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Oer erste wandernde Handwerksgeselle in Gießen.

Die alten schönen Bräuche des Handwerks leben wieder auf. Alte Zunft- und Innungsfitten sollen dazu beitragen, die Leistungen der Berufsstände zu vertiefen und den Gesichtskreis des Heranwachsenden Handwerkers zu erweitern. Aus diesem Grunde hat der Reichshandwerksmeister Pg. Schmidt vor kurzem einige Hundert ausgesuchter Gesellen des Bäcker-, Konditoren- und Metzgerhandwerks auf die Wanderschaft geschickt. Am Donnerstag, 2. Mai, kam aus Kassel über Marburg hier in Gießen der erste dieser Handwerksgesellen, der Konditor Hans Poppe, an. Die Bäcker-Innung nahm sich seiner an und konnte ihm für einige Tage in dem Gieße­ner Kondidtorbetrieb (Kaffee Huber-Seltersweg) Ar­beit vermitteln. Auch der Kreishandwerksmeister Pg. S t ü h l e r ließ es fich nicht nehmen, diesen ersten Sendboten neuen und doch so alten Hand­werksbrauchs zu empfangen.

Am Dienstag hat der junge Handwerksgeselle sein Bündel wieder geschnürt und ist weiter gewandert das Lahntal hinunter. Vorher aber war er noch einmal Gast im Handwerkerkreise. Der Kreishand' werksmeister, der Obermeister der Bäcker-Innung und sein Beirat, der Obermeister der Maurer und der Konditormeister L. Huber, der den jungen Mann beschäftigt hatte, hatten sich zusammengefun­den, um dem Ärbeitskameraden die besten Wünsche auf seine weitere Wanderung mitzugeben. Als äuße­res Zeichen kameradschaftlicher Verbundenheit und als Erinnerung, daß er in Gießen der erste wieder zunftgemäß wandernde Handwerksgeselle war, über­reichte der Kreishandwerksmeister dem Gesellen eine Plakette des Führers mit folgender Widmung:

Dem ersten wandernden Handwerksgesellen durch unseren Kreis, Kreishandwerkerschaft

Gießen, 6. Mai 1935."

Achtung! Wer handelt mit Eiern?

LPD. Die Landesbauernschaft Hessen- Nassau teilt mit:

Diele Anfragen und Feststellungen beweisen, daß das Gesetz sowie die Verordnungen auf dem Eier­markt noch nicht richtig beachtet werden. Zum Teil werden die gesetzlichen Bestimmungen aus reinem Eigennutz umgangen, zum Teil haben sich auch viele aus reiner Nachlässigkeit noch nicht um die Bestim­mungen gekümmert. Alle diese im Handel Tätigen sehen bei vorsätzlichen oder fahrlässigen Vergehen gegen das Gesetz einer ft r e n g e n richterlichen Bestrafung entgegen. Wir weisen daher noch einmal ganz kurz darauf hin, was in der Haupt­sache zu beachten ist.

Kiepenhändler und -Händlerinnen!

Ihr dürft nur dann vom Erzeuger kaufen, wenn Ihr den vom Eieroerwertungsverband Hessen, Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstr. 55, ausge­stellten grünen Eierübernahmeschein besitzt und bann nur nach Gewicht! Solange Ihr den Schein noch nicht besitzt, dürft Ihr nicht aufkaufen! Auch wenn Ihr schon einen Antrag gestellt und die Gebühren bezahlt habt. Ebenfalls müßt Ihr die auf dem Schein angegebene Gültigkeitsdauer beachten, denn Ihr dürft nach Ablauf dieser Gültigkeitsdauer den Schein nicht weiterbenutzen, auch wenn er noch nicht voll ausgenutzt ist. Weiter müßt, Ihr darauf achten, daß Ihr auf einen Uebernahmefchein nicht mehr Eier aufkauft, wie auf demselben angegeben ist. Ihr müßt also im Bedarfsfalls rechtzeitig einen Nachantrag stellen, wenn Ihr zu wenig beantragt habt. Sämtliche Eier, die Ihr zum Zwecke des Ver­kaufs an Wiederverkäufer in Kosten transportiert oder sonst anbietet, müßt Ihr vorher bei einer Kenn­zeichnungsstelle standardisieren lassen. Ebenso alle Mengen über 1800 Stück in Kiepen und Körben, wenn sie an einem Tage verkauft werden.

Bäckereien, Ladengeschäfte, Konsurn- und Werkoereine usw. !

Wir können Euch nicht wahllos neue lieber- nahrnescheine geben, weil dann dadurch viele kleine Kiepenhändler ums tägliche Brot gebracht werden. Auch muß dadurch eine Störung der Marktordnung vermieden werden. Wir wollen alle davor bewah­ren, wegen eines Verstoßes bestraft zu werden. Fragt uns, wenn Ihr irgendwelche Zweifel habt. Wir geben jedem Auskunft und Rat. Wir warnen aber diejenigen zum letzten Mal, die vorsätzlich aus Eigennutz die Gesetze nicht beachten.

Gebt jedem diese Zeitung weiter, damit er weiß, was er darf und was er nicht darf. Und wenn Euch etwas unklar ist, wendet Euch an den Eieroerwer- tungsoerband Hessen, Frankfurt a. M., Bocken- heimer Landstraße 55, Fernsprecher 733 57, der Euch die richtige Auskunft geben kann.

Quälerisches Rupfen von Geflügel ist verboten.

Immer wieder wird beim Reichstierschutzbund darüber Klage geführt, daß Geflügel beim Rupfen mißhandelt wird. Die Tiere erleiden dabei oft schmerzhafte Verletzungen der Haut, die teilweise mehr oder weniger starke Blutungen zur Folge haben. Nicht selten beobachtet man im Anschluß an das Rupfen Mattigkeit der Tiere, Entkräftung und andere, übrigens auch in wirtschaftlicher Be­ziehung schädliche Erscheinungen.

Derartige Quälereien sind unnötig und werden in Zukunft nach § 1 des Reichs-Tierschutzgesetzes straf­rechtlich verfolgt. Das Geflügel hat, ebenso wie alle anderen Haustiere und auch die wildlebenden Tiere, heute ein gesetzliches Anrecht auf Schutz vor roher Mißhandlung. Beim Rupfen des Geflügels dürfen nur die sog. reifen Federn, d. h. die­jenigen, die ohne erhebliche Schmerzen gewonnen werden können, entfernt werden. Jede darüber hin­ausgehende rohe Behandlung der Tiere ist verboten.

Bei 'der Beseitigung derartiger Tierquälereien kommt es auf die Mitarbeit aller Volksgenossen an. Jeder ist berechtigt, bei der zuständigen Polizei­behörde ober dem nächsten Orts-Tierschutzverein Anzeige zu erstatten.

Gießener Dochenmarktpreife.

* Gießen, 9. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9' Wirsing (gelb), das Pfund 20 bis 25, neuer 28 bis 30, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 50 bis 85, Unterkohlrabi 8 bis 10, Mischgemüfe 15 bis 20, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln keine vorhanden, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 85, Suppen­hühner 80 bis 85, Tauben, das Stück 60, Blumen­kohl 70 bis 80, Salat 20 bis 35, Salatgurken 50 bis 70, Oberkohlrabi 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, Bündel 20 bis 45, Radieschen 10 bis 15 Pf.

VornoNzen.

Tageskalender für Donnerstag. NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude", 20 Uhr, Univerfitätsgebäude, Vortrag:Neue Wege der Verbrechensbekämpfung". NS.-Gemeinfchaft Kraft durch Freude", Sportkurse, 20 bis 21 Uhr, Lyzeum: Fröhliche Gymnastik und Spiele für Jün­gere, 21 bis 22 Uhr, Lyzeum: Fröhliche Gymnastik und Spiele für Aeltere. Stadttheater, 20 bis 22,45 Uhr:Der Graf von Luxemburg". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Lockvogel". Astoria« Lichtspiele, Seltersweg:Der Judas von Tirol". Gas-Gemeinschaft, 20 lujr, Caf6 Leib: Bunter Gas- abend.

heule abend findet im Saale der Deutschen Ar­beitsfront, Gießen, Schanzenstrahe 18, um 20.30 Uhr, die

feierliche Llebergabe der Beteiligungs- Urkunden und der Ehrenpreise an die Kreisbesten aus dem RBWK.

statt. Zu dieser Feierstunde sind alle Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen, die Mitglieder des Ehren­ausschusses und die Gruppenwellkampfleiter einge­laden. Gäste sind willkommen.

Die Deutsche Arbeitsfront.

Frihges kreisjugendwalter.

Die Bannführung 116.

Heid, Abteilungsleiter III.

Die Kreisbesteu sind:

Gruppe Kaufmanns, und Burogehilfen, Vehördenangestellte. Techniker.

Heini Happel, Gießen, Willi Stephan, Gießen, Helmut Fleischmann, Gießen, Helmut Weiß, Trohe.

Gruppe Dentisten.

Erich Kinkel, Gießen, Wilhelm Ziegler, Gießen, Karl Becker, Hausen. Erich Schlau- braff, Gießen.

Gruppe Friseure.

Fritz Meurer, Erich Wagner, Ludwig V o l k m a n n, Otto Kaufmann.

Gruppe Holzarbeiter.

Fachschaft Schreiner: Karl B o n a r i u s , Gro- ßen-Buseck, Hans Kümmel, Wieseck, Paul Stein, Klein-Linden, Albert Müller, Gießen.

Fachschaft Wagner: Heinrich Schlund, Oppen­rod, Erich Hildebrand, Heuchelheim, Paul ©paar, Gießen, Erwin Müller, Lang-Göns.

Fachschaft Küfer: Ludwig L i n k m a n n, Queck- born, Karl Menges, Großen-Linden.

Fachschaft Polsterer: Willi Stürmer, Gießen, Heinrich Veloff, Wieseck, Otto Hirz, Watzen- born^Steinberg, Hermann Brückmann, Atzbach.

Fachschaft Modellschreiner: Fritz Hühner­gar t h, Burkhardsfelden.

Gruppe Lebensmittel- und Tabakwerkberufe.

Fachschaft Metzger: Ludwig Becker, Gießen, Heinrich Vogel, Gießen, Hermann Maurer, Reiskirchen, Wilhelm Weller, Gießen.

Fachschaft Bäcker: Wilhelm Greif, Gießen, Wilfried Heil, Gießen, H. Axt, Gießen, Walter Kr ö ck, Gießen.

Gruppe Mhrstand.

Fachschaft Jungbauern: Adolf T a r n s ch i ck, Gießen, Heinrich Seipp, Großen-Buseck, Willy Jockel, Hungen, Karl H. I u n g , Holzheim, Hein­rich Jager, Göbelnrod, Otto Graulich, Stan­genrod. Wilhelm Stein, Rüddingshausen, Albert Erb, Weitershain.

Fachschaft Gartenbau: Heinrich Müller, Al- lendorf a. d. Lahn, Artur Sack, Utphe, Emil Eichenauer.

Gruppe Stein- und Erdarbeiter.

Otto Böhler, Ober-Ohmen, Erwin Port, Grünberg, Fritz Bremer, Georg Neuling, Karl G e r l a ch, Otto H a u r , Karl Orb, Ernst Seipp, Wilhelm Henkel, Heinrich F o r t b a ch.

Gruppe Druck- und Papierarbeiter.

Fachschaft Schriftsetzer: Heinrich Schäfer, Daubringen, Georg Degenhardt, Gießen, Ernst G- Messerschmidt, Friedberg, Karl Walther, Daubringen.

f Fachschaft Buchdrucker: Siegfried Fritz, Bad- Nauheim, Andreas E ck, Ober - Wöllstadt, Otto Weiß, Großen-Linden.

Gruppe Lederarbeiter.

Fachlckaft Schuhmacher: Anton Reu schling. Fachschaft Gerber: Ludwig Meißner.

Die Gasgemeinfchaft Gießen stellte sich in Verbindung mit der Ortsgruppe Gießen Der Reichsgemeinschaft Deutscher Haus­frauen, mit Unterstützung der E d e k a - G e - schäfte und der Metzger-Innung wieder einmal in den Dienst der Arbeitsbeschaffung. Sie tat es mit einer großzügigen Werbeaktion, in der Unterhaltsames und Belehrendes in idealer Form miteinander verquickt wurden. Die Bunten Abende, die die Vereinigung bisher veranstaltete, waren schon immer als Erfolge zu bezeichnen, deren Auswir­kungen das einschlägige Gießener Gewerbe zweifel­los gespürt haben wird, der gestrige Bunte Abend 'aber gestaltete sich besonders angenehm dadurch, daß man aus früheren Veranstaltungen gelernt batte, nicht mehr Karten ausgab als Sitzplätze vorhanden waren und außerdem das Programm zeitlich be- schränkte.

Or. Görres

vom hiesigen Gaswerk hieß die zahlreichen Teil­nehmerinnen herzlich willkommen und wies auf die nächste Haus-Werbeaktion sowie auf verschiedene Vergünstigungen hin, die mit dem Neuerwerb eines modernen Gasherdes verbunden sind. Die Arbeit der Gasgemeinschaft wolle, so führte er u. a. aus, einen Beitrag bedeuten für die im Sinne des Führers durchzuführende Arbeitsschlacht. Nachdem er den Mitwirkenden des Abends schon im voraus herzlichen Dank für ihre Unterstützung sagte, schloß er seine Ausführungen. Dann sprach

Stau Johanna Kalbfleisch

über das ThemaW ege zurbilligen Küche". Die Rednerin machte zunächst auf das billigste Koch­gut, die Kartoffel, aufmerksam und sprach über

Stadttheater Gießen, Heute, 20 Uhr, Aufführung der OperetteDer Graf von Luxem­burg" von LehLr. Leitung haben Wrede-Cuje- v. Rabenau.

*

** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat April gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der An­schlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs­berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro wäh­rend der Dienststunden gellend zu machen.

Gruppe Bauarbeiter.

Fachschaft Maler: Karl Leicht, Krofdorf, Wal­ter Magel, Steinbach, Wilhelm Kehl, Klein- Linden, Karl Rinn, Gießen.

Fachschaft Maurer: Karl Wagner, Saasen, Walter Jung, Steinberg, Gustav Abel, Glei­berg, Friedrich Weber, Dutenhofen.

Fachschaft Glaser: Hugo Wagner, Großen- Linden, Georg Meier, Gießen, Willi Stein- müller, Großen-Buseck, Karl Pfeiffer, Gro- ßen-Bufeck.

Fachschaft Dachdecker: Erich Schmidt, Heuchel­heim, Karl Hofmann, Heuchelheim, Wilhelm K o l w e s, Großen-Linden, Kurt Heek, Gießen.

Gruppe Bekleidungsberufe.

Fachschaft Schneider: Georg Hansel, Lich, Heinrich Friß Will, Heuchelheim, Karl Mar­tin, Hochelheim, Wilhelm Menz, Burkhards­felden.

Die Sieger im Metatlgewerbe werden einige Tage später ausgezeichnet. Die Ehrung ist wegen technischer Schwierigkeiten zurück- gestellt worden.

Kinderpflegerinnen.

Irma Bill, Hermannstein.

Friseusen.

Elly Rockel, Gießen, Hedwig Heim, Gießen, Elisabeth Lehrmund, Gießen, Olga Otto, Mendorf a. d. Lda.

Hausgehilfinnen.

Gertrud H o r e y f e ck, Heuchelheim, Margarete Lewandowski, Gießen, Marianne Schüß - ler, Gießen, Gerda Reidt, Heuchelheim, Lilli Kunze, Gießen, Lini Nahrgang, Allendorf an der Lumda, Frieda Wallenfels, Allendorf an der Lumda, Katharine Konrad, Allendorf an der Lumda, Luise Reinhardt, Allendorf an der Lumda, Minna R e i ch a r t, Weitershain, Hilde Schmidt, Hungen, Hildegard Schäfer, Hungen, Emma Walz, Hungen, Hermine Metz, Hungen, Luise Roth, Steinheim, Erna Niklas, Rodheim, Lina Hock, Holzheim, Marie Wagner, Watzenborn, Marie Philipp, Watzenborn, Ma­rie Schupp, Großen-Linden, Emmi Jung, Großen-Linden, Marie Arnold, Leihgestern,

Tabakarbeilerinnen.

Emilie Schäfer, Wieseck, Toni Kreiling, Wieseck, Toni Brück, Leihgestern, Anna Hap­pel, Annerod, Emmi Rohrbach, Wieseck, Mar­garete Siegfried, Rödgen, Luise B ö tz, Alten- Buseck, Marie Sieger, Rödgen, Regine Huh­ne r g a r t h , Burkhardsfelden, Lina Sommer- l a d, Beuern, Käthchen Damm, Reiskirchen, Eli­sabeth Schneider, Nordeck, Maria Schmidt, Nordeck, Marie Pfeil, Treis a. d. Lda., Greta Euler, Treis a. d. Lda., Luise Will, Treis an der Lumda, Marie Schneider, Leihgestern, Ot­tilie Lang, Klein-Linden, Marie Reitz, Leih­gestern, Ottilie Burk, Watzenborn, Anna Schnei­der, Garbenteich, Else Börner, Heuchelheim, Marianne D o l k m a n n, Heuchelheim.

e Nährstand.

Liesel Dörrschuck, Friedelhausen, Emmi Balser, Göbelnrod, Marie Wolf, Lich, Marie L u h , Großen «Linden, Hedwig Kohlgeyer, Hungen, Christine Hinter, Burkhardsfelden, Elfriede Weber, Bellersheim, Marie Becker, Mufchenheim. Lina N i e b e r g a l l, Geilshausen.

Bekleidung.

Frieda Rösser, Wieseck, Anneliese Meini­ge r, Gießen, Anni Stephan, Gießen, Emmi Frank, Gießen, Luzie N e u b e r, Großen-Buseck, Gretel Leinweber, Gießen, Paula Hardt, Wetzlar, Elli Runzheimer, Allendorf a. d. Lda., Marie Junker, Queckborn, Frieda Maurer, Ober-Ohmen:

deren vielseitige Verwendung. Sie erinnerte ferner an die Graupen aus deutscher Gerste und schließlich an ein weiteres wertvolles und billiges Kochgut, an die Nudeln, die als sehr sättigend und nahrhaft bezeichnet werden müßten. Zu einer Zeit, da die Kartoffel nicht mehr Den hohen Wert habe, wie nach der Ernte, dürften Nudeln in keiner Küche fehlen. Kochgut müsse aber, so betonte die Vor- tragende, richtig behandelt werden. In sehr klaren Darlegungen hörte man von guten und billigen Fleischspeisen und der Möglichkeit auch hierzu die Nudeln in verschiedenartigster Form zu geben. Nach­dem die Vortragende Die Bereitung oerschieDener Salate erläutert unD praktisch vorgeführt hatte, wies sie noch auf Die Möglichkeit sparsamen Kochens Durch Die Verwendung neuzeitlicher GasherDe hin. Zum Schluß forDerte sie Dazu auf, mit Der Zeit zu gehen unD sich Dessen bewußt zu sein, Daß in Der ein­schlägigen JnDustrie mit allen Kräften gearbeitet werbe, um Die größte Leistung zu erzielen unb ber Hausfrau in weitgehenbem Maße Die Arbeit zu erleichtern. Mit ber Bitte um tatkräftige Unter­stützung ber Arbeitsschlacht Des Führers fanb Der artregenDe und von einem umfaffenDen Wissen um Die Haushalttechnik getragene Vortrag seinen Ab­schluß.

Der weitere Verlauf Des Abends brachte eine Fülle der unterhaltsamsten Darbietungen. Herr Nieren hatte die Ansage übernommen und tat es mit der an ihm bekannten und geschätzten leb­haften und unmittelbaren Art. Seine ausgeprägte Fähigkeit zum Humor aus der Situation heraus schuf sehr rasch Den Kontakt von der Bühne zum Publikum. Lebhafter Beifall begleitete jeden seiner kurzen Auftritte. Zunächst sah man, von Schülerin­nen der Tanzschule Maja von Rabenau zier­

Ehrung der Kreisbesten aus dem Reichsberusswettkamps 1935.

Vunle Abende der Gießener Gasgemeinschast.

Oberhessen.

Gedenkfeier

für Oberforstmeister H. Kirchner.

Bad-Nauheirn, 8. Mai. (LPD.) Hier fand in ber Parkneuanlage die feierliche Einweihung eines Dem verstorbenen Oberforstmeister Hugo Kirchner gewidmeten Gedenksteins statt. In Anwesenheit Der Gattin Des Verstorbenen, Der Vertreter Der Ortsgruppenleitung Der NSDAP., des Hessischen StaatsbaDes und der Stadtverwal­tung würdigte Baurat Dr. K ö st e r die unvergeß­lichen Verdienste Hugo Kirchners, ber an ber Auf­forstung bes Frauenwalbes unb an ber Anlegung ber Neuanlagen hervorragenden Anteil hatte. Forst- assessor Schäfer nahm bas Denkmal einen gewaltigen Steinblock mit einer erzenen Inschrift in die Obhut der Staatlichen Kurverwaltung unb gelobte. Dem Lebenswerk des Toten ein treuer Hüter zu fein.

Landkreis Gießen.

4- Treis (Lda.), 9. Mai. Die Ehevaare Land­wirt Johannes L e m m e r und Elisabetha, geb. Wolf, und Steinhauerme»ster Wilhelm Nickel unb Dorothea, geb. Göbel, dahier, begingen gestern ihre silberne Hochzeit. Beide Paare wurden vor 25 Jahren in einem Trauungsgottes- dienst in ber hiesigen Kirche getraut. Der Lanbwirt Philipp Will II., ber älteste hiesige Einwohner, ist gestern 86 Jahre alt geworben. Der Jubilar ist noch sehr rüstig unb macht sich noch in Haus und Hof nach Kräften nützlich.

& Steinbach, 8. Mai. Die Verzettelung des Kirchenbuches von Steinbach, um- foffenb bie Jahre 1743 bis 1807, Inhalt Geburten unb Taufen, Trauungen unb Beerdigungen und Konfirmanbenverzeichnis, ist nach 10 Wochen Ar­beit von bem freiwilligen Helfer Herrn Heinrich Haas, Kriminalfekretär i. R., vollenbet worden. 2)a3 Buch, das auch die Einträae von Schiffen- berg enthält, da der Schiffenberg damals zu Steinbach gehörte und der Pfarrer allsonntäglich dort predigte, wurde gleichzeitig mit ber Verzette­lung von Herrn Haas registriert. Der freiwillige Helfer hat nunmehr bie Verzettelung des A l - bacher Kirchenbuches in Angriff genommen. Das von 1785 bis 1807 geht. Es enthält die Tau­fen und Geburten, Trauungen und Beerdigungen der Gemeinde Albach. Das Buch ist von dem da­maligen Pfarrer Friedrich Brück jun. zu Rödgen mit Register versehen worden. Albach gehörte da­mals zur Pfarrei Rödgen.

* Hungen, 8. Mai. Die diesjährigen Lieder- tage des Sängerkreises Eha11ia " werden in zwei Bezirken abgehalten. Für den nörd­lichen Teil bes Kreises finbet ber ßiebertag am 12. M a i in We11erfeld , für Den südlichen Teil am 2 6. M a i in Inheiden statt. An beiden Veranstaltungen fingen jeweils 14 Vereine. Feder Verein wird ein Soldaten- und ein Volkslied oortragen. Ferner sind drei Massenchöre vorgesehen. Die Wertung hat Musiklehrer Blaß (Gießen) übernommen.

lich getanzt, ein Menuett nach einer Mozartschen Melodie, das starken Anklang fanb. Heini Göbel probuzierte sich als Schuljunge und rezitierte form­vollendet das von der Schulzeit her so gut bekannte Gellertsche GedichtDie Brücke". Schließlich las er auch noch einen luftigen SchulaufsatzDer Mar- garethentag" vor und sicherte sich damit viel Bei­fall. Fräulein Hansi Salzmann sang zwei Sieder und erntete dankbaren Beifall. Maja von Rabenau hat ihren Schülerinnen einen Küchentanz einstudiert, der wiederholt werden mußte. In einer sehr ansprechenden Form wurde dann ebenfalls von den Schülerinnen der Tanzschule Rabenau die viel­seitige Verwendungsmöglichkeit eines modernen Gasherdes dargetan. Paul Nieren unterstützte die ansprechende Werbeoorführung nach besten Kräften. Theo Zinn brachte zwei Tylophon-Soli zu Ge­hör unb fand dankbare Zuhörer. Nachdem man noch zwei Mädchen im Wäschermädeltanz bewun­dern konnte und Maja von Rabenau einen rassigen Csardas getanzt hatte, brachte Hans Seitz eine luftige und von Jnstallationsmeister Bastian in mundartliche Reime gebrachte Schilderung der Ein­drücke, die ein oberhestifcher Bauer von einem bun­ten Abend der Gasgemeinschaft mit nach Hause brachte. Ein zweites lustiges Mundartgedicht löste ebenfalls herzliches Lachen aus.

Selbstverständlich fehlte auch bei dem gestrigen Bunten Abend die Kostprobenoerteiluna nicht, für die von der hiesigen Metzgerinnung das Fleisch und von den Edekageschäften die Zutaten zur Ver­fügung gestellt worden waren. In aufopfernder und selbstloser Weise hatten die Damen der Reichs­gemeinschaft die ausgezeichneten Speisen vorbe­reitet. Zahlreiche junge Damen stellten sich für die Kostprobenoerteilung zur Verfügung und walteten sehr rasch und geschickt ihres dankbaren Amtes. Ein gemeinsam gesungenes Lied, das sehr gut zum Sinn der Veranstaltung paßte und von Jnstalla- tions» und Spenglermeister L i ch versaßt worden war, beschloß in launiger Weise Den Abend. Der heutige Donnerstag abend bringt eine Wiederholung Der Veranstaltung.

Oberhessisches Schwurgericht.

Am gestrigen zweiten Verhandlungstag befaßte sich bas Gericht mit einem Fall Der versuchten Kinbestötung. Vor ben Schranken Des Gerichts ftanD ein junges MäDchen aus Gießen. Die An­geklagte hatte ein uneheliches KinD geboren. Um ihrem gerade weggehenden Vater diese Tatsache zu verheimlichen, wickelte sie das Kind in eine Kolter. Der Weggang des Vaters verzögerte sich jedoch etwas. Als man danach von dem Kind die Kolter entfernte, war es tot. In ber gestrigen Beweisaufnahme konnte nicht festgestellt werden, ob bas Kind, bevor man es in bie Kolter legte, lebte. Zugunsten der Angeklagten, die neben dem Kindesvater auf das Gericht einen guten Eindruck machte, nahm man an, daß das Kind schon vor­her tot war. Infolgedessen war die Angeklagte lediglich wegen Tötungsversuchs zu bestrafen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnis st rase von 7 Monaten unter Anrechnung von 2 Mo­naten 3 Wochen erlittener Untersuchungshaft.

Schöffengericht Gießen.

Wegen Beleidigung eines hiesigen SA.-Mannes wurde der Wilhelm O r t m ü 11 e r aus Gießen zu 3 Wochen Gefängnis und in die Kosten bes Verfahrens verurteilt. Dem Beleibigten wurde außerdem die Publikationsbefugnis zuge- fprochen.

Der Heinrich Thamer aus Alsfeld beleidigte in Gegenwart von Arbeitskameraden die alten Kämpfer und wurde deshalb zu 100 RM. Geld­strafe eventuell 20 Tagen Gefängnis verurteilt.