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ein anliegendes Lager mit Explosivstoffen Übergriff. 9n dem Augenblick, als die Feuerwehr anrückte und die Bekämpfung des - Brandes aufnehmen wollte, flog das Puloerlager in die Luft. Zwei Feuerwehrleute wurden auf der Stelle getötet und 7 weitere, darunter auch der Feuerwehrkoman- dant, lebensgefährlich verletzt. Ein Polizeibeam­ter, der sich in dem Gebäude befand, wird vermißt. Zahlreiche weitere Personen trugen leichtere Ver­letzungen davon. Erst in den späten Abendstunden konnte das Großfeuer gelöscht werden.

Gasflaschen geraten in Brand.

Än Walsum (Ruhr) geriet ein mit Gasflaschen beladener Lastkraftwagen in Brand. Die Insassen des Wagens, der Fahrer, der Beifahrer und die Braut des Beifahrers konnten sich zwar durch Ab­springen im letzten Augenblick vor dem sicheren Tode retten, erlitten aber so schwere Brand­wunden, daß sie sofort ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Der Brand löste gleichzeitig eine Explosion aus. Durch « die umherfliegenden Eisen- und Holzsplitter wurden vier Feuerwehr­leute und ein Landjäger, die zur Hilfeleistung her­beigeeilt waren, verletzt. Sie mußten ebenfalls ins Krankenhaus gebracht werden. Der Lastkraftwagen brannte vollständig aus.

Kraftwagenunglück fordeck zwei Opfer.

Der SS.-Scharführer Schramm aus Wester­stede und sein Freund Hermann Eilers aus Halstrup hatten einen Ausflug mit einem gemie­teten Kraftwagen nach Bad Zwischenahn (Olden­burg) unternommen. Auf der Rückfahrt fuhr Schramm mit dem Wagen aus bisher nicht geklär­ter Ursache gegen einen Baum. Beide In­sassen wurden getötet.

Gefährlicher Brand beim Hauptbahnhof von St. Gallen.

Im Eilgutschuppen des Hauptbahnhofes St. Gallen brach ein Feuer aus, das sich mit rasen­der Schnelligkeit über den Dachstuhl des Gebäudes ausbreitete. Der Feuerwehr gelang es, die in dem Büro des Zollamtes untergebrachten Kontroll­papiere für Waren, die noch unverzollt in der Schweiz liegen, zu retten, wodurch Zolleingänge von einigen hunderttausend Franken gesichert werden konnten. Im Güterschuppen selbst befanden sich verhältnismäßig wenig Waren. Der weslliche Teil des Gebäudes ist völlig eingeäschert, der östliche Teil derart beschädigt, daß er abgetragen werden muß. Bei den Löscharbeiten wurden drei Feuer­wehrmänner und ein Polizist verletzt.

Lin zweifacher Lustmörder in Wien verhaftet.

Die Wiener Polizei hat einen zweifachen Lust - mörder dingfest gemacht. Vor einigen Tagen wurde auf der Sophien-Halde bei Wien die Leiche einer Frau gefunden, die einem Lustmord zum Opfer gefallen war. Als vermutlicher Täter wurde bald darauf ein gewisser Josef Höller verhaftet, der nach hartnäckigem Leugnen zusammenbrach und

die Tat gestand. Die Polizei trug weiteres Material gegen ihn zusammen. Darauf legte er das Geständnis ab, daß er bereits vor einem Jahr im Schotten­wald bei Wien eine Frau ermordet habe.

Das Urteil im Hamburger Kommunistenprozeh.

Der Dritte Strafsenat des Preußischen Kammer­gerichts, der sich seit über vierzehn Tagen mit dem Hamburger Feuerüberfall auf einen Fackelzug der Nationalsozialisten am

Abend des 6. März 1933 befaßte, verkündete das Urteil. Die beiden Haupttäter, die Angeklagten Walther R e s ch k e und Hinrich ©eins, wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus verur­teilt. Weitere 18 Angeklagte wurden zu Strafen verurteilt, die zwischen anderthalb und fünfzehn Jahren Zuchthaus liegen. Sämtlichen Angeklagten wurden auch die bürgerlichen Ehrenrechte aber­kannt. Zwei weibliche Angeklagte wurden freige­sprochen.

Preußen.

Kreisverbandstreffen der Posaunen­chöre in Hörnsheim.

O Hörnsheim, 8. Juli. Der K r e i s v e r - band der Posaunenchöre hielt hier am Sonntag sein Verbands fest ab, das sich auch diesmal wieder eines zahlreichen Besuches erfreute. Vormittags war die Probe der Chöre. Anschließend fand ein F e st g o t t e s d i e n st statt, bei dem der stellvertretende Bundeswart des Westbundes, Pfar­rer Frick- Bonn, die Festpredigt hielt. Am Nach­mittag stellten sich die Chöre am Ortseingang nach Großen-Linden auf. In zwei Gruppen zog dann der F e st z u g mit Marschmusik durch unfern Ort. Am Kriegerehrenmal legte Pfarrer Frick einen Kranz nieder. Pfarrer Frick gedachte der im Welt­krieg gefallenen Brüder und der heutigen Zeit. Er ließ seine Gedächtnisrede ausklingen in den Gruß an den Führer und Kanzler des Deutschen Reiches. Mächtig erklang von den Posaunen das Deutsch­land- und das Horst-Wessel-Lied.

Auf dem Festplatz wurde nach einem Posaunen­vortrag die Feier mit Schriftverlesung und Gebet durch Prediger T r i p p l e r - Groß-Rechtenbach er­öffnet. Kreispräses Pfaxrer Koch- Lützellinden be­grüßte die große Festversammlung und wies auf die hundertjährige Geschichte des Verbandes hin.

Die erste Festansprache von Prediger I u n g - Großen-Linden behandelte das Thema:Das Evan­gelium, unser Fähnlein". Die zweite Festansprache hielt Inspektor C l a s s e n - Elberfeld über das Thema:Christus unser Feldherr". Als dritter Red­ner sprach Pfarrer Frick- Bonn. In seinem Schluß­wort ging der Kreispräses, nach einigen Dankes- worten an alle Mitwirkenden, auf den Geisteskampf der Jetztzeit ein. Die Ansprachen waren umrahmt von Vorträgen der Posaunenchöre, die hell und klar erklangen. Nach dem gemeinsam gesprochenen Vater­unser, Gebet und Segen, sang die große Festver­sammlung stehend ein Lied von Spitta.

Dillkreis.

Lpd. Herborn, 8. Juli. An einer Straßen­kreuzung inmitten der Stadt ereignete sich am Sonntag vor acht Tagen ein schwerer Verkehrsun- fall, bei dem der 27jährige Heu mann getötet

und der 23 Jahre alte Karl R e ch m a n n aus Bad Soden lebensgefährlich verletzt wurde. Nunmehr ist auch Rechmann, ohne das Bewußtsein wieder er­langt zu haben, seinen Verletzungen erlegen.

Gemarkungsrundgang der Wiesecker Bauernschaft.

W i e s e ck , 8. Juli. Die hiesige Bauernschaft veranstaltete gestern einen Gemarkungsrundgang, zu dem sich eine stattliche Teilnehmerzahl einge­sunden hatte. Nach der Begrüßung durch den Orts­bauernführer Roden hausen übernahm Land­wirtschaftsdirektor Dr. Lung von der Bäuerlichen Werkschule Gießen die Führung durch die Feld­mark. Die Kartoffelschläge zeigen in diesem Jahre einen recht unterschiedlichen Stand, der selbst bei gleichem Saatgut und gleicher Abbaustufe auf die verkehrte Lagerung und Pflege zurückzuführen.ist. Wichtig ist auch die Düngung, die mit den an­fallenden Wirtschaftsdüngern nicht befriedigt wer­den kann, sondern durch schwefelsaures Ammoniak, Kali und Superphosphat ergänzt werden muß. Jeder Bauer soll im Laufe der Zeit instand gesetzt werden, sein Saatgut selbst heranzuziehen, wobei die ländlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaften und der landwirtschaftliche Ortssachberater Hand in Hand arbeiten müßten. Im Zeichen der Erzeu­gungsschlacht muß jede Kartoffelstaude ein Voll- träaer sein. Gewarnt wurde vom Anbau der locker- fleischigen KartoffelsortenSickingen" undGold­währung" und die SorteParnassia" als Massen­futterkartoffel empfohlen.

Da im Jahre 1940 letztmals Pflanzgut der all­bekannten SpeisekartoffelIndustrie" geliefert wird, gilt es, sich schon jetzt umzustellen. Als Nachfolge­rin dürfte wohlAckersegen" in Frage kommen, die sich durch hohe Ernteerträge auszeichnet und dabei frohwüchsig und krebsfest ist. Die SorteErdgold" baut zu schnell ab, und die Züchtungen der Pom- merschen Saatbaugefellschaft sind fast durchweg für die hiesige Gegend nicht gut geeignet. Mehr muß noch die Unkrautbekämpfung durchgeführt werden, wobei der Redner besonders die mechanischen Me­thoden empfahl und den Unkrautftriegel als neu­artiges Gerät in seiner Wirkungsweise erklärte.

Um die Erträge der Futterrüben zu steigern, muß das Verziehen beizeiten vorgenommen werden. Einen breiten Raum nahm der Grünfutterbau ein. Die Luzerne bedarf reichliche Dorratsdüngung mit Kali, Phosphorsäure und Kalk, während sie den Stickstoff aus der Luft aufnimmt. 'Nur heimisches Saatgut thüringischer, fränkischer und rheinhessi­scher Herkunft garantiert für erfolgreichen Anbau, während ausländische Züchtungen versagen. Der Weizenbau kann in unserer Gemarkung mit seinen durchschnittlich leichten Böden nur mit Aussicht auf Erfolg betrieben werden, wenn die richtige Sorten­wahl durchgeführt wird. Nicht die anspruchsvollen Sorten der Wetterau kommen hier in Frage, son­dernKrafts Siegerländer" mit braunem Kolben. Im Roggenbau sollte der Klosterroggen ganz durch denPetkuser" ersetzt werden. Alles Getreidesaat­gut muß gegen die verschiedenen Krankheiten ge­beizt werden.

Nachdem noch viele Anftagen aus der Versamm­lung heraus vom Rundgangführer beantwortet worden waren, schloß der Ortsbauernführer mit herzlichen Dankesworten an den Leiter die auf­schlußreiche praktische Unterweisung.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Das schon gestern über der Nordsee liegende Hochdruckgebiet hat seine Lage beibehalten, schwächt sich aber langsam weiter ab. Dabei liegt über ganz Südveutschland heiteres Wetter, so daß die unge­hinderte Sonneneinstrahlung die Temperaturen rasch weiter ansteigen läßt. Gleichzeitig schwächt sich der Luftdruckgegensatz weiter ab, so daß späterhin Neigung zu örtlicher Gewitterbildung aufkommen wird.

Aussichten für Mittwoch: Zunächst noch überwiegend heiter bei weiterem Ansteigen der Tagestemperaturen, später Gewitterneigung, schwache Winde aus südlicher Richtung.

Tagestemperaturen am 8. Juli, mittags 21,4 Grad Celsius, am 8. Juli, abends 14,6 Grad, am 9. Juli, morgens 13,9 Grad, Maximum 22,8 Grad, Minimum 9,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Juli, abends 22,3 Grad, am 9. Juli, morgens 17,5 Grad, Sonnenscheindauer 14,1 Stunden..

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

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