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2 Wohlfahrtserwerbslose. Erwerbslose waren im hiesigen Arbeitsamtsbezirk 2600, jetzt sind es noch rund 1000. Der größte Teil der Erwerbslosen mit 450 entfällt auf die Stadt Wetzlar. Auf den übrigen Kreis etwa 1500. Fast alle Erwerbslose konnten in der Privatindustrie untergebracht werden. Es ist da­mit zu rechnen, daß in diesem Jahre noch die Gruben bei Braunfels-Philippstein und bei Fel­lingshausen wieder in Betrieb genommen werden, wodurch 150 bis 180 Bergarbeiter neu in Arbeit kommen. Die hiesige Industrie ist zur Zeit noch reichlich mit Aufträgen versehen. Die hiesige Land­wirtschaft ist für neue Arbeitskräfte wenig auf­nahmefähig.

Im Jahre 1934 hat das Landesarbeitsamt für den Arbeitsamtsbezirk Wetzlar 400 000 Tagewerke Notstandsarbeiten genehmigt. Hiervon sind bereits 300 000 Tagewerke geleistet. Die Höchstzahl der Not­standsarbeiter betrug 1700, heute sind noch 800 be­schäftigt. Eine besonders begrüßenswerte Maßnahme war die Obstbaumreinigungsarbeit. Ganz besonders erwähnt sei auch der S i l o b a u. Durch die Unterstützung der Kreisverwaltung konn­ten 100 Silos gebaut werden.

Nach einer recht lebhaften Aussprache über die verschiedensten Gebiete der Arbeitsbeschaffung drückte Pg. Kubel von der Gauleitung seine Be­friedigung darüber aus, daß hier im Kreise Wetz­lar äußerste Anstrengung und innigste Zusammen­

arbeit aller maßgebenden Stellen herrsche in bezug auf die Arbeitsbeschaffung.

Beterinärrat Dr. Zürn befürwortete in einem Vortrag die Einrichtung von Verkaufsstellen für minderwertiges Fleisch in einigen Jndustrieorten. Kreisausschußinspektor Kiel referierte über Polizei­fragen. Bürgermeister und Bezirksbauernführer D e s ch sprach grundsätzlich über die M i l ch ver­so r g u n a und Bürgermeister Langsdorf be­handelte Fragen des Piehabfatzes und der Schafhaltung. Nach eingehender Aus­sprache wurde die Tagung mit einem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler geschlossen.

Kreis Biedenkopf.

§ Gladenbach, 7. März. Die Handwerker des Bezirks Gladenbach fanden sich zu einer Versammlung im Hotel Blankenstein ein. 95 v. H. aller Handwerker waren erschienen. Kreis­handwerksmeister Müller begrüßte die Teilneh­mer und führte ihnen die Ziele der neuen großen Handwerker-Organisation vor Augen. Sodann sprach der Präsident der Handwerkskammer zu Wiesbaden, Müller, und schilderte den Auf- und Ausbau dex bereits geschaffenen neuen Handwerker-Organisation in allen Einzelheiten. Im weiteren Verlaus des Abends wurden dann noch die Handwerkerabzeichen ausgegeben. Mit einemSieg-Heil!" auf den Füh­rer fand die Tagung ihren Abschluß.

Der Arbeitseinsatz -er Angestellten.

Günstige Entwicklung im Februar.

Nach den Beobachtungen der Deutschen Arbeits­front, Berufsgruppenamt, Stellenvermittlung, hat sich der Arbeitseinsatz der Angestellten im Monat Februar gegenüber den Vormonaten gebessert. Der Eingang an offenen Stellen ist gestiegen. Ebenso weist das Vermittlungsergebnis eine Besserung gegenüber dem Vormonat auf. Im Februar ist ein erheblicher Neuzugang an Bewerbern zu verzeich­nen, der sich in der Hauptsache aus ausscheidenden Arbeitsmännern zusammensetzt.

Die Entwicklung des Arbeitseinsatzes für kauf­männisch- Angestellte ergibt auch im Monat Februar ein durchaus zuversichtliches Er­gebnis. Zu großen Hoffnungen in bezug auf Neu­einstellungen berechtigt wohl der überaus glänzende Erfolg der Autoausstellung. Auch die Leipziger Messe, die in diesem Jahr eine Rekordzahl von Ausstellern aufzuweisen hat, dürfte eine Belebung der Wirtschaft bringen.

Der Einzelhandel war im Berichtsmonat weniger aufnahmefähig. Es ist aber zu erwarten, daß, bedingt durch das Oster- und Pfingstgeschäft, sowie außerdem durch den Saisonbeginn für Eisen­waren, Konfektion, Photoartikel, im März eine Besserung eintritt.

Im Großhandel hat die in den letzten Monaten beobachtete Belebung angehalten. In der Industrie sind es vor allem die eisen- und metall­verarbeitenden Werke, die eine gute Beschäftigung aufweisen und Bedarf an Angestellten hatten. Schiffahrt und Spedition sind ebenfalls gut be­schäftigt, so daß es auch hier möglich war, kauf­männische Angestellte, speziell Fachkräfte, zu ver­mitteln. Weiterhin gute Beschäftigung haben und aufnahmefähig sind: Bauindustrie und die damit verbundenen Handelszweige, chemische Industrie, Schokoladenindustrie, Papier- und Papierwaren­industrie, Maschinen- und Fahrzeugindustrie, Elek­troindustrie, Banken und Versicherungen.

Verlangt werden gute Buchhalter, möglichst mit praktischer Erfahrung in der Durchschreibebuchfüh­rung. Eine leichte Steigerung erfuhr im Bekichts- monat die Nachfrage nach guten Fremdsprachen­korrespondenten und Reisenden mit langjähriger Reiseerfahrung. Der anhaltende Bedarf an guten Stenotypisten mit erstklassigen Leistungen (150 bis 200 Silben) kann leider nicht immer befriedigt wer­

den. Mangel besteht an Drogisten mit Giftprüfung, die gleichzeitig Photofachleute sind.

Die Stellenvermittlung für Büro- und Be­tz ö r d e n a n g e st e l l t e hat sich weiter gut ent­wickelt und das Vermittlungsergebnis des Vor­monats verbessert.

In der Vermittlung der Land - und Forst- ange ft eilten hat die Neuregelung des Milch­marktes eine Besserung des Arbeitseinsatzes für Molkerei-Angestellte bewirkt.

In der Techniker-Stellenvermittlung wurden Konstrukteure (Statiker) für Eisen-, Hoch- und Brückenbau gesucht. Don Behörden wurden vielfach Hoch- und Tiefbautechniker angefordert. Vermessungstechniker fehlen nach wie vor. Der Be­darf an Wärme-, Gas- und Wasserfachleuten konnte gedeckt werden. Der allgemeine Maschinenbau stellte Konstrukteure ein für Hartzerkleinerungsmaschinen, Transportanlagen und erste Konstrukteure für Lo- komotivbau. Maschinentechniker für Vorrichtungs­und Werkzeugbau sind nach wie vor sehr gesucht. Für Dentisten bestanden teilweise günstige Vermitt­lungsmöglichkeiten. Die Nachfrage nach angelern­tem technischen Hilfspersonal ist noch immer groß. In der Textil-Jndustrie werden jüngere Laboran­ten und Chemiker gefragt.

In der Werkmeister-Stellenvermitt- l u n g konnten vereinzelt auch ältere Kräfte, zum Teil bis über 65 Jahre, vermittelt werden. Die Werkzeugmaschinenindustrie ist nach wie vor auf­nahmefähig. Für den Präzisions - Maschinenbau wurden Spezialkräfte verlangt. Die Textilindustrie stellte zum Teil ihre alten Mitarbeiter wieder ein. In der Schwachstrom-Technik ist eine leichte Besse­rung feststellbar, während die Starkstrom-Technik keine besondere Belebung zeigt.

In der Stellenvermittlung für weibliche kaufmännische Angestellte besteht der Mangel an tüchtigen Stenotypistinnen unverändert fort. In der Fachgruppe Haus, Garten, Landwirt­schaft konnten nicht alle Stellen für Haushalts­pflegerinnen, Wirtschaftsgehilfinnen usw. besetzt wer­den. Für die ländliche Hauswirtschaft fehlen selbst ältere Kräfte, die für die städtische noch vorhanden, aber wenig begehrt sind. In der Fachgruppe der Volkspflegerinnen sind Anforderungen von Gesund­

heits-Fürsorgerinnen für Pommern in größerer Zahl bemerkenswert.

In der Lehrstellenvermittlung sind gute Erfolge erzielt worden. Das Ergebnis hat sich gegenüber Januar verdoppelt, in einigen Bezirken sogar verdreifacht.

Schützt die Vorräte im Haushalt.

Von Or. G. Kumte

Einlagerung von Vorräten macht in Stadt und Land gleich viel Arbeit. Im ländlichen Haushalt werden allerdings stets größere Vorratsmengen aufbewahrt, bedingt durch die Erträgnisse der eige­nen Ernte, durch die Betreuung einer größeren Personenzahl und die Entfernung von den Städten.

Um die Vorräte vor dem Verderben zu schützen, ist Verschiedenes zu beachten. Sowohl beim Kauf als auch beim Einbringen eigener Erzeugnisse ist besonderes Augenmerk auf die gute Beschaffenheit zu legen, Ware von geringerer Güte verbraucht man möglichst bald und lagert nur einwandfreie. Dabei muß man sich auch von dem Zustand der Lagerräume bzw. Schränke überzeugen. Eine gründliche Reinigung von Schmutz und Resten ist unbedingt wichtig. Da die tierischen Schädlinge der Vorräte im Haushalt meist das Licht scheuen, gilt es, ihnen die Verstecke zu nehmen. Dies sind alle toten Winkel, Fugen und Ritzen, die sorgfältig zu verspänen, verkitten oder zu verschmieren sind.

Alle Vorräte sollen möglichst für Luft und Licht zugänglich gelagert werden. Hierzu eignen sich ins­besondere Gazeschränke. Das Sonnen, Klopfen und Lüften vertreibt besonders die Schädlinge der Woll- und Pelzsachen. Vorräte in Kisten und Säcken wer­den nach Möglichkeit nicht unmittelbar auf den Boden, sondern auf Lattenrosten aufgestellt. Da verschiedene Haushaltsschädlinge nur bei einer be­stimmten Feuchtigkeit gedeihen können, ist auch die Austrocknung feuchter Räume wichtig. Erwähnt sei dabei, daß man im Sommer eine Reihe von Schäd­lingen durch Anbringen von Fliegenfenstern von den Räumen fernhalten kann.

Die häufigsten Schädlinge aus den folgenden Gruppen von Vorräten sind: An stärkehaltigen Stoffen wie Mehl, Graupen, Teigwaren usw.: Mehlkäfer, Mehlmotte, Brotkäfer, Diebkäfer, Korn­käfer, Milben. An Dauerwaren, Schinken, Speck, Wurst: Käsefliege und Speckkäfer, Milben. An Stoffen aus Haaren und Federn, Teppichen, Woll­sachen, Pelzen: Kleidermotte, Teppich- und Pelz­käfer.

Was ist zu tun, wenn sich, trotz aller oben er­wähnten Vorsichtsmaßregeln, doch derartige Schäd­linge einstellen? Kleinere Mengen befallener Wa­ren sind entweder sofort zu verwerten oder, falls dies nicht mehr möglich ist, zu verbrennen. Größere Mengen können in einer Vergasungskiste von dem Ungeziefer befreit werden. Will man sich nicht eine paffende Kiste aus Zinkblech vom Spengler an­fertigen lassen, so kann eine größere Holzkiste mit Zinkblech ausgeschlagen werden. Sie muß am obe­ren Rande eine Metallrinne haben, in welche der Rand eines Metalldeckels paßt. In dem inneren Rande wird ein Metallkästchen mit dem Vergasungs­mittel aufgehängt. Nach der Beschickung wird in die Rinne Wasser gegossen, um sie gasdicht zu machen. In einer solchen Kiste können Vorräte, wie oben aufgeführt, begast werden, da das Ver­gasungsmittel die genannten Schädlinge einschließ­lich der zuweilen an Mehl und Dauerwaren auf­tretenden Milben abtötet. Wollsachen können ferner durch Einstreuen von Schutzmitteln in dicht­schließende Schränke oder durch Einbringen in sog. Mottensäcke geschützt werden.

Da es bet der großen Zahl und Mannigfaltigkeit dem Laien meist nicht möglich ist, die in einem Haushalt vorgefundenen Schädlinge zu erkennen, empfiehlt es sich, diese unter Angaben des Vor­kommens an die Biologische Reichsanftalt, Berlin- Dahlem, Königin-Luise-Straße 19, zu senden. Von dieser wird in allen Fragen der Schädlingsbekämp­fung kostenlos Rat und Auskunft erteilt.

Noch in diesem Frühjahr Baubeginn des Gibraltar-Tunnels?

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Schon seit vielen Jahren wird das Projekt eines Tunnels zwischen Europa und Afrika unter der Meeresstraße von Gibraltar erörtert. Die Pläne des Artillerieobersten Pedro Juvenois sollen nunmehr der Verwirklichung entgegengeführt und bereits in diesem Frühjahr die Vorarbeiten für den Tunnelbau begonnen werden. Der Tunnel wird eine Länge von 32 Kilometer haben, an der südlichen Spitze Spa­niens bei Cabo Tarifa beginnen und an einem bei Punta Allares genannten Punkte in der spanisch- marokkanischen Zone enden.

Kunst und Wissenschaft.

Hans Albers und Lilian Harvey wieder bei bet Ufa.

Hans Albers und Lilian Harvey find von der Ufa in Berlin neu verpflichtet worden. Der Produktionschef E. H. Korrell von der Ufa traf auf einer Geschäftsreise mit Lilian Harvey in London zusammen und hat die in Deutschland so beliebt gewesene Künstlerin neuerdings für die Ufa verpflichtet. Kurz darauf wurden die mit Hans Albers schon seit Wochen im Gange befindlichen Verhandlungen mit einem Vertrag beendet, der Albers wieder für längere Zeit an die Ufa bindet.

Ergebnis des Bildhauerwellbewerbs für die Dielrich Eckarl-Areilichlbühne.

Zur Erlangung von Entwürfen für zwei Tor- Pfeiler am Haupteingang der Dietrich-Eckart« Freilichtbühne war ein Wettbewerb für Bild­hauer, die Mitglieder der Reichskammer der bil­denden Künste find, ausgeschrieben worden. Einge­gangen waren 250 Entwürfe. Das Preisgericht, be­stehend aus Staatssekretär P s u n d n e r, Professor Paul Schultze-Naumburg, Professor Wilh. Gerstel, Ludwig Isenbeck, Professor Joseph W a ck e r l e , Dr. ing. Georg Steinmetz und Professor Ulfert I a n s s o n , kam zu folgender Ent­scheidung: 1. Preis Konstantin Frick (München): 2. Preis Joseph Walz (Rottenburg/Neckar); 3. Preis Toni Fiedler (München). 1. Ankauf Franz Albermann (Köln); 2. Adolf Kämper (Münster i. Wests.); 3. Arno Breker (Berlin- Dahlem). Eine Anzahl weiterer Entwürfe wurden ebenfalls angekaust.

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