Lern unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit, der Sohn erzählte es dem Vater, der Freund seinem Freunde, mit Windeseile flog die Aufsehen erregende Kunde von den verschneiten Wäldern Kanadas bis tief in den glühenden Süden Afrikas. Der atemlose Wettlauf nach dem Golde begann. Wie eine unaufhaltsame Lawine ergoß sich der Strom der fanatischen, zum Aeußersten entschlossenen Gold'ucher über das Land. Einzeln oder in Gruppen zogen sie mit ihren Habseligkeiten aus, faßen wochenlang auf rumpelnden Karren, erduldeten die größten Strapazen, Hunger und Durst, Kälte und Hitze, wanderten in Karawanen durch endlose Steppen, überquerten mit letzter Kraft reißende Flüsse und Bergkämme, von dem einen phantastischen Gedanken vörwärtsgetrieben: mit eigenen Händen den Schatz zu heben, das sagenhafte Metall zu greifen, das ihnen das Paradies auf Erden verhieß ...
Transvaal, das Land der ewigen Unruhe, Schauplatz der Burenkriege, wurde vor fünfzig Jahren von einem beispiellosen Goldtaumel erfaßt, der die innenpolitische und wirtschaftliche Situation der Republik mit einem Schlage änderte. Die Entdeckung der Goldfelder schuf eine völlig neue, überraschende Lage. Im kritischsten Augenblick, da die Finanzen immer knapper wurden, und die Verarmung von einem Tage zum andern zunahm, drang die Kunde von den Goldfunden wie eine aufrüttelnde Fanfare durch das Land. Tausende von Ausländern, Kaufleute, Globetrotter, Abenteurernaturen und Desperados packten in fieberhafter Eile die Koffer, setzten sich auf die Bahn, lösten ein Ticket, überfluteten das Land und erfüllten es mit dem ohrenbetäubenden Geschrei ihrer ge- schuftigen,- unermüdlichen Habgier.
Ein Goldfeld nach dem andern wurde entdeckt: das Moodie-Goldfeld, die Sheba-Mine im de Kaap- Distrikt, das Witwatersrand - Goldfeld südlich von Pretoria. Tag und Nacht wurde gearbeitet, mit einem Schlage erfuhren alle Wirtschaftszweige eine ungeahnte Belebung, ganze Städte wuchsen in wenigen Wochen wie durch Zauberhand aus dem Boden, ein babylonisches Sprachengewirr erfüllte die Luft mit schwirrenden Lauten, und eine Armee von Polizisten hatte vergebliche Mühe, die entfesselte Menge im Zaum zu halten.
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* Neue unverzinsliche Reichsschatz - anweisungen. Infolge der anhaltenden Flüs- igkeit des Geldmarktes besteht anhaltende Nachfrage ür die sog. unverzinslichen Reichsschatzanweisungen, o daß nunmehr die Auflegung neuer Abschnitte per 15. Juni 1936 erforderlich wurde. Der Diskontsatz beträgt für diese Serie 4% v. H. Daneben besteht die weitere Zeichnungsmöglichkeit auf die schon vorher aufgelegte Serie per 16. Dezember 1935 zu 3-< v.H.
* Betriebswiederaufnahme im Dillenburger Bezirk. Nach zweijährigem Stillliegen wurde das Puddlings- und Walzwerk der Firma August Herwig Sohne in Dillenburg wieder in Gang gesetzt. Zunächst werden 23 Mann mit den vorbereitenden Arbeiten zur Wiederaufnahme der Produktion beschäftigt. Mitte Januar hofft man mit der Herstellung der ersten Fertigwaren beginnen zu können. Es liegen genügend Aufträge bereits vor, vor allem Auslyndaufträge. Die Belegschaft wird naturgemäß mit Beginn der eigentlichen Herstellung erhöht werden können.
Rhsin-Mamische Mittagsbörse.
INittagsbörse fest.
Frankfurt a. M., 7. Jan. Auch zum Wochenbeginn setzte sich die lebhafte Aufwärtsbewegung an der Börse fort. Von der Kundschaft waren in etwas größerem Umfange als bisher Kauforders eingetroffen, die sich etwa gleichmäßig auf den Aktien- und den Rentenmarkt verteilten. Dazu kamen wieder Meinungskäufe der Kulisse, denen nur geringfügige Abgaben gegenüberstanden.
Das Rentengeschäft hat sich etwas vermindert, während die Aktienmärkte' allgemein lebhaft waren. Besonders Montan-, Elektro- und Chemieaktien traten hervor. IG. Farben zogen bei lebhaftem Umsatz um 1 v. H. auf 136,75 bis 137,25 v. H. an. Deutsche Erdöl gewannen 2,13 v. H, Th. Goldschmidt 1,25 v. H. und Rütgerswerke 0,75 v. H. Scheideanstalt lagen mit 197 v. H. unverändert. Am Montanmarkt erhöhten sich Gelsenkirchen, Mansfeld und Rheinstahl um je 2 v. H, Mannesmann stellten sich um 1,25 v. H., Klöckner um 0,90 v. H., Stahlverein und Laurahütte um je 0,65 v. H. fester. Von Elektrizitätswerten fetzten sich AEG. 1 v. H, Gesfürel 1 v. H., Lahmeyer 1,50 v. H, Licht und Kraft 1,25 v. H. und Schuckert 0,50 v. H. höher ein, Siemens eröffneten mit 139,65 v. H. unverändert, stiegen aber nach dem ersten Kurs auf etwa 141 v. H. Bekula blieben mit 135,65 bis 135,75 voll behauptet. Fest
Die Städte Sodom und Gomorrha schienen zu neuem Leben erwacht zu sein. Es gab Leute, arme, verzweifelte Teufel, die über Nacht in den Besitz phantastischer Reichtümer gelangten und ihr plötzlich erworbenes Vermögen in einem sinnlosen Ver- ^nügungsrausch bis auf den letzten Pfennig verpraßten. Manche investierten ihre letzten Ersparnisse, wurden über Nach zu Bettlern und machten ihrem, Leben durch eine Kugel ein Ende, andere wieder verteidigten, bis an die Zähne bewaffnet, den Flecken Erde, Den sie sich mühsam erobert hatten, mit der Pistole in der Hand, und wehe dem, der es wagte, ihnen in die Quere zu kommen.
Tumult in Transvaal. Maurer und Zimmerleute, Architekten und Ingenieure hatten ihre große Zeit. Im de Kaap-Distrikt erstand mit erstaunlicher Schnelligkeit die neue Stadt Barberton, am Witwatersrand wuchsen die Häuserfronten von Johannisburg empor.
Immer mehr entwickelte sich die Minenindustrie, unaufhörlich flössen die Gelder in die Staatskasse, allerorten blühte ein neuer, strahlender Reichtum.
*
Das Jahr 1884 war ein Markstein in der wirtschaftlichen Entwicklung Transvaals: Gold hatte man schon in früherer Zeit gefunden, bereits im Jahre 1857. 1865 entdeckte Mauch das Goldfeld von Tati und später noch andere im Matabele- Hochland. Der Betrieb in den Kimberley-Minen erwies sich jedoch als unrentabel, die Goldsucher zerstreuten sich und lauerten allerorten auf eine günstigere Gelegenheit. Man fand auch eine ganze Reihe von Goldfeldern, 1873 die von Lydenburg, Pilgrimsrest und Klein-Letaba, 1875 das von Komati, 1884 das von de Kaap. Aber alle diese Ortschaften hatten nur die Bedeutung von Lokalmärkten. Erst dem Prospektor Strub en glückte im Jahre 1884 der große Wurf: er fand südlich des Witwatersrandes goldhaltige Konglomerate, und 1885, vor genau fünfzig Jahren, wurde, wie bereits erwähnt, das erste Pochwerk errichtet.
Tumult in Transvaal. Dämon Gold lockte Tausende und aber Tausende. Der rasende Wettlauf nach dem Glück, das sich oft als trügerische Fata Morgana erwies, erlebte vor fünfzig Jahren seinen Höhepunkt: ein Jubiläum, das an Zeiten erinnert, die gleichermaßen von Glanz wie von Grauen erfüllt waren.
lagen außerdem Reichsbankanteile (plus 1 v. H.), Holzmann (plus 1,25 v. H.), Hanfwerke Füssen (plus 1,25 v. H.) und Kunstseide AKU. (plus 1,40 v. H.), daneben gewannen Daimler-Motoren, Moenus - Maschinen und Zement Heidelberg je 0,50 v. H. Zellstoffaktien lagen ruhig und unverändert, Schiffahrtswerte notierten 0,25 v. H. freundlicher. Etwas niedriger lagen Conti-Gummi mit minus 0,50 v. H.
Am Rentenmarkt standen Kommunal-Umschuldung mit plus 0,35 v. H. und Reichsbahn-VA. mit plus 0,50 v. H. (115,65) im Vordergrund des Interesses. Altbesitzanleihe, Stahlverein - Bonds und Zinsvergütungsscheine blieben gut behauptet, während späte Reichsschuldbuchforderungen 0,13 v. H. nachgaben. Fest waren weiterhin Städte-Altbesitz mit 102 (101) d. H. Don fremden Werten eröffneten Anatolier mit 33,40 (31,75), ferner zogen Ungarn nach plus-An- kündigung um 0,75 v. H. an Im Freiverkehr waren Adlerwerke Kleyer fest und 40 (38) v. H.
Bei fester Grundstimmung war die Kursentwicklung in der zweiten Börsenstunde etwas uneinheitlich.' Die Veränderungen hielten sich im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Ziemlich fest lagen Metallgesellschaft mit 87 bis 86,50 (85), ferner Rheinische Braunkohlen mit 214 (210), Hanfwerke Füssen bis 61 (60,25), Zement Heidelberg bis 107,40 (107), Daimler bis 50 (49,50). Am Kasia- markt blieben Durlacher Hofsstark gesucht, Taxe etwa 75, auch 10 v. H. Großkraft Mannheim-VA. waren weiterhin gefragt.
Am Rentenmarkt wurde das Geschäft im Verlaufe ruhig, die Kurse konnten sich aber zumeist gut behaupten. Weiter lebhaft mit mehrfachen Schwankungen waren Reichsbahn-VA. Am Pfandbriefmarkt kam etwas Angebot heraus, so daß die Kurse vielfach um 0,25 v. H. nachgaben. Auch Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich, während Staatsanleihen sehr ruhig lagen. Von Auslandsrenten zeigte sich Interesse noch für Mexikaner und Serben.
Im Freiverkehr erhöhten sich Adlerwerke auf 41 (40) und die konvertierten Stücke auf 82 (80). — Tagesgeld war zu 3 v. H. leicht
Abendbörse:
Aktien gut behauptet, Renten abbröckelnd.
Bei fester Grundhaltung nahm die Abendbörse einen stillen Verlauf. Die Aktienmärkte konnten sich auf der erhöhten Basis des Mittagsfchlußverkehrs gut behaupten, teilweise ergaben sich weitere Befestigungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Etwas lebhafter lagen IG.-Farben.
Am Rentenmarkt machte sich dagegen weitere Realisationsneigung bemerkbar, wobei Kommunalumschuldung und Zinsvergütungsscheine bis 0,25 v.H. verloren, ferner gingen Stahlverbonds und Altbefitz- anleihe um je 0,40 v. H. sowie einzelne Pfandbriefe bis 0,25 v. H. zurück. Die Umsatztätigkeit am Rentenmarkt hat sich weiter etwas verringert. Don fremden Werten blieben Mexikaner fest, auch Schweizer Bahnanleihen zogen weiter an.
Am Kassamarkt blieben einige Mannheimer Werte gesucht, so Durlacher Hof (Taxe 75), 10 v. H. Großkraft Mannheim DA. (138), Ludwigshafener Aktienbrauerei (95), ©inner Grünwinkel (90), sowie Si- nalko mit zirka 54 (letzter Kurs 50). Bankaktien lagen gut behauptet. Im Freiverkehr galten Adlerwerke Kleyer 40,50 bis 41.
11. a. notierten: Altbesitz 106, 6proz. Stahlverein 93,65, 5,5proz. Pounganleihe 99,20, 6proz. Nass. Landesbank Wiesbaden, R. 8—10, 97,75, 6proz. Frankfurter Hypothekenbank, R. 8—15, 96, 6proz. do. Gold-Kommunal 94,50, 5proz. innere Mexikaner 5,25 bis 5,40, 5proz. abgeft. Tehuantepec 7,40, ADCA. 61, Bayr. Hyp. Bank 83,50, Commerzbank 74, Reichsbank 151,25, Gelsenkirchen 64,25, Harpener 101, Phönix 51,25, Rheinstahl 92,13, Stahlverein 42,75, Aku 50,50, AEG. 28,65, Bekula 136, Chem. Albert 83.75, Conti Gummi 141,50, Deutsche Erdöl 103, Scheideanstalt 197, Licht & Kraft 115,25, JG- Farben 137,50 bis 137,40, Gesfürel 110, Haufwerke Füssen 61,75, Holzmann 81, Junghans 74, Lahmeyer 115,50, Metallgesellschaft 86,75, Odenwald Hartstein-Jndustrie 91, Pfälz. Mühlenwerke 112, Rheag 104,75, Rheinmühlenwerke 68, Schuckert 96, Pfalz. Preßhefe 109, Voigt & Häffner 9,20, AG. für Verkehr 82,50, Bad. AG. f. Rheinschiffahrt 51, Hapag 24,75.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 7. Jan. Am Getreidegroßmarkt blieb der Handel klein. Weizen und Roggen waren für die nur kleine Nachfrage ausreichend an- geboten. Futtermittel aller Art waren dagegen stark gesucht, während das Angebot noch keine Steigerung aufwies. Der Verkauf von Hafer und Futter- gerfte wird weiterhin von der Gegenlieferung von ölhaltigen Futtermitteln und Mühlenabfällen abhängig gemacht. Infolge der Knappheit in diesen Artikeln kam es kaum zu Umsätzen. Von Rauhfuttermitteln war Stroh fest, Heu liegt etwas ruhiger. Das Mehlgeschäft blieb schleppend.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen W IX 205, WXIII 209, WXVI 213, Roggen RIX 165, R XIII 169, R XV 173, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 167, G XI 170, G XII 172, Hafer H XIII 165, H XIV 167, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mk. mehr. Sommergerste für Vrauzwecke 200, Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15, plus 0,50 Mk. Frachtausgleich-, Roggenmehl R XIII 23 60, R XV 24, plus 0,50 Mark Frachtausgleich Weizennachmehl 16,50, Weizenfuttermehl 12,75, Weizenkleie W XIII 10,66, W XVI 10,87, Rogenkleie R XIII 9,90, R XV 10,14, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen - Nassau fallen. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber nicht notiert, Trockenschnitzel 9,50 bis 9,90, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 5 bis 5,40.
Kartoffeln: gelbfleischige, hiesiger Gegend, 2,80 bis 2,90 per 50 Kilo bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 7. Jan. Auftrieb: Rinder 1128 (gegen 889 am Hauptmarkt vom 2. Januar 1935), darunter 362 Ochsen, 81 Bullen, 372 Kühe und 313 Färsen. Kälber 734 (623), Schafe 139 (70), Schweine 3470 (2678). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 37 bis 39, b) 32 bis 36, c) 27 bis 31, d) 23 bis 26. Bullen a) 35 bis 36, b) 31 bis 34, c) 26 bis 30, d) 22 bis 25. Kühe a) 32 bis 35, b) 27 bis 31,
c) 20 bis 26, d) 12 bis 19. Färsen a) 38 bis 39,
b) 33 bis 37, c) 28 bis 32, d) 23 bis 27. Kälber
a) 44 bis 50, b) 36 bis 43, c) 30 bis 35, d) 20
bis 29. Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthäm- mel 36 bis 37, c) mittlere Mastlämmer 33 bis 35. Schafe nicht notiert. Schweine al) 50 bis 53, a2) 50 bis 53, b) 48 bis 53, c) 47 bis 53, d) 45 bis 51, gl) 45 bis 49, g2) 38 bis 44. Gegen den letzten Markt blieben die Preise für Rinder, Hämmel und Schweine ziemlich unverändert, Kälber gaben 2 bis 3 RM. nach. Marktverlauf: Rinder mittelmäßig, ausverkauft. Kälber ruhig, Hämmel und Schafe rege, ausverkauft. Schweine ruhig, ausverkauft.
Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren: Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1323 Viertel Rindfleisch, 133 ganze Kälber, 26 ganze Hämmel, 441 Schweinehälften, 7 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilogramm in NM. Ochsenfleisch b) 60 bis 64, c) 54 bis 58. Bullenfleisch b) 56 bis 60.
Kuhfleisch b) 42 bis 47, c) 28 bis 38. Färsenfleisch b) 60 bis 64, c) 54 bis 58. Kalbfleisch b) 60 bis 72, c) 56 bis 62. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 65 bis 72. Roher Speck unter 7 Zentimeter aus hiesiger Schlachtung 70 bis 75, Flomen 85 bis 90. Marktverlauf: rege.
Preußen.
102 Jahre alt.
LPD. Biedenkopf, 7. Jan. Am Mittwoch, 9. Januar, vollendet Frau P l i 11 in Biedenkopf ihr 10 2. Lebensjahr. Sie dürfte mit diesem hohen Lebensalter, das sie in seltener körperlicher und geistiger Frische erlebt, eine der ältesten Personen, vielleicht sogar die älteste Deutschlands fein* Frau Pli11 lebte früher viele Jahre in Amerika, doch die Sehnsucht nach der heimatlichen Scholle führte sie später wieder nach Deutschland zurück. An den Geschehnissen unserer Tage nimmt sie noch regen Anteil.
Kreis Biedenkopf.
Gladenbach, 7. Jan. In der Zeit vom 3. bis 5. Januar 1935 fand in der bäuerlichen Werkfchule in Gladenbach ein Maschinenpflegekursus statt, der gut besucht war. Ein Mitarbeiter der Maschinenabteilung von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau zeigte an Hand von Lichtbildern die Hauptpflegemaßnahmen von Maschinen der Landwirtschaft, insbesondere bei Pflügen, Eggen, Schleifen usw. Es wurde darauf hingewiesen, daß es heute mehr denn je nötig sei, gleich nachdem die Geräte aus der Arbeit kommen, sie sachgemäß zu reinigen. Sodann zeigte der Redner noch an Hand von Lichtbildern die Wirkungsweise der Maschinen und ihre richtige Einstellung. Anschließend wurden jeweils in einem bäuerlichen Betrieb an Hand von gebrauchten Maschinen im praktischen Unterricht das Auseinandernehmen, Reinigen sowie das Abstellen kleinerer Fehler geübt. Der zweite Tag brachte die Behandlung und Pflegemaßnahmen weiterer landwirtschaftlicher Maschinen. — Die Jagdpächter und Forstämter des Kreises Biedenkopf lieferten für das WHW. 1 Stück Rotwild, 60 Rehe, 110 Hafen sowie 100 Mark in bar ab. Der Aufruf des Reichsjägermeisters war im Kreise Biedenkopf von vollem Erfolg begleitet. — Im Bezirk des Anerbengerichts Biedenkopf sind dis jetzt 137 Erbhöfe in die Erbhöferolle eingetragen worden.
Rundfunkprogramm.
Mittwoch, 9. Januar:
6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dcm Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Junge saarländische Komponisten. 16: Nachmittagskonzert des Großen Orchesters. 18: Deutscher Film 1935. Darstellungen, Gespräche, Funkberichte. 18.50: Das Leben spricht! 19: Lustiger südwestdeutscher Ton-Kurier. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar — den Weg frei zur Verständigung. 20.50: Stunde der jungen Nation. Führer und Gefolgschaft. 21.15: Lachender Funk. 22.10: Nachrichten. 22.20: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutackiten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung )
K. A. in L. Ein Metzger und Gastwirt muß einer Metzgerinnung angehören und dem Reichsoerband für das Gastwirtsgewerbe, da eine Gastwirtsinnung nicht mehr besteht.
W. E. in Sch. Nach gesetzlicher Vorschrift muß einem Arbeitnehmer, wenn er durch Krankheit eine nicht erheblich lange Zeit von der Arbeit fernbleiben mußte und er auf Monatslohn beschäftigt war, der Gesamtlohn abzüglich eventuell erhaltenen Krankengeldes gezahlt werden. Bei Arbeitern mit längerer Dienstzeit an demselben Platze wird ein Arbeitsausfall bis zu 14 Tagen noch als nicht erheblich lange angesehen. Nur bei Angestellten mit längerer Dienstzeit an demselben Platze ist diese Zeit auf 6 Wochen angesetzt worden.
Daten für Mittwoch, 9. Januar.
1853: der Admiral Henning von Holtzendorff, Chef des Admiralstabes in Berlin, geboren (gestorben 1919); — 1873: Napoleon III. in Chislehurst gestorben (geboren 1808); — 1908: der Maler und Dichter Wilhelm Busch in Mechtshausen am Harz gestorben (geboren 1832); — 1909: Shakletons Südpolarexpedition erreicht 88 Grad 23' südliche Breite.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — ReichsdankDiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
yrancui. a. Di.
Ziel Hl
Schlußkurs
Schloßt. Abendbörse
Schluß- kurs
Schlußk. Mittagbörse
Datum
5.1.
7-1.
5-1.
7-1-
6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927
97,75
98
97,25
93,13
6% ehem.7°/<» Dl.Reichsanl.v. 1929
—
—
——
6y2% Doung-Anleihe von 1930 ..
98,75
98,9
98,25
99,25
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
Auslos.-Rechten .............
105,65
106
105 75
106
Desgl. ohne Auslos.-Rechte......
——
—
——
6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929
(rückzahlb. 102%)............
98,25
98,5
98,25
98,5
6% Hess. Landesbank Darmstadt
Gold M. 12..................
96
96,5
96
96,5
6'/»% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltqui.........
——
96,25
95,5
——
Oberhessen Provinz-Anlethe mit
Auslos.-Rechten .............
—
—
108
—
Deutsche Komm. Sammelabl. An-
leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
105,4
106,65
105,65
107
6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
—
96,25
96
96,75
6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bant
Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936
—
96,25
96
654% ehem. 4'/,% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu.-Psandbrtefe.......
_
96,4
96,5
5J4% ehem. 454% Rheinische
Hyp.-Bank-Ltc>u.-Goldpfe.....
97
97
97
96,75
6% ehem. 8% Pr. Landespfand
briefanstalt, Pfandbriefe R. 19
97,5
97,5
97,5
6% ehem. 7% Pr. Landespfand-
briefanstalt, Pfandbriefe R. 10
_
_
97,5
Eteuergutsch. Verrechnungskurs..
104,4
104,5
104,4
104,5
4% Oesterreichtsche Goldrente....
_
_
24,5
_
4,20% Oesterreichtsche Silberrente
—
1,05
1,05
—
4% Ungarische Goldrente.......
6,75
7,5
6,5
7,7
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
6-4
7,75
7,65
4‘/2% desgl, von 1913..........
6% abgest. Goldmerikaner von 99
6,4
11.4
7,2
6,5
7,5
11,9
11,5
12,1
4% Türkische Zollanleihe von 1911
4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
Serie 1.....................
7,6
7,9
7,9
—-
cvrantiur
u. DL
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abend« börse
Schlußkurs
Schluß!. Mittag« börse
Datum
5-1.
7-1.
5-1.
7-1.
4% vesgt. Serie 11 ...........
7,75
7,9
7,9
—
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
4,5
4,25
4,25
4,3
4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913
6,4
6,5
6,5
6,4
4% Rumänische vereinh. Rente
4
4
4
4
2^% Anatolier .............
31,75
33,4
31,75
33,5
Hamburg-Amertka-Paket .....
0
24
24,75
24,25
24,75
Hamburg-Südam. Dampfschiff.
0
23,13
23
—
—
Hansa-Dampfschifs...........
0
—
——
——
—
Norddeutscher Lloyd .........
0
29
——
29,13
29,25
A.G. für Verkehrswesen Akt. ..
0
81,5
82,5
81,25
82,25
Berliner Handelsgesellschaft ...
d
95,5
96,5
96
96
Commerz, und Privat-Bank ...
0
74,25
74
74,5
74
Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................
0
77,5
77,75
77,5
77,75
Dresdner Bank..............
0
78-5
78,75
78,5
78,75
Reichsbank ................
12
150,75
151,25
150,5
151,25
A.E.G......................
0
28,5
28,65
27,75
28,65
Bekula.....................
0
135,4
136
135,75
136,13
Elektr. Lteferungsgefellfchaft...
6
103,25
103,75
103,5
103,5
Licht und Kraft .............
6
114
115,25
114,25
115
Felten & Guilleaume.........
0
79,65
81
79
80,5
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5
110,5
110
110
109,75
Rheinische Elektrizität ........
5
104,5
104,75
104
105
Schuckert LCo...............
5
95,5
96
95.5
96
Siemens & Halske............
7
139
139,65
139,5
140
Lahmeyer LCo.............
10
114,5
115,5
114
115,5
Buderus ...................
0
88
88,25
87,5
88,25
Deutsche Erdöl ..............
4
102
103
100,5
102,5
Gelsenkirchener..............
0
63,75
64,75
63
64,75
Harpener...................
0
100,75
। 101
101
101
Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu ..
0
82,25
—
83,9
Ilse Bergbau ...............
6
149
—
—
149
Ilse Bergbau Genüsse........
6
118,13
117
118,25
117,9
Klöcknerwerke ...............
Mannesmann-Röhre« ......
0
79
79,25
79,13
79,4
0
76,9
76,75
76,5
76,65
Franliun a. M.
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Schluß!. Mittag- börse
Datum
5.1.
7-1.
5-1-
7-1.
Mansselder Bergbau ..
.......0
84,75
—
83,75
86
Koksmerke ...........
.......0
97
——
—
97,65
Phönix Bergbau......
.......0
50,75
51,25
50,5
51,13
Rheinische Braunkohlen
.....10
212
214
210
214
Rheinstahl ...........
.......0
91
92,13
90,25
92
Bereinigte Stahlwerke.
.......0
42,25
42.75
42
42,65
Otavi Minen ........
.......0
12,5
—
12,25
12,65
Kaliwerke Aschersleben.
.......5
108
110
—
110
Kaliwerke Westeregeln .
.......6
110,5
114
—
113,5
Kaliwerke Salzdetfurth
.....7y2
145
148
—
148.5
I. G. Farben-Jndustrie
-7
136,13
137,4
136,25
136,9
Scheideanstall........
.......9
_
197
197
—
Goidschmidt .........
.......0
90,75
91
90
90,75
Rütgerswerke........
.......O
97-75
98,4
97,75
98
Metallgeiellschaft......
.......O
84,75
86,75
85
87
PbÄpp Holzmann ....
.......O
80,25
81
1 80
81
Zementwerk Heidelberg
...... 0
-
108
106,5
Zementwerk Karlstadt..
.......0
-
122
1 124
Schultheis Payenhoser .......0
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg...................0
Zellstoff Waldhof ............0
Zellstoff Aschaffenburg ....... 0
Dessauer Gas ............ 7
Daimler Motoren............0
Deutsche Linoleum...........0
Lrenstein & Koppel..........0
Leonhard Tietz ..............0
Chade......................10
Accumulatoren-Fabrik........o
Conti-Gummi...............0
Grttzner.................. 01
Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4
Süddeutscher Zucker ......... 8|
102,5
—
—
103,25
49,65
50,5
49,13
50,65
115
115
—
115
49,5
49,75
43,75
49,75
68,5
69,25
69
69
123,75
—
—
125
48,9
50
49
49,5
64,5
66
64,75
66,5
88,5
—
——
89,75
33,9
33,9
33,75
34
180
180,5
179,5
181,5
150
150
—
150
139,5
141,5
141
142
—
28
28,75
28,13
169 i 164,25
165
16
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
5.Januar
7.Januar
Amtliche Notierung
Geld | Brief
Amtliche Notierung
Geld | Brief
Buenos Aire.
Brüssel-----
Rio de Jan. Sofia......
Kopenhagen. Danzig.....
London .....
Heliingfors.. Paris ......
Holland .... Italien.....
Javan ......
Jugoslawien
Oslo.....:
Wien.......
Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag.......
Budapest ... Neuyork...
0,628 58,26 0,194 3,047 54,52
81,24 12,21
5,39 16.42
168,36 21,30 0,710 5,649
61,36 48,95 11,08 62,96 80,72
34,07 10,39
2,483
0,632 58,38
0,196
3,053
54,63
81,40
12,24
5,40
16,46
168,70
21,34 0.712
5,661
61,48
49,05
11,10
63,08
80,88
34,13
10,41
8,487
Sanknoten.
0.628
58,24 0,194
3,047
54,32
81,24
12,165
5,37
16,42
168,33
21,30 0,707
5,649
61,14 ‘48,95 11,04
62,74
80,72
34,02 10-39
2,478
0,632 58,36 0,196 3,053 54,42 81,40
12,195
5,38 16.46 168,67
21,34 0,709 5,661
61,26 49,05 11,06 62,86
80,88 34,08 10,41
2,482
Berlin,7-Zanuar
Geld
Brief
Amerikaniiche ’Jioien..............
Belgische Noten..................
Dänische Noten .................
Englische Noten .................
Französische Noten...............
Holländische Noten...............
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Noten...............
Schweizer Noten.................
Spanische Noten.................
Ungarische Nota»
2,43 58,03 54,11 12,13 16,38
167,91 21,11 60,98
62,52 80,44 33,78
2,45 58,27 54,33 12,17 16,44
168,59 21,19 61^22
62,78 80,76
33,92


