Böcklin will fliegen lernen.
Gin Maler als Pionier des Segelfluges.
Ts ist wohl nur wenigen bekannt, daß der be» rühmte deutsche Maler Arnold Böcklin, der uns durch seine unvergänglichen Bilder bezaubert, ein ebenso ungewöhnliches wie interessantes Stecken- pferd hatte: er war einer der wenigen, die sich zu seiner Zeit mit leidenschaftlichem Eifer mit den Problemen des Segelfluges auseinandersetzten. Es ist kaum eine Überraschung, daß sich ein Künstler wie Böcklin, der in den Gefilden einer erdentrückten Phantasie zu Hause war, au einem der menschlichen Urprobleme und Wunschträume mit aller Macht hingezogen fühlte: der Gedanke, gleich einem Bogel hoch über der Erde, losgelöst von aller irdischen Materie, beseligt dahinzugleiten, ließ den Künstler nicht zur Ruhe kommen. Das Flugproblem, mit dem sich schon vor undenklich langer Zeit die besten Köpfe der Menschheit gequält hatten, übte auch auf einen Mann wie Böcklin seine magische Wirkung. Der berühmte Maler wollte ernstlich eine Art Segelflugzeug erfinden, er zeichnete eine Menge von technischen Plänen und theoretischen Entwürfen, er zergrübelte seine Phantasie, und wenn ihm auch der große Wurf versagt blieb, so war er doch einer der geistigen Pioniere des Flugwesens.
In zahlreichen Briefen, die uns erhalten geblieben sind, im persönlichen Verkehr mit Freunden und Bekannten, im lebhaften Austausch der Meinungen, im Privatleben überhaupt: immer erfüllt Arnold Böcklin diese ewige Sehnsucht.
Sein Vorbild mag Leonardo de Vinci ge- gewesen sein, der geniale Italiener, der die geistige Entwicklung einer Welt mit seinem Genie umspannte. Auch Leonardo de Vinci wollte „fliegen lernen". Auch er zeichnete eine Anzahl von Flugskizzen, um das Problem zu lösen. Die Anregung dazu gab die Bewegung und die Art des Vogelfluges. Leonardo de Vinci hatte den Dogelflug studiert — Böcklin tat das gleiche. „Ich möchte probieren", schreibt er in einem seiner Briefe, ob ich ein wenig von dieser langweiligen Erde loskommen kann."
Der bekannte „dichtende Flieger" Peter Supf, der das Erlebnis des Fliegens in seinem dichterischen Schaffen in einer mitreißenden und eindrucksvollen Weise gestaltet hat, schildert uns in seinem Werk „Buch der deutschen Fluggeschichte" das Ringen des Malers Arnold Böcklin um seine Idee. Er berichtet uns von zahlreichen Flugversuchen, die Böcklin unternommen hat; diese Versuche sind
zwar alle gescheitert, aber sie beweisen uns die große Initiative und die unermüdliche Zähigkeit des deutschen Künstlers. .
„Jenseits aller Vergleichsmoglichkeiten , so erzählen Ferdinand Runkel und Carlo Böcklin, „kam ihm überhaupt kein Gedanke an einen Mißerfolg. Er träumte und sprach vielmehr schon davon, wie er einmal auf seinen Jkarusflügeln sich zu den Wolken aufschwingen und vom Südwind über die Alpen würde tragen lassen von Morgen bis Abend in einem Fluge von Italiens Seen bis zur deutschen Ostseeküste." *
Böcklin baute sich seine „Flugzeuge" nach eigenen Entwürfen. Wir wissen nicht, wie die Apparate, die er gemeinsam mit seinen Freunden in mühevoller Arbeit zusammenbastelte, ausgesehen haben, nur das eine wissen wir: es waren nicht die verrückten Experimente eines blutigen Laien, sondern durchaus sinnvolle und vernünftige Versuche, allerdings noch außerordentlich primitiv.
Schon im Jahre 1853 baute Böcklin, wie Peter Supf erzählt, einen kleinen Flugapparat. Er interessierte sogar Papst Pius X. für seine Erfindung. Mit diesem Apparat stellte der Maler zwei Jahre später in Rom Versuche an. Einmal soll Böcklin mit einem primitiven Fluggestell im Gleitflug über einen Festungsgraben geflogen sein.
Ein großer Flugversuch wurde dann bei Florenz unternommen. Wenn wir lesen, welche Vorbereitungen dazu getroffen wurden, glauben wir uns in die heutige Zeit versetzt, in die Atmosphäre einer Segelflugstation. Für die damalige Zeit war dieser Flugversuch eine unerhörte Sensation. Die tollsten Gerüchte waren im Umlauf über den merkwürdigen Deutschen, alle Bauern in der Umgebung sprachen von nichts anderem, der Maler Böcklin war der Held des Tages. Er hatte nach seinem „Laienverstand" mit Hilfe seiner Frau und eines italienischen Tapezierers einen Apparat konstruiert. „Ein regelrechter Dreidecker", wie Supf sagt, „von erstaunlich modern anmutender Konstruktion."
*
„Feierlich und ernst gestimmt, verstummte bald alles unter den stillen Sternen, zu denen der Meister morgen — ein Lebender noch — hinaufsteigen sollte. Früh kroch man in das Zelt, in das Stroh hinein. In der ersten Morgenstunde weckte Solde die Schläfer. Man sprang auf und trat gespannt vor Erwartung in den schon hellen und heißen Tag
Warum verkeimst du mich, Barbara?
Roman von Liane Sanden.
Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (6.)
80 Fortsetzung Nachdruck verboten!
Barbara erbleichte. Was steckte hinter den Worten Bannoschs? Sie wollte schon etwas Heftiges erwidern. Diese Herabsetzung Eckehards in Bannoschs Worten tat ihr weh, als wäre sie gegen sie selbst gerichtet gewesen. Aber sie wollte erst wissen, wohin Bannosch zielte. So erwiderte sie dann harmlos:
„Natürlich, Graf! Das war eine rein geschäftliche Besprechung. Ich habe mich ja die ganzen Wochen nicht um die Arbeiten auf meinem Gut kümmern können. Darum bat ich Herrn von Mackenroth, da Oberinspektor Rockesch an diesem Tage gerade nicht da war."
„Sie sind mit Ihrem Inspektor Mackenroth sehr zufrieden, gnädige Frau?"
„Gewiß — außerordentlich!"
„Dann werden Sie sich sicherlich auch sehr freuen, daß er in eine private Beziehung zu Ihnen tritt?!"
„Wieso privat, Graf?"
In Barbara war alles gespanntes Warten. Sollte Josef Bannosch schon irgend etwas ahnen von dem, was sich bisher doch nur schweigend zwischen ihr und Eckehard entwickelt hatte? Run, dann hatte sie eine gute Gelegenheit, Bannosch in seine Schranken zurückzuweisen. Wenn er hören würde, daß sie sich ganz zu Eckehard bekannte, würde er wohl vorsichtiger sein.
In ganz verwundertem Ton fragte Josef Bannosch:
„Aber doch durch die Beziehung Herrn von Macken- roths zu Ihrer Freundin, Fräulein Gerwig, meine gnädigste Frau. Ich nehme an, Sie wissen davon. Es sollte vielleicht noch ganz geheim bleiben. Aber Liebe und Jugend sind oft unvorsichtig. Ich habe das junge Pärchen auf der Karpener Wiese beobachtet. Sie waren ja ganz in ihr Glück versunken und hörten nichts, was um sie herum vorging."
Behaglich begann Josef Bannosch die Situation von damals auszumalen, wobei er an beabsichtigten llebertreibungen nicht sparte. Barbara saß da und hatte das Gefühl, als ob ihr jemand das Herz zufammendrückte. Magdalena und Eckehard? Sie hätte es in den Wochen des Krankseins, im Glück der Genesung, in der Seligkeit jener kurzen Minute mit Eckehard vollkommen vergessen. Es war wie eine Fieberphantasie, die vor der Klarheit des Tages verblichen war. Run kam es wieder, tückisch, einen giftigen Schmerz durch ihre Seele jagend.
Sie schloß die Augen. Der Mann vor ihr sollte
das Leid nicht sehen. Niemand sollte wissen, was in diesen Augen in ihr zusammenbrach.
Josef Bannosch beobachtete Barbaras Gesicht. Ein triumphierendes Leuchten glimmte in seinen Augen auf.
In diesem Augenblick öffnete Barbara die Lieder, sah diesen Blick. Wie eine Erleuchtung ging es durch sie. Bannosch hatte das alles nicht aus uneigennützigen Motiven hinterbracht. Irgend etwas war hinter feinen Worten, was sie nicht ungeprüft hinnehmen durfte. Magdalena hatte ihre Freundschaft in diesen Tagen des Krankseins ihr so warm und hilfsbereit gezeigt; sie hatte wenigstens ein Anrecht darauf, daß man sie fragte. Das gleiche Anrecht hatte Eckehard. Sie dankte ihm ihr Leben. Er konnte das eine von ihr fordern: offene Aussprache.
„Ich hoffe, gnädige Frau", vernahm sie Bannoschs Stimme, „daß ich Sie mit dieser Nachricht nicht überrascht habe ober gar beunruhigt?"
Immer noch sehr bleich, aber gefaßt, erwiderte Barbara: „Keineswegs, Graf. Nur, Sie sehen, eine längere Unterhaltung strengt mich doch noch sehr an. Ich bin immer noch Rekonvaleszentin. Ich glaube, es ist Zeit für mich, daß ich mich wieder ein bißchen zur Ruhe lege."
Graf Bannosch sprang auf.
„Oh, verzeihen Sie tausendmal, gnädigste Frau! In der Freude, mit Ihnen plaudern zu können, habe ich ganz die notwendige Rücksicht auf Ihren Gesundheitszustand außer acht gelassen. Darf ich Sie vielleicht hineinführen?"
„Danke, Graf! Wenn Sie nur die Freundlichkeit hätten, drinnen im Haus zu sagen, daß jemand kommen möchte, mich zu holen. Auf Wiedersehen! Grüßen Sie, bitte, Ihre Verwandten."
Sie streckte ihm abschiednehmend die Hand entgegen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als nach ehrerbietiger Verabschiedung zu gehen. Er war von dem Ergebnis der Unterredung mit Barbara nur halb befriedigt. Offenbar hatte die Nachricht von Mackenroths Beziehung zu Magdalena sehr erschütternd auf Barbara gewirkt. Aber ob sie die notwendigen Konsequenzen daraus zog? Ihr Gesicht war so rätselhaft gewesen.
34. Kapitel.
Barbara hatte sich mit Aufbietung aller Kräfte gehalten, bis Graf Bannosch fort war. Nun lehnte sie in ihrem Sessel. Er schien zu schwanken. Die ganze Welt schien sich um sie zu drehen. Wie in einem Wirbel kreiste alles um sie. So fand sie Magdalena, die vom Fenster aus Graf Bannosch hatte fortgehen sehen.
„Nun, Liebstes, wie geht es dir?!" rief sie schon von weitem. „Ich hatte schon Sorge, daß die Unterhaltung viel zu lange dauerte. Du weißt, Schonung und nochmals Schonung hat der Professor empfohlen. Aber was ist dir denn?" fragte sie erschreckt, als sie nun, dicht herangekommen, Barbaras leichenblasses Gesicht mit den geschlossenen Augen sah. Angstvoll schlang sie die Arme um die Freundin:
hinaus. Wie ein riesiger, plumper Vogel lag die Flugmaschine auf dem gelben Felde, die Flügel der Senke zugekehrt, den Schwanz in bei Höhe ... Am anberen Morgen kündete ein dumpfes Grollen eines jener furchtbaren toskanischen Gewitter an, die mit Hagel und Sturm Felder und Saaten vernichteten und ganze Wälder entblätterten. Aber Böcklin bestand, nachdem der gestrige Tag verloren war, auf feinem Fluge. Plötzlich heulte ein Windstoß durch die heiße, unbewegte Stille. Zugleich mit einem zweiten brach ein schier unerträglicher Donnerschlag los, ein Blitz zuckte und Hagel prasselte fürchterlich nieder. Böcklin erzählte später, es sei ihm gewesen, als schlüge jemand mit einem Stock auf die Knöchel feiner Hand, die die Leinwand hielt. Und diese Leinwand vermochte schließlich nicht dem Gewicht der Hagelkörner zu widerstehen. Sie barst und nun liefen Regen, Eis und Hagel den Männern zwischen Kragen und Hemd am Leib hinab und bildeten ba einen regelrechten Eispanzer. Böcklins ältester Sohn flüchtete in ein Bauerngehöft unb erzählte erschreckt, wie sich bicht hinter ihm der künstliche Vogel unter den Windstößen in die Luft erhoben, und er gefürchtet hätte, dieser könnte, vom Hagel getroffen, auf ihn niederstürzen und ihn unter seinen Riesenflügeln begraben. Der Flugapparat, das mühselige Werk so vieler anstrengender und arbeitsreicher Wochen, lag mit zerbrochenen Flügeln, eine schmutzige Trüm- mermasse, ein wüster Haufen von Stangen und Leinwandfetzen, am Fuße des Campo Caldo, wohin er, ohne seinen Erfinder zu tragen, allein geflogen war, das zerstörte Schwingenpaar des Ikarus."
*
Böcklin schrieb auch zahlreiche theoretische Aufsätze über hie Idee des Fliegens, in denen er seine Gedanken über den Bau unb bie Konstruktion eines motorlosen Flugzeuges entwickelte. Er hatte für alles, was mit ber Jbee „Fliegen" zufammenhing, ein brennenbes Interesse. Er suchte Verbindung mit Gelehrten unb Technikern, um ihnen seine Pläne vorzulegen unb mit ihnen über sein Lieblingsthema zu bebattieren. So hat Böcklin im Laufe seines Lebens einige hervorragende Männer besucht unb sich mit ihnen über bas Fliegen unterhalten, barunter ben berühmten Gelehrten Helmholtz. „Im Anfang, so äußerte sich Helmholtz über Böcklins Besuch, „glaubte ich es mit einem dilettantischen Schwärmer zu tun zu haben, benn alles, was er vorbrachte, war so unwissenschaftlich ausgebrückt, wie nur irgenb möglich. Als ich aber bann bie ganze Sache prüfte, überraschte mich bie Klarheit, mit welcher ber Maler, ohne positive mathematische Kenntnisse, Formeln zum Ausbruck brachte, bereu Richtigkeit ich anerkennen mußte."
Dr. Franz Dietrich.
„Barbara, ist bir schlecht? Soll ich bir etwas holen? Ach, ich mache mir ja bie bittersten Vorwürfe, baß ich bich hier fo lange unten gelassen habe. Ich hätte ben Besuch des Grafen abkürzen müssen. Aber um Gottes Willen Barbara!"
Aus Barbaras Augen liefen Tränen über bas blaffe Gesicht. In tiefster Angst erfaßte Magbalena bie Hänbe ber Freundin.
„Barbara! Hat dir Graf Bannosch irgend etwas erzählt, was bich bekümmert, was bir weh tut? Ich bitte bich, sage es mir boch. Dann wirb bir leichter sein. Du weißt boch, wie innig ich bich liebe, wie ich nichts anberes wünsche, als baß bu glücklich unb zufrieben bist."
Barbara sah aus tranenschimmernden Augen zu Magdalena auf.
„Magdalena", ihre Stimme zitterte, „ich bitte dich, sage mir die Wahrheit: Stimmt es, was Graf Bannosch mir erzählt hat?"
„Was hat er dir erzählt?"
Auch Magdalena war jetzt sehr bleich und zitterte: „Daß du und Eckehard — daß ihr beide —" Magdalena konnte immer noch nicht verstehen.
„Daß wir benbe Freunde sind — meinst du bas, Barbara? Ja, das find wir. Die Sorge um dich, bie Angst um dein Leben hat uns beide zueinander geführt."
„Nur Freundschaft — nichts anderes?"
Jetzt verstand Magdalena. Ein wunderbares Lächeln erhellte ihre Züge.
„Etwas anderes? — Ich schwöre dir, Barbara: nein! Ich schätze Mackenroth! Ich verehre ihn beinah! Und einen Tag, ein einziges Mal, an deinem Festabend hier auf Schedlowitz, war es mir, als ginge von seinem Wesen ein eigentümlich gefährlicher Bann aus. Aber bald" — ihre schüchterne Stimme wurde klar, voll — „hatte ich mich selbst gefunden. Ich wußte, ein Mann wie Eckehard von Mackenroth ist nichts für mich. Er braucht einen großzügigeren Menschen neben sich, einen Menschen wie dich, Barbara!"
Barbaras Gesicht war von glühender Röte bedeckt. Sie schüttelte mit dem Kopfe. Aber Magdalena umfing das Gesicht der Freundin, sah ihr tief in die Augen unb sagte:
„Gesteh es bir doch endlich zu, Barbara, daß du ihn liebst, wie er bich, Barbara!"
„Wie er mich?" kam es flüsternd zurück.
„Ja! Wie er dich! Ich weiß es, Barbara. Er hat es mir gestanden, damals, als er hinausritt in Sturm und Unwetter, um dich zu suchen. Du bist das Höchste, was er im Leben kennt. Mach ein Ende mit all ben Mißverständnissen! Sprich frei unb offen zu ihm, da er es nicht wagt —"
„Warum wagt er es nicht?" kam es ganz leise von Barbaras Lippen.
„Weil er den Abstand zwischen seiner jetzigen Stellung und dir bdtter empfindet. Und bu, Barbara —"
Sie Dollenbete nicht.
Sie wollte ber Freunbin in biefer Stunbe nichts
Zunahme des Flugverkehrs im Mein-Main-Sebiet.
F r a n r f u r t a. 5R., 8. Juli. (LPD.) Der deutsch. Luftverkehr steht nach wie vor im Zeichen einer guten Aufwärtsentwicklung. Bekanntlich konnte btt Deutsche Lufthansa in ber ersten Hälfte bes laufenden Jahres ihre Beförderungsleistungen beträchtlich steigern.
In Frankfurt a. M. hat ber Personenverkehr um annähernd 60 v. H. gegen das Vorjahr zugenom- men. Diese Verkehrssteigerung ist vor allem der Neugestaltung des Sommerflugplans sowie auf den Einsatz weiterer Großverkehrsflugzeuge zu verdanken. Auch die Inbetriebnahme des Großluftweges Amsterdam — Frankfurt — Mailand und dis Einrichtung des Sonntagsdienstes nach Halle—Leipzig-Berlin hat den Aufschwung begünstigt.
Besonders erfreulich und kennzeichnend für dis Bedeutung, die Frankfurt als Flugzentrum für das gesamte Rhein-Main-Gebiet heute erlangt hat, ist die Tatsache, daß auch die Städte der weiteren Umgebung — insbesondere auch die Badeorte — eine wesentlich höhere Zahl an Flugreisenden hierher entsenden als in den früheren Jahren. Beachtlich gestiegen ist in unserem Bezirk auch das Post- aufkommen für den deutschen Südamerika-Flugdienst.
Gröffnung der Ausstellung „Scholle und Heim^ in Mainz.
LPD. .Mainz, 8. Juli. In der Mainzer Stadthalle wurde am Samstag mit einer kurzen Feier die Ausstellung „Scholle und Heim", die in engem Zusammenhang mit der Deutschen Jubiläums-Rosenschau steht, eröffnet.
Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Dr. Barth, stellte in feiner Ansprache die Bedeutung der Ausstellung für das Wirtfchafts- und Verkehrs- leben heraus. Gleichzeitig hob er hervor, daß diese Ausstellung von Mainzer Bürgern ohne Unterstützung amtlicher Organe aufgebaut worden sei. Anschließend folgte ein Rundgaug durch die reich beschickte Ausstellung, die alles, was mit Haus, Hof und Heim irgendwie in Zusammenhang steht, in übersichtlicher Form vor Augen führt. Besonderes Augenmerk ist den Neuheiten auf hauswirtschaftlichem Gebiet und dem Schmuck des Heims gewidmet.
Daten für den Iv.Juli.
1509: der schweizerische Reformator Johannes Calvin in Noyon geboren (gestorben 1564); — 1584: Wilhelm I., Prinz von Oranien, ber „Schweiger", Statthalter der Niederlande, in Delft ermordet (geboren 1533:); — 1824: ber Staatsmann Rubolf v. Benningsen in Lüneburg geboren (geft. 1902).
sagen, was sie beschämen konnte. Doch Barbara von Stechow hatte schon verstauben.
„Sprich es ruhig aus, Magdalena! Ich habe in meinem törichten Stolz und Hochmut alles getan, um diese scheinbare Kluft zwischen ihm und mir noch zu vertiefen. Ach, bu weiht ja nicht, warum. Wer eine solche Liebesenttäuschung erlitten hat wie ich, ber zweifelt an allem. Ich habe einmal geglaubt, daß Albert von Stechow mich wirklich liebte. Ich habe ihm bas reinste Vertrauen, die größte Hingebung geschenkt. Dann habe ich sehen müssen, wie alles mir gegenüber Verrat und Lüge war. Und dann tarnen die anderen und sagten mir: Eckehard ist ebenso. Er will dich um deines Geldes willen. Er will dich wegen deiner Güter. Du selbst bist ihm nichts! — Kannst du verstehen, Magdalena, was so etwas in einem durch Leid mißtrauisch gewordenen Gemüt anrichten kann?"
Magdalena strich beschwichtigend die Hände Barbaras.
„Doch, ich kann es verstehen, Barbara. Aber nichts ist schlimmer als unausgesprochene Dinge zwischen Menschen. Siehst bu, auch mir gegenüber —"
Sie unterbrach sich. Nun verstand sie alles. Nun begriff sie, was plötzlich zwischen Barbara unb sie getreten war. Man hatte Barbara vermutlich auch in bezug auf sie selbst mit Mißtrauen erfüllt. Die Aussprache jetzt war bie Klärung bes Rätsels.
Tief schaute sie der Freundin in die Augen.
„Glaubst bu mir jetzt, Barbara?" flüsterte sie.
Barbara von Stechow nickte.
„Ich glaube dir!"
Die Hände der beiden legten sich ineinander. In ihrem festen Druck waren Erneuerung und Besiegelung ihrer Freundschaft.
„Nun aber genug!" Magdalena bemühte sich, die Erschütterung in sich niederzukämpfen. „Jetzt heißt es ins Bett. Und ganz schön ruhen! Komm, Liebes!"
Don der Freundin unterstützt, ging Barbara dem Hause zu. Auf ihrem Antlitz lagen Friede und Ruhe. Gerade wie sie in die Halle hineintraten, kam das Stubenmädchen ihnen eilig entgegen:
„Fräulein Gerwig, ich suchte Sie schon überall. Es ist Besuch für Sie ba!"
„Wo ist er denn?" fragte Magdalena Gerwig. Eine heiße Blutwelle schoß ihr in die Stirn, als sie jetzt im Hintergrund ber Halle bie hohe schlanke Männergestalt auftauchen sah, die zogernb näher kam.
Da vergaß Magdalena Gerwig alles. Mit leuchtenden Augen lief sie auf ben jungen Mann zu, streckte ihm beide Hände entgegen.
„Willkommen!" sagte sie. „Tausendmal willkommen!"
Auch die grauen Augen in dem schmalen, feinen Gesicht bes jungen Mannes leuchteten auf.
„Fräulein Magbalena!" sagte er stockenb. Unb noch einmal: ,^Fräulein Magbalena!"
Beide wußten nichts anderes zu sagen. Sie standen ba und schauten sich an. Aber Barbara las in ben Mienen ber beiden alles, was der Mund noch verschwieg.
lFortsetzung folgt!)
Mit Ofiekla 3R»e MaMoetade ßittLy&J
condern die Marmelode wird außerdem noch billiger I aus 4 Pfund Obst und 4 Pfund Mucker etwa' 8 Pfund
f&GgGfli: 4 Pfd. Obst einer Sorte oder 4 Pfd. Obst mehrerer Sorten, beliebig gemischt, zerkleinern u. miß 4 Pfd. Zucker zum Kochen bringen. Hierauf 10 Minuten durchkochen, dann 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfg. hinzurühren - fertig! Für Erdbeer- und Süßkirsch. Marmelade nur 31/« Pfd. Obst und 3'/r Pfd. Zucker nehmen. — Rezepte für alle Früchte bei jeder Packung. Trocken-OpekU (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwendet. Päckchen für Tortenüberguß oder etwa 2 Pfund Marmelade 22 Pfennig, für 31/» Pfund Marmelade 43 Pfennig und für 1 Pfund Marmelade 82 Pfennig,
Früher nahm die Hausfrau meist auf 4 Pfund Obst etwa 3 Pfund Zucker, das waren zusammen 7 Pfund. Sie mußte Jedoch fast immer eine Stunde und oft noch länger kochen; dann war aber ein Drittel bis fast die Hälfte verkocht. Sie erhielt also aus den 7 Pfund Obst und Zucker nur etwa *xh bis 5 Pfund Marmelade.
Heute Jedoch mit Opekta bekommt die Hausfrau aus 4 Pfund Obst und 4 Pfund Zucker tatsächlich das volle Gewicht von 8 Pfund Marmelade in die Gläser, da ja In 10 Minuten fast nichts verkocht.
Mit Opekta gibt es also ungefähr 3 Pfund Marmelade mehr. Dadurch hat man nicht nur das Opekta umsonst.
(Mn® Ofteita J
aus 4 Pfund Obst und 3 Pfund Zucker nur etwa 4^2 Pfund


