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Kunst und Missenschaff.

Darmstädter Kunstschau 1935Deutsche Meister-.

Zur Eröffnung der von der NS.-Kulturgemeinde Darmstadt und dem Kunstverein für Hessen ver­anstalteten Darmstädter Kun st schau 1935 Deutsche Meister" fand auf der Mathilden- höhe eine Feier statt. Der Leiter der NS.-Kultur- aemeinde Darmstadt Dr. Maser dankte in seiner Begrüßungsansprache der Landesregierung und der Stadtverwaltung für ihre Hilfe beim Aufbau der Ausstellung und Frau Bergmann-Küchler (Frankfurt a. M.), die ihre Thoma-Sammlung zur Verfügung stellte. Ministerialrat Ninashausen stellte seiner Rede ein Bekenntnis zu dem Worte: Deutsch sein heißt wahr sein!" voran. Diese Aus­stellung habe auch einen erzieherischen Wert für unser Volk: sie lehre uns, das Edle und Wahre zu wollen, niemals den Schein zu suchen. In diesem Sinne möge sie über unsere engere Heimat hinaus wirken. Oberbürgermeister W a m b o l d t richtete Worte des Dankes an alle, die tätige Mitarbeit beim Zustandekommen der Ausstellung leisteten. Der künstlerische Leiter der Ausstellung, Professor Beyer, erklärte dann die Ausstellung für er­öffnet und brachte ein dreifaches Sieg-Hell auf den Führer aus.

Dem Andenken der Sängerin Marie Millich.

In Dresden wurde für die Kammersängerin Ma­rie Wittich an dem Hause Comeniusstraße 63, wo sie bis zu ihrem Heimgang 31 Jahre lang ge­lebt hat, mit einer schlichten Feier eine Gedenk- täfel enthüllt. In den Ansprachen wurde betont, daß die verstorbene Künsllerin, die aus Gießen gebürtig war, eine der bedeutendsten deutschen Wagner-Sängerinnen gewesen sei. Besondere Ver- dienste hat sich Marie Wittich während ihrer Tätigkeit an der Dresdener Oper erworben; hier begann ihr Siegeszug, der sie auf zahlreichen Gast­spielen nach Amsterdam und Prag, nach Paris und London führte. Als Vertreter des Hauses W i t - t i ch und Testamentsvollstrecker der Künstlerin zeich­nete Rechtsanwalt Dr. Oppermann ein Cha­rakterbild der berühmten Sängerin.

Deutsche Filme auf der Internationalen Filmkunstausstellung in Venedig.

Für die 3. Internationale Filmkunstausstellung, die vom 10. bis 25. August in Venedig stattfindet, hat der Herr Re'ichsminister für Volksaufklärung und Propaganda noch angeordnet, daß außer den bereits genannten FilmenTriumph des Willens",Der alte und der junge König" undHermine und die sieben Aufrechten" noch der Luis-Trenker-FilmDer verlorene Sohn" in den Wettbewerb um den Preis des Duce gestellt werden soll.

Abschluß der Königsberger Chemiker-Tagung.

Die fachlichen Beratungen der 48. Hauptver- sammluna des Vereins Deutscher Chemi­ker in Königsberg nahmen ihren Fortgang. Im Mittelpunkt des Interesses standen wiederum Be­richte über zahlreiche wissenschaftliche und tech­nische Fortschritte. Besondere Beachtung fanden hier die Referate von Dr. H. Wolf und H. Welsch, die sich mit den Leichtbaustoffen beschäf­tigten. Ebenfalls lebhafte Beachtung fanden die neuen Untersuchungen von Professor Dr. S. Hil­pert, die sich mit der Zusammensetzung der pflanzlichen Gerüstsubstanz beschäftigen. Schließ­lich ist der Bericht Dr. F. A. S ch w i e i e s über ein neues Anstrichverfahren hervorzuheben. Die Beratungen fanden mit einer allgemeinen Sitzung, auf der chemische Tagesfragen behandelt wurden, ihren Abschluß. Besondere Beachtung fand unter diesen ein Bericht von Prof. Dr. Kuhn- Heidel­berg über die neuesten Untersuchungen auf dem Gebiete der Vitamine. Prof. Kuhn, der bereits im Vorjahre.mit der Bayer-Denkmünze für Forschun­gen auf diesem Gebiet ausgezeichnet wurde, ist es gelungen, aus der Milch das sogenannte Lacto- navin, ein Vitaminbestandteil, zu isolieren, und diesen Stoff synthetisch herzustellen. Weitere Vor­träge beschäftigten sich mit den Beziehungen zwi­schen Magnetismus und Chemie, mit der Kaut­schukverwendung, mit Fragen der Papierfabrikg- tion und mit keramischen Problemen. Den Abschluß des Reichstreffens bildete eine Weihe­stunde am Tannenbergdenkmal.

Aus aller Wett.

Oer neue Bischof von Berlin.

Eichstätt, 7. Juli. (DRB.) Der zum Bi­schof von Berlin ernannte bisherige Bischof von Eichstätt, Konrad Graf von Preysing, Iteht im 55. Lebensjahre. Nachdem er das Gymna- ium in Landshut absolviert hatte, widmete er sich lern Studium der Rechtswissenschaften und wurde Rechtspraktikant im Ministerium des Aeußeren in München und Legationssekretär an der bayerischen Gesandschaft beim Quirinal in Rom. 1908 schied er aus dem bayerischen Staatsdienst aus, studierte Theologie in Innsbruck und promovierte zum Dr. theol. 1913 wurde er Benefiziumsprovisor an der Münchener Frauenkirche und Sekretär des Kardinals von Bettinger. 1917 übernahm er das Predigeramt an der Münchener Pfarrei St. Paul, vier Jahre später wird er Pfarrer an der Münche­ner Frauenkirche. 1918 organisierte er die Seel­sorge der in der Schweiz internierten deutschen Austauschgefangenen. 1928 erfolgte feine Ernen­nung zum Domkapitular in München und 1932 wurde er Bischof von Eichstätt.

Nationalsozialistische Führung der deutschen Volksgruppe in Rumänien

Bukarest, 8. Juli, (DNB.) Die Hauptver- sammlung des Verbandes der Deutschen in Groß- Rumänien hat nach jahrelangem innervölkischem Kampf nunmehr auch bei der deutschen Volks­gruppe in Rumänien eine Klärung gemacht. Der Vorkämpfer für das nationalsozialistische Gedan­kengut unter dem Deutschtum Rumäniens, Ritt­meister a. D. Fritz F a b r i t i u 5 , ist mit 49 von 67 Stimmen zum Vorsitzenden des Ver­bandes der Deutschen in Groß-Rumä- n i e n gewählt worden. Eindeutig haben sich da­mit die Vertreter sämtlicher Siedlungsgebiete hin­ter jenen Mann gestellt, der in der Erneuerungs- bewegung organisatorisch Hervorragendes geleistet hat.

Die Deutsche Jubiläumsrosenschau in Mainz.

Die in Verbindung mit der Feier des 50jährigen Bestehens des Vereins der deutschen Rosenfreunde erstellte DeutscheIubiläums-Rosenfchau wurde im Mainzer Stadtpark in Anwesenheit des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger er­öffnet. Oberbürgermeister Dr. Barth begrüßte die Gäste. Nachdem Professor Dr. Ebert die Grüße des Reichsnährstandes und der deutschen Rosenzüch- ter überbracht batte, sprach für die Gesellschaft für

Die Aenderungen im Strafrecht.

Neue Bestimmungen zum Schuh der Wehrkraft.

Berlin-, 8. Juli. Das jetzt im Wortlaut amtlich bekanntgegebene Gesetz zur Aenderung des Straf­gesetzbuches, das mit dem 1. September 1935 in Kraft tritt, enthält noch eine Reihe wichtiger aktu­eller Bestimmungen. Vor allem werden die Straf­bestimmungen für Verletzung der Wehr­pflicht und der Wehrkraft neu gefaßt. Wehrpflichtige, die vor Erfüllung der aktiven Dienst­zeit ober im Beurlaubtenstande, nach Erfüllung der aktiven Dienstpflicht, ohne Erlaubnis das Reichsgebiet verlassen, werden mit Ge­fängnis von einem bis sechs Monaten bestraft. Ehrenstrafen und Geldstrafen sind daneben möglich. Auch der Versuch ist strafbar. Wer einen deutschen Soldaten zur Fahnenflucht verleitet oder die Fahnenflucht ihm erleichtert, wird mit Gefäng­nis nicht unter drei Monaten, in besonders schwe­ren Fällen mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren be- straft. Die gleiche Strafe droht denjenigen, der einen Deutschen zum Heeresdienst einer aus- ländischen Macht anroirbt oder ihren Werbern zuführt. Wer sich vorsätzlich durch Selbstverstümmelung usw. zur Erfüllung der Wehrpflicht untauglich macht, wird mit Ge­fängnis nicht unter einem Jahr bestraft. Wer Wehrmittel oder Einrichtungen der deutschen W e hrmacht beschädigt ober zerstört, erhält Gefängnis nicht unter einem Monat, in befonbers schweren Fällen ist auf lebens­längliches Zuchthaus ober Tobesstrafe zu erkennen.

Bei Neufassung ber Bestimmungen bes Straf­gesetzbuches gegen bic Gefährdung bes Eisenbahnverkehrs, ber Schiffahrt ober Luftfahrt bringt bas Gesetz als neues Strafbelikt ben Begriff ber Gemeingefahr in Anwen­dung. Gemeingefahr bedeutet eine Gefahr für Leib ober Leben, sei es auch nur eines einzelnen Men­schen ober für bedeutende Sachwerte, die in frem­dem Eigentum stehen, ober deren Vernichtung gegen das Gemeinwohl verstoßt. Wer eine Gemeingefahr dadurch herbeigeführt, daß er die Sicherheit des Be-

Das innerpolitische Leben im Frankreich der drit­ten Republik wurde genährt von einer Unzahl von Parteien, Organisationen und Verbänden, die, un­tereinander wieder verschachtelt, durch mannigfache wirtschaftliche und geistige Interessen, nur selten eine große und starke Persönlichkeit zur Führung des Staates gelangen ließen. Nur in Zeiten äußer­ster Not, wie in gewissen Perioden des Weltkrieges und der Nachkriegszeit, wenn der Staat oder feine Finanzen kurz vor dem Bankrott standen, überwand ber Franzose seine angeborene Scheu vor ber Auto­rität unb gab einem Manne vom Range Poin- cares ober Clämenceaus bas Ruder in die Hand, um es ihm aber sofort wieder zu nehmen, sobald er das Staatsschiff aus den Schären unb Untiefen ber politischen Gefahrenlinie ins freie Meer hinaus­gesteuert hatte.

Steht ber Franzose heute roieber vor der Not­wendigkeit, sein politisches Geschick vorübergehend ober sogar enbgültig einem autoritären Regime an- Auoertrauen? Die Ereignisse ber letzten Woche wei­sen ben französischen Bürger scheinbar in eine solche Richtung. Das von Doumergue begonnene, von Flanbin unb Laval fortgesetzte Kabinett ber nationalen Einigkeit besteht nur noch bem Nam^n nach. Die parlamentarische Mitte, auf bie es sich stützen sollte, ist längst zerbrochen, unb ihre einzelnen Teile fliehen nach rechts ober links, wohin es sie gerabe treibt. Ja, in biefem Lanbe ber parlamentarischen Ueberspitzung sind jetzt sogar Ansätze zur Bilbung eines Zwei-Par- teien-Systems vorhanben. Die seltsame zentrifugale Wirkung ber halbautoritären Regierungen von Dou- meraue bis Laval hat es zustande gebracht, daß sich auf Der einen Seite alle Linksgruppen von den Kommunisten bis zu den Radikalsözialisten zur Front commun" zusammengeschlos- f e n haben und daß auf der anderen Seite die anti- parlamentarischen nationalen Verbände mit mehr ober weniger faschistischem Charakter immer mehr an Einfluß unb Ansehen sowie an zahlen­mäßiger Stärke gewinnen.

Unter biefen Bünben sind bie Feuerkreuzler (Croix de Feu et Briscards) in letzter Zeit immer mehr hervorgetreten. Wenn es auch nicht wahrschein­lich ist, daß sie sich in absehbarer Zeit durch einen revolutionären Akt an bie Spitze bes Staates stel­len werben, so rechtfertigt es doch ihre immer stärker roerbenbe Ausdehnung, baß man die Bewegung orgfam im Auge behält. Der Führer der Feuer­kreuzler, Oberst o e l a R o q u e, hat auf der letzten Veranstaltung des Bundes sehr scharfe Worte ge­braucht unb angefünbigt, baß er sich alsbalb in bie Ereignisse einschalten unb ben Befehl übernehmen werbe. Morgen, übermorgen ober in vierzehn Tagen könne er ben Mobilmachungsbefehl gegen bie Linke geben. Das ist eine sehr selbstbewußte Tonart, bie biefer oerbiente ehemalige Frontkämpfer hier an- chlägt, unb selbst wenn man ben reinen Propa- ;andazweck einer solchen Rebe in Rechnung stellt, o bleibt boch etwas, was aufhorchen läßt.

Wenn man bie Möglichkeiten ber Feuer­kreuzler abwägt, so muß man allerbings in Betracht ziehen, baß große Teile bes französischen Volkes bem ziemlich unklaren Erneuerungsprogramm bes Obersten be la Roque noch mit größtem Mißtrauen gegenüberstehen. Die Anhänger bes Croix be Feu, bie man etwa auf 300 000 beziffern kann, rekrutie-

Gartenkultur Müller - Klein (Berlin). Der Präsident bes Vereins beutscher Rosenfreunbe, Hans Eckert (Würzburg) bankte allen, bie sich um bie Schau verbient gemacht haben. Sein Sieg-Heil auf ben Führer würbe begeistert ausgenommen. Nach bem Gesang bes Deutschlanbliebes unb bes Horst- Wessel-Liedes erklärte ber Präsibent bes Vereins beutscher Rosenfreunde die Schau für eröffnet. Es olgte ein Rundgang durch bie in voller Blüte tehende Schau, bie als ein Meisterwerk neuzeit­licher Gartenkunst bezeichnet werben darf und deren Besuch für jeden Rosenliebhaber zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden dürfte.

Großangelegle Devlsenschiebung an der belgischen Grenze aufgedeckl.

An ber Zollstation Steinebrück (neubelgische Grenze) gelang den Beamten der Zollfahndungs- teile Trier und des Hauptzollamtes Prüm ein guter Fang. Aus bem Reich kehrte ein mit 20 Per- onen besetzter Reifeomnibus zurück, der nach Bel­gien einfahren wollte. Die Insassen, die sämtlich

triebes einer Eisenbahn, Schwebebahn, der Schiff­fahrt ober Luftfahrt gefährbet, wirb mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren, in befonbers schweren Fällen mit bis zu lebenslangem Zuchthaus ober Tobes­strafe bestraft. Gefängnisstrafe unb in befonbers schweren Fällen Zuchthaus ist auch für Beeinträch­tigung ber Sicherheit bes Betriebes einer Straßen­bahn vorgesehen.

Wer öffentlich die NSDAP., ihre Gliederun­gen, Hoheitszeichen, Standarten ober Fahnen, ihre Abzeichen ober Auszeichnungen beschimpft ober böswillig unb mit Ueberlegung verächtlich macht, wird mit Gefängnis bestraft. Die Tat wird nur auf Anforderungen des Reichsjustizmi- nifters verfolgt, der die Anordnung im Einverneh­men mit dem Stellvertreter des Führers trifft. Die Strafbestimmungen gegen Unzucht zwischen Männern sind erheblich bis zu Zuchthaus bis zu 10 Jahren verschärft worden. Neu eingefügt wird in das Strafgesetz eine Bestimmung über den Schutz vor Waldbränden. Danach wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten und Nebenstrafen bedroht, wer Wald-, Heide- oder Moorflächen durch verbotenes Rauchen, Fortwerfen brennender ober glimmenber Gegenstänbe ufw. in Branbgefahr bringt. Neu ist weiter bie B e - brohung bes Automatenmißbrauchs mit Gefängnis bis zu 1 Jahr. Schließlich ist von befonberer Bebeutung ber neue Paragraph 330 c, wonach berjenige mit Gefängnis bis zu 2 Jahren ober Gelbstrafe bebroht wirb, ber bei Unglücks- fällen ober gemeiner Gefahr ober N o t nicht Hilfe leistet, obwohl bies nach ge- funbem Volksempfinden feine Pflicht ist. Schließlich ist ber Schutz ber Iagb unb Fischerei ver­stärkt unb bas unbefugte Uniformtra» gen sowie bie falsche Namensangabe unter Strafe gestellt worben. Ein befonberes Gesetz, zur Aenderung bes Gerichtsverfassungs- gesetzes macht die Stellung von Richter und Staatsanwall freier als bisher.

ren sich fast ausschließlich aus den bürger­lichen Kreisen. Die Arbeller, Bauern unb An­gestellten beharren bei ihren alten Parteien, benn ber Franzose ist von Natur aus allen plötzlichen Neuerungen unb Beschränkungen feiner inbioibuel- len Freiheit grundsätzlich abgeneigt. Dazu kommt, baß bie Feuerkreuzler kein feftumriffenes Programm mitbringen, sondern sich bisher auf die Werbekraft gewisser Schlagworte verlassen haben, die ben Kampf gegen bie parlamentarische Korruption, gegen bas Doppelspiel ber Großbanken, gegen bas Frei- maurertum unb anbere unterirbischen Organisatio­nen sowie überhaupt gegen alle fremben Einflüsse in Frankreich zum Ziele hatten.

Der rasche Aufstieg ber Bewegung, bie 1927 ge­gründet und von bem Parfumfabrikanten Francois Co t y zunächst unterstützt wurde, dann im Jahre 1930 unter bie Leitung bes Obersten be la Roque trat unb erstmalig zu Beginn bes Jahres 1934 die Aufmerksamkeit ber breiten Öffentlichkeit auf sich lenkte, ist vor allem auf ihr energisches Auftreten im Staviski-Skandal zurückzuführen. Eine geschickte Propaganba hat es verstanden, die Opfer, bie bie Unruhen des 6. Februar den Feuerkreuzler gekostet hat, dem Volke als Blutzeugen für bie Wahrheit und Rechtschaffenheit ber neuen Idee zu präsentieren. Es hängt auch jetzt wieder von dem Maße des Erfolges ober Mißerfolges ab, das die gegenwärtige Regierung bei ihren Sparmaßnahmen uno bei ihrem Kampf für Ordnung unb Sauber­keit in ber Verwaltung erzielt, ob die Feuerkreuzler an bie Macht kommen ober ob sie dasselbe Schicksal erleiden, das schon so vielen Bünden mit einer ähnlichen Ideologie beschiel) en worden ist. Das Außenpolitische spielt bei der Frage nach dem Ein­satz der Feuerkreuzler fast gar keine Rolle. Die finanziellen Probleme sind für den französischen Durchschnittsbürger sehr viel wichtiger. Gelingt es Laval nicht, ben brohenden Staatsbankerott abzu­wenden, dann ist die Stunde ber Feuerkreuzler viel- leicht gekommen.

Oberst de Io Avcque über feine plane.

Paris, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Füh­rer ber Feuerkreuzler, Oberst b e la Rocque, er­klärte einem Vertreter besExcelsior", baß bie Feuerkreuzler auf Anregung ber Regierung sich be­reit erklärt haben, am Abend bes 1 4.1uli bie symbolische Geste bes Entfachensberewigen Flamme am Grabe bes Unbekannten Soldaten am Triumphbogen vorzunehmen, ob­wohl sie eigentlich am vorigen Sonntag, bem 7. Juli, an ber Reihe" gewesen wären. Oberst be la Rocque entwickelte bann bie Folgerungen seiner Bewegung auf sozialem unb wirtschaftlichem Ge­biet: Ausgleich unb Aussöhnung ber Bevölkerung, berufsständische Regelung, selbstänbige, vom Staat kontrollierte Wirtschaft, Reinigung ber Arbeitgeber- unb Arbeitnehmer-Verbänbe von ihren politischen Schlacken. Die Feuerkreuzler sinb jebe Stunbe bereit, um bas französische Volk vor revolutionären Unter­nehmungen zu schützen. Wir hoffen, unser Vaterland im Fortschritt und Frieden sichern zu können. Wir verfügen über eine ungeheure moralische Macht. Un­sere physische Macht hatten wir in Bereitschaft.

belgischer Staatsangehörigkeit waren, hatten vor ihrer Reise nach Deutschland in Luxemburg sich Registermark-Reiseschecks über hohe Beträge aus­stellen lassen und gaben bei ber Paßkontrolle an, die Gelber in Deutschlanb ausgegeben zu haben. Dennoch schöpften die Beamten Verdacht und fan­den bei einer genauen Durchsuchung bes Kraft­wagens im gefüllten Benzintank mehrere Blech- bösen, in benen an die 5 0 0 0 Mark in deut­schen Banknoten enthalten waren. Das Geld, das den einzelnen Wageninsassen gehörte, wurde beschlagnahmt. 20 belgische Staatsangehörige (9 Frauen unb 11 Männer) mürben feftgenom« men unb nach Erlaß eines Haftbefehls ins Amts- gerichtsaefängnis Prüm eingeliefert. Der Omnibus würbe beschlagnahmt. Der Reiseleiter, ein Belgier, ber wahrscheinlich bie Reisenben zu dieser Devi­senschiebung verleitete, konnte über bie Grenze, bie nur einen Meter vom Zollhaus entfernt ist, entkommen. Es handelt sich bei dem Entkommenen um einen lcmggefuchten Devisenschieber, der seine

dunklen Geschäfte schon fett Jahresfrist durchführt. Vor einiger Zeit wurde er an ber elsässischen Grenze beobachtet, ohne daß es gelang, ihm eine Devisenschiebung nachzuweisen.

Auszeichnung für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr.

Der Führer und Reichskanzler hat u. a. folgende Auszeichnungen verliehen: a) bie Rettungsmedaille am Bande: bem kauf­männischen Angestellten Kurt Schuch in Oberlahn­stein; bem Sägemeister Anton Wiebemann in Frankfurt a. M.; b) bie Erinnerungsme­daille für Rettung aus Gefahr: bem Regierungsmebizinalrat Dr. Paul Baetge in Kob- lenz; bem Kaufmann Otto Buscher in Worms; bem Polizeiverwaltungssekretär Wilhelm Feuerbach in Griesheim bei Darmstabt; bem Maschinentechniker August Letmathe in Worms; bem Babemeister Ernst Müller in Gießen; bem Arbeiter Georg Roth in Klein-Steinheim; bem Lagerverwal­ter Wilhelm Zimmermann in Frankfurt a. M.

Ein braver Hitlerjunge.

Der Hitlerjunge Herbert Stahlheber aus Dehrn befanb sich mit mehreren Kameraben beim Baben in ber Lahn unb bemerkte, wie plötzlich einem 9jährigen Jungen bie Kräfte verließen. Kurz entschlossen schwamm ber 14jährige Hitlerjunge zur Unfallstelle unb rettete ben kleinen Jungen vor bem Tobe bes Ertrinkens.

2% monatige Seereife des SegelschiffesGorch Fock".

Das SegelschulschiffGorch F o ck" hat Kiel zu einer zweieinhalbmonatigen Seereise mit Offiziers­anwärtern an Bord verlaßen. Das Schiff kreuzt zu­erst in der westlichen, später in der nördlichen Ost­see, um bann zum Besuche ber Ostmesse Königsberg anzulaufen.

Ueberfchwemmungskataslrophe in Staate Neuyork.

Andauernde Wolkenbrüche haben im mitt­leren unb östlichen Teil bes Staates Neuyork zu einer Hochwafferkatastrophe geführt. Weite Gebiete sinb überflutet. Zahlreiche Häuser, Brücken und andere Bauten wurden zerstört und megge» schwemmt. Der Verkehr ist vielfach unterbrochen. Die Telephon- und Lichtleitungen nach zahlreichen Orten sind zerstört. Der Sachschaden beträgt nach ben bisherigen Schätzungen über zehn Millionen Dollar. Befonbers schwer würbe bie Stabt Jthaca, ber Sitz der Cornell-Universität, betroffen, die zum größten Teil von den Wassermafsen überflutet ist. In der Nähe dieser Stadt ertranken sechs Personen, die sich gerade auf einer Brücke befan­den, die von den Fluten weggespült wurde. Zwei andere wurden vom Blitz erschlagen. In vie­len Orten steht das Wasser über einen Meter hoch, in mehreren Dörfern bes Mohawktals brei bis vier Meter hoch. Der Delaware-Fluß ist über feine Ufer getreten unb hat mehrere Brücken fortgeriffen. Nach Meldungen aus Albany nimmt bie Ueberschwem- mungskatastrophe immer größere Ausmaße an. Zahlreiche Dämme sinb geborsten. Dutzenbe von Ort­schaften sind von der Außenwelt vollständig abge­schnitten. Tausende von Menschen sind obdachlos. In mehreren Fällen wurden Wohnhäuser mitsamt den Einwohnern weggespült. Bisher werden 3 0 Todesopfer gemeldet. In Binghamton stieg der Chenogo-Kanal um sieben Meter. Heber hun­dert Menschen werden vermißt.

Schweres Unwetter in Ostttrol.

Im Osttirol ging über das Dillgrattental ein schweres Gewitter nieder, das mit Hagel­schlag unb Wolkenbruch oerbunben war. Der Hagel verursachte überall großen Schaben, unb mehrere Brücken würben vom Hochwasser zerstört. Im Pustertal würben ungeheure Geröll- unb Holz­mengen zu Tal geschwemm.. Im Zillertal würben burch ben letzten Regen bei Zell gewaltige Erb­rüt s ch e verursacht. Im Rieb in Oberinntal steht bas Hochwasser bes Inn in ben meisten Kellern ber Ortschaft.

Fährschiff fährt gegen ein Bollwerk.

Ein Schiffsunglück ereignete sich an der Westküste Jütlands. 350 Mitglieder berVereini­gung ber Waffenbrüber" aus Aarhus unb Um­gegend hatten mit einer Eisenbahnfähre einen Ausflug in der Nordsee unternommen. Bei der Einfahrt in den Hafen von Thyborön wurde dis Fähre von einer starken Strömung erfaßt. Der Lotse verlor bie Herrschaft über bas Schiff, bas nun in voller Fahrt gegen bas Bollwerk stieß. Die Passagiere wurden wild durcheinander geworfen. 17 von ihnen, darunter vier Schwerverletzte, mußten in ärztliche Behandlung genommen wer­den, während zahlreiche wettere Ausflügler mit geringfügigeren Verletzungen davonkamen. Das Bollwerk wurde stark beschädigt, während die Fähre fast unbeschädigt blieb.

Ueberfall auf schwimmende Spielhölle.

Bei Longdeach (Kalifornien) überfielen nachts Piraten die acht Meilen vorn ©tränt) verankerte LuxusjachtMonte Carlo". Den Piraten fielen über 22 000 Dollar Bargeld und Schmucksachen von großem Wert in die Hände. Die LuxusjachtMonte Carlo", die ausschließlich Spielzwecken dient und in deren Räumen auch Tanzfeste veranstaltet wurden, liegt außerhalb der Hoheitsgrenze und war der Ausflugsort leidenschaftlicher Spieler. Die fünf Piraten, die den verwegenen Ueberfall auf die Jacht während der Nacht, als die Besatzung schlief, durchführten, waren schwer bewaffnet, und es gelang ihnen mit Leichtigkeit, die Mannschaft berMonte Carlo" in Schach zu halten.

Auto vom Zuge überfahren.

Auf der Strecke der Oberbruch-Bahn zwischen Diebersborf und Seelow bei Müncheberg würbe einem durch keine Schranke gesicherten, aber über» sichtlichen Bahnübergang der Wagen des Berliner Bezirksbürgermeisters Lach von einem Per - f o n e n 3 u g überfahren. Lach und einer feiner Begleiter wurden getötet. Die Gattin des Beglei­ters trug eine Gehirnerschütterung davon.

Lastautounglück fordert zwei Todesopfer.

Ein mit 15 Personen, darunter vier Kindern, be­setzter Lastkraftwagen fuhr zwischen Lauenstein und Kupferhammer an der bayerisch-thüringischen Grenze gegen einen Baum. Dabei fiel ber Wagen um, und die Insassen stürzten zum Teil eine hohe Böschung hinunter. Eine Frau Hedwig Wolf aus Nieder-Roßla bei Apolda wurde auf der Stelle ge­tötet, ber Rentner Ernst Fricke aus Nieber-Roßlu starb auf bem Transport ins Krankenhaus Saal- felb. Eine weitere Frau aus Nieder-Rohla ist sehr schwer verletzt, ihr Zustand ist hoffnungs­los. Ferner haben noch fünf Personen schwere Ver­letzungen erlitten.

Explosionsunglück in einer bulgarischen Stadt.

In ber sübbulgarischen Stadt Pasardschik brach in einer Waffengroßhandlung ein Feuer aus, das m kürzester Zett auf das ganze Gebäude und

in:

er sind die Feuerkreuzler?

Ist hier ein Ansatzpunkt für eine innerpolitifche Erneuerung in Frankreich?