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Oberheffen.

40 Jahre Molkereigenossenschaft Groß-Felda.

£ Groß-Felda, 6. Sept. Die hiesige Mol­kereigenossenschaft begeht in diesem Jahre ihr 40jähriges Jubiläum. Aus diesem An­laß fand im Gasthaus,Lur Traube" eine General­versammlung statt, zu der 328 Genossen erschienen waren. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Friedr. Wilhelm Stein aus Stumpertenod, eröffnete und leitete die Versammlung. Direktor Schußler trug den Geschäftsbericht und die Bilanz vor. Er gab einen Ueberblick über die Marktlage im Molkerei­wesen in früheren Jahren, der er die heute wesent­lich günstigere Lage gegenüberstellte. Die Zuteilung von bestimmten Gebieten an eine Molkerei, unter Ausschaltung der örtlichen Konkurrenz, hatte für die hiesige Molkerei den Nachteil, daß die tägliche Milchanlieferung um 1500 Liter zurück ging. Im­merhin zeigte sich, daß der Neubau der Käserei im Jahre 1926 auf lange Sicht vorgenommen worden war. Die Verarbeitung eines Teils der abfallen­den Magermilch ist dadurch gesichert. Da die Mol­kereien, die Frischmilch liefern, einen wesentlichen geschäftlichen Vorteil genießen, so wird vom Milch­versorgungsoerband an die verarbeitenden Molke­reien ein Ausgleich geliefert, der für die hiesige Molkerei im vergangenen Jahr gegen 50 000 Mark betrug. Einige Zahlen aus der Bilanz: Milchanlie­ferung 3 142 450 Liter, Buttererzeugung 73 981 Kilogramm, Weichkäse 226 985 Kilogramm. Der Gesamtumsatz betrug 553 528 Mark. Die Genossen­schaft unterhält außerdem noch ein Lager in land­wirtschaftlichen Futter- und Düngerartikeln u. ä., das für 116 665 Mark Waren umsetzte. Der Ge- samtreinqewinn betrug 4846 Mark, nachdem die nötigen Abschreibungen usw. vorgenommen worden waren. Nach dem Vorschlag des Aufsichtsrates sol­len die Anteile mit 4 vH. verzinst werden. Die Generalversammlung schloß sich dem an. Bei den Neuwahlen wurden die ausscheidenden Aufsichts­ratmitglieder wiedergewählt. Direktor S ch ü ß l e r gab dann ein Bild der 40jährigen Geschichte der Molkerei. Sie war entstanden als Akt der Selbst­hilfe gegenüber der verhängnisvollen Freihandels­politik des damaligen Reichskanzlers Eaprivi. Die Entwicklung ging nicht immer vorwärts, besonders die feit 1922 betriebene Käserei brachte manche Rückschläge und Enttäuschungen. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Leitung und Aufsichtsrat, die auch in schwierigen Zeiten bestand, wurden auch solche Zeiten überwunden. Auf zahlreichen Ausstel­lungen bis hin zu den letzten des Reichsnährstan­des wurden im Laufe der Jahrzehnte die Erzeug­nisse der Molkerei ausgezeichnet. Als man im Jahre 1928 eine Ausstellung in Paris, im Mutter­land des Camembert, beschickte, wurde der Camem­bert der Molkerei mit dem Grand Prix mit Ehren­kreuz und goldener Medaille ausgezeichnet. Der Vorsitzende gab eine Reihe von Glückwunschtele­grammen bekannt. Anschließend sprachen die Gäste, darunter Kreisbauernführer Geiß im Auftrag des Landesbauernführers. Mit Dank an alle Mitarbei­ter und der Aufforderung zu weiterer genossen­schaftlichen Zusammenarbeit schloß die Versamm­

lung in üblicher Weise. Die Genossen blieben dann bei einem einfachen Essen, mit Bier, das gestiftet wurde, noch einige Zeit beisammen.

Landkreis Gießen.

wg. Großen-Buseck, 6. Sept. Die A r - beitsdienstabteilung 5/222 und der A r - beitsdank veranstalteten am Mittwochabend hier in der GastwirtschaftZur Germania" einen Kameradschaftsabend. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Musikzug der Arbeitsdienstabteilung erfreute mit ausgezeichneten musikalischen Darbietungen, die mit Recht lebhaften Beifall fanden. Nach kurzen Ansprachen von Ober­feldmeister L o e s ch und Bürgermeister R e b h o l z machte Feldmeister Hans in einer längeren An­sprache mit den Aufgaben und Zielen des Arbeits­dankes eingehend bekannt, und er bat alle Volks­genossen, den Arbeitsdank nach besten Kräften zu fördern. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde noch mancherlei schöne gesellige Unterhaltung ge­boten.

+ Grünberg, 6. Sept. Wie verlautet, soll die neue Gemeindevertretung sich aus zwei Beigeordneten und sieben Gemeinderäten zusam­mensetzen. Nach der alten Gemeindeordnung waren es ein Beigeordneter und 12 Gemeinderäte. Der jetzige Gemeinderat, der nach der Neuordnung im Jahre 1933 gebildet wurde, ist im Laufe der zwei Jahre von ursprünglich 12 Mitgliedern infolge Wegzuges oder Ausscheidens bis auf sieben gesun­ken. Seit Ende Februar, mit dem Tode von Bei­geordnetem Möller, ist auch der Posten des Bei­geordneten verwaist. Dem Vernehmen nach sollen von den jetzigen Gemeinderäten die Mitglieder Spengler, Gehringer, Großhaus auch dem neuen Gemeinderat angehören. Als neue Mit­glieder werden genannt: Pfeffer, Schott, Werner und Lang. Der hiesige Obst - und Gartenbauverein unternahm am Donners- tagnachmittag eine Besichtigungsfahrt nach Holz­hausen im Ebsdorfer Grund. Eingehend wurden dort die von Stummschen Gartenanlagen besichtigt und besonders deren Hauptzierde, die etwa 180 Sorten aufweisende Dahlienschau. Einen kurzen Be­such statte man auch dem benachbarten Amöneburg ab. 90 Mitglieder beteiligten sich an der Fahrt, die mit zwei großen Omnibussen ausgeführt wurde.

ch L i ch , 7. Sept. Der Alicefrauenver- e i n L i ch ist eifrig an der Arbeit, für ein am 22. September im Schloßpark geplantes G ar­te n f e st. Der Reinerlös kommt vaterländischen Zwecken, in erster Linie der Arbeit für das Rote Kreuz, zugute.

T Lich, 7. Sept. Der Verein für Rasen­spiele, der schon immer eine sehr rührige Tätig­keit entfaltete, veranstaltet am Sonntag einen Werbeabend, der zugleich als Kamerad­schaftsabend durchgeführt werden soll. Als Redner wurde Gaugeschäftsführer U h l (Kassel) ge­wonnen, der über das ThemaFußballsport ist Volkssport" einen Vortrag halten wird.

Kreis Büdingen.

EU Nidda, 6. Sept. Bei einem Gewitter mit heftigem Donner, das gestern über

Nidda niederging und leider nur geringen Regen brachte, gingen die Pferde eines hiesigen Land­wirts mit dem Pfuhlwagen durch. Die Tiere rissen auf der tollen Fahrt ein Motorrad um, das vor einer Wirtschaft stand und beschädigt wurde, ferner verlor der Pfuhlwagen ein Rad. Der Gespannlenker, ein Schwager des Pferdebesitzers, fiel vom Wagen und wurde, da er die Zügel nicht losließ, eine Strecke weit geschleift, kam aber zum Glück mit leichten Hautabschürfungen und einigen Prellungen davon. Die Pferde konnten schließlich in einer engen Gasse zum Stehen gebracht werden.

Kreis Alsfeld.

CV) Groß-Felda, 6. Sept. Am Samstag, 7. September kann unser ä l t e st e r E i n w o h - n e r Schreinermeister Christian Schäfer in sel­tener geistiger und körperlicher Frische seinen 93. Geburtstag begehen. r v ,

st. Kirtorf, 6. Sept. Dieser Tage fand hier im Rathaussaal eine Versammlung der Ortsbauernschaft statt. Ortsbauernführer Fritz Li ehr begrüßte die Teilnehmer und sprach dann über agrarpolitische Maßnahmen der Regie­rung. Er erörterte zunächst die Stabilisierung der Preise auf dem Getreide- und Viehmarkt und zog Vergleiche mit der Preisgestaltung früherer Jahre. Der Führer der Ortsbauernschaft gab dann zur

Kenntnis, daß Pächter von Land, die jetzt noch Be­ziehungen irgendwelcher Art zu Juden unterhalten, ihm unverzüglich zu melden seien; solche Pachter, die ihre Bindungen mit Juden nicht losen können, hätten die Entziehung des von ihnen bewirtschaf- teten Pachtlandes zu erwarten. In weiteren Aus- führungen wies er auf die Organisierung des Vieh- Handels durch arische Händler hin und betonte daß sich dem Viehhandel möglichst überall deutsche Volksgenossen widmen sollten. Sodann beschäftigte man sich mit der Kontingentierung des Brotgetrei- des. Zum Teil wurden auch Kontingentierungsmar- ken ausgegeben. Im weiteren Verlauf der Ver­sammlung wurde noch über die Gestaltung des Erntedankfestes gesprochen und demBauernkonig des vergangenen Jahres aufgegeben, entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Bürgermeister L a t h e r erörterte noch die Frage des Flurschadens durch Schwarzwild. Er wies dabei darauf hin, daß die von den Wildschweinen aufgewühlten Grasstücke sehr stark von Engerlingen durchsetzt seien, die von den Wildschweinen aufgespürt werden. Der Gras­wuchs sei auf diesen Stücken an sich so gut wie verdorben. Es ergebe sich die Notwendigkeit, dem Maulwurf mehr Schonung angedeihen zu lassen. Mit Schlußworten des Ortsbauernführers und mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer fand die Versammlung iiy; Ende.

Zuchtviehversteigerung in Wehlar.

A Wetzlar, 6. Sept. Auf der heutigen Zucht- viehversteigerung von mitteldeut­schem rotem Höhenvieh, die der Reichsver­band der Rinderzüchter Deutschlands, Abteilung Mitteldeutsches Rotvieh, veranstaltete, bewegten sich die Preise im Durchschnitt von 710 Mark, für Bullen von mehr als 15 Monaten um 640 Mark. Den Spitzenpreis von 1150 Mark erzielte der Züch­ter Hermann Schott (Kappel, Kurhessen), den Spitzenpreis in der 2. Klasse für Bullen über 15 Monate der Züchter Georg Helm (Airlenbach im Odenwald). Der Gesamtumsatz von rund 35 000TK. beweist den wirtschaftlichen Wert dieser Veranstal­tung. Ein großer Teil der Tiere, die aus den be­kannten Zuchten der Kurhessisch-Waldeckschen, West­fälischen-. Odenwälder-, Vogelsberger-, Usinaer-, Lahn-Dill-Unterverbände stammen, blieb im We­sterwald, Lahn-Dill, Vogelsberg und Wetzlarer Ge­biet.

Der Bestand wechselte restlos den Besitzer, da die Nachfrage stärker war, als das Angebot. Außer­ordentlich günstig war das Angebot für Bullen über 15 Monate. Die älteren Tiere, die besonders hohe Leistungen aufweisen konnten, wurden sehr rasch abgesetzt. Für die aufgetriebenen vier Rinder wurden nur geringe Angebote abgegeben, so daß sie anschließend an die Versteigerung zum freien Verkauf zugelassen wurden. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau unterstützte die Versteigerung wieder­um durch die Bewilligung von Sonderprämien.

Die 4 Zuchtschweineversteigerung des Landesverbandes der Schweinezüchter in Hessen- Nassau, die sich noch nicht eingebürgert hat, war mit zehn Ebern und einer Sau beschickt. Der Absatz ließ zu wünschen übrig, da nur die preisgekrönten Tiere abgesetzt wurden. Die Preise bewegten sich zwischen 170 bis 135 Mark.

Prämiierungsergebnisfe:

Klasse I: Bullen von 12 bis 15 Monaten.

Leistungspreise: 1. Preise: Hch. Pfeiffer III. (Wiesenbach, Lahn-Dill), Adam Thome (Oberdieten, Lahn-Dill); la-Preise: Th. Fischer (Hof Zwiefalten, Oberhessen), Konrad Steinhaus (Heskem, Kurhessen), Wwe. Anton Schwarz (Hörnsheim), Karl Amend (Neukirchen), Gg. Helm (Airlenbach i. Odw.).

Formenpreise: la: Dr. Ritgen (Wormeln, Wests.); 1b: Herrn. Schott (Kappel, Kurhessen); 1c: Otto Grebe II. (Wiesenbach); Id: Th. Fischer (Hof Zwiefalten, Oberhessen); le: Wilh. Groß (Roden­bach, Kurhessen); If: Karl Amend (Neukirchen). 2a: Hugo Volk (Hörnsheim); 2b: Johs. Schäfer (Hörnsheim); 2c: D. Heuser (Niederwald, Kurh.); 2d: Hch. Pfeiffer III. (Wiesenbach); 2e: Adolf Geiß (Zeilbach, Oberh.); 2f: Dr. Ritgen (Wormeln); 2g: Hch. Leukel II. (Niederwald); 2h: Wilh. Gerber (Groß-Selheim, Kurh.); 2i: Konr. Steinhaus (Hes­kem); 2k: Hch. Koch (Oberasphe, Kurh.). 3a: Gg. Helm (Airlenbach i. Odw.); 3b: Wwe. Gg. Reitz VI. (Klein-Gladenbach); 3d: Wwe. Anton Schwarz (Hörnsheim).

Klasse II: Bullen 1 5 Monate und älter.

L e i st u n g s p r e i s e: la: Gg. Helm (Airlen­bach) und Rud. Wörner (Ansbach, Usingen); Gg. Helm (Airlenbach), Jak. Siefert (Fronhof, Odenw).

F o r m e n p r e i s e: la: Gg. Helm (Airlenbach, Odenwald); 2a: Jakob Siefert (Fronhof); 2b: Georg Helm (Airlenbach); 3a: Jak. Siefert (Fronhof); 3b: Wwe. Balzer (Niederwald, Kurh ). Anerkennungen: Rudolf Wörner (Arnsbach, Usingen).

Eber: 1. Preis: Anton Vogt II. (Dornholzhau­sen); 2. Preis: A. Schmidt (Hörnsheim); 3. Preise: Otto Schneider (Hörnsheim); Heinrich Mack IV. (Niederkleen); Anton Engel V. (Hörnsheim).

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