haran erinnerte. Da er aber r.„ h<<n hrei Bäumen mit beton- »finaftüdier tdetatta
HrJ52 Erstes Blatt
Samstag/Sonntag, 8/9. Zuni 1935
185. Jahrgang
9
¥
3»
-
' ü
Staat als fein Aufgabengebiet betrachtet.
die der
deutsch-englischen Flottenbesprechungen ha-
Litzung te n d e lassen:
„Die
Fast ginnen neue
Oer Verlauf der IlotlenbesvreÄirngen.
London, 7. Ium. (DNB.) Die deutsche und die englische Flottenabordnung haben nach ihrer
Im bolschewistischen Rußland war der Deutsche von Anfang an nicht gern gesehen. Denn seine Kenntnisse, seine Fähigkeiten und sein aufrechtes Wesen waren nicht geeignet, Liebe und Sympathien bei den Bolschewistenhäuptlingen auszulösen. Man brauchte wohl die deutschen Spezialisten für den wirtschaftlichen Wiederaufbau, schob sie aber zumeist auch rasch wieder ab, sobald
die Verträge erfüllt waren. Denn die Bolschewisten hatten guten Grund, sich der Fremden, namentlich der Deutschen, bald wieder zu entledigen, weil der Russe Vergleiche anstellte, die stets zu Ungunsten des bolschewistischen Systems ausfielen. Aber die deutschstämmigen Bauern der Sowjetunion konnte man nicht so leicht aus der Welt schaffen, wenn man sich auch redliche Mühe gab, diese Vorbilder des Fleißes zu beseitigen. Man haßte sie, weil sie tüchtige Männer waren, man haßte sie wegen ihrer Religion, man haßte sie schließlich wegen ihrer Deutschstärnrnigkeit.
Erst in der letzten Zeit hatten wir Anlaß, uns mit den Verfolgungsmethoden der Bolschewisten zu beschäftigen. Deutsche Bauern wurden, nur weil sie deutsche Liebesgaben erbeten und angenommen hatten, zu schweren Freiheitsstrafen verurteilt und in die Verbannung geschickt, was gleichbedeutend mit einem langsamen qualvollen Tod ist. Jetzt ist an einigen dieser Männer die Todesstrafe vollzogen worden. Da man keine ausreichende Begründung bei der Hand hatte und es nicht wagte, wegen des geringfügigen Wertes der Spenden, die die Betreffenden erhalten hatte, Blut zu vergießen, mußte die Lüge von Verschwörungen mit nationalsozialistischen Kreisen herhalten, um dem Henker Gelegenheit zu geben, sein grauenhaftes Werk zu verrichten. Steht nun das bolschewistische Rußland fester als zuvor da? Wenn man seinen Deutschenhaß und seiner Gottlosigkeit diesen Ausdruck gibt, dann zeugt das von einer bemerkenswerten Unsicherheit. Aber das Blut, das die Bolschewisten vergießen, und die Qualen, die sie den Völkern des russischen Reiches bereiten, werden eines Tages ihre Früchte tragen. Das ist gewiß.
am Freitag folgende gleichlau- Mitteilung an die Presse ergehen
feits in der Kirchenfrage gewiß alles hin, um dieses Verständnis zu rechtfertigen.
Mr. Echlin dankte dem Minister für diese weitgehenden Mitteilungen und sagte, daß man in der anglikanischen Welt allen kirchlichen Einigungsbestrebungen sehr sympathisch gegenüberstehe. Man habe aber die Empfindung, daß die Reichsregierung die katholische Kirche hart angefaßt habe.
Reichsminister Dr. Frick erklärte hierzu auf das Bestimmteste: „Riem and ist im Deutschen Reiche wegen seiner katholischen Reberzeu- gung oder wegen seiner Zugehörigkeit zur katholischen Kirche verfolgt oder behelligt worden. Es ist aber leider so, daß die politische Zentrumspartei auch nach dem Verbot der Parteien versucht hat, politischen Einfluß über katholische Vereine und andere Organisationen wiederzuerlangen. Das können wir niemals z u l a s s e n. Wir haben das politische Parteienwesen restlos überwunden und werden nicht zugeben, daß es auf Schleichwegen irgendwie wieder zu wirken beginnt." Aus diesem Grunde nehme die nationalsozialistische Regierung auch eine ganz eindeutige Haltung in der Frage der katholischen Jugendorganisation ein. Soweit es sich um die r e i n r e l i g i ö s e k i r ch l i ch e Erziehung handelt, haben wir nichts dagegen, daß katholische Jugendverbände auf diesem Gebiete sich betätigen. Die Verbände überschreiten aber dort ihre natürlichen Grenzen, wo es sich um die körperliche Ertüchtigung der Jugend handelt,
t ■
Regierungen wohl, aber weder Laval noch Baldwin scheinen Wert darauf gelegt zu haben, durch die Heranziehung von neuen Männern den Kabinettswechsel auch als einen Kurswechsel zu demonstrieren. Im Gegenteil, beide Ministerpräsidenten betonen mit der Wahl ihrer Mitarbeiter ausdrücklich den entschiedenen Willen, den alten Kurs zu steuern, besonders natürlich in der Außenpolitik. Wenn auch Ursachen und Methoden der Kabinettsneubildungen in Frankreich und England so verschieden sind, wie das Temperament und die politische Tradition beider Länder, so ist doch der Zweck der gleiche, eine Stabilität der politischen Verhältnisse zu erreichen, die in Frankreich bereits durch die Vorgänge der letzten Jahre aufs schwerste erschüttert, zu einer Lebensnotwendigkeit des Staates geworden ist, in England erst durch den Ausblick auf die bevorstehenden Parlamentswahlen in Zukunft ein Gebot der Zweckmäßigkeit werden wird. Außenpolitisch gesehen — um diese für uns deutsche Betrachter der Regierungswechsel in Frankreich und England wesentlichste Seite vorwegzunehmen — wäre es selbstverständlich in unserem eigenen wohlverstandenen Interesse auf das wärmste zu begrüßen, wenn dieser Zweck einer Stärkung der inneren Stabilität erreicht würde. Denn wir wissen, daß nichts störender sein kann für eine fruchtbare außenpolitische Erörterung, die ein so großes Problem wie neue Grundlagen für eine verständnisvolle Zusammenarbeit der großen europäischen Rationen zum Ziel hat, als die aus der Schwäche der eigenen Stellung notwendige Rücksichtnahme auf innerpolitische Schwankungen, auf die Unsicherheit parlamentarischer Mehrheiten und die wechselnden Stimmungen einer Opposition, die oft gar zu gern eine nach großen Gesichtspunkten orientierte Außenpolitik, deren Früchte nicht immer auf der Hand liegen, benutzt, um mit Hilfe von Presse und Parlament dem Kabinett ein Bein zu stellen, das man aus innerpolitischen Gründen zu beseitigen wünscht.
Wir haben im letzten Jahrzehnt solche inner- politischen Ursachen entsprungene Rückschläge sowohl während der Locarnopolitik Briands wie in der Zeit des ersten Kabinetts Macdonalds zu oft zu spüren bekommen, als daß wir angesichts der verworrenen Verhältnisse in Frankreich irgendwelche Schadenfreude empfinden könnten. Rein, es liegt nur in unserem eigensten Interesse, wenn in den kommenden, für das Schicksal Europas entscheidenden Verhandlungen uns auch in Frankreich ein Partner gegenübertritt, der mit der gleichen Autorität im Namen seines Volkes zu sprechen berufen ist, mit der die nationale Regierung Adolf Hitlers Deutschlands Interessen vertreten kann. Denn nur dann können wir sicher sein, daß eine großzügige Verständigung, die zwischen zwei großen und stolzen Nationen nur durch Entgegenkommen auf beiden Seiten denkbar ist, nicht von einem durch eine kurzsichtige Opposition entfachten Entrüstungssturm der öffentlichen Meinung samt ihren Trägern hinweggefegt wird. Gerade das ungemein stark entwickelte Prestigebedürfnis der französischen Nation hat sich schon immer für solche Kirchturmspolitik einspannen lassen, wie es andererseits auch in der Hand eines überragenden Staatsmannes oft ein willkommener Motor für eine weit ausgreifende Außenpolitik gewesen ist.
Man könnte meinen, mit der Konstituierung des Kabinetts Laval sei unser Interesse an den Einzel- heilen der Regierungskrisis in Frankreich erschöpft, aber die Vorgänge der letzten Tage lind doch für die inneren Kräfteverhältnisse und Stimmungen so symptomatisch, daß ein kurzer Rückblick wünschenswert ist. um ein klares Bild vom kündigen Kurs der französischen Politik zu erhalten. DieRegierungskrisis stand, wenn man einmalvondem unmittelbaren Anlaß des Angriffs auf den Franken abfieht, unter dem starken Eindruck des Linksruckes, den die G e m e i n d e w a h l e n gezeigt hatten. Die größte Partei in der Kammer ist die radikal- sozialistische. Ohne ihre Mitwirkung ist eine parlamentarisch fundierte R"aier""" »n—"z diese nun Unterstützung bei der Linken oder bei der Rechten suchen. In der radikalsozialisti'ch n ■■?. ei ringen zwei annähernd gleich starke Gruppen um die Macht, eine zur bürgerlichen Mitte tendierende, nach den Erfahrungen mit dem Linkskartell 1924 allen ähnlichen Experimenten abholde Gruppe mit dem Parteivorsitzenden Herriot an der Spitze und eine revolutionäre unter D a l a d i e r, die nach dem Mißerfolg des 6. Februar eine Regierung der Mittelparteien nicht mehr decken will, sondern nach Viederherstellung des Linkskartells, gegebenenfalls sogar unter Einbeziehung der Kommunisten anstrebt. Aber diese Gruppe hat nun wohl schon beim Sturz Doumergues wie während der letzten Regierungskrisis durch ihren Widerspruch die größten Schwierigkeiten Hervorrufen können, aber sie ; ist noch nicht stark genug, um die Führung der 1 radikalsozialistischen Partei in das ihr genehme , Fahrwasser zu treiben, wie ja auch bei einer Absplitterung des rechten Flügels der Radikalsozialisten für ein Linkskartell in der gegenwärtigen Kammer ’ keine Mehrheit vorhanden ist. Aus diesem Grunde haben ia auch Kommunisten, Sozialisten und die Radikalsozialisten Daladiers eine Auflösung d e r Kampier gefordert, weil der Ausgang der Gemeindewahlen sie hoffen ließ, bei einer Neuwahl . der Kammer die ihnen jetzt fehlende Mehrheit zu erhalten. Aber der gleiche Grund, die Aussicht auf eine rote Barlamentsm-'hrheit, hat den Präsidenten ' der Republik vermutlich mehr noch als das Unge- wohnte eines solchen Vorganges in der parlamen-
Der Reichs- und Preußische Minister des Innern, Dr. Frick, gewährte dem kanadischen Schriftleiter Erland Echlin ein Interview, in dem der Minister zu wichtigen innerpolitischen Fragen Stellung nahm.
Mr. Echlin richtete an Dr. Frick die Frage, in welchem Umfange das Reich die Absicht habe, die im Parteiprogramm der NSDAP, fe st gesetzten Grundsätze durchzuführen. Er habe aus manchen Gesprächen mit Reichsdeutschen den Eindruck gewonnen, daß nicht alle Programmpunkte so durchgeführt werden würden, wie sie in sehr eindeutiger Weise im Parteiprogramm enthalten sind.
Reichsmiuister Dr. Frick sagte, er könne sich einen Parteigenossen nicht vorstellen, der die Auffassung habe, daß das Programm der NSDAP, nicht restlos durchgeführt werden solle. Das Parteiprogramm fei im Jahre 1920 vom Führer aufgestellt worden und bestehe völlig zu Recht. Es ist eine großzügige Zielsetzung, deren Durchführung auf lange Zeit berechnet ist. Es hängt von den Zeitum ständen und von den taktischen Möglichkeiten ab, wann der eine oder andere Punkt des Parteiprogramms durchgeführt wird. Die Gesetzgebung des Dritten Reiches habe in den zwei Jahren, seitdem der Führer und Reichskanzler das Deutsche Reich führt, klar und deutlich bewiesen, daß wir bereit sind, das Parteiprogramm der NSDAP, restlos Stück für Stück in organischer Weise zu erfüllen.
Mr. Echlin richtete hierauf an den Herrn Neichsrninister die Frage, ob er es für wahr- cheinlich halte, daß das große Vier- ^ahres-Prograrnrn, das der Führer nd Reichskanzler am 1. Mai 1933 ver- ündet habe erfüllt werde und ob tatsächlich jie Beseitigung der Arbeitslosigkeit in Deutschland durchgesetzt werden wird.
Reichsminisier Dr. Frick verwies darauf, daß die Verlautbarung des Reichsamts für Arbeitsvermittlung nachweise, daß die Erwerbslosigkeit in Deutschland im Begriff sei, die zwei Millionengrenze zu unterschreiten. Wenn man bedenkt, daß die Regierung Adolf Hitlers bei der Machtübernahme fast 7 Millionen Erwerbslose, eine völlig zerstörte Wirtschaft und ein zerrüttetes Finanzwesen übernahm, dann kann man wohl behaupten, daß ganz Außerordentliches im Kampf gegen die Erwerbslosigkeit geleistet worden ist. Lr habe die Ueberzeugung, daß es der Reichsregierung gelingen werde, die Erwerbslosigkeit wenn nicht schon in diesem, so doch im Jahre 1936 — lange vor dem Abschluß des Vier- Iahres-Planes — restlos zu beseitigen.
Mr. Echlin sagte, daß in der anglikani- -schen Welt dem Kirch en streit große. Aufmerksamkeit zugewendet werde. Er richtete an den Minister die Frage, ob er der Ueberzeugung sei, daß dieser Streit gelöst werden könne und wann eine solche Lösung zu erwarten wäre.
Berlin, 7. Juni. (DNB.) Vor wenigen Tagen ist der deulschstämmige Bauer Richard R ö h r i ch aus dem Dorf Straßburg, Bezirk Odessa, durch Erschießen hingerichtet worden. Mit ihm sollen vier weitere Verhaftete, darunter der deutschstämmige Bauer Simon Sebastian klein, erschossen worden sein.
Röhrich, Vater von sieben Kindern, ist ebenso wie klein katholischen Glaubens. Er wurde nach Mitteilung in einer Sonderausgabe der Sowjetzeitung „Kollektivwirtschaft" vom 5. Januar 1935 als „hitler-Agent" zum Tode verurteilt, weil er „über 500 Lügen- briefe an faschistische Organisationen in Deutschland, Polen, der Schweiz und andere" geschrieben habe, in denen er um Hilfe bat. Wie fesigestellt werden konnte, hat die neunköpfige Familie Röhrich in der Zeit von Januar bis Mai 1934, also noch während der mit Kenntnis der Sowjetregierung verlaufenden Hilfsaktion „Brüder in Not", zusammen sechs Geldüberweisungen aus Deutschland über insgesamt 49,90 Mark auf dem sowjetamtlichen Torg- sin-Wege erhalten. «
Simon Sebastian Klein wurde nach der Sow- jelzeitung „Neues Dorf" vom 18. Dezember 1934 in Landau, Bezirk Odessa, zum Tode verurteilt, und zwar als „Agent faschistischer Organisationen in Deutschland und Litauen", der „lügenhafte Bettelbriefe" nach dem Auslande geschrieben habe. Obwohl Klein im Marz 1935 zu sieben Jahren Gefängnis begnadigt war, muß leider angenommen werden, daß er nun trotzdem erschossen worden ist. Klein hat aus Deutschland und der Schwei; je eine Torgsin-Ueber- weisung von insgesamt 18 40 Mark erhalten, und zwar im März und im Mai 1934.
Von beiden Bauern liegen mit ungelenker Hand geschriebene Briefe vor, die von schwer st er persönlicher Not zeugen, aber keine Kritik über die tatsächlichen Zustände enthalten. Aus eigenen Zeugnissen der Sowjets ist jedoch hinlänglich bekannt, daß im Winter 1933 und im Frühjahr 1934 in Sowjetrußland schlimmste Hungersnot herrschte. Das beklagenswerte Schicksal der beiden deutschstämmigen Bauern ist ein erneuter Beweis dafür, daß vor den sogenannten lorgfin-Senkungen nach Südrußland nicht dringend genug gewarnt werden kann.
Neuer Giari.
auf den -Lag genau zu gleicher Zeit be- in Frankreich und England zwei Regierungen ihre Arbeit. Zwei neue
ben einen zufrieden st eilenden Verlauf genommen. In einer allgemeinen Aussprache Hal die britische Delegation Aufklärungen über bie gegenwärtige Lage gegeben. Es wurden weiterhin einige technische Punkte erläutert. Die Verhandlungen werden na ch der P f i n g st p a u s e am 15. Juni wieder ausgenommen."
Wie noch ergänzend verlautet, haben die Besprechungen am Freitag knapp zwei Stunden gedauert. Die deutsche Abordnung wird ihre Rückreise nach Deutschland am Samstagvormittag zwischen 11 und 12 Uhr antreten.
Oeutschstämmige Bauem in Gowjsirnßland erschoßen
Von den Bo»schewüen zum Tode verurteilt, weil sie ihre Familien mcht verhungern taffen wollten.
Die körperliche und geistige Erziehung der Jugend ist eine Sache des nationalsozialistischen Staates. Wir haben nicht die Absicht und haben auch nie den Versuch gemacht, uns in die inneren Verhältnisse oder gar in die religiösen Auffassungen der Kirche einzumischen. Wir lassen umgekehrt aber auch nicht zu, daß man versucht, die Jugend politisch auf dem Umweg über scheinbar religiöse Vereine Zwecken dienstbar zu machen, die letzten Endes gegen die heute gültige nationalsozialistische Staatsauffassung und Rechtsordnung gerichtet sind.
Mr. Echlin sagte, daß man im Auslande manchmal den Eindruck erhalte, als ob Alfred Rosenberg und andere führende Persönlichkeiten des Staates und der Partei eine Bewegung unterstützen, die gegen die christlichen Kirchen gerichtet sei.
„Sie meinen bie Deutsche Glaubens- b e ro e g u n g?“ sagte ber Reichsminister. „Ich habe erst vor einigen Tagen anläßlich eines Gautages in Thüringen erklärt, baß für uns der Grundsatz Friedrichs des Großen Geltung hat, demzufolge i n unserem Staate jeder nach seiner Fasson selig werden kann. Wir haben keinen Grund, der Glaubensbewegung Schwierigkeiten zu machen, sondern sie kann sich e b e n so frei entfalten, ro i e jede andere Glaubensrichtung. Man darf die Deutsche Glau- bensberoegung auch nicht mit ber Gottlosen- Beroegung vergleichen Sie ist lebiglich ein Bestreben, ben deutschen Gottglauben in einer, unserem Volke artgemähen Form zu vermitteln.
Sicher gibt es eine Lösung der Kirchenfrage. Die Reichsregierung wollte nach dem Abschlüsse des Konkordats mit der katholischen Kirche auch die evangelische Kirche nicht schlechter stellen als die katholische. Dazu war es notwendig, die Zersplitterung der evangelischen Kirche in 28 Landeskirchen zu beseitigen und eine einheitliche deutsche evangelische Kirche zu schaffen. Die evangelischen Kirchen- führer haben den Vorschlag der Reichsregierung angenommen und ohne Einfluß oder gar Zwang die einheitliche evangelische Reichs kir che geschaffen. Ls kam dann aber bedauerlicherweise innerhalb der evangelischen Kirche vielfach nicht aus fachlichen, sondern a u s persönlichen Gründen zu ^egensat- jen, die in der Folge politisch mißbraucht und insbesondere im Ausland gegen die Reichsregierung ausgenuhtwurden. Die Reichsregierung wünscht nichts aufrichtiger als eine Beseitigung der Gegensätze m der evangelischen Kirche und ist bereit, zur Wiederherstellung v e r f a s s u n g s m ä h i g e r Z u- stände in ihr mitzuwirken. An sich müsse man verstehen, daß es gewisse Spannungen in her evangelischen Kirche immer geben werde, roeil die Freiheit der Meinung in dieser Kirche sehr groß sei. Es fei ein Lebenselement der evangelischen Kirche, daß sie solche Spannungen auf- weise, was ja einen der großen Kontraste dieser Kirche zum Katholizismus bilde. Er sei der Ueber- zeuqung, daß der Kirchenstreit bald und in einer zufriedenstellenden Weise beseitigt werden wird. Der Minister sprach seine besondere Freude darüber aus, daß der Erzbischof vonLanterbury und der B i s ch o f oon Chichester in ihren letzten Kundgebungen so viel Verständnis für Deutschland bewiesen hätten. Die Reichsregierung werde ihrer-
Erfcheml täglich, außer Annahme oon Anzeigen
Sonntags und Feiertags V ” für die Miltagsnummer
Beilagen: Die Illustrierte A JA kA Jk Ak A, A AA W A A A A A A A bis 8'/,Uhr des Vormittags
MM (hicncncr zintcwr ZZZ-
ML-Z " l|VI wVw WI MV lUV>
von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise:
infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein-
“S General-Anzeiger für Gberhessen re
richten Anzeiger Gießen I 4 I I gen, Bäder-,Unterrichts- u.
Postscheckkonto: „ behördliche Anzeigen 6Rpf.
firontfurt am Main 11686 OrutK und Verlag: vrühl'sche Univerfitütsvuch- und Steinbruderei R.Lange in Gießen. 8christleitung und Geschäftsstelle: schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8
Athener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefsen
Staat, Partei und Kirche.
Eme Unterredung mit dem Reichs- und preußischen M nister des Innern Dr. Kria


