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An die Frontsoldaten an der Saar.

Landesführer Lensch vom TtSOFB. (Stahlhelm) spricht im Rundfunk.

Stuttgart, 7.Jan. (Fkp.) Der Führer des Landesverbandes Württernberg-Hohenzollern im NSDFB. (Stahlhelm), Landesführer Leufch, er­klärte in einer Rundfunkansprache an die Bevölke­rung Äes Saargebietes u. a.:

Kameraden! Die Treue, die wir uns in dem heißesten aller Kriege geschworen haben, soll heute noch stärker als sonst ihr Band um uns schlingen, und sie soll uns in die Seele schreien, daß wir uns als deutsche Männer und deutsche Soldaten niemals verlassen werden. Wir Frontsoldaten des deutschen Heimatlandes stehen zu euch, wie wir wissen, daß ihr auf Gedeih und Verderb zu uns und damit zu Deutschland steht. Wir achten unsere Gegner von einst, sonst wären wir keine Frontsoldaten. Wir ver­langen aber auch, daß wir geachtet werden! Wir achten auch die Forderung unserer Gegner von. einst nach Sicherheit, weil sie uns ehrt. Wir wollen kei­nen Krieg! Aber wir wollen den Frieden und die Wiederher st ellung unserer Ehre! Diese Forderung eines Volkes, das leben will, kann kein Frontsoldat von sich weisen. Der deutsche Front­soldat liebt seine Heimat und sein Vaterland, für das er sich vier schwere Jahre hindurch eingesetzt hat, und weil er diese innere starke Haltung hat, deshalb will er den Frieden, der jedes Zechten Soldaten letztes und wahitzs Ziel ist. So denken wir! So denkt der Führer! So denkt Deutschland!! So ist es Aufgabe der Frontkämpfer aller Länder, eine neue politische Basis in das Welt- dild und Weltgeschehen zu bringen.

Seit über tausend Jahren gehört die Saar, ge­hört ihr und eure Ur-Urvorderen zum Deutschen Reich. Eure Sprache ist deutsch, eure Kultur ist deutsch, eure Seele ist deutsch, euer Charakter ist deutsch, euer Mut und eure Tapferkeit, mit der ihr jetzt wieder für euren heiligsten Besitz ein­steht, ist deutsch. Ueberall, wohin man an der Saar kommt, hört man deutsche Lieder, hört

man deutsche Zungen, hört man Erinnerungen an große deutsche Tage. Da, wo unsere Kinder von deutschen Müttern das Beten lernen, da ist Deutschland. Die künstlichen Anstrengungen, hier einen fremden Stamm ansässig zu machen, um auch weiterhin die wirtschaftliche und politische Macht zu behalten, scheiterte an dem Willen der wirklich deutschen Bevölkerung. Die Saar ist ein lebendiges Glied Deutschlands. Und darum muß sie bei Deutschland bleiben, weil wir im deutschen Vaterland nicht haben wollen, daß sie untergeht.

Wir im Reich haben euren heldenhaften Kampf die letzten 15 Jahre mit Stolz und Begeisterung verfolgt. Der 13. Januar wird und muß Ausdruck dieser Treue werden. Dann wird di? Welt sehen, wie es um das Gebiet um die Saar bestellt ist und wie die Bevölkerung hier denkt. Wir sind ge­wiß, daß der ewige Gott, der die Grenzen der Völker gezogen hat, auch hier das entscheidende Wort sprechen wird. Die Saar und das Volk an der Saar gehörten zu Deutschland und bleiben bei Deutschland. Blut will zu Blut! Hier liegt die völkische, die nationale Bedeutung des Kampfes, den wir heute führen. Er muß für Deutschland entschieden werden. Die Saar und Deutschland ge­hören zusammen wie der Weinstock und die Rebe. Wir haben im Reich die große nationale Erhebung erlebt, die endlich dem Werden einer großen natio­nalen Politik die Wege ebnet. Euch wollen wir Brücken schlagen zu uns, indem wir euch freudig die Hände reichen und euch zurufen: haltet aus und kämpft weiter wie bisher, die Stunde der Befreiung kommt! So wollen wir alle zum Füh­rer stehen. Euer Kampf geht um Deutschland. Da­durch werdet auch ihr, die Frontsoldaten an der Saar, ein Glied der großen Bewegung, die wir im Reich haben. Laßt uns einig sein, Kame­raden, laßt uns zusammenstehen, denn:Nichts­würdig ist die Nation, die nicht ihr alles freudig setzt an ihre Ehre!"

Der Danziger Staatsbesuch in Warschau

Der neue Senatspräsident Danzigs, Dr. Grei­ser, stattet mit einigen Herren der Regierung dem polnischen Staatspräsidenten einen Besuch ab. Allein dieser Besuch beweist, daß die Beziehungen zwischen dem Freistaat und dem polnischen Nach­barn durchaus korrekt sind und daß gewisse An­deutungen deutschfeindlicher Warschauer Blätter, daß Greiser aus der Bahn der Verständigung und des Ausgleichs herausschwenken würde, nicht mit den Tatsachen übereinstimmen. Auch Greiser hul­digt t)?m Verständigungsprinzip, nur ist jede Ver­ständigung ein Ding mit zwei Seiten. Und da darf man wohl erneut die Erwartung ausspre­chen, daß die noch vorhandenen Hindernisse bald aus dem Wege geräumt werden möchten. Nicht Danzigs Schuld ist es, wenn immer wieder Trü­bungen eintreten oder Klagen laut werden. Viel­mehr können sich gewisse polnische Unterinstanzen noch immer nicht in die veränderte Situation hineinfinden und nun ihrerseits den Danzigern das geben, worauf sie berechtigten Anspruch erheben dürfen, zumal sie umgekehrt den Polen in Danzig jede erdenkliche Bewegungsfreiheit gewähren. Aus diesem Grunde hoffen wir, daß der Warschauer Besuch des Senatspräsidenten die Gesamtlage für beide Teile erleichtern wird.

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Bel einem Essen, das der polnische Mini­sterpräsident für den Danziger Senatsprä­sidenten am Montagabend gab, führte der Minister­präsident Kozlowski u. a. aus: Man könne mit Befriedigung auf die seit zwei Jahren durchgeführte gemeinsame Arbeit zurückblicken, deren Fol­gen sowohl Polen als auch Danzig als nützlich emp­finden. Man dürfe jedoch dabei nicht stehen bleiben, sondern müsse folgerichtig den e i n g e-

schlagenen Weg weiter gehen. In Geiste der alten Tradition und in Anbetracht der juristi­schen und geographischen Lage Polens und Danzigs müsse man zu immer engerer wirtschaft­licher Zusammenarbeit kommen.

Senatspräsident Greiser antwortete u. a.: Der jetzige Besuch sei erfolgt, um einerseits die bestehen­den Beziehungen zwischen Polen und Danzig zu vertiefen und andererseits, um entgegen allen Gerüchten der letzten Wochen zu unter­streichen, daß die vom Vertrauen der nationalsozia­listischen Bewegung getragene Danziger Regierung weiterhin es für ihre ehrenvolle Verpflichtung und Aufgabe halten werde, unter Erhaltung des deutschen Charakters der Freien Stadt Danzig eine beide Seiten befriedigende Löfungder politischen und wirtschaft­lichen Fragen im Wege unmittelbarer Verhandlungen herbeizuführen. Greiser stellte mit Befriedigung fest, daß an der Spitze Polens Männer mit soldatischer Haltung stän­den, wodurch eine Grundlage für die An­näherung und Verständigung geschaffen sei, die bei Berücksichtigung des nationalen Charak­ters und Geistes allein Ausgangspunkt zum Zu­sammenleben und zur gegenseitigen Achtung sein könne.

Senatspräsident Greiser und die Übrigen Mitglie­der der Danziger Abordnung besuchen heute den polnischen Staatspräsidenten in Schloß Spala bei Tomaszow. An der Fahrt nach Spala nehmen teil: der Chef des Protokolls Graf Romer, der polnische Generalkommissar in Dan,zig, Papse und einige höhere Beamte der Warschauer Mini­sterien. Don Spala aus erfolgt heute die Rück­reise des Senatspräsidenten nach Danzig.

Aus aller Welt.

Stromlinien - Lokomotiven der Reichs­bahn.-Wunderwerke der Technik.

Obwohl derFliegende Hamburger" und seine im Laufe dieses' Jahres zu erwartenden Ge­schwister die hervorragendsten Wahrzeichen des Reichsbahn - Schnellverkehrs sein wer­den, sind die Dampflokomotiven keineswegs ver­altete Maschinen. Die Motortriebwagen haben sie durchaus noch nicht zu einer Aschenbrödelrolle ver­dammt. Im Gegenteil: DieDampflok" gibt sich alle Mühe, konkurrenzfähig zu bleiben. Schon in wenigen Wochen gehen in den deutschen Lokomotiv- fabriken neue Fahrzeuge ihrer Fertigstellung ent­gegen, die beim Erscheinen sicher soviel Aufsehen erregen werden, wie seinerzeit derFliegende Ham­burger". Wunderwerke der Maschinen­technik sind die zwei Stromlinien- Schnellzug-Lokomotiven, die eine Fahr­geschwindigkeit von 175 Kilometer stunden entwickeln sollen. Diese Ungetüme von phantasti­schem Aussehen werden also an Tempo dem Schnell­triebwagen nicht nachstehen dafür aber weit mehr leisten; denn sie ziehen fünf V-Zugwagen mit 300 Plätzen! Die Maschinen besitzen sechs große An­triebsräder zwischen je vier Laufrädern vorn und hinten. Ihre drei Zylinder arbeiten mit Dampf, der auf 410 Grad Celsius erhitzt ist. Eine weitere Loko­motive von gleicher Form und Leistung wird mit Kohlenstaubfeuerung ausgestattet; sie wird beson­ders dadurch auffallen, daß sich das Führerhaus vorn auf der Maschine befindet.

Auch eine neuartige Tenderlokomotive in Stromlinienform ist entwickelt worden. Sie soll eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 170 Kilometerstunden erreichen und ist dazu bestimmt, vier 0-Zugwagen einer besonders leichten Bauart zu ziehen. Für den Verkehr im bergischen Gelände sind zwei Maschinen im Bau, die schwere Personen­züge mit 140 Kilometerstunden Geschwindigkeit be­fördern sollen. Für den Zubringer verkehr ist eine neue Lokomotive mit halbautomatischer Feuerung bestimmt, die als Einmann-Loko­motive ohne Heizer gefahren werden kann. Neben diesen Maschinen für den Personenverkehr sind auch neue für den Güterverkehr im Bau, dar­unter z. B. eine Lokomotive, die 1500-Tonnen-Zuge im 100-Kilometer-Tempo befördern soll. Es wirkt wie ein Symbol, daß diese neuartigen Maschinen gerade im Jubiläumsjahr der deutschen Eisenbahnen im Verkehr erscheinen; sie zeigen, daß die gute alte" Dampflokomotive vom Motortriebwagen durch aus nicht geschlagen ist, sondern auch heute

noch zu den modernsten Beförderungsmaschinen des Eisenbahnverkehrs gehört.

Die Deutsche Apothekerschaft."

Die im April 1933 aus dem seit 1872 bestehen­den Deutschen Apotheker-Verein her­vorgegangene Standesgemeinschaft Deut­scher Apotheker hat sich eine neue Sat­zung gegeben, die die staatliche Genehmigung erhalten hat. Sie gibt sich damit den NamenD i e Deutsche A p o t h e k e r s ch a f t"; der bisherige Standesführer Apotheker Albert Schmierer, Freudenstadt (Württemberg) erhält die Bezeich­nungReichsapothekerführe r". Er wird vom Reichsminister des Innern bestellt. Ihm zur Seite steht ein F ü h r e r b e i r a t. Die Deutsche Apothekerschaft ist nunmehr die alleinige Vertre­tung der Apothekenleiter wie der Apothekenmit­arbeiter. Sie sorgt für ein gedeihliches Zusammen­arbeiten der Apotheker untereinander und mit den anderen Berufen des Gesundheitswesens, wacht über die Berufsehre und Berufsethik der Apotheker; sie fördert die Ausbildung und Weiterbildung, tritt dafür ein, daß eine genügende Zahl von Apothe­ken die Arzneiversorgung der Bevölkerung gewähr­leistet und sorgt dafür, daß die Apotheken entschul­det und die Apotheker und ihre Hinterbliebenen vor Not geschützt werden.

925 Jahre Würzburger Fischerzunft.

Besonders feierlich beging am Dreikönigstag die älteste Handwerkszunft Würzburgs . und Deutsch­lands überhaupt, die Würzburger Fischer­zunft, deren Gründung auf das Jahr 1010 zurück­reicht, ihre 925-Jahrfeier. Nach altem Her­kommen versammelten sich die Fischer in der ehr­würdigen Zunftstube um die alte Zunftlade, die das Wahrzeichen der Fischerei, einensilbernen Karpfen", birgt. Könige und Kaiser haben daraus d'en Ehrentrunk entgegengenommen. Nach alter Sitte wurde auch diesmal ein Trinkspruch auf die Zunft und ihre Angehörigen ausgebracht. Ober­meister Michael C ö ß konnte zahlreiche Ehrengäste, darunter Vertreter der bayerischen Staatsregierung, begrüßen. Die Feier fand ihren Abschluß mit einer geselligen Unterhaltung und dem herkömmlichen Fischessen.

Ein Ldelsteinschleifer machte dem Führer ein wertvolles Weihnachtsgeschenk.

Der Edelsteinschleifer Diehl aus Katzenloh bei Jdar/Oberstein hat in der Vorweihnachtszeit ein Modell der Obersteiner Felsenkirche aus Halbedel­steinen hergestellt. Die Nachbildung, eine der größ­ten und schönsten der bekannten Felsenkirche, hat

ein Gewicht von 70 Pfund, ist etwa 50 Zentimeter breit und 75 Zentimeter hoch. Das Innere der Kirche kann beleuchtet werden, und der Schein durch die vielfältig gefärbten feinen Edelsteinscheiben an den Fenstern ergibt eine überaus eindrucksvolle Wirkung. Dieses Meisterwerk hat der Edelstein­schleifer xu Weihnachten dem Führer und Reichs­kanzler Adolf Hitler als Geschenk übermittelt, das, wie aus einem inzwischen eingegangenen Dankschreiben des Führers hervorgeht, freundlichst angenommen wurde.

Abschluß des deutsch-englischen Jugendlagers.

Am Abschlußtage des deutsch-englischen Jugendlagers, das diesmal in Berchtesgaden abgehalten worden ist, wurden die deutschen und die englischen Teilnehmer von Ministerpräsident Göring auf dem Obersalzberg begrüßt. Minister­präsident Göring fand sehr anerkennende Worte für die wertvolle ständige Arbeit dieser Lager. Die deutschen und die englischen Teilnehmer berichteten begeistert über ihre Erlebnisse im Gemeinschafts­lager.

Ohne Hall" von der Memel bis zur Saar.

Der Berliner Motorsportler Julius v. Krohn unternimmt auf einem Zwei-Liter-Opelwagen eine ohne Halt-Fahrt von der Memel grenze nach dem Saargebiet. Dabei wird v. Krohn in seinem Wagen aus Ostpreußen einige Abstim­mungsberechtigte mitnehmen.

Reiseplan für den AuslandskreuzerKarlsruhe".

Nach der Teilnahme an der 400-Jahrfeier der Hauptstadt von Peru, Lima, wird Kreuzer Karlsruhe" am 6. Februar Callao (Peru) verlassen und nach kurzem Aufenthalt in Buenaven­tura (Columbien) in einem Seetörn von 3350 See­meilen San Franzisko anlaufen. Der nördlichste Hafen, den das Schiff besucht, ist Vancouver an der Westküste Kanadas. Von dort geht die Reise wieder südwärts über Accapulco (Mexiko), Colon, durch den Panamakanal nach Houston (Texas) und Charleston (Südkarolina). Von Charleston wird der Atlantik heimwärts überquert und nach einem Auf­enthalt in Vigo, wo dieKarlsruhe" mit Kreuzer Emde n" Zusammentreffen wird, soll das Schiff am 16. Juni auf Schilligreede und am 20. Juni in Kiel eintreffen. Reiseplan: vom 11 bis 16. Febr. Buenaventura, vom 1 bis 12 März San Franzisko, vom 15 bis 21. März Vancouver, vom 1. bis 8. April Accapulco, vom 15. bis 20. April Colon (Panama), vom 26. April bis 4. Mai Houston, vom 10. bis 20. Mai Charleston, vom 3. bis 12. Juni Vigo, vom 16. bis 19. Juni Schillig-Reede, am 20. Juni Kiel.

Strenge Kalle in Schlesien, Polen und Rußland.

Durch den Vorstoß arktischer Kaltluftmassen sind die Temperaturen in Schlesien erheblich zurück­gegangen. Aus einer Reihe von Gebirgsorten wer­den bereits Temperaturen bis zu 1 3 G r a d K ä l t e gemeldet. Da fast überall weiterer Neuschnee gefallen ist, sind die Sportmöglichkeiten für Ski und Rodel gut. Die Wetterwarte BreslauKrietern teilt mit, daß in den nächsten Tagen strenge Kälte zu erwarten ist, wobei es allerdings nur noch verein­zelt zu Schneefällen kommen wird. Für Oberschle- fien sowohl wie für die mittel- und niederschlesischen Gebiete werden Temperaturen von etwa 20 Grad Kälte vorausgesagt.

In ganz Pfoten ist eine überraschende Kälte­welle eingetreten. Während am Sonntag noch verhältnismäßig warmes Wetter herrschte, sanken am Montag die Temperaturen auf 2 0 bis 26 Grad Kälte, in Ostpolen sogar bis auf 30 Grad. Infolge des überraschenden Frostes meldeten sich auf den Rettungswachen mehr als 50 Personen mit erfrorenen Ohren, Nasen, Füßen ober Händen. Auf einer kleinen Bahnstation in der Nähe von War­schau wurde eine fast völlig erfrorene Frau auf- gesunden, die in sehr bedenklichem Zustande ins Krankenhaus geschafft wurde.

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In der Sowjetunion hält ebenfalls die strenge Kälte an. In Moskau wurden 33, in Tscheljabinsk 45, in Pjatigorsk 25 und auf der Halb­insel Krim 19 Grad Celsius gemessen. Dagegen wird aus der Arktis, so z. B. von Nowaja Semlja und aus Matoschkin-Schar verhältnismäßig warme Witterung gemeldet. Die Temperaturen liegen dort nur einige Grad unter Null.

Hochzeitsreise auf kosten des Rundfunks.

Im großen Berliner Rundfunkprozeß er­klärte der Zeuge Witte wiederholt, der jetzt an­geklagte Leiter der Leipziger Sende­gesellschaft, Dr. Jäger, habe den Rundfunk dadurch finanziell sehr belastet, daß er immerfort Konferenzen einberief und große Reisen unternahm, um Dinge zu besprechen, die in einem einfachen Telephongespräch hätten erledigt werden können. Von Oberpostdirektor Weigelt habe er ge­hört, daß Dr. Jäger sogar feine Hochzeits­reise auf K o st e n der Mirag (Mittel­deutsche Rundfunk AG.) gemacht habe. Auf der an­deren Seite habe er bei den Honoraren für d i e Künstler eine falsche Sparsamkeit betrieben. Dichtern habe er überhaupt kein Honorar zahlen wollen. So sei Ger­hart Hauptmann genötigt gewesen, die Mirag zu verklagen, weil Dr. Jäger dem Dichter kein Honorar dafür zahlen wollte, daßHanneles Himmelfahrt" als Hörspiel vom Leipziger Sender aufgeführt wurde. Sehr freigiebig fei dagegen Dr. Jäger bei der Bezahlung an m a r x i st i s ch e Bonzen gewesen. Wenn ein marxistischer Beam­ter einen Vortrag im Leipziger Sender hielt, dann habe Dr. Jäger alsSchreibmaschinen­gebühr" 300 Reichsmark bewilligt, weil er einem Beamten nicht gut ein Vortragshonorar bieten konnte. Dr. Jäger habe als Reichsbanner­mann ihn, den Zeugen, aus politischen Gründen bekämpft.

Schweres Eisenbahnunglück in der Sowjetunion.

In einer der vergangenen Nächte sind auf der Strecke MoskauLeningrad die Schnell züge 25 und 27 zusammen gestoßen. Mehrere Personenwagen wurden zertrümmert. Heber die Zahl der Toten fini) noch keine amtlichen Mit­teilungen erfolgt, doch befürchtet man, daß die Zahl der Todesopfer recht beträchtlich sein wird, da beide Züge stark besetzt waren. Im Zusammenhang mit dem Unglück, das sich auf der sogenannten Oktober- Eisenbahn, 217 Kilometer südlich von Leningrad zwischen Malaja Wischern und dem wichtigen Kno­tenpunkt Bologeje ereignete, wurde eine Reihe von Eisenbahnbeamten des Streckenabschnittes in Haft genommen. Der Verdacht, daß ein Sabo­tageakt das Unglück verursacht hat, wird hier­durch verstärkt. Die Eisenbahnverwaltung und das Volkskommissariat des Innern haben noch immer die Zahl der Opfer nicht genannt. Es verlautet in­dessen, daß die Rettungsmannschaften schon über 20 Leichen geborgen haben.

Englischer Tankdampfer im Sturm gesunken?

In kalifornischen Schiffahrtskreisen wird besürch. tet, daß der 5880 Tonnen große englische Tank« dampferLa Creszentia", der seit über zwei Wochett feiner fei Nachricht gegeben hat, mit seiner 30köpfiaen. Besatzung untergegangen ist. Das Schiff hatte über 62 000 Faß Rohöl geladen. Das TankschiffAthelbeach" teilte der Radio-Corporation in einem Funkspruch mit, daß es etwa 900 Meilen nordöstlich von Hawaii große Oellachen durchfahren habe. Da es sich um die Gegend handelt, in der sich der britische Tankdampfer zuletzt befand, be­fürchtet man, daß das Schiff im Sturm unter­gegangen ist.

Fünf Personen durch brennendes Benzin schwer verletzt.

In dem Orte Darko'w bei Mährisch-Ostrau ereig­nete sich ein schweres Brandunglück. Der 24« jährige Schlosser Stanek wollte seine Taschen­uhr mit Benzin reinigen; zu diesem Zweck goß ec aus einer größeren Flasche Benzin auf einen Tel­ler, ohne zu beachten, daß in dem Zimmer eine Petroleumlampe brannte. Die Benzindämpfe ent­zündeten sich und im Umdrehen standen nicht nur die Wohnungseinrichtungen, sondern auch die Klei­der der in dem Zimmer anwesenden fünf Perso­nen in Flammen. Alle fünf sprangen aus den Fenstern, um im Schnee die Flammen zu löschen. Trotzdem erlitten sie alle schwere Brand­wunden.

122 Jahre alt geworden!

Die älteste Frau des Staates Mexiko, Juana Paula, ist in Osoayacan 122 Jahre alt gestorben.

Große Ueberschwemmungen in Südkalifornien.

lieber den Süden Kaliforniens zog ein außer­ordentlich heftiger Sturm, der von wolken­bruchartigem Regen begleitet wird. In Los Angeles stehen zahllose Keller und Erdgeschosse unter Wasser. Die Telephonverbindungen sind unter­brochen. Die Straßen in Montrose und La Cres­cendo gleichen reißenden Strömen. Die Verbindung zwischen La Crescendo und Tujanga ist durch Erd­rutsche völlig unterbunden. In Longbeach mußten die niedriger gelegenen Stadtteile durch Polizei­beamte in Rettungsbooten geräumt werden. Das Rote Kreuz bereitet eine umfangreiche Hilfsaktion vor.

Kunst und Wissenschaft.

Grimm-Feier in Kassel.

In der Landes-Bibliothek in Kassel fand anläß­lich des 15 0. Geburtstages von Jakob Grimm und des 75. Todestages von Wilhelm Grimm eine von der Stadt Kassel gemeinsam mit der Landes-Bibliothek veranstaltete öffentliche Grimm-Feier statt. Landesbibliothek-Direktor Hopf würdigte in seiner Feierrede besonders das Wirken des Bruderpaares als Bibliothekare der Landesbibliothek und gedachte ihrer überragenden Leistungen für die Wissenschaft, für die Kenntnis der deutschen Vergangenheit, deutscher Art und Sitte. Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer feierte die beiden Brüder als Kasseler Bürger, denen die Stadt Kassel, das Hessenland und ganz Deutsch­land unendlich viel verdanke. Musikalische Vorträge umrahmten die schlichte Feier.

Die Slaalspreise

für Bildhauer und Architekten 1934.

Der Wettbewerb um die großen Staats- preise der Akademie de r K ü n ft e für Bild­hauer und Architekten ist jetzt entschieden worden. Der große Staatspreis für Bildhauer ist Robert S t i e I e r (Berlin) verliehen worden. Der Staats­preis für Architekten kam als solcher nicht zur Ver­leihung. Den Architekten Walter Bangert und Jürgen S i e b r e ch t in Berlin wurden zwei gleiche Prämien aus den Mitteln des Staatspreises zuge- sprochen. Die Wettbewerbsarbeiten sind in den Aus- stellungssälen der Akademie der Künste zur öffent­lichen Besichtigung ausgestellt.

Sven Hedin nimmt an der Brasilienfahrl des neuen Zeppelins teil.

Der bekannte Asienforscher Sven Hedin hat soeben telegraphisch eine Einladung zur Teilnahme an der geplanten Forschungsfahrt des neuen Z e p p e l i ns in das Innere Brasiliens angenommen.

Das Schachturnier in Hastings unentschieden.

Das internationale Schachturnier in H a - st i n g s hat einen unentschiedenen Ausgang genommen. Euwe, Flohr und Thomas hat­ten noch der Schlußrunde je 6'/- Punkte und teilten sich daher in den Sieg. An zweiter Stelle steht dec frühere Weltmeister Capablanco mit 51/ Punk­ten. Botwinnik und L i l i e n t h a l erzielten je 5 Punkte, Michell 4, Fräulein Menschik 3, Milner-Barry und Norman je IV2. Die Spielergebnisse der letzten Runde waren: Flohr schlug Milner-Barry, Michell schlug Taylor, Nor­man gegen Euwe unentschieden, Capobianco gegen Botwinnik unentschieden, Lilienthal und Fräulein Menschik unentschieden.

Wettervoraussage.

Dos über Westrußland liegende mächtige Hoch­druckgebiet hot sich weiter verstärkt und zeitigt dort Temperaturen bis minus 30 bis 40 Grad Kälte. Die von ihm ausströmende kalte Luft hat in Deutschland weitere Fortschritte gemacht und auch unserem Gebiet jetzt Fröste gebracht, die noch Nord­osten und Osten hin zunehmend stark sind. Die Ost­strömung bleibt vorerst noch erhalten, doch sind irgendwelche erhebliche Schneefälle dabei zunächst nicht wahrscheinlich.

'Voraussichten für Mittwoch: Wolkig bis aufheiternd, bei östlichen Winden Frostzunahme.

Voraussichten für Donnerstag: Bei östlicher Luftzufuhr Fortdauer des Frostwetters.

Lufttempeaturen am 7. Januar: mittags 3,7 Grad Celsius, abends 1,7 Grad; am 8. Januar: morgens 0,9 Grad. Maximum 4 Grad, Minimum1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Januar: abends 2,8 Grad; am 8. Januar: mor­gens 2,7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 1,4 Stunden,

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriol, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2)21. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

R. Longe, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehü. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pi-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig-.