Nr. 260 Zweites Matt
GiestenerAnzelaer (General-Anzeiger für Gberheffen)
Mittwoch, 6. November |955
Aus dem Reiche der Frau.
Die Mitarbeit der Frau im Wmterhiltswerk.
Von Erich HUgenseldt, Kaupiamtsleiier der NSv
Im nationalsozialistischen Deutschland ist der erste und vornehmste Platz der Frau in der Familie als Kameradin des Mannes, als Erzieherin der Kinder und als Leiterin des Haushaltes, lieber den häuslichen Wirkungskreis hinaus aber erwachsen der Frau als Volksgenossin Ausgaben und Pflichten, durch deren Erfüllung sie mithelfen kann, der deutschen Volksgemeinschaft ein unzerstörbares Fundament aufzurichten. Zu diesem Dienst an der Volksgemeinschaft bietet vor allem das Winterhilfswerk mannigfache Gelegenheit. Sein Gelingen bedeutet für uns alle ein Bekenntnis unlöslicher Volksverbundenheit und zu dem Gelingen beizutragen, ist schönste Ehrenpflicht. Die freiwillige Mitarbeit von Tausenden von ehrenamtlichen Helferinnen, die sich opferfreudig in den Dienst des großen Werkes stellen, sichert seine Durchführung.
Eine wichtige vorbereitende Arbeit haben die Helferinnen schon in den vergangenen Monaten geleistet, als es galt, die Ob st- und Gemüse- spenden aus der deutschen Ernte einzusammeln, einzuwecken und für den Winter bereitzustellen. Jetzt sind viele fleißige Hände am Werk, um in den Näh st üben wärmende Kleidung für Männer, Frauen und Kinder herzurichten. Wenn auch alle die Frauen die Menschen nicht sehen, die ihrer Hände Arbeit sättigen und kleiden hilft, das Wissen um die Bedeutung ihrer Arbeit macht sie froh. Wer an den Nähstuben vorübergeht, kann manch fröhliches Lied hören. — An Den Ausgabestellen der Kleiderkammern braucht man nicht so sehr die geschickte Hausfrau mit ihrer Erfahrung, sondern die Helferin mit guter Menschenkenntnis, die jedem das richtige Stück verpaßt. Hier kann die Frau ihr Verständnis für allerpersönlichste Betreuung des einzelnen hilfebedürftigen Menschen im Dienst der Gemeinschaft betätigen.
Mit der Eröffnung des Winterhilfswerks haben auch die Küchen ihre Tore wieder geöffnet. Täglich sind viele Tausende von Portionen Essen zu kochen und zu verteilen; manche Helferin arbeitet dort, die schon in der Kampfzeit den hungernden und erwerbslosen SA.-Männern unter persönlicher Gefährdung ein Essen bereitete. Die schönste Hilfe kann die Frau der ärmeren Volksgenossin zuteil werden lassen, wenn sie Pfundspenden sammelt und dadurch der minderbemittelten Hausfrau die Möglichkeit verschafft, selbst wieder ihrer Familie ein nahrhaftes Essen zu bereiten.
Möglich wird alle diese materielle Hilfe durch die Sammlungen und den Verkauf der WH W. - Abzeichen, an dem sich die Frauen in großer Zahl beteiligt haben und auch in diesem Winter wieder beteiligen werden. In ihrer Unermüdlichkeit und stets gleichbleibenden Freundlichkeit lassen sie sich auch nicht beirren durch jene Volksgenossen, die mit tauben Ohren an ihnen vorbeieilen oder gar einen großen Bogen um sie machen.
Hinter den Tausenden von freiwilligen und ehrenamtlichen Helferinnen stehen die Millionen deutscher Hausfrauen, die durch ihre Gebefreudigkeit zum Gelingen des Werkes beitragen. Sie geben ihre Tüte in die Pfundsammlung und ihren Groschen in die Sammelbüchse. Sie halten zum Weihnachtsfest Kleidungsstücke, Spielzeug und Lebensmittel als Liebesgaben bereit. So wird die deutsche Frau auch in diesem Winter durch ihren opferbereiten Einsatz das Gelingen des Hilfswerkes gewährleisten.
W unser Knd die Masern bekommen?
Don Dr. med. et pbil. Gerhard Venzmer
Da kommt ein Kind von der Schule heim und macht einen merkwürdig „hängigen" Eindruck, es hat keine Lust zum Spielen, ist weinerlich, fühlt sich auch ein wenig fieberig an. Schnupfen und em eigenartiger trockener Reizhusten stellen sich ein, die Augenbindehäute sind gerötet. Die erfahrene Mutter weiß alsbald, wieviel die Uhr geschlagen hat: das Kind kriegt die Masern.
In den nächsten Tagen gibt es keinen Zweifel mehr: das schlechte Befinden des kleinen Patienten nimmt zu, das Fieber klettert in die Höhe, und der bezeichnende, aus linsen- bis fünfpfennigstück-großen dunkelroten Fleckchen bestehende Masernaus- schlag erscheint. Er beginnt in dem gedunsen an» mutenden Gesicht und verbreitet sich von dort über den Nacken, Hals, den Rumpf und die Gliedmaßen. Gleichzeitig plagt ein hartnäckiger Hustenreiz das erkrankte Kind, und die Entzündung der empfmd- lichen Augenbindehäute führt zu mehr oder minder ausgeprägter lichtscheu. Gewöhnlich am sechsten Tage der Erkrankung fällt das Fieber zumeist hi steiler Kurve ab, der Ausschlag beginnt zu verblassen, die Haut kleienförmig abzuschuppen, und unter Rückgang der katarrhalischen Beschwerden kehrt das Wohlbefinden wieder.
Das ist das Bild, wie es Taufenden von Eltern bekannt ist, und wie es glücklicherweise nur verhältnismäßig selten durch hinzutretende Lungen- oder Darmerkrankungen, Mittelohrentzündungen, Vereiterung der Halsdrüsen usw. verschlimmert wird. Alles in allem darf man sagen, daß die Masern für gewöhnlich keine bösartige Krankheit darstellen. Bemerkenswert ist die ungeheure Häufigkeit der Krankheit, die man mit Recht geradezu als „Zivilifationsseuche" bezeichnet. Denn die Empfänglichkeit der Masern ist so allgemein, daß fast jeder Mensch sie als Kind durchmacht, womit dann freilich mit ganz geringen Ausnahmen eine n a - türliche Gefeitheit (Immunität) für das ganze Leben erworben wird.
Diese Tatsache sollte indessen keineswegs etwa zu der in vielen Familien immer noch verbreiteten Annahme führen, jedes Kind solle nur möglichst bald „seine" Masern „abmachen", da ein Vermeiden der Ansteckung schon infolge der Berührung mit anderen Kindern beim Schulbesuch usw. ja doch so gut wie aussichtslos fei. Einer solchen kritiklosen Verallgemeinerung steht vor allem die Erfahrung entgegen, daß die Sterblichkeit an Masern in den verschiedenen Lebensaltern außerordentlich verschieden ist. So sterben von 10 000 Lebenden im ersten Lebensjahr 30, im zweiten bis fünften
Jahr 22,4, im sechsten bis fünfzehnten Jahr 0,9 und vom sechzehnten Jahr ab npr noch 0,02 Menschen an Masern! Zahlen, die ganz zweifelsfrei lehren, daß unser Bestreben daraus gerichtet sein muß, das. Erkrankungsalter nach Möglichkeit hinauszu- schieben, denn rund neun Zehntel aller Todesfälle an Masern kommen auf Kinder unter sechs Jahren!
Nun erfolgt erfahrungsgemäß die Ansteckung fast stets von der Schule aus; man hat daher den Vorschlag gemacht, in Großstädten solche Schulkinder, die ganz junge Geschwister haben, in besonderen Klassen zu vereinen und diese durch sorgfältige Absonderung vor der Masernansteckung zu bewahren, damit auf solche Art die Kleinkinder vor der Erkrankung geschützt werden. Stellt es sich aber heraus, daß ein Kleinkind mit einem masernkranken Kinde in Berührung war, was ja so gut wie immer zur Ansteckung führt, so kann man bei rechtzeitigem Eingreifen den Ausbruch der Krankheit noch durch Einspritzung von sog. Rekonvaleszente n s e r u m verhindern Seine Anwendung beruht auf der Erfahrung, daß sich im masernkranken Organismus wirksame Gegenstoffe gegen das Masern- gift bilden; das Rekonvalefzentenferum wird da
her, wie der Name besagt, aus dem Blut von Personen gewonnen, die in der Genesung von einer Masernkrankheit begriffen sind. Rund 14 Tage nach Der Keimübertragung dauert es, bis die Erreger sich so weit im Organismus des Angesteckten vermehrt haben, daß die Krankheitserscheinungen sich einstellen — man nennt das die „Inkubationszeit" —; wird aber bis zum vierten Tage nach der Ansteckung das Rekonvaleszentenserum eingespritzt, so werden die solcherart zugeführten Schutzstoffe der Ansteckung noch Herr, und das angesteckte Kind bleibt masernfrei.
Wie uns die alltäglichsten Krankheiten hinsichtlich ihres Wesens, ihrer Entstehung usw. bisweilen die größten Rätsel aufgeben — man denke nur an den Schnupfen, den Rheumatismus ufw. —, so ist es bis heute ebenfalls noch nicht gelungen, den Erreger der Masern aufzufinden; vermutlich ist er so klein, daß auch unsere stärksten Mikroskope nicht ausreichen, um ihn sichtbar zu machen. Eines aber wissen wir: daß die Ansteckung von der Nase oder dem Rachen aus stattfindet und das Maserngift zu den vergänglichsten Ansteckungsstoffen zählt, die wir überhaupt kennen.
as sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
ZUM WINTER.
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Unter dem Motto: Zum Winter — für i h n zeigen wir heute ein paar praktische Strick- fachen, die teils leichter, teils schwerer selbst anzufertigen sind.
Das erste Modell ist eine einfache, rechtsgestrickte, sandfarbene Strickbluse, deren Kragen, Stulpen und unterer Rand (zwei rechts, zwei links) in dunkelbrauner Wolle angestrickt sind. Die aufgesetzten Brusttaschen werden wie die Bluse selbst durch Reißverschluß geschlossen.
| In einem aparten Diagonalmuster ist i der ärmellose, hoch am Halse schließende Pullover (Abb. 2) in silbergrauer, weicher Wolle gestrickt.
Der ausgesprochen sportliche Sweater (Abb. 3) mit Rollkragen ist im Zopfmuster aus sehr schwerem, braun-beige meliertem Material gearbeitet. Die dazu passenden Sport st rümpfe (Abb. 5) haben am oberen Rand einen Gummizug eingelegt.
Die praktische zweireihige Wollweste (Abb. 4) kann gut zu jedem Anzug getragen werden. Sie ist in grün-graumeliert in einem Quer» streifenmuster gestrickt, ihre Ränder sind mit dunkelgrünen, ebenfalls feingestrickten Streifen eingefaßt. Sechs mittelgroße Knöpfe schließen die Weste.
Die besonders warmen Handschuhe sind aus dunkelgrauer Krimmerwolle. H.
SchuhPslege im November
Nasse Füße, das ist das Schreckgespenst in den feuchten Nooembertagen. Man zieht die Schuhe aus: die Strümpfe sind naß! Don oben und unten ist Das Wasser in Den Schuh eingedrungen, das Leder scheint nicht mehr dicht zu sein. So, die nassen Schuhe hat man ausgezogen — nun aber schnell, Damit auf Die Leisten! Halt! Das ist falsch! Einen nassen Schuh Darf man nie gleich auf Die Leisten ziehen. Das bekommt Dem Leder nicht. Noch viel weniger Darf man einen nassen Schuh so herumliegen lasien, Denn Dann kommt er nie roieDer in feine richtige Fasson, und wenn mir ihn das nächste Mal anziehen, Dann Drückt er uns ganz bestimmt! Wir nehmen also altes, weiches unD saugfähiges Zeitungspapier unD stopfen Damit Die nassen Schuhe gut aus. Selbstverständlich müssen wir ' Darauf achten, Daß sich im LeDer nicht Beulen bil- Den, auch Darf man Das Zeitungspapier nicht mit aller Gewalt in Den Schuh hineinzwängen, fonDern man muß Darauf achten, Daß Der Schuh Die richtige Form behält. Nun nicht etwa auf die Heizung stellen, oder an den heißen Ofen
legen. Langsam müssen die Schuhe trocknen, das ist Vorbedingung, wenn man den Schuhen ein langes Leben gönnen will. Erst wenn der Schuh ganz trocken ist, wird er auf die Leisten gezogen, mit einem guten farblosen Fe11creme eingerieben j unD blank poliert. Es ist sehr gut, wenn man bei j feuchtem Wetter die Schuhsohlen mindestens zwei- j mal in Der Woche mit einfachem Oel bestreicht. Man kann dazu auch ruhig Leinöl nehmen, es braucht kein Lederöl zu fein. Nur zu Wintersportschuhen, Ski- und Schlittschuhstiefeln, nimmt man ein Spezialöl für Die Sohlen, Das man aber auch gleichzeitig als Oberlederöl verwendet. Die Winter-
fportftiefel müssen schon jetzt ab und zu geölt werden, Damit Das LeDer weich unD geschmeidig bleibt, unD Damit es völlig wasserdicht ist.
Wildlederschuhe werden bei Feuchtigkeit immer hart und sollen deshalb bei nassem Wetter nicht getragen werden. Ist Der Wildlederschuh aber Doch einmal naß geworden, so stopft man ihn mit Holzwolle aus. Nach Dem Trocknen -bürstet man ihn mit einer Gummibürste und puDert ihn Dann gut ein. Es gibt heutzutage PuDer Der nicht mehr auf I Den Kleidern und Strümpfen abfärbt. BesonDers empfindlich sind bei feuchtem Wetter die Lackschuhe! Sie müssen immer mit einer hauchdünnen Fettschicht versehen werden. Es ist falsch, die Fett- creme dick aufzutragen, denn dann wird der Schuh nie blank. Ein gutes Hausmittel ist zur Schuhpflege die Zwiebel. Man reibt blindgewordene Lackschuhe mit einer Zwiebel ein und wird sich wundern, wie schnell der Schuh blank wird. Lackleder darf nie dem heißen Ofen nahe gebracht werden, weil der Lack Dann unweigerlich a b p l a tz t. Jeden Monat einmal sollen Lackschuhe — aber auch alle anderen Lederschuhe — mit Benzin abgerieben werden, um Fettflecke und Cremereste zu entfernen!
Auch Das Innere der Schuhe muß bei der feuchten Witterung gut gepflegt werden. Man sollte im Winter Einlegesohlen tragen. Leidet man an kalten Füßen, so schneide man sich aus Zeitungspapier eine dicke Einlegesohle, das hält den Fuß warm und trocken. Rauhe Stellen im Innen-: futter überklebt man am besten mit einem Stückchen Flanell oder Samt. Man schont damit die Strümpfe, die sich so leicht durchscheuern. Immer müssen die Schuhe an luftigem Ort aufbewahrt werden. Das ist in den Wintermonaten besonders wichtig, damit sie keinen muffigen Geruch annehmen und das Leder weich bleibt. LX K.
Vlumen auf den Tisch - auch im Winter!
Eine Blume auf dem Tisch, und sei sie auch noch so bescheiden, gibt uns die Behaglichkeit der Räume, die Freundlichkeit der Speisetafel, zeigt uns die Herzlichkeit der Menschen. Ein ganz geringer Aufwand, eine mühelose Aufmerksamkeit zaubert eins wunderhafte Wirkung. Der Garten bietet noch bis spät in den Herbst Blumen, so daß keine Sorge um Den Tischschmuck ist. Zwischen Dem bunten Jrden- werk auf Der bunten Decke Die bunten Blumen, Daraus roirD in Der blassen Herbstsonne ein Farbenspiel, Das gastlich einlaDet, sich hinzusetzen unD zuzugreifen.
Mit ganz kleinen Mitteln hat Die geschickte Hand Der Hausfrau all ihren Hausgenossen das täglich« Mahl so zu einer täglichen kleinen Freude gemacht. Auch Die bescheidene Tafel, auch ein Tisch, der in sorgfältiger Auswägung des Möglichen den Lebens- Verhältnissen der Hausgemeinschaft angepaßt ist, kann durch Pflege der Aufmachung selbst dann festlich locken, wenn diese Verhältnisse an enge Grenzen gebunden sind.
Und im Winter? Dann gibt es keine Blumen. Also wollen wir auf die Häuslichkeit verzichten? — Wer sagt denn, es gäbe im Winter keine Blumen? Im Garten schneiden kann man sie freilich nicht. Aber es gibt Topfblumen, die gerade im Winter blühen. Das Alpenveilchen zum Beispiel gibt uns rote, weiße, violette Blumen im Winter; Primeln und Tops rosen blühen im Winter; es können hier wirklich nicht all die Blumen aufgewühlt werden, die winters blühen. Ist es auch reine blühende Blume, die wir gerade zum Tischschmuck bereit haben, ein grünes Zweiglein tut es auch. Draußen wächst soviel Grünes, das auch im strengsten Winter für uns bereit ist. Mit roten Beeren besetzte, stachelige Hülsen, Eibenzweiglein, Tannenreiser mit kleinen Zapfen, solches und anderes Grün findet sich überall. Auch im Winter braucht man nicht auf die kleine, aber wirkungsvolle Zierde zu verzichten.
Wer aber im Winter blühende Topfblurnen haben will, der muß sich rechtzeitig darum bemühen. Der muß in diesen Herbsttagen zusehen, daß er aus eigener Züchtung oder von seinem Gärtner seine knospenden Blümchen erhält. Es sollen auch dort feine großen Gelder angelegt werden. Denn es kommt, das sei wiederholt, nicht auf große Aufmachung an. Die eine GelDauslage ausweist. Man soll überhaupt beDenken, Daß Tischblumen nicht Das aufgetragene Gericht in Den Hintergrund Drängen, sie sind immer nur die liebliche, empfehlende Begleitung. Zu große Blumen, über die man nicht hinwegblicken kann, die uns die Sicht auf den Nachbarn versperren, fordern nicht, sondern verderben die Geselligkeit.
Man sollte sich die kleine Mühe des Blumenschmuckes nicht nur machen, wenn man Gäste erwartet. Die liebsten Gäste sind doch der Hausfrau ihre täglichen Hausgenossen. Mit ihnen muß sie am meisten leben, ihnen soll sie zuerst das Leben schön machen, damit von der Lebensbejahung aller auch alle ihren Nutzen haben. Ein paar Blümchen auf dem Tische und gerade im Winter, wenn die Natur mit ihren Farben kargt, sind wie ein leuchtender Sonnenstrahl in einem dunklen Alltag.
Das interessiert die Hausfrau.
Unser Kind lernt gehen.
Ehrgeizige Mütter begehen den Fehler, ihr Kind zu frühzeitig das Gehen zu lehren Man darf einem Kinde überhaupt keinen sogenannten Geh- unterricht geben, auch wenn es das erste Lebensjahr Überschritten hat. Der Zeitpunkt des Gehenkönnens bei einem Kinde ist außerordentlich verschieden. Man möchte sagen, baj| es beinahe Temperamentssache ist. Ein lebhaftes, sehr bewegliches Kind verspürt frühzeitiger einen Drang in sich, feine Beinchen zu bewegen und zu gehen, als ein dickes, molliges und phlegmatisches Kind. Man soll ein Kind gewähren lassen, wenn es kriecht und sich an einem Gegenstand, sei es am Stuhl, am Tisch oder am Bettchen aufrichtet. Auch wenn ein Kind einmal fällt, soll man es nicht etwa allzu ängstlich beaufsichtigen. Gerade aus seiner Tolpatschigkeit heraus lernt es am ehesten das Gehen. Man kann es dann durch Zurufe ermuntern, man soll ihm ein Lob erteilen, für das ein Kleinkind schon empfänglich ist. Man darf aber keineswegs ein Kind überanstrengen; denn sonst kann es vorkommen, daß eine Mißgestaltung der Hals- und Wirbelsäule eintritt. Beim Kriechen des Kindes ist darauf zu achten, daß das Kind wirklich mit Händen und Füßen gleichmäßig wechselnd kriecht. Legt es sich immer nur auf einen Arm und schiebt nur mit dem anderen vorwärts ober zieht es nur ein Bein nach, so werden die Glieder ungleich ausgebildet. Diele Kinder werden in einen sogenannten Gitterstall gesetzt, ein Gitterviereck, etwa eineinhalb Meter im Quadrat. Für kurze Zeit ist so ein Gitterstall ganz angebracht. Es kann sich da wenig Schaden zufügen, wenn die Mutter das Kind einmal vorübergehend allein lassen muß. Aber ein solcher Gitterstall bedeutet ein Einengen. Das gesunde Streben eines Kindes nach größerer Beweglichkeit wird dadurch behindert, und man soll den Gitterstall nur als Notbehelf verwenden.
Rote Hände.
Mehr und mehr verspürt man die Herbstkühle, am ersten wohl an Den Händen, denen man jetzt wieder größere Aufmerksamkeit schenken muß. Viele Frauen leiden daran, daß sie bei der geringsten Kälteeinwirkung sofort blaurote Hände bekommen. Alles Einreiben und Fetten hilft dann nichts. Dieser Schönheitsfehler hängt mit einer fehlerhaften Blutzirkulation zusammen. Man sollte es einmal mit einer geeigneten Gymnastik ober einem leichten Sport versuchen. Daburch wirb eine schlechte Zirku- lation sehr angeregt. Voraussetzung ist hierfür aller- bings, baß bas Herz organisch gesunb ist. Außer- bem kann man bie Heilung bieses liebele mit ber Anwendung von Wechselbädern unterstützen. Zehn Minuten lang hält man bie Hänbe abwechselnd je zwei Minuten in möglichst warmes, bann in kaltes Wasser.
-Fensterputzen.
Das Fensterputzen ist für manche Hausfrauen immer noch ein Problem, bas nicht zufriebenstel- lenb gelöst ist Fensterputzen ist auch nicht jeber- manns Sache, unD Leute, Die leicht schwinDlig wer»


