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Siebener Anzeiger tSencrai-Anzeiger für (Dbcrbcflcn)
Montag, 7 . Moder MS
schlagen will.
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hinaus.
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zeigen.
Gaufest-Schießen wurden Willi Flach und Kurt Strack.
Lis aber, „iwerzwerch", wie sie ist, läßt den schwadronierenden Gast abfallen und sich übrigens auch vom Vater nicht weiter einschüchtern, der ihr hart zusetzt, am Ende sie zu enterben und zu verstoßen droht, wenn sie sich den Franz nicht aus dem Kopf
Derweil ist drin in der Wirtsstube die Kerbestimmung noch um verschiedene Grade gestiegen; die Gläser und die Gurgeln werden geschwenkt, und die Fleischwurst wird gerade heiß gemacht. Mitten hinein platzt die Polizei, kriegt der Großmann einen
Schützenvereine" erhielten: Kleine Medaille in Bronze: Willi Flach, Karl Schmidt, Heinrich Schmier und Willi Weber; in Silber: Willi Flach, Fritz Hill, Heinrich Kern und Kurt Strack; in Gold: Fritz Hill, Heinrich Kern, Karl Müller und Kurt Strack. Große Medaille in Bronze: Heinrich Kern, der ebenfalls nebst dem Veremsführer Seibel, dem Hauptsportwart Strack, dem Kreisschießleiter Schmidt und dem Schriftwart Mohr die Gau-Ehrennadel für Verdienste um den Schießsport erhielt.
Der Jungschütze Strack erhielt die silberne Nadel als Kreis- und Bezirksmeister; auch den Titel Vereinsmeister errang derselbe in diesem Jahr, der ihm die goldene Ehrennadel des Vereins erbrachte. Die von den Herren Seibel, Kern und Seibert gestifteten Ehrenscheiben schossen Gg. Dehus, Otto Münch und Heinrich Sonn.
Im Vereins-Preisschießen siegten: 1. Kurt Strack, 2. Heinrich Schmier, 3. Hermann Seibert, 4. Fritz Hill, 5. Heinrich Kern, 6. Helmut Scheller, 7. Karl Müller, 8. Erich Martin, 9. K.
Auch im Gau Nordhessen war der Spielbetrieb der Fußball-Gauliga wegen des Erntedankfestes eingeschränkt, und es fanden nur zwei Treffen statt. Der Gaumeister Hanau 93 weilte bei Germania Fulda zu Gast und konnte auch dort nur ein Unentschieden von 1:1 (0:1) erringen. Den Sieaeszug des Tabellenführers Hessen Hersfeld vermochte auch der VfB. Friedberg nicht aufzuhalten, denn er holte sich in Hersfeld eine C “
jungen des Kleinkaliber-
nicht auszuhalten, ..... 3:0-(0:0-)Schlappe. Hessen Hersfeld führt auch weiterhin die Tabelle mit 8:0 Punkten vor Borussia Fulda mit 5:1 und
Zwar ist aus der Versteigerung nichts geworden, aber gleich hinterher hat der Hahner Franz das Stück Land gekauft. Lis, die zum Schein auf Platt- kes Liebeswerbung eingegangen ist, fürchtet, daß jetzt alles aus sei. Während Lis und Franz sich küssen, naht der Alte; Franz kann noch eben unter der Bank verschwinden und hört von hier aus zwar mit an, wie Großmann und Plattke sich über sein Mädchen unterhalten, das ihnen beiden durchaus den Willen nicht tun will; er sieht aber auch, und jetzt hat er gewonnen, wie Plattke, sobald der Wirt aus der Stube ist, die vermeintlich günstige Gelegenheit zu einem neuen Griff in die Kasse benutzt und sich hinterher an das „Kommodche" macht, wo Großmann sein anderes Geld aufbewahrt. Jetzt hat Herr Plattke verspielt ... man sieht die Katastrophe kommen.
Lis, „in der schönste Kerbestimmung", bestellt Plattke zum Schein auf die Tenne beim Säustall, wo sie sich angeblich mit ihm treffen will. Der schwimmt entzückt ab und wird beim „Stelldichein" an ihrer Statt von Hahner Franz liebevoll empfangen, der ihm nicht nur das gestohlene Geld abnimmt, sondern ihm auch gleich an Ort und Stelle die nötige Ladung verabfolgt.
Fräulein Decker war die Lis: in der Tat „e sauwer Bopp", das muß man sagen; und wenn es auch wohl nicht gerade ihr eigentliches Fach war (man stellt sich das Mädel beim Lesen immerhin etwas robuster vor) — sie hat beim „Krach um Jolanthe" eine gute Vorprobe gehabt, sie war im Dialekt ohne Schwierigkeiten zu Hause, und gab sich so frisch, schlagfertig, verliebt und herzhaft, wie das hier sein soll.
Herrn L i n d t, als Hahner Franz, hätte man sich ebenfalls ein bißchen massiver und minder städtisch im äußeren Zuschnitt denken können, aber auch er traf, oft mit trockner Treffsicherheit, den Ton, der hier die Musik macht, und das Mädel war ihm schlechterdings zu gönnen.
Herr Lüpke spielte den Plattke, und er spielte ihn gut; ein verdächtiges Individuum von aufdring, licher Eleganz, mit einem fatalen Maulwerk, ein kesser Junge, schwankend zwischen Angst und Frech- heit, schwadronierend, scharwenzelnd und mit falschen Gefühlen wortreich jonglierend.
Auch Frau Schubert als Kätchen trug, ob- wohl ihr das Hessische minder gewachsen war, mit drastischen Gebärden und Randbemerkungen zur Erheiterung bei, wie der aufgekratzt daherschwafelnde Polizeidiener des Herrn Geiger, der stichelnde Hesse-Schuster des Herrn Nieren und Friedel Kannen als Grimmerler Grit, welche eine schöne Kerbemusik zum Besten gab. In kleineren Rollen fügten sich ferner die Herren Dolck, Schorn, Tank und Mosbacher recht verdienstlich dem Ensemble ein. —
Vom großen Erfolg haben wir schon berichtet. Es gab Beifall bei offener Szene, zahllose Vorhänge und Blumen zum Schluß. Der strahlende Autor mußte sich bereits nach dem zweiten Akt, zuletzt
Die Turner.
Der Hauptsportwart Karl Strack nahm sie in feierlicher Weise vor.
Beim Gaufest errang der Turner Adolf Mülln im Dreikampf für Altersturner (33 bis 39 Jahr) den 12. Sieg. Beim VfB. - Reichsbahn- wett k a m p f in der Klasse 32 bis 36 Jahre errang Mülln im 50-Meter-Lauf den dritten, im 100- Meter-Lauf den zweiten und im Kugelstoßen den dritten Sieg. In der Jugendklasse B (4 X 100- Meter-Staffel) kam die Mannschaft des Vereins an zweite Stelle.
Beim Kreisturnfest in Großen-Bu- s e ck wurden folgende Siege errungen: den 6. Sieg Ilse Baum, den 7. Liesel Rohrbach, den 9. Emmi Pfaff, den 14. Gertrud Ploch, den 17. Ursula Hennig, den 23. Margot Adam, den 26. Ludwig Götz, den 28. Erich Stieler.
Beim Abturnen des Vereins, das am 29. September stattfand, wurden durchweg so gute Leistungen erzielt, daß 30 Mädchen und Knaben Ehrenurkunden ausgehändigt werden konnten. Die noch im Aufbau begriffene Turnabteilung hat Aussicht unter Leitung der rührigen Turnwarte Schmidt und G ö tz zu beachtlicher Höhe heranzureifen.
Schwimmer.
Anschließend an die Turner-Ehrung nahm der Schriftwart des Vereins F. F M o h r die Sieger- Ehrung der Schwimmer und Schützen vor.
Bei dem in diesem Jahre erstmalig durchgeführten Post - Dergleichschwimmen gingen als Sieger hervor:
Gruppe A, Männer von 18 bis 35 Jahren im 100-Meter-Schwimmen: Adolf Mülln, Karl Fischer und Heinrich Mattern.
Gruppe B, Damen über 18 Jahre, 50 Meter: Lotte Köhlinger, Dora Kern, Marie Flach imb Else Funke.
Gruppe C, Männer über 35 Jahre, 50 Meter: Ludwig Köhlinger und Paul Froese.
Gruppe D, männliche Jugend, 14 bis 18 Jahre, 50 Meter: Heinz Köhlinger, Werner Scheller und
Niemand ahnt, daß der angebliche Herr Plattke ganz anders heißt und auch .keineswegs Staatsbeamter ist, sondern im Gegenteil ein gerissener Gauner, der sich hier im idyllischen Dörfchen vor der Polizei versteckt hält und, kaum daß der gutgläubige Wirt den Rücken dreht, den ersten Griff in die Kasse am Schanktisch tut. Dabei hat er die Frechheit, der Lis wilde Liebeserklärungen zu machen und den Alten „vor den janz ausjeheckten Jaunern aus der Jroßstadt" zu warnen, die jetzt das platte Land unsicher machen und die armen Leute beklauen. Das ist stark. Der Alte in seiner Unschuld meint, hier wäre ein Schwiegersohn, der ihm „die Finanze in Ordnung halte" kann, und erzählt dem Burschen treuherzig und prahlerisch, daß er einen ordentlichen Batzen Geld „obe im Kommodche" hat.
Die Versteigerung in der Gaststube führt, wie jedermann vorausgesehen hat, zu einem Duell zwischen Großmann und Hahner, die sich gegenseitig in die Höhe treiben „bis uff die Kerchtormspitz". Aber ehe der Zuschlag erteilt werden kann, gibt's Krach; der Wirt, schon durch die Anwesenheit des Gegners gereizt, schreit großzügig: „Heut obend gibt's Frei- knippel!" und schmeißt alle außer Franz und Plattke
auch mit dem Intendanten, im Kreise der Darsteller hth.
Die Schieß-Aus Verbandes „Deuts
Fußball der Gauligamannschafien
In Trordhessen
Hessen Hersfeld weiter ohne Punktverlust.
Hans Stuck bricht den Feldberg-Rekord.
50000 Zuschauer im Taunus —Glänzender Sport.—Entscheidungen um die deutsche Motorrad-Meisterschaft.
Besitzer vom „Goldenen Ochsen", Metzgerei und Gastwirtschaft, ist Herr Großmann, der dickste Bauer im ganzen Dorf; er hat Geld wie Heu und protzt auch gewaltig damit. Außerdem hat er die „Schollekrankheit" und will zu den Aeckern, die er schon besitzt, immer noch einen dazu haben. Natürlich will er auch das Holzappelstück selber steigern.
Vor allen Dingen hat der Großmann aber, was hier wichtig ist, eine Tochter, die Lis, „e sauwer Bopp", aber „en iwerzwerche Kopp". Sie liebt nämlich den Bauern Hahner Franz, und der möchte sie auch gern heiraten. Aber der Alte will nicht, er kann den „Gewitterkerl" nicht ausstehen, schon deshalb nicht, weil jener genau so reich ist und genau so viele Aecker hat. Natürlich will der Franz auch das Holzappelstück steigern. Da haben wir's: em richtiger Volksstück-Konflikt. Das Geld und die Liebe und die „Schollekrankheit". Der Franz hat sie nämlich auch, „jeder anständige Bauer hat se", sagt er zur Lis, „un dein Vatter kriegt den Acker net." Die Lis antwortet knapp und einleuchtend: „Knäulkopp!" *
Im Ort ist eben die Versteigerung ausgeschellt und angesetzt, überdies werden eifrige Dorberel- tunaen für die Kerb getroffen, da erscheint im „Goldenen Ochsen" ein gewisser Herr Plattke aus Berlin stellt sich als Finanzbeamter auf Urlaub vor und mietet sich für ein paar Tage ein. Außer- dem führt er gleich das große Wort und imponiert Herrn Großmann in seiner Eigenschaft als Staatsbeamter bedeutend. f
Da er auch alsbald mit der Lis zu scharwenzeln ansangt, kommt dem Alten der Gedanke dies sei der richtige Mann für seine Tochter. Er deutet das dem Herrn Plattke auch an und macht au-i seiner Abneigung gegen Hahner Franz kein Hehl. Die
roten Kopf, als er entdeckt, daß ihm Geld gestohlen ist aus seinem Kommodche, zwar nicht so viel, wie er selbst jetzt noch renommiert, aber immerhin... das gibt Krawall im Gastzimmer, doch ehe es noch richttg ungemütlich werden kann, schleppen Polizei und -Hahner Franz den Plattke herbei, der einen wenig festlichen Anblick bietet, weil er erst mal an Ort und Stelle bei der Ferkelsau angebunden worden war. Jetzt geht alles Schlag auf Schlag. Franz zählt dem Alten das von dem Gauner gestohlene Geld wieder in die Hand, und als er ihm dann vorschlägt: „Du gibst mir die Lis, un ich geb dir das Holzappelstick" — da ist, unter den ermunternden Zurufen der umsitzenden Kerbegesellschaft, der Bann gebrochen, und Großmann kann nicht länger widerstehn. Schluß mit Kuß, mit großem Hallo und Musik, mit „Du, du liegst mir am Herzen" und, ganz zuletzt, mit dem hessischen Schlachtruf: „Aber jetzt an die Flaaschworscht".
Meyer, 10. Otto Scheller, 11. Wilhelm Schmidt L# 12. W. Volkert, 13. H. Heiß.
Neuer deutscher Sieg in Warschau.
Die deutschen Reiteroffiziere kamen am Samstag beim 8. Jnternattonalen Warschauer Reitturnier zu einem neuen Sieg. Im Jagdspringen um den Preis der fremden Heere feierte Oblt. Brandt auf Derby seinen vierten Sieg in fünf Wettbewerben. In dem nicht allzu schweren Zeitspringen legte er eine Zeit von 1:14 vor, die von keinem der Teilnehmer mehr erreicht oder unterboten wurde. Ihm am nächsten kam der italienische Major Lequi, der es auf 1:14,2 brachte. Goldammer unter dem wiederhergestellten Rittmeister E. Hasse teilte sich mit Serpe (Oblt. Bonivento, Italien) in den vierten Platz. Von den 80 gestarteten Pferden blieben 24 fehlerlos, darunter allein sieben deutsche.
Den „Preis der Nationen" am Sonntag gewann die italienische Mannschaft, während die verteidigende deutsche Vertretung stark vom Pech verfolgt war und nur den zweiten Platz belegen konnte. Italien belegte mit 12 Fehlern den ersten Platz, Deutschland kam mit 16 Fehlern auf den zweiten Rang und mit weitem Abstand folgten Ungarn (30V<), Lettland (32) und Polen (34).
stattet; er trug zu seinem Teil dazu bei, daß die Leute vor und auf der Bühne sich zu Hause fühlten in einem bodenständig-vertrauten Umkreis.
Großmann, Metzger und Gastwirt, war Herr Hub; wir haben den Eindruck, daß er und der Autor sich gegenseitig gratulieren dürfen: Herr Hub w der Rolle, und Herr Weber zu der Verwirklichung seiner Zentralfigur. Das war mal eine Sache für Hub, den Komiker, und nicht nur für den Komiker; hier konnte er in jeder Beziehung aus dem Dollen wirtschaften, reden und knattern und renommieren, wie ihm sozusagen der Schnabel gewachsen. Eine saftige Figur aus einem Guß; ein Kerl, wie er im Buch steht ober vielmehr am Schanktisch: er ließ bas Bier laufen, als ob er's gelernt hätte, unb er schmiß bie Leute vor bie Tür, baß es eine Lust war. Jeber Satz saß, unb es kamen auch alle Einzelzüge, bie ben Mann kennzeichnen, richtig heraus: bie Protzensucht unb Kraftmeierei bes Reichgeworbenen, bie „Scholletrank- heit", ber klobige Witz, bas aufwallenbe, patriarchalisch räfonnierenbe Metzgertemperament. — Ein gut Teil vom Erfolg bes Abenbs gebührt ihm.
H. A. Weber: „Holzappel."
Uraufführung am Gießener Stadttheater.
Holzappel heißt ein Dorf in Hessen-Nassau, im Unterlahnkreis, Hauptart ber früher reichsfreien Grafschaft Holzappel. Und schon der alte Goethe hat gesagt, wie man im Verlauf des Stückes erfährt, „das hier wär die fcheenst Gegend uff der ganze Welt ... Un dann is hier in de Kerch e Gruft, da liegt so e alt Prinzessin drin mit Spitzehaube un mit ner eingefallne Nas und nach so e paar Ferschte ... Aach der Eppelmann liegt do, der sich später als General im 30jährige Krieg Me- landa von Holzappel genannt hat un von dem unser Städtche de Name hot." Von diesem Peter Me- lander von Holzappel, der es vom armen Bauernsohn bis zum Reichsgrafen und kaiserlichen Feldmarschall gebracht hat, ist allerdings hier nicht weiter die Rede. Vielmehr handelt es sich um den Acker des Landwirts Christian Bauer fünfter, um das sogenannte Holzappelstück, „e prima Stick", „obe an de Birke", welches, wie mit der Ortsschelle bekanntgemacht wird, in der Wirtschaft zum goldenen Ochsen versteigert werden soll.
Ewald Reusch.
Gruppe t, weibliche Jugend von 14 bis 17 Jahren, 50 Meter: Margot Köhlinger.
Gruppe G, weibliche Jugend bis 14 Jahre, 50 Meter: Elisabeth Sahm und Lieselotte Schmidt.
Lobend erwähnt wurden noch die Altersschwimmer Fritz Hofmann und Johannes Schad; letzterer als Seniorschwimmer mit 60 Jahren. Die Schwimmabteilung des Vereins soll auch im Winterhalbjahr durch regelmäßige Uebungsstunden im Städtischen Volksbad weiter ausgebaut werden.
Zahlreicher als bei den vorgenannten Abteilungen konnten Auszeichnungen aller Art unter die Post- schützen verteilt werden. Im großen Post- wettkampf im Kleinkaliberschießen, an dem 290 Vereine mit rund 38 000 Schützen teilnahmen, kam die Gießener Mannschaft mit 1120 Ringen auf den 58. Platz. Beste Einzelschützen wurden dabei Heinrich Kern mit 153, K. Müller mit 149 und Jungschütze Schad mit 134 Ringen. Der Mannschaft, sowie den Einzelschützen wurde die große Bronze-Medaille zuerkannt. Sieger auf dem
Ein ganz außerordentlicher Erfolg war der zweiten Neuauflage des Feldberg-Rennens im Taunus beschieden. Etwa 50 000 bis 60 000 Zuschauer, also doppelt so viel wie im Vorjahre, bevölkerten die Hänge an den zahlreichen Kurven der 12 Kilometer langen Strecke. Die Witterung meinte es mit den Veranstaltern des Rennens besonders gut. Die Rennstrecke war vollkommen abgetrocknet und erlaubte den Fahrern, die Maschinen voll auszusahren. Das Resultat war, daß fast durchweg gute, ja teilweise sogar blendende Zeiten herausgeholt wurden.
Slucks Hekordfahrl.
Die Krönung des Ganzen bildete in dieser Beziehung selbstverständlich die Rekordfahrt von Hans Stuck, der mit der ganz fabelhaften Zeit von 6:22,3 Minuten einen Stundendurchschnitt von 112,91 Kilometer erzielte. Er unterbot damit den von Kurt Mansfeld im Vorjahre auf einem BMW.-Motorrad aufgestellten absoluten „Feldberg- Rekord" von 111,36 Stdkm. (für die 8 Kilometer lange Strecke Hohemark — Sandplacken) um mehr als eineinhalb Stdkm.
Großartige Leistungen der Motorradfahrer.
Auch die Motorradfahrer vollbrachten mit einem 100er-Tempo auf der für ein Bergrennen un» gewöhnlich langen Strecke von 12 Kilometer mit ihren mehr als 60 Kurven wahre Wundertaten. Die Tagesbestzeit des jungen NSU.- Fahrers O. Steinbach mit 104,85 Stdkm. in der Halbliterklasse, seine gleich bei Beginn erzielten 102,56 Stdkm. mit der 350-ccm-Maschine, der Beiwagen- Durchschnitt des Karlsruher Horexfahrers Braun mit 94,28 Stdkm. und noch so viele andere Zeiten der Motorradfahrer sind großartige Leistungen.
Die Schwierigkeiten der Strecke führten zu zahlreichen Stürzen und Ausfällen, die jedoch in den meisten Fällen ohne schwerwiegendere Folgen blieben. 180 Starts wurden in einer reinen Fahrzeit
So ist das Stück, so läuft die Handlung, die nicht eben groß ist, gelegentlich auch durch Geschichtchen und Kerbemusik ein wenig aufgefüllt wird, aber zusammengehalten durch Die Geschlossenheit des Schauplatzes, vor allem durch die handfeste Mundart und einen ganz urwüchsig sich äußernden trocke- nen Humor, der hier und im weiteren Umkreis gut verstanden werden wird. Das Ganze ist ein richtiges Volksstück, bas doch den ernsthafteren Unterton „Blut und Boden" unaufdringlich mitschwingen läßt. Und trotz dem Mann unter ber Bank (der eigentlich in ben Schwank gehört wie etwa der Mann im Kleiderschrank) sinb die Figuren „ge- sehen" — nicht bloß brauchbare und effektvolle Rollen, sonbern so lebendig, wie man es im Charakterlustspiel erwarten darf. —
Intendant Schultze-Griesheim hatte per- sönlich bte Spielleitung übernommen; er brachte bie Uraufführung zu einem Erfolg, ber bereits nach bem zweiten Akt so gut wie entschieben war unb sich zuletzt in stürmischen Beifallskunbgebungen äußerte. Es war ein heiterer Sieg auf ber ganzen Linie.
Die Spielleitung hatte bie immerhin naheliegende Gefahr des Abgleltens der Darstellung in schwank- mäßige Bezirke und Wirkungen offenbar erkannt unb vorgebaut. Und wenn auch die Kerbestimmung mit Krakeel, mit Blasmusik, mit Vorträgen vom Tisch herunter, mit „Sprüchkloppen" und Tanz schließlich bedeutende Grade erreichte, so wtrd doch (dies ist der Regie zu danken) niemand den ernsthafteren Unterton überhört und jedermann gemerkt haben, daß es dem Autor auf mehr ankam als nur auf die leicht zu habenden Effekte von Wirtshausbetrieb und Kirmeshallo.
Diese Auffassung des Stückes und der daraus abgeleitete Spielstil kamen vor allem dem zweiten Akt zugute, der von unmittelbar zündender Wirkung war und übrigens von dem gesunden Theaterinstinkt des Autors erfreulich Zeugnis ablegte. Die Auseinandersetzung zwischen Großmann und Lis konnte kaum überzeugender gespielt werden.
Meister Löffler hatte den „Goldenen Ochsen" nach den Regeln der Kunst aufgebaut unb ausge
von 3'/- ©hinten abgewickelt. Nach ben Fahrten der Sportwagen-Lizenzfahrer mürbe das Rennen unterbrochen, um allen Besuchern Gelegenheit zu geben, die Uebertragung vom Bückeberg und die Rede des Führers anzuhören.
Die Hennen.
Punkt 10.15 Uhr brauste der erste Fahrer über die Strecke. O. Steinbach, der junge NSU.-Fahrer war es. Als dann feine Zeit tekanntgegeben wurde, 7:01 Minuten — 102,56 Durchschnitt, merkte man gleich, daß sich die Fahrer etwas Besonderes vorgenommen gatten. Kurz nach Steinbach ging auch der erste Wagen, ein von Brüdes (Breslau) gesteuerter MG., auf die Strecke. Dann folgten noch einige Motorrad-, Seitenwagen- und Wagenfahrer, bis alle „Doppelstarter" ihre erste Fahrt absolviert hatten. In der darauffolgenden Pause nahm Gauleiter Sprenger Gelegenheit, die Strecke abzufahren. Und dann folgten die Fahrten Schlag auf Schlag.
Die teste Leistung bei den Ausweis fahrem vollbrachte der DKW.-Fahrer Wünsche, der mit seiner kleinen 250-Kubikzentimeter-Maschine einen 90er-Durchschnitt herausholte. Bei den Lizenzfah- rern überraschte vor allem die schneeige Fahrweise des Schweden Strömberg auf Husqvarna. Mit 104,80 Stundenkilometer und 7:03,2 Minuten war er nur um eine Zehntelsekunde langsamer als der siegreiche Steinbach. Besonders waghalsig schlängelten sich die Beiwagenfahrer durch die Kurven. Brauns Rekordleistung ist schon erwähnt. Don den Sportwagen-Fahrern imponierten vor allem der Sachse Hasse (Adler), Brendel, Frankfurt a. M. (NSU>Fiat) und Berg, Altena (Mercedes-Benz).
In der Klasse der Sportwagen dis 2000 ccm kam Dr. Noll- Gießen auf BMW. in der Zeit von 8:11,4 Minuten mit 85,83 Stundenkilometer über die Strecke und zum Sieg.
Nach der Führerrede gingen bie Rennwagen über
Germania Fulba mit 6:4 Punkten an. Hanau 93 liegt mit 4:4 Punkten im Mittelfeld, während DsB. Friedberg, Spielverein Kassel und SV. Bad-Nau- heirn nach wie vor das Ende der Tabelle einnehmen.
Gau Südwest: FSV. Frankfurt — Kickers Offenbach 5:0; Opel Rüsselsheim — Eintracht Frankfurt 2:3; FV. Saarbrücken — Union Niederrad 5:0; FK. Pirmasens — Borussia Neunkirchen 2:3; Phönix Ludwigshafen — Wormatia Worms 1:3.
Gau Bayern: Bayern München — Spvgg. Fürth 0:2; FC. München — Wacker München 2:4; 1. FC. Nürnberg — 1860 München 3:0; BC. Augsburg — ASV. Nürnberg 5:0; 1. FC. Bayreuth gegen Schweinfurt 05 0:2.
Oer Marathonlauf in Oiez.
Unter Teilnahme von 43 Läufern und unter Oberleitung des Olympiatrainers v. d. Planitz fand am Sonntag in Diez ein Marathonlauf statt, bei dem die 42,2 Kilometer lange Strecke, die über Teile des Westerwaldes führte und mit Start und Ziel in Diez bis nach Montabaur reichte, an die Läufer große Anforderungen stellte. Von den 43 gestarteten Teilnehmern passierten 31 bas Ziel, die drei ersten Plätze sielen an die Stuttgarter Bertsch, Jahn und H e l b e r, hinter denen der Berliner Siegers den vierten Platz einnahm. Die übrigen Teilnehmer kamen nicht mehr unter bie Dreistunbengrenze. 1. Bertsch-VfB.Stuttgart 2:45,18 Stunben; 2. Jahn-VfB. Stuttgart 2:48,33 Std.; 3. Helber-Stuttgart 2:55,40; 4. Siegers-Komet Berlin 2:57,53; 5. Kohn-Polizei Berlin 3:00,05; 6. Hor- nung-Pol. Wiesbaben 3:01,35; 7. Jentzfch-DfL. Berlin-Moabit 3:05,28 ; 8. Orbanz-Pol. Dresden 3:07,31; 9. Weber-Tgm. Stuttgart 3:09,33; 10. Gotfch-Bewag Berlin 3:10,33.
Stiftungsfest und Siegerehrung im Post-Sportverein Sießsn.
Der Verein hielt am Samstagabend im Katholischen Vereinshaus sein drittes Stiftungsfest ab. Der Vereinsführer Seibel hob in feiner Ansprache die Bedeutung des Sportes als Mittel zur Erhaltung der Volksgesundheit und Förderung der vom Führer erkämpften Volksgemeinschaft hervor.
Erstmalig traten die Jugendadteilungen bes Vereins mit ihren Vorführungen in Erscheinung. Die Knaden-Turner mit Uebungen am Pferd und in ber Bodengymnastik; die Mäbchen mit Ballübungen, Volkstänzen und einem herrlichen Reigen. Die von den Turnwarten Schmidt und Götz geleiteten, in exakter Weise durchgeführten Hebungen fanden reichlichen Beifall. Die Kapelle Schleuse sorgte mit ihren flotten Weisen für bie notwendige
Unterhaltung. Mit der Feier des Stiftungsfestes war gleichzeittg die
Siegerehrung
verbunden.


