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Ende 1934 etwa 83 OOO Tonnen, hat sich also im Laufe von zwei Jahren verdoppelt.
Der türkische Gesandte in Bern und ständige Vertreter beim Völkerbund Kemal Husni gab daraufhin der internationalen Presse und auch dem Generalsekretär des Völkerbundes gleichlautende Erklärungen ab, wonach der Schritt des bulgarischen Völkerbundsvertreters in den amtlichen türkischen Kreisen in Genf starkes Erstaunen hervorgerufen habe. Weder die Türkei noch einer seiner Rachbarn hegten kriegerische, oder auch nur unfreundliche Absichten gegenüber Bulgarien. Bulgarien habe an der griechifchen Grenze militärifche Maßnahmen ergriffen, und die Türkei habe als Mitglied des Balkanbundes und als Teil der griechisch-türkischen Entente gegenüber diefen Maßnahmen nicht gleichgültig bleiben können. Die Türkei trete unter allen vm-
burger Freihafen zeigt
h e b l i ch e n Aufschwung. Nach den von der Hamburger Freihafen - Lagerhausgesellschaft veröffentlichten Zahlen betrug der Lagerbestand Ende 1932 41 000 Tonnen, Ende 1933 56 000 Tonnen und
Sofia, 7. Marz. (DNB.) Ein Kriegsschiff der Aufständischen versuchte am Donnerstag in der Gegend von K a v a l l a Truppen tu landen. Die Bombenflugzeuge der griechischen Regieruns«
den Balkanpakt gewährleistet werde, pessimistische Berichte der ungarischen presse.
Wien, 7. März. (DNB.) Im Rintelen- Prozeß war heute von besonderer Bedeutung die Erklärung des Unterstaatssekretärs für Justiz Kar- winsky. Danach wurde Rintelen im Auftrag von Dollfuß bei seinem Aufenthalt in Wien polizeilich überwacht, ohne daß diese Ueberrvachung aber irgendwelche Ergebnisse zeitigte. Karwinski bezeichnete das Verhältnis zwischen Dollfuß und Rintelen als keineswegs vertrauensvoll. Er schließe das aus den Gesprächen mit dem Kanzler und vor allem aus der Anordnung der Ueberwachung. Im übrigen habe Dollfuß im Juni 1934 ihm und Minister Stockinger gegenüber geäußert, er könne Rintelen nur im Ausland verwerten. Im Inland gebe es nur einen Ort, wo er ihn brauchen könne, nämlich in Wöllersdorf.
Diese Aeußerung von Dollfuß wurde auch von Minister Stockinger bestätigt. Das Verhältnis zwischen Dollfuß und Rintelen bezeichnete auch dieser Zeuge als denkbar schlecht. Stockinger äußerte die Ansicht, daß die Gegensätze zwischen Rintelen und Dollfuß unüberbrückbar waren. Mit Rintelen selbst habe der Zeuge keinerlei Berührung. Auf die Frage des Verteidigers, ob Dollfuß auch gegenüber anderen Ministern eine so ablehnende Haltung eingenommen habe, antwortete der Zeuge, das sei nicht ausgeschlossen.
Minister Neustätter-Stürmer bestätigte, daß zwischen Dollfuß und Rintelen erhebliche Gegensätze vorhanden gewesen seien. Dollfuß habe starkes Mißtrauen gegenüber Rintelen gehegt. Die Einstellung Rintelens gegenüber Dollfuß ist ihm nicht bekannt.
Der Chef des Bundespressedienstes in Wien, außerordentlicher Gesandter Ludwig gab an. daß die Berufung Rintelens nach Rom am 28. August 1933 erfolgt sei. Am 30. August war bereits das Aggrement erteilt. Rintelen trat seinen Dienst aber erst am 24. Oktober an. In dieser Zeit war in der Weltpresse und auch in der österreichischen Presse eine lebhafte Beunruhigung wahrzunehmen. Es wurden allerlei Kombinationen an diesen verspäteten Amtsantritt geknüpft. Die gleiche Unruhe war im Frühjahr 1934 festzustellen. Es verging kein Tag, wo nicht irgendwo in der Weltpresse die Nachricht auftauchte, es stände ein Regierungsumsturz bevor, und Rintelen würde Bundeskanzler. Auf eine Frage des Vorsitzenden meint der Gesandte Ludwig, es fei nicht anzunehmen, daß diese fortgesetzten Nachrichten in der Weltpresse ohne ein Dazutun Rintelens selbst erfolgt seien. Der Gesandte Ludwig sprach
Das Ende des „(Schiffsfriedhofs in Hamburg.
Petriisch (Bulgarisch-Mazedonien), 7. März. (DRV.) Nachrichten von der bulgarisch-grie- chischen Grenze zufolge find die Kämpfe zwischen den griechischen Regierungstruppen und den Aufständischen bereits in eine Entfernung von etwa 23 Kilometer von der bulgarischen Grenze herangerückt. Besonders heftige Gefechte spielen sich in der Gegend von Poroi ab. Man erwartet hier in den nächsten Tagen den llebertritt zahlreicher Flüchtlinge aus Griechenland. Dix g r i e- chifchen Grenztruppen haben sich teils für die Regierung, teils für die Aufrührer erklärt. Zwischen einigen griechischen Grenzwachen im Bola- siha-Gebirge an der bulgarischen Grenze kam es im Laufe des Mittwochnachmittag zu heftigen Auseinandersetzungen. Ein Olsizier aus dem Regierungslaaer, der an aufständische Soldaten eine Ansprache richtete, wurde blutig geschlagen.
Der Eisenbahnverkehr auf der Linie Saloniki—Bemirhiffar, die sich zum größten Teil m Händen der Aufständischen befindet, ist noch immer unterbrochen. Der einzige Ilebergangspunkt an der bulgarisch-griechischen Grenze, Kula, ist von griechischer Seite geschloffen. Einigen ausländischen Berichterstattern, die sich von Sofia über Kula nach Griechisch-Mazedonien begeben wollten, wurde der llebertritt nicht gestattet. Der Offizier des Grenzpostens erklärte, daß er ohne besondere Genehmigung des Gouverneurs von Saloniki die Einreise nicht gestalten könne. ______
Verstärkte Unruhe auf dem Balkan.
Oie Gefechte auf griechischem Boden. - Bulgarisch-türkische Auseinandersetzung vor dem Völkerbund.
Die Verlängerung
-es französischen Militärdienstes.
Oie grundsätzliche Zustimmung des Kabinetts soll bereits beschlossen sein.
Paris, 7. März. (DNB.) Ministerpräsident 5 l a n d i n ist Donnerstagfrüh, als er sich zum Kabinettsrat begeben wollte, gestürzt. Er zog sich eine leichte Quetschung am Bein zu. Nichtsdestoweniger leitete er die Ministerberatung. Im Laufe des Nachmittags begab sich F l a n d i n in den Senat, um auf die Anfrage des Senators Lemery über den Stand der französischen Landesverteidigung zu antworten. Flandin forderte den Senator auf, seine Anfrage bis zum 21. Marz zu vertagen. Lemery erklärte sich einverstanden.
Diese Vertagung, die man in politischen Kreisen vorausgesehen hatte, ist in Zusammenhang mit dem heutigen Kabinettsrat zu bringen, der sich nach" Mitteilungen aus gut unterrichteter Quelle grundsätzlich für die Verlängerung der M i l i t ä r d i e n st z e i t ausgesprochen haben soll. Da der Ministerrat, der allein berechtigt ist, die Einbringung eines dahingehenden Gesetzesvorschlags zu beschließen, erst am Dienstag oder Mittwoch kommender Woche zusammentritt, hat Flandin die Vertagung bis Donnerstag verlangt, damit er auf Grund der bis dahin gefaßten Beschlüsse antworten kann.
Man sucht nach außenpolitischen „Gründen".
Paris, 8. März (DNB. Funkspruch). Man scheint in Regierungskreisen die Absicht zu haben, die Einführung der anderthalbjährigen und später der z we i j ä h r i g e n Dienstzeit mit der außenpolitischen Entwicklung zu begründen. Die letzte Entscheidung über den einzubringenden Antrag soll von der Regierung erst Anfang nächster Woche gefällt werden, wenn der gegenwärtig in Südfrankreich zur Erholung weilende Außenminister Laval wieder in Paris ist und an den Regierungsberatungen teilnehmen kann. Laval soll dann nach der Pressevorbereitung, die vor allem für das Inland gedacht ist, die diplomatischen Begründungen liefern, um die Dienftzeiterhöhung vor der Welt zu rechtfertigen. Es scheint, daß Staatsminister H e r r i o t im gestrigen Kabinettsrat diese Methode herausgefunden hat. Denn er hat nach dem Vortrag des Kriegs- m i n i ft e r 5 die Frage nach dem Stande der französischen Sicherheit aufgeworfen.
Nach dem „Echo de Paris" hat Ministerpräsident Flandin im gestrigen Kabinettsrat ein Schreiben des Kriegsministers, General Maurin, verlesen, in dem dringend die Einbringung des Gesetzentwurfes zur Erhöhung der Militärdienst- z e i t gefordert wird. Die parlamentarische Handhabung ist folgendermaßen gedacht: Die Regierung würde ihren Gesetzentwurf am Dienstag oder Mittwoch in der Kammer einbringen und die beschleunigte Verabschiedung beantragen. Wenn der Heeresausschuß der Kammer seinen Bericht innerhalb von fünf Tagen fertigstellen könnte, so würde die Beratung im Plenum der Kammer um den 20. März beginnen, also um die gleiche Zeit, zu der Ministerpräsident Flandin auch im Senat dem Senator Lemery versprochen hat, über die Dienstzeitfrage Rede und Antwort zu stehen. Das „Echo be Paris" behauptet, daß gewisse radikalsozialistische Kreise ihre Stimme zugunsten der Dienstzeiterhöhung sich allerdings nur durch eine Verlängerung des Mandats der jetzigen Kammer um zwei Jahre erkaufen lassen wollen.
Abweichend von den meisten Pariser Blättern glaubt „Le Jour" berichten zu können, daß die Einigung innerhalb des Kabinetts nicht so fest sei, denn gewisse Mini st er seien unentschlossen, befehdeten einander und wollten sich vor allem keine Feinde auf der Linken schaffen. Die Radikalsozialisten wollten die Reform bis nach den Stadtratswahlen hinausgeschoben wissen.
Das „Oeuvre" behauptet, man habe die einjährige Dien st zeit absichtlich sabotiert, um zu der zweijährigen Dienstzeit zurückkehren zu können.
Noch schärfer drückt sich der Sozialist L6on Blum im „Populaire" aus. Er behauptet, der Anschlag wegen der zweijährigen Dienstzeit sei nur ausgedacht worden, um Flandin entweder zu stürzen oder ihn „gefangen zu nehmen". Wenn Flandin Widerstand leiste, dann wäre seine Regierung entweder zersetzt oder gestürzt worden. Jetzt, nachdem er nachgegeben habe, sei er der Gefangene seiner schlimmsten Feinde. Die Radikalsozialisten würden sich spalten. Die Achse der Mehrheit des Kabinetts werde sich nach rechts verschieben; Leon Blum nennt im Sinne dieser Verschiebung bereits die hinter den Kulissen auftauchenden Namen Doumergues und T a r d i e u s.
dann über die Beziehungen Dr. Rintelens zur österreichischen Presse und erklärte, daß Rintelen zahlreiche juristische Vertrauensleute hatte.
Nun stellte der Verteidiger einen Beweisantrag in der Richtung, daß Staatssekretär Dr. Karwinski am 25. Juli keineswegs ein solches Mißtrauen gegen Dr. Rintelen geäußert habe wie jetzt. Damals habe er einem Aufständischen feine Visitenkarte übergeben. (Dr. Karwinski war bekanntlich im Bundeskanzleramt eingeschlossen) und habe erklärt, er müsse sofort mit Dr. Rintelen in einer hochpolitischen Sache sprechen. Er habe diesen Wunsch bann mehrfach wieberholt.
Dr. Karwinski gab an, baß bte Mitteilungen des Verteidigers richtig feien, jedoch könne daraus keineswegs der Schluß gezogen werden, den der Verteidiger ziehen zu können glaubte. Er fei um etwa 18 Uhr der Ansicht gewesen, daß der Putsch gelungen sei. Er habe sich und seine Leute noch immer von den Pistolen der Aufrührer bedroht gesehen und habe das Gefühl gehabt, daß diese auf alle Fälle nur untergeordnete Organe ein nunmehr zweckloses Blutbad anrichten könnten. Er habe Dr. Rintelen deshalb bitten wollen, die vollkommen unschuldigen Beamten freizulassen.
Es stehen noch einige Zeugen aus, doch ist es immerhin möglich, daß das Beweisverfahren am Freitag geschlossen werden kann.
späten Abendstunden des Donnerstags den Budapester Blättern zugegangenen fernmündlichen Berichte sprechen von einer besorgniserregenden Verschärfung der Lage in Griechenland. Entgegen anderslautenden Nachrichten hätten danach die Aufständischen bereits ganz Thrazien besetzt. Dedeagatsch, Tanthi, Seres, Gümürdjina und Kavalla seien in den Händen der Aufständischen, die jetzt in Richtung auf Saloniki vordrängen. Im Laufe des Nachmittags sollen die aufständischen Truppen nach einer längeren Artillerievorbereitung an dem Fluß Struma zum Angriff übergegangen fein.
Die Blätter berichten ferner, daß in Belgrader militärischen Kreisen die Lage der Regierungstruppen als außerordentlich ernst beurteilt werde, falls es der Flotte der Aufständischen gelingen sollte, bis an die mazedonische Küste oorzudringen. Im Falle eines längeren Andauerns des griechischen Bürgerkrieges würden jetzt schwere internationale Verwicklungen und eine Gefährdung des Friedens auf bem Balkan befürchtet. Man rechne allgemein damit, daß im Falle eines Sieges ber Aufstänbi- schen Veniselos ben Balkanpakt kündigen würde. Weiter wollen die Blätter berichten können, daß es in Athen angeblich zu kommunistischen Unruhen gekommen sei. Die Kommunisten hätten Flugblätter unter ber Bevölkerung verteilt. Die Polizei sei mit ber Waffe gegen bte Bevölkerung vorgegangen, unb es habe mehrere Verwunbete gegeben. Drei Generäle hätten bem Ministerpräsibenten empfohlen, mit den Aufständischen Verhandlungen aufzunehmen.
(Anmerkung des DNB.: Die Verantwortung für diese Meldungen muß natürlich den ungarischen Blättern überlassen werden.)
Türkische Freuudschasts- versicherung für Griechenland.
Hamburg, 7. März. (DNB.) Am 1. Januar 1933 waren im sogenannten „S ch i f f s s r i e d h o s" in Hamburg nicht weniger als 145 Schiffe aufgelegt. Im Zeichen des wirtschaftlichen Wiederaufbaues durch die nationalsozialistische Regierung hat sich diese Zahl ständig verringert. Nach den amtlichen Feststellungen waren es am 1. Januar 1935 nur noch 16 Schiffe. Auf den Hamburger Werften liefen im Jahre 1934 insgesamt 13 Schiffsneubauten ' ' " gerg«schüft im Harn-
Mitte 1933 einen er«
der Völkerbundspakte beeinflußt werden. Die Wahrheit ist, daß sich das Kollektivsystem zur Zeit in einem Zustand der Evolution befindet
Wir werden mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln fortfahren, das Ansehen des Völkerbundes zu mehren.
Wir dürfen nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, daß in Europa im Laufe der letzten Jahre eine wachsende Nervosität um sich gegriffen hat. Um dieser Nervosität zu begegnen, bemüht sich die Regierung in diesem Augenblick, eine europäische Regelung zustandezubringen, die schließlich dahin führen wird, daß alle Länder aktive Mitglieder des Völkerbundes werden. Es ist nickt immer leicht für uns in England, die volle Kraft der Furcht und die argwohnerregenden Einflüsse in der europäischen Politik auf unsere eigene Sicherheit zu würdigen. Die Wissenschaft hat unsere geographische Abgeschlossenheit gemindert, so daß die Folgen europäischer Ereignisse sich unmittelbarer als bisher auf England auswirken. Unser politischer Ausblick hat sich den veränderten Umständen noch nicht angepaßt. Wir können nicht übersehen, daß, während eine wachsende Beunruhigung in Europa und in vielen Ländern zu einer Vermehrung der Rüstungen geführt hat, unsere eigene Rüstung keine gleich- geartete Verstärkung aufzuweisen hat.
Als Beispiel führte Eden die englische Luftflotte an, die bei Kriegsende jeder anderen Luftflotte überlegen gewesen sei, während sie heute unter den Luftmächten an fünfter Stelle stehe. Diese Tatsache, fuhr Eden fort, berechtigt nicht zum mindesten zu der phantastischen Behauptung, daß England ein Rüstungswettrennen eingeleitet habe. Im Gegenteil haben wir lange Zeit die elementarsten Maßnahmen für unsere Landesverteidigung fjinausgexögert in ber Hoffnung, daß ein internationales Abkommen sie schließlich überflüssig machen würde.
Der Lordsiegelbewahrer behandelte alsdann mehr vom technisch-militärischen Standpunkt die Erhöhung der drei Wehrhaushalte und bestritt, daß die Vorschläge irgendeinen revolutionären Charakter trügen, da sie lediglich die untere Grenze für die Notwendigkeiten der Landesverteidigung darstellten.
Wenn die internationale Lage sich bessere, könnten auch die in dem Weißbuch vorgesehenen Maßnahmen gemildert werden.
Die Versammlung, die von dem weiblichen Bezirksausschuß der Landesvereinigung der Konservativen und unionistischen Verbände einberufen war, sprach der Regierung hierauf in einer einmütig angenommenen Entschließung ihr Vertrauen aus.
daß die leitenden griechischen Staatsmänner die Schwierigkeiten überrointen würden. Ismet Jnönü fügte hinzu, daß auch der Präsident der Republik, Kemal Atatürk, lebhaften Schmerz über die Ereignisse in Griechenland empfinde.
General Metaxas betont Griechenlands Unabhängigkeit.
A t h e n, 8. März. (DNB. Funkspruch.) Im Zu- sammenhang mit den Gerüchten über eine etwaige Einmischung fremder Mächte erklärte der vor einigen Tagen als Minister ohne Geschäftsbereich in das griechische Kabinett eingetretene General Metaxas, daß Griechenland ein unabhängiger Staat fei, der keine fremde Einmischung dulden werde.
Die Vorbereitungen gegen die Aufständischen in Mazedonien gehen immer weiter. Die mazedonische Hauptstadt Saloniki ist in ein Heerlager verwandelt. Truppen aller Waffengattungen sind in den Straßen der Stadt zu sehen.
Die Lage aus Kreta.
Bericht eines englischen Kapitäns.
Alexandria, 8. März. (DNB.) Von der hier eingetroffenen Yacht „Jmperia", die der britischen Luftfahrtgesellschaft Imperial Airways gehört, ist ein Bericht über die Lage auf Kreta veröffentlicht worden. Die „Jmperia" war bei Kreta stationiert und durfte mit besonderer Erlaubnis die kretischen Gewässer verlassen. Nach diesem Bericht sollen zwei Regierungsflugzeuge während des Fliegerangriffes in ber letzten Woche auf die Kriegsschiffe der Aufständischen in der Suda-Bucht von dem Kreuzer „Aweroff" getroffen und in Flammen gehüllt abgestürzt sein. Am gleichen Tage seien zwei Matrosen des „Aweroff durch eine auf den Kreuzer geschleuderte Fliegerbombe getötet worden.
In einer Unterredung mit dem Reuter-Vertreter erklärte der Kapitän der „Jmperia", die gesamte Bevölkerung von Kreta fühle sich sicher und sei be- reit, Veniselos bis zum Ende zu unterstützen. Wenn die Aufständischen, so meinte der Kapitän, in Mazedonien besiegt würden, so beabsichtige Ve- niselos, Kreta als unabhängigen Staat zu erklären und sich in dieser Angelegenheit an den Völkerbund zu wenden.
KioS und Samos
von den Aufständischen beseht.
Athen, 7. März. (DNB.) Nach der Besetzung von Mythilene durch die Aufständischen sind auch die Inseln Kios und Samos durch den Kreuzer „Aweroff" und zwei Torpedoboote der Auftührer besetzt worden. Die Regierung hat diesen ■ Handstreich der Aufständischen vorausgesehen und mißt der Besatzung dieser beiden Inseln kein besondere Bedeutung bei.
Mißglückter Landungsversuch bei Kavalla.
Athen, 8. März. (DNB. Funkspruch.) Der türkische Ministerpräsident Ismet Jnönü sprach dem griechischen Gesandten in Ankara sein Be-----
dauern über die Vorgänge in Griechenland aus und truppen brachten diesen Versuch zum Schellern, in- hob hervor, daß d i e T ü r kei st e t s ein treuer dem sie das Aufruhrer-Kriegsschlff so stark mit Freund Griechenlands bleibe. Er hoffe,1 Bomben belegten, daß es eiligst Die Flucht ergriff.
Einberufung bulgarischer Reservisten.
$ o f i a, 8. März. (DNB.) Wie erst jetzt mit Bestimmtheit bekannt wird, sind im Laufe des Donnerstag die Reservisten, die im Oktober vorigen Jahres aus dem aktiven Militärdienst entlassen worden waren, wieder unter die Waffen gerufen worden. Wie es heißt, verfolgt diese Maßnahme den Zweck, die durch die Entsendung verschiedener Einheiten an die griechische Grenze entstandenen Lücken aufzufüllen.
Gegenseitige Anklagen.
Genf, 7. März. (DRV.) Der ständige Vertreter Bulgariens in Genf, Antonoff, hat Donnerstag mittag den Generalsekretär des Völkerbundes auf gewisse Gefahren hingewiesen, die durch militärische Vorbereitungen der Türkei in Thrazien nach bulgarischer Ansicht entstanden sind. Man könne in der ganzen Provinz eine fieberhafte Tätigkeit feststellen wie am Vorabend eines Krieges, und man spreche in Ostthrazien unter den Truppen und innerhalb der Bevölkerung ganz offen von einer Offensive, durch die Südbulgarien in 2 4 Stunden beseht werden könne. Schließlich wies der bulgarische Vertreter noch darauf hin, daß in der türkischen Presse gegen Bulgarien gehetzt werde.
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