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35 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Zreitag, 8. Februar l9Z5

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nehmungsgeist beseelt und infolgedessen auch zu I afrika in Kliphuvel gedeckt worden, wohin sich die wenig schöpferisch, um bei der wachsenden Kost- Teilnehmer der Britischen Reichspresse.

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Das Ergebnis der Abstimmung war in den Wan­delgängen lebhaft besprochen worden, weil der Ministerpräsident bisher noch nie eine so geringe Anzahl von Stimmen auf sich v e r e i n i g t hat und weil man in diesem Ergebnis die er st en Vorboten einer Krise des Burgfriedenskabinetts erblicken wollte. Das ursprünglich veröffentlichte Ergebnis von 318 gegen 262 Stimmen ist für die Regierung aber noch ungünstiger, als die Wirklichkeit aus-

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lcht mitgerechnet waren dabei etwa 200 000 farbige mzöfche Untertanen aus den Kolonien und eine bestimmte Zahl von Saisonarbeitern und Tou- jen. Es entstanden in vier, verschiedenen Teilen

spieligkeit seines Apparates einer raubbaumäßigen Ausnutzung örtlicher Wohlstandsquellen in kolonia­len und halbkolonialen Ländern entraten zu können.

lichkeiten des Lebens, wie wir sie vor dem Kriege hatten, zu verzichten haben. Wir müssen uns be- scheiden einrichten, wenn wir durch diese Selbstbe­scheidung und dieses Zusammenstehen die Zukunft unserer Kinder sicherstellen wollen. Wir befinden uns auf der richtigen Bahn, und wir wer­den unter der nationalsozialistischen Führung un­sere Lage meistern, auch wenn sie noch so schwierig ist.

konferenz, die zur Zeit in Kapstadt tagt, be­geben hatten. Die Reden aus London und Kap­stadt waren so deutlich zu hören, als ob fte in e i n und demselben Raum gehalten worden wären. Sir Evelyn Wrench, der den Vorsitz führte, verlas eine Botschaft des Königs von England, in der Georg V. der Hoffnung Ausdruck verleiht, daß die großen Entdeckungen auf dem Gebiete der Radiotelephonie dazu bei­tragen möchten, die freundschaftliche Zusammen­arbeit zwischen den Nationen des Britischen Reiches weiter zu festigen.

Paris, 7. Febr. (DNB.) Die Kummer hatte sich mit dem sozialistischen Vorstoß gegen die S p a r - Verordnungen aus dem vergangenen Jahre zu beschäftigen. Die Sozialisten beabsichtigten, die Einsetzung eines Sonderausschusses zu beantragen, der der Kammer einen Ablehnungs­beschluß gegen die Sparverordnungen vorlegen sollte. Um dieses Manöver zu durchkeuzen, stellte Ministerpräsident Fl and in die sogenannte Vor­frage, die den Vertagungsantrag einschließt. Die Sparverordnungen hätten immerhin 2,6 Mil­liarden Franken an Einsparungen ergeben. Die Re­gierung könne es nicht zulassen, daß diese Anstren­gungen wieder zunichte gemacht würden. Gegen den normalen Weg habe die Regierung nichts ein­zuwenden, wohl aber gegen den von den Sozialisten vorgesehenen Sonderausschuß. Dem Antrag des Ministerpräsidenten wurde mit 318 gegen 262 Stimmen von der Kammer stattgegeben.

im Siid w e st e n waren fast völlig italienisch pworöen. Fast die Hälfte der Bevölkerung Niz- jcas bestand aus Fremden (91 712 von 201 872). In runden Industriestädten waren ganze Häuserblocks ccsschließlich von Italienern, Polen, Spaniern und libylen bewohnt. Im Pariser Stadtteil Zarrais am rechten Ufer der Seine waren die

Matdonald über die Londoner Vereinbarung.

daß man aus keiner Volkswirtschaft mehr her­ausholen kann, als in ihr ist. Es kommt darauf an, daß die Gesamtheit weih, die Er­sparnisse des Volkes werden so ange­legt, daß dem einzelnen kein Unrecht geschieht und die Gesamtheit doch eine Förderung erfährt.

Wir müssen erkennen, daß wir in einer Notzeit leben, und daß wir für ein Jahrzehnt auf Annehm-

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vom deutschen Volk geprüft wird. Ich hoffe, das Ergebnis wird sein, daß Deutschland von neuem im Völkerbund erscheinen wird mit demEhrenkranz", auf den es Anspruch er­hebt. Frankreich und Deutschland könnten dort in Sicherheit miteinander sprechen, und die Folge dieser Aussprache würde hoffentlich darin bestehen, daß die zerstörte Straße zu einem grö­ßeren internationalen Abkommen über b i e Rüstungen wieder herge stellt würde, und daß die Nationen einen weiteren wesentlichen Schritt in Richtung auf den Frieden zurücklegen würden.

Einige Leute seien anscheinend ziemlich beun­ruhigt durch den Vorschlag des Luftabkom­mens. In früheren Kriegen, wo nur Land- und Seestreitkräfte in Frage kamen, habe es bis zum Ausbruch der Feindseligkeiten Tage gedauert. Heute könnten schon innerhalb von sechs oder acht Stunden nach der Kriegserklärung feindliche Flugzeuge über den wich- tigften Städten eines Landes erscheinen. Bei solchen Bedingungen könne man sich nicht tage­lang überlegen, was zu tun sei. Man müsse schnell handeln. Wenn man zögern würde, so würde dies nur eine Ermutigung zum Angriff für den Angreiferstaat bedeuten.

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Auf -er richtigen Bahn.

Eine auf der Leistung des Einzelnen aufgebaute Wirtschaftspolitik der Ordnung und des Vertrauens. - Oer Reue plan regelt das Auslandsgefchäst.

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Krisenstimmung in Paris.

Geringe Kammermehrheit für Flandin. Oie Radikalsozialisten verschnupst.

London, 8. Febr. (DNB.) Ministerpräsident Macdonald hielt in Luton in der Grafschaft Bedford eine Rede. Das englisch-französi- sche Abkommen, so führte er u. a. aus, sehe die wirksamste Vorbeugungsmaßnahme gegen einen Angriff vor, die jemals ge­schaffen worden sei. Wenn es iraendwo in der Welt einen Angreifer geben sollte, der einen Krieg plane, so wisse dieser Staat, daß er, sobald er feine Flugzeuge zum Angriff gegen seinen Feind entsende, er sich einer Verbindung von Mächten gegenüberbefinde, die ihm einen Sieg unmöglich machen würde. Dies sei ein großer Schritt zum Frieden, ein großer Schritt, um einen Krieg unvorstellbar und unmög­lich zu machen. Außerdem würde Großbritannien, wenn dennoch ein Krieg ausbräche, nicht allein dastehen.

Macdonald äußerte sodann die Ansicht, sowohl Deutschland (?) wie Frankreich hätten Forde- rung.en ge (teilt, die das andere Land in dieser Form nicht hätte mit Ehren annehmen kön­nen. Die Schwierigkeit bei einer solchen Frage be­stehe darin, zu entscheiden, mit wem man z u - erst verhandeln solle. Wir begannen mit beiden Ländern gleichzeitig und gaben Frankreich eine Erklärung ab, die gegenwärtig

Die fremden Einwanderer füllten zunächst die Licken aus, die der große Krieg m der französischen ilibeiterbevölkerung hinterlassen hatte; viel größer Piier noch war die neue Nachfrage, die die günsti- 1 |pi Entwicklungsbedingungen in der Nachkriegszeit Ifi r die französische Industrie eröffnete, te Reparationskohlen, die lothringischen Eisen- <r$e, die Wiederaufbauarbeiten in den zerstörten

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sieht. Denn nach genauer Prüfung hat sich heraus­gestellt, daß nur 299 Abgeordnete fürben Antrag Flandin und 254 dagegen ge­stimmt haben. 46 Radikalsozialisten mit Daladier und George Bonnet an der Spitze, 10 Ab­geordnete der Radikalen Linken und 17 Mitglieder der Unabhängigen Linken haben neben den So­zialisten und anderen ausgesprochenen marxistischen oder kommunistischen Gruppen gegen Flandin gestimmt. Bezeichnend für die Stimmung in radi- kalsozialistischen Kreisen ist auch der Umstand, daß sich ihre Fraktion mit der sozialistischen Fraktion dahin geeinigt hat, die Entwaffnung und Auflösung der sogenannten faschisti­schen Organisationen zu einem ge­rne infamen Vorstoß gegen d i e Regie­rung zu machen und ihre sofortige Beratung nach der Erledigung des Reformprogramms für das Ju­stizministerium zu beantragen.

Man will also den Ministerpräsidenten mit aller Gewalt vor die Entscheidung stellen, zwischen den rechtsgerichteten Organisationen und den Linksver- bänben zu wählen. Augenscheinlich hat ein be­trächtlicher Teil ber Radikalsozialisten mit ben So­zialisten gestimmt, weil er Flanbin seine amtliche Teilnahme an ber Trauerfeier für ben 6. Februar in ber N o t r e - D a m e - K i r ch e verübelt hat. Wie erinnerlich, war eine Abord- nung ber Rabikalsozialisten am Vorabend b,ei Flan­bin vorstellig geworben, um an feiner Stelle bie Entfenbung des Pensionsministers zu veranlassen.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Schacht spricht in Vreslau.

Breslau, 8. Febr. (DNB.) Auf Einladung ber Jnbustrie- unb Hanbelskammer Breslau sprach vor etwa 1700 Vertretern ber schlesischen Wirtschaft, ber mit ber Führung bes Reichswirtschaftsministeriums beauftragte Reichsbankpräfibent Dr. Schacht über Wirtschaftspolitische Fragen ber Gegenwart".

Dr. Schacht behandelte bie Fragen ber beutschen Auslanbsverschuldung, ber Rohstoffbeschaffung, so­wie ber Finanzierung ber Arbeitsbeschaffung, wo­bei er insbesondre bie Zusammenhänge zwischen Arbeitsbeschaffung unb Rohstoffbeschaffung einge­hend darlegte. Er betonte, daß es sehr wertvoll für die Reichsregierung sei, dann und wann zur Wirt­schaft zu kommen und ihr zu sagen, daß es nicht allein an der Regierung liege, wenn die Dinge nicht alle wunschgemäß vorwärtskommen, daß es nicht schlechter Wille, Bürokratie usw. sei, sondern daß die zu bewältigenden Aufgaben über­aus schwierig sind, so daß wir Verständ - nis und Geduld und nicht zuletzt die wert­volle Mitarbeit der Wirtschaft benötigen.

Das folgerichtige Ergebnis der im Außenhandel überhandnehmenden Schwierigkeiten war der n e u e p l a n, der ein unerläßliches Instrument zur Gesundung der deutschen Wirtschaft ist. Auf eine einfache Formel gebracht, ist der Sinn dieses planes folgender: Nicht mehr kau­fen, als man bezahlen kann, und fo viel verkaufen, wie nur irgend möglich. Am das Ziel zu erreichen, daß tat­sächlich nur das hereinkommt, was bezahlt werden kann, find die lleberwachungs- stellen eingerichtet worden, die die Einfuhr ausnahmslos kontrollieren. Das ganze basiert auf einem System des Vordringlichen, das heißt weniger wichtige Einfuhr wird gegen lebensnotwendige abgewogen.

Eine Entwertung der Währung so, wie es andere Länder getan haben, kommt für uns nicht in Frage. Wir haben den Beweis er­bracht, daß man eine Währung auch ohne Gold aufrechterhalten kann. Diesem Ziel dient auch ber neue Plan. Er muß bas eine zeigen: Bedeutet der deutsche Markt noch etwas für das Ausland oder bedeutet er nichts mehr? Sind diese 65 Millionen Konsumenten im Herzen Europas etwas, wofür sich die Welt interessiert? Die Kompensations­geschäfte haben den richtigen Kern, daß das Ausland, das an Deutschland verkaufen möchte, sich nun auch Mühe geben muß, für den Absatz der deutschen Waren auf dem Weltmarkt zu sorgen. Es ist eine ganze Reihe von Waren, die auch ohne Kompensationsgeschäfte abgefetzt werden.

Dr. Schacht hob bann bie Richtigkeit bes natio­nalsozialistischen Grnnbsahes hervor, baß bie Leistung bes einzelnen Menschen roieber in ben Vorbergrunb gerückt werben müsse. Denn ber einzelne nicht in biefem Sinne arbeitet, kann bie Regierung sich be­mühen, so viel sie will, sie wirb ihr Ziel nicht erreichen. Das nützen Verordnungen, Vorschrif­ten unb Gesetze, wenn nicht jeder einzelne von dem Pflichtgefühl erfüllt ist, daß er In der Gemeinschaft steht und mit ihr zu leben und zu wirken hat, und daß er selbst nicht leben und wirken kann, wenn das Ganze nicht besteht. Es ist alles getan worden, um das Vertrauen der Volksgenossen zum Staat zu festigen. Den nicht aus­führbaren Plänen hat der Führer eine Politik der Ordnung und des ver­trauens entgegengesetzt mit der lleberzeugung.

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KMtags und Feiertags für die Mittagsnummer

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s Gietzener Anzeigers

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SSL General-Anzeiger für Gberhessen ZDLM

Men: Anzeiger Gießen V w J II gen, Bäder-, Unterrichts- u.

Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf.

pmksuri am Main liess Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfiläts Such- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 M-ngenabschlüff- Staffel b

Die Wunder der drahtlosen Technik haben ein radiotelephonisches Früystück" zweier Parteien ermöglicht, die 6000 Meilen von­einander entfernt waren. Die eine Hälfte des Frühstückstifches war im Hydepark-Hotel in Lon- öoö unb bis anders tu der Funkstation von Süd-

Von Südafrika sprach u. a. der Ministerpräsident der Union General Hertz 0 g, der darauf hinwies, daß im Interesse des weltwirtschaftlichen Wieder­aufstiegs das Mißtrauen und die Furcht durch ein allgemeines Vertrauen ersetzt werden müßten. Das Ergebnis der kürzlichen Verhand­lungen zwischen Großbritannien und Frankreich scheine ein wesentlicher Schritt vorwärts gewesen zu fein und zu der Erwartung zu berechtigen, daß der gesunde Menschenverstand und bas nachbarliche Einvernehmen als entscheidende Fak­toren wieder die Oberhand erhalten würden.

rem, um Plätze für feiernde französische Hände zu schaffen. Es ist aber wohl anzunehmen, daß man bei 800 000 schon an der äußersten Grenze ange­langt ist, wo die Beschäftigung fremder Arbeiter für den ordnungsmäßigen Gang des französischen Wirffchaftslebens zur unbedingten Notwendigkeit zu werden beginnt. In Südfrankreich wird nämlich fast alle schwere Arbeit von Italienern ober Spa­niern verrichtet, unb selbst unter Zwang würbe sich kein genügenber Ersatz aus ben Reihen beschäfti­gungsloser französischer Arbeiter auftreiben lassen. Im Norben würben zahllose Betriebe schließen müssen, wenn sie ohne bie Dienste frember slawi­scher Schwerarbeiter auskommen sollten.

Viel stärker als bie wirtschaftliche, ist jedoch die politische Abhängigkeit Frankreichs von fremder Blutzufuhr. Die diplomatischen Schwierigkeiten, die östlichen Verbündeten bei guter Laune zu erhalten, sind in dem Maße gewachsen, d*. die Auf­nahmefähigkeit des französischen Arbeitsmarktes für Auswanderer aus den betreffenden Ländern nach­ließ und die Zahl ber Rückwanberer anschwoll. Aehnlich verhält es sich mit ben Beziehungen Frank- reichs zu ben afrikanischen Kolonien. Der französische Imperialismus ist nicht wie der britische von einem starken privaten Unter»

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fcbieten, bie Entwicklung ber Wasserkräfte, bas den frport begünstigende Sinken bes Franken und vie­lem andere gaben dem französischen Unternehmer­in starke Impulse. Der industrielle Aufschwung biroirfte zunächst unmittelbar eine wachsende ndflucht. Die französische landwirtschaftliche ^volkerung ging zurück von 76 Hundertstel im &bre 1913 auf weniger als 50 Hunderfftel um J'^5. Das Departement Lot verlor 22 Hundertstel kner Bevölkerung, Mayenne 19 Hundertstel.

ber Nähe der entsprechenden Grenzen füllten ^ndringende Italiener und Spanier *e Landbevölkerung auf. Im ganzen Tal der Ga- wnne gingen die landwirtschaftlichen Betriebe in immer rascherem Tempo in italienische Hände über, V aus der Heimat durch eine kapitalistische Drga« Jifati^on planmäßig unterstützt wurden. In ähn- lcher Weise wurde die einheimische Bevölkerung I ngs der pyrenäischen Grenze und an der roeft» J liifjen Mittelmeerküste immer stärker von Spaniern durchsetzt, bie polnischen Einwanberer wurden Roßten Teils von den Kohlenfeldern des Nordens °Kfgesogen. Tschechoslowakische Einwande- FT suchten meist als Kleinhandwerker oder Händler v den Städten Beschäftigung. Gegen 300 000 K a» 1 en aus Algerien und Marokko fan- tz» in Kohlenbergwerken, als Hafenarbeiter in Marseille, in ben Weingärten von Herault, in den üotorwerken usw. Beschäftigung. Im Seine-Depar- -inent, bas Paris einfchließt, gab es um 1925 em 658 543 Fremde, darunter 120 000 Italiener, Q't 200 000 Belgier, 60 000 Russen, 50 000 Ameri- -ner, 55 000 Schweizer, 47 000 Engländer, 40 000 Sanier, 33 000 Polen.

x als die Weltwirtschaftskrise auch die Wohl- andsinsel Frankreich empfindlich in Mitleiden- 3'Ql 3U ziehen begann, geriet die Einwanderung ns Stocken, um bald in eine rasch anwachfende, unmehr seit Jahren durch Ausweffungen künstlich Ä../gerte Rückwanderung umzuschlagen. iLi .9ibt es nur noch rund 800 000 fremde Ar- Jtern Frankreich. Da aber die Zahl der öffent- ^^rftü^ten französischen Arbeiter, die dauernd . Ichaftigungslos sind, auf 350 000 anftieg, fordert ;aC*°PentIit^c Meinung stürmisch eine noch rück- chtslosere Abschiebung von Einwande»

Umso größer ist das Verlangen in ben politisch ober finanzkapitalistisch von Paris abhängigen Ge- genben, aus französischer Freundschaft durch vor­übergehende oder dauernde Beschäftigung in Frankreich Gewinn zu ziehen und umso größer ist wiederum natürlich der Verdruß, daß sich dort die Tore für die Einwanderung vorläufig schlossen. Die sich daraus ergebenden Spannungen zwischen Paris und den Außengebieten seines weiten Machtspiel­raums können bei wieder aufsteigendem Wirtschafts­leben nur durch immer neueBlutanleihen" über­wunden werden.

^iradiotelephonifches Frühstück-' in Kapstadt und London.

Zrankrelchs Blutanleihen.

Von Otto (5orbach.

$m Jahre 1924 sprach Mussolini einmal von Uebel ider Auswanderun g", i>a3 Ita­lic seine besten Kräfte nehme uni) .^anderen Hitarmen Ländern die roten Blut- für p e r d) e n zuführt", die ihnen fehlen. Na- tjii.ich hatte er dabei nicht die nordamerikanische Uron im Sinn, die man gewiß nichtblutarm" ne uen kann, sondern Frankreich und den fran- Mchen Geburtenrückgang. Damals war zum ersten Ale aus statistilschen Erhebungen deutlich gewor- bet, daß Frankreich und andere Mttelmeerländer eir>nt erheblichen Teil der italienischen Heimat- Wden Zuflucht gewährten, für die sich die Tore der Hl en Welt geschlossen hatten. Während noch 1922 tb-a 220000 Italiener nach Ueberfee ausge- Djibert waren und nur 190000 nach europäi» Iden Ländern, Kleinasien oder Nord- icfrifa, landeten 1924 nur 138000 jenseits des Nantik, während 239 000 in anderen europäischen Ladern und nichteuropäischen Mittelmeerländern r? neue Heimat fanden. Deutschland, Oesterreich- ! iyarn und die Schweiz, die 1913 noch 211 000 Jta-. ür.er aufnahmen, waren als Einwanderungsländer

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I ft Italien so gut wie ganz in Wegfall gekommen, j bi Hauptmasse italienischer Auswanderer mußte t für sie M ! «lr nunmehr von Frankreich aufgesogen ) ihrem 6t» l Orden.

iskammer btt | 2n ber Tat übte Frankreich nach dem Kriege fht nur auf italienische, fonbern auch auf polnische, t,echoslowakische, belgische, spanische und andere Lswanderer eine starke Anziehungskraft aus. 1921

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ltz diese !k.-1» misten Kellner Italiener, die meisten Schneider

? Tchechen, sehr viele Chauffeure ehemalige russische gegen jeoir I! Lfiziere und es wimmelte von Händlern aller mög- r Anordmr iyen Nationalitäten. Nördlich des Hafens de la der bildend - ! ktä gab es große slawische und ostjüdische Nie- )n dieser AI Flössungen, anderwärts ganze Armenierviertel. An sübt 2. hi-! dir Place de l'Opera gab es mehr fremde als fran- Merhcindc^ Mche Lädsn; fast nur fremde Namen und Jn- ibehörden r" I^iften fielen in die Augen, en beauftragt |

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r wirtschaftlichiWrimter fremder Völker. Die polnischen Ein- Skizzen odtt vmderer, die sich im Departement D u ist &Kiin(]in l'pDib niederließen, kamen mit Frauen und Kin- rigWleriiäi j fcn, Priestern und Schullehrern an und gründe- 'luigabe bar»||v eigene Dörfer. Polnischer Herkunft waren schließ- gqeber züirb||6 ein Fünftel der Bevölkerung von Lens, zwei 'siinstel derjenigen von Courriers, sieben Zehn- tt derjenigen von Oftricourt. Weite Bezirke