Nr.285 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Zreitag, 6. Dezember (935
Aus der Provinzialhauptstadt.
Nikolaustag.
Mit dem Nikolaustag fängt es stark an zu Weihnachten. Besonders die Kinder freuen sich auf den 6. Jul (Dezember). Eher als sonst geht's an diesem Tage von der Gasse heim, denn man will nicht schon unterwegs „überrascht" werden. Am Hoftor der Dorfstraße aber, mehr nach innen als nach außen stehend, wird nach allen Seiten Umschau gehalten. Schon ist im Unterdorfe ein Lärmen und Klingeln zu vernehmen. Schneller als gedacht biegt er, der Nikolaus, in die Enggasse ein. Holpernd, stolpernd, in dicken Schafspelz gehüllt, mit langem, struppigem Bart, keuchend unter der Last des schweren Sackes auf dem Rücken, holt er in langen Schritten aus. Mächtig stößt er mit seinem dicken Eichenstock auf. Die goldoerzierte, dickgefütterte Wollmütze ist tief über den Kopf gezogen.
Schnell gehts nun zur Haustüre hinein. Hinter der Mutter wird sich verkrochen. Still, ganz mäuschenstill ist die Kleine. Denn auch sie hat so manches
Das Knusperhäuschen am Gelterstor
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hängig gewesen.
(Fortsetzung folgt.)
ich, lieber Onkel. Und schlaf auch du
leise hinein und schaltete das Licht war nicht nur die Beleuchtung, die so hell machte wie seit langer Zeit
gut mit dir." „Das weiß recht gut!"
Sie huschte ein. Aber es
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schon auf ihrem jungen Gewissen. Nicht immer hat sie dem Gebote der Mutter, noch viel mehr nicht dem der Eller (Großmutter) Folge geleistet. Doller Angst wird noch schnell einmal das so oft glänzend vorgetragene Sprüchlein hergesagt. Gerade diesmal gehts nicht fließend. Stotternd und unter Mithilfe der Oma läufts dann unter starkem Herzklopfen vom Stapel. Schon stampft er ganz nahe beim Hause, für den alles Ungestrafte „im Salzdippche" aufbewahrt worden war. Mehr ein Pochen, als ein Klopfen wars an der Stubentüre. Dann tritt er ein. Verslein und ein Lied werden mit einer Tüte
befcherung Durch das WHW. zu Weihnachten abzugeben. Besonders unsere Kinderwelt wird dieser vorübergehenden Einrichtung die größte Aufmerksamkeit entgegenbringen, da alte Märchenbilder nunmehr in Wirklichkeit vor ihnen stehen. Hänsel und Gretel sind ebenso da, wie die Hexe aus dem Märchen! In dem Häuschen selbst steht ein kleines Bett, und die Lebkuchenherzen, die Hänsel und Gretel im Märchen von dem Knusperhäuschen abbrechen, sind nunmehr in dem Häuschen von allen Kindern gegen eine kleine Spende käuflich zu erhalten.
Die Eröffnung des „Knusperhäuschens" findet am heutigen Nachmittag um 5 Uhr statt.
Die Kreisführung des WHW. Gießen.
len erhellte.
Annelies fand lange keinen Schlaf. Wieviel Gu- tes, aber auch unendlich Schweres hatte sie in diesen Räumen schon erlebt! Ihre Mutter, die jüngste Schwester der Frau Senator, hatte gegen den Willen der Eltern einen Kunstmaler geheiratet. Es war dadurch zum Zerfall mit der Familie gekommen. Der Vater von Annelies war eine tiefinnerliche Künstlernatur gewesen und hatte dem Leben und seinen harten Anforderungen immer etwas fremd gegenübergestanden. Es war kein glänzendes Los, das er seiner Familie hatte bieten können. Nach seinem frühen Tode war es wieder zu einer Annäherung mit den Angehörigen gekommen. Annelies und ihre Mutter hatten im Hause Sartorius eine Zuflucht gefunden. Die Mutter, und späterhin auch Annelies, hatten sich durch die Anfertigung von Handarbeiten das Notwendigste zum Lebensunterhalt verdient, aber man war im Grunde genommen doch von der Familie Sartorius ab-
Der Führer hat die deutsche Volksgemeinschaft geschaffen. Volksgenosse, danke ihm am Tage oer nationalen Solidarität, am 7. Dezember, durch dein Opfer. Wenn jeder opfert, wird jeder haben!
Winterfahrten.
Das Programm für die Winterfahrten ist auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. Nachar beit für ausfallende Arbeitstage.
haben. Statt dessen spukt man noch zu mitternächtlicher Stunde im Garten herum ..."
„Es ist doch Frühling, Onkel Korbinian — wer soll denn da schlafen wie ein Bär oder ein Murmeltier", erwiderte sie mit strahlenden Augen. „Du spukst ja auch noch herum. Wenn auch nicht gerade im Garten."
„Muß ich auch. Zum mindesten will ich doch sehen, ob du etwas von besagtem Frühling mit heraufbringst."
„Versteht sich, Onkel!" Ein ganzes Herz voll! Ist das nicht genug?"
„Es langt. Vollständig. Und ich weiß nun Bescheid und brauche dir wohl nicht erst zu sagen, wie ich mich freue. Laß dich nun nicht länger aufhalten, hole ein bißchen von dem versäumten Schlaf nach und träume schön!"
„Wird besorgt. Auch von Onkel Korbinian?"
„Auch das kann nicht schaden, er meint es ja doch
„Wenn es nur das ist, Günther — wenn nur ein gewisses Mitleid mit dir selbst und das Mitleid mit mir dich zu diesem Entschluß treibt dann — dann wollen wir deine Frage als ungeschehen betrachten."
Er forschte in ihren Augen.
„Hast du — andere Wünsche und Ziele, Annelies?"
Sie gab ihm den Blick fest und frei zuruck.
„Du willst Offenheit, Günter, und du sollst sie haben- Nein, ich habe keinen anderen Wunsch, aber ..."
Da zog er sie an sich.
„Dann ist es gut, Annelies. Ich habe dich herzlich lieb, das weißt du, das mußt du ja wissen. Soll ich nun noch einmal fragen?"
Sie hielt den Kops zurückgebogen. Ihre Augen hingen an seinem Gesicht, ihr stoßweise gehender Atem streifte sein Kinn, seine Lippen. Ein Erschauern schien sie zu durchzittern.
„Wenn du mich so lieb hast, wie — ich dich Ueb habe, brauchst du nicht noch mal zu fragen ..."
Stumm riß er sie an sich. Ihm war, als ob das Leuchten ihrer Augen das Dunkel erhellte, als ob dies Licht die schlummernden Goldwellen auf ihrem
das Zimmer , ,
nicht. Man mußte wirklich selber ein Licht in sich tragen, das die gleiche Umgebung mit seinen Strah-
Die Tätigkeit für das Winterhilfswerk nimmt in diesen Tagen und Wochen einen riesigen Umfang an. Alles rüstet für das Weihnachtssest und alle Kreise der Bevölkerung wetteifern, den ärmsten unserer Volksgenossen dieses Fest der Liebe und der Familie zu verschönern. Einige durch aktive Mitarbeit, alle durch große Opferfreudigkeit. Nur ganz verkalkte Menschen werden von dem Rhythmus dieser Arbeit | ■ i i i a o i i ii
zum Wohle der Aermsten 11 ■ | 3 1 d ■ ■ ll I
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über das WHW. nörgeln.
Aber das darf kein Grund | fein, in unserer Opfer- freudigkeit zu erlahmen, und das wird sich die Gießener Bevölkerung, soweit sie in der Lage ist, opfern zu können, nicht nachsagen lassen.
Und so wird wohl einer neuen Sammelquelle allseitig das größte Interesse entgegengebracht werden. lieber Nacht ist in einem Brennpunkt unseres städtischen Verkehrs, und zwar am Selterstor, von der Kreisführung des WHW ein „Knusperhäuschen" aufgebäut worden. Auf einem Podest erhebt sich dieses Häuschen, in dem Lebkuchenartikel mit einem kleinen Aufschlag für das Winterhilfswerk feilgehalten werden, und in dem jeder Gelegenheit hat, kleine Weihnachtspakete mit Aepfeln, Nüssen, Konfekt und Süßigkeiten für die Kinder-
Nicht müde werden, Annelies!
Vornan von Bernhard Lonzer.
Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin.
3. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Mit tiefem Atemholen begann er wieder:
„Sieh mal, Annettes, ich müßte eigentlich voll 31p frieden sein mit meiner ganzen Lebenslage. Manch einer mag mich im stillen heute schon als den künftigen Herrn der Firma Sartorius beneiden Meine Adoptiveltern lassen es mir in keiner Hinsicht an etwas fehlen und bringen mir mehr Liebe entgegen, als ein angenommenes Kind im allgemeinen erwarten darf. Ich bin ihnen auch herzlich dankbar dafür. Aber es bleibt da doch eine Lücke, die sich nicht überbrücken oder gar ausfüllen läßt.
Ich war bei dem Tode meiner Eltern doch immerhin ein Junge von zwölf Jahren. In diesem Alter prägt sich einem doch alles schon so tief ein, daß man das Elternhaus und die rechten Eltern nicht wieder vergißt. Das wirst du gewiß ganz besonders verstehen — nicht wahr?"
Er schwieg einen Moment, während Annelies Mit großen, weiten Augen in seinem überdunkelten Gesicht forschte. Es war in der Tat so: Günters Vater, ein ehemaliger Offizier und hervorragender Reiter, hatte sich nach dem Kriege beruflich als Rennreiter betätigt. Bei einem dieser Rennen war er gestürzt. Seine Gattin, die den tödlichen Sturz mit angesehen hatte, war vor Schreck einem Herz- chlaq erlegen. Der Senator hatte den so plötzlich verwaisten Knaben, dessen Vater sein Freund gewesen war, zu sich genommen und schließlich adop-
de Vega übersetzt und frei bearbeitet hat, kommt heute dieses Werk des großen spanischen Dichters unter der Spielleitung von Intendant Hermann Schultze-Griesheim zur alleinigen deutschen Uraufführung. Es ist aus der Vielzahl der Werke Lope de Vegas eins der markantesten, das anläßlich der Feier des 300. Todesjahres in den Spiel- plan als Würdigung ausgenommen wurde. In diesem Schauspiel wirken mit: Damen: Birkmann, Henckell, Stirl-, Herren :Frickhoeffer, Geiger, Kühne, Lindt, Lüpke, Mosbacher, Neuhaus, Rosenthal, Schorn, von Spallart, Volck, Wahlen. Die Uraufführung ist zugleich die 10. Vorstellung im Freitag- Abonnement. Dauer von 20 bis 22.30 Uhr.
Gemeindeabend der Watthäus-Gemeinde.
Am kommenden Sonntag, 8. Dezember, findet abends in der Turnhalle am Oswaldsgarten ein Gemeindeabend der Mattäus-Gemeinde mit einem Vortrag des Gemeindepfarrers, einem Adventsspiel sowie Gesang und Instrumentalmusik statt. Näheres in der heutigen Anzeige.
Winterhilfswerk
des deutschenVolkes-1935/36
Kreisführunq Gietzen
Betr.: Sammlung von Lebensmitteln zugunsten der Anstalten und Einrichtungen der Inneren Wifsion.
An sämtliche Ortsbeauftragte des WHW. des Kreises Gießen.
Ich bitte um sofortige Einsendung der vorschriftsmäßigen Meldungen über das Ergebnis der Sammlung obigen Betreffs.
Heil Hitler!
K l ö ß , Kreisbeauftragter des WHW.
NSDAP., Gießeu-Nord.
Abteilung hilfskaffe.
Betr.: Bezahlung der hilfskassenbeiträge für das 1. Vierteljahr 1936 der SA.-Angehörigen im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Vord.
Am Montag, 9., und Mittwoch, 11. Dezember, in der Zeit von 20.15 Uhr bis 23 Uhr zahlen alle Angehörigen der <52(., SA.-Referve,
Und du, Annelies", fuhr Günter jetzt fort, „ich will nicht daran rühren, aber unsere 6^)1^016 haben viel Ähnliches und Gemeinsames. Wir sind zwei arme Vögel, die sich verflogen haben — Nicht wahr? Wollen wir uns nicht gemeinsam ein Nest bauen, in dem wir glücklich und zufrieden fein ^Sie"sah zu ihm auf und mühte sich, ihrer Stimme Festigkeit zu geben:
Guts belohnt.
Der Nikolaustag ist der Vorbote des Christfestes. Weihnachten, das lieblichste unter den christlichen Festen, reicht mit seinen Wurzeln bis in die graue Vorzeit unserer Vorfahren, die in ihrem Julfest die Feier der Wintersonnenwende begingen. Es war dies in vorchristlicher Zeit ein Fest zu Ehren der höhersteigenden Sonne, ein Fest des Lichtes.
Nach heidnischem Glauben wurde die goldene Himmelskönigin in der Zeit ihres Niedergehens von einem großen, bösen Wolfe verfolgt. Gerade war er im Begriffe, die Sonne in seinen Rachen zu verschlucken, als sich aus der Erde ein gewaltiger Lärm erhob. Die Krieger der deutschen Wälder schlugen ihre Schwerter wider die Schilde, das Gesinde trommelte auf den Ackergeräten, und Frauen und Kinder schrien aus Leibeskräften. Erschreckt ließ der Wolf qon seiner Beute und eilte in wilder Flucht in die Felsschluchten Rifelheims. Heller denn zuvor aber ließ das Himmelsgestirn seine goldenen Lichtstrahlen zur Erde fallen und stieg von nun ab täglich höher am Himmelsbogen empor.
Nun kamen die christlichen Sendboten ins Land, die dem Julfest eine andere Deutung gaben und aus ihm das Weihnachtssest machten. Das Lärmen aber, das einst die bösen Dämonen vertreiben sollte, ist geblieben und vorverlegt worden auf den Nikolaustag, der zugleich als Gabenfest zu Ehren des heiligen Nikolaus, des großen Wohltäters der Armen, gefeiert wird. —
In den deutschen Gauen sind Name und Brauch des Nikolaustages verschieden. Kehrt in unserer Gegend der Nikolaus als rauhbauziger Brummbär unter dem Namen „Knecht Ruprecht", in dämmergrauer Abendstunde in den Häusern ein, so heißt er anderswo Pelznickel oder Nickl, auch Klaubauf oder Klawes z. _ _ , ,
Da St. Nikolaus der Schutzherr der Seefahrer ist, wird ihm an der deutschen Küste besonders gehuldigt. Die Geschenke für Kinder und Dienstboten werden als „Niklasgabe" in zierlichen Schiffchen am Abend überreicht
In anderen deutschen Gebieten sind Nikolaus und Christkindchen zu einer Person verschmolzen.
geknüpft:
Die Dauer der Vor- oder Nacharbeit darf täglich 2 Stunden nicht überschreiten.
Diejenigen Betriebe, die von dieser Genehmigung Gebrauch machen, haben ein Verzeichnis zu führen, aus dem die in Anwendung der Genehmigung innerhalb des festgesetzten Ausgleichszeitraumes vor- oder nachgearbeiteten Arbeitsstunden zu ersehen sind. Das Derzeich-
„Hörst du nichts, Günther?"
„Nein. Was denn?"
„Hörst du wirklich nichts?"
Angestrengt lauschte er aufs neue. Es rauschte leise im Gebüsch.
„Es wird ein aufgeschreckter, schlaftrunkener Vogel sein."
„Nicht doch. Das meine ich nicht. Horch doch nur — hörst du sie nicht läuten? Ganz leise, aber doch ganz hell ...
„Läuten ...? Wen denn? Glocken?"
„Ja — winzig kleine, weiße Glocken ...", sagte sie und sah zur Seite nieder.
Er folgte ihrem Blick. Es war in dem Dunkel nichts zu erkennen, aber jetzt fiel ihm ein: An dieser Stelle hatten am Morgen ein paar verfrühte Maiglöckchen ihre zarten weißen Blüten entfaltet. Mit stiller, aber tiefer Freude hatte Annelies sie ihm mittags, als er aus dem Geschäft gekommen war, gezeigt.
„Meinst du die Maiglöckchen?" forschte er.
„Ja. Hörst du nun ihr Läuten? Man muß nur das richtige Ohr dafür haben. So läutet auch mein Herz, Günter ..."
Stumm sah er ihr einen Augenblick in das seltsam aufgeschlossene Gesicht. Dann zog er sie wieder an sich.
„Du liebes, liebes Menschenkind du! Laß es immer für mich läuten, damit ich jeden Tag aufs neue den Weg zu dir finde. Der Alltag hat nur selten festliche Stunden und braucht diesen Klang, um den Menschen zur Besinnung zu rufen. Soll es so fein, Annelies?"
„So soll es sein Günter: Was das Leben auch bringen mag, mein Herz wird immer bei dir und um dich sein."
Als sie dann leise die Treppe zum zweiten Stockwerk hinaufhuschte, sah sie, daß der Vorsaal zu Onkel Korbinians Wohnung erleuchtet war. Sie zögerte einen Moment. Mit vorsichtigen Schritten stieg sie bann die letzten Stufen hinaus und näherte sich der Tür zu ihrer Wohnung. Da wurde die nebenan gelegene Dorsaaltür geöffnet. Korbinian Sartorius trat auf die Schwelle. Ein stilles, verstandvolles Lächeln lag auf seinem Gesicht.
„Merkwürdig", sagte er leise, „so junges Volk sollte eigentlich einen ausgemachten Bärenschlaf
Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat die nachstehende Anordnung erlassen:
Auf Grund des § 30 der Arbeitszeitordnung vom 26. Juli 1934 wird für das Land Hessen genehmigt, daß abweichend von entgegenstehenden Vorschriften des Ersten Abschnitts der Arbeitszeitordnung oder von Bestimmungen von Tarifordnungen der am 23., 24., 27., 28., 30. und 31. Dezember dieses Jahres oder an einzelnen dieser Tage eintretende Ausfall von Arbeitsstunden sowie ein weiterer Arbeitstag als Ersatz für den durch die Weihnachtseiertage eintretenden Derdienstausfall an Vertagen der Monate Dezember 1935 und Januar 1936 vor- oder nachgearbeitet werden dürfen. Beträgt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit dreißig oder weniger Stunden, so darf noch ein weiterer Arbeitstag in dem angegebenen Zeitraum vor- oder nachgearbeitet werden.
Diese Genehmigung wird an folgende Bedingun-
die am heiligen Abend mit Rute und Sack in den Häusern einkehrt, den artigen Kindern reiche Geschenke unter den strahlenden Weihnachtsbaum legt, die bösen aber trifft „auf den Teil, den rechten".
Im Alpenvorlande wird an St. Nikolaus schon Weihnachten eingesungen. Wenn von den weiß- köpfigen Bergriesen die eiskalten Winde zu Tal wehen, glaubt man das Gloria der himmlischen Heerscharen zu vernehmen.
Es blühen die Maien bei kalter Winterzeit, ist alles voll Freuden auf unserer Schäfersweid. Alles ist in schönster Blüh, die Luft bringt süßen Geruch hervür, viel Singen und Klingen, Flötenblasen, Harfenschlagen, und ich mag nicht alles sagen, was sich hier hat zugetragen.
Nikolaus als Vorläufer des Christkindes verjagt die dämonischen Wesen und peitscht das böse Dichten und Trachten aus dem menschlichen Herz und Sinn, damit das Christkind, rein und klar, darin einziehen kann.
Bornoti en
Tageskalender für Freitag.
NSDAP., Ortsgruppe Gießen: 20.15 Uhr großes Konzert zum Besten der Winterhilfe in der Volkshalle. — NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Stern von Sevilla". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Himmel auf Erden"; 22.45 Uhr: Nachtvorstellung „Luana". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Knox und die lustigen Vagabunden". — Goethe- Bund Gießen: 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität Filmvortrag von Paul Eipper „Freude kommt vom Tier"
Uraufführung im Stadttheater Gießen.
In Anwesenheit Hans Schlegels, der das Trauerspiel „Der Stern von Sevilla" von Lope
NSKK., Marine-FA., Reiter-SA. usw., die nicht Parteigenossen sind und im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord wohnen, den Hilfskassenbeitrag sur das 1. Vierteljahr 1936. Die Kassenstunden sind in der Gewerblichen Berufsschule, Kirchstraße 16, (Eingang durch den Schulhof) im Erdgeschoß. Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wird bet der Hilfskasse in München abgemeldet.
Sportamt „Kraft durch Freude".
heule folgende Kurse:
Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer). Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Ly- zeum, Dammstraße 26.
Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Firma Buderus.
Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr (Frauen und Männer), Volksbad. Von 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen).
Reiten. Von 20 bis 21 Uhr Reitschule Schömbs.
Ski-Trocken. Von 21 bis 22 Uhr Reitschule Schömbs.
Haar erweckte.
Es war spät geworden, als sie eng umschlungen durch den Garten zurückgingen. Annelies schien mit einem Male ein ganz anderer Mensch geworden. Das Verträumte, fast Schwermütige ihres Wesens war von ihr abgefallen, als hatte em heller Fruh- lingssturm alles hinweggeweht. Wie von einem langen zurückgedämmten Strom fühlte sie sich von neuem Leben durchpulst. Das flutete das rauschte und sang. Jeder Atemzug und,eder Herzschlag war davon eri^lUtm€rfmürhigz Günter", sagte sie mit schwingender Stimme, „da ist man nun manchmal d voll von Wünschen und Hoffnungen, daß man meint, es müßte einem die Brust zersprengen - und wenn dann plötzlich die Erfüllung da ist dann weiß man, daß es nur ein einziges großes Hoffen und Sehnen war, das einen so ganz ausfullte.
(=0 ;st es Annelies. Und man erkennt dann erst so "richtig was einem bisher gefehlt hat und was man versäumt hat — nicht wahr?
Sie hatten etwa die Mitte des Gartens erreicht, als Annelies plötzlich stehenblieb.


