Oberhessen.
Kreis Schotten.
§ Ulrichstein, 6. Febr. In einer gut besuchten Bauernoersammlung im „Darmstädter Hof", die von Ortsbauernführer Pg. Stein geleitet wurde, sprachen gestern abend Bezirksbauern- führer Pg. Straub und Pg. Dr. G ü n t h e r von der Bäuerlichen Werkschule Nidda über die Erzeugungsschlacht. Während Pg. Straub den Zweck und die politische Ausgabe der Erzeugungsschlacht darlegte, zeigte Dr. Günther, welche praktischen Maßnahmen der Vogelsberger Bauer treffen könne, um durch Ertragssteigerung sich selbst und dem deutschen Volke Vorteile zu verschaffen. U. a. wurde auch die Anlage von Kartoffelsäuerungsgruben eingehend besprochen. Die beiden Redner fanden viel Aufmerksamkeit. Nach kurzer Aussprache wurde die Versammlung von Pg. Stein in der üblichen Weise geschlossen.
* Götzen, 8. Febr Dieser Tage feierte die Freiwilllige Feuerwehr zu Götzen ihr zehnjähriges Bestehen. Zu der schlichten Feier, die bei Kamerad R e u n i n g stattfand, hatten sich Regierungsrat Schwan, Kreisfeuerwehrinspektor Eberheim, Kreis-Verbandsvorsitzender Stang und noch verschiedene Führer unserer Nachbarwehr von Schotten eingefunden. Kommandant Fritzges leitete die Feier ein. Der Rechner und Schriftführer Reuning erstattete dann für die verflossenen zehn Jahve einen Tätigkeitsbericht der Wehr. Kamerad Reuning schilderte kurz alle Erlebnisse von Anfang an bis zur Gegenwart. Der Bericht fand seinen Abschluß, in dem man des allver- ehrten Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler gedachte. Dann beglückwünschte Reg.-Rat Schwan die Wehr zu ihrem 10jährigen Stiftungsfest und wies besonders darauf hin, daß sie stolz darauf sein dürfe, zu den ersten Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Schotten zu zählen. Ferner brachte er zum Ausdruck, daß er nicht als Behörde des Kreisamtes Schotten anzusehen sei, sondern als Feuerwehrmann im Kreise der Kameraden weile. Der Kommandant Fritzges ließ nun durch Reg.-Rat Schwan allen Kameraden, die Mitbegründer unserer Wehr waren, zum Zeichen der Dankbarkeit und Treue eine silberne Litze überreichen. Diese Ehrung schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler. Anschließend beglückwünschte der Mitbegründer der Wehr und Kreisverbandsvorsißende Stang die Wehr zu ihrem Jubiläum. Er schilderte, wie leicht es damals war, in unserer kleinen Gemeinde eine Freiwillige Feuerwehr mit 34 Mitgliedern zu gründen. Seinem Vorredner schloß sich der Kreisfeuer- wehr-Jnspektor E b e r h e i m an, indem er ebenfalls seine Glückwünsche darbrachte. Zum Schlüsse entbot Bürgermeister Heid von Seiten der Gemeinde die Glückwünsche. Der Kommandant dankte für alle guten Wünsche. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes schloß die eindrucksvolle und schlichte Feier.
rl. Gedern, 7. Febr. Im Gasthaus „Zum Löwen" fand die Hauptversammlung des hiesigen Kriegervereins statt. Nach Begrüßung und Totenehrung sprach der Vereinsführer, Kamerad Diehl, über die besonderen Schwierigkeiten der Vereinsarbeit im vergangenen Geschäftsjahre. Die Umgliederung im Kriegervereinswesen hat auch hier einige Kameraden veranlaßt, auszutreten. Die Schwierigkeiten können jetzt als überwunden betrachtet werden. Der Verein steht, getragen von dem allgemeinen volksdeutschen Auftrieb, nun ge
festigter und bedeutungsvoller im Volksleben, denn je. Der Weiterbestand der Kriegervereine war der Wille des Führers, der den Kyffhäuserverband mit der ehrenvollen Aufgabe betraute, aus den Vereinen die SA.-Reserve II zu bilden. Der Rechnungsführer des Unterverbandes, Kamerad Bähr (Altenstadt), gab ein Stimmungsbild von der Deutschen Weihestunde des Kyffhäuserbundes am 20. Januar in Berlin und wies auch darauf hin, daß der Dienst des alten Soldaten am Volke noch nicht zu Ende ist. Der Führer des Unterbezirks Ortenberg, Kamerad S ch n i e r l e, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Verein tüchtig in der Reihe marschiere und teilte eihige neue Richtlinien für die Zukunft mit. Da der seitherige Rechnungsführer,Kamerad Maar, sein Amt niedergelegt hat, ernannte der Dereins- führer den Kameraden Junker zu seinem Nachfolger. Die Prüfung der Rechnung ergab keine Beanstandung, dem Vorstand und Rechner wurde Entlastung erteilt. Für 40jährige Mitgliedschaft konnte den Kameraden H. H a a s II. und K. Braun I. Ehren - Urkunden feierlich überreicht werden, für 25jährige den Kameraden K. Müller IV., H. Schweitzer und W. G e r l a ch I. Die Kameraden Diehl und Gruner warben für eine Fahrt an das Kyffhäuserdenkmal, für die sich eine größere Anzahl der Kameraden einzeichnete. Nachdem Kamerad S ch n i e r l e noch über die volksdeutsche Idee des Dritten Reiches gesprochen hatte, schloß der Vereinsführer den dienstlichen Teil des Abends in der üblichen Weise. Im kameradschaftlichen Teil erfreute man sich noch an mancherlei humoristischen Vorträgen und alten Soldatenliedern.
Kreis Alsfeld.
A Alsfeld, 6. Februar. Auf Einladung des Ortsverbandes Alsfeld der NS. - Kulturgemeinde hielt Dr. Alfred Kaufmann (Gießen) einen sehr interessanten Lichtbildervortrag über „Aegypten, das wiedererwachte Pharao n en land". Nach einleitenden Begrüßungsworten des Obmanns der NS.-Kulturgemeinde Alsfeld, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g , in denen dieser der Erwartung Ausdruck verlieh, daß der Besuch der Veranstaltungen der NS.-Kulturgemeinde auf Grund der Güte der Darbietungen in Zukunft sich hoffentlich noch steigern werde, gab Dr. Kaufmann zunächst einen Ueberblick über die bedeutende Schlüsselstellung Aegyptens in weltpolitischer Beziehung. Sehr interessant waren die Ausführungen über die Beschaffenheit und die Bewirtschaftung dieses merkwürdigen Landes, in dem es mit Ausnahme des Nildeltas überhaupt nicht regnet. Mit Staunen und Bewunderung hörte man von dem gewaltigen Bewässerungssystem, welches das sonst öde Nilgebiet in ein dicht besiedeltes Kulturland verwandelt hat. Besonders die Baumwollkultur ist unter englischer Herrschaft in großem Maßstab in Aegypten eingeführt worden. Aegypten liefert die beste Baumwolle. Die Darstellung des Vortragenden über die Geschichte und Entwicklung des ägyptischen Volkes, das auf eine 6000jährige Vergangenheit zurückblicken kann, ergab die überraschende Tatsache, daß sich dieses alte Kulturvolk bis auf die Gegenwart in feiner alten Reinheit und in feiner Lebensweise wie vor Tausenden von Jahren erhalten hat. Als ehemaliger evangelischer Pfarrer und Leiter der deutschen Schule in Alexandrien, bei dem auch der Stellvertreter des Führers, Reichs
minister Rudolf Heß, der Sproß einer dortigen angesehenen deutschen Kaufmannsfamilie, in die Schule gegangen ist, gab Dr. Kaufmann sodann einen interessanten Einblick in das Wesen der dortigen deutschen Kolonie, wo Dr. Kaufmann als eifriger Förderer des Deutschtums sich große Verdienste erwarb. Seine Schilderung war ein begeisterter Ausklang auf das Deutschtum im Ausland. Eine große Anzahl von dem Redner selbst aufgenommenen ausgezeichneten Lichtbilder ergänzten den vortrefflichen Vortrag. Don besonderer Schönheit waren dabei die Bilder von der altägyptischen Baukunst. Der Vortrag war in jeder Beziehung ein hoher, künstlerischer Genuß. Dr. Kaufmann verstand es ausgezeichnet, feinen Vortrag recht anregend zu gestalten. Der lebhafte Beifall kam aus dankbarem Herzen und war wohlverdient.
# Ober-Ohmen, 8. Febr. Dieser Tage gelangten hier die Grundstücke eines bäuerlichen B?triebs zum A u s g e b o t. Die Kauflust mar jedoch sehr gering; es wurden für den Morgen Acker — abgesehen von einzelnen Ausnahmen — Gebote weit unter 400 Mark abgegeben. Bei Wiesen lagen die Gebote ungefähr auf der gleichen Höhe.
Homberg, 6. Febr. Für die im Bezirk Homberg gelegenen Schulen fand in der Stadthalle ein Puppenspiel des VDA. statt. Die
Darsteller, Herr und Frau Müller aus Solingen, verstanden es meisterhaft mit ihrer schön ausgeftat« teten Bühne und trefflichem Puppenmaterial zu begeistern. Den Schülern wurde auf diese Weise das Wesen des VDA. anschaulich vorgeführt. Sie folgten mit gespannter Aufmerksamkeit
* Gontershausen, 8. Febr. Im Reichmann- scheu Saale wurde dieser Stage eine Brennholz- oerfteigerung der Försterei Gontershausen abgehalten. Es wurden bezahlt: Buchenscheite 22 bis 28 Mark, Buchenknüppel 15 bis 19 Mk., Hainbuchenscheite 12 bis 16 Mk., Eichenscheite 10 bis 18 Mark, Eichenknüppel 8 bis 12 Mark und Buchen- stöcke 12 bis 16 Mark je 4 Raummeter. Reisig 1. Kl. kostete 1 bis 2 Mark, 3. Kl. 50 Pf. bis 1 Mark.
ft. Kirtorf, 6. Febr. Die Sammlung für den VDA. durch den Verkauf der Kornblumen brachte hier ein Ergebnis von 18,80 RM. Bei der Geldsammlung für das Hilfswerk „Mutter und Kind" wurden in Kirtorf 19,00 RM., in Lehrbach 6,00 RM. und in Erbenhausen 5,00 RM. gespendet. — Den hiesigen Schulkindern und den Schulen aus der Umgegend wurden durch die Aufführungen der VDA.-P ü p p e n f p i e l e einige schöne Unterhaltungsstunden im Saale der Gastwirtschaft „Zum offenen Helm" bereitet. Die Aufführung wurde von den Kindern mit großer Freude hingenommen.
Preußen.
Holwersteioerunq mit Gesangseinlage
LPD. Herborn, 8. Febr. Bei der ersten diesjährigen Holzversteigerung, die unter starker Anteilnahme von Interessenten im Gemeindezimmer stattfand, kam es zu einer nicht alltäglichen Begebenheit. Als die Holzpreise stark in die Höhe getrieben wurden, fetzte plötzlich das Licht aus und die Versteigerung mußte unterbrochen werden, so daß auf die letzten Gebote der Zuschlag nicht sogleich erteilt werden konnte. Indessen setzte wie auf Verabredung der gemeinsame Gesang des Argonnerwald-Liedes ein Nachdem das Lied verklungen war, schien sich auch die Verärgerung über die hohen Holzpreise gelegt zu haben, denn das Licht trat wieder in Funktion und die Versteigerung konnte fortgesetzt werden.
Todessturz vom frankfurter Dom.
LPD. Frankfurt a. M., 8. Febr. Ein 24 Jahre altes Mädchen, das feit einigen Tagen in der Nervenanftalt untergebracht war und sich von dort heimlich entfernt hatte, stürzte sich gestern abend von der Galerie des Frankfurter Domes aus 40 Meter Höhe in die Tiefe. Es blieb völlig zerschmettert auf dem Pflaster des Dvmhafes t o t liegen. In den Kleidern des Mädchens fand man einen Abschiedsbrief an ihre Mutter.
Kreis Dehlar.
* Wetzlar, 8. Februar. Der Landrat hat die folgenden Wehrführer bzw. Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehren als Hilfspolizei- beamte bestätigt und vereidigen lassen: Wehrführer Straßenwärter Friedrich Schmidt VII. in Groß-Rechtenbech und Stellvertreter Zimmermann Anton Ludwig in Groß-Rechtenbach; Wehrführer Bürgermeister a. D. Karl Schmidt IX. in Waldgirmes und Stellvertreter Gastwirt Karl Wei
mer II. in Waldgirmes; Wehrführer Landwirt Friedrich B i e k in Hohensolms und Stellvertreter Maschinist Gustav Christian Wilhelm Hemmel- mann in Hohensolms; Wehrführer Bauunternehmer Friedrich Groh in Dorlar und Stellvertreter Kreisausschußsekretär Wilhelm Jung in Dorlar.
# Niederkleen, 8. Febr Bei der im hiesigen Gemeindewald abgehaltenen gut besuchten Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheite 12 bis 13 Mk., Buchenknüvpel 10 bis 11 Mk., Eichenscheite 9 bis 10 Mk., Eichen- knüppel 8 bis 9 Mk. je Raummeter; Buchenwellen kosteten 12 bis 16 Mk., Eichenwellen 6 bis 7 Mk., gemischte Wellen 8 bis 9 Mk. je 50 Stück. Für Fichtenstangen 3. Klasse wurden 0,40, 4. Klasse 0,15, 5. Klasse 0,08, 6. Klasse 0,10 Mk. bezahlt. Die Preise lagen gegenüber dem Vorjahre um 30 v. H. höher. — Das Spritzen der Ob ft bäume wurde dieser Tage in Angriff genommen. Die Arbeiten, die unter der Aufsicht des Baumwärters Wilhelm Steiger ausgeführt werden, geschehen in Fronden hiesiger Einwohner.
Kreis Biedenkopf.
§ Gladenbach, 9. Febr. In einem hiesigen Geschäft kam ein Fräulein dem Ofen zu nahe, bemerkte aber erst Augenblicke später, daß ihr Gewand, ein Schutzmantel, Feuer gefangen hatte. Im Nu standen auch die Kleider in hellen Flammen Nur geistesgegenwärtiger Hilfe war es zu verdanken, daß die erlittenen Brandwunden leichter Natur blieben
Schweinemarkt in Gladenbach.
§ Gladenbach, 9. Febr. Der jüngst abgehaltene Schweinemarkt war trotz der großen Kälte sehr gut beschickt. Das Geschäft war bei langsamem Umsatz mittelmäßig. Es wurden für Ferkel 15 bis 20 Mark und für Läufer 27 bis 30 Mark be$at)tt.
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Radevormwald, Kassel, Gießen.
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Oberhessischer Geschichtsverein Gießen
Donnerstag, 14. Februar, 20K Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Lud- wigstraße 34, Vortrag mit Lichtbildern von Herrn Universitäts-Professor Dr. Frölich:
Steinerne Zeugen mittelalterlich. Rechtslebens, besonders auf hessischem Boden
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vor dem 1. Januar 1935 entliehenen Bücher sind bis spätestens 2. März 1935 zurückzugeben.
Gießen, den 9. Februar 1935. 761 d
________________________Die Direktion.
WWlMkiWWz Gießen
Sonntag, den 10. Februar 1935, nachmittags 3 Uhr, im „Frankfurter Hof : 7740
SrRSMlll-WMAW wWige Tagesordnung. Allgemein. lUMinen erroünfdji Der Borstand: Kart Zimmer, 1. Vorsitzender.
95
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Einer geehrten Einwohnerschaft von Wieseck, Gießen und Umgegend zur Kenntnis, daß ich den beliebten am Walde gelegenen Ausflugsort
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bei Wieseck ab heute übernommen habe. Es wird mein Bestreben sein, meinen werten Gästen stets das Beste zu bieten. Ich bitte mir das seither entgegengebrachte Vertrauen auch hierher übertragen zu wollen. Adam Döbus
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Ab 11. Februar 1935 sind nachstehende Geschäftsstellen für die Gießener Ortsgruvven eröffnet worden.
Ortsgruvve: Gießen -Mitte, Goethestraße 29;
Gießen -Nord, Ederstraße (Wirtschaft Nobl);
Gießen-Oft, Sicher Straße 17;
Gießen-Süd, Frankfurter Straße 23 (Hinterhaus). Tie Geschäftsstunden der oben aufgeführten Ortsgruvven sind wie folgt festgesetzt:
Montags, Donnerstags u. Freitags von 19 bis 21 Uhr. Beitragszahlung:
Die nicht in Betriebsgemeinschaften erfaßten Mitglieder der DAF., welche wir als lose Mitglieder bezeichnen, zahlen ihre Beiträge bei der in ihrem Bezirk liegenden Ortsgrnvve.
Die in den Betriebsgemeinschaften erfaßten Mitglieder zahlen nach wie vor ihre Beiträge bei der Betriebsgemeinschaft.
Sämtliche Betriebsgemeinschaften in Gießen müssen bis zum 22. eines jeden Monats mit der Verwaltungsstelle abgerechnet haben.
Unterstützungsanträge, sowie sonstige Anliegen der Mitglieder werden ebenfalls in den Dienststundeu der Ortsgruvven nur von den genannten losen Mitgliedern dort entgegengenommen. Wir bitten diese Anordnungen zu befolgen, damit eine regelmäßige Betreuung unsererMitglieder gewährleistetwerden kann.
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