guter Vererbung gelegt. Die alten Germanen seien die besten Tierzüchter der damaligen Zeit gewesen. Auch bei den Pflanzen sei durch Gregor Mendel eine Vererbung festgestellt worden. (Einige Tafeln erläuterten sehr anschaulich die einzelnen Grundsätze der Mendelschen Lehre und brachten Beispiele für die Vererbungsformeln.) Die Mendelschen Gesetze ließen sich auch sehr gut für die menschliche Erblehre anwenden. Man wolle nicht nur nach dem Kranken forschen, sondern auch die erwünschten gefunden Anlagen genau kennenlernen.
Jedes Individuum sei das Produkt der Erbanlage und der Umwelteinflüsse. Da wir eine Erbanlage nichl heilen könnten, müßten wir Dege zur Vorsorge suchen.
Beseitige man z. B. bei einem Individuum eine Mißbildung, die erblich sei, so sei wohl das betreffende Jndividium geheilt, aber sein Nachkomme sei von dieser Mißbildung nicht befreit. Die Familien- und Sippenforschung sei für die Erbforscher von großem Wert, weil sie aus den biologischen Verhältnissen der Vorfahren manches für die Nachkommen lernen könnten. (Verschiedene Bilder machten den Unterschied zwischen Ahnen- und Sippschaftstafeln klar.) Bei der Sammlung des Materials habe man sich an die Aerzte, Lehrer, politische Leiter und sonstige Interessenten gewandt, die in mühevoller Arbeit mit dazu beigetragen hätten, daß wir heute in Gießen ein in Hessen einzigartig dastehendes Erbforschungsmaterial beisammen hätten. (Tafeln und Bilder berichteten aus der Arbeit des Gießener Instituts.) In sechs bis sieben Monaten habe man hier etwa 3000 Sippen mit IP 000 Personen erfaßt.
Die Zwillin-Hsforschung fei heute die idealste Methode, um die Frage: wie reagiert die Erbanlage auf die Umwelteinflüsse, die von außen auf das Individuum einwirken? zu lösen. Bei eineiigen Zwillingen sei nämlich die Erbmasse gleich, aber die Umwelteinflüsse könnten grundsätzlich verschieden sein. Mit sehr großer Genauigkeit könne man heute feststellen, ob es sich um eineiige ober zweieiige Zwillinge handele. 70 Merkmale am Körper des Zwillings würden geprüft und gemessen, um dies festzustellen. Ein ganz besonderes wichtiges Merkmal fei die Blutgruppenbe st immun g, denn eineiige Zwillinge müßten derselben Blutgruppe angehören. (Wieder erläuterten Bilder die Ausführungen Dr. Kranz'.) Durch massenstatistischen Vergleich und durch Analyse der Erbanlage könne man feststellen, wie weit die Umwelteinflüsse wirken.
Der nalionalfozialistische Staat treibe Gesundheitspolitik auf weite Sicht. Deshalb schließe er durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses Erbkranke, die sich asozial zeigen, aus der Fortpflanzung aus. Die Sterilisation bedeute keine Strafe, sondern eine Wohltat für den einzelnen, als auch für die Familie und das Volk.
Eine andere Methode, die auch eine Klärung der erbforfcherifchen Fragen bringe, fei ba/5 Tier- züchtungsexperiment. hier versuche man festzustellen, ob neue Merkmale sich auch als vererbbar erweisen. Derartige Tierversuche seien außerorbent- lich kompliziert und langwierig. Jeder deutsche Volksgenosse müsse bei den Fragen der Vererbung den Forschern helfen, damit diese das Rüstzeug für das Sein oder Nichtsein unseres Volkes ausarbeiten könnten. Seit drei Jahrzehnten habe die Rasfe-
Die Deutsche Turner schäft begeht an Pfingsten in Koburg die Feier ihres 75jährigen Bestehens. Das ist uns Anlaß, auf die turnerische Bewegung in unserem Heimatgau von' 1813 bis zu Den Ko- burger Tagen 1860 etwas näher einzugehen.
D. Red.
Im Gebiet des heutigen Gaues XII: Hessen hat die turnerische Bewegung schon in der frühesten Jugendzeit des deutschen Turnwesens feste Wurzeln gefaßt. Ausgangspunkt der völkisch-freiheitlichen Bestrebungen war die alte Universitätsstadt Gießen, die Gaufeststadt für das diesjährige 1. Gaufest des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, hier gründeten vaterlandsbegei- fterte Studenten, die zumeist als hessische Freiwillige Jäger am Feldzuge 1814 in Frankreich teilgenommen, eine „Deutsche Gesellschaft", die sich die Verbreitung Arndtfcher und Jahnscher Gedanken als Ziel gesetzt und auch dem Turnen die erste Heimstätte im Gau der Hessen bereitet hatte. An der Spitze standen die Brüder Karl und August Fallen, die dann auch die Führer der „Gieß e- ner Schwarzen" wurden, eines Bundes, der sich die Aufgabe gestellt hatte, das studentische Leben von Grund auf zu erneuern. Das geheime Bundeszeichen war das heißt: „Im Herzen Mut, Trotz unterm Hut, am Schwerte Blut, macht alles Gut", ein Spruch, der wohl aus dem Kreise von Jahns Deutschem Bunde stammt und schon 1813 von dem Jeneser Vandalen Riemann einem Bundesbruder ins Album geschrieben wird. 1816 bereits bildeten die „Schwarzen" in Gießen eine Turngemeinde. Zu frohem Spiel und zu erhebenden vaterländischen Feiern (Gedenken an Die Schlachten an der Katzbach, bei Leipzig und bei Waterloo und an Körners Todestag) zogen Studenten und Turner hinaus auf den „Trieb", der auch wieder Festplatz fein wird beim Gaufest des RFL. in den ersten Tagen des Erntemonds dieses Jahres. Am 22. Juli 1818 wurde das erste größere Turnfest in Gießen gefeiert, nachdem wenige Monate zuvor Karl Fallen auf dem Feldberg im Taunus bereits eine Versammlung abgehalten hatte, bei der zwei Tage lang „auf dem Gipfel des Berges geklettert, geredet, gesungen und beraten" worden war.
Hygiene in einem engen Kreis gearbeitet, erst der nationalsozialistische Staat habe die Rassenhygiene zum Allgemeingut des deutschen Volkes gemacht. Der Arbeiter der Stirn und der Faust müßten auch hier Zusammenarbeiten, um ein freies und gesundes deutsches Volk zu schaffen."
Indem Dr. Kranz noch des Mannes gedachte, der die wahre Volksgemeinschaft dem deutschen Volk brachte, schloß er feine Ausführungen mit einem heil auf unseren Führer Adolf Hitler.
Den Gießener „Schwarzen" gebührt das Verdienst, den turnerischen Gedanken weitergetragen zu haben in die Lande um Main und Rhein und darüber hinaus, selbst über die Wogen des Ozeans. Auf ihren Turnfahrten, die sie gemeinsam mit Gefährten aus Frankfurt a. M., Darmstadt, Heidelberg usw. unternahmen, wurde geturnt in den volkstümlichen Hebungen und die Gründung neuer Vereine angeregt. Wo in Hessen und im Rhein-Main- Gebiet in der Frühzeit des deutschen Turnens, in den Jahren bis zur Turnsperre Turngemeinden entstanden ober auch nur bie Anfänge turnerischen Lebens sich zeigten, ba war ber Keim in vielen Fällen von Männern gelegt worben, bie bem Kreis ber Gießener „Schwarzen" angehörten ober nahestanben. So grünbete Christian Sartorius, einer ber eifrigsten ber „Schwarzen" unb ber tätigste Apostel bes Turnwesens, 1817 einen Turnverein in Darmstabt, ebenso regte er bie Anlegung eines Turnplatzes in Kirchen a. b. Sieg an. In biefe Zeit fällt auch bie Grünbung ber Turnplätze in Bonn unb Köln, vermutlich auf Anregung bes Sartorius, ber sich 1818 längere Zeit in jenen Stäbten aufhielt. In Butzbach hatte bereits 1814 ein Mitglieb ber Gießener „Teutschen Gesellschaft", ber Pfarrer unb Conrektor Friedrich Lubwig W e i b i g, bas Turnen bei feinen Schülern eingeführt. Der Gießener „Schwarze" Völker, ber Sohn bes Kastellans auf der Wartburg, schuf im September 1818 die erste Turnstätte in Tübingen, auch in Hanau a. M. (seit 1816) und in Marburg (1819) wurde in ber Frühzeit bes beutschen Turnwesens bereits eifrig geturnt.
Doch bie „Turnsperre" 1819 bereitete biefen viel- versprechenben Anfängen ein rasches Ende. Das Turnen „zog sich in bie Häuser unb Gärten zurück". In verschiedenen Orten des heutigen Gaugebiets fand es in den Schulen eine Zufluchtsstätte. So wissen wir, daß während der Verbotszeit in Gießen, Hanau, Butzbach und wohl auch anberorts weiter geturnt würbe, lieber bie Art bes turnerischen Betriebes hat Aböls Spieß, ber 1828/29 in Gießen als Stubent weilte, eine anschauliche Schilberung hinterlassen. Die Bemühungen zur Grünbung neuer turnerischer Vereinigungen, bie sich Anfangs ber breifeiger Jahre im ©augebiet zeigten, kamen jeböch über bas Stabium bes Versuchs kaum
hinaus. Nur in Hanau a. M. gelang 1837 die Gründung einer Turngemeinde, Die heute der älteste Turnverein des Gaues Hessen ist.
Nach Aufhebung der „Turnsperre" 1842 lebte das Turnen wieder auf. Im Gebiete des heutigen Gaues Hessen sind es vor allem die Vororte Kassel, Gießen und Hanau gewesen, von denen aus neues turnerisches Leben hinausgetragen wurde in bas hessische Land. Es erfolgte bie Grünbung von Vereinen, bie heute noch bestehen: 1843 in Dillenburg; 1844 in Kassel, Jbstein; 1845 in Friedberg; 18 4 6 in ©iefeen, Butzbach, Herborn, Montabaur, Ufingen; 1847 in Wetzlar, Dietz, Wölfersheim: 1848 in hersfelb, Fulba, Hungen, Laubach, Weilburg, Kamderg, Kaffel; 1849 in Alsfelb; 1850 in Korbach. Um biefe Zeit stoßen wir auch schon auf bie ersten Verbanbsoestrebungen in unserem Gaugebiet. Der Führer ber Turngemeinbe Butzbach, ber spätere mittelrheinische Kreisvertreter Moritz Kuhl, faßte auf einer Zusammenkunft in Ziegenberg am 6. April 1847, Der auch ber „Vater" bes 1844 begrünbeten Felbbergfestes, August Raven- st e i n » Frankfurt a. M., beiwohnte, bie Turnge- meinben von Butzbach, Friebberg, Homburg v. b. h. (heute Gau XIII Sübwest), Marburg unb Ufingen zu gemeinsamem innerem Ausbau unb besonbers zu weiterer Verbreitung bes Turnens zusammen. Am 28. Juni 1848 würbe zu Gießen bei festlicher Gelegenheit ber „Lahnbezirksverein" begrünbet, bem ©»eßen, Friebberg, Butzbach, Grünberg, Laubach, Marburg, Rauschenberg, Wetzlar, Homburg vor ber höhe, Alsfelb unb Homberg a. b. Ohm angehörten. Auch im nörblichen Teil bes heutigen Gaugebietes erfolgte bamals ber erste Zusammenschluß. Bei einem Turnfest in Kassel am 10. September 1848 würbe von Vertretern ber Vereine Eschwege, Hofgeismar, Melsungen, Münden, Göttingen, Northeim, Warburg uno Kassel ber „Ober- weserbezirksverein" ins Leben gerufen.
hatte bas Jahr 1848 bie Turner zu neuen Hoffnungen unb Taten geführt, so sollte ber Rückschlag halb roieber erfolgen. Die mit ber erneuten Reaktion einsetzende politische Verbächtigung ber Turn- beroegung brachte 1851 in Kurhessen (Ministerium Hassenpflug) unb 1852 auch in Hessen-Darmstadt (Ministerium Dallwigk) bas Turnverbot. Die meisten ber in ben vierziger Jahren gegrünbeten Turn- gemeinben lösten sich auf; nur hier unb ba mürbe im geheimen weiter geturnt.
Erst Enbe ber fünfziger Jahre liefe ber Druck ber Reaktion nach (in ben hessen-darmstädtischen und nassauischen Teilen bes Gaues früher als im alten Kurhesfen), unb halb zeigte sich roieber neues turnerisches Leben. Die Feiern zur hunbertsten Wieber- kehr bes Geburtstages Schillers, an benen sich allenthalben auch bie Turner beteiligten, gaben ben auf Freiheit unb Einheit gerichteten Bestrebungen neuen, starken Auftrieb. 1859 erfolgten in ben hef- fenstäbtchen Nibba unb Schotten Turnvereins- grünbunqen.
Der ,.R u f 3 u r Sammlung" ber schwäbischen Turnerführer Ge 0 rgii unb Kallenberg fand im Gaugebiet begeisterten Wiberhall, unb in ver-
।—
Zur 75=Mr=$eier der Deutschen Tumerschast.
Aus der Frühzeit des deutschen Turnens in unserem Heimatgau Hessen.
Heute entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere herzensgute Hebe Mutter, Schwiegermutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Lina Böcher Wwe., geb. Winter
im Alter von 41 Jahren. In tiefer Trauer:
Berta und Hedwig Böcher
Gießen, Ederstraße 6, den 6. Juni 1935.
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Heute vormittag verschied sanft im 81. Lebensjahre unsere liebe
Obersch wester Margarethe Master
Sie gehörte dem Alice-Frauenverein seit 1881 an und wM 36 Jahre als Oberschwester der Universitätsfrauenklinik in Gießen in vorbildlicher Weise tätig. Ihr Leben und Wirken wird bei uns unvergessen bleiben I
Verwaltungsrat, Oberin und Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes, Hess, AHce-Frauenver.ein.
Darmstadt, den 6. Juni 1935.
Die Einäscherung findet Samstag, den 8. Juni, nachmittags 3 Uhr auf dem Waldfriedhof in Darmstadt statt
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Mehr Mut — und dann die richtige Munition für Ihre Kamera, den neuen „S.-G."-Filmi das ist alles, was Sie brauchen! Außen- und Innenaufnahmen, Regen und Gegenlicht, grüne Wiesen, und dunkle Wälder — das alles1 gehört dann Ihnen I Und wenn Sie sich wirklich mal in der Belichtung irren — was tut’s? Der große Belichtungsspielraum des „S G." gleicht das so aus, daß Sie es auf dem Abzug garnicht merken I Machen Sie die Probe mit „S G." — und dann lachen Sie selber über Ihre „Zeitangst"!
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