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Tages und der Nacht läßt immer

immer neue

RASIERCREME ' macht das Rasieren zum Genuß, Große, langreichendeTube5C Pf.

Oie hessischen Vermessungs­und Kulturbaubeamten im Ried

Spaten für das Vaterland einrücken dürfen. Un- gewohnt ist das Bild, das sich gegenwärtig wieder da und dort auf den Straßen bietet junge Menschen mit dem Rekrutenstrauß am Rockausschlag. Man sieht es ihren Gesichtern an, daß sie sich dar­auf freuen, einem Vaterlande, dem die Ehre wieder geschenkt wurde, dienen zu dürfen. Die Aelteren unter uns sehen ihnen heiter und bewegt nach, der Zeit gedenkend, da sie selber begeistert Arm in Arm

Starken halt, wird selber stark. Der Feige zieht den Feigen mit sich hinab.

Das Unwetter ließ am Aberck) nach. Jo fuhr mit einigen Männern nach dem anderen Ufer hinüber, um nach Bert zu seh.en. Sie fanden chn unter den Trümmern des Bootshauses.

ihnen herüber.Bert!" schrie sie,Bert stand unter dem Baum!"

Sinnend steht man auf dem Boden, wo die Gebäude des Erbhofdorfes im Entstehen begriffen find, hier werden bald deutsche Dauern eine Heimat finden und ihr Leben und Kämpfen und dasjenige kommender Ge­schlechter wird sich auf dem jetzt noch die Reste der ursprünglichen Pflanzendecke tragenden

Boden abspielen.

In den vergangenen Zeiten war ein solches Ereig­nis, das Entstehen einer Bauernsiedlunq auf deut­schem Boden, ein seltenes Erlebnis. Wir meinen, mehr als die Arbeit an sich ist die Kürze der Zeit zu bewundern, in der das ganze Programm hier im Ried durchgeführt wurde und, in der die Un­menge von Arbeit bewältigt worden ist. Dem Kun­digen brauchte Landeskulturrat Reich nicht erst zu versichern, welcher Aufwand an Energie von den leitenden Stellen aufzubringen war. um die Arbeiten zur Durchführung zu bringen. Nur dank der der ihr zuteil gewordenen Unterstützung durch den Reichsstatthalter und die Reichsreaierung war es möglich, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Einzigartig in Deutschland ist, wie die Leiterin des Frauen -Ar beitsdien st lagers Bür­stadt betonte, dieses Laaer insofern, als hier die Zahl der Arbeitsdienstwilligen fast stets 110 bis 120 beträgt. Alle anderen Frauen-Arbeitsdienst- lager Deutschlands haben eine bedeutend geringere Belegstärke, fiter werden eben viele fleißige Frauen- Hände zum Bekämpfen des Unkrautes, zu Pflanz- arbeiten usw. auf dem Siedlungsland gebraucht und die Abteilung Bürstadt hilft mit zu dem Er- folg des großen Unternehmens. Daneben kommen die aus den Städten stammenden Arbeitsdienst- willigen wieder mit der Natur in Berührung und lernen ihre auf dem Lande lebenden Volksgenossen, denen sie entfremdet waren, wieder verstehen.

Nach einer Besichtigung der sauberen Räume des Lagers führte die Fahrt noch der alten Kaiserstadt Worms, wo die Teilnehmer im gemütlichen Bei­sammensein noch einige Stunden verbrachten.

über die Bahnsteige rollen, bringt Menschen unter das Glasdach über den Gleisen.

Odyssee des Schienenstrangs. Jede Stunde des neue Züge

durch die Straßen zogen und stolz darauf waren, die Waffe fürs Vaterland tragen zu dürfen.

Dem Betriebsführer, der für den ungestörten Fortgang seines Betriebes verantwortlich ist, drän- gen sich dabei noch andere Gedanken auf. Er muß daran denken, rechtzeitig Ersatz zu schaffen, damit das Räderwerk seines Betriebes reibungslos auch dann läuft, wenn das Vaterland die jungen Volks- genossen für sich in Anspruch nimmt. Die Stellen-

wintte er nicht? Jo wollte doch nicht etwa dort unter den Blitzbäumen bleiben. Sie fürchtete sich, jetzt mit dem Boot auf den See zu fahren, aber wenn er winkte, würde sie kommen. Der Regen überschüttete das schlanke, zarte Mädchen, das noch im Badeanzug war; der Sturm blies es fast ins Schilf. Warum winkte Jo nicht? Bert rief auf­geregt, sie solle sich doch unter das Dach stellen. Wir können unmöglich jetzt auf den (Seer rief er. Das wäre Selbstmord!" Maria wußte nicht, was sie tun sollte, sie stellte sich eine Weite neben Bert, vom Sturm war sie ganz außer Atem. Bert legte seinen Arm um das Mädchen, aber er zuckte bei jedem Blitz, der in ihrer Nähe einschlug, zusam­men. Er hat ja Angst, dachte Maria. Und sie streifte seinen Arm ab.Du hast ja Angst!" sagte sie nun laut zu ihm und sah ihn verächtlich an. Dann schritt sie hinunter zum Boot, sprang hinein und stieß mit dem Riemen ab. Sie mußte sich auf dem Sitz festklammern, daß sie nicht aus dem schau- kelnden Boot stürzte, aber sie tat doch ein paar Ruderschläge und brachte den Bug in die Richtung zur Pappelinsel. Er will uns schonen, deshalb gibt er nicht das Zeichen, dachte sie. Guter Jo!Bleib doch, bleib doch!" schrie Bert unter dem Dach. Er rührte sich nicht von der Stelle. Der Sturm wehte auf die Insel zu. Mit dem Riemen konnte sie gar nichts anfangen, das Boot drehte sich wie auf einem Strudel, aber die Hauptsache war, daß es auf die Insel zutrieb. Sie sah Jo braun unter den Pap­peln stehen, er winkte ihr. Die Blitze schossen bün- delweise aus dem schwarzgrauen Himmel, der Donner dröhnte in ihren Ohren, die Wellen klatsch­ten und aischteten. Sie legte sich stach auf den Bo­den des Bootes und schloß die Augen. Der Mut verließ sie, sie weinte hilflos. Fünfzig Meter von der Insel hieb sie nun vorbei und konnte nicht ans Ufer kommen. Da sprang der Mann ins Wasser. Er kämpfte sich durch die Wellen, er packte den schaukelnden Bordrand und schwang sich hinein in das Boot. In diesem Augenblick waren sie ganz in helle Flammen aehüllt. Es hatte in eine Pappel auf der Insel in ihrer Nähe eingeschlagen. Maria schrie auf und sank ohnmächttg zusammen. Jo ru­derte mit gewaltigen Stößen von der Insel weg nach dem jenseitigen Ufer. Der Wind half nach, aber der See wollte fein Ende nehmen; immer noch war das Ufer fern. Maria kam wieder zu sich, eine Spritzwelle schlug über das Boot weg. Da sah sie drüben am Strand, wo das Bootshaus stand, den großen Baum mitten entzweibrechen. Sein mächtiges Astwerk brach über das Bootshaus nie­der, die Hellen Bretter hüpften wie Brettchen um­her, der Sturm trug das Krachen des Holzes zu

Der Mann mit den 500 Sprachen.

Dor mehreren Jahrzehnten ließ der Korrektor einer großen Londoner Druckerei, George E. H a y , ein Buch herausgeben, das sichDas Vaterunser in 300 Sprachen^ betitelte. Als es jedoch so weit war, daß die Korrekturen gelesen werden konnten, hatte sich Hay in der Zwischenzeit weitere 200 Sprachen angeeignet. So erschien das Vaterunser also in 500 Sprachen. Dieser George E. Hay ist wohl das größte Sprachgenie des britischen Reiches und vielleicht der ganzen Welt. Er besuchte die Volksschule und lernte im Selbstunterricht Latei- msch, Griechisch und Hebräisch. Als er von einem wissenschaftlichen Verlag angestellt worden war, beschäftigte er sich intensiv mit der ägyptischen Hieroglyphen- und der assyrischen Keilschrift und war in der Lage, alte Papyrusse zu entziffern, mit . denen selbst berühmte Gelehrte nicht fertig wur­den. Neben vielen toten Sprachen kennt Hay aber auch alle Sprachen, die in Asien und Afrika ge­sprochen werden. 66 Jahre lang war Hay Korrektor in einer großen Londoner Druckerei und ist jetzt in den Ruhestand getreten. Der 81jährige wird aber immer weiter lernen, und sein größter Wunsch ist, vor seinem Tode alle Sprachen zu kennen, die überhaupt auf der Erde gesprochen werden.

Sochschuluachnchten.

Professor Dr. Georg Popp von der Frank- für ter Universität ist auf seinen wiederholten Antrag von dem ihm im Jahre 1919 erteilten Lehr­auftrag für gerichtliche Chemie und naturwissen­schaftliche Kriminalistik mit Ende des Sommer- semesters 1935 entbunden worden. Der Reichs­minister für Wissenschaft, Erziehung und Volks- bildung hat ihm Anerkennung und Dank für seine verdienstvolle akademische Wirksamkett ausgespro­chen. Professor Dr. Popp gehört wetterhin dem Lehrkörper der Universität als Honorarprofessor an.

Bert war ein guter Schwimmer, aber Maria erlahmte bald; sie hatte sehr zarte Glieder. Bert packte sie um den Leib und trug sie, auf dem Rucken schwimmend, so wie man eine Ertrinkende rettet, zuruck aum Strand. Er küßte sie, und sie ließ es geschehen. Dann lagen sie nebeneinander tm Gras zwischen Sauerampfer und Tausendschön.

,Komm doch mit nach Berlin!" bettelte Bert. ,^Jch bringe dich an die Bühne, bringe dich zum Film. Die ganze Welt steht dir offen. Du wirst Karrtere machen. Komm doch mit mir!"

Maria sah den Hellen Himmel über sich. Sie hörte die schmeichelnde Stimme neben sich, und sie dachte, daß es wie ein Traum* wäre, wenn sie, em Landmädchen, über den kleinen Kreis hinaus­dränge, wenn sie von Tausenden, von Hundert­tausenden vielleicht bewundert würde. Wenn sie Jos Frau würde, bann bliebe ihr weniger, dachte sie Er konnte es nie lange in der Stadt aushatten, er war im Wald zu Hause. Hier malte er seine Bilder; Sturm, Gewitter, Abendrot, Waldbrand, Holzfäller, Bauern, das waren seine Motive. Was fängt eine Frau damit an? Im Atelier wollte er allem sein, auch im Wald war er am liebsten allem.Wozu brauchst du mich eigentlich?" hatte sie ihn gefragt.Das kannst du fragen?" hatte er gestaunt.Du lockst die Farben aus mir heraus, öu gibst mir die Ideen, die Stimmungen. Ohne dich wäre ich längst kein Künstler mehr."

Und nun war Bert da, Bert aus der großen Welt, die er mitbrachte, die er verlockend vor ihr ausbreitete. Er schmiedete Pläne, die sich sogar aus­führen lassen sollten; er tat, als brauche sie nur ja zu sagen Ihr Kopf summte von all den zärtlichen und werbenden Worten, ihre Lippen brannten von einen Küssen. Was für ein toller Tag, für ein schwuler, föhniger Tag war das nur!

Plötzlich zerriß ein Windstoß die Sülle. Es geht unheunttch schnell im Gebirge mit dem Gewitter, fix ?-cn fuf)ren mit tausend Fingern über die glatte Seeesläche, dann kamen Faustschläae hinter-

Die ersten Wellen rauschten ins Schilf; die 5lQtter v Boume wirbelten an den Zweigen, die der Wind peitschte. Die Stämme knarrten und schwankten, das Rohr raschelte und zischte. Der Himmel bezog sieh mit jagenden Wolken, die ersten dicken Regentropfen platschten, der erste Blitz, der erste rollende Donner war da! Und dann kam der Wolkenbruch hernieder, der Sturm und das Toben auf dem See. Alles in wenigen Augenblicken, ein Ueberfall, eine Ueberrumpelung. Bert war unter das etwas vorstehende Dach des Bootshause« ge­sprungen, Maria lief zum Strand. Sie sah nach der Pappelinsel, ob die blaue Jacke wehte. Warum

Vermittlung der Deutschen Arbettsfront ist khm bet der Beschaffung des nötigen Ersatzes behilflich. Ihr ausgezeichnetes Sichtbogensystem, das restlos über alle Fähigkeiten des Bewerbers Auskunft gibt, er­leichtert jedem Betriebsführer die Auswahl der nötigen Arbeitskräfte, seien es nun Kaufleute oder Techniker, Korrespondenten ober Konstrukteure. Sie hilft Betriebsführern wie Gefolgschaftsmitgliedern völlig kostenlos und steht jederzeit mit Rat und Hilfe zur Derfüaung. Ihre Arbeit ist gemeinnützig und auf das Ziel gerichtet, jeden Volksgenossen an die richtige Arbeitsstelle zu bringen.

Auskunft erteilt jederzeit die Abteilung V, Ar­beitseinsatz (Stellenvermittlung), der Deutschen Arbeitsfront, Amt für Berusserzie- hung, Gießen, Lonystraße 18, Fernsprecher 3275, die auch Bewerbervordrucke an Arbeitskameraden, die ihre Stellung wechseln und damit ihre Leistungs­fähigkeit steigern wollen, abgibt.

RSDAv - Amt für Dolkswohlfahrt.

kreisamlsleilung Gießen.

Verwandtschaftsverschickung für Kinder.

Die die Gauamtsleitung der RS.-Volkswohlfahrt Frankfurt a. 21L bekannt gibt, ist die für Anfang dieses Monats geplante und vorgesehene Verwandt- schaftsverschickung der Kinder, zu der auch eine ganze Reihe von Meldungen bei der hiesigen Kreisamts- leitung vorliegen, aus technischen Gründen um eine kurze Zeit verschoben worden.

Die Reichsbahn hat dabei wegen lleberlaslung durch den üblichen Ferienverkehr den Ausschlag ge­geben. Die Kinder werden jetzt in der Zeit vom 20, bis 25. Zull d. 3. auf die Reife geschickt. Der vorge» sehene Ferienurlaub von 4 Wochen wird garantiert, wenn dabei auch die betr. Kinder die Schulferien überschreiten.

Dozenten -er Lan-esuniversität erwerben das SA.-Gportabzeichen.

Innerhalb der Dozentenschaft der Universität Gießen wurde im Sommer-Semester 1935 ein Trainingskurf us *um Erwerb des SA.-Sportab- zeichens durchgeführt, an dem sich eine große Zahl von Professoren und Dozenten beteiligte. Der Kur­sus wurde nunmehr mit den Prüfungen für das SA.-Sportabzeichen abbeschlossen. Unter den Pro­fessoren, die das Abzeichen erworben haben, be­finden sich der Rektor der Universität Professor Dr. Pfähler und der Kanzler Professor Dr. Hum­mel. Eine gan* hervorragende Leistung, die weit über den Durchschnitt selbst der jüngeren Bewerber hinausreicht, vollbrachte der fast 50jährige Profes­sor der Medizin Dr. Hildebrand mit einer Gesamtpunktzahl von 789 Punkten. Er überschritt damit die Mindestpunktzahl von 480 Punkten ganz erheblich.

Familientag

der Familie Zmmel vom Rhein.

Gewitter über dem Gee.

Äon Zohan Luzian.

Der See hatte schon eine eifengraue Farbe, als fie das Boot losmachten und vom Landungssteg zwischen dem jungen Schilf abstießen. Maria saß vorn im Boot; der Wind ließ ihr Helles Haar wehen, mit dem gebräunten Arm strich sie durch das warme Wasser. Bert ruderte, und Jo saß am Steuer. Er hatte sein Fischgerät mitgenommen. Auf der Pappelinsel war sein Platz; er wußte dort eine Stelle, wo es Schleien und Brachsen unb Nerf­linge gab. Ein paar Fische würden zum Abendbrot willkommen sein. Jo hatte straffe, harte Züge, aber feine Augen konnten fröhlich lachen. Er fürchtete sich vor nichts, er war ein Jäger, ein Abenteurer t)ier in den Wäldern. Bert kannte mildere Freuden; er war ein Schauspieler, der seine Ferien am See verbrachte und schwärmerische Reden und schöne Gefühle liebte.

Bei der Pappelinsel sprang Jo aus dem Boot und erklomm den Uferrand, an dem gelbe Schwert- Wien leuchteten. Er hieb sich eine Gasse durch das Schilf und rief zurück:Holt mich gelegentlich wieder ab, zum Sauerquartier paßt diese Gegend nicht recht!"Um sechs, wenn das Wetter o bleibt", antwortete Bert.Es sieht nach aller- Hand Geboller da oben aus, die Fische werden beißen. Hört mal, wenn ich hier meine Jacke von der Pappel wehen lasse, ist Holland in Not, ver­standen?" Maria schwenkte ihren Bademantel wie eine Fahne durch die Luft, und sie riefen schallend über das Wasser zurück, daß sie kommen würden.

Es war ein schwankes Licht auf dem See, föhnige Luft, hellsichtige Luft. Die Wolken waren große, gelbgraue Ballen, weißgraue Ballone, die im Azur dahintrieben bis zu den weißen Alpenbergen am Horizont, die alle Schleier des Sonnendunstes ab- geworfen^ hatten, die nackt und klar am Rande des Himmels lagerten. Der Wind war sprunghaft und launisch, aber die Schwüle konnte er nicht zerblasen. Die Hitze dampfte aus dem Wasser und brodelte über den Wäldern ringsum, die Sonne war fiebrig weiß.

Maria wies auf eine kleine sandige Bucht. Ein fremdes Bootshaus stand dort, aber niemand zeigte sich' und Bert ruderte darauf zu. Sie zogen düs Boot gemeinsam ein Stück auf den Strand, der ihnen nicht gehörte, den sie aber fröhlich in Besitz nahmen. Sie sprangen ins Wasser und schwammen weit hinaus. Das Wasser war weich; es um­schmeichelte die Haut mtt wärmeren und kälteren Schichten des großen Sees.

Die urkundlich recht alte rheinhessische Familie Jmmel, z. Zt. vornehmlich seßhaft in Dexheim, Westhofen, Leiselheim, Mainz und Gießen hielt am Sonntag in der Nibelungenstadt Worms bei guter Beteiligung ihren ersten Familientag ab. Mündliche Überlieferungen regten längst vor dem Beamtengesetz zur Erforschung der Famiüengeschichte an. Besondere Verdienste erwarben sich dabei Dr. Richard Jmmel, Forstassessor und wissenschaft­licher Assistent am Forstwissenschaftlichen Institut Gießen und Flurnamenforscher Lehrer Hans Jm­mel, Gießen.

Ihren Ursprung nimmt die Familie in der freien Reichsstadt Worms, wo sieals angesehene Worm- ser Familie Ainella" Glied der patrizischen Haus­genossen und Münzer war, bereits 1203 urkundlich als Laienzeugen auftraten und in feudalrechtlicher Stellung im 13. und 14. Jahrhundert geblüht hat. Der bedeutendste Vertreter warWernherus Amella gener C. Dirolsi". Diese nicht alltägliche Siegelum­schrift umringt das Wappentier, einen nach rechts schreitenden, geflügelten Drachen. Seitenzweige ver­pflanzen sich nach Duntzensheim bei Straßburg,

Während am Donnerstag der Reichsstatthalter mit anderen Regierungsstellen die Meliorations­arbeiten im Ried einer Besichtigung unterzogen hatte, waren am Samstag sämtliche bei dem Hessi­schen Feldbereinigungs- und Meliorationswesen täti­gen Beamten und Angestellten von Landeskultur­rat R e i ch zu einer Besichtigungsfahrt durch das Ried einaeladen worden. Von Darmstadt aus führ­ten eine Anzahl Kraftwagen die mehr als 300 Teil­nehmer zunächst in den unweit Griesheim gelegenen Teil des Rieds. Hier erläuterte Landeskulturrat Reich die schon getroffenen und noch im Gange befindlichen Maßnahmen. Weithin zieht sich der die Wässer der (Seitengräben ausnehmende tiefe Vor- fhitgraben, der zuerst, als Grundlage für alle wei­teren Arbeiten geschaffen werden mußte. Ein Ka­nal aus 1,20 Meter weiten Betonröhren bildet den unteren Teil des die aus dem Gebiet zum Abfluß gelangenden Wassermengen dem Rhein zuführen­den Vorfluters. Zum Schutz gegen das Verhindern des Wasserablaufes durch Pftanzenwuchs ist das Grabenprofil des Vorfluters, soweit Sohle und unterster Teil der Böschungen in Frage kommen, mit Zementplatten ausgelegt worden. Nachdem die Entwässerung stattgefunden hatte, folgten die übri­gen Maßnahmen, wie Vermessung und Einteilung des Geländes und zuletzt noch der Umbruch und die Bestellung der Felder.

Große Flachen derhessischen ponllnlfchen Sümpfe wie das Ried einmal bezeichnet wurde, auf denen früher nur Schilf und Sauergräser ihre Lebensbedingungen fanden, sind heule mit Getreide bestellt, das den Ver­hältnissen nach eine gute Ernte verspricht.

Der Naturfreund wird bedauern, daß durch die Kulttvierungsrnaßnahrnen manche Standorte sette- ner, hier im Ried schon lange festgestellter Pflan­zen vernichtet werdech Aber durch die grundlegende Aenderung der Standortsbedingungen als Folge der Meliorationsarbeiten lassen sich die Pflanzen­vorkommen nicht erhalten, selbst wenn man es beabsichtigte.

Ungehindert schweift der Blick über die weite Ebene, wo in der Ferne Pappelreihen den Lauf des Rheinstroms anzeigen. An Gegenden Hollands erinnert das sich hier dem Auge darbietende Bild. Dort finden sich, hauptsächlich in den Gemüsebau treibenden Gegenden ähnliche Boden- und Grunb- wasserverhättnisse vor, wie hier im Ried. Die Lä­den dieser Gemüsefelder sind heute, durch die schon Jahrhunderte währende sorgfältige Bearbeitung und Bewirtschaftung zu so hoher Ertragsfähigkeit gelangt, daß auf ihnen mitunter drei Ernten in einem Jahr erzielt werden. Diese außergewöhnliche Erträge ermöglicht mit ein gleichmäßig hoher Grundwasserstand, welcher unabhängig von den Schwankungen der Niederschläge macht. Die glei­chen Boden- und Grundwasserverhältnisse liegen auch im Ried vor und wer diese holländischen Ge­genden je kennengelernt hat, wird keinen Augen­blick daran zweifeln, daß im Laufe der Jahre im hessischen Ried ähnliche Verhältnisse wie in Holland geschaffen werden können.

Das Reuland im Ried ist Zukunftsland.

Der weitere Verlauf der Fahrt führte an dem Altrhein unddem Kühkopf" vorbei, dessen Flache zum Naturschutzgebiet erklärt ist. Auf dem Kuhkopf sind noch große Reiherkolonien vorhanden, zahlreich schlagen die Nachtigallen im Frühjahr, das schöne Blaukehlchen ist hser keine Seltenheit, auf stillen Wasserflächen führt der stattliche Hauben-

Aus der Provinzialhauptstadi.

Zauber -es Bahnhofs.

Wenn die Zeit des großen Reisens gekommen ist, tritt über Nacht wieder der Bahnhof in unser aller Blickfeld. Wie ein Magnet zieht dieser Bau die Gedanken und Wünsche arbeitsmüder Men­schen an sich, die aus den Straßen dorthin sehnen, wo Wälder und Wiesen, Wasser und Himmel sind. Der Bahnhof ist das Tor, das wir durschreiten müssen auf dem Weg zu jenem Paradies, das Reisen heißt, er ist die Brücke in die Weite der Welt, der Vorhof zu sonnenseligen Ferientagen.

Deshalb auch ist der Bahnhof nicht nur ein Bauwerk schlechthin, er hat vielmehr seltsame und reizvolle Eigenschaften, die nur ihm allein gehören. Schon in der lärmerfüllten Halle ist deutlich die Magie der Ferne zu spüren. Der Bahnhof ist das Haus, zu dem man nur geht, um es wieder zu verlassen, die Veränderung und der Wechsel führen das große Wort, dasHier" ist nichts, dieFerne" ist alles. So inhaltsschwer aber der Begriff des Bahnhofs uns neuen Menschen mit dem alten Wandertrieb auch ist an sich ist der Bahnhoi nur ein Weg zum Ziel, nur ein Mittel zum Zweck. Eine, ganz einzigartige Spannung umschwebt die Anlage seiner Räume und Mauern, geboren aus Heimwehr und Fernensehnsucht, aus Abschieds­tränen und Ankunftsläcyeln, aus dem Dröhnen rollender <>üge und stampfender Lokomotiven.

In der Gewölbtheit seiner Hallen erlebt der Bahnhof täglich neue Abenteuer und Schicksale, sieht er täglich den bränaenben Strom eiliger Menschen auf seinen Treppen unb Bahnsteigen, unb zwischen Fahrkartenschalter und Zugabfahrt begeben sich mancherlei Komödien und Dramen des Meisens. Don hier ziehen die Ritter des zwanzig­sten Jahrhunderts stolz und kühn mit Sportmütze und Dulkankoffer dem Abenteuer entgegen, und hier endet auch still unb abgeklärt so manche

Unb stets sinb es roieber anbere Gesichter, die aus den Fenstern der stählernen Wagen blicken, neu­gierig ober gelassen, reifefiebrig ober gelangweilt.

Kein Augenblick ist hier dem anderen gleich, ewig burdwittert Unraft unb Lärm, Rufen unb Rädergebröhn diese Stätte. All jene ruhelose, leb­haft bewegte Geschäftigkeit findet ihre Höhepunkte auf den Bahnsteigen, wenn die stürmenden Unge­tüme der Züge hereinbrausen. Das Rufen der flie­genden Verkäufer, das Geschrei nervöser Menschen, das harte Klappen zugeschlagener Wagentüren und das grelle Zischen oerfirömenben Dampfes mischt fich zu einer erregenden Symphonie, zu einem trudelnden Gewühl, durch das nur die rote Mütze des Stationsvorstehers tröstlich leuchtet, ein ruhen­der Pol in der Erscheinungen Flucht.

In den Wartesälen klappern. Tassen und Teller dhne Unterlaß, eilen die Kellner, werden Kurs- bücher durchblättert unb erste Kartengrüße an die Daheimgebliebenen geschrieben. Für Stunben nur kann bet Bahnhof seinen Gästen Heimat sein, unb doch hat er für die, so in seinen Mauern zwischen zwei Zügen verweilen, eine kleine Labenstadt auf­gebaut. Man kann Blumen unb Zeitungen erstehen und Schokolade aller Marken bekommen. Ja, die Männer, die mit langgezogenen Rufen vor. den Zügen Milch und Zigaretten, Würstchen und Apfel­sinen einhertragen, bilden geradezu einen wesent­lichen Bestandteil der Bahnhofsstimmung.

Das bemerkenswerteste Gesicht des Bahnhofs ist aber gewiß das seiner so unglaublich organisierten Technik. Großartig das vielfach verschlungene Ge­wirr der Schienen, die Verknotungen der Drähte unb Leitungen, bie Schnitte ber Weichen in ihrer klaren Mathematik. Da sinb- die automattsch ge­steuerten Signale, die Stellwerke mit Hebeln und Schaltern, da sind die Aufzüge und Versenkungen, die Lokomotivschuppen und Drehscheiben, da ist dieser ganze, ewig unter Hochdruck arbeitende Apparat, ein Gigant technischen Geistes.

Rechtzeitig Vorsorge treffen!

Die Deutsche Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung (Abteilung Arbeitseinsatz), teilt mit:

Tausende junger Volksgenossen werden in kurzer Zeit wieder zum Dienste mit der Waffe oder dem

Als sie dann das Ufer erreicht hatten, nahm Jo ie auf die Arme wie ein kleines Kind. Sie um- chlana feinen Hals und schmiegte sich an ihn. Gott teht dem Starken bei, dachte sie. Wer zu dem

taucher seine Jungen umher, in den an den Alt­rhein grenzenden Wiesen westlich von Erfelden nistet noch der große Brachvogel eine Seltenheit für Mitteldeutschland und viele andere sonst nicht häufige Vögel besitzen hier eine Zufluchts­stätte.

Im nahen Arbeitsdanklager wurde allen Teilnehmern ein einfaches Mittagessen verabreicht; es gab Würstchen mit Speckerbsen und von älteren Teilnehmern wurde festgestellt, daß die Letzteren genau noch so gut schmeckten wie damals, als sie regelmäßig auf dem Speisezettel ihres Truppen­teils gestanden hatten. Der letzte Abschnitt der Be­sichtigung war dem Teil des Riedes gewidmet, ber durch ben anfangs erwähnten Besuch bes Reichs- stattyalters in ber Öffentlichkeit bekannt ge­worben ist.

Vom Lorscher Wald aus führte Lanbestulturrat Reich über bie große, mit lanbwirtfchaftlichen Nutzpflanzen verfchiebenster Art bestellte Melio­rationsfläche. Diese Wanberung über das neue Kutturlanb hinterließ bei allen Teilnehmern ben Einbruck, baß hier im Rieb burch bas Zusammen­wirken von praktischer und geiftiger Arbeit, von seither abseitsstehenden, arbeitslosen unb roieber ber Arbeit unb bem Verbienst zugeführten Volksgenos­sen unb ben geistig arbeitenden Männern ber Felb- dereinigungs- unb Kutturbaubehörben Werte ge­schaffen worben sinb, bie bem Willen bes Führers entsprechen unb bem beutschen Volk zum Nutzen gereichen.

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