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heute auf morgen erfolgen, weil er sich langsam aus den Gegebenheiten des Natürlichen und Zweck­mäßigen entwickeln muß. Zivilisation, plötzlich und mit Uebereifer vorgetragen, zerstört viel von den natürlichen Voraussetzungen. Darum die Spannun­gen, die Unruhen, die blutigen Aufstände.

Aber schon verwirklicht sich in manchen Städten ein neues Spanien. In Madrid, Barcelona, Valencia schießen die Hochhäuser in den Him­mel. Die Motorisierung des Landes geht sprunghaft aufwärts. Gute Autostraßen (eine Er­innerung an die Diktatur Primo de Riveras) sind durch ganz Spanien gespannt. Die Planung und Durchführung neuer Projekte erscheint unerhört kühn. Vor Madrids Toren wächst auf gewaltigem Komplex, der so groß ist wie die ganze Madrider Stadtflache, die neue Universitätsstadt empor, die alles in den Schatten stellen wird, was Europa und Amerika in dieser Hinsicht geboten haben. Und daran wird sich einst dieStadt der Ministerien" schließen, ebenso kühn geplant und begonnen.

Doch Spanien offenbart sich nicht nur in den modernen Vierteln der Großstädte und auf der Fahrt über die Autostraßen der neuen Zeit. Ab­seits der großen Wege liegt ein zweites Spa­nien, ein Land ganz ohne Stolz und Schönheit. Es ist allerdings auch in den Städten anzutreffen, in den dunklen Gassen, etwa im Chinesenviertel von Barcelona, in den Kneipen der Zuhälter und Ver­brecher. Auf dem Lande ist es nur Rückstand, in den Städten aber Rückfall, ja, völliger Zerfall. Es ist wahr: Der Bauer vonLas Hurdes" wohnt in der Höhle, aber er hat nie etwas anderes gekannt. Der Elende jedoch, der in Lumpen gehüllt vor ver­schlossenen Türen, in ausgetrockneten Brunnen, unter den Denkmälern der Großstädte sein Nacht­lager aufschlägt, ist nicht der Typ der Primitivität, sondern der Vertreter des Niedergangs, wie er überall in Spanien offenbar wird. Es ist erschreckend, wie hier die Zeugen von Rückstand und Primitivität, Fortschritt und modernes Leben, aber auch die Zeugen sittlichen, körperlichen und rassischen Zerfalls aufeinander prallen.

Eine Brücke verbindet in Spanien das Gestern mit dem Heute. Ueber diese Brücke führt das Leben eines jeden Spaniers. Es ist die Brücke, die von der Kirche gebildet wird. Mancher Pfeiler ist im An­sturm der Revolutionen gestürzt. Aber d i e B r ü ck e steht. Und mancher Bogen ist heute kühner ge­schwungen als ehedem. In Asturien sind kürzlich erst Geistliche auf die unmenschlichste Art ermordet wor­den. Bomben und Dynamit haben auch in dieser Zeit Klöster und Kirchen in die Luft gesprengt. Aber endlos ist immer noch der Strom, der in die Kirche fließt. Und es ist nichts was nicht im Zeichen des Kreuzes geschähe. Eine merkwürdige Entwicklung: Jahrzehnte hindurch Kirchenherrschaft, ein kurzer Blutrausch dann, der sich über die Geistlichkeit er­gießt, und darauf wieder Jahrzehnte der Herrschaft der katholischen Kirche. Frömmigkeit oder Duldsam­keit Ergebenheit oder Unterdrückung, wo sind die Grenzen zu ziehen, wenn aus dem Frieden der Auf­ruhr aufsteigt, der Glaube dem Unglauben weicht, die Liebe in Haß entartet. Das Volk wird von einer unsichtbaren Macht gelenkt. Wenn das mono­tone Gebet des Geistlichen durch den dunklen Kir­chenraum hallt, der feierliche Gesang der Chor­knaben ertönt, wenn Kerzen flammen und der Weih­rauch sich betäubend auf die Menschen legt, dann ist der Augenblick angefüllt mit einer wundersamen Mystik. Sie hat die Menschen erfaßt. Und so ge­bannt, kniet und betet und glaubt das spanische Volk.

Das erste Aeich der Deutschen

Alfred Rosenberg spricht zur Jugend.

Berlin, 6. Febr. (DNB.) Am Mittwochabend sprach über alle deutschen Sender zu über fünf Millionen deutscher Jungen und Mädel der Beauftrage des Führers für die Ueberwachung der weltanschaulichen Erziehung, Reichsleiter Alfred Rosenberg, über das Thema:Das erste Reich der Deutsche n". Das erste deutsche Kaiserreich steht nicht in seiner Entwicklung außer jeder Diskussion, wie manche blutlosen Gelehrten heute meinen, sondern hat Spannungen erzeugt, die nur zum Teil zeitbedingt waren, im wesent­lichen aber das Ringen eines universa­listischen Gedankens gegen den ur­sprünglichen Volkstumsgedanken be- d e u te t. Die Geschichte des ersten deutschen Kaiser­reiches ist von den Vertretern der Konfessionen ebenso wie von den Vertretern des Liberalismus vom Standpunkt der Sieger gedeutet worden, während unsere Zeit mit den da­maligen Besiegten fühlt. Sie ist der Ueber- zeugung, daß nicht ein sattes, bürgerliches Geschlecht den Angriff der großen Rebeltest gegen das erste Kaiserreich zu deuten vermag, sondern nur ein kämpferisches Geschlecht, wie wir es selbst sind. So wie man das Heraustreten Brandenburg- Preußens aus der Habsburger Monarchie als die Herauslösung eines Stückes von Deutschland be­wertet, so könnten wir heute sagen, daß sich nach dem Siege der universellen Monarchie fortlaufend ein Stück Deutschlands nach dem an­dern herausgelöst und gegen die fremden Formen gewehrt hat. Das ist auf dem Gebiete der Forschung der Fall, das war auf dem Gebiete der heroischen Kun st und Dramatik ebenso wie auf dem Gebiete des sozialen Denkens, das sich heute wie im Mittelalter gegen die frem­den, spätrömischen Rechtsgedanken gewehrt hat. So erscheint unter der formalen Herrschaft des uni­versalen Kaisertums eine große Strömung der Herauslösung des deutschen Wesens au sder siegreich gewordenen Form, bis diese schließlich, durch das Habsburgertum ver­knöchert, von Napoleon zerschlagen wurde. Heute sind die einstigen Bestrebungen der Ver­gangenheit machtvolle Gegenwart gewor­den und münden ein in einen Kraftstrom, wie ihn die deutsche Geschichte kaum jemals gesehen hat. Das Heilige Römische Reich ist für immer ver­sunken. Entstanden ist heute als Traumverwirk­lichung der Sehnsucht vergangener Jahrhunderte endlich einmal das heilige germanische Reich deutscher Nation.

Besuch Schuschniggs in London.

London, 6. Febr. (DNB.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und Außenmi­nister Berger-Waldcnegg werden am 24. Februar in London eintreffen.Evcning Stan­dard" will wissen, daß Schuschnigg die Möglichkeit einer Wiedereinsetzung der Habsbur- g e r mit der britischen Regierung erörtern werde, da beim Rücktritt des jetzigen österreichischen Präsi­denten Dr. M i k l a s im Oktober ein Kamps um seine Nachfolge beginnen werde. Schuschnigg würde gern den Erzherzog Eugen als nächsten Präsiden­ten sehen. Die Heimwehr wolle dagegen Fürst Starhemberg als Präsidenten, der diesen Po­sten auch selbst anstrebe.

Schaffende Jugend voran!

Oie Vorbereitungen zum 2. Keichsberufswettkampf der deutschen Jugend.

Von unserer Berliner Redaktion.

Der Wille zur beruflichen Leistung ist als eine der stärksten Gestaltungskräfte der jungen Generation wirksam geworden. In diesen Tagen tritt die arbei­tende Jugend erneut mit ihren Vorbereitungen zum Reichsberufswettkampf an die Oeffentlichkeit. Die eigentliche Wurzel dieses einzigartigen Leistungs­wettbewerbs ist klar erkenntlich: die nationalsozia­listische Jugend betrachtet als Grnudsatz der Auslese nur d i e Leistung! Ihre Aufgabe sieht sie in der Umwertung der politischen Leidenschaften in dem sachlichen Aufbau. Indem sie dwsen Grundsatz der Leistung auf das Gebiet des B e - r u f e 5 überträgt, macht sie folgerichtig den zweiten Schritt und fetzt ihre unerschöpflichen Kräfte un­mittelbar indenKampffürdie wirtschaft­liche und politische Zukunft der Na- t i o n ein. DasOlympia der deutschen Arbeit" ist das Symbol einer Jugend, die in den eigenen Reihen durch eine allseitige Leistungssteige­rung ihrem Volk den Weg in die Zukunft bereitet.

5ßie wir von Obergebietsführer A r m a n n er­fuhren, wird der Berufswettkampf als Teil der zusätzlichen Berufserziehung auch der HI. in diesem Jahr mehr noch als im vergangenen geeignet sein, das Interesse der Oeffentlichkeit zu beanspruchen. 3 0 0 0 0 0 Jugendliche haben im zurückliegen­den Arbeitsjahr bereits von den zusätzlichen Verussschulungskursen Ge brauch gemacht, die in Zusammenarbeit zwischen Reichsjugendfüh- rung und Deutscher Arbeitsfront geschaffen worden Jinb. Am Zweiten Reichsberufswettkampf aber wird eine Million deutscher Jungen und Mädel teilnehmen: vor allen Dingen solche, die zu nationalsozialistischen Organisationen gehören oder die an den Kursen sich beteiligt haben: davon etwa 300 000 Mädel des BdM. zwischen 17 und 21 Jahren, die übrigen Jungen zwischen 15 und 18 Jahren.

Die 1. Reichsberufswettkämpfe haben darunter gelitten, daß für die gesamte Vorbereitung und Durchführung nur acht Wochen zur Verfügung stan­den. Es waren manche Mängel zu verzeichnen, aus denen man Nutzen gezogen hat. Vor allem fehlte das feste Gerüst, da die Deutsche Arbeitsfront noch ganz in den Sorgen des eigenen Aufbaues verstrickt war. Trotzdem aber reichten die Ergebnisse aus,

um zu erkennen, wie groß oft die Mangel der Aus­bildung waren, unter denen die Jugend in der zu­rückliegenden Zeit gelitten hat. Anderseits konnte auch das tiefinnere Streben der Jugend erkannt werden, dem Volke und dem Auslande zu beweisen, daß sie ihre Aufgabe in der friedlichen Arbeit der Betriebe sieht. .

Der gesamte Wettbewerb soll aus Eigenem gestaltet werden. Den Auftakt bildet ein großer Schaufenster-Wettbewerb (vom 17. bis 24. Februar), in dem junge Kaufmannslehrlinge in breiter Oeffentlichkeit ihre Dekorations - und Propagandakunst beweisen werden. Die Kon­tingentierung der Teilnehmerzahl bezweckt und be­wirkt an sich schon eine gewisse Auslese; die Teil­nahmeberechtigung wird zur Ehre für Lehrlinge und Meister. Neu eingeführt ist der Mannschafts- wettkampf, in dem der Einzelne als Teil eines Ganzen seine Kunst zu beweisen hat. Neu ist auch die Einschaltung eines sport­lichen Teiles bei den Ausscheidungskämpfen in den Gauen, wodurch man verhindern will, daß engstirnige Streber durch Zufall Sieger werden. Nicht der einseitig veranlagte Schwächling, sondern der leistungsfähigste und in seiner gesamten Anlage tüchtigste Jungar­be i t e r u n d I u n g a n g e st e l l t e soll sich an die Spitze setzen. Am 1. Mai wird der Sieger dem Führer vorgestellt werden, an dem Tage also, der mit Leistung und Tat am besten geheiligt wird.

Für eine gerechte Bewertung der Leistungen, für die Schaffung einheitlicher Voraussetzungen und für die Mitarbeit der zuständigen Stellen ist in diesem Jahr vorbildlich gesorgt. Auch die Berufsstände des Handwerks und der Industrie sind diesmal mit von der Partie; es ist Sorge dafür getragen, daß genü­gend Räume und Arbeitsplätze vorhanden find und daß die zum Wettkampf benötigten Arbeitsstunden bezahlt werden. Ein Plakatwettbewerb hat bereits stattgefunden und hat wie wir uns durch Augenschein zu überzeugen vermochten ausge­zeichnete Ergebnisse erzielt. Die offizielle Eröff­nung wird am 15. Februar stattfinden. Es sprechen im Berliner Sportpalast und über alle deut­schen Sender Dr. Goebbels, Baldur von Schi - rach und Dr. Ley.

Oie Rückgliederung der Saar.

Oie Basler Vereinbarungen dem Oreierausschuß vorgelegt.

Basel, 6. Febr. (DNB.) Das Ergebnis der in Basel über die Rückgliederung der Saar abgeschlos­senen Verhandlungen ist in Vereinbarungen verschiedener Art niebergelegt worden, die dieser Tage in Rom endgültig gezeichnet wer­den sollen.

Oie Währungsverordnung

ist inzwischen im Saarland veröffentlicht worden. Sie regelt den Umtausch der im Saarland umlaufenden Noten der Bank von Frankreich und der anderen ausländischen Zahlungsmittel, den Be­ginn der Umtauschfrist, das Inkrafttreten des Aus­fuhrverbots für Zahlungsmittel aus dem Saarland und die Uebernahmepflicht für Reichs­markzahlungen. Hierfür ist vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung der 18. Februar in Aussicht genommen. Gleichzeitig wird die deut­sche Zollgrenze ebenso wie die Grenze irn Verrechnungsverkehr mit dem Aus­land an die saarländisch-französische Grenze verlegt. Damit wird die wirtschaft­liche und währungspolitische Rückgliederung des Saarlandes im wesentlichen bereits einige Zeit vor dem 1. März verwirklicht.

Die auf Franken lautenden Schuldverhält­nisse werden vom 1. März ab allgemein aus Reichsmark umgestellt. Genau umschriebene Ausnahmen gelten bereits für die Zeit vorher.

Für die Uebergabe der GesamtVer­waltung zum 1. März sind die Vorbereitungen an Ort und Stelle im Gange. Die Grundsätze hier­für sind mit der Regierungskommission vereinbart.

Oie Saargruben

gehen mit dem 1. März 1935 unter Einschluß aller Grundstücke, Vorräte und Einrichtungen auf das Deutsche Reich über. Das französische Grubenpersonal scheidet am 28. Februar aus. Das Reich tritt in b i e laufenden Kohlen- lieferungsDerträge ein. Hierburch unb burch Aufstellung von Halbjahresproarammen für bie Kohlenlieferung, die auf den Kaufpreis der Saargruben anzurechnen find, ist die W e i t e r b e f d) ä f t i g u n g der Bergarbei­ter im Saarland im Zusammenhang mit den an­deren Maßnahmen der Reichsregierung sichergestellt. Zunächst ist ein Programm für die Zeit bis Ende Juni aufgestellt worden. Verhandlungen über die vorgesehenen Warndt-Pachtverträge sind noch im Gange. Auch für den Warndt ist über die weitere Beschäftigung der deutschen Arbeiter eine Verständigung erzielt.

Die Pauschalsumme für den Rückkauf der Saargruben beträgt bekanntlich 900 Mil­lionen Franken. Ihre Abtragung erfolgt durch die restlichen 95 v. H. der im Saarlande eingefammelten nichtdeutschen Noten und durch die Lie­ferung von Saarkohle nach Frank­reich, und zwar auf Grundlage von handels­üblichen Abmachungen mit den französischen Groß­abnehmern Das Lieserungsprogramm wird jeweils für ein halbes Jahr festgesetzt. Der Gegenwert ist an die Bank von Frankreich zu zahlen, die wiederum den Betrag dem bei der BIZ. g e - führten Konto gutfchreibt. Das ' gleiche geschieht mit den von der französischen Regierung oder den französischen Grubenpächtern für die für Gemeindesteuern, Bergschäden usw. zu entrichten­den Summen. Zu den am 1. Marz in das Eigen- tum des Deutschen Reiches übergehenden Gruben gehören auch a l l e L i e g e n s ch a f t e n u n d a l l e Liegen schaftsrechte des französischen Staates innerhalb des Saarlandes, die Eisen- bahnen und Zollbahnhöfe mit Zubehör, rote z B. das bewegliche Vermögen der Gruben und ihrer Nebenbetriebe, Grundstücke, Gleissignale und Telephonanlagen, sowie das rollende Ma- t e r i a I.

Die drei saarländischen Verbindungsbah- nach Lothringen werden ebenfalls am 1 Marz mit vollem Inventar und rol- I end em Material zurückgegeben. Die bei ihnen beschäftigten französischen Eisen- vahnbeamten werden aus dem Saar­

land zurückgezogen, die deutschen Beamten treten wieder in den Reichsdienst zurück.

Eine Vereinbarung mit Frankreich über die R e - gelung der Sozialversicherungspflicht gewährleistet den Versicherten die Erhaltung ihrer Rechte. Ein allgemeines deutsch-französisches Ab­kommen soll in nächster Zeit die Bestimmungen der deutschen und französischen Sozialversicherung grund­sätzlich regeln. Auch für die französischen Privat- versicherungen ist eine besondere Verein­barung hinsichtlich des saarländischen Versicherungs­standes getroffen worden.

Der deutsch-französische Ärenzverkehr.

In den Wirtschaftsverhandlungen, die zur Zeit in Berlin geführt werden, sind die deutsche und die französische Regierung übereingekommen, die Be­stimmungen des Abkommens vom 25. April 1929 über den kleinen Grenzverkehr zwischen den beiden Ländern auf die Gesamtheit der deutsch-französischen Grenze auszudehnen. Eine ge­mischte Kommission wird Einzelfragen regeln, Die sich bei der Anwendung der neuen Vereinbarung ergeben. Um eine Unterbrechung des Grenzverkehrs zu vermeiden, werden die in den Händen der Grenz­bewohner befindlichen G re n z a u s w e i se bei dem ersten Grenzübertritt nach dem 28. Februar 1935 von der Grenzbehörde des Landes, in dessen Bezirk der Ausweis ausgestellt worden ist, mit folgendem 1935^" rU<f Der^en: "G"ttig bis zum 31. März

Oie Zurückziehung

der internationalen Truppen.

Das Hauptquartier der internationalen Truppen im Saargebiet hat dem in Rom tagenden Dreier­ausschuß Vorschläge über die Zurückziehung der Truppenkontingente unterbreitet. Danach sollen die holländischen Truppen am 16. Februar, die schwedischen Truppen am 18. Februar, die Italiener an den darauf folgenden Tagen, und die Engländer als letzte in verschiedenen Etap­pen vom 20. bis 27. Februar das Saargebiet ver­lassen. Man nimmt nicht an, daß der Dreier-Aus- schuß diese vorgeschlagenen Termine abändern wird. Bezeichnend für die Tatsache, daß, man mit dem baldigen Abzug der Truppen rechnet, ist eine Auf­forderung der Regierungskommission, sämtliche R e ch n u n g e n für Lieferungen usw. an die inter­nationalen Saartruppen bis spätestens den 12. Fe­bruar einzureichen.

Staatsbürger zweiter Klaffe.

Wer ist A r t h u r M e u l e m a n s, um den her­um ein wilder Streit zwischen den Flamen und den Wallonen tobt? Der bisherige Kapellmeister des belgischen Rundfunks. Ihm ist die Entlassung zugestellt worden, weil ihm, wie nach­träglich bekannt wurde, der Musikausschuß d i e Eignung zur Leitung eines verstärk - ! e rchesters a b g e s p r o ch e n hat. Dennoch ist Meulemans die Leitung einer Reihe von Kon­zerten im Rahmen der Rundfunkübertragungen an- geboten worden, was doch wohl eher ein Beweis für feine besondere Eignung fein dürfte. Das hat denn auch die flämische Presse recht klar herausge­strichen, gleichzeitig aber auch in die eigenH l' ch e n Gründe hineingeleuchtet, die zu der Ent­lassung Meulemans führten. Nichts anderes als nationale Gegensätzlichkeit war es, die die den Staat beherrschenden Wallonen veran- atzte den ihnen verhaßten Flamen, die ledig­lich Staatsbürger zweiter Klasse sein dürfen eins auszuwischen. Die Empörung der Flamen läßt sich leicht ausmalen, ist ihnen doch ohnehin schon der Rundfunk, der ein wallonisches Reservat bildet ein Sorn im Auge. Und wenn man bedenkt, daß die Wallonen gerade auf dem Gebiete der Kunst den Flamen noch ein £ für ein U machen wollen öusge- rechnet dem Volke, das die bedeutendsten Künstler hervorgebracht hat, dann wird erst recht begreiflich warum dieser Fall das gesamte Flarnentum bis ins letzte Dorf in Aufruhr gebracht hat. Man fühlt sich

ai 1935 feft

einer Arbeiter stimme an vollen Wert erhalten, vor, an Stelle der bisherigen geheime Wahlen abzu-

einem Fünftel entsprach, von nun Schließlich schlug er öffentlichen Wahlen halten.

Die südslawische S k u p s ch t i n a wurde öurrf) ein königliches Dekret aufgelöst. Die Neuwahlen wurden für den 5. Mai 1935 feft» gesetzt- Spätestens im Herbst wären Neuwahlen fäl­lig gewesen. Die Wahlen werden schon im Früh­jahr vorgenommen, damit die Regierung nach dem Tode des Königs Alexander möglichst rasch ein klares Bild über die innenpolitische Lage erhält. In der Skupschtina war eine einzige Partei die Regierungspartei vertreten, von der sich eine Gruppe von acht Abgeordneten abgespalten

auf das tiefste beleidigt und gedemütigt, man sieht in dem Fall Meulemans eine neue scharfe Kampfansage der Wallonen an die Flamen und damit wieder ein Aufreißen des Grabens zwi­schen beiden Stämmen, der schon etwas flacher ge- worden zu fein schien.

Das neue Wahlsystem in der Sowjetunion.

M 05? au, 7. Febr. (DNB.) Auf dem siebenten iMtekongreß der Sowjetunion hielt Molotoff vor der Annahme der von ihm vorgeschlagenen Verfassungsänderungen eine Rede, in der er u. a. erklärte, daß die sowjetrussische Ver­fassung infolge wesentlicher Aenderungen in der soziologischen und wirtschaftlichen Struktur des Landes überholt fei. Dies gelte besonders für das W a h l s y st e m. Bisher seien nur d i e unter st en Räte in Städten und Dörfern in Urwahl gewählt worden, während alle anderen höheren Körperschaften auf Grund des stu- senweisen Wahlsystems entstanden seien. Der gegenwärtige Rätekongreß der Sowjetunion sei z. B. auf Grund fünfstufiger Wahlen zustande-,, gekommen. Molotoff schlug vor, daß in Zukunft sämtliche Körperschaften des Staates aus Urwahlen hervorgehen sollen. Ferner solle die bäuerliche Stimme, die bisher nur

Japan behält die Mandatsinseln.

Mukden, 6. Febr. (DNB.) Die ZeitungChar­din Nitschi Nitschi" veröffentlicht einen Artikel des japanischen Admirals S u e t s u g u, des Chefs des er st en japanischen Geschwaders, über die Bedeutung der Mandatsinseln in der Südsee für Japan. Der Admiral er­klärt, nach dem Austritt Japans aus dem Völkerbund habe dieser kein Recht mehr, über das weitere Schicksal dieser Inseln Verhandlungen zu führen. Die Inseln seien von so großer politischer und strategischer Bedeutung für Japan, daß von einer Rückgabe nicht d i e Rede sein könne. Die Rechte Japans auf die Mandatsinseln seien unerschütterlich.

Kunst und Wissenschast.

94. Naturforscher-Versammlung in Dresden 1936.

Die 94. Versammlung der Gesell schäft Deut­scher Naturforscher und Aerzte findet 1936 in Dresden statt. Eine Ausstellung im Zusam­menhang mit der für 1936 geplanten großen Dres­dener Gartenbauausstellung wird besonders um­fangreich fein; sie soll zusammen mit dem Aerzte- bund eingerichtet werden und das Hygiene-Museum (Reg.-Rat Dr. Seiring), eine biologische Schau (Prof. Dr. Lehmann), eine paläontologisch-botani­sche und eine paläontologisch-biologische Schau (Prof. Dr. Reinerth), je eine SchauVolk und Rasse",Brauchtum und Volkstum" und eine Aus­stellung von Apparaten und pharmazeutischen Er­zeugnissen umfassen. Im Einverständnis mit dem 1. Vorsitzenden der Gesellschaft, Staatsrat Pros. Dr- Sauerbruch, sind zu örtlichen Geschäftsführern Prof. Dr. Grote und Prof. Dr. Z a u n i ck er­nannt worden.

Eine japanische Roberlkoch-Ehrung.

Ein ungenanntes japanisches Ehepaar bat in Dankbarkeit für bie Errettung fei­ner an schwerer Diphtherie erkrankten Tochter durch das von Robert Kochs Schülern entdeckte Diphtherie-Heilserum der deutschen Bot­schaft in Tokio eine Spende überwiesen, um da­für einen Kranz an d e m Grabe Robert Kochs niederzulegen. Das Diphtherie-Heilserum wurde 1890 durch E. v. Behring in dem von Koch geleiteten Institut entdeckt. Der Kranz ist von dem stellvertretenden Präsidenten des Robert-Koch-Jn- stitutes in dem dortigen Mausoleum niedergelegt worden.

Kleine politische Nachrichten.

Die beim Führer für die nächsten zehn Tage angesetztenEmpfänge fallen wegen wich­tiger politischer Besprechungen aus.

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Ministerialrat und Abteilungsleiter im Reichs- arbeitsministerium Bei siegel ist zum Präsiden­ten des Landesarbeitsamtes Köln, Ministerialrat Dur st zum Präsidenten des Landesarbeitsamts München bestellt worden.

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Als Folge des Abbruchs deramerikanisch- sowjetrussischen Schuldenverhand­lungen hat das Weiße Haus den Marineattache sowie den Luftfahrtattachö aus Moskau zurück- a e 3 o g e n. Das amerikanische Generalkonsu- lcMt in Moskau wird aufgelöst, das Personal , der amerikanischen Botschaft erheblich eingeschränkt. '

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Die d elgische Kammer lehnte die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Sowjetrußland mit 85 gegen 73 Stimmen bei Zwei Enthaltungen im Sinne der Regierung ab.

Die englische, die französische und die schwedische Regierung haben dem Dolkerbundssekretariat mitge- teilt, daß sie infolge der ablehnenden Haltung Paraguays gegenüber den Vermittlungsvorschlägen Öes Völkerbundes das über beide Länder verhängte Waffenausfuhrverbot in bezug auf Bott- men a u f t) e b e n. Die drei Regierungen erklären die Ausfuhr von Waffen nach Sotinkn nunmehr srelzugeben. '

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D-r Vorsitzende des N a ti° n a l b ü r° s für ben Sobefanes m Athen hat b-r b-utfchen, englischen und ranzösischen Gesandtschaft eine Denkschrift über bas Vorgehen der SrÄ3uS[ani15 Sn9lanb5 und Frank.

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