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Schwere Kämpfe in Griechenland

Italienische Kriegsschiffe auf der Fahrt zum Aegäischen Meer.

diesen drei Gebieten sich gleichzeitig die ersten wich­tigen Aufstandsversuche in Verbindung mit dem Vorgehen auf Kreta gezeigt hätten.

Französische Neutralität.

Die Negierung schildert die Lage.

Athen, 9. Rlärz. (DRV. Funkfpruch.) In einer am Freitagabend von General kondylis her­ausgegebenen Verlautbarung wird mitgeteilt, daß das schlechte Wetter, verbunden mit starken Regenfällen, weiter anhält. Einem Geschwader von 20 Regierungsflugzeugen fei es gelun­gen. in Serres den Bahnhof und Truppen­ansammlungen von Aufständischen mit Bomben zu belegen und Erkundungsflüge über der Ebene von Serres, die zum größten Teil überschwemmt

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fei, auszuführen. Wenn der Regen andauere, werde der hochgehende Strymon-Fluh über die Ufer tre­ten. Die Verlautbarung fährt dann fort:U n - fere Armee ist in einer ausgezeichne- t e n Form. Wir werden unsere Bemühungen fort­sehen, eine Möglichkeit zu finden, den Skrymon zu überschreiten."

Ministerpräsident Tsaldaris gab am Freitag­abend der Presse gegenüber einige Erklärungen über die Lage:Sobald das schlechte Wetter auf­hören wird", erklärte der Ministerpräsident,wird die Unterdrückung der Aufstandsbe- wegung in Mazedonien unmittelbar darauf erfolgen, wenn sich nicht inzwischen die Rebellen zerstreut haben sollten, was ich für sehr wahrschein­lich halte." Die Reglerüng wird die Ordnung völlig und mit einem Mindestmaß von Verlusten wieder Herstellen, und zwar diesmal so endgül­tig, daß in Zukunft die Ruhe des griechischen Volkes gewährleistet ist. Die Regierung ist stolz auf das ihr vom ganzen Lande entgegengebrachte Vertrauen und auch auf die allgemeine Mißbil­ligung, die dieser Aufstand von Wirrköpfen gefun­den hat.

Angriffe griechischer Negierungsflugzeuge

Sofia, 9. Rlärz. (DRB. Funkspruch.) Wie aus P e t s ch r i t s ch gemeldet wird, griff heute früh ein Geschwader von aus Saloniki kommenden Flugzeugen die Stadt Dem ir hissar, die sich in den Händen der Aufständischen befindet, an und belegte sie mit zahlreichen Bomben. Trotz heftiger Beschießung der Regierungsflugzeuge durch die aufständische Artillerie konnten diese den Rückflug unbeschadet antreten. Rach den bisher vorliegenden Meldungen soll in der Hauptsache nur Sachschaden angerichtet worden fein.

In Thrazien sollen die A u f st ä n d i s ch e n durch etwa 2 5 000 Freiwillige oerffärft worden sein. Man spricht weiter davon, daß Teile der Regierungstruppen zu den Auf­ständischen über gegangen seien.

Bericht aus Belgrad.

Belgrad, 8. März. (DRB.) Obwohl die süd­slawische Presse keinesfalls einen Sieg der Auf­ständischen in Griechenland begrüßen würde, geht aus ihren Berichten hervor, daß sich die Lage der Regierungsstreitkräfte nicht nur in Ma­ze d o n i e n , sondeni auch auf den Inseln des Aegäischen Meeres allmählich verschlechtert. Seit Donnerstag nachmittag ist in Mazedonien eine große Schlacht im Gange, wobei aber nicht die Regierungstruppen, sondern die Auf­ständischen die Angreifer zu fein scheinen. Die Schlacht scheint sich auch zugunsten der Auf­rührer zu entwickeln. Der Kanonendonner, der ursprünglich an der griechisch-bulgarischen Grenze deutlich hatte vernommen werden können, verlor sich im Laufe des Freitag immer weiter nach Süden. Rachrichten aus Saloniki be­sagen, daß die Stadt, in Verteidigungszu­stand verseht wird. Trotz des ungünstigen Wetters sollen mehrere Flugzeuge der Aufständi- d i s ch e n die staatlichen Gebäude in Saloniki bombardiert haben. Die Flugzeuge der Regie­rungstruppen beschränken sich dagegen auf das Ab­werfen von Flugzetteln.

In Belgrad ist man der Meinung, daß das ernsteste Hindernis für die griechischen Re­gierungskruppen der Munitionsman­gel ist. Dieser Umstand und nicht das Wetter soll an der Untätigkeit gegenüber den Aufständischen schuld fein. Da alle großen Munitionslager Grie­chenlands im Rorden und Rordosten des Staates errichtet worden waren, befinden sie sich seht im V e s i h der Aufständischen, die die Verteilung der Waffen und der Munition unter der mobili­sierten Bevölkerung beendet zu haben scheinen.

Griechische Banknoten verbrannt.

Athen, 8. März (DNB.) Der Wirtschaftsminister Pesmatzoglou hat angeordnet, daß in allen Städten, die von Aufständischen bedroht wer­den, die Banknoten verbrannt werden. Nach Telegrammen von den Inseln Chios und S y r o s sind die dortigen Bankleiter der Anord­nung nachgekommen. Sie haben insgesamt Bank­noten in höhe von 150 Millionen Drachmen (3,531 Millionen RM.) den Flammen übergeben.

Kommunistenverhaffungen in Griechenland.

Paris, 8. März (DNB.) Nach einer Havas- Meldung aus Athen hat die Polizei vorsichts­halber in Athen und einigen Städten der Provinz viele bekannte K o m m u n i st e n , die als gefährlich für den sozialen Frieden angesehen würden, ver­haftet.

Ilaliem'scheKnegsWffe entsandt

Rom, 8. März. (DNB.) Im Hinblick auf die Er­eignisse in Griechenland sind der KreuzerTrento" und die Zerstörer21. da Mosto" und21. Piga- fetta" nach dem Aegäischen Meer ausgelau­fen. Sie werden zunächst einen Hafen des Dode­kanes anlaufen.

Die Entsendung von italienischen Kriegsschiffen in das Aegäische Meer wird in hiesigen politischen Kreisen mit der Zuspitzung des Bürger­krieges in Griechenland begründet, dessen Wechselfälle trotz der bisher beobachteten Zurück­haltung der Presse von der italienischen Regierung von Anfang an mit lebhaftem Interesse verfolgt wurde. Die vor zwei Tagen von der griechischen Regierung verhängte Sperre der italieni­schen Luftverbindung nach Griechenland, Rhodos und der Türkei hatte dazu noch besonderen Anlaß gegeben. Der Entschluß des Generals P la­st i r a s, von Brindisi nach Mailand zu gehen, war in Italien, das, wieGiornale b'Jtalia" betont, gegenüber den Vorgängen in Griechenland völlig neutral bleiben will, mit Genugtuung verzeichnet worden. Das erwähnte Blatt sieht in der Ent­sendung der Kriegsschiffe eine Vorsichtsmaß­nahme, die sich ausschließlich auf die Interessen der italienischen Staatsangehörigen in Griechenland beziehe. Italien könne dem befreundeten griechischen Volke nur wünschen, daß es bald innerpolitisch wie­der zu ruhigen Verhältnissen zurückkehren könne. Die Aufstandsbewegung, gegen die die Regie­rung von Athen zur Zeit vorgehe, ist nach Ansicht des Blattes von langer Hand auf breiter Grundlage vorbereitet worden. V e n i s e l o s habe bei der Rückwanderung von IV2 Millionen Griechen aus der Türkei für ihre hauptsächliche Un­terbringung in lebenswichtigen und strategischen Punkten Griechenlands gesorgt, so in Athen, Salo­niki und Ost-Thrazien. Diese Rückwanderer hätten zugleich eine Grundlage für seine persönliche Poli­tik bilden sollen. Es sei nicht möglich, festzustellen, inwieweit sich diese Rechnung heute als stichhaltig erweise. Bemerkenswert sei jedoch, daß gerade in

Paris, 8. März. (DNB.) Die über die Lage in Griechenland eintreffenden Nachrichten haben in hie­sigen politischen Kreisen einige Beunruhigung ausgelöst. Die von der Türkei und anscheinend auch von Bulgarien getroffenen oder in Aus­sicht gestellten Vorsichtsmaßnahmen lassen die Be­sorgnis aufkommen, daß die zunächst rein inner- griechischen Angelegenheiten außenpolitische Auswirkungen haben könnten, denen die an dem Frieden auf dem Balkan und dem Mittelmeer inter­essierten Mächte nicht gleichgültig gegenüberstehen könnten. Man hofft allerdings, baß folgenschwere Verwicklungen vermieden werden, und legt deshalb größten Wert auf die Feststellung, daß sich Frank­reich genau wie England vollkommen neutral verhalten und weiter alles unterlassen werde, was einer Stellungnahme für eine der beiden griechischen Parteien gleichkommen würde.

Das Echo in England.

London, 9. März. (DNB.-Funkspruch.) Die englische Presse beschäftigt sich in ausführlichen und teilweise sensationellen Berichten und Kommen­taren mit der Lage in Griechenland und auf dem Balkan.

In einem Leitartikel richtet dieTimes" scharfe Angriffe gegen Veniselos und schreibt in diesem Zusammenhang:Was auch das Endziel der Aufständischen sein mag, ihr Vorgehen hat die Besorgnis, mit der die Freunde, Nachbarn und Gläubiger Griechenlands feine gegenwärtige Lage betrachten, vorübergehend verstärkt. In Eng­land bringt man dem Wider st and der ver­fassungsmäßigen Regierung Grie­chenlands gegen den Versuch, eine Diktatur zu errichten, ein Mitgefühl entgegen, das durch die Erinnerung an die Dienste, die Veniselos der Sache der Alliierten während des Welt­krieges geleistet hat, nicht abgeschwächt worden ist. Diese Erinnerung wird nur die Enttäuschung der vielen Bewunderer dieses bemerkenswerten Man­nes über dies tragische Ende einer großen Lauf­bahn verstärken."

Der diplomatische Mitarbeiter derMorning Post" meldet, daß die politischen Kreise Englands eine ernste Haltung gegenüber der Lage in Mazedonien und besonders an­gesichts ihrer möglichen Auswirkungen in ande­ren Balkanländern einnehmen. Man be­trachte es als besonders unheilvoll, daß der grie­chische Aufstand gerade in dem Augenblick aus­brach, als Griechenland sich in Finanzverhandlun­gen mit dem Auslande und besonders mit den britischen Gläubigern befand.

Die bulgarischen Einberufungen.

S 0 f i a, 8. März (DNB.) Wie zu der gemeldeten Einberufung von Heeresangehörigen von amtlicher Seite versichert wird, handelt es sich bei den zur Dienstleistung herangezogenen Soldaten nicht um solche, die bereits aus dem Heeresdienst entlassen worden waren, sondern um die für b i e Wintermonate beurlaubten Mann­schaften.

Aus aller Wett.

Explosion und Großfeuer in einer Teerfabrik.

In der unmittelbar an der Bahnlinie Frankfurt am MainKassel liegenden Mitteldeutschen Teer­produkten- und Dachpappenfabrik Grifte (Bezirk Kassel) ereignete sich aus bisher unbekannter Ur­sache eine folgenschwere Explosion. Die gesamte Fabrikanlage war in kurzer Zeit ein einziges Flammenmeer. Den vereinten Bemühungen der Wehren gelang es, ein Uebergreifen des Feuers auf einen Getreideschuppen und eine hinter der Fabrik liegende Ziegelei zu verhindern. Die Lösch­arbeiten gestalteten sich wegen der großen Rauch­entwicklung, der schlechten Wasseroerhältnisse und der großen Hitze sehr schwierig. Das Wasser mußte aus der 200 Meter entfernten Eder herbeigeschafft werden. Da sich im Augenblick der Explosion kein Arbeiter in der Fabrik befand, sind, soweit bisher bekannt, keine Menschenleben der Explosion und dem Feuer zum Opfer gefallen. Wahrscheinlich muß mit dem Totalverlust der Fabrik gerechnet werden. Der Schaden, der schätzungsweise 200 000 Mark be­trägt, ist nur zu einem Teil durch Versicherung gedeckt.

Der älteste Pflug der Welt.

Museumsdirektor Professor Dr. Jacob-Frie­se n in Hannover übergab dieser Tage den älte­sten Pflug der Welt, der aus der Zeit um 3400 vor Christi Geburt stammt, also über 5000 Jahre alt ist, der Oeffentlichkeit. Er wurde vor einigen Jahren im Kreise Aurich beim Torfstechen gefunden und durch den Lehrer Kettler in Georgsfeld geborgen. Er war vollständig in dem schwarzen Torf", dem älteren Bleichmoostorf, ein­gebettet, der an dieser Stelle 90 Zentimeter mäch­tig ist. Wegen der Einzigartigkeit des Fundes und wegen seiner großen Bedeutung für die deutsche Vorgeschichte wurde er dem Landesmuseum tn Hannover überwiesen, wo er jetzt nach jahrelanger fachmännischer Behandlung in einem großen Schau­kasten ausgestellt wird.

Riesige Fleifchdiebstähle im Aachener Schlachthof aufgedeckt.

Nach eingehenden Ermittlungen ist es gelungen, eine Diebes - und Hehlerbande zu fassen, die es jahrelang verstanden hat, im Aachener Schlachthof große Fleischmengen zu entwenden. Es war keine Seltenheit, daß ganze Schweine und Rinder, Speckseiten usw. auf einmal aus den Kuhl- räumen spurlos verschwanden. Bisher wurden vier Personen feftgenommen bie in die Sache verwickelt sind, es steht aber fest, daß noch mehr Personen zu dieser raffinierten Diebes- und Hehlerbande gehören.

Feuer im Ballfaal. Aber keine Panik.

In Düsseldorf brach in dem mit 1200 Personen besetzten großen Saale des Zoo aus bisher unge­klärter Ursache Feuer aus, das leicht katastrophale Ausmaße hätte annehmen können. Beim Eintreffen der Feuerwehr wurde die Dekoration der Buhne und ein Teil der aus akustischen Gründen ange­brachten Deckenschürze brennend vorgefunden. Die Entleerung des Saales, wo der Hausball (früher Köcheball) stattfand, vollzog sich ohne Panik, sogar ziemlich geordnet, dank der zahlreichen Aus­gänge und dank dem Eingreifen des Personals, so

daß keinerlei Verletzungen der Besucher vorgekom­men sind. Der Feuerwehr gelang es in kurzer Zeit, die Gefahr für den großen Saal abzuwenden.

Doppelselbstmord auf den Schienen.

Auf den Gleisen der Reichsbahnstrecke zwischen Vallendar und Bendorf (Rheinprovinz) wurden die Leichen eines jungen Mädchens und eines jun­gen Mannes gefunden. Der Kopf war beiden vom Rumpf getrennt. Die polizeilichen Ermittlungen er­gaben, daß es sich bei den Toten um einen ^jäh­rigen Mann und ein gleichaltriges Mädchen aus Rheydt handelt. Nach den Abschiedsbriefen zu ur­teilen, handelt es sich um einen gemeinsamen Selbstmord.

Verwilderte Kuh greift drei Radfahrer an. Ein Toter, ein Schwerverletzter.

Eine verwilderte Jungkuh, eine sogenannte Starke, die vor einiger Zeit von dem Gute Schwartorf bei Waren (Mecklenburg) entwichen war und sich nicht hatte wieder einfangen lassen, griff auf der Kargo­wer Feldmark drei Radfahrer an. Das Tier brachte dem einen Radfahrer tödliche Verletzungen bei und verletzae den zweiten schwer. Der dritte konnte flüchten und einen Förster zu Hilfe rufen. Der Beamte hetzte feinen Hund auf die Kuh, so daß diese von ihrem zweiten Opfer abließ, worauf er sie erschießen konnte. Der Schwerverletzte mußte sofort dem Krankenhaus zugeführt werden.

Schneefalle in Süditalieu.

Die neue und für Italien um diese Jahreszeit un­gewöhnliche Kältewelle hat nach ben Regen­güssen der letzten Zeit bis weit nach Süditalien hin­ein ganz unerwartet noch einmal Schneefall gebracht. Der Vesuv und die Höhen um ben Golf von Neapel liegen im Schnee, während in t>en Nie- berungen d i e Mandelbäume in Blüte stehen. In der Nacht kam es in Neapel selbst zu leichten Schneefällen. Auf den Gebirgszügen Mittel- und Sübitaliens ist überall ausgiebig Neuschnee ge­fallen. Von Süditalien werden besonders aus ben Provinzen Bari und Tarent Schneefälle gemeldet.

Französischer Pfarrer von feiner Haushälterin ermordet. Die Täterin begeht Selbstmord.

Einem ungewöhnlichen Verbrechen ist der Ortsgeistliche von Maincy bei Melun (unweit von Paris) zum Opfer gefallen. Er wurde mit durch­schnittener Kehle 10 t in seinem Bett aufgefunben. Als Täterin konnte seine langjährige Haushälterin ermittelt werben, die sich nach vollbrachter Tat im Treppenhaus erhängt hat. Ueber die Beweg­gründe werden allerlei Permutungen geäußert. Man behauptet, baß bie Täterin schon lange Zeit infolge schwerer Schicksalsschläge an Schwermut gelitten habe.

Furchtbare Explosion in einem portugiesischen Venzinlager.

In einem Benzinlager in Alcanena (Portugal) ereignete sich eine gewaltige Explosion. Ein Mann würbe auf ber Stelle getötet, ad)t weitere liegen im Sterben.

THaffenoergiffung durch verdorbene Lebens­mittel auf Iava. 80 Todesopfer.

Auf Java sind in der Ortschaft Koboemen 80 Per­sonen nach dem Genuß vergifteter Lebens­rnittel g e ft 0 r b e n. Die verdorbenen Waren sind beschlagnahmt und zur eingehenden Unter­

suchung nach Batavia in ein Laboratorium gebracht worden.

Feuergefechl zwischen Zollbeamten und Schmugglern.

Aus Mukben wird berichtet: In ber Nacht zum 8. März versuchte eine Gruppe von Schmugglern in Pingk 0 w (Newzhwang) zu lanben; sie würben aber von ber Zollwache überrascht. Es kam zu einem Feuergefecht, bei bem vier Zollbeamte getötet unb fünf verletzt würben. Ein Schmugglerboot ken­terte, bas nach Mitteilung ber Polizei"15 Tote und Verwunbete an Borb hatte. Zwei Boote ber Zoll­polizei gingen in See unb konnten neun Schmugg­ler gefangennehmen.

Verboten und aufgelöst.

Hamburg, 8. März. (DNB.) Die Polizei teilt mit, Auf Grund des § 1 der Berordnun des Reichs­präsidenten zum Schutze von Volt und Staat vom 28. Februar 1933 ist dieEvangelisch-kirch­liche Gemeinschaft" in Hamburg für das gesamte Hamburgische Staatsgebiet verboten und a u f g e l ö st worden. Das Verbot ist erfolgt, weil ber Prediger der Gemeinde, ber vom Mischen zum evangelischen Glauben übergetreten war, unter bem Deckmantel bes Christentums einen unheil­vollen, talmudisch-Mischen, ja sogar gesunbheits- gefährbeten Einfluß auf beutsche Volksgenossen aus­geübt hat. Er hat von ber Gemeinbe, bie ihn nur als ben armen, unterstützungsbebürftigen Prebiger kannte, Gelb unb Sachspenben jeher Art angenom­men, so baß er sich ein Vermögen von über 60 000 RM. zusammentragen konnte.

Oer Prozeß gegen Rintelen.

Wien, 8. März. (DNB.) Die Fortsetzung ber Zeugenvernehmung im Rintelen-Prozeß am Freitagvormittag brachte nichts Neues. Rebakteur Maurer von berReichspost" bestätigte bie An­gaben, bie bereits früher Dr. Funber über eine Unterrebung, bie Maurer mit Rintelen hatte, ge­macht hat. Der Neffe bes Angeklagten, Hermann Rintelen, gab Auskunft über bie Tätigkeit Rintelens am 23. unb 24. Juli. Er war bamals fast bauernd mit bem Angeklagten zusammen. Es sei ausgeschlossen, baß der Angeklagte irgendwelche Besprechungen oder Fühlungnahmen mit National­sozialisten gehabt habe. Der Staatsanwalt wandte sich dann dagegen, daß durch verschiedene Zeugen­aussagen der Eindruck entstehen könne, als ob das gespannte Verhältnis zwischen R i n t e« l e n und Dollfuß einseitig von Dollfuß' Seite aus bestanden habe. Er beantragte zum Beweis dafür, daß diese Spannung wechselseitig gewesen sei, bie Labung bes Leiters ber amtlichen Nach­richtenstelle, Hofrat Weber, ber ein intimer Freunb von Dollfuß gewesen sei. Der Derteibiger protestierte energisch gegen biese Ladung unb führte aus, daß die Frage des Verhältnisses zwischen Dollfuß unb Rintelen ja nicht zur Entscheidung stehe, sondern die Frage, ob Rintelen an bem Putsch beteiligt gewesen fei, unb hierfür fei es boch von ziemlich nebensächlicher Bebeutung, ob zwi­schen biefen beiben Staatsmännern eine mehr ober weniger große Spannung bestauben habe.

Im weiteren Verlauf bes Prozesses würbe ber Direktor ber amtlichen Nachrichtenstelle, Hofrat Weber, vernommen, ber befunbete, baß Bundes­kanzler Dr. Dollfuß bem Angeklagten ziemlich miß­trauisch gegenübergeftanben habe. Sobann würben abermals umfangreiche Verlesungen vorgenommen, barunter auch ein Brief bes Bischofs von Seckau in Steiermark, H a w l i k 0 w f k i, ber sich recht günstig über Rintelen äußert unb ihm bas Zeugnis eines guten Katholiken, eines tüchtigen Organisators unb einer starken Persönlichkeit ausstellt. Aehnlich äußert sich ein anberer Priester in seiner Aussage. Die weiteren Verlesungen behanbelten nebensächliche Dinge. Der Verteibiger erklärte sich schließlich bereit, den oft genannen Stubenten Spitzy, bem bie Rolle eines Kronzeugen zukäme, nach Wien zu bringen, boch müßte ihm freies Geleit zugesichert werben. Er beantragte baher, baß ber Gerichtshof bie Erteilung eines solchen freien Geleits beim Bunbeskanzleramt erwirke. Der Staatsanwalt sprach sich scharf gegen diesen Antrag aus, und ber Ge­richtshof lehnte ihn nach kurzer Beratung ab. Die Verhandlung würbe fobann auf Samstag vertagt.

Wetterbericht

des Reichswelterdienstes. Ausgabeorl Frankfurt.

Das mächtige europäische Hochbruckgebiet hat sich weiter verstärkt unb zeigt bei Süd-Norwegen einen Barometerstand von mehr als 790 Millimeter. Deutschland liegt an seiner Südseite im Bereich einer kalten Nordost-Strömung, die jetzt auch uns weitere Frostverschärfung gebracht hat unb sich auf ganz West- unb ©Übeuropa auswirkt. Bei über- miegenb heiterem Wetter treten immer roieber ein­zelne Schneefchauer auf. Der Witterungscharakter bleibt vorerst erhalten.

Aussichten für Sonntag: Vielfach heiter unb nur vereinzelt auftretenbe Schneefälle, bei leb­haften nörblichen unb östlichen Winden. Fortdauer der Fröste.

Aussichten für Montag: Im wesentlichen Fortdauer des vielfach heiteren Frostwetters.

Lufttemperaturen am 8. März: mittags2,4 Grad Celsius, abends4,3 Grad; am 9. März: morgens 6,2 Grad. Maximum1,4 Grad, Mini­mum 6,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. März: abends 0,5 Grad; am 9. März: morgens 0,4 Grad Celsius. Niederschläge 0,3 mm. Sonnenscheindauer 8,2 Stunden.

Wintersport.

Rhön. Wasserkuppe: Heiter,13 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Bewölkt,14 Grad, 42 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Sauerland. Winterberg: Bewölkt,13 Grad, 45 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulver­schnee, Ski unb Nobel sehr gut.

Schwarzwal b. Felbberg: Heiter,17 Grab, 195 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski unb Nobel sehr gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Heiter,13 Grab, 70 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verharscht, Ski unb Rvbel sehr gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange.

Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich W. Sange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für ben übrigere Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodo? Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck unb Verlags Brühl'iche Universitäts-Buch- unb Steinbruckerek

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Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr

Zgr Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig