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Geschichten aus aller Welt
Kunst und Wissenschaft
Der Auftakt der VOA.-Tagung in Königsberg.
Der Landesverbandsleiter Westpreußen des DDA., Graf Brockdorff-Dallwitz begrüßte die Saardeutschen. Der Raum, in dem wir stehen, so führte er aus, ist ein Symbol der Einheit des deutschen Volkes. Das ist das Große, daß nach der nationalsozialistischen Revolution wieder ein Gedanke im gesamten deutschen Volk beherrschend geworden ist, daß es wohl Sonderausgaben gibt, die jeder an seiner Stelle, in seinem Abschnitt getreulich zu erfüllen hat, und es aber nur ein Schicksal des deutschen Volkes geben kann.
Bundesleiter Dr. Steinacher erinnerte am Abstimmungsdenkmal an die Abstimmungskämpfe, die entscheidende Proben auf die innere Bewährungskraft deutschen Volkstums gewesen seien. Alle Abstimmungsgebiete hätten das besondere Recht, stolz den Führer zu grüßen als den Erfüller unserer besten Hoffnungen aus dunkler deutscher Vergangenheit.
Der eindrucksvollen Kundgebung folgte die Eröffnung der 55. Hauptversammlung des Volksbundes mit einem Begrüßungsabend in der Königsberger Festhalle.Oberbürgermeister Dr. Wi l l - Königsberg gab seiner Freude Ausdruck, über 50 000 junge Volksgenossen in den Mauern der alten Krönungsstadt willkommen heißen zu können. Gesang eines Knabenchors leitete über zu den Reden eines Deutschen aus.Brasilien und eines Deutschen aus Sieben bürgen. Stürmischer Beifall belohnte das Bekenntnis der Ausländsdeutschen zu ihrem Mutterland. Den wirkungsvollen Abschluß bildeten Worte des Bundesleiters des VDA. Dr. Steinacher an das Land Ostpreußen und an Königsberg. Er gedachte der schweren Schicksalsschläge, die das deutsche Volk oftmals getroffen hätten, aus denen aber das deutsche Volk sich infolge der Kraft seines Volkstums immer wieder erhoben habe. Niemals sei das Volkstum stärker in die Erscheinung getreten als nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus. Weiter gab er das Telegramm an den Führer und dessen drahtliche Antwort bekannt. Dr. Steinacher schloß seine Rede mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Zum Schlüsse fang man das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lred.
Das ist Alex Schleicher, der Mann, der die Rhönadler und die Rhönbussarde baut, Segelflugzeuge, die in allen Erdteilen fliegen. „Vernünftig leben muß man, sonst ist das nix mit der Fliegerei!" behauptet er, der selber ein zünftiger Segelflieger ist. Und der, wie alle Leute vom Bau, weiß, was gut tut und gut schmeckt! Seine Frau muß ihm Kathreiner machen, aber starken! Mal hat sie was anderes genommen. Da kam sie aber schön an bei ihm...
Wer schwer arbeitet, muß gut essen und gut trinken. Einen richtig gekochten Kathreiner — s- recht mit Liebe gekocht, kräftig, würzig, aromatisch — den tdnten olle Männer gern, nicht nur
zahlreiche andere hervorragende Persönlichkeiten, viele Besucher aus dem Ausland und Männer und Frauen aller Stände des deutschen Volkes füllten die Halle. Furtwängler, mit herzlichen Ovationen begrüßt, brachte mit den Berliner Philharmonikern die „Egrnont -Ouvertüre, die „Pastorale" und die 5. Symphonie Beethovens zum Vortrag. Der Dank der Hörerschaft bekundete sich namentlich am Schluß in begeisterten Huldigungen für die Künstler, an denen sich auch der Führer lebhaft beteiligte.
Ausstellung Oberhessischer und Frankfurter Künstler in Bad-Nauheim.
Aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Staatsbades Bad-Nauheim veranstaltet die NS- Kulturgemeinde, Abteilung Bildende Kunst, in der Zeit vom 21. bis 30. Juni 1935 in den Räumen des Bad - Nauheimer Kurhauses eine „A u s st e l - lung Oberhessischer und Frankfurter Künstler". Der Sinn dieser Ausstellung ist darin zu sehen, daß das künstlerische Schaffen breiten Volkskreisen zugänglich gemacht werden muß. Darüber hinaus soll der Künstler durch diese Ausstellung, die von der NS.-Kulturgemeinde im ganzen Reiche durchgeführt werden, wieder jene Volksverbundenheit bekunden, die die Voraussetzung für jedes wahre künstlerische Schassen ist. Die Ausstellung wird der oberhessischen Bevölkerung einerseits und den oberhessischen und Frankfurter Künstlern andererseits den Weg zum gegenseitigen Verständnis ebnen und so dazu beitragen, daß das deutsche Kunst- und Kulturschaffen volksverbunden im wahrsten Sinne des Wortes werden wird.
Odenwalddichler kurz f.
Im 80. Lebensjahr ist in Michelstadt infolge eines Herzschlages der weit über die Grenzen seines Heimatortes und des Hessenlandes hinaus bekannte Dichter des Odenwaldliedes, Ludwig Kurz, gestorben. Der Verstorbene wurde vor mehreren Jahren in Anerkennung seiner Verdienste um seine Heimatstadt zum Ehrenbürger von Michelstadt
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) ( e ♦ und dann ertrank er fast in derBadewanne j
(ku) Melbourne. !
Man hat in diesen letzten Tagen vernommen, * daß Kingsford Smith mit seinem Flugzeug auf ( dem Wege von Australien nach Neuseeland mit j knapper Not dem Tode entkam, indem er mit s schweren Maschinenschaden wieder nach Australien < zurüc-kehrte. Aber das Schicksal hätte sich um ein , Haar e^e bittere Ironie erlaubt: Als nämlich । Kingsford Smith wieder in seiner Wohnung ein- ; getroffen war und ein Bad nahm, schlief er infolge i der überstandenen Strapazen im Bade ein...
Ein Freund, der bei ihm im Hause weilte, er- > hielt auf einen Anruf keine Antwort, drang in das • Badezimmer ein und konnte Kingsford Smith eben ; noch aus dem Wasser ziehen, als er mit dem Mund bereits unter die Wasserfläche gerutscht war.
„Das wäre das Richtige gewesen", sagte Kingsford Smith, als er aus seinem totenähnlichen Schlummer aufwachte, „dem hungrigen Tasrncm- Meer bin ich entkommen. Und eine Badewanne brachte mich beinahe um..."
Das erinnert an den Hochsprungmeister, der in einer Straßenrinne stolperte und au Tode kam, oder an den „Mann in der Kanone", der aus seinem Hotelbett fiel und sich das Rückgrat brach.
Der verschluckte Angelhaken.
(—) Kapstadt.
Hier soll von dem eigenartigen Unfall eines Knaben und seiner sinnreichen Rettung durch die eigenen Eltern berichtet werden: Ein Knabe, der bei Massel Bay in der Kapprovinz angelte, legte eine kleine Sportpaufe ein, um fein mitgebrachtes Frühstück zu verzehren. Am Ufer sitzend, hielt er in der linken Hand den Angelhaken mit der Leine, in der Rechten fein Butterbrot. In Gedanken verloren, steckte er den Angelhaken in den Mund und schluckte ihn hinunter. Selbstverständlich blieb das Fanggerät mit seinen spitzen Widerhaken in der Kehle stecken. Der Junge, von rasenden Schmerzen gepeinigt, verlor jedoch nicht die Geistesgegenwart: er schnitt die Angelleine dicht vor dem Munde ab und eilte nach Hause.
Die Eltern, deren Farm meilenweit von der Behausung des nächsten Arztes entfernt liegt, beschlossen, den Jungen allein von seiner Marter zu befreien. Sie nahmen eine Bleikugel, durchbohrten sie und zogen den Rest der Angelleine im Munde des Jungen hindurch, so, daß die Kugel an der Leine lief. Der Patient mußte alsdann den Kopf tief nach hinten beugen, die ziemlich schwere Kugel fiel nach unten, wurde verschluckt und löste durch ihr Gewicht die Widerhaken aus dem Schlunde des Jungen. Nun war es verhältnismäßig einfach, mit der Schnur vorsichtig sowohl die Kugel wie den Angelhaken wieder herauszuziehen.
Chinesenpaläste im Ausverkauf.
(un) Peking.
Nie waren die Märkte der Althändler von Peking so voll mit Kostbarkeiten längst vervange- ner Jahrhunderte wie gerade in diesen Tagen. Das Geld ist rar, und die alten chinesischen Adelsfamilien der Tings und Mandschus wollen auch heute noch genau so leben wie einst. Um aber zu Geld zu kommen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als nach und nach ihre prachtvollen Häuser und Paläste abzubrechen und sie Stück für Stück und Kunstwerk für Kunstwerk zu verkaufen. So nähern sich jetzt die acht Paläste des Shun Chih der Auflösung.
Diese acht Paläste schenkte er acht Fürsten, die ihn auf dem siegreichen Zug aus der Mundschu- rei nach Peking im Jahre 1640 begleitet hatten. Die Paläste glichen in ihrer Pracht jenem Riesenhause, in dem die kaiserliche Familie wohnte.
Heute sind nur noch Trümmer übrig. Ein paar europäische Architekten, die kürzlich die Ruinen besuchten, schätzten die Baukosten und die Grundstücke zu diesen Häusern auf rund 25 Millionen Mark. Sie kalkulierten weiter, daß die Löhne, die man damals den Handwerkern gab, jene 700 000 Mark beträchtlich überschritten, die heute die Mitglieder der Ting-Familie aus dem Verkauf ihrer letzten Werte zu erzielen hoffen.
Der Streit um die Krapfen.
(—) London.
Manche Leute haben doch, trotz hoher Politik und Wirtschaftskrise, eigenartige Sorgen! Auf der Speisekarte eines anläßlich des englischen Königsjubiläums veranstalteten Banketts stand als Nachtisch „Crepes Suzette" aufgeführt. Das ist eine Art von in Del gebackenen Krapfen, die mit einem der Prunelle ähnlichen Likör begonnen und dann brennend aufgetragen werden. Sofort hat sich in der englisch- amerikanischen Presse, teilweise aber auch in der französischen Presse ein Streit darüber entspannen, wer eigentlich der „Erfinder" dieser brennenden
ernannt.
Ausscheidungskämpfe des Landesverbandes Mltelrhein des Grohdeulschen Schachbundes.
Der Landesverband Mittelrhein des G r o ß - deutschen Schachbundes, der die Bezirke Frankfurt a. M., Main-Taunus, Wiesbaden-Rüdes- heim, Montabaur-Neuwied, Limburg-Westerburg, Weilburg-Wetzlar, Offenbach, Hanau, Gießen, Marburg, Darmstadt, Mainz, Koblenz, Kreuznach und Trier umfaßt, hält zu Pfingsten seine diesjährigen A u s s ch e i d u n g s k ä m p f e ab. An dem Turnier nehmen etwa 80 Spieler teil. Es wird in vier Klassen gespielt. Die Meisterklasse spielt etn Runden-Turnier von sieben Runden, die übrigen Klassen mit je 24 Spielern ein Acht-Runden-Tur- nier nach einem Springersystem. An dem Meisterturnier nehmen die folgenden acht Spieler teil: Rohs (Frankfurt a. M.), Dr. Thomae (Lochst), Leube (Unterliederbach), Stein kohl (Rußels- heim), Schild gen (Rüsselsheim), Walter (Koblenz), Stein (Koblenz) und Benkner (Frankfurt a. M.). Die Leitung hat Steul (Frankfurt a. M.).
Aus aller Wett.
Reichstagung des Verbandes Deutsche Irauenkultur in Münster.
„Volkstum und Gestaltung" war der Leitgedanke der Reichstagung des Verbandes Deutsche Frauenkultur in Münster, die eine große Anzahl von Vertreterinnen aus allen Teilen des Reiches herbeigeführt hatte. „Volkstum und Heimat" wurde erlebt in Fahrt durch das Münfterland, in Führungen und Vorträge in der schönen Westfalenstadt. Die Verbandsführerin, Frau Agnes G e r l a ch - Nürnberg, dankte für die Anerkennung und den Willen zur Zusammenarbeit, der zum Ausdruck kommt durch die nunmehr mit dem Frauenwerk gemeinsam erfolgende Herausgabe der im 39. Jahre erscheinenden Verbandszeitschrift. Die Vortragsreihe eröffnete Frau Dr. Soltmann mit dem Tagungsthema „Volkstum und Gestaltung". Hier wurde den Teilnehmerinnen nahegebracht, wie sich in Sitte und Brauch, Lied und Wort, Tracht, Schmuck und Gerät echtes Volkstum offenbart und welche verpflichtenden Aufgaben für die Erneuerung deutschen Volkstums heute an jeden einzelnen gestellt werden. Dr. Nissen sprach anhand einer mit feinem Verständnis zusammengestellten Keramik-Ausstellung über „Das Gefäß". Heber „Das Gewebe" sprach Fräulein Randebro ck. Sie gab einen Heberblick über die Geschichte der Handweberei und führte in die Gesetze textilen Schaffens, insbesondere der Spinnerei und Handweberei ein. Anselm Franke sprach über die Gewinnung der Spinnfaser in alter und neuer Zeit. Ein Vortrag über der „Schmuck in der Tracht" von Studienassessorin Anna H ü r f e l d gab einen Eindruck von der hohen Kultur nordischen Frauenschmuckes. Besonders eingehend wurde an-
Übrigens, uci uei ^uuettruuiiy UVV ..—; Schauspielerin Suzette benannten Krapfen auch noch ein kleines Berufsgeheimnis zu beachten, das Meister Joseph nur einem einzigen feiner öcnuler mitgeteilt haben soll. Hnd dieser Schüler ist heute Küchenchef auf der „Normandie", dem soeben m Dienst gestellten französischen Riesenschiff.
soweit sie sich mit nationalsozialistischen Fragen beschäftigen — seit langem von meiner Kommission abgelebt worden sind. Sie erscheinen nicht mehr bzw. sind eingezogen worden. Es trägt keine der Schriften Czech-Jochbergs den Vermerk der Partei. Sie können also nicht als nationalsozialistisch bezeichnet werden.
Die Ausführungen Franks zeigen, in welcher Weife man geglaubt hat, nationalsozialistische Literatur Herstellen zu können.
Auftakt des Münchner Festsommers.
In der zu einem gewaltigen Konzertsaal mit 5000 Sitzplätzen ausgebauten Halle I des Münchener Ausstellungsparkes wurde mit einem Konzert der Berliner Philharmoniker unter ihrem Dirigenten, Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, der Festsommer der Stadt eröffnet. Zur besonderen Freude der Besucher erschien auch der Führer und Reichskanzler, von herzlichen Kundgebungen empfangen. Ferner waren u. a. anwesend Reichsminister Dr. Frank und Reichsstatthalter General Ritter v, Epp. Auch
Krapfen ist.
Als erster nahm in einer amerikanischen Zeitung der in Neuyork lebende französische Hotelkoch Henri Charpentier diesen Ruhm für sich in Anspruch. Dieser „durch nichts gerechtfertigten Anmaßung tritt in der englischen und französischen Presse em anderer Meister des Bratspießes und des Kochlöffels mit der Mitteilung entgegen, diese Krapfen seien eine Erfindung des unter allen Feinschmeckern der damaligen Welt berühmt gewesenen Küchenchefs des Pariser Restaurants „Marivaux", Joseph, gewesen. Dieser liebte eine kleine Schauspielerin der Comedie Francaise, eine gewisse Suzette, die sich bei der Rollenbesetzung stets benachteiligt suhlte. In einem Lustspiel hatte sie als Dienstmädchen Krapfen aufzutragen, — und um nun die Aufmerksamkeit des Publikums auf diese kleine, aber hübsche Schauspielerin zu lenken, buk ihr Liebhaber eigens für die Aufführung Krapfen, die er mit fiifor übergoß und dann ansteckte, so daß die Flammen alle Bucke auf sich und die Trägerin locken mußten
Nach den Angaben desselben Küchenchefs gilt es übrigens, bei der Zubereitung der nach dieser
Ordnung. Das Kiebitzen hak nur keider die Eigen- , schäft, daß es dazu verführt, selber in das Spiel i einzugreifen. Ein Herr A. konnte dieser Versuchung : nicht widerstehen. Es war ihm ja ganz gleichgültig, i wer von den Spielern gewann, die Hauptsache blieb l für ihn, daß die Spiele recht schnell zu Ende kamen, denn mit jedem neuen Spiel bekam er seinen Lohn ■ ausbezahlt. Herr A. ließ, ohne daß der betreffende Herr es merkte, einem Spieler immer wieder gute Karten zukommen, so daß sich bald nach Beginn des Spieles das Glück diesem Herrn zuwandte und mit erstaunlicher Beharrlichkeit bei diesem Spieler blieb. Der also Begünstigte gewann Spiel um Spiel, rasch hintereinander, und war selber verwundert über diese Glückssträhne. Er wußte ja nicht, daß ihm A. aus einem Paket Reservekarten die so beliebten Joker unter die Karten mischte.
Als die anderen Spieler mißtrauisch wurden, dauerte es nicht lange, bis man den mitspielenden Kiebitz entdeckt hatte. Das Gericht verdonnerte Herrn A. zu einer längeren Arreststrafe.
Laternenmanns Abschied.
(ha) Prag.
In den nächsten Tagen wird in einem Saale des Rathauses zu Prag eine schlichte Feier stattfinden: Dem letzten Laternenanzünder wird ein Geldschein und die Mitteilung von seiner Pensionsberechtigung überreicht werden. Er ist wirklich der allerletzte jener einst in Prag wohlbekannten Erscheinungen. Noch vor einem Dutzend Jahren konnte man weit über hundert derartige Laternenmänner abends und morgens mit ihren Stangen durch die Straßen wandeln und die Laternen anzünden sehen. Der Beruf mußte ausfterben, als die Automatisierung des Laternenanzündens immer weitere Fortschritte machte. Nur diesen letzten und ältesten ließ man in ein paar dunklen Vorortstraßen bis zu seiner Pensionierung noch seines Amtes' walten...
Die Knaben, die sich selbst entführten.
(a) K o n st a n z a (Rumänien).
Eines Tages waren John Ciocan und Mircea Letu spurlos verschwunden. Der eine war 13 Jahre und der andere 14 Jahre alt. 24 Stunden später traf bei den Eltern ein Erpresserbrief ein, in welchem gefordert wurde, 100 000 Lei an die Entführer der Kinder zu übergeben. Andernfalls würden die beiden Knaben grauenvoll ermordet und „den Haifischen des Schwarzen Meeres als Fraß dienen." Die Eltern der beiden Kinder waren reiche Leute. Immerhin fetzten sie sich mit der Polizei in Verbindung und erhielten von dieser den Rat, längst außer Kurs gesetzte Banknoten, deren Nummern außerdem noch notiert wurden, als „Lösegeld" auszuhändigen. Genau wie im Falle Lindbergh wurde die Lösegeldsumme über eine Kirchhofsmauer den Entführern überreicht.
Ein paar Tage später hatte man die angeblich Entführten gefangen — und zwar in dem Augenblick, als sie ihr eigenes Lösegeld ausgeben wollten. Die beiden hoffnungsvollen Knaben hatten sich selbst „entführt"!...
Czech-Zochbergs Schriften von der Prüfungskommission zum Schuhe des
NG.-SchristtumS abgelehnt.
Im Völkischen Beobachter veröffentlichte der bekannte Geschichtsforscher Walter Frank im Auftrage der Schrifttumsabteilung beim Beauftragten des Führers für die gesamte weltanschauliche und geistige Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, eine äußerst kritische Stellungnahme zu dem Schriftsteller Czech-Jochberg. Frank wandte sich gegen den konjunkturbedingten historischen Dilettantismus, der in Czech-Jochbergs Schriften feinen bekanntesten Namen gesunden habe.
Nunmehr übersandte der Vorsitzende der parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums dem „V. B." folgende Erklärung, in der es u. a. heißt: Der Artikel Dr. Walter Franks über „Czech-Jochberg — ein Biograph Adolf Hitlers" gibt mir Veranlassung darauf hinzuweifen, daß die Schriften von Czech-Jochberg,
entdeckte zu feiner Verwunderung mitten in der ausgestreuten Blumenerde einen von dieser ange- schwärzlen Brief, der aber noch deutlich genug die Anschrift des zuständigen Staatsanwalts trug. Dem übermittelte man den Fund, und als der Staatsanwalt den Umschlag öffnete, fand er darin das schriftliche Geständnis eines Herrn Gaston Fecter sen., daß er im Jahre 1932 gemeinsam mit einem Ungenannten in eine Fabrik Des Ortes ein« gedrungen sei und den Geldschrank geplündert habe. Das Gewissen lasse ihm nun aber keine Ruhe mehr. Deshalb habe er dieses Geständnis geschrieben und versteckt, damit es erst nach seinem Tode aufgefunden werde. Das Versteck sei in seinem Testament angegeben. Da Gaston Fecter sen. aber immer noch rüstig und lebendig ist, sah die Staatsanwaltschaft keinen Anlaß, diesen Brief zu den Akten zu legen. Sie ließ den Herrn verhaften, den man gerade dabei antraf, seine Koffer zu packen, denn selbstverständlich hatte auch er das Fehlen des Geranientopfes und seines verräterischen Inhalts bemerkt...
Gewissensbisse nach 12 Jahren.
(k) Genf.
Dor 12 Jahren erschien in den Genfer Zeitungen eine Mitteilung, wonach eine Mitbürgerin eine mit Brillanten besetzte Brosche im Werte von 1400 Franks verloren habe. Offenbar hatte niemand dieses Schmuckstück gefunden, denn weder bei der Polizei noch bei einem Fundbüro wurde es zurück- gereicht.
Aber jetzt, im Jahre 1935, ging bei der Polizei ein Päckchen ein. Sorgsam verpackt wurde den Behörden jene Brosche zurückgereicht, zusammen mit einem Briefchen, in dem zu lesen stand: „Vor 12 Jahren fand ich diese Brosche. Ich war damals noch sehr jung und habe sie behalten. Heute plagt mich mein Gewissen und ich gebe sie zurück. Ich hoffe, daß der Eigentümer mir verzeiht.
Leider ist der Eigentümer längst tot. Die heim- gekehrte Brosche wird demnächst zu einem wohltätigen Zweck versteigert.
Ein Kiebitz macht sich strafbar.
Da. Wien.
Die Wiener Kafsehäuser sind traditionsgemäß immer noch gut besucht. Wer es sich leisten kann, hält sich mehrere Stunden täglich in solch einem freundlichen Lokal auf, lieft seine Zeitungen und schreibt feine Briefe. Auch das Kartenspiel wird mit Hingabe und Ausdauer gepflegt, und aus dieser Leidenschaft ist ein neuer Beruf entstanden: der Romme-Aufschreiber. Findige Arbeitslose gesellen sich zu den Spielern und nehmen ihnen die Arbeit des Aufschreibens der vielen Punkte und des Zusammenrechnens ab. Sie sind an jeder Partie mit einem Gewinn von 50 Groschen bis zu einem Schilling beteiligt.
Solange sich der Romms-Aufschreiber Mühe gibt, sachlich und genau zu arbeiten, ist alles in schönster
Marienburg,?. Juni (DNB.) Die diesjährige Pfingsttagung des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande wird mit einer Beteiligung von etwa 50 000 deutschen Volksgenossen aus dem Reich und aller Welt die größte Volksdeutsche Kundgebung sein, die je erlebt wurde. Sie wird ein kraftvolles Bekenntnis sein zu den 35 Millionen Volksgenossen jenseits der Grenze. Der Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, lehnt mit folgenden Worten jede Politik ab: „Der VDA. will keinen Staat angreifen, keine Grenze verschieben, keine Regierung stürzen, keine Verschwörungen anzetteln. Staatliche Gebietsänderungen und Verzichte liegen auf einer anderen Ebene, aber der VDA. kennt keinen Verzicht auf Volkstum!"
In Marienburg, der Brücke Ostpreußens zum Reich, bildete am Freitag, dem 15. Jahrestag des gewaltigen Abstimmungssieges Ost- und Westpreußens, eine weihevolle Stunde der Besinnung und des Dankes den Auftakt zu der Königsberger Pfingsttagung. In acht Sonderzügen trafen etwa zehntausend VDA.-Jungen und -Mädel, mit ihnen — besonders umjubelt — 1600 Volksgenossen von der Saar, ein.
Der Bundesführer des DDA., Dr. Steinacher, legte am Grabe Heinrichs von Plauen in der St. Annen-Kapelle einen großen Kranz nieder mit der Inschrift: „Heinrich von Plauen, dem Hochmeister des Deutschen Ordens, dem deutschen Helden und Grenzkämpfer. — Der VDA." Dann begab er sich mit den Ehrengästen in den Großen Remter des Schlosses, der dicht gefüllt war mit den Kindern von der Saar und vielen anderen VDA.-Jungen und -Mädel.
Der Landesverbandsleiter von der Pfalz-Saar des VDA., Kiefer, schilderte das 15jährige Harren des Saardeutschtums auf die Rückkehr zum deutschen Vaterlande.
Jetzt sei die Zersplitterung beseitigt und die Möglichkeit geschaffen, daß das deutsche Volk endlich zu einer einzigen festen Gemeinschaft und Nation zusammenwachse. Der Führer habe den Weg gezeigt, den das ganze deutsche Volk gemeinsam zu gehen habe.
Der interessante Blumentopf.
(ma) Brüssel.
Bei einem Unwetter, das kürzlich über das deutsch-belgische Grenzgebiet dahinraste, schleuderte der Sturm von einem Fenster einer kleinen Villa in Pepinster an der Strecke Aachen-Lüttich einen Geranientopf auf die Straße, der unten auf dem Bürgersteig zerschellte, ohne glücklicherweise jemanden zu treffen. Ein Polizist jedoch kam herbei, um die Scherben von der Straße aufzulesen. Er


