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Oppenheim und Dexheim. Als freie Leute sitzen sie auf größeren Gütern und bleiben auf fünf Jahr- Hunderte in Freud und Leid mit Grund und Boden auf Gedeih und Verderb verwachsen. In den höch­sten Gemeindeämtern gestalten sie als Bürger­meister, Gerichtsmänner, Almosenpfleger u. a. die Geschicke der engeren Heimat. Eine besondere Be> deutung weit über die heimatliche Flur hinaus er» langte der Maire (= Bürgermeister) Adam 3m« mel, 1801/26, dessen Briefwechsel in französischer Sprache mit dem Präfekten Jeanbon Saint Andr6, dem Vorsteher des Departements Donnersberg zu Mainz, noch zum Teil erhalten ist. Wohlverstandene Freiheit, gepaart mit starkem Verantwortungsbe­wußtsein ließ die Familie Anhänger und uner­schrockene Verfechter der Rechte der Münzer, der Reformation und der Reform des Freiherrn von Stein werden. Erst zunehmende Landnot trieb einen Teil der jüngeren Generation um die Jahrhun­dertwende in die Beamtenlaufbahn, ohne daß sich bas Erbgut der innigen Naturverbundenheit auch nur im geringsten geschmälert hätte. Bei aller Be­scheidenheit blickt die Familie mit berechtigtem Stolz auf die seit 1428 lückenlos nachweisbare Ahnenreihe und freut sich des beglückenden Sternes am Farni- llenhimmel. Ihre Verbundenheit mit den unvergesse­nen Vorfahren und die Verbundenheit unter sich brachten die Erschienenen durch das Symbol der Handkette stehend zum Ausdruck. Zur ferneren Er- Haltung und Stärkung des Familiensinns und zur Sicherung der weiteren Gemeinschaftsarbeit wurde der Zusammenschluß im VerbandFamilie Jmmel vom Rhein" vollzogen; Sitz Gießen, Beethoven« strahe 8 p.

Gründung einer Ortsgruppe des Bundes der Körperbehinderten.

Im Hotel Hovfeld fand eine von der Ar- beitsgemeinschaft des Reichsbundes der Körperbehinderten einberufene Ver­sammlung statt. Als Vertreter der NSDAP, und NSV. nahm Pg. F r a n k an den Verhandlungen teil, die Stadt Gießen war durch Verwaltungs­inspektor Rothermel, das Kreisamt und Kreis­fürsorgeamt durch Verwaltungsoberinspektor Hüll, die Deutsche Arbeitsfront durch Pg. A. Adam, die hiesige Ortsgruppe des Bundes der Arbeitsopfer durch A. Helfenbein vertreten.

Nach einer kurzen Einleitung und Begrüßung der Erschienenen durch E. Erb sprach zunächst der Landeswalter des Reichsbundes der Körper­behinderten, Pa. Benne (Frankfurt a. M.), über das Thema:Was will eine Selbsthilfeorganisation im neuen Staate?" Er führte dabei u. a. folgendes aus: Im Jahre 1919 sei der Selbsthilfebunü der Körperbehinderten von Schwerbehinderten gegrün­det worden. Unter den BegriffKörperbehinderte" fielen keine Kriegs- und Arbeitsopfer, die für ihre Beschädigungen eine Rente erhielten. Der Bund der Körperbehinderten umfasse in der Hauptsache Lei­densgefährten, denen von keiner anderen Seite als von öffentlicher Hand Mittel zur Verfügung gestellt würden. Der Bund und seine Tätigkeit fänden volle Anerkennung im Dritten Reich und insbesondere auch durch den Führer. Ihm gebühre Dank, daß es heute möglich sei, die Körperbehinderten als anerkannte vollwertige Arbeitskräfte in die Reihen der gesunden Volksgenossen zu bringen. Es müsse unter allen Umständen mit dem Gedanken auf­geräumt werden, daß der Körperbehinderte keine vollwertige Arbeitskraft sei. Er wolle kein Mitleid, sondern Anerkennung. Eine gründliche Schulaus­bildung sei für jeden Behinderten die beste Grund­lage für sein späteres Leben. Nach vollständiger Schulausbildung sorge der Bund für Unterbringung in einer geeigneten Lehre. Hier begegne man noch oft großen Vorurteilen. Man müsse aber berück­sichtigen, daß der Behinderte, wenn er keine aus­reichende Ausbildung erhalle, sich später auch keine Lebensexistenz schaffen könne und der Wohlfahrts­fürsorge anheimfalle. Nach Beendigung der Lehre bemühe sich der Bund, den Körperbehinderten in geeigneten Stellen unterzubringen. Der Bund gebe dem Behinderten ferner Gelegenheit, sich weiter- zubilden und an allen kulturellen Gütern teil­zunehmen. Ein besonderes Gebiet sei die Aufnahme der Schwerbehinderten in das Leben der Volks­gemeinschaft durch Ermöglichung der Teilnahme an Versammlungen, Ausflügen, Besuch von Theater und Konzerten, Beschaffung von Rundfunkgeräten. Der Bund sorge auch für rechtzeitige ärztliche Hilfe, unterstütze die Behinderten auch mit Rat und Tat bei der Beschaffung von Prothesen, Korsetts und anderen Hilfsmitteln. Auch die Beeinflussung der in Frage kommenden Gesetzgebung lasse sich der Bund angelegen sein.

Der Redner schloß seine Ausführung mll einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer.

Anschließend hieran sprach zunächst Verwallungs- inspektor Rothermel. Er betonte, daß die Stadt Gießen die Tätigkeit des Bundes der Körper­behinderten mit besonderem Interesse verfolge. Seit­her sei die Arbeit für die Körperbehinderten dadurch erschwert gewesen, weil in Gießen keine Orga­nisation vorhanden gewesen sei. Das Wohlfahrts­amt habe sich der Körperbehinderten seither schon in weitgehendem Maße angenommen, da rechtzeitige Hilfe von besonderem Vorteil sei. Sie werde die Arbeit des Bundes und der zu gründenden Orts­gruppe jederzeit unterstützen, und zwar nicht nur durch Fürsorge, sondern auch durch Unterbringung von Körperbehinderten.

Pg. A. Adam (Deutsche Arbeitsfront) betonte, daß sich die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront mit denen des Bundes der Körperbehinderten in vieler Hinsicht decken würden und daß seine Orga­nisation es als eine Selbstverständlichkeit betrachte, die Bestrebungen des Bundes nach Kräften zu unterstützen. Verwaltungsoberinspektor Höll hob hervor, daß die Unterbringung von Behinderten schwer fei, daß aber im Dritten Reich auch auf diesem Gebiet erfolgreiche Arbeit möglich sein dürste, Kreisamt und Kreisfürsorgeamt sicherten dem Bund weitgehende Unterstützung zu. Zum Schluß brachte der Vertreter des Bundes der Arbeitsopfer, A. H e l f e n b e i n, die Bereitwilligkeit zur Unter­stützung der Bestrebungen zum Ausdruck.

Nach einem kurzen Dcmkeswort nahm der Landes- Walter, Pg. Benne, die Gründung der Orts­gruppe vor und berief E. Erle zum Ortsgruppen­leiter.

Dieser sicherte tatkräftige Arbeit im Interesse des Bundes und der Körperbehinderten zu. Mit einemSieg-Heil!" auf den Führer und dem Horst- Wessel-Lied wurde die Versammlung geschlossen. Anschließend sand noch ein zwangloses Zusammen­sein der Tellnehmer statt.

Gießener Dochenmarktpreije.

Gießen, 9. Juli. Aus dem heuttgen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 155 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inlän­dische) 10, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Gelbe Ruben, das Bündel 8 bis 10, das Pfund 15, Rote Rüben 10 bis 15,

Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün, deutsche) 40 bis 45, Puffbohnen 15 bis 18, Erbsen 15 bis 23, Mischgemüse 8 dis 10, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln, das Bündel 7, das Pfund 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 30 bis 50, Kar­toffeln (neue) 10 bis 18, (alte) 4Vz Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Pfirsiche, das Pfund 55 bis 60 Pf., Himbeeren 35 bis 45, Kirschen 40 bis 45, Heidelbeeren 35, Stachelbeeren 18 bis 35, Johan­nisbeeren 18 bis 25, Erdbeeren 35 bis 50, Nüsse 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 60, Einmach­gurken 6, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 5 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bündel 8 bis 10.

Vornotizen

TageskalenderfürDienstag: NSG. Kraft durch Freude", 19 bis 21 Uhr,' Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb auf dem Universitätssport­platz; 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße,Die scharlachrote Blume".

L. U. Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitge- teilt: Professor Dr. G e r t h s e n, Direktor des Physikalischen Instituts in Gießen, und Dozent Dr. W. S ch o p p e r, Oberarzt am Pathologischen In­stitut in Gießen, wurden zum Mitglied der Wil­liam - G. - Kerckhoff - Stiftung in Bad-Nauheim er­nannt.

L. U. Ehrenpreise für Markenmilch des Univ ersitäts-Versuchs gutes Un­terer Hardthof. Die Pressestelle der Landes­universität teilt mit: Bei der diesjährigen Reichs­nährstandausstellung in Hamburg wurde dem Uni­versitätsversuchsgut Unterer Hardthof für seine am Preisbewerb beteiligte Markenmilch ein 1. Preis,

der Siegerehrenpreis und der Ehrenpreis des Milch­wirtschaftsverbands Hessen zuerkannt.

** Hohe Auszeichnung für Bade­meister Ernst Müller. Dem hiesigen Bade­meister Ernst Müller, dem Sohn des Bade- anstaltsbefitzer Philipp Müller, wurde vom Füh­rer eine yohe Auszeichnung zuteil. Er erhielt die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr. Ernst Müller hatte, wir berichteten s. Zt. darüber, im August des Jahres 1933 während eines Ferien- aufenthaltes an der Ostsee unter dem Einsatz des eigenen Lebens einem Manne das Leben gerettet, der sich sehr well in die See hinausgewagt hatte.

** 50 Jahre im Gesangverein Groß- scher Männerchor. Arn gestrigen Montag konnten die Gebrüder Ludwig und Geora Beim- dorn, Gießen, Schiffenberger Weg, auf eine 50- jährige Mitgliedschaft im Gesangverein Großscher Männerchor (gegründet 1848) zurückblicken. Beide sind Mitgründer des früheren GesangvereinsGe- müllichkeit" Gießen (gegründet 1885) und haben sich um das deutsche Lied sehr verdient gemacht. Wenn beide auch nicht mehr akttv singen, so hatten sie doch ihrem Gesangverein stets die Treue.

** Unfälle. In der Nacht zum Sonntag kam der Arbeiter Hermann Will, Gießen, Setters­weg 52, der bei der Main-Weser-Hütte in Lollar beschäftigt ist, und sich mit dem Rad unterweas nach Lollar befand, schwer zu Fall. Er erlitt erhebliche Kopfverletzungen und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in ärztliche Be­handlung gebracht werden. Ein weiterer Unfall ereignete sich auf der Straße GießenLeihgestern. Der Arbeiter Willi Becker, Gießen, Seltersweg 30, stürzte vom Rad, erlitt Rippenbrüche und eine Ge­hirnerschütterung. Er mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Klinik gebracht werden.

Oberheffen.

Oekonomierat O Mingeihöffer t-

* Hungen, 9. Juli. Gestern vormlltag starb auf Hof-Graß der in weiten Kreisen der oberhessi­schen Bevölkerung sehr bekannte und hochgeschätzte Oekonomierat Oswald Klingelhöfser im Alter von 96 Jahren. Der Verstorbene wurde zu Batten- bcrg geboren, kam von dort aus in die hiesige Ge­gend und zwar nach Bellersheim, um schließlich als Verwalter auf das Hofgut Graß, des Grafen Wal« bersborff, überzufiebeln, bas bem bamaügen Päch­ter Puth unterstanb. Klingelhöfser heiratete eine Tochter bes Pächters unb übernahm später bas Gut selbst in Pacht. In ber Zeit seines jahr­zehntelangen Wirkens auf dem Gute entwickelte er ben lanbwirtschaftlichen Betrieb zu großer Voll­kommenheit. Seine reichen Erfahrungen, bis er im Laufe feiner intensiven lanbwirtschaftlichen Tätig­keit sammeln konnte, waren nicht nur ihm selbst, sondern auch vielen Landwirten seiner Umgebung wertvoll. Er wurde gerne gehört und seine Rat­schläge ebenso gerne befolgt. Bis in sein hohes Alter war er von einer überraschenden körperlichen und geistigen Frische. Noch, bis vor wenigen Jahren konnte man ihn den Weg von Hof Graß nach Hun­gen zu Fuß zurücklegen sehen, um dort in seiner Eigenschaft als Direktor der Molkerei-Genossenschaft Hungen seiner Arbeit nachzugehen. Der Molkerei- Genossenschaft stand er lange Zeit erfolgreich vor, solange, bis ihn fein zunehmendes Alter veranlaßte, von diesem Posten zurückzutreten. Dem Verstorbe­nen wird nicht nur innerhalb seiner Familie, son­dern in weiten Kreisen der oberhessischen Bauern­schaft ein ehrendes Andenken bewahrt werden.

Die Beerdigung findet ^morgen in Hungen statt.

.In diesem Zusammenhang ist es interessant, dar­auf hinzuweisen, daß sich das Hofgut Graß seit be­reits vier Generationen in der Pacht der Familie befindet. Der Schwiegersohn des Verstorbenen, Landwirt Rudolf Weiß, der das Gut lange Jahre bewirtschaftete, übergab es vor kurzem seinem Sohne, Werner Weiß. Da der jetzige Pächter des Gutes einen Sohn hat, ist zu erwarten, daß das Gut auch für die nächste Generation im Besitz der Familie bleibt.

prämienmarff in Alsfeld.

<> Alsfeld, 8. Juli. Vom herrlichen Som­merwetter begünstigt, fand am vergangenen Mon­tag der über die Grenzen Alsfelds hinaus bekannte Prämienmarkt unter sehr guter Beteiligung der Bevölkerung aus Stadt und Land statt. Bereits in den Vormittagsstunden füllte eine dichtgedrängte Menschenmenge den Lindenplatz, woselbst der Prä­mienmarkt stattfand und die übrigen Straßen der Stadt, die mit Krämerbuden dicht besetzt waren. Gegen 8 Uhr vormittags eröffnete Büraermeister Dr. Völsing in feierlicher Weise den Markt mit einer Ansprache, die umrahmt wurde von Fan­farenmärschen der Alsfelder Hitlerjugend.

Alsdann begann die Arbeit der einzelnen Prä­miierungskommissionen. Es waren aufgetrieben: 117 Pferde, 139 Stück Rindvieh, darunter 38 Bul­len für die B"llenauktion. Ziegen waren 30 Stück aufgetrieben, Eber 37, Schafe 16 Stück und 432 Ferkel. Nach Beendigung der Prämiierung fand die Vorführung sämtlicher preisaekrönter Tiere statt, wobei Landstallmeister Dr. Denker mittei- len konnte, daß das gezeigte Pferdematerial guali- tativ und guantitativ wesentlich besser sei als im Vorjahr, wie überhaupt die Pferdezucht im Kreis Alsfeld mit an der Spitze stehe. Erfreulich fei insbesondere die Zunahme der bodenständigen Pferdezucht.

Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen) sprach über die Prämiierung des Hessischen Fleck­viehs und des Rotviehs. Anschließend folgten eine Eberauktion und eine Bullenauktion des Tierzuchtamts Gießen der Hessischen Bauernkammer. Bei den Versteigerungen wurden durchweg sehr gute Preise erzi-tt. Dos Höchstgebot bei Bullen betrüb 1280 RM. Ab 15 Uhr fanden r e i t e r s p o r t li ch e Vorführun­gen eines SA. -Sturmes auf dem Fest- vlatz statt, die eine große Menschenmenge angelockt hatten. Die Darbietungen waren recht vielseitig und fanden beim Publikum großes Interesse. Mit dem Prömienmarkt war eine Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen, sowie eine Kaninchenausstellung verbunden. Abends fand in der Festhalle Konzert und Tanz durch die hiesige SA.-Kapelle in der gewohnten Weise statt.

Cönbfrde Gießen

00 Klein-Linden, 8. Juli. Die Orts­gruppe Klein-Linden der NSG.Kraft durch Freude" unternahm am letzten Sonntag eine mit Sorgfalt vorbereitete Autobusfahrt guer durch den Taunus. Früh um 7 Uhr verließen die Teilnehmer, die sich aus Arbeitskameraden der ver­schiedensten Berufe zusammensetzten, unser Dorf. Die Fahrt führte durch das herrliche Ufatal nach

Usingen zur Saalburg. Diese wurde eingehend be­sichtigt und auch dem Staatlichen Saalburgmuseum ein Besuch abgestattet. In Königstein, wo man um die Mittagszett anlangte, war von der dortigen Ortsgruppe der DAF. bzw. der NSG.Kraft durch Freude" alles aufs beste für den Besuch vorge­richtet worden. Der Ortsgruppenwalter der dortigen DAF. begrüßte die Reiseteilnehmer und führte sie durch die Stadt. In einem freundlichen Gasthof wurde gemeinsam zu Mittag gegessen. Der Orts» walter der NSG. ,Kraft durch Freude" Königstein gab seiner Freude über den Besuch der oberhessischen Arbeitskameraden Ausdruck und machte auf die Hauptsehenswürdigkeiten des Höhenluft- und Ner­venkurorts aufmerksam. Unter sachkundiger Führung wurden am Nachmittag die alten Festungsanlagen der Burg Königstein, der Kurgarten und der Mär­chenhain einer Besichtigung unterzogen. Aus der Rückfahrt wurden noch Bad Homburg und Bad- Nauheim Besuche abgestattet. Am Sonntagabend langten die Reiseteilnehmer hochbefriedigt von den vielen Eindrücken in unserem Dorfe an. Dem ört­lichen Ortswalter der NSG.Kraft durch Freude", Pg. Neuser, der diese Fahrt angeregt und auch für die glatte Durchführung Sorge getragen hatte, wurde der Dank ausgesprochen. In den Herzen aller aber, die diese Fahrt miterlebt hatten, klang der Dank an den Führer unseres Volkes wider.

* W i e s e ck, 8. Juli. Der hiesige Heizer Friedrich Weiß, 35 Jahre alt, dem durch einen unglück­lichen Zufall eine Wagendeichsel heftig gegen den Leib stieß, mußte mit dem Verdacht auf innere Verletzungen in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden.

wg. Großen-Buseck, 8. Juli. Nunmehr wurde das letzte Heu in unserer Gemarkung für das Gemeinde-Faseloieh eingeerntet. Da der Heu- oorrat infolge des geringeren Ausfalls im vergan­genen Jahre nicht ausreichte, wurden dieses Jahr mehr Morgen, zirka 35 Stück, im Verlaufe der ver­gangenen Woche an die Wenigstnehmenden das Mähen, Machen und Heimfahren, vergeben. Hierbei wurden durchschnittlich von der Gemeinde 18 bis 22 Mark bezahlt für den Morgen. Dieser Tage fand ein Gemarkungsrundgang, an dem sich eine größere Zahl Landwirte beteiligte, statt. Land­wirtschaftslehrer Nau, der den Rundgang leitete, erklärte den Landwirten verschiedene Krankheiten bei Hackfrüchten, Winter- und Sommergetreide, sowie die richtige Bekämpfimg derselben. Hierbei be­tonte er, daß als wichtigster Punkt, das öftere Wechseln des Saatgutes sehr wichtig sei. Auch sprach er von den wichtigsten Sorten der Hackfrüchte und des Getreides für unsere Landwirte. Auf dem abge­triebenen Schwalbenwald, der jetzt zu Ackerland an­gerodet ist, beantwortete er den Landwirten sehr eingehend ihre Fragen über die richtige Düngung dieser Boden. Seine Ausführungen wurden mit dem größten Interesse verfolgt.

* Queckborn, 8. Juli. Der hiesige Arbeiter Heinrich Döring erlitt bei seiner Arbeit eine schwere Quetschung der rechten Hand. Der 18 Jahre alte Landwirt Albert (Börner zog sich einen Unterschenkelbruch des rechten Beines zu und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.

y Watzenborn-Steinberg, 8. Juli. Die Heuernte hat auch in unserer Gemeinde ihren Abschluß gefunden. Der Ertrag war gut. Das Futter für das Gemeinde-Fafelvieh wurde von der Gemeinde selbst übernommen. Es wurden auf 15 Morgen Wiesen 300 Zentner Heu geerntet. Bei der Einbringung fanden mehrere Personen Beschäf­tigung.

^Watzenborn-Steinberg, 8. Juli. Die­ser Tage ereignete sich an der Straßenkreuzung bei der GastwirtschaftZur Wilhelmshöhe" ein De r - kehrsunfall. Ein von Leihgestern kommender Bulldogg" mit beladenem Anhänger stieß mit einem von ©rüningen kommenden vollbesetzten Postomnibus zusammen. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt; von den Insassen wurde glücklicher­weise niemand verletzt. Beide Fahrzeuge konnten ihre Fahrt fortsetzen.

ch Lich, 8. Juli. Am Samstag gegen Abend kehrte unsere Hitlerjugend, stark gebräunt von ber Sonne und neu gestärkt an Leib und Seele, aus dem HJ.-Zeltlager Finsterloh bei Wetzlar heim. Dank des Entgegenkommens der Lehrherren und Meister und infolge der regen Wirksamkeit ihres Gefolgschaftsführers Wilhelm Lerch, war es fast 70 der zur Gefolgschaft Lich und Umgegend gehä- renben Mitgliedern möglich gewesen, ben wohltuen­den Einfluß eines solchen Zeltlagers an Körper und Geist zu erfahren. Unter den Klängen des Mufik- zuges der HI. und begrüßt von der Einwohnerschaft marschierte die Gefolgschaft in die Stadt ein. Um einem weiteren Rutschen bes Eisenbahndamms vor dem Fuchsstrauch entgegenzutreten, läßt die Reichs­bahnverwaltung gegenwärtig vor dem Eingang in den Wald Riegel in den Damm einziehen. Die Stelle direkt am Eingang in den Wald, die in früheren Jahren öfters durch Rutschen tn Gefahr kam, ist

durch bas Einbauen von starken Riegeln keiner Ge- fahr bes Rutschens mehr ausgesetzt. Eine weitere Arbeitsbeschaffung hat Die Bahnverwaltung bamit in bie Wege geleitet, baß sie die über bie Wetter am Schloßgartenausgana führende Eisenbahnbrücke mit neuem Anstrich versehen läßt. Beide Arbeiten fleben einer Reihe von Arbeitern für längere Zeit Arbeit und Verdienst.

* Dorf-Gill, 8. Juli. Arn morgigen Mitt» woch findet in Dorf-Gill das alljährliche Mis» f i o n s f e ft der Pfarrei Holzheim-Dorf-Gill statt, das abwechselnd in den beiden Gemeinden gefeiert wird. Die Leitung des Festes hat Pfarrer Saun- Hardt- Holzheim. Als Redner sind gewonnen die Pfarrer V e i d t - Frankfurt a. M., Weber- Al. tenftabt, , Missionsinfpektor Viering- Barmen unb Missionar Brinkschmidt- Ehringshausen.

s. Lang-Göns, 7.Juli. Vor 50 Jahren trat unsere Hebamme, Frau Elisabeth Wenzel, als Zwanzigjährige in den Dienst der Gemeinde. Aus diesem Anlaß wurde heute in der Turnhalle mit geladenen Gästen das seltene Jubiläum ge­feiert. Etwa 250 Frauen waren erschienen, dar­unter zahlreiche Kolleginnen der Jubilarin aus der Umgegend, amtliche Vertreter und Vertreterinnen, Die Gäste wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Der Posaunenchor eröffnete die Feier mit dem ChoralLobe den Herren". Darauf hielt der Drts- geistliche, Pfarrer Wahl, eine Ansprache, in der er auf die schwere aber auch schöne Aufgabe der Hebammen hinwies und die hohen Verdienste von Frau Wenzel und ihrer Tätigkeit in der Gemeinde, Frau Wenzel hat rund 900 Kinder zur Weltge­bracht", besonders heroorhob. Seine Ansprache schloß mit einem dreifachenHoch" auf die Jubi­larin. Gemeinsamer GesangSo nimm denn meine Hände" folgte. Die Führerin der Fachschaft von Hessen sprach sodann die besten Glückwünsche aus und überreichte eine Ehrengabe an Frau Wenzel, zugleich auch an Frau Schneider, Hebamme zu Holzheim, die vor einigen Tagen ebenfalls ihr 50. Jubiläum feiern konnte und heute nach Lang- '©öns gekommen war. Die Fachschaftsleiterin der Ortsgruppe, Frl. Schäfer (Hausen) wünschte ebenfalls Glück. Im Namen der politischen Ge­meinde überbrachte Beigeordneter Faber ein Ehrendiplom und einen Geldbetrag. Seine Aus­führungen schlossen mit einemSieg-Heil!" auf ben Führer. Die Nationallieder folgten. Im Laufe des Nachmittags trugen bann noch einzelne Kinder paffenbe Gedichte vor, ber Gemischte Chor, unter Leitung von Karl Boller, fang brei Lieder, der Posaunenchor spielle und Volkslieder wurden gemein­sam gesungen. Den Dank für alle Gaben an alle Spender sprach im Namen der Jubllarin Pfarrer Wahl aus. Frau Wenzel feiert am nächsten Don­nerstag ihren 70. Geburtstag. Zum Schluß er­wähnte Bürgermeister Wenzel, ein Sohn ber Jubilarin, baß bie Zahl ber Geburten in Lang- ©öhs in ber letzten Zeit sehr gering gewesen sei. Die Gemeinbe Lang-Göns zähle zur Zett 1994 Ein­wohner. Diese Höhe sei aber in ber Hauptsache durch Zuzug erreicht worben. Es müßte dafür ge- sorgt werden, daß das zweite Tausend bald voll werde. Für den 2000sten Ortsbürger sei eine Prä­mie von 50 Mark ausgesetzt worden.

s. L a n g - G ö n s, 8. Juli. Am heutigen Montag fand die Musterung der Jugendlichen aus den Jahrgängen 1914 und 1915 in Gießen statt. An die alte Sitte anschließend, hatten die Burschen einen Wagen mit Waldesgrün geschmückt und fuh­ren gemeinsam mit Gesang nach der Stadt.

kreis Bübingen.

tt Ober-Widdersheim, 8. Juli. In diesen Tagen wäre im Hartbasaltsteinbruch der Firma Joh. Nickel beinahe ein in Geiß-Nidda wohnhafter Arbeiter Alfred Bopp, der auf unerklärliche Weise zwischen zwei mit Steinen beladenen Rollwagen geriet, ums Leben gekommen, wenn nicht die Arbeitskameraden im letzten Augenblick zugegrif­fen hätten. Immerhin wurde der Brustkorb derart gedrückt, daß ärztliche Hilfe sofort in Anspruch genommen und er nach Hause gefahren werden mußte. Ein anderer Arbeiter wurde durch einen beim Zurichten der rauhen Bruchsteine abspringenden Teil im Nacken unb Hinterkopf der- art verletzt, baß er arbeitsunfähig würbe. Aerzt- liche Hilfe war halb zur Stelle.

Kreis Schotten.

= Laubach, 7. Juli. In ber Jugenbherberge im alten Kasino bahier, welche fett bem 12. Mai als BDM.-Lager bient, fand heute nachmittag um 3 Uhr bie Eröffnung eines Jungmäbellagers statt im Beisein von Jungvolk, BDM. unb zahlreichen Laubacher Einwohnern. Die Jungmädeluntergau- führerin hatte bieje sowie bie Eltern ber Lager- Teilnehmerinnen in einem Aufruf herzlich einge- laben, um ihnen einmal zu zeigen, was in einem solchen Lager getrieben wirb, damit sie in Zukunft ihre Kinder noch einmal so ruhig und gerne dort­hin schicken. Die Jungmädel führten Turn- und sonstige Sportübungen vor, sangen Lieder im Kreis und tanzten in bunten Dirndlkleidern, be­gleitet von einer Ziehharmonika, schone alte Volks­tänze. Zum Schluß wurde ein stimmungsvolles Märchenspiel aufgeführt. Der gemeinsame Ge­sang eines Liedes beschloß die Feier. Man kann nur wünschen, daß unser Laubacher Jungmädel­lager in der schonen romantischen Jugendherberge noch recht vielen Teilnehmerinnen durch die Pflege alter deutscher Sitten und Weisen zum Erlebnis deutschen Volkstums und deutscher Volksgemein­schaft werden möge.

Laubach, 8. Juli. Dieser Tage besuchten die Kandidaten des Friedberger Predigerseminars mit ihren Professoren unter Führung bes ober- hessischen Denkmalpflegers Geh. Hofrat Pros. Dr. W a l b e Darmstadt unsere Stadt und besichtig­ten die alt-ehrwürdige Stadtkirche. Der vorzügliche Kenner hessischen Kirchenbaues gab interessante Er­läuterungen über die Baugeschichte und die archi­tektonischen Feinheiten bes Gotteshauses. Die aus­wärtigen Gäste fuhren bann weiter in bie um« liegenden Ortschaften Freienseen unb Gonters­kirchen, um auch bort bie Gotteshäuser zu besich­tigen.

Kreis Alsfeld.

G Aus dem oberen Ohmtal, 8. Juli. Obwohl das Getreide noch lange nicht reif ist, ver­nimmt man eben von Zeit zu Zeit in ben Orten das bekannte Brummen ber Dreschmaschinen. Es wirb auch tatsächlich gebroschen, unb zwar Raps ober übfamen. Dem Aufruf zum vermehrten Del- fruchtanbau ist in unserer Gegenb immerhin Folge geleistet worben, wenn auch vorerst nur in beschei­denen Ausmaßen.

Schweinemarkt in Alsfeld.

= Alsfeld, 8. Juli. Anläßlich des gestern statt- gefundenen Prämienmarktes, mit dem auch ein Schweinemarkt verbunden war, wurden 432 Ferkel aufgetrieben, darunter 214 Händlerschweine. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Tiere 22 bis 26 Mark, für acht bis zehn Wochen alte Tiere wurden 26 bis 30 Mark bezahlt. Der Handel war flott, es verblieb geringer Ueberftanb.