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Der Fünfer-Ausschuß geht an die Arbeit
London stellt leichte Entspannung sest
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an den Völkerbund
15 begründet. Der Umstand,
Das Fort Llal-Llal derLlrsprung des italienisch-abessinischen Konflikts
Teil Abessiniens in Besitz nehmen und sei keineswegs damit einverstanden, daß der Völkerbund die Aufrechterhaltung der Ordnung in Abessinien in die eigene Hand nehme.
„Times" schreibt, der Rachleil des Jünfer- Ausschusses sei. daß er einen weiteren Aufschub bedeute. Man brauche keine übertriebenen Hoffnungen auf ihn zu sehen. Seine Arbeit sei derartig begrenzt, daß die Aussichten einer Regelung nicht glänzend seien. Ein Erfolg sei nur möglich, wenn entweder die Italiener angesichts des ungeheuren Widerstandes gegen ihre Politik und ihre Methoden in Genf die zuerst abgelehnten Vorschläge erneut erwägen würden oder wenn der Ausschuß selbst die Vorschläge anziehender für Italien machen würde. Vielleicht werde ein weiteres Zugeständnis an Italien in der Frage der inneren und der Grenzpolizei vorgeschlagen werden. Mün glaube aber, daß Mussolini auf ein italienisches Völkerbundsmandat über ganz Abessinien dringe. Dies würde er als volle Befriedigung feiner Ansprüche ansehen. Abessinien sei offenbar bereit, so gut wie jedem Zugeständnis zuzustimmen, das feine nationale Selbständigkeit nicht zerstöre.
Am Montag trete die Völkerbundsver-
Erntedanktag 1935.
Sonderzüge am 5. Oktober zum Bückeberg.
Auch In diesem Iahre werden aus dem Gau Hessen-Nassau mehrere Sonderzüge zu dem eierlichen Staatsakt auf dem Bückeberg (6 Oktober) ahren. Für diese Sonderzüge ist die bei spiel. oseFahrpreisermatzigung von 75 v. h. gewährt worden, so daß Z. v. die Fahrt Frank- urt a.M.—Bückeberg und zuruck nur 7 Mark kosten wird. Die Sonderzüge werden voraussichtlich am 5. Oktober abfahren und am 7. Oktober wieder im Heimatort eintreffen. Jfjre Abfahrt«,eil wird fo gelegt, daß sie von allen anderen S t a tIonen gut erreicht werden können. Auch für die Zubringerstrecke gilt die 75prozentige Fahrpreisermäßigung, wenn die Fahrtteilnehmer im Besitz der Sonderzugfahrkarte sind.
Es ist zu erwarten, daß sehr viele Volksgenossen die Gelegenheit wahrnehmen, an dem Erntedankfest auf dem Bückeberg teilnehmen zu können. Alle Volksgenossen, die sich an der Fahrt beteiligen wollen, müssen sich daher umgehend, spätestens jedoch bis zum 10. September, bei den zuständigen Ortsbauernführern melden. Für die Städte Wetzlar, Friedberg, Alsfeld nehmen die Dienststellen der dort ansässigen Kreisbauernschaften die Meldungen entgegen.
Ls wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nur diejenigen Volksgenossen die Sonderzüge benutzen können, die ihre Anmeldung rechtzeitig, also bis zum 10. September, abgegeben haben. Verspätete Anmeldungen werden nicht berücksichtigt. Volksgenossen, die sich bereits bei anderen Dienststellen angemeldet haben, müssen ihre Anmeldung ebenfalls bis zum 10. September bei den oben erwähnten Dienststellen der Bauernschaft wiederholen. Nähere Einzelheiten betreffend Abfahrt der Sonderzüge usw. werden rechtzeitig durch Rundfunk und Presse bekanntgegeben.
heil Hitler!
Gez. Müller-Scheld.
Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsminlsteriums für Volksaufklärung und Propaganda.
Eine Flugzeugaufnahme des Forts Ual-Ual an der Grenze Abessiniens nadh Jtalienifch-Somaliland. Hier ereignete sich der erste Zusammenstoß zwischen Italienern und Abessiniern, an dem, wie jetzt das gemischte Schiedsgericht feststellte, keine der beiden Parteien schuld ist. Das Fort ist mit einer breiten Dornbuschhecke, einem tiefen Graben und einem Palisadenzaun gesichert; es schützt etwa 200 Brunnen, 6er wertvollste Schatz in der wasserlosen Somali-Wüste. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
s a m m l u n g zusammen, von der kaum erwartet werden könne, daß ihre Mitglieder angesichts einer großen Herausforderung die gleiche Selbstbeherrschung zeigen würden, wie der Völkerbundsrat. Die letzte Berufung Abessiniens habe sich auf Artikel 15 be
Genf, 6. Sept. (DRV.) Der Völkerbundsrat hat Freilagnachmittag in öffentlicher Sitzung beschlossen, ein Ratskomitee von fünf Milgliedern einzusehen, das die Gesamt- heil der italienisch-abessinischen Beziehungen prüfen foll, um eine friedliche Lösung zu suchen. Dem Komitee gehören England, Frankreich. Polen. Spanien und die Türkei an.
Die Einsetzung dieses Komitees, dessen Zusammensetzung der Ratspräsident vorschlug, wurde ohne Aussprache beschlossen. Der Ratspräsident gab dabei bekannt, daß ihm der italienische Delegierte seine Stimmenthaltung mitgeteilt habe, wie bereits gestern gemeldet. hatte der italienische Vertreter erklärt, daß Italien gleichfalls im Ausschuß verlre- t e n sein müsse, wenn Frankreich und England ihm angehören sollten. Baron Aloisi hat an den nichtöffentlichen Vorbesprechungen, die zu diesem Beschluß führten, feilgenommen, ist aber der öffentlichen Sitzung wiederum ferngeblieben.
Vor dem Beschluß des Völkerbundsrates hatte lediglich der mexikanische Vertreter das Wort ergriffen, um an die Erklärung der lateinamerikanischen Staaten vom 3. August 1932 über die Nichtanerkennung gewaltsamen Gebietserwerbs zu erinnern. Unter allgemeiner Interesselosigkeit wendete sich der Rat nach dem Beschluß in der italienisch-abessinischen Angelegenheit kleineren Fragen seiner Tagesordnung zu.
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lieber die Vorgänge bei der Ernennung des Fünfer-Ausschusses berichtete „Daily Telegraph , Italien habe sich mit der Wahl der Türkei einverstanden erklärt, weil sie, obwohl sie nicht auf gutem Fuß mit Italien stehe, ein mehr oder we- Niger faschistischer Staat sei. Dänemark sei aus dem entgegengesetzten Grunde a b gelehnt worden. Am Freitagvormittag habe Italien zunächst einen Gegenvorschlag gemacht, wonach es mit Lavals, nicht aber mit Edens Anwesenheit im Ausschuß einverstanden fei. Laval habe diese Anregung aber rundweg a b g e - lehnt. Litwinow habe eine Einladung, dem Fünfer-Ausschuß anzugehören, abgelehnt, weil er ihn als eine Fassade betrachte, hinter der der Völkerbundsrat sich feiner Verantwortung entziehen wolle. Litwinow habe dann später während der öffentlichen Sitzung feine kraftvolle Rede gehalten, um dieser Entscheidung entgegenzuarbeiten.
Irak als Musterbeispiel.
London, 7. Sept. (DNB. - Funkspruch.) Die Londoner Presse ist der Meinung, daß die durch Aufgabe des italienischen Widerstandes ermöglichte Bildung des Fünfer-Ausschusses eine, wenn auch nur leichte Entspannung der Lage bedeutet. Man vermutet, daß der Ausschuß, bei seiner Arbeit die seinerzeit von Mussolini verworfenen Pariser V o r s chl ä g e zum Ausgangspunkt nehmen wird. Daß die passive Zustimmung Alvisis zur Ernennung des Ausschusses als grundsätzliche Aende- r u n g der Haltung der Italiener zu betrachten ist, wird allerdings bezweifelt. Der demonstrative Weggang der Italiener bei jedem Erscheinen von abessinischen Vertretern am Konferenztisch wird teils als dramatisch, teils als komisch bezeichnet.
Der Genfer Berichterstatter des „Daily Telegraph" glaubt zu wissen, daß Laval einen neuen „Plan einer friedlichen Regelung" ausgearbeitet habe, der in einer Beziehung von den Pariser Vorschlägen ganz beträchtlich abweichen soll. Zn Paris war vorgesehen, in Abessinien eine abessinische Polizeitruppe unter europäischen Offizieren einzurichten. Unter Berufung auf die erfolgreiche Verwendung einer internationalen Streitmacht im Saargebiet habe Laval nunmehr die Mitglieder des Völkerbundes eingeladen, eine internationale Gendarmerie t r u p p e für den Polizeidienst in Abessinien zur Verfügung zu stellen. Der Berichterstatter meint aber, Italien wolle offenbar den größten
Italiens hin, ohne Rücksicht auf die Tatsache, daß das Ergebnis ein Krieg in Europa sein könnte. Moskau fürchte einen solchen Krieg sicher nicht, denn es glaube, daß es auf diese Weise imstande sein werde, seine Lehre zu verbreiten. Der Weltfriede werde gegenwärtig nicht von Italien bedroht, sondern von der kommunistischen Internationale in ' Moskau, sowie von solchen Organisationen, die den vereinigten internationalen sozialistischen Arbeiterausschuß und dem internationalen Gewerkschaftsbund angehörten, die gegenwärtig in Genf tagten.
Für freie Memel-Wahlen.
Ein Schweizer Blatt fordert Ueberwachung durch den Völkerbund.
Basel, 6. Sept. (DRB.) Das rigorose Doraehen der Litauer bei 6en Vorbereitungen zu den Landtagswahlen wird auch in der Schweiz scharf verurteilt. Die „Neue Züricher Zeitung" sagt: Wenn die Litauer Deutschlands Drang nach dem Osten fürchten, so handeln sie unklug, wenn sie Deutschland auch nur einen Schein do* Recht liefern, mit dem es eines Tages eine „aktive Politik" ihnen gegenüber begründen kann. Sie erschweren für diesen Fall auch jede Intervention der Mächte zu ihren Gunsten. Gerade weil über dem europäischen Nordosten eine gewisse Unsicherheit schwebt, gehört die Beachtung des Memel st atuts zu den Hauptvoraussetzungen für die Erhaltung des Friedens. An einer Regelung der Beziehungen zwischen Litauen und Deutschland ist auch das übrige Europa interessiert, wahrscheinlich mit der einzigen Ausnahme von Rußland, dem Deutschlands schlechte Beziehungen zu seinem kleinen Nachbar passen, um es verdächtigen zu können. Es ist deshalb zu wünschen, daß die Bemühungen der Garantiemächte unter britischer Führung Litauen zu einer einsichtigeren Methode zurückzufüh- ren vermöchten. Heute ist die Frage naheliegend, ob nicht, wie schon mehrfach angeregt wurde, die Ga- rantiemächte den Völkerbund ersuchen sollen, die kommende Wahl des Memellandtages zu überwachen, damit sie wirklich frei und geheim und nach demokratischen Grundsätzen vor sich geht.
und nicht der Gerechtigkeit. Italien aber lasse eine solche Vorherrschaft nicht zu, sondern verlange Gerechtigkeit.
Italien rüst weitere 200000 Mann unter die Waffen.
Rom, 6.Sept. (DNB.) Die von Mussolini in Bozen angekündigte Einberufung von weiteren 200 000 Mann unter die Waffen, wird in der Form durchgeführt, daß alle Wehrpflichtigen der Iahres- klassen 1911 bis 1914, die bisher aus besonderen familiären Gründen ihrer Dien st pflicht nicht zu genügen Hatten, e in g eg o g e n wer- den. Aus jedem Jahrgang können auf diese Weise unter Abzug eines Hundertsatzes für Ausnahmefälle noch durchschnittlich 5000 0 Mann eingezogen werden. Ihre Dienstzeit, die normalerweise für ihre Gruppe nur drei Monate betragen würde, wird auf die allgemein in Italien gültige Dauer von 18 Monaten ausgedehnt Bekanntlich wurde vor kurzem in Italien gesetzlich bestimmt, daß kein Diensttauglicher mehr von der allgemeinen Wehrpflicht ausgenommen werden kann.
daß der Fünfer-Ausschuß nicht auf Grund dieses Artikels arbeite, fei ein Zugeständ- n i s an Italien. Leider fei noch nicht zu erkennen, daß sich Italien mit „weniger als der militärischen Zerstörung Abessiniens begnügen werde". Die Genfer Verhandlungen hätten jedoch klar gezeigt, welche weit verbreitete Verurteilung ein Beharren auf biefer Haltung Hervorrufen würbe. Jeder Tag gebe der italienischen Regierung neuen Grund 'zu der Erwägung, ob ihrem Interesse nicht am besten durch eine Regelung gedient werde, die ihr alle materiellen Vorteile gebe, die sie vernünftiger Weise verlangen könne.
In der „D a i l y M a i l" Lord Rothermeres wird von einem ungeheuren Propagandafeldzug gegen Italien gesprochen, der von allen sozialistischen und kommunistischen Kräften auf Befehl der Dritten Internationale geführt werde. Diese Kräfte, deren Wortführer Litwinow gewesen sei, arbei-
dieser Einigkeit eigentlich noch, außer sich selbst? Es sei traurig, daß der einzige Franzose, der in Genf die Sprache des internationalen Rechts spricht, Professor Jöze fei. Allerdings vertrete er auch nicht Frankreich.
Italien behält sich alles vor.
Scharfe Kritik am Völkerbund.
Mailand, 7. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der ,(Sortiere della Sera" sagt, der bestellte Schiedsaus- fchuh möge ruhig tagen, prüfen und seine An- ichten bekanntgeben. Man habe in dem Schieds- pruch für den Zwischenfall von Ualual d a s h e r r- lichste Beispiel für ein „Meisterstück derHeuchelei" gefunden. Italien behalte sich jeden- alls volle Handlungsfreiheit vor. Der Dvlker- tunb fei kein übernationales unparteiisches Tribunal, sondern nur ein Kreis von Diplomaten, in dem die Interessen gewisser Nationen vorherrschten, die zum Schaden der anderen bisher eine Vormacht- ftellung innegehabt hätten. Der Völkerbund fei also ein 3 n ft r u m e n t der Unterdrückung
Havas teilt mit, daß der spanische Vertreter im Völkerbundsrat, Madariaga, zum Vorsitzenden des Fünfer-Ausschusses gewählt worden sei, und bemerkt dazu, daß keiner besser als dieser die Geheimnisse des Völkerbundsmechanismus kenne. In der ersten Sitzung des Fünfer-Ausschusses am Samstagvormittag würde der englische und der französische Vertreter die drei anderen Mitglieder von den Pariser Julibesprechungen in Kenntnis setzen, und zwar von den Angeboten, die dem italienischen Vertreter Baron Aloisi gemacht worden seien, sowie von den Umständen, unter denen diese Angebote durch Aloisi a b g e l e h n t worden seien. In englischen Genfer Kreisen erkenne man heute an, daß die französisch-englischen Vorschläge vorn Juli nur eine Verhandlungsgrundlage bedeutet hätten. Es handele sich jetzt also für den Fünfer-Ausschuß darum, eine Lösung zu finden, die von Italien eherangenv mm e n werden könnte, ohne allerdings die abessinische Souveränität zu verletzen.
Als Muster hierfür könne der Vertrag dienen, den England mit dem Jrak abge- schloffen habe und der sich auf zwei hauptsächliche Punkte stütze: die englische Regierung habe den König vom Irak, der ja auch Mitglied des Völkerbundes sei, alle Freiheit und Unabhängigkeit der Souveräne des Britischen Reiches zuerkannt. Seinerseits habe der König vom Irak das besondere Interesse Großbritanniens anerkannt, nämlich die Freiheit seiner Ver- Bindungswege zu sichern, woraus folge, daß er den Engländern das Recht zuerkannt habe, auf feinem Staatsgebiet Flotten- und Luftstützpunk t e anzulegen und die Polizei zu kontrollieren. Es scheine, daß der Fünfer-Ausschuß des Völkerbundsrates «in gleicher Richtung einen Vorschlag ausarbeiten könnte, der den politischen und wirtschaftlichen Ansprüchen Italiens genügte. Aber der Ausschuß müsse sich darüber klar sein, daß seine Arbeit sehr schwierig und sehr langwierig sein werde.
Paris mit dem Sowjetsreund unzufrieden.
Paris, 7. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Excel- sior" sagt, marxistische Ideologen hätten Genfer Ideologien annektiert, die auf der unbedingten Achtung der selb st herrschenden Nationalitäten begründet seien, also eine Art pazifistisch-revolutionäre Kreuzung zwischen Wilsonschen Träumen und Lehrsätzen der zweiten und dritten Internationale, bei der die Völkerbunds-
Ltm das Korporaiions- studenienium.
Staatssekretär Dr. Lammers legt die Führung der Gemeinschaft studentischer Verbände nieder.
B e r 1 i n, 6. Sept. (DNB.) Der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei, Dr. Lammers, hat in seiner Eigenschaft als Führer der Gemeinschaft studentischer Verbände (GStV.) an die Ser« bandsführer der in ihr zusammengeschlossenen Verbände folgendes Schreiben gerichtet:
Ich war genötigt, zwei große Verbände aus der GStV. auszuschließen, die DeutscheBur- sch en schäft, weil sie durch ihre Führung den von mir mit der GStV. erstrebten Zielen, insbe- sondere der von mir verlangten kameradschaftlichen Zusammenarbeit mit allen anderen Verbänden, zu deren Reform bewußt entgegengehandelt und eigene politische Sonderziele verfolgt hat, den K ö s e n e r SC., weil seine Führung sich gewei- gert hat, die von mir gewünschte restlose Durchführung des Arier-Grundsatzes, freiwillig zu vollziehen, den alle anderen Verbände durchgeführt haben ober bis zum 1. November 1935 durchzu- führen verbindlichst zugefagt haben.
Das Ziel, bas ich mir als Führer ber GStV. gesteckt fjatte, ein geeintes beutfdjes Korpora tions st ubententum zu schaffen, das den Anforderungen gerecht wird, die Staat und Partei an die studentischen Verbände und Korporationen zu stellen befuqt sind, hat sich also als unerreichbar herausgestellt. Zu meinem Bedauern bin ich daher genötigt, d i e Führung der GStV. niederzulegen. Ich spreche allen Verbandsführern, die sich mit mir zu treuer Mitarbeit verbunden hatten, für das mir entgegengebrachte Vertrauen meinen aufrichtigen Dank aus.
Heil Hitler!
Gez. Dr. Lammers, j
Oie Wehrmacht übernimmt die Brandenburger Torwache.
Ein Ereignis für das Bild ber Straße Unter ben ßinben zog Freitag mittag Taufende von Berlinern nach dem Brandenburger Tor. Zum er« ftenmal feit 1918 bezogen Freitag mittag um 12.30 Uhr Mannschaften der Wehrmacht die Wache am Brandenburger Tor, die feit 1918 von der Schutzpolizei und feit 1933 von der Landespolizei gestellt wurde. Um 12.30 Uhr marschierte die Wache unter Führung des Musikkorps der Wachtruppe a m Pariser Platz auf. Das Kommando: „Präsentiert das Gewehr! Wache Brandenburger Tor Vergatterung!" erscholl und unter ben Klängen des Präsentiermarsches marschierten ein Unteroffizier unb sechs Mann von ber Nordseite des Branden- burger Tors zum Wachlokal an der Südseite. Während die Ehrenkompanie präsentierte, wurde auf dem Wachlokal die Reichskriegsflagge gehißt. Mit klingendem Spiel marschierte die Wachtruppe die Linden hinab zum Ehrenmal.
Manöver des IX. Armeekorps in der Bayerischen Ostmark.
Kassel, 6. Sept. (DNB.) Wenige Tage nach Beendigung der Herbstübungen des VI. Armeekorps in der Lüneburger Heide wird im Süden des Reiches das IX. Armeekorps seine Manöver durchführen. Dom 13. bis 18. September wird Inder bayerisch en Oberpfalz im Raume Kemnath — Kreußen — Pegnitz — Sulzbach — Hirschau — Weiden — Kemnath das IX. Armeekorps, verstärkt durch Zuteilung aus anderen Befehlsbereichen, zu drei Uebungen zufammengezoaen. Unter Leitung bes Kommanbierenben Generals, Generalleutnant D o l l m a n n in Kassel, werben Truppen aus Hannover unb Braunschweig gegen hessische Regimenter in ben verschiedensten Kampfarten üben. Da das Manövergelände in zwei bis zweieinhalb Autostunden von Nürnberg au» erreicht werden kann, werden viele TeUnehmer am Reichsparteitage besonders die zweitägige Uebung vom 17 bis 18. September nach Abschluß des Parteitages besuchen. Von der Manöverleitung wird Vorsorge getroffen werden, dpß btt Zuschauer die Gefechte von geeigneten Höhen aus in allen wichtigen Phasen gut beobachten tonnen
satzung z u einer 21 r t Bibel werde. Unter Berufung auf diese neue Bibel könnte Genf, wenn man nicht aufpasse, in der Welt blutigere Kämpfe heraufbefchwören, als es die früheren Religionskriege waren. — Der „Ami du Peuple" erklärt: England fei liberal unb parlamentarisch, Italien antiliberal unb antiparla« I mentarisch, unb zum Aerger ber Engländer scheine Italien diese Einstellung Glück zu bringen. Also will England gegenwärtig wohl weniger die Nilgegend schützen ober sich Petroleum schaffen, als vielmehr eine anbere Herrschaftsform im Innern treffen. Man begreife allerdings nicht, weshalb weder England noch andere euro^ päifche Staaten eine gleiche Haltung gegenüber ber fönigsmorbenben, verbrecherischen Sowjetdik- t a t u r einnehmen wollten, wie gegen die faschistische Diktatur, obwohl diese nichts zerstöre, sondern viel aufgebaut habe.
Der „Quotibien" erklärt, Laval stehe in Mei - nungsverschiebenheiten zur französischen öffentlichen Meinung, zur englischen Politik, zu den Wünschen ber Linkspolitiker unb $u seinem Freunbe und Verbündeten Litwinow. Hernot habe doch wohl hoffentlich nicht vergessen, daß er sich zum Besch ü tz e r ber kleinenNationen erklärt habe. Er werbe sicherlich Laval an die Achtung der $a£te erinnern. Wen vertrete Laval angesichts


