Neues für den Bücheriifch.
dritte Frau kam mit leichten Verletzungen und einem Nervenschock davon. Der Unglücksfall ist auf das fahrlässige Verhalten des Fahrers des Lastkraft, wagens zurückzuführen. Er hatte vorübergehend die Steuerung einem 13jährigen Jungen anvertraut, und in diesem Augenblick fuhr der Wagen auf die des Weges gehenden Frauen zu.
Ehrung eines hundertjährigen.
Der Führer und Reichskanzler hat dem frühe- ren Webermeister Louis Müller in Berlin aus Anlaß der Vollendung seines 10 0. L e - bensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen.
Das wrack der „£u|Uania“ gefunden.
Ein in der vergangenen Woche von dem Ber- gungsdompfer „Orphir" an der irischen Küste ent- decktes S ch i f f s w r a ck ist nunmehr endgültig als das Wrack der während des Krieges torpedierten „L u s i t a n i a" festgestellt worden. Die „Orphir" hat den ganzen Sommer über nach diesem Dampfer gesucht und bei dieser Arbeit mehrere andere Wracks aus der Kriegszeit gefunden.
Verhaftung jüdischer Provokateure in einem Warschauer Kino.
In einem Warschauer Lichtspieltheater wurden drei Juden verhaftet, die Flaschen mit einer übelriechenden scharfen Flüssigkeit bei sich hatten und offenbar die Vorstellung stören wollten. Es handelte sich um eine Vorführung eines in Deutschland gedrehten Jan - K i e p u r a - Films, gegen den jüdische Kreise einen Boykott beschlossen hatten, weil er in Deutschland hergestellt ist. Der „Warschauer Illustrierte Kurier" warnt die Juden, den Film zu boykottieren und protestiert energisch gegen diese jüdische Herausforderung.
Drei Tote bei einem nächtlichen Motorradunglück.
Drei junge Leute aus dem Dorfe Kaltenweide im Landkreis Hannover fuhren nachts auf einem Motorrad mit Beiwagen in einer Kurve gegen einen Baum. Die auf dem Begleitsitz bzw. im Beiwagen befindlichen Mitfahrer wurden so schwer verletzt, daß sie auf der Stelle st a r b e n. Der Fahrer wurde in schwerverletztem Zustand mit einem Unfallwagen nach Hannover ins Krankenhaus gebracht, wo er nach seiner Einlieferung ebenfalls starb.
Deutscher Rennfahrer in Ungarn tödlich verunglückt.
Auf dem Guggerberg bei Budapest, wo jetzt die Trainingsfahrten für das internationale Budapester Motorradrennen stattfinden, ist der Münchener Hotelbesitzer Rudolf S t e i n w e g, ein bekannter Rennfahrer, mit seinem von ihm gesteuerten Wagen tödlich verunglückt. Der Wagen Steinwegs war gegen einen Kilometerstein gefahren und von der Wucht des Anpralles in die höhe geschleudert worden. Ein Passant, der nach dem Unglück von dem führerlosen Wagen überfahren wurde, erlitt schwere Verletzungen.
Lin neuer Erdstoß in Montana.
Die Stadt Helena im Staate Montana (USA.) wurde in den letzten Tagen erneut von einem starken Erdstoß heimgesucht, der jedoch keinen erheblichen Schaden anrichtete. Heber die Hälfte der Wohnhäuser in der Stadt sind angesichts der ständigen Erdstöße von der Bevölkerung geräumt. Die in Notquartieren untergebrachte Bevölkerung leidet weiterhin stark unter der Kälte. Die Temperaturen sanken in Helena und Umgebung auf bis zu 15 Grad Celsius unter Null. Auch verschiedene Gegenden des kanadischen Staates Ontario sowie der nördliche Teil des Staates Neuyork melden weitere leichtere Erdstöße.
Umfangreicher Bergrutsch an der Wolga.
In der Umgebung der Stadt Saratow hat ein Bergrutsch große Zerstörungen angerichtet. Durch zahlreiche Felsabstürze vom Ubek, die über 24 Stunden andauerten, wurde der Bahnhof und ein Teil der Stadt gleichen Namens vernichtet. Die Eisenbahngleise sind auf einer Strecke von 1500 Meter zerstört. Nach den bisherigen Meldungen konnte sich die Bevölkerung rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Der weihe Tod.
Im oberen Ahrntal in Südtirol war eine Abteilung italienischer Grenzsoldaten durch die starken Schneefälle der letzten Tage vom Tal abgeschnitten worden. Eine Patrouille von sechs Zollbeamten war zur Hilfeleistung aufgestiegen und hatte schließlich die Grenzsoldaten zu Tal bringen können. Bei dieser Rettunasaktion stießen die Zollbeamten auch auf vier Almbauern, die halb im Schnee begraben lagen. Einer der Bauern war bereits erfroren. Die drei noch Lebenden konnten zu einer Schutzhütte gebracht und dort gelabt und gestärkt werden. Die Almbauern berichteten, daß sie auf dem Wege nach Oesterreich, wohin sie Vieh zu Tal führen wollten, von Schneefällen über» rascht wurden.
— Gustav Schroer: Der Heiland vom B i n s e n h o f e. Roman. 387 Seiten. Volksausgabe. 2.85 Mark. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (330.) — Jakob Sindig, der zugewanderte Fremdling im Bergtal, dessen ungebändigte Naturkraft die Schranken der Ordnung durchbrach, geht den Weg der Sühne als „Heiland vom Binsenhofe . Schützer der Häusler gegen Unrecht und Gewalt, Kämpfer gegen Stumpfheit, haß und Aberglauben; Bezwinger des Bergmoors, Förderer und Vorbild aller rechten Arbeit, verkehrt sich ihm doch alles gute Wollen in Unfeqen. Erst das Opfer seines Lebens schließt endlich die auf den Tod verfeindeten Menschen des Bergtals zur großen Gemeinschaft zusammen. Dieser Roman ist einer der stärksten von Schröer, so daß die wohlfeile Volksausgabe berechtigt erscheint.
— Friede h. Kraze: Die Freiheitdes Kolja Iwanow. Gebunden 2,85 Mark. Volksausgabe. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. — (329) — Die äußere Freiheit ist der Güter höchstes nicht. Denn echte Tat und Leistung erhebt den Knecht zum Herrn, aber Pochen auf Menschensatzung erniedrigt oft den Herrn zum Knecht! Diese ewige Wahrheit durchschwingt die packende Erzählung von dem zum Arzt ausgebildeten Leibeigenen, der von seinem „Herrn" plötzlich als Eigentum zurückgefordert und öffentlich geohrfeigt wird. Wie nun der „Knecht" die Freilassung verschmäht, aber durch einsatzbereite Tat für seine Volksgenossen den wahren Adel innerer Freiheit gewinnt, gewinnt blutvolles Leben. Dazu Russisches, Allzurussisches, von der glänzenden Fassade Petersburgs bis zu den Elendskaten der weiten Pußta; Studenten, Offiziere, Gutsbesitzer, Leibeigene, Dirnen, jede Gestalt grundloser Spiegel oder asiatisches Zerrbild der russischen Volksseele!
— Helene Christaller, Stephan und Claudia. Die Geschichte einer Liebe. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. In Leinenband 5,60 Mark. — (367) — Stephan und Claudia, die sich als Kinder geliebt haben, bann jahrelang getrennt sind, aber bei der ersten Begegnung schon wissen, daß eines des andern „reicheres Du" ist — werden auf der Schwelle ins gemeinsame Leben wie von einem niederfahrenden Blitz zerschmettert. Claudia erkrankt an einer Kinderlähmung, die sie an den Rand des Grabes bringt. Stephan liebt die Seele dieser Frau, liebt sie in unverminderter Hingabe, auch als ihr schönes Gehäuse zerstört ist. Was die ärztliche Kunst vermag, wird angewandt, Stephan erbaut ein Haus ganz und gar auf die Bedürfnisse Claudias eingestellt. Denn nie mehr wird sie leichten Fußes über die Erde schreiten. Aber dank Stephans hingeben- der, einfühlender Liebe streift die Seele die Lähmung ab, wird wieder ihrer selbst gewiß und von der alten Fröhlichkeit und Gebefreudigkeit erfüllt. Und so wird diese Ehe dennoch Erfüllung und Stillung aller Sehnsucht.
— Diedrich Speckmann: Ehl^r Witt- kopp und sein Geheimnis. 276 Seiten. Leinen 4,50 Mark. Martin Warneck, Verlagsbuchhandlung, Berlin W 9. — (357.) — Den Kern der Handlung, das Geheimnis, das der Bauer Wittkopp durch sein Leben trug, entnahm Speckmann der gesprächsweisen Erzählung eines wirklichen Vorfalls. Der schlichte Stoff verband sich ihm mit allerlei Gedanken, die er als guter Kenner niedersächsischen Bauern- und Volkstums sich über die Neuordnung des Bauernstandes gemacht hatte. So entstand ein spannungsreiches Buch, das in sorgfältiger Zeichnung bäuerlicher Welt mit all ihrer Altväterlichkeit und beharrlichem Festhalten am Alten doch modern im besten Sinne ist, insofern als Probleme der Gegenwart und bestimmte Zielsetzungen innerhalb des Nährstandes dadurch eine Illustration erfahren.
— Ludwig Tügel: Pferdemusik. Roman. Leinen 5,50 Mark. Verlag Albert Langen- Georg Müller, München, 1935. — (346) — Dieses Buch ist eine Liebesgeschichte, eine Nachkriegserzählung, ein humoristischer Roman — dennoch gibt keine dieser drei Bezeichnungen den richtigen und erschöpfenden Begriff davon. Merkwürdige Menschen leben in dieser Erzählung, deren Schauplatz man in Ostfriesland suchen mag. Noch einmal greift der Dichter zurück in die Jahre nach dem Krieg mit ihrer Unordnung, Leere und Halbheit, aber er ruft die Gestalten dieser Jahre nicht deshalb zum Leben, um anzuklagen ober alte Schmerzen zu erneuern, sondern weil diese Zeit jetzt überwunden ist und wir uns heute von ihr lächelnd und heiter befreien können. Da ist der Hauptheld der Geschichte, der Major Thyllbeck, der zwar die ganze Handlung beherrscht und schließlich in glücklicher Weise entwirrt, indessen selbst gar nicht auftritt. Er gehört zu jenen pflichtbewußten und unbeirrbaren Soldaten, die nach vier Kriegsjahren einen betrügerischen Frieden nicht anerkennen wollen und für die mithin der Krieg weitergeht. An seiner Seite lebt sein prächtiger treue Bursche und Kriegskamerad Mokenesa, mit dem der Major am Rande eines kleinen Dorfes in einem selbstgebauten Unter
stand haust. Dieser Mokenesa ist es, der in seiner besonderen, nur ihm und wenigen Menschen verständlichen Sprache zuerst das sinnreich mißverstandene Wort „Pferoemusik" gebraucht. Was die „Pferdemusik" eigentlich bedeutet, muß der Leser selbst entdecken. Bei allem hintergründigen Ernst ist Tügels Erzählung heiter und beschwingt. Sie ist das Erzeugnis eines überlegen grotesken Humors, der in unserer Literatur sehr feiten ist.
— Roger Martin d u Gard: „Kleine Welt". Ein Roman aus der französischen Provinz. Propyläen-Verlag, Berlin. Preis broschiert 3 Mark, Ganzleinen 4 Mark. — (325) — 3oigneau der Briefträger, der die Eigenheiten, Wünsche und Geheimnisse eines jeden Bewohners kennt, geht von Haus zu Haus, er hat feinen Spaß daran. Die Leute ein bißchen auszuhorchen, kleine Vermittlungsaufträge zu übernehmen und feine Kenntnisse gewinnbringend zu verwerten. Szene fügt sich an Szene, scheinbar leicht und obenhin; aber wenn der Briefträger seinen Gang durchs Dorf und dessen Umgebung abgeschlossen hat, so sieht der Leser, daß alle diese kleinen Steinchen sich zu einem Mosaik von starker Farbkraft und geschlossener Bildwirkung zusammengefügt haben. Das Bild einer Generation. Enttäuschung, Engstirnigkeit, Mißgunst und Klatschsucht bestimmen die Handlungen dieser Dorfbewohner, sie wissen gar nicht mehr, daß man auch anders leben kann. Deshalb haben sie kein Verständnis für die Jungen, die sich gegen ihre Muffigkeit aufzulehnen beginnen, weil sie frisch, ehrlich und sauber zu leben gesonnen sind.
— Gunnar Gunnarsson: Der Weiße Krist. Roman. Einzige berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von Helmut de Soor. Leinen 5,50 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1935. — (337) — Gunnarssons neuer Roman, der inhaltlich an sein letztes Werk „Im Zeichen Jörds" anschließt, gestaltet die Auseinandersetzung zwischen Christentum und germanischer Religion zur Zeit der Christianisierung Islands. Noch leben viele Anhänger des alten Glaubens, noch werden den Göttern vor den Tempeln Opfer dargebracht, aber schon mehren sich die den neuen Gott, den Weißen Krist verehrenden Höfe auf der Insel, schon geraten auch die jungen Menschen in den Bann seiner Lehre und unter den Einfluß seiner Bekenner und zweifeln an der Macht des alten Däter- glaubens. Vor allem aber versucht der mächtige König Olav Tryggvason von Norwegen mit grausamer Gewalt Island zur Annahme des neuen Glaubens zu zwingen. Das Thing, das über die Forderung Olavs zu beschließen hatte, zeigte deutlich, wie sehr Island bereits in zwei Parteien gespalten und die alte Einheit unmöglich wieder herzustellen war. Das schwere Schicksal der Menschen einer Zwischenzeit, die an die alten Götter nicht mehr, und an den neuen Gott noch nicht ganz glauben können, mußten diese Nordländer auf sich nehmen. Mit innerer Bewegung verfolgen wir heute das geistige Leben dieses uns stammverwandten Volkes und werden unmittelbar angerührt von Der heldischen Gestaltung, mit Der jene Menschen um eine neue Form Des Glaubens kämpften.
— Verner von heiDenstam: „Karl Der Zwölfte unD feine Krieger". Volks- ausgabe. In Leinen gebunDen 4,80 Mark. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. — (405) — Mit Diesem Werk hat Verner von HeiDenstam „Dem großen SchweDenkönig seinem Heer unD Volk ein unvergängliches Denkmal gesetzt. In farbenprächtigen Bildern ersteht vor uns Die bunte Welt jener gewaltigen Kriegszüge Karls XII., Dessen heldische Größe im Auf und Ab Der Siege unD NieDer- lagen auf Den Schlachtfeldern Europas schließlich doch scheitert und in Elend, Not und Tod für immer erlischt. So tapfer und pflichtbewußt wie fern Heer, Das ihm auf endlosen Kriegszügen durch die Hölle der blutigen Schlachten und die Leiden der Gefangenschaft nachfolgt, ist auch sein Volk, Das, entkräftet Durch Die Menschenopfer Der Kriege, ver- ormt und zermürbt durch bitterste Hungersnot, ihm dennoch in unwandelbarer Treue verschworen ist. Denn „Das Wunderbare an diesem Könige ist, daß niemand ihn hassen kann". Mit Der schöpferischen Freiheit Des Dichters hat HeiDenstam Die tragische Größe Dieses einsamen helDen und Das Schicksal seines Durch alle höhen und Tiefen des Lebens geführten Volkes geschildert. Eine versunkene Welt, voll Tatkraft und Kühnheit wird wieder lebendig. Von männlichem Geiste durchalühf, ist dieses Werk eines der wenigen echten Volksbücher, die namentlich unsere Jugend zu großen Taten begeistern.
— Robert Hohlbaum: „Getrennt marschieren". Kleine Bücherei des Verlages Albert Langen-Georg Müller, München. — (317) — In drei knappen, lebendig und klar gesehenen Bildern stellt Hohlbaum Die entscheiDenden Begegnungen Der beiten FelDherrn Moltke unD Benedek Dar: In ihrem ersten kurzen Zusammentreffen nach Der Schlacht von Solferino, an Dem entscheiDungsvollen Tag von Königgrätz und bei Dem letzten unsichtbaren Kampfe, Den Der tapfere Benedek während feiner ToDesftunDe im Geiste noch einmal mit Dem
Menschen Moltke auszufechten hak. Kameraden sind beiDe, Der Preuße unD Der Oesterreicher, Der genta 6 Rechner unD Der feurige Draufgänger, obgleich sie als Werkzeug Der Geschichte im Kriege Gegner waren. Kameraden im letzten Sinne, weil auch der Krieg, in Dem sie sich feindlich gegenüberstanden, em letztes Mittel war, zwei Brudervölker nach iahr- hundertelanger Feindschaft näherzubringen und zu vereinen. Mit wahrhafter Liebe und Treue roirö zweier großer Führergestalten gedacht und an Bet- spielen ihres politischen und menschlichen Ringens der Sinn unserer Geschichte gedeutet.
— O. Wagener: Von der hetmai geächtet. Mit einem Bild und elf Kartenskizzen. 2. Auflage. Verlag Ehr. Belfer, Stuttgart. Preis 2,80 Mark. — (428) — Dies Erinnerungsbuch der Freikorpskämpfe Der ehemaligen Deutschen Legion zeigt, wenn es dazu noch Des Beweises bedurfte, wie wenig unsere Baltikumkämpfer bloße Abenteurer waren, wie vielmehr hier aus heißer Liebe zum Vaterland und unerschütterlichem Mut damals schon Hand angelegt wurde zur Wiederaufrichtung Der Nation. Die Baltikumer errichteten nach dem Zusammenbruch die Schutzmauer gegen die rote Flut, die von Osten her Deutschland und Europa in ein kommunistisches Chaos zu reißen drohte. Dies Buch des ehemaligen Stabschefs der Deutschen Legion zeigt diesen Heldenkampf im BoftUum, dessen Einzelheiten, von Den Damaligen Regierungen geflissentlich unterdrückt, in der Deutschen Oes- fentlichkeit kaum so bekannt geworden sind, wie sie es verdienten. Wageners Buch, von dem jetzt die zweite Auslage erschienen ist, wird hier für Abhilfe sorgen.
— Deutsches Handwerk im Mittel« alter. Bilder aus dem Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung in Nürnberg. Mit einem Geleitwort von Friedrich Bock. Im Insel-Verlag zu Leipzig. Insel-Bücherei Nr. 477. — (334) — Das kleine Buch ist ein wertvoller, dokumentarischer Beitrag zur Geschichte des deutschen Handwerks int Mittelafter, lieber die Geschichte der Mendelschen Stiftung, Die Dem Merkchen zugrunte liegt, gibt Das Geleitwort näheren Aufschluß. Zumal Die im Anhang mitgeteilten Auszüge aus Dem Stiftungsbries Der inzwischen ausgestorbenen Familie Men- Del, Die ein wohlhabenDes Kaufmannsgeschlecht itt Nürnberg war, geben wertvolle Einblicke in Die Kulturgeschichte Des alten Handwerks. Die 36 Ab- bilDungen finb nur ein sehr geringer Teil Der Originalsammlung Des Brüderbuches, das 333 Bilder enthält und bis zum Jahre 1549 reicht. Die hier wiedergebene Auswahl soll vor allem Die Vielseitigkeit Der deutschen handwerksberufe vor Augen führen; die Nachbildungen sind verkleinert und mußten aus äußeren Gründen auf Die Farbigkeit der kolorierten Originale verzichten, ebenso auf Die schlecht erhaltenen oDer von der Zeit zerstörten Beischriften. TrotzDem ist Das Gesamtbild noch bunt und reichhaltig genug, und wir finden in der Reihe der Abbildungen nicht bloß die uns heute noch geläufigen Berufe des Schneiders, Schreiners, Dachdeckers, Schlossers, Schusters und Metzgers vertreten, sondern auch ausgestorbene Gewerbe, wie sie der La- ternmacher, Plattner, Fingerhutmacher, Nagelschmied, Salwürk (Panzerhemdmacher) ober Kandel- gießer ausübten.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausnabeort Frankfurt.
Der Vorstoß der milden Meeresluft hat in Deutschland weiter ostwärts an Raum gewonnen und die mit ihr verbundene Niederschlagstätigkeit bis nach Polen hin vorgetragen. Der bei Nord- englanD liegende Tiefdruckwirbel hatte mit feinem sümichen Ausläufer auch weiterhin unser Wetter beeinflußt. Doch kann angenommen werden, daß die noch zu erwartenden Niederschläge vorerst keine größere Ausdehnung mehr annehmen werden.
Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig, sonst veränderlich mit zeitweiliger Aufheite- rung und nur noch vereinzelten, meist kurzen Niederschlägen, bei westlichen Winden vor allem nachts wieder kälter.
Aussichten für Freitag: Vielfach dunstig, sonst wolkig - bis aufheiternd, aber nicht durchaus regensicher.
Lufttemperaturen am 5. November: mittags 9,6 Grad Celsius, abends 8,6 Grad; am 6. November: morgens 8 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum 6,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. November: abends 8,2 Grad; am 6. Novemberr morgens 7,9 Grad Celsius. — Niederschläge 4,1 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck unD Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unD Stein- Druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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