bas Eingeständnis machen, daß sie den einen oder anderen Teil dieses engsten Heimatgebietes bis jetzt überhaupt noch nicht kennen oder jedenfalls sich die wunderbaren Schönheiten dieses Gottesgeschenks noch nicht s o eingehend betrachtet haben, wie es eigentlich sein müßte.
Die Pfingstfeiertage geben nun, wenn noch dazu das rechte schöne Pfingstwetter herrscht, in reichem Maße Gelegenheit, sich die hier im Bild gezeigten Ausschnitte der Landschaft unserer näheren Umgebung mit aller Liebe und Gründlichkeit anzuschauen. Entdecke die Heimat! Das ist die Parole, die man bei dem Pfingstausflug in ausgiebigem Maße befolgen kann. Wer das tut und mit aufgeschlossenem Herzen, mit Ehrfurcht und Andacht diesen heimatlichen Teil des großen und schönen deutschen Vaterlandes durchwandert, der wird ein Pfingsterlebnis seiner Seele mit nach Hause nehmen, das in seiner erhabenen Größe wunderbar ist und noch lange nachwirken wird im Leben des Alltags, das derartige Feierstunden in der herrlichen deutschen Landschaft zur Stärkung des Leibes und der Seele erforderlich macht.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Heiliges Feuer.
Von Propst Lic. Borrmann.
Im Anfang, erzählt eine griechische Sage, sah es auf Erden kalt und traurig aus, denn den Menschen fehlte das Feuer. Droben bei den Göttern war das Feuer und damit das Licht, die Wärme, die Freude. Die Menschen lebten stumpf dahin; nur einer unter ihnen, Prometheus, den die Götter ihrer Freundschaft würdigten, kannte die Segnungen des Feuers. Ihn jammerte die Not seiner Brüoer auf der Erde. Darum riß er einen Brand aus dem ewigen Feuer und brachte ihn zu den Menschen, und seither ist es licht und warm auf dieser Erde. Wir verstehen den tiefen Sinn der alten Sage. Feuer, das erleuchten und erwärmen soll, Feuer, das hinwegbrennt alles Gemeine, heiliges Feuer, können wir Menschen nicht aus uns selbst hervorbringen. Das muß uns von oben geschenkt werden; das muß von Gott kommen. Und Gott sei's gedankt, daß wir Christen den Prometheus, der uns das Feuer auf die Welt brachte, kennen, Jesus Christus. Pfingsten aber ist das Fest, an dem dies heilige Feuer zu Flamme und zu Glut entfacht wurde. Die Herzen seiner Jünger finden an zu brennen, dies Feuer sprang über auf Tausende von Menschen, und dieses Feuer brennt noch heute überall da, wo die Flamme des Glaubens aufleuchtet, wo die Glut der Heiligung zu spüren ist, wo die wärmenden Strahlen der Liebe sich auswirken. Es muß aus uns leuchten, wenn wir Pfingsten als Fest des heiligen Geistes begehen wollen.
Wenn Jesus schon über unser Leben Gewalt gewonnen hat, dann brennt auch sein heiliges Feuer in uns. Denn heiliger Geist ist ja nichts anderes als Jesu Geist und damit Gottes Geist, den Jesus als heiliges Feuer in Menschenherzen fallen ließ und fallen läßt. Darum gilt jedem nicht ganz in Oberflächlichkeit versinkenden Menschen die Pfingstbitte: Laß dich erleuchten, liebe Seele, indem du endlich Jesus ernst nimmst und ihm Raum gewährst in deinem Leben!
Dann kommt auch über uns dies heilige Feuer wie einst über die ersten Jünger und entfacht unfern Glauben zu heller Flamme. Dieser Glaube ist nun nicht mehr ein totes Fürwahrhalten irgendwelcher Lehren, sondern eine lebendige Kraft, die unserer Seele in allen Stürmen großen Frieden gibt. Eine lebendige Kraft, die uns aus Verzagtheit und Trostlosigkeit herausführt zu der großen Freude seliger Gotteskinder: Gott ist in uns und gibt damit unserem Leben unversiegbare Kraft.
Sodann wird dies heilige Feuer zu einer reinigenden Flamme für unser ganzes Wesen. Aus selbstsüchtigen Menschen werden opferbereite Jesus- jünger. Aus unreinen, in den Lüsten dieser Welt verstrickten Kreaturen werden wir zu Christen, die in der Nachfolge Jesu mehr und mehr die Unreinheit ablegen und vorwärts kommen auf dem Weg der Heiligung. Aus Kindern dieser Zeit werden wir Ewigkeitsmenschen.
Nimmt es da Wunder, daß dies heilige Feuer in uns auch die Glut warmer Liebe zu den Mitmenschen schafft? Nein, wir spüren es: Diese letzte und höchste Wirkung des heiligen Geistes muß uns, wenn wir mit Ernst dem Fürsten der Liebe Jesus Christus nachfolgen, auch zuteil werden. Diese Liebe ist ja nicht Schwäche oder Weichheit, sondern kraftvolle Tat. Gerade am Pfingstfest, dem Fest der Tat, muß diese Liebe uns zum Gu- testun drängen, so daß andere, von unserer Liebeskraft mitgerissen, auch in die heilige Front der Liebe eintreten, die da kämpft und siegt über kalte und tote Menschenherzen durch das Evangelium der Tat.
Oder meint ihr, daß dies heilige Feuer eine Unmöglichkeit in dieser Welt ist? Daß es Menschenherzen nicht so völlig und so herrlich umwandeln kann? Dann laßt uns an jene Geschichte Selma Lagerlöfs denken, die sie ,Die Lichtflamme" genannt hat. Sie berichtet von dem Kreuzfahrer Raniero di Ranieri, der nach der Eroberung von Jerusalem wegen seiner Tapferkeit als erster eine Kerze am Heiligen Grabe entzünden darf und das Gelübde tut, diese Flamme allein von Palästina nach seiner Heimatstadt Florenz zu bringen. Auf diesem langen Wege wird der Träger des Feuers in der steten Sorge um die Lichtflamme und durch die ständige Beschäftigung mit ihr ein völlig anderer Mensch. War er in den Kreuzzug als prahlerischer, ehrgeiziger, glaubensloser Soldat eingetreten, so kehrt er als selbstloser und gläubiger Christ in die Heimat zurück.
Das ist unsere Geschichte, wenn wir wirklich Pfingsten erleben. Die Lichtflamme, die wir hegen und pflegen sollen, ist unsere Seele. Der Herr dieser Seele ruft uns heute zu: „Ich bin gekom- men, ein Feuer anzuzünden auf Erden. Was wollte ich lieber, als es brennte schon!" (Luc. 12, 49). Darum will er nichts lieber, als daß sein Feuer auch in Berührung kommt mit deiner und meiner Seele und dort die heilige Glut entfacht, an der diese Welt immer aufs Neue erkennen muß, daß die Welt des Geistes Wahrheit ist und der Heilige Geist auch an diesem Pfingstfest Wirklichkeit wird in brennenden Menschenherzen.
vornolizen.
— T a g e s k a l e nd e r für Samstag: NSG. „Kraft durch Freude" 17 bis 19 Uhr Leichtathletik auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofftraße: „Das Mädchen Johanna". —
Oer Gießener Haushalt für1935.
Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat nach Anhörung des Stadtrats — wie im Gießener Anzeiger Nr. 123 vom 28. Mai bereits kurz berichtet wurde — den Voranschlag der Stadt Gießen in der Betriebsrechnung mit 5 424 449,01 Mk., in der Vermögensrechnung mit 904181,93 Mark in Einnahme und Ausgabe festgesetzt. Im Vorjahre schloß die Betriebsrechnung mit 5 459 745,14 Mark, die Vermögensrechnung mit 462 906,33 Mark ab.
Bei einer Durchsicht der einzelnen Titel des Haushaltsplanes finden wir mancherlei interessante Einzelheiten, die das Interesse der Gießener Bevölkerung erwecken dürften. In der Gesamtheit tritt bei dieser Durchsicht aber auch zu Tage, daß der neue Haushaltsplan mit großer Vorsicht und nach weitblickenden Gesichtspunkten aufgestellt ist, um der Gesamtheit unserer Stadt in bestmöglicher Weise zu dienen. Aus der Fülle des Stoffes sei folgendes aus der Betriebrechnung hervorgehoben:
Im Titel Stadtverwaltung ist für die Verkehrswerbung durch das Städtische Verkehrsamt für das Haushaltsjahr 1935 ein Doranschlagsbetrag von 16 200 Mark eingestellt, gegenüber 6200 Mark im vorigen Jahre. Diese Erhöhung der Mittel für die Verkehrswerbung kann man nur begrüßen, da gerade auf diesem Gebiete der Gemeindewirtschaft eine besonders rege Tätigkeit heute mehr als je zuvor am Platze ist.
Der Titel G eb ä u d e schließt mit einem voranschlagsmäßigen Ueberschuß von 54 201,04 Mark gegenüber 43 237,29 Mark im Vorjahre ab. Im Einzelnen ist dabei zu erwähnen, daß die Gebäude mit Altwohnungen (vor 1919 erbaut) mit einer Einnahme von 126 216,34 Mark und einer Ausgabe von 70 555 Mk. vorgesehen sind, Gebäude mit Neuwohnungen (seit 1919 erbaut) eine Einnahme von 229 657,30 Mark und eine Ausgabe in gleicher Höhe aufweisen, die Kleinwohnungsbauten in der Schottstraße (1930 mit Reichsbaudarlehen erbaut) mit 10 562 Mark Einnahme und 11918,30 Mark Ausgabe vorgesehen sind, die Kleinwohnungsbauten am Anneröder Weg mit 4966 Mark Einnahme und 5070 Mark Ausgabe veranschlagt wurden.
Aus dem Titel Grund st ücke geht hervor, daß die Stadt von der Landesuniversität an Pacht für den Oberen und Unteren Hardthof nebst landwirtschaftlichen Grundstücken eine Einnahme von 16 018,62 Mark erzielt, auf der anderen Seite für die bauliche Unterhaltung der Gebäude und Hofanlagen der beiden Hardthöfe einen Betrag von 2500 Mark vorgesehen hat. Die Grundstücke der Hardthöfe sind im Jahre 1934 von der Stadtgut- Hardthöfe-AG. übernommen worden. Aus dem Erlös von Heu- und Grummetgras von Wiesen in Selbstbewirtschaftung erwartet man eine Einnahme von 20 000 Mark, gegen 17 000 Mark im Vorjahre. Insgesamt wird aus dem Titel Grundstücke ein Ueberschuß von 22 411,37 Mark erwartet.
Im Titel Waldungen wird für das Haushaltsjahr 1935 ein Ueberschuß von 85 157 Mark gegenüber 67 195 Mark in Rechnung gestellt. Nach dem Wirtschaftsplan sind 11500 Festmeter Holz zur Fällung vorgesehen, von deren Verkauf 161 000 Mk. als Erlös eingestellt find. Aus dem Forstbetriebsstock, der sich nach dem Stand vom 1. April 1935 auf rund lJO 000 Mark beläuft, sind 4 v. H. Zinsen mit 4400 Mark als Einnahme vorgesehen.
Der Titel Straßenunterhaltung sieht als größten Ausgabeposten wiederum, wie im Vorjahre die Summe von 140 000 Mark für Straßenunterhaltungsarbeiten und Fuhrlöhne, daneben 24 800 Mark für die Lieferung des Bedarfs von Straßenbau-Material für die Unterhaltung chauffierter Straßen und nicht befestigter Bürgersteige, ferner 10 000 Mark für die Instandhaltung der Feldwege und Aufräumung von Flutgräben vor. Bei diesem Titel wird mit einem Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von 175 555,59 Mk. gerechnet.
In dem Titel Straßen-Reinigung und Müllabfuhr sind, ebenso wie im Vorjahre, 80 000 Mark für das Reinigen und Besprengen der Straßen und Plätze in der Stadt veranschlagt worden. Interessant ist in diesem Titel der Hinweis, daß das Anlagekapital für die im Jahre 1927 in Betrieb genommenen Elektrokarren, Automobilen- Kehrmafchinen und Automobilen-Sprengwagen in Höhe von 80 500 Mark im Jahre 1933 restlos abgeschrieben war, so daß für die Verzinsung und Tilgung dieses Materials im neuen Haushaltsplan
keine Ausgaben mehr notwendig wurden. An Einnahmen aus Straßenreinigungsgebühren werden 106 000 Mark erwartet. Die Kosten der Müllabfuhr sind für das neue Haushaltsjahr mit 52 246,08 Mk., gegen 59 400 Mark im Vorjahre eingestellt. Von dem gesamten Anlagekapital für die Automobilen- Müllwagen, die Kippen und die stadteigenen Müll- gefäße in Höhe von 109 325 Mark ist nach dem Stand vom 1. April 1935 noch ein Restkapital von 24 863,48 Mark zu verzinsen bzw. zu tilgen, womit die Vermögensrechnung belastet wird. Die Einnahmen aus Müllabfuhrgebühren sind mit 67 500 Mark, gegenüber dem Vorjahre 1000 Mark mehr verzeichnet. Insgesamt wird in dem Voranschlag für die Straßenreinigung und Müllabfuhr mit einem Zuschuß aus allgemeinen Mitteln in Höhe von 3706,08 Mark gerechnet.
In dem Titel Straßenbeleuchtung ist diese Aufgabe der Stadt einschließlich Unterhaltung der Lampen mit einem Betrag von 70 000 Mark in Ansatz gebracht.
Der Titel Denkmäler rechnet mit einer Ausgabe von 2200 Mark gegenüber 1000 Mark im Vorjahre, für die Unterhaltung der Denkmäler, sowie für die Erhaltung von Baudenkmälern (Fachwerkbauten). In diesem Betrag ist eine Summe enthalten zur Unterstützung von Hausbesitzern, die nicht in der Lage sind, den Neuverputz ihrer Häuser im Sinne der Denkmalpflege ausführen zu lassen. Auf diese Möglichkeit der städtischen Hilfeleistung bei der Wiederherstellung alter Fachwerkbauten zur Verschönerung des Straßenblldes unserer Stadt möchten wir die in Betracht kommenden Hausbesitzer besonders Hinweisen mit dem dringenden Wunsche, die Bereitwilligkeit der Stadt zur Zuschußleistung auf diesem Gebiete in Anspruch zu nehmen, damit auch in unserem Gemeinwesen mehr als bisher der schöne alte Fachwerkbau wieder zur Geltung gebracht wird.
Nach dem Titel Oeffentliche Anlagen ist in anerkennenswerter Weise ein Betrag von 25 000 Mark, gegenüber 23 000 Mark im Vorjahre, für die Unterhaltung der Anlagen und Baumpflanzungen in der Stadt und den Betrieb des städtischen Pflanzgartens vorgesehen. Es ist erfreulich, daß damit auch weiterhin für eine vermehrte Pflege unserer Anlagen Mittel bereitgestellt sind. Der städtische Zuschuß für diesen Zweig des kommunalen Haushalts beläuft sich nach dem Voranschlag auf 28 941,60 Mark, gegenüber 26 363,60 Mark im Vorjahre.
In dem Titel Kanäle ist von besonderem Interesse, daß erstmalig auf der Einnahmefeite ein Erlös von 35 000 Mark aus dem Verkauf von Biohum in den Voranschlag eingestellt ist. Die Kosten der Herstellung von Biohum sind mit 28 750 Mark, dazu 500 Mark Lizenzgebühr ausgewiesen. Es handelt sich bei diesem Biohum bekanntlich um die Verarbeitung der Fäkalien aus der städtischen Kläranlage mittels der im vorigen Jahre errichteten neuen Verwertungsanlage zu einem Dünger, der insbesondere zum Gebrauch in Gärten sehr vorteilhaft sein soll. Bei der Herstellung dieses Düngers werden die Dungftoffe des Abwasserschlammes nach einem patentierten Verfahren durch Erhitzen vergoren, durch Beigabe von Kalk entsäuert und mit Torfmull und Knochenmehl vermischt als Volldünger gebrauchsfertig gemacht. Dieser städtische Betrieb arbeitet in Verbindung mit den Kläranlagen. Bekannt ist übrigens, daß aus diesem Verfahren auch Gas für Leuchtzwecke zur Ergänzung des Kohlengases gewonnen werden kann. Für den Umbau der Kläranlagen zur Errichtung dieses Betriebes hat die Stadt bei der Oeffa (Deutsche Gesellschaft für Oeffentliche Arbeiten AG. Berlin) ein Darlehen von 69 000 Mark ausgenommen, für das in dem neuen Voranschlag zum Zwecke der Verzinsung und Tilgung ein Betrag von 5050,80 Mark erstmalig eingestellt ist. Als bemerkenswert ist aus diesem Titel noch zu erwähnen, daß für die Verzinsung der für Kanalbauten seit Stabilisierung der Währung aufgewandten Mittel 29 200 Mark aufzuwenden sind, die bis Ende Dezember 1934 feit der Stabilisierung der Währung für Kanalbauten investierten Kapitalien sich aus rund 584 000 Mark belaufen. Die Zinseinnahme von der Erneuerungsrücklage in Höhe von voraussichtlich 509 200 Mark ist mit 25 460 Mark vorgesehen. An Kanalgebühren wird eine Einnahme von 97 000 Mark in Rechnung gestellt.
— Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Mädchen Johanna". — Waldeslust ab 16 Uhr: Großes Konzert der SA.-Standartenkapelle. —
— Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bengali". — Ober- hessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr Ausstellung „Christian Rohlfs- Hagen". — Waldeslust ab 16 Uhr Unterhaltungskonzert und Tanz.
— Oberhefsische Viehversicherungs- Anstalt. Am kommenden Samstag, 15. Juni, findet im Restaurant Faulstich in Gießen eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. (Siehe heutige Anzeige.)
Deutsche Arbeitsfront.
NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude".
Georg Heß auf dem Sommerfest in Staufenberg.
Am Pfingstmontag findet bekanntlich auf dem Staufenberg das Sommerfest der RS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Ortsgruppen Lollar und Mainzlar, statt. Reben Konzert und Tanz und dem Spiel der Münchener Heimatspiele wird auch unser Heimatdichter Georg Heß zum ersten Male in dieser Gegend mit seinen Mundartdichtungen Mitwirken.
NSDAP., Gießen-Nord.
Betrifft: Bezahlung der hilfskassenbeiträge der SA.- Männer im Bereiche der Ortsgruppe Giehen-Rord.
Am Donnerstag, 13. und Freitag, 14. Juni, in der Zeit von 20.30 bis 23 Uhr, entrichten im Caf6 Leib, Walltorstraße, alle Angehörige der SA., NSKK., Reiter-SA., Motor-SA. und Marine-SA., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord wohnen, ihren Hilfskaffenbeitrag für das dritte Vierteljahr.
Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, läuft Gefahr, bei der Hilfskasse in München abgemeldet zu werden.
Aus parteiamtlichenBekanntmachungen
Wie die Kreisleitung Gießen der Kreisbetriebsgemeinschaft 18 Handwerk in der DAF. bekanntgibt, müssen sich diejenigen Handwerker (Meister, Gesellen und Lehrlinge), die am 16. Juni den Sonderzug nach Frankfurt a. M. zum Reichshandwerkertag bei 75 Prozent Fahrpreisermäßigung benutzen wollen, noch im Laufe dieser Woche bei ihrer Ortsgruppe der DAF. anmelden.
Neue Kurse des Gportamts „Krast durch Freude".
Tennis.
In nächster Zeit beginnen Tenniskurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldungen hierzu schriftlich mit Angabe der gewünschten Üebungszei- ten an das Sportamt, Schanzenstraße 18. Die Kosten betragen für den Anfängerkurs etwa sechs Sportmarken ä 0,80 Mark — 4,80 Mark für Mitglieder der DAF. bzw. sechs Sportmarken ä 1 Mark — 6 Mark für Nichtmitglieder. In der Gebühr find mit einbegriffen: Tennislehrer, Platzbenutzung, Bälle, Schläger und Balljungengebühr.
Die Kosten für Fortgeschrittene (Uebungsstunde ohne Lehrer) betragen etwa fünf Sportmarken ä 40 Pf. = 2 Mark bzw. fünf Sportmarken ä 60 Pf. = 3 Mark. Anmeldung und Auskunft beim Sportamt.
Boxen.
Um das Interesse für das Boxen, dem schönsten männlichen Kampfsport, zu wecken und zu pflegen, will das Sportamt K. d. F. auch hier in Gießen einen Kursus einrichten. Es braucht an dieser Stelle nicht über die hohen kämpferischen und erzieherischen Werte des Boxens gesprochen zu werden. Der Führer und Reichskanzler bezeichnet das Boxen als den Sport, der Männer schafft. Auch hierfür find die Kosten sehr niedrig gehalten, um möglichst vielen Volksgenossen die Teilnahme zu ermöglichen. Sie betragen etwa für Mitglieder der DAF. sechs Sportmarken ä 40 Pf. = 2,40 Mark bzw. sechs Sportmarken ä 60 Pf. = 3,60 Mark. Anmeldungen baldigst schriftlich an das Sportamt.
Achtung! Reitkurse!
Um denjenigen Volksgenossen, denen es aus beruflichen Gründen nicht möglich ist, an unseren Abendkursen teilzunehmen, die Möglichkeit zum Retten zu geben, richtet das Sportamt Frühkurse in der Zeit von 6.30 bis 7.30 Uhr vormittags ein. Kosten 6 Mark für DAF.-Mitglieder, 9 Mark für Nichtmitglieder. Baldige schriftliche Anmeldungen mit Angabe der gewünschten Uebungsvormittage an das Sportamt erbeten.
Sportkurfe
in Lollar, Heuchelheim und Großen-Ltnden?
In vorgenannten Orten sollen KoF.-Sportkurf» errichtet werden, wenn sich Interessenten finden. Anmeldung und Auskunft beim Sportamt, Gießen, Schanzenstraße 18, oder bei den zuständigen Ortsund Betriebswarten „Kraft durch Freude".
Zportkurs am Samstag.
Heute findet auf dem Universitätsfportplatz am Kugelberg, von 17 bis 19 Uhr, ein Kurs für Leichtathletik statt, in dem auch die Vorbereitung für das Reichsfportabzeichen durchgeführt wird. Anmeldung auf dem Sportplatz beim Sportlehrer.
Wer darf das NGV.-Abzeichen tragen?
Klarstellung durch das Hauptamt für Volkswohlfahrt.
Um eine einheitliche Regelung darüber zu treffen, wer das NSV.-Mitgliederabzeichen tragen darf, hat das Hauptamt für Volkswohlfahrt in einem Rundschreiben an alle seine Dienststellen folgende Bestimmungen getroffen:
Zum Tragen der NSV.-Nadel ist derjenige Volksgenosse berechtigt, der im Besitz eines vorläufigen Mitgliedsausweises seiner zuständigen NSV.-Ortsgruppe ist.
Der unberechtigte Besitz der NSD.-Abzeichen und NSD.-Türplaketten ist nach Paragraph 5 Absatz 2 des Gesetzes gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiuniform vom 20. Dezember,1934 strafbar.
Ausgetretene bzw. ausgeschlossene Mitglieder haben ihre NSV.-Nadel bzw. NSV.-Türplakette der zuständigen NSV.-Ortsgruppe zurückzugeben. Eine Rückerstattung des dafür geleisteten Geldbetrages hat zu unterbleiben.
Das Betreten und Befahren des Flughafens Gießen.
Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt:
In letzter Zeit wurde wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß der durch rot-weiße Bretter kenntlich gemachte Flughafen durch das Publikum betreten und mit Fuhrwerken aller Art befahren wurde. Verschiedentlich wurden auch Reiter beim Ueberqueren des Flughafens beobachtet. Das Publikum wird auf die bestehende Polizeiverordnung für den Flughafen Gießen nochmals aufmerksam gemacht. Nach der Verordnung ist das Betreten und Befahren des Flughafens, sowie das Reiten auf demselben verboten. Mit Rücksicht auf die erheblichen Gefahren, die nicht allein dem Publikum, sondern auch den Fliegern entstehen können, darf erwartet werden, daß das Publikum der Polizeiverordnung mehr Beachtung schenkt, damit die mit der Ueberwachung des Flughafens beauftragten Polizeibeamten nicht zum Einschreiten gezwungen werden.
40. Geschästsjnbiläum der Firma Rinn & Moos.
Die Firma Rinn & Cloos A.-G. in Heuchelheim bei Gießen begeht am heutigen Tage ihr 40jähriges Geschäftsjubiläum. Die Firma hat sich aus kleinen Anfängen heraus unter der tatkräftigen und fachkundigen Leitung von Herrn Ludwig Rinn zu der größten Zigarrenfabrik im Reiche entwickelt. Weit über die Grenzen des Heffen- landes hinaus ist der Name der Firma in Fach- und Naucherkreisen bekannt und berühmt.
Die Firma beschäftigt heute in über 50 Zweigbetrieben fast 6000 Arbeiter und Angestellte. Ihre Fabrikationsstätten liSgen teils in der näheren und weiteren Umgebung von Gießen, teils im Kreis Schmalkalden in Thüringen, teils im Hanauer Bezirk.
Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens fand gestern abend in der Turnhalle zu Heuchelheim eine Betriebsfeier statt, an der außer den Gefolgschaftsmitgliedern des Heuchelheimer Zentralbetriebes die Leiter der Filialen und die Vertreter des Außendienstes teilnahmen. Die Feier nahm einen stimmungsvollen Verlauf und war mit einer Ehrung der 4 Jubilare verbunden, die der Firma feit der Gründung angehören.
Auch sonst kam im Verlaufe des Abends die Zusammengehörigkeit zwischen Betriebsführung und Gefolgschaft, wie auch die Verbundenheit zwischen Betrieb und Gemeinde, die aus Anlaß des Jubiläums in reichem Flaggenschmuck prangte, in wiederholten Ansprachen zum Ausdruck. Insbesondere verkündete Herr Rinn, daß dem Stiftungsfonds ein Betrag von 100 000 RM. und der Gefolgschaft ein Betrag von 50 000 RM. zugewandt worden fei.
Gastspiele des Gtadttheaters Gießen in Bad Homburg.
Das Orchester des Stadttheaters weilt feit dem 16. Mai als Kurorchester in Bad Homburg und hat sich schon seit dieser kurzen Zeit bei der Kurverwaltung und vor allem bei den Kurgästen solcher Beliebtheit zu erfreuen, daß die Stadt Homburg nun auch mit dem neuen Intendanten Hermann Schultze - Griesheim eine Reihe Gastvorstellungen des Schauspiel-Ensembles für diesen Sommer bereits festgelegt hat.
Eröffnung der Gommerspielzeit im Gtadttheater Gießen.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Das Stadttheater in Gießen eröffnet am Mittwoch, 12. Juni, 20 Uhr, feine diesjährige Sommer» fpielzeit, die unter dem Motto: „Lachen im Theater" steht. Außer einer ganzen Reihe von Lustspielen und Schwänken sind innerhalb des Sommerspielplans auch einige sensationelle Gastspiele vorgesehen. So sind die Verhandlungen mit Otto Gebühr und dem bekanntesten Vortragsmeister und Humoristen Gustav Jacoby bereits zum Abschluß gekommen. Am kommenden Mittwoch kommt die unverwüstliche „Pension Schöller" von Jacoby und Laufs erstmalig zur Aufführung, und zwar in der Neubearbeitung des Berliner Re- naiffancetheaters. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Tatsache, daß die Berliner
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