das
23. Fortsetzung.
Nachdruck verboten!
Gestern noch müde Gesichter. Heute tolles Zungenlachen lu den Areizeltlagern der HZ.
„Und ich darf niemals zu Dietrich davon sprechen?"
aus ihnen zu arlas Ohr. Nun
Neues zur Krastfahrzeugsteuer.
Don Or. jur. et rer. pol. K. Wuth, Sachverständigem in Steuerfragen, Lierlin.
Wir sanden zueinander.
Roman von Klothilde v. Stegmann.
Arheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.)
rung, noch die nachstehend genannten drei Kameraden der HI. nachzutragen, denen ebenfalls Ehrenzeichen verliehen wurde:
volkstümlichen, kolonialen Werbefest am kommenden Sonntag bekannt.
Vornotizen.
— Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21.15 Uhr allgemeine Körperschule in der Schillerschule-, 20 bis 21 Uhr Reiten (Reitschule Schömbs, Brandplatz). — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „In goldenen Ketten".
*
** Eine Sechzigjährige. Frau Berta Döring, Schloßgasse 12, kann am heutigen Freitag ihren 60. Geburtstag feiern.
mann wird zu Konzert und Tanz ausspielen. Bei Bolksliedersingen, dem Kinderfest und Preisschießen werden alle Volksgenossen einen wirklich schönen Tag der Volksgemeinschaft verleben. Wie wir hören, sind der Eintrittspreis und das Tanzgeld, ebenso auch die Preise der Getränke und Speisen so niedrig gehalten, daß jeder Volksgenosse das Fest besuchen kann.
Oie alte Garde der HZ.
Unserem gestrigen Bericht über die Verleihung des Ehrenzeichens für die alte Garde der Hitler-Jugend sind, nach einer weiteren Mitteilung der Bannfüh-
wirklich ein Paradies. Und meine Gemüseanlagen! Du, auf dem Markt heißt es immer: so feste Kohl- köpfe und so zarten Salat und Spinat wie an meinem Stande gibt es nirgends."
Ihre Augen leuchteten vor Eifer.
Karla sah sie immer nur kopfschüttelnd an.
„Wenn du's mir nicht erzählen würdest, Marlen — es klingt wie ein Märchen: Gräfin Veltheim und einen Stand auf dem Markt. Nein, es ist kaum zu glauben!"
„Du vergißt, daß ich nur dem Namen nach Grä- fin Veltheim bin — im übrigen bin ich Marlen Korda und will es bleiben."
„Und es ist dir immer gelungen, diese Täuschung auftechtzuerhalten?"
Marlen nickte.
.^Jawohl!"
„Und dein Bruder Georg?"
„Dem hab' ich erzählt, daß ich von einer alten Gönnerin, einer schwedischen Dame, so reich bedacht worden bin."
„Warum hast du ihm nicht wenigstens reinen Wein eingeschenkt?"
„Unmöglich, Karla! Er würde nicht einen Pfennig von mir annehmen, wüßte er, wie ich zu dem Geld gekommen bin. Und du kannst mir glauben, mir selbst ist es hart genug geworden, das Geld auch nur anzurühren. Aber nun ist Georg auf gutem Wege; seine Erfindung wird in großem Maßstab in Amerika ausgebeutet. Er hat einen guten Vertrag und wird bald viel Geld haben. Dann erstatte ich das, was ich für ihn verwandt habe, auf Heller und Pfennig zurück."
"2tber Marlen! Das hast du doch gar nicht nötig! Es ist doch dein gutes Recht, von diesem Geld zu nehmen!
Marlen hob den Kopf mit einer stolzen Bewegung:
„Ich erkenne dieses Recht für mich nur so lange an, als es um das Leben meines Bruders ging. Langer aber nicht.
„Aber du hast doch Dietrich dafür auch etwas gegeben, nämlich die Möglichkeit, durch feine Heirat das Testament zu erfüllen und Herr auf Velt- !>E.zu werden. Wenn du die Dinge nur rein
v Je^en willst, seid ihr doch beide quitt. Du gabst deine Einwilligung zur Heirat, er gibt dir die Rente." ”
Da wich der stolze Ausdruck auf Marlens Gesicht.
Lippen zitterten, ihre Augen verschleierten
Das ist ein himmelweiter Unter- schied, Denn er verachtet mich, und i ch — ach Karla, auch ohne einen Pfennig Geld hätte ich alles getan, Herr auf 8)6^^ werden kann. Mein Leben hätte ich dafür gegeben, nicht nur meinen Namen. >
„So sehr liebst du ihn, Marlen?"
Ä Ww. Karlal"
Marlen faß im Vestibül des Hotels mit einer Zeitschrift. Ab und zu schaute sie auf die Armbanduhr. Es war bereits eine halbe Stunde über die verabredete Zeit. Ob Georg immer noch in der Konferenz war?
„Ach bitte, wanhte sie sich an den Geschäfts, führer, „ist das Konferenzzimmer noch von meinem Bruder, Herrn Ingenieur Korda, besetzt?"
Der Geschäftsführer schaute auf die Tafel:
„Jawohl, gnädiges Fräulein. Die Herren sind noch bei der Besprechung."
Marlen wartete noch eine Weile. Dann erhob sie sich Sie mußte doch einmal schauen, wie lange die Sache noch dauerte. Sie verspürte plötzlich großen Hunger. Wenn Georg noch lange zu tun hatte, wollte sie sich einen kleinen Imbiß auf ihr Zimmer bringen lassen.
Das Konferenzzimmer lag an einem großen, geU erleuchteten Gange neben den Lesesälen, den Schreib- und Rauchzimmern. Vor der großen Glastür hing außen ein dicker Friesvorhang, der Lärm und Schall absperrte.
Marlen schob vorsichtig den Vorhang etwas zur Seite Durch das Glas der Tür konnte sie jetzt das Konferenzziffer überschauen. An einem gro. feen runden Tisch saß Georg mit zwei Herren.
Papiere, Mappen lagen vor ihnen. Außerdem standen auf dem Tisch ein paar kleine Gläschen mit irgendwelchem chemischen Inhalt.
Georg faß mit dem Rücken zu Marlen. Die bei. den anderen Herren aber konnte sie deutlich sehen. Welcher mochte Mister Beyer fein? Der ältere Herr mit dem sympathischen weißhaarigen Kopf und der frischen, rosigen Gesichtsfarbe, wie Ameri« kaner sie sich oft bis ins späte Alter bewahren? Oder jener andere Magere mit dem gelichteten Haarwuchs, dem schmalen Munde, dem langen amerikanischen Kinn und den kleinen, flinke«
Mrtjchuvg fdetil .
18. Kapitel.
Nachdem Marlen und Georg im Hotel angelangt, verabschiedete sich Georg von seiner Schwester. Er wurde im Konferenzzimmer des Hotels von Mister Beyer und dessen Anwalt erwartet. Marlen wollte inzwischen einen kleinen Bummel durch die Stadt unternehmen und sich dann wieder mit Georg zum Abendbrot zusammenfinden.
ho?lzimmer war kühl und ruhig. Sie er- ftischte sich durch ein Bad, dann ging sie hinunter auf die Terrasse, um Tee zu trinken. Bald hatte sie einen angenehmen Platz gefunden, nicht zu nahe an der Straße und doch nahe genug, das Treiben draußen behaglich zu genießen. Sie kam ja sonst
ie &a3u- Denn ihr Arbeitstag war so aus- gefullt, begann zeitig und endete so spät, daß sie abends immer todmüde ins Bett sank. Es war ja mcht nur die Betreuung des Gartengeländes allein das Gießen, Jäten, Neupflanzen, Ausroden' llmgraben und was alles dazu gehörte, einen Gärt- nereibetrieb richtig in Schwung zu halten. Es gab la au& öte Abrechnungen über die Verkäufe auf Dem Wochenmarkt, das Führen der Bücher, die Ueberlegungen, wie man den Absatz steigern konnte, und tausend Singe mehr. Wenn Marlen nicht den alten Franz gehabt hätte mit seiner Er- fahrung, fo wäre sie vielleicht doch mitunter nicht allem zu Rande gekommen. So aber gelang es 'N. angestrengtester Arbeit, das Notwendige immer wieder zu schaffen.
Um so dankbarer aber empfand sie eine Aus- ruhestunde wie diese. Und sie hätte kein junger Mensch sein müssen, wenn das elegante Leben und Treiben hier ihr nicht doch Spaß gemacht hätte.
Behaglich schlürfte sie ihren Tee und ließ die Augen umherwandern. Die bewundernden Blicke der Herren ringsumher schien sie nicht zu sehen. Wagte es aber einer einmal, allzu nahe und zu dreist an ihrem Tisch vorüberzugehen, ihr allzusehr ins Gesicht zu starren, so fixierte ihn Marlen mit einem so eisigen Blick ihrer schönen grauen Augen, daß der Kecke verlegen den Kopf nach einer anderen Richtung wandte.
Marlen hatte es nicht bemerkt, daß ein älterer Herr mit einem jungen. Mädchen ein paar Reihen von ihr entfernt bei feinem Nachmittagskaffee qe- feffen hatte. Jetzt erhob er sich, winkte noch ein- mal zu dem jungen Mädchen herüber und ging dann langsam die Terrasse herab auf die Straße und auf ein Auto zu.
Sie Terrasse hatte sich nun allmählich etwas qe» Öul, int Abendbrotzeit nahte schon»
den Bettieb in vollem Umfang auftechtzuerhalten und in der Folgezeit zu feinem jetzigen Umfange auszudehnen. Bemerkt sei noch, daß Herr Hütten» b e r g e r seit Sezember 1934, durch Die Handwerks« kammer in Sarmstadt bestellt, Obermeister feiner Berufsinnung ist.
** Endlich Regen! Nach langen, heiße« Wochen und richtigen* Hundstagen, nach viel Son« nenschein und endloser Trockenheit, begann es heute morgen etwas zu regnen. Nachdem in den frühen Morgenstunden noch teilweise blauer Himmel durch die Morgenwolken schimmerte, verdichtete sich die Wolkendecke zusehends und es kam zu einem leichten Regen. Hoffentlich sind uns und insbesondere dem Bauern nunmehr einige gründliche Regentage belieben.
** Wohnhausbauten in der obere« Marburger Straße. Wie in anderen Stadtteilen, wird auch in der oberen Marburger Straße mit der Erbauung von Wohnhäusern begonnen. Sie Baufirma H. W. Rinn beabsichtigt, auf dem ihr gehörigen Sandgrubengelände nächst der Karls» ruhe sieben Zweifamilienhäuser, bestehend aus drei Zimmern, Küche, Bad und Nebenräumen zu errichten. Ein Zweifamilienhaus ist bereits fertiggestellt und bezogen worden, während in diesem Sommer noch zwei Wohnhäuser erstellt werden sollen.
** Ein folgenschwerer Verkehrsun« fall ereignete sich in der Licher Straße. Sie 70jährige Frau Röttger aus Schweinsberg, dis gegenwärtig in Gießen zu Besuch weitt, wurde von einem Motorrad angefahren und stürzte dabei zu Boden. Sie bedauernswerte Frau erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, außerdem verschiedene äußere Verletzungen. Auch der Motorradfahrer, de etwa 44jährige August Müller von Obermör- len, kam zu Fall und zog sich eine Gehirnerschütte- rung sowie Verletzungen am Kopf, an Armen und Seinen zu. Beide Verunglückte mußten von der Sanitätskolonne in ärztliche Behandlung gebracht werden.
** Mittwochs Sonntags - Rückfahrkarten nach Limburg. Anläßlich der 700» Jahrfeiern des Somes zu Limburg werden vom 14. August bis 11. September jeweils Mittwochs Sonntags-Rückfahrkarten der Reichsbahn nach Limburg mit eintägiger Gültigkeit von 0.00 Uhr bis 24 Uhr ausgegeben.
** Bootstaufe bei der Gießener Ru- dergese llschast. Am kommenden Sonntag findet im unteren Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft 1877 die feierliche Taufe dreier Rennboote durch Oberbürgermeister Ritter statt. Im weiteren Verlauf des Nachmittags und am Abend otgt geselliges Beisammensein. Näheres im heutigen Anzeigenteil.
„Nein, Karla! Lieber soll er mich verachten. Lieber will ich unglücklich fein. Es gibt keine schrecklichere Demütigung als verschmähte Liebe!" Sehr ernst verabschiedeten sich die beiden Freundinnen voneinander. Karla, um zum Bahnhof zu fahren — Marlen, um ihren Bruder abzuholen.
Während der ganzen Reife lag Karla schlaflos in ihrem Schlafwagenabteil. Sie Räder ratterten und fangen. Eine Melodie schien sich formen. Unablässig klang sie an K< formte sie sich zu Worten:
„Sietrid) und Marlen, sie beide müffen Zusammenkommen! Sie müssen zusammenkommen!" sagte Karla plötzlich ganz laut und entschieden vor sich hin. Marlen hatte ihr verboten, mit Sietrid) übet sie ZU sprechen. Aber sie hatte ihr nicht verboten, mit einem anderen zu sprechen. Und Karla wußts schon, mit wem.
Gefolgschaftsführer Willy Hanke, Scharführer Erich Schäfer, Scharführer Walter Krömmelbein.
Hütet die Zunge!
Die Zähne mahlen tagaus, tagein als Diener der Zunge das Essen klein. Den Zähnen wird oft die Arbeit schwer, die Zunge springt sorglos hin und her. Die Zunge, schwatzhaft und unbedacht, hat mir schon vielen Aerger gebracht. Die Zähne selbst packt oft eine Wut. Sie beißen die Zunge! Das tut ihr gut.
Puck.
Sparerbund Gießen.
Man berichtet uns: In der letzten Monatsoer- fammlung des Sparerbundes am vergangenen Dienstag im „Hessischen Hof" sprach der Orts» gruppenieiter H. Lorenz eingehend über das Thema „Attuelle Sparer- und Rentnerfragen". Trotz wiederholter Warnungen hätten noch in den letzten Monaten zahlreiche Sparer ihre ganzen Ersparnisse nur in Aktien angelegt. Während an der Börse die festverzinslichen Werte stabile Kurse aufwiesen, entbehrten die Kurssteiaerungen der Aktien zum größten Teile einer fachlichen Begründung und beruhten häufig weniger auf stürmischen Käufen, als vielmehr auf der Knappheit des herauskommenden Materials. Sem ständigen Kurs- auftrieb folgte Mitte Juli eine Ueberraschuna, als bekannt wurde, daß einige Schiffahrtsgesellschaften aniert werden müßten und eine Zusammenlegung »er Aktien notwendig sei. Bis auf die Hälfte des eiterigen Kurses siel eine Anzahl Aktien. Durch nichts fei es begründet gewesen, daß die Sparer den Aktienbesitz vor dem Renten- oder Hypothekenbesitz bevorzugten. Niemand könne nach reiflicher Ueberlegung ernstlich behaupten, daß ein Aktienpapier eines Wirtschaftsunternehmens besser sei als ein Staatspapier oder ein Pfandbrief oder ein durch Sachwerte gedecktes Sparbuch. Wenn die Sparer die starken Kursschwankungen der letzten Zeit auf dem Aktienmarkt an der Börse einmal ruhia durchdenken würden, würden sie bald wieder ju solider Spareinlage zurückgehen, zumal auch ferner bei den meisten Aktien der Zinsertrag ge- ringer fei, als bei den anderen Kapitalanlagen und auch vorläufig eine weitere Zinssenkung undenkbar iei, weil der Kapitalmarkt den Bedarf nicht zu decken vermöge. Wenn sich auch durch die Inflation und die sogenannte Aufwertungsgefetzgebung bei den Sparerschichten eine gewisse Abneigung gegen Rentenwerte festgesetzt habe, so stehe doch fest, daß der jetzige Staat die kapitalpolittschen Sünden des vergangenen Nooemdersystems in weitgehendstem Maße wieder gutmacht und damit im eigenen, wohlverstandenen Interesse das Verftauen in die staatlichen und festverzinslichen Papiere wiederherstellt. Nach dem Hinweis auf den neuesten Erfolg des Sparerbundes mit lOOprogentiger Abfindung Der Inhaber der Genußrechte der Fürstenbergischen Hypothekaranleihe von 1913 statt der ursprünglich angebotenen 10 Prozent ging Herr Lorenz auf das Gebiet der Rentnerversorgung über. Auch hier habe der Sparerbund in letzter Zeit Eingaben an maßgebende Regierungsstellen gerichtet. Sie Rent
ner könnten nach den Aeußerungen auf der am 5. und 6. Juli in Berlin stattgefundenen Arbeitstagung überzeugt fein, daß die NS.-Volkswohlfahrt und damit die Partei hinter den Wünschen und Vorschlägen der Rentner für eine Zukunftsgestaltung der Rentnerhilfe stehe und die Loslösung von der öffentlichen Fürsorge erstrebe.
Gegen Schluß der Versammlung gab Herr Tetzner, der Ortsgruppenführer der Vereinigung ür koloniale Wiedergewinnung, die kürzlich vollzogene Zugehörigkeit des Sparerbundes zur Kolo- nialen Arbeitsgemeinschaft und die Einladung zum
Für die Kraftfahrzeug st euer vom 1. August 1935 ab sind einige Neuerungen zu beachten, die auf Grund der Surchführungsbestim- mungen vom 5. Juli d. I. gelten.
IDagenarf und Sfeuerfarif.
Zunächst ist bereits rückwirkend vom 1. April 1935 an für die sog. Kombinationswaaen, die sowohl zur Personenbeförderung, als auch zur Güterbeförderung eingerichtet sind, die Unterscheidung zwischen Personenkraftwagen und Lastkraftwagen festgelegt. Siefe Wagen gelten als Lastkraftwagen, wenn die für die Güterbeförderung verwendbare Nutzfläche zwei Quadratmeter übersteigt, andernfalls als Personenkraftwagen. Kraftfahrzeuge, die durch Auswechslung ihres Aufbaues zeitweilig zur Personen-, zeitweilig zur Güterbeförderung benutzt werden können, werden allgemein als Lastkraftwagen besteuert. Andernfalls darf der Fahrzeugeigentümer den zur Güterbeförderung geeigneten Aufbau nicht mehr verwenden und muß Dies dem Finanzamt anzeigen. Sie Eigenschaft als Personenkraftwagen geht in anderen Fällen für nach Bauart und Ausstattung zur Beförderung von Personen geeignete und bestimmte Kraftfahrzeuge nicht dadurch verloren, daß mit ihnen oder in einem mitgeführten Anhänger auch Güter befördert werden.
Sie neuen Bestimmungen über die Kombinatiöns- roagen gelten bereits rückwirkend vom 1. April 1933 an. Unanfechtbar gewordene Steuerbescheide und Rechtsmittelentscheidungen aus der Zeit vor dem 1. August 1935 bleiben jedoch unberührt. Sind die Rechtsmittelfristen am 1. August noch nicht abgelaufen, so tritt der Bescheid an diesem Tage außer Kraft; das Finanzamt hat erforderlichenfalls einen neuen Bescheid entsprechend den nunmehrigen Bestimmungen zu erlassen.
Steuert ar (en, deren Gültigkeitsdauer vor dem 1. August 1935 begonnen haben, bleiben grundsätzlich bis zum Ablauf gültig. Wenn sich jedoch für volle Monate nach dem 31. Juli 1935 eine geringere Steuer oder Steuerbefreiung nach den neuen Vorschriften ergibt, so wird die Steuer für volle Monate der Steuerkarte in entsprechender Höhe erstattet, sofern es sich um einen Betrag von mindestens fünf Mark handelt.
Steuererleichterungen.
Sie Ermäßigung der Kraftfahrzeugsteuer auf Va kann nunmehr von 1. August 1935. an für — mit flüssigen Brennstoffen angetriebene — Personenkraftwagen bei einem Hubraum von mehr als 2400 ccm beantragt weroen, die vor mehr als fünf Jahren vor Beginn der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte erstmalig zugelassen waren. Mindestens wird die Steuer für einen Personenkraftwagen mit einem. Hubraum von 2400 ccm erhoben. Ser Ermäßigungsantrag ist spätestens bei Lösung der Steuerkarte zu stellen. Bezüglich laufender Steuerkarten gilt das oben Gesagte.
Rechtzeitig neue Steuerkarte beantragen!
Vor Ablauf der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte ist jeweils unaufgefordert beim
Finanzamt die Erteilung einer neuen Steuerkarte zu beantragen, wobei zweckmäßig gleich der •Steuerbetrug zu überweisen ist. Unterläßt der Steuerschuldner die weitere Versteuerung trotz Aufforderung des Finanzamts, so beantragt dieses bei der Zulassungsbehörde die Einziehung des Kraftfahrzeugscheins und die Entfernung des Dienststem- pels auf den Kennzeichen (Zwangsabmeldung). Bei Fortbestehen der Steuerpflicht über die Gültigkeitsdauer der Steuerkarte hinaus wird für jeden an- gefangenen oder vollen Monat ein Zwölftel der Jahressteuer berechnet nebst einem Aufgeld von 8 v. H. für einen Zeitraum bis zu zwei Monaten, von 6 v. H. für drei bis fünf Monate, von 3 v. H. für 6 bis 11 Monate, mindestens insgesamt fünf Mark. Als Stichtag gilt der von der Zulaffungs- behörde mitgeteilte Tag der Einziehung des Kraftfahrzeugscheins und Entstempelung des Kennzei- chens. Aus Billigkeitsgründen kann das Finanzamt einen früheren Tag zugrundelegen oder von der Einziehung der Steuer absehen, letzteres, wenn glaubhaft gemacht wird, daß das Kraftfahrzeug nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte nicht mehr benutzt worden ist.
Diederanmeldung des Kraftfahrzeugs.
Für die Wiederbenutzung des Kraftfahrzeugs nach erfolgter Steuerabmeldung erteilt das Finanzamt die Zustimmung zur Wiederaushändigung des Kraftfahrzeugscheins nur, wenn die rückständige Steuer entrichtet, erlassen, niedergeschlagen oder gestundet worden ist und eine neue Steuerkarte gelöst wird. Von der vorherigen Einziehung des Steuerrückstandes kann das Finanzamt absehen, wenn die wirtschaftliche Existenz des Steuerschuldners dadurch in Frage gestellt werden würde, daß er das K r a f t- fahrzeug nicht benutzen kann. Sie neue Steuerkarte oder eine schriftliche Zustimmung des Finanzamts muß der Zulassungsbehörde zwecks Wiedererlangung des Kraftfahrzeugscheins vorgelegt werden.
Einstellung eines anderen Kraftfahrzeugs und sonstige Veränderungen.
Bei Einstellung eines anderen Kraftfahrzeuges, für das keine höhere Steuer zu entrichten ist, kann ebenfalls entweder die Umschreibung der bisherigen ober die Erteilung einer neuen Steuerkarte beantragt werden. Sas gleiche gilt, wenn sich während der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte infolge von Veränderungen des Kraftfahrzeugs (z. B. Einbau eines schwächeren Motors) die Steuer ermäßigt.
Eine Verlegung des Wohnsitzes ist dem Finanzamt anzuzeigen, wenn dadurch ein an- deres Finanzamt zuständig wird. Der Steuerschuld- ner erhält von dem neuzuständigen Finanzamt für die bisherige eine andere Steuerkarte, ohne daß dafür eine Gebühr erhoben wird.
Bei Aenderung des Kennzeichens durch die Zulassungsbehörde ist dem Finanzamt die Steuerkarte einzusenden, Das sie berichtigt.
**DleSpr?SihstundendesRsichsKattH Halters in Hessen und des Personalamtes bet Hessischen Landesregierung fallen während des Mo* nats August aus.
** Geschäftsjubiläum. Am - morgigen Samstag, 10.August, kann die Firma Georg Hüttenberger, Waschanstalt und Rasenbleicherei, Gießen, auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken» Mit geringen Mitteln gründete Herr Hüttenbergeh der heute noch Besitzer und Inhaber des Geschäfts ist, sein Unternehmen. Srei Waschfrauen waren damals im Betrieb tätig. Jrn Jahre 1914, während der Mobilmachung, wurde die Wäscherei von Handarbeit auf maschinellen Betrieb umgestellt. Im Jahrü 1915 rückte Herr Hüttenberger zum Regiment Nr. 116 ins Feld, 1917, 1918 bis zum Ende des Krieges war er bei den Kraftfahrtruppen in Frankreich. In dieser Zeit mußte der Betrieb von feinet Frau unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen weitergeführt werden. Nach dem Kriege wurde das Geschäft weiter ausgebaut, und auch in den schweren Jahren der Inflation gelang es Herrn Hüttenberger,
Marlen erhob sich auch; sie wollte in einem nahegelegenen Geschäft noch ein paar Kleinigkeiten besorgen. Sa hörte sie plötzlich ihren Namen.
„Marlen! Marlen!"
Wie elektrisiert wandte sich Marlen um. Sas war doch — ein glücklicher Schein lief über ihr Gesicht —, das war doch Karla?
Wirklich, es war Karla, die sich jetzt erhob und eilig hinter Marlen herkam.
„Karla!"
„Marlen!"
Sie Hände der beiden jungen Mädchen faßten sich fest und innig. Aus ihren Augen leuchtete die reinste Freude des Wiedersehens.
Bald hatte Marlen an Karlas Tisch Platz genommen, und die beiden Freundinnen konnten nach langer Zeit einmal* wieder miteinander plaudern. „Hast du meinen Brief nicht bekommen?" fragte Karla. „Ich schrieb dir, daß wir heute durch Ber- lin kommen und ich dich unbedingt sehen möchte." Als Marlen verneinte, berichtete Karla, daß sie heute abend nach der Schweiz abreifen wollten. Ser Vater hätte noch eine Verabredung thit ein paar alten Regimentskameraden, sie wollte sich dann mit ihm am Bahnhof treffen.
Marlen war enttäuscht. Wie schade, daß Karla chon abreiste! Jetzt erst fühlte sie ganz, wie sehr sie sich nach der Freundin gesehnt hatte.
„Komm doch mit — oder vielmehr; komm doch nach, schlug Karla vor, „ du bist doch dein freier Herr. Was machst du überhaupt jetzt im Sommer in dem heißen, staubigen Berlin? Ueberall ist doch im Sommer die Welt schöner — du solltest nur leben, wie herrlich es jetzt draußen bei uns ist." Sie schwieg erschreckt. Marlens eben noch so Gesicht hatte sich umschattet — sicher dachte sie jetzt an Veltheim.
„Dielen Sank, Karla, für deine Aufforderung, aber ich kann von hier nicht fort. Ich — ich habe hier zu tun."
„3ft das so wichtig, daß es nicht für ein paar -Ochesi putzen könnte? Marlen, was tust du hier eigentlich? Ich habe dich so oft in meinen Briefen gefragt wie du eigentlich lebst. Saß du müßig ul h'.?as fan?« ich nicht glauben —- dazu kenne
1 'ch dich zu gut."
Entschlossen antwortete Marlen:
! fi£Uh?aft recht, Karla. Und es ist ja auch keine : ^HnS*5rbeite.n T im Gegenteil! Wenn du
balten ^.r^1, Geheimnis für dich zu de- etm^Mtfpfta5wdro?ite daß du mich um so etwas bittest, Marlen — das erste Mal ist es nicht 3Utn ©uten ausgeschlagen. Nun, sei nur ruhi?, h^hhMrfrhrn6n)lCi*e ba6 Marlens Antlitz Ach herb verschloß, .sich versprech' es dir ja." 1 1 ^^^lchtete Marlen Karla von ihrer Tätigkeit. „Schade, daß ihr schon heute abend abreist
Karla. Sonst hattest du mein kleines Blumenreich teiuraal scheu müßen jetzt im Somme» $ &


