Das neueAdreßbuch sürSiadi und Kreis Gießen
reit, die Spielzeit für Allel Aus dem schönen da- Her zu uns, wer Freude sucht! Her zu uns wer bischen Lande kehrt Gert Geiger zurück und im Wechselspiel der Bühne gesteigerte Lebenskräfte meint mit süddeutscher Herzlichkeit, „wer jetzt noch I für den Werktag sammeln will!
Fahrplan für
Rückfahrt:
Uhr
ab
an
Telephon 3170
Nachstehend geben wir den diesen Zug nochmals bekannt:
an ab
20.46
20.34
20.26
20.19
19.20
Lollar Gießen Großen-Linden Lang-Göns Frankfurt (Hbhf.)
Rheinfahrt.
t: ab
Die deutsche Arbeitsfront n.9.=6cmeinf(haft „firafl durch freute"
Hinfahr 7.20 Uhr 7.33 „ 7.43 „ 7.52 „ 8.47 „
Fassadenkletterer macht reiche Beute.
LPD. Bad-Nauheim, 6. Sept. In der Nacht auf Freitag suchte ein Fassadenkletterer Bad-Nauheim auf, der mit reicher Beute abziehen konnte. Er kletterte bis in das zweite Stockwerk eines Hauses und entwendete aus verschiedenen Zimmern von Kurgästen Schmuckstücke und Bargeld. So erbeutete er u. a. einen Damenring mit Brillant im Werte von 200 Mark, einen weiteren Damenring mit Brillant im Werte von 1200 Mark, zwei Granat-Armbänder im Werte von 5Ö0 Mark, eine Brosche, eine Krawattennadel mit Perle und etwa 700 Mark Bargeld.
in Anspruch:
Her zu uns! Her zu uns, wer die Kunst liebt!
Die Fahrkarten zu dem Urlauberzug Ham- burg/Nordsee vom 11. bis 19. September können auf der Geschäftsstelle Gießen, Schan- zenftrahe 18, abgeholt werden. Der Zug fährt ab Gießen, 11. September, 22.55 Uhr und kommt am 19. September in Gießen wieder an um 5.48 Uhr.
Sonderzug
am Sonntag. 8. September, nach Frankfurt a. M. zur Ausstellung Rhein-INainische wirtschaftsfchau.
Zu der am Sonntag, 15. September, stattfindenden zweiten Rheinfahrt sind noch einige Plätze frei. Die Fahrt geht ab Gießen mit der Bahn bis Mainz, von dort mit dem Schiff über Rüdesheim, wo ein längerer Aufenthalt zur Besichtigung des Niederwald- Denkmals vorgesehen ist, nach Koblenz. In Koblenz treffen sich alle Urlauber im Weindorf. Am Abend wird die Fahrt mit der Bahn von Koblenz über Wetzlar nach Gießen zurückgelegt.
Eine Limeswanderung
findet am Sonntag, 8. September, unter Führung des Assistenten des Oberhessischen Museums, Herrn S z c z e ch statt. Wir fahren morgens mit dem Frühzug nach Garbenteich, wandern von Garbenteich den alten Pfahlgraben entlang, wo Herr Szczech aus feiner reichen Erfahrung allerlei Interessantes über den Limes berichten wird. Im Verlaufe der Wanderung berühren wir Kloster Arnsburg und fahren dann später nach Lich. Es ist für diesen Tag eine
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schauten die Soldaten des alten Heeres zu chm mif. 3n die em Sinne übergab er Kamerad Schwender die Führung der Ortsgruppe.
Orisgruppenführer Schwender dankte den Kameraden Bill und Friedrich für alle Müh- und Arbeit, sprach sich gegen ,ede Lau- h-it und gegen di- Juden aus und rief zu neuer Arbeit im Sinne des Bundes, des Heeres und des Führers auf. Ein geselliger Teil beschloß den Abend.
Sonntagskarte nach Lich zu lösen. Die Fahrkarte kostet 90 Pfennig.
Laienspielfchar.
Die nächste Probe der Laienspielschar findet Montag, 9. September, um 20 Uhr im Saale der Gastwirtschaft Dippel, Oswaldsgarten, statt. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten.
Kameradschafisabend
der ehemaligen Berufssoldaten.
Der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten hielt unter der Leitung von Kamerad Bill am Donnerstag im „Aquarium" einen außerordentlichen Kameradschaftsabend ab, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag des
Landesverbandsführers kam. IN o h n e r-Darmsiadt stand. Dieser erinnert» eingangs an das Ziel des Bundes, in Treue dem Volk und Vaterland zu dienen. Einen besonderen Willkommensgruß widmete er dem Kameraden Lotz, der mehr als 30 Jahre zum Bunde steht. Dem Bund stehe eine große Aufgabe bevor. Er werde das Sammelbecken und die Auffangorganisation für den kommenden Soldatenbund werden. Die Beratungen über die Organisation dieses Soldatenbundes stünden vor dem Abschluß.
Für die bisherigen Bundesmitglieder besteht angesichts des, neuen Soldatenbundes des Dritten Reiches kein Grund zur Beunruhigung über die Zivilversorgung, Sterbekasse usw. Es werde ein Weg wie beim Beamtenbund gesunden werden, durch den diese Einrichtungen erhalten bleiben. Es werde im neuen Bund eine Säule gebildet, die sich allein mit der Regelung solcher Dinge befasse.
Im Bunde sei jeder einzelne willkommen, man lege aber keinen Wert auf Quantität Es komme darauf an, wie der einzelne sich zum neuen Staat stelle. Wer es nicht freudig tun könne, solle aus dem Bunde austreten. Allen Mitgliedern sei Gelegenheit zur Mitarbeit in den Gliederungen der Partei geboten. Der Redner rechnete dann mit den Staatsfeinden und den Dunkelmännern ab und
Auch die„Men" sind wieder da
Zur neuen Spielzeit des Gießener Stadttheaters.
Zwei Familienväter im Steinbruch tödlich verunglückt.
LPD. Heppenheim, 6. Sept. Im Stein- bruch der Firma Erde! bei Kirschhausen ereignete sich ein schweres Unglück. Nach einer Sprengung rutschte eine Wand nach und begrub den Bruchmeister Georg Z e n g e r aus Heppenheim und den Arbeiter Josef Wilhelm Antes aus Kirfchhaufen unter sich. Trotz angestrengter Arbeiten konnten die beiden Arbeitskameraden nur als Leichen geborgen werden.
sprach von den Leistungen, die das neue Deutschland unter Adolf Hitlers Führung vollbracht hatte und forderte jedes Mitglied zur Nacheiferung auf. Damit der einzelne feine Pflicht gegenüber dem Staate erfüllen könne, feien ihm Ausbildungsmöglichkeiten, wie z. B. die Heeresfachfchule gegeben. Auch der Bund sorge für die Erhaltung und Vertiefung der erworbenen Kenntnisse. Der Staat stehe auf dem Leistungsprinzip und darum, solle jeder Soldat an sich arbeiten.
Der Bund habe erreicht, daß Umzugs- und Trennungsgeld in Hessen der Höhe im Reich angepaßt wurden. Auf Anregung des Bundes würden auch die Uebergangsgelber nur noch um 11 v. H. gekürzt. In Gießen liege im Gegensatz zu anderen Städten und Gemeinden in Hessen die zivile Versorgung im argen. Es sind Schritte bei der Stadtverwaltung unternommen, um eine bessere Berücksichtigung zu erzielen.
Der Landesverbandsführer M o ß n e r erklärte, daß er die Bitte des Ortsgruppenführers Schwender um Enthebung von feinem Führeramte ablehnen mußte. Kam. Schwender war während feiner Krankheit beurlaubt, aber unter Berücksichti- gung feiner bisherigen Arbeit könne feinem Wunsche im Interesse der Gießener Ortsgruppe nicht ent- sprochen werden) Damit wurde Kamerad Schwender wieder als Ortsgruppenführer eingesetzt. Der Landesverbandsführer dankte besonders Dem Kameraden Bill, der in der Zwischenzeit die Ortsgruppe mustergültig geführt hatte.
Der bisherige
Orlsgruppenführer Bill
gab einen kurzen Rückblick über die Ereignisse der letzten 6 Monate und sprach von den Abschlußprüfungen der Stufe I bei den von 32 Prüflingen nur einer wegen eines Unfalles zurücktreten mußte. Don den 31 weiteren wurden 11 die mündlichen Prüfungen in mehreren Fächern erlassen, 10 erreichten die Note gut. Er erinnerte weiter an die Teilnahme der Ortsgruppe Gießen am Bundestag in Saarbrücken und an die Einführung der Wehrpflicht durch den Führer. Voll Dank und Stolz
Der Oberheffifche Adreßbuchoerlag legt soeben das Adreßbuch der Stadt und des K r et - es Gießen 1935 der Oeffentlichkeit vor. Wie die bisherigen Bücher weist auch dieses neue Adreß- duchwerk die gewohnte sorgsame Bearbeitung aus. Das Buch, in dem auf 556 Seiten die Emwohner- und Firmenoerzeichnisfe von 7 Stabten und 74 Landgemeinden mit mehr als 100 000 Einwohnern erfaßt find, stellt außerdem ein zeitgemäßes Nach- chlaqewerk über alle öffentlichen Einrichtungen n Stadt und Kreis Gießen dar. In besonderem Maße wird es den sehr gesteigerten Anforderungen des Wirtschaftslebens gerecht. Die richtige Verwen- düng und Nutzung der sorgfältig bearbeiteten Verzeichnisse bietet aber auch im Privatleben, sowie bei der Arbeit der Behörden und der Geschäftswelt außerordentliche Erleichterungen. Für das Ge- chäftsleben bedeutet das Buch eine vorteilhafte Kundenwerbung durch wirksame Anzeigenankündigungen in Verbindung mit ergänzenden Hinweisen in den Anschriften- und Geschäftsverzeichnisfen.
Das Adreßbuch-ist in übersichtlicher Weise gegliedert. Im Anschluß an ein Vorwort des Verlags inbet man zunächst bie Inhaltsübersicht, baran an- chließenb eine Gebrauchsanweisung unb ein Verzeichnis ber im Verlag aufliegenden auswärtigen Adreßbücher. Don besonderem Interesse ist sodann die Anordnung von Jubiläumstafeln Gießener Unternehmungen, in bie sich über 100 Jahre, über 75 Jahre, über 50 Jahre unb über 25 Jahre be- tehenbe Geschäftsbetriebe einzeichnen ließen.
Der Abschnitt I enthält bas Verzeichnis ber Be-
hörben, ber Universität, Schulen, Kirchen usw., bie Unfallmelbestellen, ben Notruf, bas Aerzteverzeich- nis, bie Anschriften ber Konsulate, Sachverstänbigen unb Bücherrevisoren, weiterhin als geschlossene Gruppe bie Anschriften der Dienststellen der NSDAP., der Deutschen Arbeitsfront, der Kreis- Handwerkerschaft, der Verbände, Innungen, Vereine und Kassen.
Im Abschnitt II findet man bas alphabetische Einwohner- und Firmenverzeichnis der Stadt Gießen.
Der Abschnitt III umschließt bas Verzeichnis der Straßen und Häuser von Gießen.
Aus dem Abschnitt IV erhält man an Hand Des tandels- unb Gewerbeverzeichnisses ber Stadt Gie- en jeden gewünschten Aufschluß.
Der Abschnitt V ist dem Landkreis Gießen gewidmet; hier sind bie allgemeinen Angaben über jeben Ort bes Kreises unb seine Einwohner in Übersicht- licher Weise verzeichnet.
Der Abschnitt VI, ber ben Anzeigenteil enthalt, gibt vielseitigen Aufschluß über bas geschäftliche Leben in ber Stabt und im Kreise Gießen.
Der Gießener Stadtplan und ber Stabttheater- plan bieten eine vorteilhafte Vervollkommnung des Buches. .
Man muß anerkennen, daß bas Ziel, ein vollkommenes Verkehrswerk zu schaffen, dem wirtschaftlichen Ertrag übergeordnet wurde. Das neue Adreßbuch wird dem öffentlichen und geschäftlichen Leden, aber auch im privaten Gebrauch unzweifelhaft wertvolle Dienste leisten können.
nicht zu uns kommen will, den holen wir uns selbst". In guten Dingen soll man niemanden widersprechen. Luise Decker hat ben Urlaub im heimatlichen Bab-Nauheim verbracht und voller Neid im Zuschauerraum die neuen Kollegen bewundert, die dort an jedem Sontagabend spielen. Mit besonderem Ehrgeiz und großer Spielfreude kehrt sie nun wieder nach Gießen zurück. Auch Paul W r e d e wollte sich nicht von der hessischen Landschaft trennen. Nur zu kurzem Aufenthalt könnte ihn die Rundfunkausstellung nach Berlin verleiten, dann zog es ihn wieder in die schöne Gießener Umgebung. Und in diesem Ausgleich von Rhythmus ber Weltstabt unb Stil ber Lanb- schaft finbet Paul Wrebe dje Ruhe zur Vorbereitung seiner Pläne. Heinz Weiser hat ben Sommer über an ber Ostsee eifrig musikalisch gearbeitet unb erklärt, er finge nun viel lieber vor einem ausverkauften Haufe. Nicht etwa wegen bes Beifalls — nur wegen ber Akustik! Auch Anton Neuhaus hat in ben Ferien weitergearbeitet unb bas große Heimatfestfpiel zum Gauturnfest inszeniert. Er freut sich jetzt schon auf bie großen Rollen, bie ihm bie neue Spielzeit bringt; in ber Eröffnungsvorstellung wirb Toni Neuhaus bem Publikum als „Großer Kurfürst" entgegentreten. Peter Schorn hat aus Hamburg bie Lungen voll Seeluft unb bas Herz voll Tcttenbrang mitgebracht. Karl Tank unb Hans Seitz roieber find in Gießen geblieben unb haben sich mit unverhohlener Freube das lebhafte Interesse an ber neuen Spielzeit angesehen unb harren nun erwartungsfroh mit ben anderen ber Dinge bes Spielplans.
Wir „Alten" finb wieder da. Und wenn am 1. Oktober in unserem Hause die Spielzeit eröffnet wird, erwarten wir alle Freunde und viele neugewonnene Besucher, die am künstlerischen Erlebnis teilnehmen wollen. Nach sommerlicher Gemütlichkeit herrscht jetzt im Theater erhöhte Geschäftigkeit und fieberhafte Arbeit. Das ganze Haus ist davon erfüllt, das Theaterbüro, die Kaffe, der technische Betrieb — und bie Bühne.
Wozu all diese Anstrengungen, alle Bemühungen, aller Aufwand? Wir sind bereit, das Spiel kann beginnen! Bereitschaft erwarten gerade wir „Alten" von unseren Freunden und Anhängern. Bereitschaft für die Kunst, Bereitschaft für das Stadttheater im besonderen. Wenn auch wir „Alten" zur unermüdlichen Werbung für die kommende Spielzeit aufrufen, so treten wir ein in zielbewußter Arbeit für den Aufstieg deutscher Kunst. Aus der Größe unse- rer Arbeit nehmen wir das Recht für bie Mahnung
Aus bem Dramaturgischen Büro des Stadttheaters wird uns geschrieben:
Nur kurze Zeit trennt uns noch von dem Tag, an dem wir wieder fast allabendlich vor unsere Freunde hintreten werden, im bunten Spiel der Bühne, in der beglückten Wechselwirkung aller Künste, aus dem Alltag herauszureißen und Schönheit und Weite des Lebens zu beweisen. Jeder beginnenden Spielzeit geht das Interesse voraus, wer kommt für jene, die uns in der Wandelbarkeit des Bühnenberufes verlassen haben. Nach der allgemein üblichen Sitte, als höflicher Mensch erst seine Visitenkarte abzugeben, haben sich unsere „Neuen" in buntem, abwechslungsreichem Neigen bereits durch Bild und biographi- chen Eigenbericht vorgestellt. Aber auch wir, bie wir uns als „Alte" bereits länger mit ben Geschicken biefer Bühne oerbunben fühlen, möchten nicht fang- unb klanglos vor unsere Freunbe hintreten.
Aus bem kunstreichen, alten Dresben sendet Rose Stirl mit ihrem Töchterchen Antonia herzliche Grüße und Hoffnung frohen Wieber- ehens; es ist fraglich, wer von beiden sich mehr auf die Rückkehr nach Gießen und die kommenden Monate der Spielzeit freut. Unser Allerweltsspieler und Meister des Humors Heinrich Hub hat in Der heißen Sonne des Edersees eifrig die Frage diskutiert, ob überhaupt in der kommenden Spielzeit das Theater all die neuen Abonnenten wird fassen können. Das Seniorpaar Luise Schubert- Jüngling und Karl Dolck, die von uns allen am längsten mit dem Wohl und Gedeihen der Gießener Bühne verwachsen sind, glauben fest, alle bisherigen Freunde wieder begrüßen zu können. Aus staatlicher Achtwochenpension im Gelände militärischer Exerzierplätze sendet Anton Wahlen im Gefühl „Musketier fein’s luftige Brüder" allen, die kommen, herzliche Grüße und frohes Wiedersehen. Auf manchen Abend fröhlicher Laune, aber auch ernsten Verweilens bei den unsterblichen Werken unserer Tondichter freut sich Maria Perry. Mit herzlicher Sicherheit und lachendem Optimismus ist sie aus ihren Ferien zurückgekehrt und schon wieder bei der Arbeit. In felsiger Bergwelt stärkt sich Wolfgang Kühne für die großen Aufgaben einer arbeitsreichen Spielzeit. Nicht leicht ist es, als Autor durchs Leden zu wandern. Karl Ludwig Lindt trägt sich mit dem Gedanken, wiederum einem Musenkind zum Leben zu verhelfen. Wofür doch Ferien manchmal gut sind. Und doch ift’s ihm eine Selbstverständlichkeit, daß alle seine Freunde uns und ihm die Freundschaft halten. Mit bem Motorrab quer burch Deutschlanbs Gaue startete Kurt L ü p k e. Sonnengebräunt geht's nun wieder an die Arbeit mit der Devise: alles für die Spiel-
Herbstliches Spiel. Noch einmal enthüllt sich das wunderbare Schauspiel glutvoller Reife. Noch einmal trinkt die Seele bie Sonnenkraft beglückenben Naturgefchehens. Jnbesfen spinnen sich blitzende Fäden von Blatt zu Blatt, von Strauch zu Strauch.
Die Zeit hat sich erfüllet... ri. W. Sch.
Amt für Dolkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd.
Am Montag, 9. September, und Dienstag, 10. September, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd burch bie NS. - Frauenschaft die O p f e r r i n g f a m m« I u n g (Lebensmittelsammlung) für die NS.-Volks- wohlfahrt statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspende (Pfundpakete) zur Abholung bereitzuhalten.
AGV., Ortsgruppe Sießen-Nord.
Montag, 9. d. M., findet die Einziehung des Lebensmittelopferringes für den Monat September statt. Die Hausfrauen werden gebeten, bie Spenden bereitzuhalten und den Inhalt auf die Umhüllungen zu schreiben.
Oeutsche ArbeitSsrynt.
Abteilung für Arbeilsführung unb Berufserziehung.
Erstes ßeiftungsfdjreiben in Kurzschrift unb Maschinenschreiben.
Die Arbeitsschule ber Abteilung für Arbeitsführung unb Berufserziehung in ber Kreiswaltung Gießen hält am fommenben Sonntag, 8. September, 9 Uhr, im Haufe ber Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Lonystraße 18, ihr erstes Leistungsfchreiben in Kurzschrift und Maschinenschreiben ab. Wir rufen alle Kurzschriftler und Maschinenschreiber zu diesem Wettkampf auf. Sofortige Anmeldung erbittet die Geschäftsstelle, Gießen, Lonystraße 18, Zimmer 9.
Sportkurse »Krass durch Freude"".
Heute findet folgender Kursus statt:
Don 17 bis 19 Uhr Leichtathletik, für Frauen unb Männer gemeinsam, auf bem Universitätsfportplatz am Kugelberg.
Tennis am Sonntagvormittag:
Don 8 bis 9 Uhr: Stäbtische Tennisplätze am Schützenhaus; von 9 bis 10 Uhr: Stäbtische Tennisplätze am Schützenhaus.
Vornottzen.
— Taaeskalender für Samstag: NSG. „Straft durch Freude": 17 dis 19 Uhr L-ichtathl-ttl auf dem Universitätsfportplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Petterson & Bendel . — Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen: 20.30 Uhr auf ber „Karlsruh" Froher Samstagabend, ver- bunden mit Siegerehrung.
— Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Petterson Lr Bendel DHC., Ortsgruppe Gießen: September-Wanderung. — Männer- und Frauenvereinigung der Matthäus» gemeinbe Gießen: 14.30 Uhr auf bem Schiffenberg Familientag. — Ruberklub Haffia 1906 e. D.: Ab 14 Uhr Olympia-Werbung unb Stäbte-Achter.
(Siebener Dochenmarktpreije.
* Gießen, 7. Sept. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 12, Wirsing (grün) 12 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 15, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römisch- kohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 22, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 40, Rhabarber 6 bis 8, Kürbis 6 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4 bis 4% Pf., der Zentner 3,60 bis 4 Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Fall» äpfel 5 bis 8, Pfirsiche 40 bis 50, Brombeeren 40 bis 45, Preiselbeeren 45, Birnen 10 bis 30, Zwischen 10 bis 15, Mirabellen 20 bis 35, Renekloden 19 bis 25, junge Hähne 80 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Gänse 75 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 5 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 4 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, En- divien 5 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 15 bis 40, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf.
** Arbeitsvergebung. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt in einer Bekannmachung in unserem heutigen Anzeigenteil die Vergebung der Weißbinder- und Anstreicherarbeiten zur äußeren Herstellung der Alten Klinik und der Torhäu- ser an der Walltorstraße, am Seltersweg und an der Rodheimer Straße aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat August gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingefehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ityre etroaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.
** Die Gewerbeschule Gießen beginnt ihr Winter-Semester am 2. November. Die erfreuliche Belebung auf allen Gebieten der Wirtschaft drückt sich — wie man uns schreibt — auch in dem Bedarf an tüchtigen Fachkräften aus. Nur derjenige wird den Anforderungen, die die heutige Zeit beruflich an ihn stellt, gewacksen sein, der neben praktischer Erfahrung gute theoretische Kenntnisse besitzt. Dieses fachliche Wissen sich aneignen zu können, dazu bietet sich an der Gewerbeschule mit ihren zahlreichen Abteilungen beste Gelegenheit. Die dritte Verordnung zur Durchführung bes Gesetzes über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks macht die Ausübung eines selbständigen Handwerks von dem Besitz der Handwerkskarte und die Erlangung dieser Karte von der bestandenen Meisterprüfung abhängig. Jedem Maurer, Zimmerer, Schreiner, Maler, Schuhmacher, Schlosser, Elektriker usw. ist an der Gewerbeschule Gelegenheit geboten, sich das für die Meisterprüfung erforderliche Wissen anzueignen. Die staatliche Abgangsprüfung ersetzt den theoretischen Teil der Meisterprüfung. Befähig- ten Schülern mit guter Volks- oder höherer Schulbildung vermittelt sie den Weg zu den höheren technischen Staatslehranstalten für Hochbau, Tiefbau und Maschinenwefen. Man beachte die heutige Anzeige.
** Die Auffchriftenfeite der Fenster- b r i e f u m s ch l ä g e. Bei Fensterbriefumfchlägen war es bisher zugelaffen, auf der Vorderseite im Raum oberhalb des Fensters die linke Hälfte, unterhalb des Fensters aber nur das linke Drittel für Absender- und Werbedrucke zu benutzen. Künftig dürfen derartige Aufdrucke allgemein nur noch auf dem linken Drittel angebracht werden. Die Umschläge, bei denen sich bie Aufbrucke oberhalb des Fensters über das linke Drittel hinaus erstrecken, können noch bis zum 31. Dezember 19 3 6 aufgebracht werben.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Herbstliches Spiel.
Sanft unb leise hebt es an: gleich einem träumerischen Abagio, bas in zarten Tönen aufquillt, bann zum jubelnben Crescenbo überleitet unb allmählich roieber verhallt. Das ist bas herbstliche Spiel. Der feierliche Abgesang bes Lebens.
Draußen vor ber Stabt, wo bie letzten Häuser wie Vorposten in bie Lanbschaft ragen, wallen morgens bie Nebel. Sie ziehen als phantastische Gebilbe burch ben Wiesengrunb unb verlieren sich am Felbrain, wo im hornigen Gestrüpp bie letzten Beeren reifen.
lieber ber müben Lanbschaft aber liegt ber schwere Atem erfüllter Fruchtbarkeit.
*
Am Mittag, wenn bie Sonne scheint, finb bie Bänke in ben Anlagen noch sehr begehrt. Inmitten ber letzten Blütenfülle scheint ber sommerliche Zauder noch einmal zu erwachen unb sein rauschenbes Fest aufs neue zu beginnen. Aber es ist in Wirklichkeit bas herbstliche Spiel, bas auch hier seine Akkorbe anschlägt unb mit jubelnben Hymnen brilliert.
Denn schon in ben Nachmittagsstunden spurt man bie schwindenbe Sonnenkraft. Alte Mütterchen haben ihre Mäntel angezogen, bie Bänke werben leerer unb bie Schar ber Spaziergänger verzieht sich in bie Geschäftsstraßen, wo bie Auslagen in ben Schaufenstern roieber stärkere Anziehungskraft ausüben. Unb bald flammen auch in ber Innenstadt bie hellen Lichter auf, im beren Schein bie herbstliche Dämmerung langsam versinkt.
*
Aber in ben Gärten lobern bie herbstlichen Feuer. Der Geruch bes verbrannten Krautes zieht straßenweit burch bie Stabt. Auch ein herbstliches Spiel. Unb haben wir nicht alle als Kinber mit großem Entzücken bieses Spiel gespielt? Welche Lust, wenn bie Flammen emporschlugen unb man hernach aus ber glühenben Asche schwarzgeröstete Kartoffeln suchen konnte, beren Geschmack an Köstlichkeit nichts Ebenbürtiges hatte. Es ist bas gleiche Spiel, heute wie bamals.
Inzwischen werben von kräftigen Armen bie Früchte bes Herbstes aus ben Gärten heimgetragen: Birnen unb rotbackige Aepfel, knollige Kartoffeln unb Pflaumen. Unb in jeber Frucht bewahren sich tief versteckt bie Keime fommenber Entfaltung, bie Träger neuen hoffnungsfrohen Werbens.


