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wertung erfolgt durch die Versteigerungsplätze Ulm, Berlin und Regensburg. Alle im Inland erzeugte Wolle kann nur durch die Reichsstelle für Wollverwertung in den Verkehr gebracht werden, jede Umgehung ist strafbar. Durch die Versteigerungen erzielt der Schafhalter einen günstigeren Preis und genießt einen gewissen Preisschutz. Entgegen den jetzt bestehenden Ablieferungsverfahren, wird in Zu- kunft die Wolle in den einzelnen Ortschaften aufgesammelt werden, evtl, durch die Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaften. Im letzten Jahr hat die Schafzucht in Hessen von 37 647 auf 40 679 Stück, gleich 10 v. H., zugenommen. Eine weitere Zunahme ist zu erwarten, wenn jeder Gutsbetrieb, jeder Kleinbetrieb seine Schafbestände vermehrt, z. B. in den gebirgigen und vorgebirgigen Gegenden des Taunus und des Vogelsberges, allerdings muß die Futtergrundlage gesichert sein. Durch ein Verbot des Lämmerschlachtens und durch Leistungsprüfungen, sowie die Ausbildung der Schäfer, wird die Schafzucht gefördert werden.
Professor Dr. Sefsous unterstrich die Ausführungen des Redners durch Hinweise auf die bedeutende Schafzucht in Sachsen, Hannover und Mitteldeutschland und sprach über die Anspruchslosigkeit dieser Tiere. Wo eine Kuh nicht mehr auskommt, können zehn Schafe noch bequem ernährt werden, da bei dieser Zucht das bisher ungenutzte Futter des Hofes verwertet werden kann, wie z. B. Mais-, Erbsen-, Bohnenstroh, Rübenblätter, Weiden und anderes.
Anschließend sprach der Abteilungsvorstand in der Landesbauernschaft, Landwirtschastsrat G r a e b e r (Frankfurt a. M.) über
„Die Landeskulturfragen in der Erzeugerschlacht". Die Versorgung des deutschen Volkes aus eigener Scholle, die nicht in einem Jahr erreicht werden kann, macht auch die Vornahme von Arbeiten auf weite Sicht, die Nutzbarmachung weiter Strecken Geländes erforderlich. Während diese Arbeit bisher von Staats wegen ohne Befragen der Berufsstände erfolgte, geschieht jetzt wie auf allen Gebieten eine verständnisvolle Zusammenarbeit, die sehr wichtig ist in der Belastung und der Lastenoerteilung. Im Reich können noch rund 8 Millionen Hektar entwässert, 5 Millionen Hektar bewässert, 2,5 Millionen Hektar Moor-, Sand- und Heideland fruchtbar sowie 0,5 Millionen Hektar Neuland an den Küsten gewonnen werden, so daß rund 15 Millionen Hektar
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sprachlichen, tiefen Gefühl für Ihre herrlichen Schöpfungen" naht.
Ein Freund Beethovens, Franz Oliva, überbrachte Goethe das Schreiben und spielte auch Beethovensche Kompositionen vor, aber der damals gerade besonders bei Goethe in Gunst stehende Sulpiz B o i s s e r e e, der den Dichter so lebhaft für altdeutsche Baukunst und Malerei interessiert hatte, ließ ein neues Interesse in ihm nicht aufkommen. Goethe verglich die Musik, die er hörte, mit den phantastisch symbolischen Arabesken Runges, die im Musikzimmer hingen und die ihm als Ausgeburten eines romantischen Schönheitsgeistes erschienen. Der Bruch mit Bettina im Herbst 1811 schaltete aus Goethes Kreis das einzige Wesen aus, das wahres Verständnis für Beethoven besaß. Seine „Egmont"-Musik ließ sich Goethe Anfang 1812 mehrere Male Vorspielen, aber einen rechten Eindruck von Beethovens Wesen gewann er erst bei ihrem Zusammentreffen in Teplitz im Juli 1812.
Goethe, durch seine Verehrung für die junge Kaiserin von Oesterreich, der er sich in Teplitz „zu Füßen legen" wollte, stark in Anspruch genommen, kam nur flüchtig mit Beethoven zusammen, doch war sein Eindruck bedeutend, als er ihn auf seiner Stube hatte spielen hören. „Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen , schrieb er an feine Frau, „ich begreife recht gut, wie er gegen die Welt wunderlich stehen muß."
„Goethe behagt die Hofluft sehr, mehr als es einem Dichter geziemt", lautete dagegen Beethovens Urteil Über Goethe nach seinem Abschied von Teplitz. „Es ist nicht viel mehr über die Lächerlichkeit der Virtuosen zu reden, wenn Dichter, die als die ersten Lehrer der Nation angesehen sein sollten, über diesen Schimmer alles andere vergessen können." In Karlsbad haben sich Goethe und Beethoven noch einmal gesehen, aber zu einem engeren Verkehr kam es auch diesmal nicht, denn der arme Komponist, dem die Badekuren für sein Gehörleiden gar nichts nützten, siedelte bald darauf wieder nach Teplitz über, und auch Goethe dachte schon an die Heimreise.
Dennoch empfingen beide bleibende Eindrücke von dieser Begegnung. So berichtete Goethe damals an Zelter: „Beethoven habe ich in Teplitz kennen gelernt. Sein Talent hat mich in Erstaunen gesetzt; allein er ist leider eine ganz ungebändigte Persönlichkeit, die zwar gar nicht Unrecht hat, wenn sie die Welt detestabel findet, aber sie freilich dadurch weder für sich noch für andere genußreicher macht. Sehr zu entschuldigen ist er hingegen und sehr zu bedauern, da ihn sein Gehör verläßt, das vielleicht
Im Katholischen Vereinshaus fand gestern nachmittag eine Versammlung der Orts- bauernführer statt, zu der vom Landwirtschaftlichen Institut der Universität dessen Direktor Prof. Dr. Sessous und Dr. Pfaff erschienen waren, sssreisbauernführer Dörrschuck begrüßte die sehr zahlreich Erschienenen zu der letzten Schulung der Drtsbauernführer für die Erzeugungsschlacht und sieß besonders die Redner willkommen.
Als erster Redner sprach Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner vom Tierzuchtamt Gießen über
„Die Schafzucht in der Lrzeugungsschlacht".
[Der Redner gab tn anschaulicher Art einen Ueber- Lilüf auf die Ursachen des Rückganges der deutschen Schafzucht, die in den 70er Jahren noch rund 25 Millionen Stück betrug und bis 1933 auf 3,4 Millionen Stück zurückgegangen ist, so daß Deutschland in seiner Wollversorgung zu 95 v. H. vom Ausland abhängig geworden ist. Maßgebliche Schuld an diesem Mißstand trug die Landwirtschaft selbst, die die Fehler der Wirtschaft mitmachte und nur nach dem Verdienst an der Schafzucht schaute, wodurch ausländische Wolle den deutschen Markt beherrschte und die deutsche Wolle unverkauft blieb. Der liberalistischen Schulmeinung, daß das Schaf der Kultur weichen müsse, entgegen stand die Tatsache, daß das landwirtschaftlich hochentwickelte Sachsen sine intensive und umfangreiche Schafzucht unterhielt.
Die nationalsozialistische Staatsführung brachte den längst ersehnten Wandel. Um Deutschland vom Auslande unabhängig zu machen, muß die Anzahl der Schafe erhöht werden. Wenn es auch unmöglich
der Red- lein, als Gefühls- hterlanbe IQbin, daß nicht nur lande viel
nicht nur von den Deutschamerikanern, sondern auch von der Regierung als ein zweischneidiges
Schwert betrachtet.
Der amerikanische Außenhandel leide automatisch unter jedem Boykott. USA. werde nie einen Boykott, sondern immer nur wirtschaftliche Belebung wünschen.
Die beiden schwierigsten Probleme, mit denen sich der Deutschamerikaner zu beschäftigen habe, seien die Juden- und die K i r ch e n f r a g e. Eine Auseinandersetzung in der Judenfrage werde in Amerika zweifellos auch kommen, die Zeit sei aber noch nicht reif.
Deutschland müsse mit den Deutschamerikanern enge Fühlung halten. Deutsche, die die Verbindung mit den Deutschamerikanern von Deutschland aus halten sollten, müßten gang besonders sorgfältig ausgewählt werden. Es könnte sonst viel Porzellan zerschlagen werden. Die deutschen Vertreter müßten durchaus auf dem Boden des Nationalsozialismus stehen, den Nationalsozialismus aber nicht nur gefühlsmäßig erfaßt, sondern auch geistig verarbeitet haben. Er, der Redner, sehe eine große Aufgabe für seine Person darin, vom Mutterlande zum Deutschamerikaner engste Verbindung zu schaffen. Mit dem Wunsche, daß ihm die Erfüllung dieser großen und schönen Ausgabe im Interesse des ganzen deutschen Volkes gelingen möge, schloß der Vortragende seine feinsinnigen, hochinteressanten und mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen.
Oberstudiendirektor Leonhardt schloß die Veranstaltung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer.
Begegnung in Teplitz.
Goethe und Beethoven
Wenn die beiden Namen unserer großen Meister der Schwesterkünste Dichtung und Musik im Zusammenhang genannt werden, denken wohl die meisten zunächst an jene Erzählung aus Teplitz, die Bettina von Arnim Beethoven in einem fingierten Briefe erzählen läßt, und die auch vielfach in Bildern dargestellt worden ist. Diese Geschichte von dem sich vor der Kaiserin von Oesterreich und ihrem Hofstaat verneigenden Goethe und dem trotzig mit untergeschlagenen Armen durch die hohen Herrschaften hindurch marschierenden Beethoven hat sich in dieser Form nie zugetragen, wenngleich sie gewisse Gegensätze im Wesen der beiden Großen verschärft zum Ausdruck bringt. Und so gibt es auch eine Reihe anderer Sagen, die die Kontraste des klassischen und romantischen Wesens in Goethe und Beethoven einander tendenziös gegenüberstellen.
Goethe hatte eigentlich ein wirkliches Verständnis nur für diejenige Musik, die sich an das Wort oder eine Bewegung und Handlung anschließt. Dor allem liebte er den Gesang; er schien ihm die wichtigste Form der Musik, da „die Musik nichts ist ohne menschliche Stimme". Der von jeder Beziehung zu andern Künsten völlig befreite Stil der Beethooenschen Sinfonien und Sonaten mußte ihm fremd erscheinen, zumal Goethe im Anhören solcher Kompositionen durchaus nicht geübt war. Dazu kam noch, daß sein Berater in allen musikalischen Fragen, Zelter, der neuen Musik ganz verständnislos gegenüberstand und von Beethoven sagte, er habe „des Herkules Keule entwendet — um Fliegen 3U klatschen."
Die ersten begeisterten Urteile über den Wiener Meister hörte Goethe wohl gelegentlich von den österreichischen Aristokraten, mit denen er während einer Besuche in den böhmischen Bädern viel zusammen kam. Bettina ist das große Verdienst zuzuschreiben, daß sie eine Verbindung zwischen Okln Dichter und dem Komponisten vermittelte, ^eethooens tiefe und begeisterte Liebe für den Schöpfer des „Faust" drängte den sonst so menschenscheuen und verschlossenen Musiker gerade damals zu einer solchen Beziehung hin, denn er hatte 'n den Jahren 1809 und 1810 eine Reihe Goethe- lcher Lieder und die Musik zum „Eamont" komponiert. So wendet er sicy denn auf Veranlassung Bettinas in einem Brief an Goethe, in dem er ihm "Mit der größten Ehrerbietung, mit einem unaus-
iGnheit (? Sauren d. Sefyr ns, th>r ng bes g W len, in io über« er seien n Ame- lar, daß : heraus iten die lung im« nisse an« ast jeder i Werke, verstehen besondere heil über
Schafe und die Erzeugung von 20 v. H. des deutschen Bedarfs an Wolle unbedingt durchgeführt werden. Die Möglichkeit ist vorhanden, wenn der kleinste Bauer drei bis vier Schafe anschafft. Zu diesem Zweck ist der Reichsverband deutscher Schafzüchter als Einheitsorganisation geschaffen, dessen Landesverband Hessen und Nassau für dieses Gebiet zuständig ist. Diese Organisation soll die Stoßkraft der Schafzucht hinsichtlich einheitlcher Rassenzucht, des Wollabsatzes und der Wollpreise erhöhen.
Für den zuständigen Landesverband hat Dr. Wagner die Zucht des deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes und des deutschen weißköpfigen Landschafes (Württemberg) angeordnet. Die Wollver-
| Deutschland. Aus diesem Grunde sei die Arbeit des ’ Deutschamerikaners zur Schaffung eines besseren
Verständnisses in Amerika für das neue Deutschland ihr wichtig. Von Amerika — ein Land völlig an« j:rer Mentalität wie Deutschland — könne man nicht smarten, daß es dem neuen Deutschland um den ;>at5 falle. Wohl aber könne man Verständnis verengen.
Die Regierungsform in Deutschland sei des beut« ^en Volkes eigene Angelegenheit. Die Deutschen in Amerika seien amerikanische Bürger und hätten kein «echt, sich einzumischen.
Jede Ration habe das Recht, sich nach ihrem Sinne zu regieren.
Amerika würde seinerseits keinerlei Einmischung m dieser Hinsicht von anderen Staaten her dulden. Mlsonsche Politik der Einmischung in die europäischen Angelegenheiten nach dem Kriege sei stets :1s sehr gefährlich erachtet worden und werde kaum >mals wiederholt, wenn dies auch von gewissen greifen immer wieder versucht werde. Reichsminister IDr. Goebbels sage ganz richtig, daß Deutschland leine Politik der Idee betreibe, sondern in seiner Außenpolitik einfach die Interessen des Volkes oahre, wie jedes andere auch. Nationalsozialismus !?i keine Exportware. (Ganz im Gegensatz zum ft/.nmunismus, der die Weltrevolution wolle!) ilmerika lasse sich auch keine fremde Regierungs- brm aufzwingen. Die tadellose Haltung in Wa- ington werde von den Deutschamerikanern ge- illigt.
Der Boykott, der von gewissen Privatkreisen gegen deutsche Waren propagiert werde, werde
der menschlichen Ernährung dienstbar gemacht werden können.
Auch in der Umgegend von Gießen und in der W etterau sind Vorarbeiten zur Landgewinnung geleistet worden. Durch die Initiative bes Lanbes- dauernführers Dr. Wagner und durch die Förderung seitens des Reichs st atthalters konnte Landeskulturbaurat Reich ein Projekt ausarbeiten, das Arbeit für 25 Jahre vorfieht, und zwar Meliorationen und Landbereinigungen von rund 500 000 Morgen Land in 140 Gemarkungen. Dabei ist es gelungen, die Kosten hierfür stark zu senken. Bekanntlich hat Hessen noch einen Rückstand von sieben Millionen Mark für die Landesregulierungen. Die Landeskultur will nicht nur den Boden in einen Zustand versetzen, der zur Erzielung von Höchsternten führt, sondern jede Art Boden in feiner Folgeeinrichtung so verwerten, baß er ergiebigen Ertrag liefert. In diesem Zusammenhang sagte der Redner auch, daß der Abwässerverwertung der Städte, sei es durch Schlammbersitung ober Berieselung, als Düngungsmittel nicht so große Bedeutung beigemessen werden soll.
Im Kreise Alsfeld hat die Verwirklichung eines großzügigen Meliorations- und Siedlungsprogramms bereits eingesetzt. Mit Unterstützung der Reichsregierung durch verbilligte Gelder wird es möglich werden, wirksam in der Erzeugungsschlacht mitzuhelfen.
Stabsleiter Dr. Kraemer (Friedberg) gab bekannt, daß Kleinlandwirte und Erbhofbauern dem Reichsverband des Fuhrgewerbes, Sitz München, nicht angeboren müssen, aber von sich aus sich ihm anschließen, mögen. Sie müssen aber im Wettbewerb Unterbietungen unterlassen.
Nach einer kurzen Pause sprach Diplom-Landwirt Matthes (Frankfurt a. M.) über
„Saatgut unb Sortenwahl", wobei er auf die Verwendung nur einwandfreien Saatgutes und den sehr wichtigen öfteren Saatgutwechsel aufmerksam machte. Die Reinigung bes Saatgutes allein genügt nicht, man muß neues vom Züchter kommendes Saatgut verwenden, um die Erträge zu steigern. Auf Grund des Reichs- nährstandsgesetzes wird eine Vereinheitlichung der Sorten durchgeführt werden, ebenso wirb das Han- delssaatgut vom Markt verschwinden. Für bas Getreide wird der Zeitpunkt einer bestimmten Auslese schon im nächsten Jahr fein. Vorerst muß noch
für die Saat geeigneter Hafer angeboten werden. Der Vortragende gab dann eine Uebersicht über die mit dieser Veranstaltung verbundene B r a u g erst e n s ch a u , die sehr rege, und zwar mit Erzeug» nissen aus 52 Ortschaften beschickt war. Bei der Bewertung haben sich „Ackermanns Jsaria" unb „Hadostreng" besonders ausgezeichnet, so daß die erste Sorte 68 v. H., die zweite Sorte 48 v. H. der Auszeichnungen auf sich vereinten. Da nach dem 8. Februar Gerste nur noch als Futtergerste abgegeben werden darf, sind die als Braugerste noch abzugebenden Kontingente dem Getreide-Wirtschaftsverband schnellstens anzumelden.
Landwirtschaftsrat Dr. Lung (Gießen) sprach noch über den
Gerslenanbau
und gab seiner Freude über die guten Erfolge der Ausstellung Ausdruck. Er zeigte die Wege zu erfolg* reichem Anbau auf, der mit dazu beitragen wirb, der Erzeugerfchlacht zum Erfolg zu verhelfen.
Die Preisträger der Braugerstenschau sind;' 1. Preise: Karl Weber (Bellersheim), Heinrich Walter (Obbornhofen), Ernst Köhler (Bettenhausen), alle „Ackermanns Jsaria", Heinrich Wal - t e r (Obbornhofen) und Karl Walter (Ober- Befsingen), beide „Hadostreng". — 2. Preise: Hugo Kammer, Karl Müller VI., Ferdinand Bopp (alle aus Bellersheim), „Ackermanns Jsaria", Paul G ö r l a ch (Eberstadt), Heinrich Müller (Bettenhausen) und Otto Zimmer (Albach), „Hadostreng". — 3. Preise: Ph. Emmel (Bellersheim), Paulus Walter (Ettingshausen), Georg Schneider (Grundschwalheim), Heinrich Grieb (Dorf-Gill), Hans Seifert (Obbornhofen), sämtlich „Ackermanns Jsaria", H. P. Schäfer (Albach), „Habo- streng". — Anerkennung: Wilhelm Seitz (Bellersheim), Ferdinand Löbrich (Eberstadt), „Ackermanns Jsaria", Heinrich R ü ck e l II. (Bettenhausen), Wilhelm Koch II. (Nonnenroth), Karl Reitz (Inheiden), Hans Seifert (Obbornhofen) und Wilhelm Will (Hausen), „Hadostreng".
Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck sagte in feinem Schlußwort, daß auch in Zukunft Wissenschaft unb Praxis, Universitätsinstitut und Bauernschaft so hingebend und anregend wie bisher einander helfen mochten, Deutschland wieder frei und unabhängig zu machen im Sinne des Führers, auf den er ein dreifaches „Sieg-Heil!" ausbrachte.
jeher Gießener Hilst bei her Lerkehrswerbnng!
Vorschläge zur Mithilfe bei der Werbung.
Vom städtischen Verkehrsamt und der Werbestelle der Studentenschaft wird uns geschrieben:
Daß die Universität Gießen mit all ihren Instituten und Kliniken, mit ihrem ganzen Verwaltungsapparat, dem Lehrkörper, der Studentenschaft ein wichtiger Faktor im Wirtschaftsleben unserer Stadt ist, ist schon viel geschrieben und besprochen worden.
Nun gilt es, vor allem die Universität Gießen zu fördern. Hierbei kann jeder Gießener Bürger, der nur einen Funken Heimatliebe hat, tatkräftig Mitarbeiten.
Fast jeder Gießener Einwohner hat in seinem Familien- oder Bekanntenkreis Abiturienten, die nun bald zur Hochschule ziehen wollen, hier bedarf es in den meisten Fällen nur eines Hinweises auf das Bestehen einer Volluniversität in Gießen und aus eine Jahrhunderte alte Tradition der alma mater ludoviciana, einer Tradition, die schon vor der Machtübernahme mit neuem Geiste erfüllt worden ist, und die nicht als etwas Unantastbares betrachtet, sondern immer wieder erneut und fortgesetzt wird.
Wenn man sich dazu an all das viele, das zur „Universitas" gehört und das auch wirklich in Gießen zu finden ist, erinnert, fo dürfte es bestimmt nicht allzu schwer fallen, einen Abiturienten zum Studiumbeginn nach Gießen zu führen, oder ältere Semester zur Fortsetzung ihres Studiums nach Gießen zu bringen. Die Studentenschaft Gießen, Amt für Presse und Werbung, und das städtische Verkehrsamt stehen
jederzeit mit Werbebroschüre und mit Auskunft in allen Fragen des Studiums in Gießen zur Verfügung. Jeder Gießener Bürger und jeder Volksgenosse unseres Hochschulkreises muß es als Ehrenpflicht und Aufgabe betrachten, möglichst viele Studenten an die kleinste deutsche Universität Gießen zu bekommen.
Aber auch auf eine andere Art kann durch die Mithilfe der Gießener Einwohnerschaft das Wirtschaftsleben in unserer Stadt gestärkt werden, nämlich durch Abhalten von Zusammenkünften, Veranstaltungen und Lagern in Gießen. Oft liegt es meist nur an der Initiative bes Leiters einer Organisation, ober eines Vereins, wo die Kongresse feiner Organisation, ober bie Lager abgehalten werben. Sowohl über geeignete Räume, als auch über Möglichkeiten bes Aufziehens von Schulungslagern ufw. verfügt Gießen. Dabei ist nicht nur an ben augenblicklichen Nutzen einer solchen Veranstaltung zu benfen, fonbern hauptsächlich an bie baburch geschaffene Anregung unb Verkehrsbelebung für bie Zukunft unserer Stabt Gießen.
Daher geht an alle Organisationsletter unb Bereinsvorstänbe ber Ruf: Sorgt bafür, baß bie Treffen Eurer Gliederung, baß bie Lager auch mal in Gießen abgehatten werben!
Wenn nun einmal bas Thema ber Verkehrswerbung angeschnitten ist, bann muß noch auf eine anbere Möglichkeit ber Frembenverkehrswerbung unserer Stabt hingewiesen werben. Unsere Nachbar- stabt Marburg hat sich burch bie Bereitstellung von verbilligten Quartieren für „Kraft burch
bem musikalischen Teil seines Wesens weniger als bem geselligen schabet. Er, ber ohnehin lakonischer Natur ist, wirb es nun boppelt burch diesen Mangel."
Kinder.
Von Thomas Kreß.
Es sind nicht alles meine Kinder, von denen ich diese Geschichten erzähle. Im Gegenteil, es ist mir beinahe alles erzählt worden. Der Prüfstein dafür, was sich ereignet haben soll, ist, daß es sich jederzeit ereignet haben könnte.
Den kleinen Peter überrascht die Mutter dabei, wie er seinen prachtvollen Gummiball, ben er einige Tage vorher als Geschenk erhalten hat, mit ihrer großen Schere in lauter kleine Stücke zerschneibet. Der Mutter geht es nicht so nahe, baß ber Gummiball nun seine Existenz als solcher aufgegeben hat, fonbern baß bas finbige Peterle gewußt hat, sich Mutters Schere zu verschaffen.
Strenge — mit erhobenem Zeigefinger — fragt sie Peter, wie bas schöne Gebicht heiße: „Du weißt boch, Messer ...!"
Peterle rezitiert ohne Besinnen: „Messer, Gabel, Licht, taugt für kleine Kinber nicht", unb macht ein ganz unschulbiges Gesicht.
Wo ist bie Schere geblieben? Peterle denkt gewiß: Wozu alles sagen, was man weiß.
*
Ebenderselbe Peter fängt, als Mutter plötzlich ins Zimmer tritt, unvermittelt zu meinen an.
„Warum weinst du, Peter?"
„Ich habe mich vorhin so am Tisch gestoßen!"
„Ja, aber warum weinst du denn jetzt? Tut es noch weh?"
„Nein, vorhin warst du nicht da."
Meine kleine Freundin Sabine, genannt Binchen, kann noch nicht recht abstrakt denken. Die konkreten Gegenstände bes täglichen Gebrauches, befonbers bie zum Essen erforberlichen, haften dagegen fest in ihrem Köpfchen.
So sagt sie feierlich zu Weihnachten auf: Morgen kommt ber Weihnachtsmann, kommt mit feinen Gabeln.
♦
Eines Tages hat Binchen wie toll auf ber Straße gespielt. Nach bem flüchtigen Essen geht sie, zum Umfallen mübe, ins Bett unb schließt bie Augen.
Mutter sagt: „Erst beten, Kleines!"
Binchen — schon schlaftrunken:
„Mübe bin ich, geh' zur Ruh', schließe beibe Aeuglein zu, Müllers Esel, bas bist bu!"
*
Ein anberes Mädel betet in holder Gedankenlosigkeit:
„5)ab ich Unrecht heut getan, Geht's dich, lieber Gott, nichts an!"
(Es ist wirklich wahr!) *
Binchen und ihr größerer Bruder Stephan, genannt Stoffel, besehen ein Tierbilderbuch, unb Vin- chen fragt wißbegierig, wie bie Tiere sprechen. Stoffel erklärt an Hanb ber Silber: Der Löwe brüllt, bie Nachtigall singt, bas Schaf macht mäh, unb so burch. Nur als bie Fische kommen, muß auch Stoffel eingestehen, baß biefe nicht reben können.
Erstaunt fragt Binchen, warum beim nur bie Fische nicht reben?"
„Ja, saa b u mal was, roennfte ben ganzen Munb voll Wasser hast", zieht sich Stoffel aus der Affäre.
Preissturz in Elefanten.
Inserate, wie man sie vorher noch nie gesehen hat, finbet man jetzt in ben Zeitungen Jnbiens unb Ceylons. Elefanten werben barin angeboten, unb bie Leser werben angeforbert, ben günstigen Zeitpunkt wahrzunehmen unb sich jetzt mit Elefanten „einzubecken". Tatsächlich sind bie geforberten Preise für bie Dickhäuter erstaunlich gering. Man preist ihre Zuverlässigkeit an, ihre Stärke, oie größer als bie eines Lastautos sei, man weist auf bie Lebensbauer ber Eelefanten hin, bie boppelt unb breimal fo alt wie ein Traktor würben. Natürlich wirb auch bie Treue unb bie Intelligenz ber Tiere gerühmt, bie z. B. bie Verkehrsregeln in ben Stäbten sicher beherrschten. — Die Erklärung für bie Massen- angebote in Elefanten liegt in ber starken Vermehrung ber Tiere, bie in manchen ©egenben schon zu einer Lanbplage geworben finb, weil sie bie bebauten Felber niebertrampeln unb baburch unermeßlichen Schaben anrichten. Es werben große Jagben gegen sie unternommen, an benen sich sogar Militär beteiligt, unb man hofft, bie Zahl ber Ele« fanten roieber auf ein erträgliches Maß herabzubrücken.
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