, daß im Hamburger Hafen die amerikanische Flagge von einem Schiff heruntergerissen worden wäre. Ein Proteststurm aus den Vereinigten Staaten wäre die selbstverständliche Folge gewesen. Unb selbstverständlich hätte Deutschland auch alles, was in seinen Kräften steht, getan, um dem amerikanischen Staat Genugtuung zu verschaffen. Denn bisher ist es im internationalen Verkehr ja doch immer noch so, daß mit der Flagge das Land repräsentiert wird und daß eine Flaggenfrage als Ehrenfrage angesehen wird. Es ist in Deutschland kein Zweifel Darüber, daß auch d i e Regierung der Vereinigten Staaten auf diesem Standpunkt steht, wie sie ja damals auch das Vorgehen des Oberbürgermeisters von Neunork verurteilt hat. Wenn selbstverständlich die deutsche Regierung auf dieses Urteil hin in Wasying- ton einen Protest überreichen ließ, so erwartet sie und mit ihr das deutsche Volk, daß die amerikanische Regierung die notwendigen Schritte tun wird, um Deutschland vor aller Welt und in aller Öffentlichkeit Genugtuung zu geben.
Wir gehen nicht soweit, mit dem Urteil eines einzelnen Richters, der dazu noch den „gut amerikanischen" Namen Brodsky trägt, das amerita- nifcfje Volt identifizieren zu wollen.
Das um fo weniger, als sich aus der jüngsten Vergangenheit genügend Beispiele dafür erbringen lassen, daß Das amerikanische Volk mit der Art der


