Nr. 157 Drittes Blatt
Stetzen« Anzeiger (General-Anzeig« für Gderheiien)
Dienstag, 9. Juli 1155
Ein Kaktus prangt in 118 Blüten...
Die Kakteenfreunde, die ihre Pflanzen mit viel L»ebe hegen und pflegen, hoffen in jedem Jahre, daß ihre Lieblinge Blüten treiben möchten. Mancher harrt jahrelang vergeblich. Schließlich erscheinen ein oder mehrere Blüten und die Freude darüber ist groß. Im schönen Gegensatz der Farbe schmücken dann die Blüten die festen dunkelgrünen Blätter. Bei vielen Kakteenarten herrscht ein dunkles kräftiges Rot vor. Die Blüten sind vielgestaltig und schön in ihrer Form.
In diesen Tagen erlebte nun eine Freundin dieser exotischen Pflanzen, die Frau des Buchbindermeisters Noll jr., in der Mäusburg, die seltene Erschei-
nung, daß ihr Kaktus eine überraschende Fülle von Blüten trieb, so viele, daß fast alles Grün der Zweige darunter verschwand. Insgesamt konnte die Besitzerin der Pflanze, die eine durchaus normale Pflege genoß, nicht weniger denn 118 Blüten zählen. Die Pflanze, die sieben Jahre alt ist, hatte in den ersten Jahren nicht geblüht, dann einmal 5, später 20 Blüten gezeigt. Der Kaktus, der sicherlich schon vielen Mitbürgern unserer Stadt aufgefallen ist, steht auf einer kleinen Veranda des Hauses Noll in der Mäusburg und ist von der Wagengasse aus zu sehen.
(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Das Standesamt verbuchte 1933: und 1934: Lebendgeburten..... 383 502
Totgeburten....... 12 10
Sterbefälle...... . . 382 331.
Die vorstehende Erhebung des Reichsgesundheitsamtes behandelt nur die „Ortsansässige n", also nicht die Geburten und Sterbefälle derjenigen Personen, die ihren Wohnsitz auswärts haben, die aber trotzdem in unserer Stadt ein Kind zur Welt brachten oder starben. Eine Gegenüberstellung der Lebendgeburten mit den Sterbefällen ergab, daß
1934 in der Stobt Gießen 171 wiegen mehr als Särge
gezimmert werden mußten. Wenn die Zahl der Totgeburten nicht wäre, dann würde das Geburtenergebnis noch günstiger ausgefallen sein
Nur wenn alle Volksgenossen sich des Ernstes der Sachlage bewußt werden und bleiben, ist damit zu rechnen, daß die trotz allen erfreulichen Ansteigens der Geburtenziffern immer noch nicht beseitigte Gefahr für Deutschlands völkischen Fortbestand eines Tages endlich als bekämpft gelten kann.
Lastauto fährt in eine Schafherde.
Trais-Horloff, 8. Juli. Auf der abschüssigen Straße zwischen den Kreisorten Steinhelm und Trais-Horloff fuhr ein mit Pflastersteinen beladener Lastwagen in die Schafherde der Gemeinde Stein- heim. 18 Tiere wurden auf der Stelle getötet, fast ebensoviele mußten n o t g e s ch l a ch- t e t werden. Der Schäfer konnte sich gerade noch im letzten Augenblick retten
Gau-Gingtreffen im Kloster Arnsburg.
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I
Geburtenzunahme in Gießen.
Bevölkerungspolitische Jahresbilanz 1934: Gießen verzeichnete sor Geburten und 331 Todesfälle.
E. E. — Friedrich, der Große schrieb in seinen „Politischen Testamenten vom Jahre 1768" die schwerwiegenden Worte „Auf das Wachstum der Bevölkerung muß die erste Sorge der Regierung gerichtet sein, da eine starke Volkszahl den wahren Reichtum des Herrschers bildet". Diese Worte des aroßen Herrschers hat sich der Nationalsozialismus bekanntlich zu eigen gemacht. Daß der vom Nationalsozialismus aufgenommene „Kampf dem Geburtenrückgang" erfolgreich verläuft, beweisen die Erhebungen des Reichsgesundheitsamts in eindeutiger Weise. Im ersten Jahre der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik setzte bereits eine schwache Geburtenzunahme ein. Ihre stärkste Auswirkung fand die Geburtenzunahme jedoch durch die Bereitstellung von Ehestandsdarlehen, wodurch die Zahl der Eheschließungen ganz gewaltig anstieg. Der Erfolg ist jetzt da: in den deutschen Stadtgemeinden mit mehr als 15 000 Einwohnern wurden im Jahre 1933 rund 337 500 Kinder lebend geboren, dagegen im Jahre 1934 rund 452 500. Innerhalb Jahresfrist ergab sich also eine Geburtenzunahme von rund 115 000. Die Reichsregierung ist nach wie
vor weiter bemüht, den Geburtenstand zu heben durch gerechten Steuerausgleich, durch Ehestandshilfe, durch Förderung der in zahlreichen Städten eingeführten Patenschaften, durch den Ausbau der Mütter- und Wöchnerinnenhilfe, durch bevorzugte Behandlung kinderreicher Familienväter bei Arbeitsbeschaffungen und vieles andere mehr.
wie steht es um die Geburtenzunahme in Gießen?
Bei der überragenden und vordringlichen Bedeutung, die die Nachwuchsfrage für Deutschlands Gegenwart und Zukunft hat, ist die Beobachtung der Geburtenentwicklung in den Stadtgemeinden mit mindestens 15 000 Einwohnern eine dringende Notwendigkeit. Die Beobachtung der Geburtenzunahme auf dem platten Lande ist dagegen nicht so wichtig, weil das platte Land von jeher einen ziemlich hohen Geburtenüberschuß aufzuweisen hat, was in vielen Stadtgemeinden leider nicht immer der Fall war. Manchesmal wurde sogar ein Sterbeüberschuß verbucht. Betrachten wir nun einmal die bevölkerungspolitische Entwicklung in Gießen:
Der Singkreis im herrlichen Raum der Arnsburger Kirchenruine. (Aufnahme: Nebeling-Gießen.)
* Kloster Arnsburg, 8. Just. Vogelgezwitscher, Waldesrauschen, das ist ein Zweiklang, wenn er zusammenklingt, jeden zur Freude stimmen muß. Und wenn dann noch junge musikbegeisterte Menschen gleichsam zu diesem Orgelpunkt singen und spielen, dann muß es einen Zusammenklang geben, der jedes Herz höher schlagen läßt. So war es von vorne herein ein glücklicher Griff der hessischen Singkreife, Kloster Arnsburg mit seiner wunderbaren Ruine als Tagungsort für das diesjährige Treffen zu wählen.
Den Auftakt bildete eine Abendmusik im Kapitelsaal. Beim Scheine von Fackeln erklang der „Feuerspruch" von Heinrich Spitta für Chor und Streichkörper und Walter Reins Abendmusik „Der Mond ist aufgegangen". Die geräumige Scheune des Klosters lud die Teilnehmer zur Nachtruhe ein.
Der Sonntagmorgen versammelte wieder alle Teilnehmer zu ernstem Musizieren. Es wurde ae- arbeitet und mußte sehr gearbeitet werden, wollte man das Ziel der Tagung erreichen. So sah man oder vielmehr hörte man bald hier, bald da Gruppen, die gemeinsam sangen, auf Instrumenten spielten in edlem Wettkampf. Und als man sich am Nachmittag zum Schlußsingen im Kapitelsaal fand, da konnte man mit Stolz sagen, es wurde ae- schafft. Was da erklang war edelste Volksmusik. Eine Polonaise von I. S. Bach, gespielt von Streichern und Flöten, eröffnete die Vortragsfolge.
Es folgte ein Chor aus einer Weihnachtskantate von I. S. Bach „Ich will den Herren loben". Dann schritt man in langer Reihe zu den Klängen einer Polonaise von W. A. Mozart hinüber in den weiten Raum der Kirchenruine.
Der zweite Teil des Singens brachte dann als Höhepunkte der Tagung die „Serenata im Walde zu singen" von Joh. A. P. Schulz und einen Chor von W. Peters „Jubilate".
Mit der Flaggeneinholung fand die Tagung ihren Abschluß. Man mag wünschen, daß allen Teilnehmern an diesem gemeinsamen Erleben edelsten deutschen Musikgutes Ansporn erwächst zu eifriger Weiterarbeit im Dienste für Volkstum und Heimat. Und wer von den anderen gerne mittun möchte, der schließe sich dem Gießener Singkreis an, der wöchentlich einmal seine Uebungsstunüen hat.
NIVEA
mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack
„Die scharlachrote Blume." Lichtspielhaus.
Die mehr oder weniger anspruchslose Unterhaltung im Sommer-Programm wird erfreulich durchbrochen von einem englischen Film im Verleih der Bavaria, der im Ursprungsland einen außergewöhnlichen Erfolg erzielte und auch in seiner deutschen Fassung mit dem Prädikat „künstlerisch wertvoll" ausgezeichnet wurde. Dieser Film ist für uns aus zwei Gründen interessant: einmal deswegen, weil er die immerhin seltene Gelegenheit bietet, den Stand der ernsthaften britischen Produktion an einem repräsentativen Beispiel kennenzulernen und Vergleiche anzustellen; seit der Historie von Heinrich VIII. („Ein König und sechs Frauen")'haben wir unseres Wissens hier keine solche Probe mehr zu Gesicht bekommen. Außerdem um des Stoffes willen: wir erleben ebenfalls eine Historie, einen Kostümfilm, und zwar einen großen Stils, dessen Handlung aber die Spannung und das erregende Tempo eines modernen Kriminalstücks in sich trägt. *
Es handelt sich um eine Fabel aus der Zeit der französischen Revolution, spielend abwechselnd in Frankreich und England etwa um das Jahr 1792. Diese Fabel fand ihren literarischen Niederschlag in einem Roman der Baronesse Orczy. Aus diesem Roman machte Alexander K o r d a (der durch den bereits erwähnten Film „Ein König und sechs Frauen" in Deutschland bekannt wurde) „The scarlet Pimpernell", die „Scharlachrote Blume"; sie blüht im Wappen der englischen Familie Blake- ney; Sir Percy Blakeney ist der Führer einer Gruppe von jungen britischen Aristokraten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit allen Mitteln, mit Gewalt und List, zum Tode verurteilte französische Adlige der Guillotine zu entreißen und nach England in Sicherheit zu bringen. Die Aktion des „roten Pimpernell" gelingt in zahlreichen Fällen auf eine erstaunliche Weise. Die französischen Revolutionsmänner kennen den gefährlichen Abenteurer, der sich seinen Verfolgern geschickt zu entziehen versteht, nur unter eben jenem Decknamen, der bald in London und in Paris in aller Munde ist..
Der Kampf um Leben und Tod erfährt eine außerordentliche (Steigerung und Verschärfung dadurch, daß es dem wichtigsten französischen Gegenspieler, dem leidenschaftlichen Revolutionär Chau- velin, gelingt, Lady Blakeney, Sir Percys Gemahlin, die zunächst von der Aktion ihres Mannes
nichts ahnt, auf die Seite seiner Gegner zu zwingen und sie an der Entdeckung des „Roten Pimpernell" persönlich mitwirken zu lassen. Vollends unheimlich und aufregend ist es, die Entscheidung dieses erbitterten Krieges im Dunkel mitzuerleben, der mit allen Mitteln geführt wird und noch glücklich endet, als der atemlose Zuschauer bereits alle Hoffnung auf einen guten Ausgang hat fahren lassen
Die Leistung des Regisseurs Alexander K o r d a ist aller Ehren wert und hat uns persönlich einen stärkeren Eindruck hinterlassen als seinerzeit die Inszenierung der Historie vom Blaubart. Dabei ist die- ser Eindruck ohne Zweifel dadurch beeinträchtigt, daß man den Film doch sozusagen in der zweiten Fassung erlebt. (Die deutsche Synchronisierung besorgte Curt Wesse; sie ist technisch sicher so sauber, wie sie kann, doch ergeben sich trotzdem für den deutschen Zuhörer manche Schwierigkeiten bei der Aufnahme des Textes.) Korda, um auf ihn zurückzukommen, inszeniert eine Historie in großem Rahmen; er entfaltet einen Aufwand an Kostüm, an Architektur, an bewegter Statisterie, der entschieden etwas Imponierendes an sich hat. Ihm gelingt es, vor dem Beschauer ein Bild jener wilden Zeit zu entrollen, dessen Realistikinan sich kaum entziehen kann; aber er kontrastiert die Pariser Revolutionsszenen, Kerker und Guillotine, Befreiung, Flucht und Verfolgung sehr wirksam mit einer Schilderung der Londoner Gesellschaft, die von den Stürmen jenseits des Kanals nur oberflächlich berührt scheint, und die dennoch einen der entschlossensten und erfolgreichsten Aktivisten als Gegenspieler auf den Plan stellt.
Diesen, Sir Percy Blakeney, gibt Leslie Howard, ein Schauspieler, den die deutsche Kritik als den englischen Gründgens bezeichnet hat; und sicher ist dieser Vergleich nicht ungeschickt: Howard hat etwas von der kühlen, glatten, gefühlsverhaltenen Art, die den deutschen Darsteller auszeichnet, die auch gerade für diese (übrigens echt komödiantische) Rolle ungemein dienlich ist; Howard versteckt den Pimpernell in der Maske eines blasierten Dandy (ganz im Stil jener Zeit), er gibt ihn als einen Gentleman-Abenteurer und Verwandlungskünstler, der sich den schwierigsten Situationen gewachsen zeigt und dessen Finten die wilde (Spannung des Zuschauers zuletzt geradezu mit liebens- würoigem Humor entlasten.
Merle Oberon — man erinnert sich ihrer wohl noch als einer der sechs Frauen Heinrichs VIII. — spielt die Lady Blakeney, eine schöne und kluge
Dame, schauspielerisch geschmeidig eingefügt ins Intrigenspiel, im äußeren Bilde bald an ein Porträt von Reynolds, bald an eine kleine Madonna von Dan Eyck, bald an eine moderne Japanerin merkwürdig erinnernd.
Sehr gut, interessant und ausdrucksvoll in Sprache und Maske Raymond M a s s e y als Chauvelin. Von Öen, vielen anderen sei noch der Robespierre von Ernest Milton hervorgehoben.
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Der Film läuft seit gestern und sei der allgemeinen Beachtung empfohlen. Im Beiprogramm: die Wochenschau, ein Kulturfilm „Deutsches Lied — deutsches Land" und ein farbiger Mickymaus- Scherz (wie sich %ie Amerikaner das „Rotkäppchen" vorstellen.) — r —
Das Schicksal unserer Schwalben.
• Seit einiger Zeit wird in Deutschland ein beträchtlicher Rückgang des Schwalbenbestandes beobachtet, über dessen Gründe die verschiedenartigsten Ansichten geäußert worden sind. Unter ihnen werden vor allem immer wieder erwähnt: der Vogelfang in südlichen Ländern, klimatische Einflüsse, die Errichtung von Hochspannungsleitungen, Futtermangel bei ungewöhnlich kühler Witterung, Wandlungen in der Bauweise der Häuser und der Mangel an Pfützen, an deren Rändern die Schwalben ihren Stoff für den Nestbau finden. Bei der Schriftleitung der im Hugo Bermühler Verlag erscheinenden Zeitschrift „Der N a t u r f o r s ch e r ", in der über dieses Thema von Diplomlandwirt F i n u s bereits eingehend berichtet wurde, ist inzwischen eine Anzahl von Aeußerungen namhafter Dogel- kenner und -liebhaber eingegangen, denen wertvolle Aufschlüsse zu entnehmen sind. Dr. Schütz, der Leiter der Vogelwarte Rossitten auf der Kurischen Nehrung, mißt der allgemeinen Klimalage eine ausschlaggebende Rolle zu und glaubt, daß „eine mehrere Jahre hindurch folgende Ungunst des Wetters zu einer bestimmten Phase der zweiten Brut so starke Abgänge summieren kann, daß der ganze Bestand unhaltbar zuruckzugehen scheint". Andererseits ist aber auch an verschiedenen Stellen eine Zunahme zu erkennen, so daß nicht von einem gleichmäßigen Sinken gesprochen werden kann. Forstmeister Dr. H a e n e I, der Leiter der Vogelwarte Garmisch, führt die meisten Opfer neben den Witterungsverhältnisfen auf die neuzeitliche Drahtüberspannung in der ganzen Welt zurück, an der sich zahlreiche Vögel die Flügel verletzten, worauf sie meistens umkommen. Die große Gefahrenquelle, die bisher in dem in Südeuropa weitverbreiteten Vogelfang bestand, ist durch die neuere italienische
Vogelschutzgesetzaebung, zum mindesten auf der Apennin-Halbinsel, wesentlich eingebämmt worden. Einige Hauptursachen für den Rückgang der Schwalben sind nach der Auffassung dieses Vogel- sachverständigen in der veränderten Bauweise der Häuser und in der Zunahme der Motorisierung auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens zu suchen. An den heute üblichen glattwandigen Häusern kann die Mehlschwalbe ihr Nest nicht mehr so fest anbringen wie früher; außerdem bewirken die ipimer« währenden Erschütterungen der Gebäude durch vorüberfahrende Lastkraftwagen ein Abbröckeln der Nester. — Oberingenieur Fritz Gabriel, Berlin, spricht den allzustarken Radiosendungen einen großen Teil der Schuld an dem Schicksal unseres Schwalbenbestandes zu, denn sie seien geeignet, „das Orientierungsvermögen der Tiere in dem Maße zu behindern, daß sie, namentlich bei Eintritt ungünstigen Wetters oder anderer Erschwerungen, einfach nicht imstande fein würden, ihrem Zuge nach dem Süden zu folgen..Auch von anderen Seiten wird immer wieder auf die Gefahren hingewiesen, die den Schwalben gerade von den Hochspannungsleitungen drohen.
Zeitschriften.
— „D i e Kun st", Monatsschrift für Malerei, Plastik und Wohnkultur, bringt über Mich. Pacher zur 500. Wiederkehr seines Geburtsjahres einen Aufsatz über die große Kunst des Südtiroler Malers und Bildschnitzers. Eine Fülle herrlicher Reproduktionen begleiten die kenntnisreichen Ausführungen. Im nächsten Aufsatz „Der Bauer in der deutschen Kunst" bringt Karl Eberlein an Hand einer Reihe vorzüglicher Bildwiedergaben die verschiedenen Auffassungen der Künstler über die Gestalt des Bauern zur Sprache. Der zweite Teil über Wohnkultur bringt „Neue Raumausstattung" von Architekt Adolf C. Rüdenauer, Stuttgart. Der Baulustige findet in dem Artikel „Das Wohnhaus und seine Zweckbestimmung" wertvolle Anregungen und Bildbeispiele von Ein- und ZweifamiliemHäusern. Die Technik und Schönheit des Gobelins und seine dekorative Wirkung behandelt Dr. Franz Otlmann, während in „225 Jahre Meißner Porzellan" von Willi Münch-Khe ein anderer Zweig des Kunsthandwerkes nicht weniger Interesse beansprucht. Von besonderem Reiz für jeden kunstsinnigen Beschauer sind die stilvoll modellierten Tierplastiken von Professor Max Esser und andere Erzeugnisse des Meißner Werkes. Ein reich illustrierter Aufsatz „Gartengestaltung" von Otto Valentien beschließt die Fülle dieses Panoramas der Schönheit und Schaffensfreude.


